In Deutschland leben ca. 4,3 bis 4,7 Mio. Menschen muslimischen Glaubens, was ca. 5,4 bis 5,7 %. der Bevölkerung entspricht. Das macht den Islam nach dem Christentum zu dem Glauben mit den zweitmeisten Anhänger*innen. Seit 1945 (ca. 6000 Personen) ist die Zahl der Muslim*innen in Deutschland stetig angestiegen (ddp 2009). Damit wächst die Anhängerschaft des Islam in Deutschland, während die beiden großen christlichen Konfessionen Mitglieder verlieren (aber trotzdem noch über 50 % der Bevölkerung ausmachen). In der öffentlichen Wahrnehmung wird die Zahl der Muslim*innen deutlich überschätzt (Ipsos 2019). Diese Überschätzung hängt unter anderem mit der Wahrnehmung zusammen, dass Muslim*innen eine Bedrohung für Deutschland und die westliche Welt darstellen. Seit dem 11. September 2001 ist der Islam stark mit der Wahrnehmung terroristischer Bedrohung verbunden und Muslimfeindlichkeit hat in Deutschland, wie auch in anderen Ländern Westeuropas und in den USA, stark zugenommen (Andersen und Mayerl 2018; Dunwoody und McFarland 2018). Dabei werden Muslim*innen in der Regel als eine Bedrohung „von außen“ wahrgenommen, also als Angehörige einer Religion, die mit Migrant*innen nach Deutschland gekommen ist und hier die deutsche Kultur sowie Sicherheit und Ordnung bedroht. Dies drückt sich beispielsweise in Debatten darüber aus, ob der Islam zu Deutschland gehört. Debatten dieser Art sprechen allen Muslim*innenn, auch den ca. 1,8 Mio. mit deutscher Staatsangehörigkeit, ab, Teil von Deutschland zu sein. Damit wird ein Graben zwischen einer religiösen und einer nationalen Gruppenzugehörigkeit aufgemacht, der sich durch die Wahrnehmung dieser Gruppen zieht. Wer nicht deutsch aussieht, wird auch nicht als deutsch wahrgenommen. Muslim*innen mit Migrationshintergrund in Deutschland erleben Diskriminierung und Anfeindungen durch andere Deutsche und werden als Fremde wahrgenommen. Empirisch zeigt sich, dass Muslime als sehr ähnlich zu Ausländern im Allgemeinen und zu Türken wahrgenommen werden (Asbrock 2010) und ein nicht unbedeutender Teil der Deutschen denkt bei der Frage nach Ausländern an Muslime (Asbrock et al. 2014).

In der vorliegenden Studie beschäftigen wir uns mit der Wahrnehmung von deutschen Frauen ohne Migrationshintergrund, die zum Islam konvertiert sind und dies durch das Tragen des Hidschāb, eines Kopftuches, ausdrücken. Wir testen in einer experimentellen Studie, ob deutsche Frauen mit Hidschāb negativer beurteilt werden als türkische Frauen mit Hidschāb. Dabei nehmen wir an, dass diese negativere Einschätzung durch eine ideologische Einstellung beeinflusst wird, die ein besonderes Bedürfnis nach Sicherheit und Ordnung in der Eigengruppe ausdrückt – Autoritarismus. Personen mit höherer Ausprägung in Autoritarismus sollten diese negativeren Einstellungen gegenüber Kopftuchträgerinnen aus der Eigengruppe als gegenüber solchen aus der Fremdgruppe zeigen, da sie die Verletzung der kulturellen Norm, nach der der Islam nicht Teil der deutschen Kultur ist, als besonders bedrohlich empfinden.

Die besondere Bedeutung des muslimischen Kopftuchs wird in der Debatte um das sogenannte Kopftuchverbot deutlich. Dabei geht es in darum, ob das Tragen eines Kopftuchs aus religiösen Gründen in der Öffentlichkeit gestattet sein sollte. Die Diskussion ist stark ideologisch geprägt und dreht sich z. B. in Deutschland zu großen Teilen um die Frage der Religionsfreiheit auf den einen Seite und die religiöse Neutralität des Staats auf der anderen. Hier wird vorrangig verhandelt, ob und wie in Einrichtungen des Öffentlichen Dienstes Kopftücher getragen werden dürfen. So ist beispielsweise eine Mehrheit der deutschen Bevölkerung (57 %) nach einer Umfrage von 2019 für ein Verbot des Tragens von Kopftüchern an Grundschulen (Zeit 2019). Rechte Gruppierungen sehen in muslimischen Kopftüchern Zeichen der Islamisierung Deutschlands und Vorboten der Einführung der Scharia (Alternative für Deutschland 2017).

Wahrnehmung von Muslim*innen in Deutschland

Seit dem 11. September 2001 ist die Wahrnehmung von Muslim*innen in der westlichen Welt stark negativ geprägt und mit der Bedrohung durch Terrorismus verbunden (Andersen und Mayerl 2018; Dunwoody und McFarland 2018). Angst vor Terrorismus geht auch in Ländern mit negativen Einstellungen gegenüber Muslim*innen einher, in denen es bislang keine reale Bedrohung durch islamistischen Terrorismus gab, wie z. B. in Neuseeland (Hawi et al. 2019). Nach der Intergroup Threat Theory (ITT; Stephan und Stephan 2017) werden Muslim*innen unter anderem in Deutschland als symbolische Bedrohung gesehen, da ihre Kultur als Bedrohung für die Werte, Moral und Lebensweise in Deutschland wahrgenommen wird. Durch die Verbindung mit Terrorismus und erhöhter Kriminalität werden Muslim*innen aber auch als realistische Bedrohung im Sinne der ITT wahrgenommen. So konnten beispielsweise Dietrich und Frindte (2017) anhand einer Onlinebefragung von 504 Personen zeigen, dass Angst vor Anschlägen hoch mit negativen Einstellungen gegenüber dem Islam (r = 0,53) und gegenüber Muslim*innen (r = 0,51) korreliert.

Feindseligkeiten gegenüber Muslim*innen wurden und werden in Deutschland als Islamphobie oder Muslimfeindschaft untersucht. Im Rahmen der Studien zur Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit differenzierten Leibold und Kühnel (2008) Islamphobie von Kritik am Islam und konnten zeigen, dass es sich um zwei distinkte Konstrukte handelt. Allerdings beschreiben sie in ihrer Analyse der repräsentativen Bevölkerungsumfrage auch, dass es neben der von ihnen als konsistent islamophob eingeschätzten Gruppe auch eine Gruppe der pessimistischen Kritiker des Islam gibt, die hohe kulturelle Distanz zum Islam wahrnehmen und deutlich Kritik üben. Darüber hinaus finden sie eine weitere Gruppe, die zwar eine kritische Haltung zum Islam hat, aber Integration nicht so verschlossen gegenübersteht, wie die anderen Gruppen. In der Leipziger Autoritarismus-Studie (Decker et al. 2018) ist die Zustimmung zu der Aussage „Durch die vielen Muslime hier fühle ich mich manchmal wie ein Fremder im eigenen Land“ von 2014 bis 2018 von 43 auf 56 % angestiegen. Ein hohes Ausmaß negativer Einstellungen gegenüber Muslim*innen n und dem Islam zeigen auch weitere, auf großen Bevölkerungsumfragen basierende Studien (Pickel und Yendell 2016; Yendell und Pickel 2019; Zick et al. 2019).

