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Oligopolistische Märkte

  • Susanne Wied-Nebbeling
Part of the Springer-Lehrbuch book series (SLB)

Zusammenfassung

Das Oligopol und das Teiloligopol stollen die in der Realität am häufigsten anzutreffenden Marktformen dar; dies folgt allein schon aus der räumlichen Begrenztheit der Märkte. Die Analyse solcher Märkte ist jedoch keineswegs einfach, weil zwischen den Anbietern interdependenz herrscht. Im Gegensatz zu einem Polypolisten wird im allgemeinen jedes Handeln eines Oligopolisten aufgrund seines nennenswerten Marktanteils für die übrigen Konkurrenten spürbar und löst dort eventuell Reaktionen aus, die wiederum seine Absatzsitua¬tion beeinflussen.

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Literatur

  1. 1.
    Unter horizontaler “Kollusion” lassen sich explizite Abkommen und implizite Absprachen zusammenfassen, wobei die prinzipiellen Formen der expliziten Übereinkünfte in Kartellen, Gemeinschaftsunternehmen (“joint ventures”) und horizontalen Fusionen bestehen. Siehe Jacquemin/Slade (1989), S. 416.Google Scholar
  2. 2.
    Dieses Modell wurde von Augustin A. Cournot in seinem bereits 1838 erschienenen, lange Zeit jedoch unbeachtet gebliebenen Buch “Recherches sur les principes mathématiques de la théorie des richesses” entworfen.Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. Hirshleifer (1988), S. 289 und Carlton/Perloff (1990), S. 293 ff. sowie die dort genannte Literatur; insbesondere Holt (1985).Google Scholar
  4. 4.
    Siehe die in Shapiro (1989a), S. 333 ff. genannte Literatur.Google Scholar
  5. 5.
    Siehe hierzu Shapiro (1989a), S. 352.Google Scholar
  6. 6.
    Wie Sie durch Differenzieren von xA nach xB bzw. x, nach xA sehen können, weisen die Reaktionsfunktionen die Steigung - 1½2 auf.Google Scholar
  7. 7.
    Vgl. den grundlegenden Artikel von Daughety (1985) oder die sehr viel knapperen Ausführungen von Dixon (1988), S. 129.Google Scholar
  8. 8.
    Die Restnachfrage ist einfach zu konstruieren. A als Monopolist bietet die halbe Sättigungsmenge an (½½ a). Beim Preis von 0 bleibt daher die andere Hälfte für B übrig. Der Abszissenabschnitt der Kurve NB,1 ist somit ½2 a. Der Ordinatenabschnitt ist p0, da es zu diesem Preis keine Restnachfrage mehr gibt. Oder: Wenn Sie sich gedanklich eine Hilfsordinate bei der Menge xo einzeichnen, erhalten sie den unteren Teil der Gesamtnachfragefunktion als Nachfragefunktion des B. Diese ist in die linke Hälfte des Diagramms zu übertragen.Google Scholar
  9. 9.
    Die Konstruktion erfolgt am einfachsten, indem bei der Menge XA,2 eine Hilfsordinate eingezeichnet und deren Schnittpunkt mit der Gesamtnachfrage N0 horizontal auf die Ordinate übertragen wird. Bei diesem Preis kann B nichts absetzen, wenn A die Menge xA,2 ausbringt. Dies ist somit der Ordinatenabschnitt der Kurve NB,3, die ansonsten parallel zu NB,1 verläuft.Google Scholar
  10. 10.
    Die Darstellung entspricht in etwa derjenigen von Dixon (1988), S. 131 f. Andere Möglichkeiten finden sich z.B. in Carlton/Perloff (1990), S. 303 ff., Kreps (1990a), S. 325 ff., Scherer/Ross (1990), S. 228 f. und Stobbe (1991), S. 418 f.Google Scholar
  11. 11.
    Außer dem Anbieter i existieren ja noch (n-1) weitere Anbieter mit denselben Kosten sowie denselben Erwartungen und daher auch mit denselben Produktionsmengen.Google Scholar
  12. 13.
    Siehe hierzu Anhang A.2.1.Google Scholar
  13. 14.
    In jüngerer Zeit wurde insbesondere von Baumol, Panzar und Willig (1982) gezeigt, daaß die Offenheit der Märkte das ausschlaggebende Moment für ihre allokative Effizienz ist und nicht die Anzahl der Anbieter.Google Scholar
  14. 15.
    Stackelberg (1951), S. 210 ff. Die erste Auflage der “Grundlagen der theoretischen Volkswirtschaftslehre” erschien 1943 (und wurde bei einem Luftangriff fast vollständig vernichtet; vgl. das Vorwort des Herausgebers).Google Scholar
  15. 16.
    Die Verallgemeinerung des Modells auf n Anbieter ist wesentlich komplizierter und erbringt keine neuen Erkenntnisse. Es gilt dasselbe wie bei Cournot-Verhalten aller Anbieter: Je mehr Preisfolger es gibt, desto tiefer sinkt der Marktpreis. (Vgl. für eine analytische Herleitung Carlton/Perloff, 1990, S. 305.)Google Scholar
  16. 17.
    Wie Sie selbst nachrechnen können, indem Sie lineare Kosten in der Gewinnfunktion berücksichtigen, wäre das Ergebnis: xA = 1½ (a - c).Google Scholar
  17. 18.
    Zur Erinnerung: Der Preis fällt auf die Hälfte und der Gewinn des A halbiert sich ebenfalls.Google Scholar
  18. 19.