Auch eine Analyse der aktuellen Allbus-Daten zeigt, dass in Deutschland Muslim*innen negativer wahrgenommen werden als Angehörige anderer Religionen. Eine Stichprobe von 1278 Personen (655 Männer, 623, Frauen, Alter M = 51 Jahre, SD = 17,72) wurde nach ihren Einstellungen gegenüber verschiedenen Religionen und Atheisten gefragt. Die Einschätzungen konnten auf Skalen von 1 (sehr positiv) bis 5 (sehr negativ) gegeben werden. Mittelwerte und Standardabweichungen der Beurteilungen finden sich in Tab. 1. Eine Varianzanalyse für abhängige Stichproben ergab, dass die Einschätzungen der verschiedenen Religionen sich unterscheiden (Huyn-Feldt-Schätzer der Sphärizitätsabweichung ε = 0,76), F(3,81, 140,113) = 316,81, p < 0,001. Paarweise Vergleiche (Sidak-korrigiert) zeigen, dass Muslim*innen negativer eingeschätzt werden als alle anderen Gruppen (alle ps < 0,001).

Tab. 1 Negative Einstellungen gegenüber Religionsgruppen in Deutschland

Wie bereits erwähnt, ist die Trennung zwischen der nationalen und der religiösen Kategorie nicht eindeutig. Ca. 1,8 Mio. Muslim*innen in Deutschland sind eingebürgerte Migrant*innen. Allerdings werden sie nicht zwangsläufig als Teil einer deutschen Eigengruppe wahrgenommen. Stereotype Wahrnehmungen von Muslimen, Türken und „Ausländern“ als übergreifende Kategorie sind sehr ähnlich (Asbrock 2010). Taras (2013) beschreibt z. B., dass negative Einstellungen gegenüber Muslim*innen sich aus religiösen, kulturellen und ethnischen Vorurteilen zusammensetzen (vgl. Spruyt und van der Noll 2017). Auch im Syndrom Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit ist der Zusammenhang zwischen Fremdenfeindlichkeit und Muslimfeindlichkeit höher als der zu allen anderen Syndromelementen (Zick et al. 2008). Diese Befunde weisen darauf hin, dass Muslim*innen und Deutsche als zwei getrennte Kategorien wahrgenommen werden können. Ziel dieser Studie ist die Analyse der Wahrnehmung von deutschen Muslimen, wenn keine Möglichkeit besteht, diese Muslim*innen aufgrund ihres Migrationshintergrundes aus der Eigengruppe auszuschließen.

In der vorliegenden Studie beschäftigen wir uns mit der Wahrnehmung muslimischer Frauen ohne Migrationshintergrund und insbesondere damit, wie Trägerinnen eines muslimischen Kopftuchs, des Hidschāb, wahrgenommen werden. Unkelbach et al. (2010) konnten zeigen, dass Frauen mit muslimischem Kopftuch in einer experimentellen Laborstudie zur Personalauswahl häufiger zurückgewiesen wurden als Frauen ohne Kopftuch. Die externe Validität dieses Ergebnisses wurde durch eine Studie untermauert, in der ca. 1500 Bewerbungen auf tatsächliche Stellenausschreibungen in Deutschland hin verschickt wurden (Weichselbaumer 2016). Dabei wurde manipuliert, ob die Bewerberin einen deutschen Namen, einen türkischen Namen oder einen türkischen Namen und ein Kopftuch trug. Während die Bewerberin mit deutschen Namen in 18,8 % der Fälle eine positive Antwort bekam, traf dies nur für 13,5 % der Bewerberinnen mit türkischem Namen und nur für 4,2 % der Bewerberinnen mit türkischem Namen und Kopftuch zu. Auch internationale Studien finden diese negativen Urteile über Frauen mit Hidschāb (Fasel et al. 2013; Sarrasin et al. 2016; Strabac et al. 2016).

In den meisten Fällen ist der Hidschāb mit der Kategorie Migrantin verknüpft, d. h. die meisten der bisherigen Studien untersuchten die Wirkung des muslimischen Kopftuchs bei Migrantinnen. In Deutschland haben ca. 45 % der Muslim*innen die deutsche Staatsangehörigkeit (Haug et al. 2009), aber es liegen keine verlässlichen Zahlen dazu vor, wie viele dieser Personen zum Islam konvertiert sind. Özyürek (2018) schätzt die Zahl der Konvertit*innen in ihrer Studie auf 100.000 Personen. Studien zu Konvertit*innen zum Islam fokussieren häufig auf Radikalisierung der Personen selbst (Karagiannis 2012; Kiefer et al. 2018). Zur Wahrnehmung von Konvertit*innen gibt es bislang wenig sozialpsychologische Forschung. In einer kürzlich erschienenen Medienanalyse konnten Amer und Howarth (2018) zeigen, dass britische Muslim*innen gerade aufgrund ihrer Mitgliedschaft in der Majorität der „weißen Briten“ als bedrohlich dargestellt wurden. In der oben bereits beschriebenen Studie fanden Unkelbach et al. (2010) Hinweise darauf, dass die Wahrnehmung, ob die Trägerin eines Hidschāb eher türkisch oder eher deutsch aussieht, einen Einfluss auf die Einstellungen haben kann. Dieser Effekt war nicht signifikant, aber er deutete in die Richtung, dass Fotos von weißen (caucasian) Frauen mit Kopftuch negativer bewertet wurden als solche von nicht-weißen (non-caucasian) Frauen mit Kopftuch. Die Autor*innen diskutieren, ob diese Tendenz auf einen kognitiven Prozess zurückgeht, nach dem das Kopftuch bei weißen Frauen stärker auffällt und so schneller erkannt und darauf reagiert wird, oder ob es sich um einen motivationalen Prozess handelt, nach dem einem Mitglied der Eigengruppe („weiße Frau“) das Tragen eines Symbols der Fremdgruppe (Hidschāb) negativer ausgelegt wird als einen Fremdgruppenmitglied. Dieser Frage werden wir in der vorliegenden Studie nachgehen. Ein Grund für diese negativere Bewertung der Kopftuchträgerinnen ohne Migrationshintergrund könnte sein, dass ein Verstoß gegen die kulturellen Normen der Mehrheitsgesellschaft wahrgenommenen wird.