    Dies ist an seiner Preis-Absatzfunktion zu sehen: p = a - (xA + xB). Er weiß also, daß der Preis um so niedriger ist, je mehr er bei konstanter Menge des A anbietet.Google Scholar
  19. 20.
    Nach Arthur L. Bowley (1924), der diese Lösung in seinem Buch “Mathematical Groundwork of Economics” unterbreitete.Google Scholar
  20. 21.
    Das Zeichen “>” steht für “besseres Marktergebnis als”.Google Scholar
  21. 22.
    Bei n → ∞ stimmen die Lösungen nach Stackelberg und Cournot schließlich überein, d.h. es wird die Konkurrenzmenge angeboten.Google Scholar
  22. 23.
    Diese Lösung geht auf J. Bertrand zurück, der diese in einer Rezension zweier Bücher Cournots im Jahr 1883 entwickelt hat.Google Scholar
  23. 24.
    Es wird angenommen, daß Anbieter B dieselbe Produktionstechnik zur Verfügung steht, d.h. auch für ihn gilt die hier als linear unterstellte Grenzkostenkurve GK.Google Scholar
  24. 25.
    Sicher ist das freilich nicht. Betrachten Sie die Gleichverteilung der Nachfrage als plausible Annahme.Google Scholar
  25. 26.
    Die Irrtümer, die in einer dynamischen Betrachtung sowohl in der Cournot- als auch in der BertrandAnnahme enthalten sind, gaben Anlaß zu einer ausgedehnten Diskussion über Reaktionshypothesen, die insoweit konsistent sind, als sie die Verhaltensweise der Konkurrenz zutreffend wiedergeben (sog. consistent conjectures). Die von Bresnahan (1981) ausgehende Diskussion wird hier nicht aufgegriffen, da sich in einem Teil der Beiträge gezeigt hat, daß mit konsistenten Reaktionshypothesen niedrigere Gewinne verbunden sind als bei der Cournot-Annahme, so daß sich die Firmen besser stellen, wenn sie sich irrational verhalten. Shapiro (1989a) kritisiert, daß mit konjekturalen Koeffizienten versucht wird, in ein statisches Modell dynamische Elemente einzubauen. Einen Überblick über die angloamerikanische Literatur zu konsistenten konjekturalen Koeffizienten geben Hay/Morris (1991), S. 64 f. und Scherer/Ross (1990), S. 208 f. Siehe auch den Beitrag von Schöler (1989).Google Scholar
  26. 27.
    Die Herleitung entspricht derjenigen beim Monopolgrad (vgl. Abschnitt 1.2.2 in Teil II). Für eine Herleitung beim homogenen Oligopol siehe Hardes (1992), S. 225 oder Scherer/Ross (1990), S. 228f.Google Scholar
  27. 28.
    Der Herfindahl-Index wird auch als Hirschman-Herfindahl oder Herfindahl-Hirschman-Index bezeichnet. Zu den Eigenschaften dieses Konzentrationsmaßes siehe Bomsdorf (1992), S. 65 ff.Google Scholar
  28. 29.
    Die Abbildung ist an Carlton/Perloff (1990), S. 276 angelehnt.Google Scholar
  29. 30.
    Diese Rationierungsregel wird als die “effiziente Rationierungsregel” bezeichnet, weil dadurch die Konsumentenrente maximiert wird. Es wäre aber auch eine proportionale Rationierung denkbar, bei der alle Konsumenten mit derselben Wahrscheinlichkeit beim günstigeren Produzenten kaufen können. Die Restnachfrage ist dann ein Teil der Gesamtnachfrage; sie weist somit - wie jede Teilnachfragefunktion - denselben Ordinatenabschnitt wie die Marktnachfragefunktion auf. Vgl. z.B. Krouse (1990), S. 336 ff. und Tirole (1989), S. 213 f.Google Scholar
  30. 31.
    Der grundlegende Beitrag hierzu stammt von Kreps/Scheinkman (1983); siehe auch Tirole (1989), S. 216 f. und 228 ff.Google Scholar
  31. 32.
    Krelle (1976), S. 315 ff. Siehe auch Krelle (1989), wo er sein Modell in spieltheoretischer Form präsentiert hat.Google Scholar
  32. 33.
    Siehe Ott (1989), S. 230 ff. und die dort genannte Literatur zur Diskussion des Krelle-Modells.Google Scholar
  33. 34.
    Gute Darstellungen der Krelle-Lösung finden sich (außer beim Autor selbst) z.B. in Gabisch (1990), S. 102 ff.; Ott (1989), S. 230 ff. und Schumann (1992), S. 344 ff.Google Scholar
  34. 35.
    Zur älteren Literatur hierzu siehe Wied-Nebbeling (1977).Google Scholar
  35. 36.
    Dieser Begriff ist hier nicht so zu verstehen, daß sie den Marktpreis als gegeben hinnähmen und sich als autonome Mengenanpasser verhielten. Tatsächlich sind die Unternehmen die Preissetzer; sie ziehen es jedoch vor, von ihrer Möglichkeit zur Preisänderung einige Zeit keinen Gebrauch zu machen. Auf die Gründe kommen wir noch zu sprechen.Google Scholar
  36. 37.
    Diese Funktionen sehen etwas anders aus als diejenigen, die üblicherweise in der Literatur verwendet werden. An den Grundaussagen ändert sich nichts. In der hier gewählten Formulierung wird jedoch der Unterschied zwischen latenter und fluktuierender Nachfrage wesentlich deutlicher als bei den herkömmlichen Funktionen. In Anhang A.3.1 wird die Verbindung zwischen ihnen aufgezeigt.Google Scholar
  37. 38.
    Die latente Nachfrage muß, auf einem unvollkommenen Markt bei Preiserhöhungen nicht unbedingt gleich groß sein wie bei Preissenkungen, d.h. je nach Richtung der Preisänderung könnte der Koeffizient b verschiedene Werte annehmen. Dies führt dazu, daß die Preis-Absatzfunktion c.p. einen Knick aufweist. Da wir zunächst von einfacheren linearen Fällen ausgehen, wird ein konstantes bA bzw. bB unterstellt.Google Scholar
  38. 40.
    Wenn Sie die voranstehende Fußnote betrachten, können Sie der Formel für die maximale Nachfragefunktion entnehmen, daß A bei einer Preissenkung (Preiserhöhung) latente Nachfrage des B im Umfang b5 • d/(b8 + d) gewinnt (verliert). Ferner strömt ihm von der Sättigungsmenge des B (aB) ein Anteil in Höhe von d/(bB + d) zu. Sie sehen, daß der Grad der Substitutionalität eine entscheidende Rolle spielt, ob die Kunden sich dem A zuwenden oder lieber ganz auf den Kauf des Gutes verzichten.Google Scholar
  39. 41.
    Diese Annahme läßt sich angesichts der unterstellten Heterogenität der Produkte schwer rechtfertigen, erleichtert die Herleitung aber wesentlich und ändert an der grundlegenden Aussage nichts.Google Scholar
  40. 42.
    Die zugehörige Menge erhält man durch Einsetzen von p aus (IV.20c) in eine der beiden Nachfragegleichungen: xA = xB = 1 - p + d. p. Es ergibt sich x = [1 - c(1 - d)1/(2 - d).Google Scholar
  41. 43.
    Entsprechende Isogewinnkurven lassen sich auch zu den Reaktionskurven im homogenen Mengendyopol einzeichnen; darauf wurde dort wegen der Klarheit der Darstellung verzichtet.Google Scholar
  42. 45.
    Vgl. Dixon (1988), S. 143 f.Google Scholar
  43. 46.
    Der Punkt F entspricht gleichzeitig dem Punkt der gemeinsamen Gewinnmaximierung mit gleichmäßiger Gewinnaufteilung, was bei der angenommenen Symmetrie bedeutet, daß PA = PB = p = [1 + c(1 - d)]/(2 - 2d) ist. (Das können Sie selbst nachrechnen, indem Sie diese Preisidentität in der oben aufgestellten Gewinngleichung berücksichtigen.)Google Scholar
  44. 47.
    Siehe insbesondere Stigler (1978) und die dort referierte Literatur .Google Scholar
  45. 48.
    Siehe z.B. Reid (1981), Maskin/Tirole (1988b), Bhaskar (1988) und Bhaskar/Machin/Reid (1991). Das (spieltheoretische) Modell von Maskin/Tirole geht allerdings von homogenen Gütern aus. Ein interessantes Modell einer geknickten Nachfragefunktion mit Mengenstrategie hat Kreps (1990a), S. 335 ff. entwickelt; zugrunde liegt allerdings ebenfalls ein homogenes Gut. An diesem Modell ist bemerkenswert, daß die Gleichgewichtslösung im gesamten Mengenbereich zwischen der CournotLösung und der Lösung bei gemeinsamer Gewinnmaximierung liegen kann.Google Scholar
  46. 49.
    Siehe Hall/Hitch (1939).Google Scholar
  47. 50.
    Da Nachfragekurven negativ geneigt sind und wir sie in ein p/x-Diagramm einzeichnen, sind sie um so steiler, je kleiner der Wert des Steigungskoeffizient ist (eine Nachfragekurve mit der Steigung -3 verläuft flacher als eine mit der Steigung -1 ).Google Scholar
  48. 51.
    Beachten Sie, daß dieübliche Gewinnmaximierungsbedingung GE = GK aufgrund der Sprungstelle in der Grenzerlösfunktion nicht angewendet werden kann.Google Scholar
  49. 52.
    Besonders gut zu sehen ist das anhand des Vergleichs zwischen dem oberen Ast (IV.21a) und dem unteren in der Formulierung (IV.21b.). Die Steigung des unteren Astes wird nur durch den Koeffizienten der latenten Nachfrage b bestimmt (denn dadurch, daß B den Preis des A übernimmt, wird ja jede Kundenwanderung verhindert). Der obere Ast hingegen verläuft um so flacher, je größer c.p. der Koeffizient d ist, wobei d um so höhere Werte annimmt, je besser sich die Produkte gegenseitig ersetzen können. 53 Vgl. Wied-Nebbeling (1985), S. 76 ff. 54 Vgl. Wied-Nebbeling (1985), S. 208.Google Scholar
  50. 55.
    Es sei nochmals darauf hingewisen, daß in diesem Lehrbuch durchweg mit linearen Nachfragefunktionen gearbeitet wird.Google Scholar
  51. 56.
    Vgl. hierzu Reid (1981), S. 48f..Google Scholar
  52. 57.
    Neben dem Modell der geknickten Nachfragefunktion gibt es weitere, zahlreiche Möglichkeiten, starre Preise zu erklären. Siehe hierzu Wied-Nebbeling (1989).Google Scholar
  53. 58.