Autoritarismus, Bedrohung und Gruppennormen

Menschen unterscheiden sich in ihrer Neigung, sich an Normen zu orientieren. Für die einen ist die Orientierung an dem, was andere im Umfeld tun, wichtiger als für andere. Eine stabile soziale Einstellung, die Unterschiede in dieser Normorientierung beschreibt, ist Autoritarismus. Das Konzept des Autoritarismus wurde maßgeblich von Adorno und Kolleg*innen (1950) in ihrer Veröffentlichung „The authoritarian personality“ geprägt. Es sollte eine Erklärung für das Aufkommen von Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus, insbesondere im Zuge des Nationalsozialismus in Deutschland, bieten. Adorno et al. entwickelten ein auf einem psychoanalytischen Ansatz beruhendes Konzept einer autoritären Persönlichkeit und lieferten ein Messinstrument mit, die F‑Skala. Aufgrund starker Kritik an den psychometrischen Schwierigkeiten der F‑Skala und der Entwicklung ähnlicher, aber besser quantifizierbarer Konzepte (Christie und Jahoda 1954; Rokeach 1954) geriet die autoritäre Persönlichkeit in der Psychologie in den Hintergrund. Die sozialpsychologische Vorurteilsforschung konzentrierte sich darüber hinaus stärker auf Gruppenprozesse als auf individuelle Unterschiede (Tajfel und Turner 1979). Altemeyer (1981) entwickelte auf Basis der Arbeiten von Adorno et al. (1950) ein neues Konzept, das er Right-Wing Authoritarianism (RWA) nannte. Aufgrund von extensiven Studien mit kanadischen Studierenden und deren Familien überarbeitete er das Autoritarismus-Konstrukt und fokussierte es auf drei der ursprünglich neun Dimensionen: Autoritäre Unterwürfigkeit, d. h., die Unterwürfigkeit gegenüber legitimen Führungspersonen und Autoritäten, autoritäre Aggression, d. h., Aggression gegenüber Abweichlern und Bedrohungen der Eigengruppe, sowie Konventionalismus, die starke Orientierung an und Aufrechterhaltung von bestehenden Normen, Traditionen und Werten. Mit der RWA-Skala lieferte Altemeyer (1981, 1996) gleichzeitig ein Messinstrument, dass eine wesentlich bessere psychometrische Qualität aufwies als die F‑Skala. RWA entwickelte sich zu dem in Forschung am häufigsten verwendeten Autoritarismuskonzept. Die RWA-Skala wurde und wird (in verschiedenen Überarbeitungen) weltweit eingesetzt. RWA ist einer der stärksten Prädiktoren für generalisierte Vorurteile, Ethnozentrismus und Nationalismus (Asbrock et al. 2010; Duckitt 2015; McFarland 2010).

Autoritarismus ist ein starker Prädiktor für negative Einstellungen und Handlungen gegenüber Muslim*innen (Dunwoody und McFarland 2018; Kauff et al. 2015; Yendell und Pickel 2019) sowie für die Wahrnehmung von Bedrohung und Normabweichung (Duckitt 2006, 2013). Kessler und Cohrs (2008) argumentieren, dass Autoritarismus auf den Erhalt der Gruppenkohäsion ausgerichtet ist und autoritäre Personen daher alles tun, um die Gruppe zu erhalten. Dazu gehört die Abwehr von externen sowie internen Bedrohungen. Dies deckt sich mit Duckitts (2006) Konzeptualisierung, dass Autoritarismus auf der Motivation zum Erhalt von Sicherheit und Ordnung beruht. Vorurteile und Diskriminierung sind häufig Ausdruck dieser Motivation, da sie Bedrohungen abwehren sollen. Allerdings hat sich gezeigt, dass die Verbindung von Autoritarismus und Vorurteilen gegenüber Fremdgruppen nicht universal ist: Der Zusammenhang zwischen RWA und Vorurteilen ist besonders stark, wenn die betreffende Gruppe als Bedrohung der bestehenden Normen und Werte wahrgenommen wird. So konnten z. B. Thomsen, Green und Sidanius (2008) in einem Experiment zeigen, dass autoritäre Personen besonders dann Maßnahmen zur Verfolgung von Migrant*innen in den USA unterstützten, wenn diese als assimilationsunwillig dargestellt wurden. Noch deutlicher auf den Zusammenhang von Autoritarismus und Normorientierung weist die Studie von Roets et al. (2015) hin. Die Autoren finden in einer belgischen Stichprobe den aus westeuropäischen und nordamerikanischen Studien bekannten negativen Zusammenhang zwischen Autoritarismus und Multikulturalismus. In einer Stichprobe in Singapur hingegen finden sie einen positiven Zusammenhang zwischen den beiden Konstrukten und begründen diesen Unterschied mit der normativen Unterstützung von Multikulturalismus durch die Regierung in Singapur. Dieser Befund passt zu dem von Oyamot et al. (2006, 2012) aufgestellten Modell, nach dem der Zusammenhang von Autoritarismus und Einstellungen gegenüber Fremdgruppen von den sozialen und kulturellen Normen bezüglich der Einstellungen gegenüber Fremdgruppen geprägt ist. Bereits frühe sozialpsychologische Forschung zu Gruppennormen hat gezeigt, dass Individuen ihre Einstellungen an den Normen und Werten der Eigengruppe ausrichten (Sherif 1936). Dies sollte besonders für Personen mit starken autoritären Einstellungen gelten. Kessler und Cohrs (2008) beschreiben dies als eine evolutionäre Komponente von Autoritarismus: Da die Gruppe zum Überleben notwendig ist, ergeben autoritäre Einstellungen mit ihrer starken Ausrichtung auf den Erhalt der Gruppenkohäsion, evolutionspsychologisch Sinn. Nach Feldman (2003) ist es insbesondere die soziale Konformität, die autoritäre Einstellungen ausmacht.

Folgen dieser sozialen Konformität bzw. der Wahrnehmung einer Bedrohung der Gruppe sind, wie bereits beschrieben, Vorurteile und Diskriminierung gegenüber Fremdgruppen sowie eine besonders starke Fokussierung auf die Eigengruppe, ausgedrückt durch Nationalismus und Ethnozentrismus. In den bislang zitierten Studien richtet sich diese Abwehr durch negative Einstellungen und Handlungen gegen die als bedrohlich wahrgenommene Fremdgruppe, die nicht den Normen der Eigengruppe entspricht. Kessler und Cohrs (2008) betonen aber, dass Autoritarismus vor allem auf die Eigengruppe gerichtet ist – das heißt, auch auf die Bedrohungen von innen. Diese sollten von Autoritären als wesentlich bedrohlicher wahrgenommen werden als solche Bedrohungen von außen. Demnach sollte die Motivation, Sicherheit und Ordnung zu bewahren, besonders stark sein, wenn die potenzielle Bedrohung der Gruppenkohäsion aus der Gruppe selbst kommt.

Das Phänomen, gegenüber Mitgliedern der Eigengruppe, die normverletzendes Verhalten zeigen, härtere Strafen zu fordern als gegenüber Mitgliedern von Fremdgruppen, wurde in der Forschung zum Black Sheep Effekt (Marques et al. 1988) untersucht. Im Folgenden soll diese Forschung kurz vorgestellt werden, die unseres Wissens nach bislang nicht im Zusammenhang mit autoritären Einstellungen untersucht wurde.