    Vgl. Bhaskar/Machin/Reid (1991), S. 242.Google Scholar
  54. 59.
    Vergleichen Sie die beiden Nachfragefunktionen xA (pB = 20) und xA (pB = 50).Google Scholar
  55. 60.
    Siehe hierzu und zu den weiteren im Abschnitt referierten empirischen Erfahrungen Wied-Nebbeling (1985).Google Scholar
  56. 61.
    Siehe hierzu z.B. Alchian (1970), S. 32 ff. und Okun (1981), S. 145 ff.Google Scholar
  57. 62.
    Dieser Einwand trifft nicht auf die Version von Hall und Hitch zu, denn hier wird der Preis auf Vollkostenbasis kalkuliert. Daafür weist ihr Modell jedoch gravierende Widersprüche auf. Vgl. z.B. Stigler (1978), S. 187f. Im übrigen haben Smith/Neale (1971) zu zeigen versucht, daß der Ausgangspreis dann mit dem gewinnmaximalen übereinstimmt, wenn die Oligopolisten tatsächlich nach kurzfristiger Gewinnmaximierung streben. Jeder anders gesetzte Preis geht nämlich mit einem Schnittpunkt der Grenzerlös- mit der Grenzkostenkurve einher, der außerhalb der Sprungstelle der Grenzerlöse liegt und somit zu einem entsprechenden Anpassungsprozeß führt. Siehe auch Anhang 3.2.Google Scholar
  58. 63.
    Siehe z.B. Stobbe (1991), S. 421; Schumann (1992), S. 338.Google Scholar
  59. 64.
    Siehe hierzu Tirole (1989), S. 244.Google Scholar
  60. 65.
    Für Boomzeiten hat Efroymson (1955) eine “reflex” curve vorgeschlagen, bei welcher der obere Ast steiler verläuft als der untere (Preiserhöhungen werden mitgemacht; Preissenkungen dagegen wegen voll ausgelasteter Kapazitäten nicht). Unter der Zielsetzung der Maximierung des Periodengewinns ist der Knickpunkt jedoch nicht länger optimal. Die Unternehmen müßten folglich ihre Preise ändern. Tatsächlich nutzen jedoch nur sehr wenige eine gestiegene Nachfrage zu Preiserhöhungen, weil dies den überwiegend langfristig verfolgten Unternehmenszielen schaden würde.Google Scholar
  61. 66.
    Siehe Gutenberg (1984), S. 290 ff.Google Scholar
  62. 67.
    Trotz der vermeintlichen Identität mit Gleichung (IV.21b*) handelt es sich nicht um eine DD-Kurve, weil die Gutenberg-Funktion stets nur bei konstanten Konkurrenzpreisen gilt.Google Scholar
  63. 68.
    Die doppelt geknickte Nachfragefunktion läßt sich auch dann herleiten, wenn die Kundenwanderungen von relativen Preisdifferenzen abhängen. Dies stellt eine realistischere, aber auch kompliziertere Variante dar. (Vgl. Wied-Nebbeling, 1983). Beachten Sie ferner, daß für ein Oligopol mit mehr als zwei Anbietern der Fluktuationskoeffizient d nicht für jeden Anbieter gleich groß sein muß; d wäre dann durch dA zu ersetzen.Google Scholar
  64. 69.
    Darauf hat schon Willeke (1964) hingewiesen, der die Gutenberg-Funktion scharfsinnig analysiert hat; der formale Zusammenhang wurde von Sabel (1976) aufgezeigt.Google Scholar
  65. 70.
    Der Abbildung liegen folgende Zahlenwerte zugrunde: aA = 1 0; aB = 15; bA = 0,5; bB = 1; d = 10; PAUG = 1; PAOG = 8; PBOG = 9; PBUG = 7.Google Scholar
  66. 72.
    Vgl. Gutenberg (1984), S. 303 f.Google Scholar
  67. 73.
    Dieser Begriff stammt von Gutenberg selbst (1984), S. 298. Die doppelt-geknickten PreisAbsatzfunktionen eines Anbieters verschieben sich optisch “entlang” des mittleren Kurvenabschnitts, wenn der Konkurrent seine Preis verändert. Vgl. Wied-Nebbeling (1983), S. 143 f.Google Scholar
  68. 74.
    Zu Präferenzänderungen siehe Gutenberg (1984), S. 319; zu Nachfrageänderungen S. 298.Google Scholar
  69. 75.
    Vgl aber Anhang A.3.3.Google Scholar
  70. 76.
    Im Gegensatz zur einfach geknickten Nachfragekurve, wo wir festgestellt haben, daß der Knick verschwindet, wenn alle davon ausgehen, daß die anderen aufgrund des allgemeinen Kostenanstiegs ebenfalls ihre Preise erhöhen, werden die Knicke bei der Gutenberg-Funktion nicht obsolet. Das kommt daher, daß die einfach geknickte Nachfragefunktion auf den Vermutungen über die zu erwartende Konkurrentenreaktion basiert, während die Gutenberg-Funktion stets nur für konstante Konkurrenzpreise gilt, und die Knicke allein durch die unterschiedlichen Kundenreaktionen in- und außerhalb des monopolistischen Bereichs zustande kommen.Google Scholar
  71. 77.
    Sie können sich das leicht anhand der Abbildung IV.1 1 verdeutlichen, indem Sie annehmen, B realisiere nach der Kostenerhöhung den Punkt PB 1 . Dann gilt für A die nach oben verschobene PAFA 1. Erhöht A seinen Preis um denselben Betrag, verschiebt sich auch die Nachfragekurve des B nac’ h oben; beide befinden sich nach ihrer Preiserhöhung wieder in der Mitte ihres monopolistischen Bereichs.Google Scholar
  72. 78.