Black Sheep Effekt

Der Black Sheep Effekt ist ein im Alltag nicht unbekanntes Phänomen. Menschen legen unterschiedliche Maßstäbe an das Verhalten von Eigen- und Fremdgruppenmitgliedern und reagieren auf Verstöße gegen wichtige Normen, Werte und Regeln der Eigengruppe durch andere Mitglieder dieser Gruppe negativer als bei Verstößen durch Fremdgruppenmitglieder. Ausgehend von den grundlegenden Arbeiten von Marques et al. (1988) wurden verschiedene Erklärungsansätze des Black Sheep Effekts entwickelt (für einen Überblick, s. Reese 2010). Im Sinne der Social Identity Theory (Tajfel und Turner 1979) dient der Black Sheep Effekt dazu, eine positive soziale Identität zu erhalten. Der Black Sheep Effekt findet sich allerdings nicht immer; es scheint so zu sein, dass stärkere Bestrafung von Eigengruppenmitgliedern von der Identifikation mit dieser Gruppe abhängt. Wer sich hoch identifiziert hat auch ein besonderes Interesse daran, den auf der sozialen Identität beruhenden Selbstwert zu schützen und bestraft Abweichler*innen, während niedrig identifizierte Personen dies nicht tun (Branscombe et al. 1993). Nach alternativen Erklärungsmodellen kann der Black Sheep Effekt auch darauf beruhen, dass für die Eigengruppe andere Standards und Erwartungen gelten als für Fremdgruppen und daher eine Verfehlung negativer bewertet wird (Biernat et al. 1999) oder auf einer tieferen kognitiven Verarbeitung von relevanten Informationen. Nach Reese et al. (2013) werden Informationen von Eigengruppenmitgliedern tiefergehend verarbeitet als solche von Fremdgruppenmitgliedern und führen daher auch zu stärkeren Abwertungen. Demnach ist die Bestrafung von Normabweichler*innen aus der Eigengruppe sowohl auf motivationale als auch auf kognitive Prozesse zurückzuführen. In der vorliegenden Studie möchten wir diesen Erklärungsansätzen einen dritten, motivational-ideologischen Ansatz hinzufügen.

Fragestellung dieser Studie

Autoritäre Einstellungen sind Ausdruck einer Motivation zum Erhalt von Sicherheit und Ordnung für die eigene Gruppe und stellen einen hervorragenden Prädiktor für negative Einstellungen gegenüber Fremdgruppen dar, die als bedrohlich wahrgenommen werden (Asbrock 2010). Aktuelle Forschung zeigt aber, dass das zentrale Merkmal autoritärer Einstellungen nicht die Abwertung von Fremdgruppen, sondern die Orientierung an der bestehenden Norm und damit verbunden die Aufrechterhaltung dieser Norm ist (Oyamot et al. 2006; Roets et al. 2015). Demnach sollten Personen mit steigender Ausprägung in autoritären Einstellungen Verstöße gegen die bestehende kulturelle Norm durch Mitglieder der Eigengruppe besonders hart bestrafen, da sie eine stärkere Bedrohung der Gruppenkohäsion darstellen als Bedrohungen aus einer Fremdgruppe (vgl. Kessler und Cohrs 2008). Diese Annahme haben wir in der vorliegenden Studie an einem experimentellen Design überprüft. Dabei haben wir uns auf die Wahrnehmung symbolischer Bedrohung durch den Islam konzentriert und als Symbol das Tragen eines Hidschāb gewählt. Die autoritären Einstellungen zugrundeliegenden Bedürfnisse, Sicherheit und Ordnung zu bewahren (Duckitt 2006) sowie die Kohäsion der Eigengruppe zu erhalten (Kessler und Cohrs 2008), sollten sich in einer Abwehr von Bedrohung durch kulturell „fremde“ Symbole ausdrücken – insbesondere dann, wenn diese Bedrohung aus der Eigengruppe selbst kommt (Kessler und Cohrs 2008). Wie schon die Befunde von Unkelbach et al. (2010) andeuten, wird gegenüber weißen (caucasian) Frauen mit Kopftuch mehr Abwertung gezeigt als gegenüber nicht-weißen (non-caucasian) Frauen mit Kopftuch. Der Effekt war nicht statistisch signifikant, aber die Autor*innen schlugen vor, dass dieser Tendenz ein motivationaler oder auch kognitiver Prozess zugrunde liegen könnte. Weitere Hinweise auf einen Black Sheep Effekt in Bezug auf muslimische Mitglieder der ethnischen Majorität geben Studien von Amer und Howarth (2018) sowie von Salib (2010). Letztere fand in einer experimentellen Studie in den USA, dass Studierende weiße Muslime stärker für eine genauere Inspektion bei Flughafenkontrollen empfahlen als arabische Muslime. Der Einfluss autoritärer Einstellungen wurde in diesen Studien allerdings nicht berücksichtigt.

Aufbauend auf den Überlegungen von Duckitt (2006) zu motivationalen Grundlagen von Autoritarismus erweitern wir in der vorliegenden Studie die Forschung zum Black Sheep Effekt. Dieser Effekt kann sowohl auf dem Bedürfnis nach positivem Selbstwert beruhen (Tajfel und Turner 1979) als auch darauf, dass an das Verhalten der eigenen Gruppe andere Maßstäbe angelegt werden als an das Verhalten von Fremdgruppen (Biernat et al. 1999). Neben diesen motivationalen Erklärungen zeigt sich auch, dass Informationen von Eigengruppenmitgliedern tiefer verarbeitet werden und daher zu stärkeren Abwertungen führen, wenn diese Informationen negativ sind (Reese et al. 2013). Wir nehmen an, dass die ideologisch geprägte Wahrnehmung der sozialen Umwelt dazu führt, dass Personen mit steigender Ausprägung in autoritären Einstellungen stärker motiviert sind, empfundene Bedrohungen aus der Eigengruppe auszuschließen.

Wir überprüfen in der vorliegenden Studie den ideologisch-motivationalen Effekt, dass die Abwertung von weiblichen Mitgliedern der Eigengruppe mit Hidschāb durch autoritäre Personen stärker ist als die eines weiblichen Mitglieds einer Fremdgruppe mit Kopftuch.

Wie oben beschrieben, äußern Personen mit steigender Ausprägung im Autoritarismus stärkere muslimfeindliche Einstellungen, die auf der verstärkten Wahrnehmung von kultureller oder symbolischer Bedrohung beruht. Wir nehmen an, dass diese Bedrohung als besonders stark wahrgenommen wird, wenn sie aus der Eigengruppe kommt: Hochautoritäre Personen sollten Muslim*innen der Eigengruppe daher stärker abwerten als Muslim*innen einer Fremdgruppe. Wir haben als Indikatoren für die Abwertung die Konstrukte Vertrauen und Kommunikationsbereitschaft gewählt. Vertrauen ist eine wichtige Komponente zwischenmenschlicher Interaktion (Beierlein u. a. 2012) sowie eine zentrale Variable in Intergruppenbeziehungen (Tam et al. 2009). Intergruppenkonflikte und Bedrohungswahrnehmungen vermindern das Vertrauen zwischen Gruppen (Putnam 2007; Van Assche et al. 2018). Kommunikationsbereitschaft ist für die Verbesserung von Intergruppenbeziehungen relevant, da die Bereitschaft für ein Verhalten die Wahrscheinlichkeit, dieses Verhalten zu zeigen, erhöht (Ajzen und Kruglanski 2019). Darüber hinaus zeigen Personen mit steigendem Autoritarismus weniger Interesse zur Kontaktaufnahme mit Fremdgruppen (Brune et al. 2016). Die Bereitschaft zur Kommunikation ist weiterhin eine Voraussetzung dafür, sich mit den Einstellungen und Ansichten einer anderen Person auseinanderzusetzen. Wir gehen davon aus, dass mit steigenden autoritären Einstellungen die Wahrnehmung einer Normverletzung durch Eigengruppenmitglieder sowohl das Vertrauen als auch die Kommunikationsbereitschaft gegenüber diesen Personen reduziert. Wir testen folgende Hypothesen in einer experimentellen Onlinestudie:

Hypothese 1a:

Eigengruppenmitgliedern mit Symbolen der Fremdgruppe wird von Personen mit höherer Ausprägung in RWA weniger Vertrauen entgegengebracht als Fremdgruppenmitglieder mit diesen Symbolen.