    Auf die Analyse einer isolierten Kostensteigerung wird verzichtet. Eine Preissetzung über dem oberen Grenzpreis führt in der Regel zu einem wesentlichen Marktanteilsverlust und eventuell zum Ausscheiden aus dem Markt. Vgl. Gutenberg (1984), S. 301, der davon ausging, daß die Konkurrenten in einer solchen Situation nicht mitziehen. (Gutenberg widerspricht hier übrigens seinen Ausführungen auf S. 298: “Würde es als Folge der Kostenerhöhung seinen Verkaufspreis über den oberen Grenzpreis erhöhen, dann muß es mit Reaktionen seiner Konkurrenten rechnen.” Lassen Sie sich dadurch nicht verwirrenl)Google Scholar
  73. 79.
    Die etwas mühsame Analyse der stufenweisen Anpassung an das neue Gleichgewicht (die jedoch die oligopolistische Interdependenz sehr deutlich macht), wird in Anhang 3.4 behandelt.Google Scholar
  74. 80.
    Zu bedenken ist hierbei jedoch, daß eine vorübergehende Ausweitung der Produktion auf xA,1 vermutlich nicht ohne Kapazitätserweiterung möglich wäre, was bei einer vorüübergehenden Absatzausweitung auf Kosten der Konkurrenten nur dann sinnvoll ist, wenn ohnehin mit einem nachhaltigen Wachstum des Gesamtmarktes gerechnet werden kann.Google Scholar
  75. 81.
    Denken Sie daran, daß die fluktuierende Nachfrage bei nur zwei Anbietern notwendigerweise eine ganz bestimmte Größe annehmen muß: Was der eine verliert, wächst dem anderen zu.Google Scholar
  76. 82.
    Die Annahme, daß die Ausgangspreise beider Anbieter übereinstimmen, wurde nur getroffen, damit die Abbildung noch halbwegs übersichtlich bleibt und die Verschiebungen nicht noch komplizierter werden. 83 Der Grenzerlös des oberen Astes gehorcht der Gleichung GEA,0 = 75 - xA, woraus durch Gleichsetzen mit den GKA, 1 = 45 als Menge xA,1 = 30 und als zugehöriger Preis pA,0 = 60 resultiert.Google Scholar
  77. 84.
    Selbstverständlich muß der gewinnmaximale Punkt nicht unbedingt beim oberen Grenzpreis liegen, sondern kann sich bei höheren Grenzkosten auch darüber befinden. B gewinnt dann nur einen Teil seiner Kunden zurück. Unter der Gutenberg-Annahme, der Anbieter wolle seinen Marktanteil zurückgewinnen, müßte er den Preis dagegen stets mindestens auf pA‘1 senken.Google Scholar
  78. 85.
    Bitte beachten Sie, daß der untere Grenzpreis im Oligopol nicht stets mit einem Gewinnminimum verbunden sein muß. Wenn nur die Gleitkurve relevant ist und die Grenzkostenkurve die zur Gleitkurve gehörende Grenzerlöskurve genau dort schneidet, wo sich vertikal darüber der untere Grenzpreis befindet, handelt es sich um eine gewinnmaximale Position. (In unserem Beispiel hätte die Kostenreduzierung noch etwas stärker sein müssen, um dieses Ergebnis zu erreichen.)Google Scholar
  79. 86.
    Adam Smith 1776 in seinem berühmten Werk: An inquiry into the nature and causes of the wealth of nations; zitiert nach Berg (1990), S. 255f.Google Scholar
  80. 87.
    Bei dem Problemkreis der “Zusammenarbeit” zwischen Anbietern handelt es sich demgemäß auch um ein wichtiges Thema der Wettbewerbstheorie und -politik.Google Scholar
  81. 88.
    Wie Scherer/Ross (1990), S. 235 bemerken, wird bereits die Vielfalt der Preisabsprachen nur durch die Grenzen der menschlichen Erfindungskraft eingeschränkt. Dafür bieten die Autoren auf S. 235 ff. einige überzeugende Beispiele.Google Scholar
  82. 89.
    Dabei wurden Formen der Zusammenarbeit, bei der entweder einer der Anbieter seine Selbständigkeit aufgibt (Fusion) oder bei denen ein neues Unternehmen gegründet wird (Gemeinschaftsunternehmen) außer acht gelassen.Google Scholar
  83. 90.
    Freilich sind nicht alle rechtlich zulässig. Nach dem Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen sind Kartelle zum Zweck der Beschränkung des Wettbewerbs verboten; seit der 2. Novelle von 1973 gilt das auch für aufeinander abgestimmtes Verhalten, des auf Fühlungnahme, Information und Verständigungshandlungen beruht. Ein zufällig gleichförmiges oder auch ein bewußtes Parallelverhalten, bei dem es aber an der Abstimmung fehlt, fällt nicht unter das Kartellverbot. Dadurch wird der Nachweis einer Verhaltensabstimmung sehr schwierig.Google Scholar
  84. 91.
    Die Einteilung ist an Seitz (1965), S. 80 angelehnt, dessen Beitrag zu Modellen der Preisführerschaft nach wie vor sehr beachtenswert ist.Google Scholar
  85. 92.