Hypothese 1b:

Eigengruppenmitgliedern mit Symbolen der Fremdgruppe wird von Personen mit höherer Ausprägung in RWA weniger Vertrauen entgegengebracht als Eigengruppenmitgliedern ohne diese Symbole.

Hypothese 2a:

Gegenüber Eigengruppenmitgliedern mit Symbolen der Fremdgruppe wird von Personen mit höherer Ausprägung in RWA weniger Kommunikationsbereitschaft gezeigt als gegenüber Fremdgruppenmitglieder mit diesen Symbolen.

Hypothese 2b:

Gegenüber Eigengruppenmitgliedern mit Symbolen der Fremdgruppe wird von Personen mit höherer Ausprägung in RWA weniger Kommunikationsbereitschaft gezeigt als gegenüber Eigengruppenmitgliedern ohne diese Symbole.

Methode

Stichprobe

An der Onlinestudie nahmen 246 Personen teil, die über soziale Netzwerke, soziale Messenger und Mailinglisten zur Teilnahme an einer Befragung zur Untersuchung von Einstellungen zur Wahrnehmung von Personen eingeladen wurden. Vorab wurde mittels G*Power (Erdenfelder et al. 1996) eine Poweranalyse durchgeführt, die für die geplante Analyse eine Stichprobe von 153 Personen (mittlere Effektgröße, Power = 0,80) ergab. Die Stichprobe reduzierte sich um 18 Personen, die keine deutsche Staatsangehörigkeit hatten bzw. nicht Deutsch als Muttersprache sprachen, um 19 Personen, die mehr als 5 % fehlende Werte auf den relevanten Variablen hatten, um 12 Personen, die mittels Mahalanobis-Distanzen als multivariate Ausreißer identifiziert wurden und um vier weitere Personen, die aufgrund von standardisierten Residuen größer 3 ausgeschlossen wurden. Damit ergab sich eine endgültige Stichprobe von N = 193 Personen (139 weiblich, 51 männlich, 3 divers; MAlter = 26, SD = 7,64, RangeAlter = 18–66 Jahre; 87 % Abitur oder abgeschlossenes Studium)Footnote 1.

Design und Messinstrumente

Die Studie verwendete ein zweifaktorielles Design (UV1: Kopftuch vs. kein Kopftuch; UV2: deutsch vs. türkisch) mit RWA als kontinuierlichem Moderator. Die Versuchspersonen wurden zufällig einer der vier Bedingungen zugeordnet. Die Daten wurden im Mai und Juni 2017 online über die Plattform Unipark erhoben. Die Teilnehmenden konnten über einen Link zu der Umfrage gelangen und diese an einem beliebigen Ort bearbeiten. Nach der Zustimmung zu den Teilnahmeinformationen wurden zunächst demografische Angaben erhoben, dann RWA mittels KSA‑3 (Beierlein et al. 2014). Die KSA‑3 besteht aus neun Items, die die drei Subdimensionen von Autoritarismus, autoritäre Unterwürfigkeit, autoritäre Aggression und Konventionalismus, erfassen. Ein Beispielitem lautet „Gesellschaftliche Regeln sollten ohne Mitleid durchgesetzt werden.“ Die Zustimmung zu den Items konnte auf einer Likert-Skala von 1 (stimme überhaupt nicht zu) bis 5 (stimme voll und ganz zu) ausgedrückt werden. Die neun Items wurden zu einem Gesamtwert für Autoritarismus zusammengefasst (M = 2,39, SD = 0,64; Cronbachs α = 0,82).

Anschließend wurden den Teilnehmenden die Manipulation präsentiert. Dazu wurden sie zufällig in eine von vier Bedingungen aufgeteilt. In jeder Bedingung sahen sie nacheinander sechs Farbfotos von jungen Frauen. Das erste Bild stellte in jeder Bedingung eine blonde, deutsche Frau ohne Kopftuch dar. Anschließend wurden fünf weitere Bilder in randomisierter Reihenfolge präsentiert. Drei dieser Bilder wurden zwischen den Bedingungen systematisch variiert, die beiden anderen zeigten ebenfalls junge deutsche Frauen ohne Kopftuch. In Bedingung 1 wurden drei Bilder von türkischen Frauen ohne Kopftuch gezeigt, in Bedingung 2 drei Bilder von deutschen Frauen ohne Kopftuch, in Bedingung 3 drei Bilder von türkischen Frauen mit Kopftuch und in Bedingung 4 drei Bilder von deutschen Frauen mit Kopftuch. Jede Frau wurde einmal mit und einmal ohne Kopftuch fotografiert. Alle Bilder sind Porträtaufnahmen vor einem hellen Hintergrund und die Gesichter sind immer vollständig zu erkennen. In den Bedingungen mit Kopftuch tragen die Frauen ein blaues Al-Amira. Ein Pretest hat gezeigt, dass die Frauen in allen Bildern ähnlich attraktiv eingeschätzt werden und dass sie eindeutig als türkisch bzw. deutsch kategorisiert werdenFootnote 2. Um die Manipulation der Nationalität deutlicher zu machen, standen unter jedem Foto kurze Angaben zu Name, Alter, Geburt- und Wohnort der Person (z. B. „Ich heiße Johanna Schubert, 24 Jahre jung. Mein Geburtsort ist Oldenburg, ich wohne in Leipzig.“). Eine Übersicht über alle Bilder in den verschiedenen Bedingungen findet sich im Online-SupplementFootnote 3.

Unter jedem Foto wurden den Versuchspersonen sieben Aussagen präsentiert, zu denen sie auf Skalen von 1 (stimme gar nicht zu) bis 5 (stimme voll zu) ihre Zustimmung ausdrücken sollten. Um die AV Vertrauen zu erfassen, wurden drei Items der Kurzskala interpersonales Vertrauen (KUSIV3, Beierlein et al. 2012) adaptiert (z. B. „Frauen wie diese empfinde ich als vertrauenswürdig.“). Die Angaben zu den drei Aussagen wurden über alle drei Bilder der jeweiligen Manipulation gemittelt (M = 3,64, SD = 0,58; Cronbachs α = 0,90).