    Die Unterscheidung zwischen dominierender und barometrischer Preisführerschaft hat eine lange Tradition, wobei mit dominierender Preisführerschaft jedoch im allgemeinen nur das Teilmonopol gemeint war; siehe z.B. Stigler (1947) und Markham (1951). Letzterer bemerkt denn auch: “Essentially, therefore, the pure dominant firm market presents a problem of monopoly price control rather than one of price leadership” (Markham 1951, S. 895).Google Scholar
  86. 93.
    Eine spieltheoretische Version wurde von Bhaskar (1988) vorgestellt.Google Scholar
  87. 94.
    Ein ähnliches Modell läßt sich auch mit homogenen Gütern aufstellen (siehe Koutsoyiannis, 1979, S. 245 f.).Google Scholar
  88. 95.
    Siehe hierzu Fehl/Oberender (1992), S. 269 ff.Google Scholar
  89. 96.
    Siehe z.B. Deneckere/Kovenock (1992; Kapazitätsunterschiede); Holthausen (1979; Risikobereitschaft); Rotemberg/Saloner (1990; Informationsvorsprung); Deneckere/Kovenock/Lee (1992; Markentreue).Google Scholar
  90. 97.
    Vgl. hierzu Scherer/Ross (1990), S. 249 f. und Kaufer (1980), S. 228 ff.Google Scholar
  91. 98.
    “Die Autopreise machen wieder mobil”, in Stuttgarter Zeitung Nr. 80 vom 6. April 1982, S. 9.Google Scholar
  92. 99.
    Vgl. Kaufer (1980), S. 230.Google Scholar
  93. 100.
    Siehe hierzu Bain (1960) und Markham (1951).Google Scholar
  94. 101.
    Für eine ausführliche Definition siehe Schmidt (1993), S. 216 f.Google Scholar
  95. 102.
    Nach dem Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen können folgende Absprachen legal sein: Karte zur Kalkulation und Leistungsbeschreibung, zur Normung und Typisierung von Produkten, zur Festlegung von Konditionen und Rabatten, Absprachen über Spezialisierung oder Rationalisierung, Kooperationskartelle kleiner und mittlerer Unternehmen, Ausfuhrkartelle, Einfuhrkartelle (§ 7 GWB), Absprachen zur Bewältigung von Strukturkrisen und Sonderkartelle (z.B. bei Konjunkturkrisen). Außer über Preise und Mengen können sich Unternehmen daher (de facto und zumindest auf Zeit) über nahezu alles legal absprechen.Google Scholar
  96. 103.
    Vgl. Kaufer (1980), S. 288 ff.Google Scholar
  97. 104.
    Die gemeinsame Gewinnmaximierung ist nicht die einzig denkbare Zielsetzung eines Preiskartells. In der Reaalität dürfte daneben die pragmatische Zielsetzung eines angemessenen Gewinns, der sich ohne Wettbewerbsdruck erreichen läßt, ebenso eine Rolle spielen wie das Bestreben, ruinöse Konkurrenz zu vermeiden (Kartelle als “Kinder der Not”).Google Scholar
  98. 105.
    Wenn von unterschiedlich hohen konstanten Grenzkosten bis zu einer etwa den Marktanteilen entsprechenden Kapazitätsgrenze ausgegangen wird, ergibt die Aggregation der Grenzkosten eine Treppenkurve, wobei die “zweite Stufe der Treppe” die Grenzerlöskurve schneidet. Es muß folglich der höhere Preis gesetzt werden, d.h. das Ergebnis stimmt nicht mit dem oben abgeleiteten überein. Das ist deshalb logisch, weil das Unternehmen mit den geringeren Grenzkosten seine Kapazität nicht überschreiten kann. Falls auch über die Kapazitätsgrenze hinaus konstante Skalenerträge vorlägen, w/üre das kostengünstigere Unternehmen das andere aus dem Markt drängen, was bei (nahezu) homogenen Produkten ohne weiteres möglich wäre.Google Scholar
  99. 106.
    Scherer/Ross (1990), S. 240 ff. bezeichnen diese Form des Kartells daher als ein Rationalisierungskartell.Google Scholar
  100. 107.
    Würde diese Bedingung nicht erfüllt, könnte billiger produziert werden, indem die Firma mit den niedrigeren Kosten mehr herstellt.Google Scholar
  101. 108.
    Darum kommt er allerdings nicht herum, denn bei einem eigenen höheren Preis würde er einen Großteil der Nachfrage verlieren (vgl. Abschnitt 4.2.1). Als Alternative zum Kartell kann A den B jedoch als Preisführer akzeptieren.Google Scholar
  102. 109.
    Ein analoges Beispiel mit anderen Zahlen findet sich in Scherer/Ross (1990), S. 275 f.Google Scholar
  103. 110.
    Siehe hierzu z.B. Maddala/Miller (1989), S. 400 ff. und Scherer/Ross (1990), S. 243 f.Google Scholar
  104. 111.
    Zu möglichen Maßnahmen siehe z.B. Berg (1990), S. 259 und Carlton/Perloff (1990), S. 228ff. Zu theoretischen Betrachtungen der Bestrafung siehe die in Jacquemin/Slade (1989, S. 425ff.) und Hay/Morris (1991, S. 75 ff.) genannte Literatur.Google Scholar
  105. 112.