Die zweite abhängige Variable Kommunikationsbereitschaft wurde mit vier Items erfasst, die aus dem Messinstrument zur Kommunikationsbereitschaft von Frommeyer (2005) adaptiert wurden. Ein Beispielitem lautet „Ich wäre an einem Gespräch mit einer Frau wie dieser interessiert.“ Auch hier wurden die Items über alle drei kritischen Bilder einer Bedingung hinweg gemittelt (M = 3,29, SD = 0,67; Cronbachs α = 0,92). Die Items wurden auch für die drei anderen, nicht manipulierten Bilder einer Bedingung erhoben, die für alle Versuchspersonen identisch waren. Diese Items gingen aber nicht in die weitere Auswertung ein. Nach der Erfassung aller abhängigen Variablen wurden die Bilder für einen Manipulationscheck nochmals gemeinsam auf einer Seite präsentiert und die Versuchspersonen wurden gebeten anzugeben, ob die Personen ihrer Ansicht nach einen Migrationshintergrund haben und ob sie ihrer Ansicht nach einer Glaubensrichtung angehören. Die Fragen konnten mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden. Für jedes „Ja“ wurde jeweils ein Punkt vergeben, die dann über die drei kritischen Bilder einer Bedingung gemittelt wurden. So konnten Werte zwischen 0 und 3 erreicht werden.

Abschließend wurde den Versuchspersonen für die Teilnahme gedankt und sie wurden über die Fragestellung der Studie informiert. Dann hatten sie die Möglichkeit, an einer Verlosung von Gutscheinen im Wert von 3 × 20 € teilzunehmen bzw. eine Vergütung in Form von Versuchspersonenstunden zu erhalten. Alle hier genannten Items finden sich im Online-Supplement.

Ergebnisse

Manipulationscheck

Mittels t-Tests wurden die Summenwerte der Angaben zum Migrationshintergrund und zur Religionszugehörigkeit der Frauen auf den kritischen Bildern verglichen. Der Vergleich für die UV Nationalität zeigte, dass den Frauen in der Bedingung „türkisch“ häufiger ein Migrationshintergrund zugeschrieben wurde (M = 2,81, SD = 0,49) als den Frauen in der Bedingung „deutsch“ (M = 0,87, SD = 0,95), t(148,36) = −17,87, p < 0,001, d = 2,55. Im Vergleich für die UV Kopftuch zeigte sich, dass den Frauen mit Kopftuch häufiger die Zugehörigkeit zu einer Glaubensrichtung zugeschrieben wurde (M = 2,63, SD = 0,74) als den Frauen ohne Kopftuch (M = 1,73, SD = 0,98), t(188,54) = 7,24, p < 0,001, d = 1,03. Demnach ist die Manipulation gelungen.

Überprüfung der Hypothesen

Die vier Hypothesen wurden anhand von linearen Regressionsanalysen mit Dreifachinteraktion (UV Nationalität, UV Kopftuch, RWA) mittels PROCESS (Modell 3; Hayes 2018) überprüft. Zur Analyse der Interaktionseffekte wurden für die kategorialen Variablen Dummys gebildet, die mit 0 (für türkisch bzw. kein Kopftuch) und 1 (für deutsch bzw. Kopftuch) kodiert wurden. Die Moderatorvariable RWA wurde zur vereinfachten Interpretation für die Analyse zentriert (Darlington und Hayes 2017). Für alle Analysen wurden die einfachen Effekte, alle Zweifachinteraktionen und die Dreifachinteraktion in die Regressionsgleichung aufgenommen.

In dem ersten Regressionsmodell mit der abhängigen Variable Vertrauen zeigte sich die erwartete signifikante Dreifachinteraktion zwischen RWA und den beiden unabhängigen Variablen (b = −0,80, SE = 0,26, p = 0,002), R2 = 0,11, F(7, 185) = 3,14, p = 0,004, f2 = 0,12. Die Dreifachinteraktion trug signifikant zur Verbesserung des Regressionsmodells bei, ∆R2 = 0,05, F(1, 185) = 9,75, p = 0,002, f2 = 0,05. Tab. 2 zeigt das vollständige Regressionsmodell. Die konditionalen Effekte (Tab. 3) zeigen, wie erwartet, dass bei hoher Ausprägung in RWA (+1 SD) den deutschen Frauen mit Kopftuch weniger Vertrauen entgegengebracht wird als den türkischen Frauen mit Kopftuch (b = −0,46, SE = 0,17, p = 0,007). Damit wird Hypothese 1a bestätigt. Auch Hypothese 1b wird bestätigt: Den deutschen Frauen mit Kopftuch wird von Personen mit hoher Ausprägung in RWA weniger Vertrauen entgegengebracht als den deutschen Frauen ohne Kopftuch (b = −0,59, SE = 0,17, p < 0,001). Weiterhin zeigte sich, dass Personen mit niedriger Ausprägung in RWA (−1 SD) deutschen Frauen ohne Kopftuch weniger Vertrauen entgegenbringen als türkischen Frauen ohne Kopftuch (b = −0,40, SE = 0,15, p = 0,007). Darüber hinaus gab es keine weiteren konditionalen Effekte der Dreifachinteraktion. Eine Varianzanalyse mit den beiden unabhängigen Variablen Kopftuch und Nationalität ergab keine Zweifachinteraktion dieser beiden Variablen, F(1, 189) = 0,76, p = 0,39, part. η2 = 0,004.

Tab. 2 Vollständiges Regressionsmodell mit der AV Vertrauen
Tab. 3 Konditionale Effekte der Interaktion von Nationalität, Kopftuch und RWA für die AV Vertrauen

Im zweiten Regressionsmodell wurden die Effekte auf die abhängige Variable Kommunikationsbereitschaft getestet. Auch hier ergab sich eine signifikante Dreifachinteraktion zwischen RWA und den beiden unabhängigen Variablen (b = −0,93, SE = 0,30, p = 0,002), R2 = 0,11, F(7, 185) = 3,20, p = 0,003, f2 = 0,12. Die Dreifachinteraktion trug signifikant zur Verbesserung des Regressionsmodells bei, ∆R2 = 0,05, F(1, 185) = 9,72, p = 0,002, f2 = 0,05. In Tab. 4 findet sich das vollständige Regressionsmodell. An den konditionalen Effekten (Tab. 5) ist zu erkennen, dass bei hoher Ausprägung in RWA gegenüber den deutschen Frauen mit Kopftuch weniger Kommunikationsbereitschaft gezeigt wird als gegenüber den türkischen Frauen mit Kopftuch (b = −0,38, SE = 0,19, p = 0,054). Dieser marginal signifikante Effekt stützt Hypothese 2a. Gegenüber den deutschen Frauen mit Kopftuch wird von Personen mit hoher Ausprägung in RWA nicht weniger Kommunikationsbereitschaft gezeigt als gegenüber den deutschen Frauen ohne Kopftuch (b = −0,17, SE = 0,19, p = 0,37). Damit kann Hypothese 2b nicht bestätigt werden. Es zeigen sich aber zwei unerwartete Effekte für Personen mit niedriger Ausprägung in RWA: Diese zeigen weniger Kommunikationsbereitschaft gegenüber deutschen Frauen ohne Kopftuch als gegenüber türkischen Frauen ohne Kopftuch (b = −0,68, SE = 0,17, p < 0,001), sowie gegenüber deutschen Frauen ohne Kopftuch im Vergleich zu deutschen Frauen mit Kopftuch (b = 0,67, SE = 0,19, p < 0,001). Auch für die abhängige Variable Kommunikationsbereitschaft ergibt eine Varianzanalyse keine Zweifachinteraktion der beiden unabhängigen Variablen, F(1, 189) = 2,12, p = 0,15, part. η2 = 0,01. Die negativere Bewertung von deutschen Frauen mit Kopftuch zeigt sich also nur in Abhängigkeit von Autoritarismus.