    Offensichtlich ist die Einsicht in die Zusammenhänge nicht bei jedem Kartell mit wenigen Anbietern vorhanden. Carlton/Perloff (1990, S. 212) berichten von dem Versuch der vier größten Pfefferproduzenten (Brasilien, lndien, Indonesien und Malaysia) mit über 95% Marktanteil, einen Minimalpreis für schwarzen Exportpfeffer zu vereinbaren, was nicht gelang, weil die Kartellmitglieder den Mindestpreis unterboten haben.Google Scholar
  106. 113.
    Man kann das mit Jacquemin/Slade (1989, S. 421; in Anlehnung an Stigler) auch etwas mathematischer ausdrücken: Wenn e die Wahrscheinlichkeit darstellt, mit der eine einzelne Preisunterbietung entdeckt wird (wobei die Wahrscheinlichkeit von der Anzahl der Preisunterbietungen unabhängig ist), und n Preisunterbietungen stattfinden, dann beträgt die Entdeckungswahrscheinlichkeit 1 - (1-Q)n.Google Scholar
  107. 114.
    Solche Preiskämpfe in Zeiten rückläufiger Nachfrage sind insbesondere auf Märkten mit weitgehend homogenen Massengütern zu beobachten, wie Zement, Chemiefasern und Düngemittel. Siehe hierzu Rall/Wied-Nebbeling (1977).Google Scholar
  108. 115.
    Siehe Hirshleifer (1988), S. 256.Google Scholar
  109. 116.
    Artikel: “Die Opec auf Hochtouren” von Thomas Breining, in der Stuttgarter Zeitung vom 16.9.1992, S. 15.Google Scholar
  110. 117.
    Siehe hierzu z.B. Tirole (1989), S. 241.Google Scholar
  111. 118.
    Siehe hierzu für den Zementmarkt Rall/Wied-Nebbeling (1977), S. 60 ff.Google Scholar
  112. 119.
    Außerdem wird durch die Überkapazitäten das Ziel der gemeinsamen Gewinnmaximierung verfehlt. Für eine eingehendere Darstellung siehe Stigler (1966), S. 243 f.Google Scholar
  113. 120.
    Diese Rolle spielte z.B. über einen nennenswerten Zeitraum hinweg General Electric auf dem amerikanischen Markt für Elektrische Ausrüstungen, (siehe Carlton/Perloff, 1990, S. 213ff., welche die Geschichte dieses Kartells ausführlich wiedergeben).Google Scholar
  114. 121.
    Die Darstellung ist an Carlton/Perloff (1990, S. 409) angelehnt; andere grafische Herleitungen, die zu demselben Ergebnis führen, finden sich z.B. in Scherer/Ross (1990), S. 379 und Hay/Morris (1991), S. 87. Eine ausführliche Lehrbuchdarstellung der Modelle von Sylos-Labini und Modigliani ist in Koutsoyiannis (1979), S. 305 ff. enthalten.Google Scholar
  115. 122.
    Siehe hierzu Bain (1956) oder die knappere Darstellung in Koutsoyiannis (1979), S. 294.Google Scholar
  116. 123.
    Wir haben in diesem Modell somit dieselbe Ausgangslage wie im dynamischen Cournot-Modell (vgl. Abschnitt 2.1.2), wo sich der neu hinzutretende Anbieter ebenfalls an der nicht abgedeckten Restnachfrage orientiert.Google Scholar
  117. 124.
    Eine mathematische Ableitung mit unterschiedlichen Betriebsgrößen wird in Hay/Morris (1991, S. 88) präsentiert.Google Scholar
  118. 125.
    Siehe hierzu z.B. Hay/Morris (1991), S. 89f.; Lyons (1988), S. 40 f.; Scherer/Ross (1990), S. 380.Google Scholar
  119. 126.
    Es sei nochmals an das Cournot-Modell in der dynamischen Form erinnert: Unter der Annahme, daß der erste auf dem Markt mit einem unveränderten Angebot des zweiten rechnet, schränkt er seine Menge ein, um ein neues kurzfristiges Gewinnmaximum zu erreichen.Google Scholar
  120. 127.
    In einer Befragung amerikanischer Unternehmen aus den 80er Jahren (Smiley, 1988) setzten nur 4% häufig einen Limit-Preis, um die Nachahmung neuer Produkte zu verhindern oder zu verlangsamen; 34% setzten gelegentlich einen Limit-Preis (Smiley, 1988, S. 174). Auf meine - ebenfalls auf neue Produkte gerichtete - Frage: “Ziehen Sie bei Preisüberlegungen die Konkurrenz in der Art mit ein, daß Sie den Marktpreis unter Umständen niedriger festlegen, als dies vom Markt her gesehen möglich wäre, um keine neuen Konkurrenten anzulocken?”, antworteten 1971 rund 23% der befragten Unternehmen mit ja und 1983 rund 19% (Wied-Nebbeling 1985, S. 148 und S. 138).Google Scholar
  121. 128.
    Zu eintrittsverhindernden Strategien gibt es eine breite Literatur, auf die nicht im einzelnen eingegangen werden kann. Wer sich näher mit der Literatur auseinandersetzen möchte, sei auf die Überblicksartikel von Geroski/Jacquemin (1984) und Vickers (1985) sowie auf die ausführliche Darstellung des Themenkreises in Scherer/Ross (1990), S. 380 ff. und die dort genannten Beiträge verwiesen. An interessanten neueren Beiträgen seien erwähnt: Bulow/Geanakopolos/Klemperer (1985), Gilbert (1989), Glazer (1985).Google Scholar
  122. 129.