Tab. 4 Vollständiges Regressionsmodell mit der AV Kommunikationsbereitschaft
Tab. 5 Konditionale Effekte der Interaktion von Nationalität, Kopftuch und RWA für die AV Kommunikationsbereitschaft

Diskussion

Das Wissen über Einstellungen gegenüber Personen, die in Deutschland zum Islam konvertieren, ist relativ begrenzt. Die sozialwissenschaftliche Forschung zeigt, dass gegenüber Muslim*innen in Deutschland zu großen Teilen negative Einstellungen geäußert werden und dass Muslim*innen Diskriminierung ausgesetzt sind (Decker et al. 2018; Pickel und Yendell 2016; Yendell und Pickel 2019; Zick et al. 2019). Mit der vorliegenden Studie möchten wir die Forschung zur Wahrnehmung von Muslim*innen um den Aspekt der Wahrnehmung von Konvertitinnen ergänzen. Basierend auf dem Black Sheep Effekt (Marques et al. 1988) haben wir angenommen, dass deutsche Frauen, die ein Hidschāb tragen, von Deutschen negativer wahrgenommen werden als türkische Frauen mit Hidschāb. Das Hauptaugenmerk unserer Studie lag dabei auf der Rolle autoritärer Einstellungen: Entsprechend unserer Annahmen zeigte sich, dass dieser Unterschied in der Wahrnehmung von Personen mit hohen Ausprägungen in autoritären Einstellungen gemacht wurde. Darüber hinaus wurde auch nur von autoritären Personen eine Deutsche mit Kopftuch negativer bewertet als eine Deutsche ohne Kopftuch. Dieses Ergebnis zeigt, dass hinter der stärkeren Abwertung von normabweichenden Eigengruppenmitgliedern (in diesem Fall muslimische deutsche Frauen ohne Migrationshintergrund) ein motivationaler Faktor stehen kann, nämlich die ideologische Motivation, Sicherheit und Ordnung zu bewahren und den Zusammenhalt der Eigengruppe zu schützen, die sich in autoritären Einstellungen manifestiert (Duckitt 2006; Kessler und Cohrs 2008). Damit stützt die vorliegende Studie aktuelle Befunde, dass Autoritarismus auf die Einhaltung von Normen fokussiert (Bilewicz et al. 2017; Oyamot et al. 2012; Roets et al. 2015). Negative Einstellungen gegenüber Fremdgruppen, Diskriminierung, Ethnozentrismus und Nationalismus sind nach diesem Verständnis Folgen von Autoritarismus, weil sie die Unterstützung einer grundlegenden sozialen Norm ausdrücken und weil sie die Gruppe vor wahrgenommener Bedrohung schützen sollen. Autoritäre nehmen einen Konsens bezüglich dieser Norm wahr, der darüber hinaus auch noch von den von ihnen akzeptierten Autoritäten unterstützt wird. Kommt die Bedrohung der Gruppenkohäsion aus der Eigengruppe, wird dies von Autoritären als schwerwiegender wahrgenommen als eine ähnliche Bedrohung von außen (Kessler und Cohrs 2008). Die negativeren Einstellungen gegenüber gruppeninternen Normabweichler*innen wird aber nicht von allen Personen gezeigt: Wie schon in vorhergehenden Studien, ist der Black Sheep Effekt an bestimmte Bedingungen geknüpft (Branscombe et al. 1993). Unserer Studie spricht dafür, dass auch autoritäre Einstellungen eine solche Bedingung darstellen können.

Wird der Fokus auf die Einhaltung von Normen gelegt, erlaubt das den Schluss, dass die Motivation, sich an Konventionen zu orientieren, genutzt werden kann, das gesellschaftliche Miteinander zu verbessern. Dazu wäre es nötig, dass die entsprechenden Symbole nicht als bedrohlich empfunden werden – je weiter Akkulturationsprozesse voranschreiten, d. h., je mehr die Symbole nicht als „fremd“ empfunden werden, desto höher ist auch die Akzeptanz durch Autoritäre. Dafür spricht z. B. der Befund von Oyamot u. a. (2017), dass in den USA die Toleranz von Autoritären gegenüber Homosexuellen von 1992 bis 2012 parallel zu einer stärkeren gesellschaftlichen Toleranznorm gestiegen ist. Daher wäre eine verstärkte Fokussierung auf die Wirksamkeit von Normen insbesondere für eine gesellschaftliche Debatte wünschenswert.

Durch das experimentelle Design ist der kausale Schluss möglich, dass autoritäre Personen weniger Vertrauen und weniger Kommunikationsbereitschaft gegenüber Deutschen mit Kopftuch zeigen als gegenüber Türkinnen mit Kopftuch, weil es sich um Deutsche handelt (vgl. Amer und Howarth 2018). Dieser Befund ergänzt damit sehr gut andere, die den Zusammenhang zwischen wahrgenommener Bedrohung und Muslimfeindlichkeit in repräsentativen Befragungen herstellen, aber keine kausalen Zusammenhänge testen können. Es ist auch anzunehmen, dass die Diskriminierung von Muslima mit Hidschāb, wie sie bei der Einladung zu Jobinterviews gezeigt wurde (Weichselbaumer 2016), noch stärker ausfallen würde, wenn es sich um deutsche Konvertitinnen handelte.

Mit der Orientierung an Normen und ihrem Erhalt geht im Autoritarismus auch die hohe Aufmerksamkeit für Bedrohung einher. Duckitt und Sibley (2017) beschreiben im Dual Process Motivational Model, dass Autoritäre Bedrohungen besonders deutlich wahrnehmen und entsprechend schnell reagieren. Sie nehmen auch solche Reize als bedrohlich wahr, die von anderen, weniger autoritären Personen, nicht als bedrohlich gesehen werden (Cohrs und Ibler 2009). Dies unterstreicht die komplexe Verflechtung von Autoritarismus und Bedrohung: Autoritarismus ist sowohl Prädiktor für als auch Folge von Bedrohung und interagiert mit ihr (Duckitt 2013; Feldman 2013). Für folgende Studien wäre es interessant, nach den kognitiven Prozessen in Abhängigkeit von Autoritarismus zu schauen und zu untersuchen, ob Bedrohungen tatsächlich schneller wahrgenommen werden. Hinweise auf entsprechende Zusammenhänge bietet beispielsweise der Befund, dass Autoritarismus positiv mit impliziten Vorurteilen gegen Homosexuelle korreliert (Jonathan 2008).

Neben den erwarteten Ergebnissen hat die vorliegende Studie auch gezeigt, dass Personen mit niedrigen Ausprägungen in Autoritarismus besonderes Interesse an der Kommunikation mit deutschen Frauen mit Kopftuch hatten. Dieser Effekt war für die Kommunikationsbereitschaft sogar stärker als der angenommene Effekt für hochautoritäre Personen. Dieses Interesse an den Frauen mit Kopftuch ist durch den negativen Zusammenhang von Autoritarismus und dem Persönlichkeitsmerkmal Offenheit für Erfahrungen (Sibley und Duckitt 2008) verständlich. Die Möglichkeit, mit Konvertitinnen zu sprechen, ist äußerst selten und für niedrigautoritäre Personen, die Offenheit für Erfahrung und Interesse an gesellschaftlicher Diversität zeigen, offenbar reizvoller als eine Interaktion mit anderen Frauen.

Eine interessante Frage ist noch die, ob in der Studie eine Toleranz gegenüber Widersprüchen zur Norm oder eine Bestrafung von Normabweichung thematisiert wurde. Beides hängt miteinander zusammen und Bestrafung kann vollzogen werden, wenn die Toleranzgrenze für Widersprüche überschritten ist. Aber die qualitativen Unterschiede zwischen den beiden sind nicht zu vernachlässigen und werfen für weitere Forschung wichtige Fragen auf. Da in der vorliegenden Studie relativ subtile Indikatoren für Abwertung verwendet wurden, Vertrauen und Kommunikationsbereitschaft, ist anzunehmen, dass hier eine Toleranz von Widersprüchen untersucht wurde. Es zeigt sich, dass diese Toleranz bei Autoritären offenbar nicht sehr hoch ist, da sie deutschen Frauen mit Kopftuch weniger Vertrauen und weniger Kommunikationsbereitschaft entgegenbringen als türkischen Frauen. Da wir kein explizites Maß für Bestrafung verwendet haben, können wir nicht sagen, ob sich mit einer solchen abhängigen Variable die gleichen Effekte finden würden. Dies liegt aber nahe, da die Subdimension autoritäre Aggression sich auch über Sanktionen von Abweichler*innen definiert (Beierlein et al. 2014).

Ein weiterer Grund für die unterschiedlichen Bewertungen von Deutschen und Türkinnen mit Kopftuch kann auch die unterstellte Freiwilligkeit sein. Es ist vorstellbar, dass die Proband*innen der Studie den Türkinnen keine freiwillige Entscheidung für oder gegen das Kopftuch unterstellt haben, während die Deutschen konvertiert sein müssen und sich daher freiwillig für den Islam entschieden haben. Demnach wäre die wahrgenommene Freiwilligkeit ein möglicher Mediator in dem hier zugrundeliegenden Prozess. Ob dem so ist, muss zukünftige Forschung zeigen.

Limitationen

Zunächst ist festzuhalten, dass nicht alle Hypothesen bestätigt wurden. Die Befunde sind für das Vertrauen gegenüber deutschen Frauen mit Kopftuch eindeutig und entsprechen den Annahmen. Damit einher geht auch der marginal signifikante Befund, dass gegenüber Deutschen mit Kopftuch weniger Kommunikationsbereitschaft gezeigt wird als gegenüber Türkinnen mit Kopftuch. Aufgrund der theoretischen Ableitung der Hypothesen können diese Ergebnisse als Bestätigung gesehen werden. Für die Hypothese, dass gegenüber deutschen Frauen mit Kopftuch weniger Kommunikationsbereitschaft gezeigt wird als gegenüber deutschen Frauen ohne Kopftuch, konnten wir allerdings keine Bestätigung finden. Trotzdem geht die Mehrzahl der Befunde in die angenommene Richtung und lässt uns schließen, Personen mit steigendem Autoritarismus Normabweichler der Eigengruppe stärker ablehnen als Normabweichler aus Fremdgruppen.

Der unseres Wissens nach neue Befund, dass autoritäre Personen eine stärkere Ablehnung der abweichenden Eigengruppenmitglieder zeigen als andere, muss in zukünftiger Forschung noch mit anderen relevanten Faktoren für den Black-Sheep-Effekt zusammengeführt werden. Eine theoretisch relevante Frage wäre, welchen Effekt Autoritarismus auf die Abwertung von Abweichler*innen in der Eigengruppe über die Identifikation mit der Eigengruppe hinaus hat.

Die Vorteile kausaler Schlussfolgerungen in experimentellen Studien gehen immer mit einigen Nachteilen einher, die hier nicht unerwähnt blieben sollen. Zum einen handelt es sich bei der Stichprobe trotz der hohen Altersspanne um ein relativ junges Sample, das sich vorwiegend aus hochgebildeten Frauen zusammensetzt. Dies schränkt die Generalisierbarkeit auf andere Bevölkerungsgruppen ein. Dazu kommt noch, dass die Mittelwerte für Autoritarismus und Muslimfeindlichkeit in jungen, hochgebildeten Gruppen geringer sind als in der Gesamtbevölkerung. Allerdings zeigt sich auch in dieser Stichprobe Varianz in allen Variablen – die verhältnismäßig niedrigeren Mittelwerte bedeuten demnach nicht automatisch, dass sich die angenommenen Zusammenhänge nicht zeigen könnten. Durch das experimentelle Design wird überprüft, ob die Variablen sich in Abhängigkeit der Manipulationen – Kopftuch und Nationalität – ändern. Dass die theoriegeleiteten Annahmen bestätigt wurden, spricht für die Validität des Designs. Allerdings sollte von einer einzelnen Studie mit einem solchen eingeschränkten Sample keine Generalisierung auf die Gesamtbevölkerung vorgenommen werden. Vielmehr sind Replikationen und Erweiterungen notwendig, um die Stabilität des Effekts zu testen und die oben angesprochenen weiteren Untersuchungsfragen zu integrieren.

Weiterhin sind aufgrund der Methode keine Aussagen dazu möglich, wie das Erleben autoritäre Personen aussieht, wenn sie deutsche Frauen mit Kopftuch sehen. Nur eine qualitative Analyse würde ermöglichen, das tatsächliche Erleben der Situation zu beschreiben. Hier sind der quantitativen Methode eindeutige Grenzen gesetzt. Es ist möglich, dass das muslimische Symbol eine qualitativ andere Reaktion bei hoch autoritären Personen in Deutschland hervorruft als eine andere Form kultureller Bedrohung – diese Differenzierung wird in eher groben quantitativ geprägten Modellen nicht vorgenommen, stellt aber eine wichtige Frage für die den Umgang mit kulturellen Symbolen in einer Gesellschaft dar.

Fazit

Autoritäre Einstellungen sind ein Ausdruck der Motivation zum Erhalt von Sicherheit, Ordnung und Gruppenkohäsion. Bedrohungen können nicht nur von außen, sondern auch als der Gruppe selbst kommen. Daher zeigen autoritäre Personen negativere Reaktionen gegenüber Eigengruppenmitgliedern mit bedrohlichen Symbolen als gegenüber Fremdgruppenmitgliedern. Dieser Befund erweitert die Forschung zum Black Sheep Effekt und vertieft gleichzeitig unser noch geringes Wissen über Einstellungen gegenüber konvertierten Muslimen. Zukünftige Forschung sollte sich neben der Replikation der Befunde mit der Analyse der zugrundeliegenden Prozesse beschäftigen.