    Diese lnvestition ist in der Regel mit sunk costs verbunden, d.h. mit Kosten, die sich beim Marktaustritt nicht mehr amortisieren lassen. Wenn die etablierten Firmen ihre Investition getätigt haben, spielen für ihr Marktverhalten nur noch die laufenden Kosten eine Rolle; der potentielle Eindringling dagegen muß bei seiner Entscheidung auch die sunk costs berücksichtigen.Google Scholar
  123. 130.
    Siehe Bulow/Geanakopolos/Klemperer (1985).Google Scholar
  124. 131.
    Siehe Lyons (1988), S. 49.Google Scholar
  125. 132.
    Es wird die übliche Annahme getroffen, daß sich die Preis-Absatzfunktion durch Werbeausgaben nach rechts verschiebt; ax/w > O.Google Scholar
  126. 133.
    Allerdings gilt nicht, daß das, was der eine verliert, dem anderen zukommt. Was die Gewinne anlangt, handelt es sich bei Oligopolen nicht um sogenannte “Nullsummenspiele”, bei denen die Summe lediglich umgeschichtet, aber niemals vergrößert werden kann.Google Scholar
  127. 134.
    Vgl. z.B. Carlton/Perloff (1990), S. 280 ff.; Holler/Illing (1993), S. 4; Krouse (1990), S. 290 ff. und (Scherer/Ross (1990), S. 208.Google Scholar
  128. 135.
    Daneben kann es weitere Spielregeln geben, in denen z.B. die zeitliche Abfolge der Züge festgalegt werden.Google Scholar
  129. 136.
    Siehe hierzu die kritische Stellungnahme von Fisher (1989). Tatsächlich gibt es (auch) in den Wirtschaftswissenschaften ausgesprochene Modewellen. So haben z.B. eine Zeitlang die Themen “Wachstum und Konjunktur” die makroökonomische Szene beherrscht. Innerhalb der Mikroökonomie waren in den 50er und 60er Jahren vor allem empirische Studien gefragt, während derzeit eine ausgeprägte (spiel-)theoretische Strömung vorherrscht (vgl. Shapiro, 1989b).Google Scholar
  130. 137.
    Siehe für einen Einstieg Pfähler/Wiese (1990a) und für eine ausführliche Darstellung zum Beispiel Holler/Illing (1993), Güith (1992b), Kreps (1990b) und Rasmusen (1990).Google Scholar
  131. 138.
    Siehe hierzu etwa Kreps (1990b), S. 10 ff. und Pfähler/Wiese (1990a), S. 52 f.Google Scholar
  132. 139.
    Für diejenigen, die den Begriff nicht kennen, sei die ursprüngliche Spielsituation kurz beschrieben (vgl. z.B. Varian 1991, S. 448 f.; Holler/Illing 1993, S. 1 f.): Zwei Männer, die zusammen ein Verbrechen begangen haben, das man ihnen jedoch nicht nachweisen kann, werden in separaten Zellen verhört. Jeder der beiden kann gestehen und damit den anderen verraten oder seine Teilnahme bestreiten. Gesteht einer der Gauner, kommt er selbst als Kronzeuge frei und der andere wird streng bestraft. Gesteht keiner, müssen beide wegen eines kleineren, nachweisbaren Verstoßes eine Zeitlang im Gefängnis bleiben. Gestehen beide, erhalten sie eine mittlere Strafdauer. Obwohl es für beide besser wäre, den Mund zu halten, werden beide aus Furcht vor dem Verrat des anderen und der damit verbundenen schweren Strafe gestehen.Google Scholar
  133. 140.
    Dieses Spiel wurde von Carlton/Perloff (1990), S. 285 f. übernommen.Google Scholar
  134. 141.
    Allerdings weisen nicht alle Spiele ein Nash-Gleichgewicht auf, während andere eine Vielzahl aufweisen. Der Gleichgewichtsbegriff wurde daher weiter verfeinert, wobei hier nicht auf Einzelheiten eingegangen werden soll (siehe hierzu etwa Güth, 1992b, S. 191 ff., Kreps, 1990b, S. 108 ff. und Fudenberg/Tirole, 1989, S. 272 ff.). Siehe auch Bernheim (1984).Google Scholar
  135. 142.
    Das Gleichgewicht (0,0) stellt deshalb kein Pareto-Optimum dar, weil die maximal zu erzielende Gewinnsumme (10) nicht ausgeschöpft wird.Google Scholar
  136. 143.
    Dabei müssen jedoch bei komplexeren Spielen Informationsverluste in Kauf genommen werden.Google Scholar
  137. 144.
    Das Modell ist an Holler/Illing (1993), S. 17 angelehnt. Ähnliche Darstellungen finden sich z.B. auch bei Varian (1991), S. 454 f. und Rasmusen (1990), S. 86 f.Google Scholar
  138. 145.
    Siehe hierzu z.B. Holler/Illing (1993), S. 81 ff.Google Scholar
  139. 146.
    Siehe hierzu Güth (1992a), S. 5 f.Google Scholar
  140. 147.
    Diese Definition wird in der Literatur nicht einhellig verwendet. Bei Rasmusen (1990), S. 104 kommt die Forderung hinzu, daß keine Abdiskontierung stattfindet, während Binmore (1992), S. 348 Stufenspiele mit unterschiedlichen Teilspielen als “Supergames” bezeichnet.Google Scholar
  141. 148.
    Siehe z.B. Dixon (1988); Hay/Morris (1991), S. 59 ff.; Kreps (1990a), S. 443 ff.; Pfähler/Wiese (1990b); Shapiro (1989a).Google Scholar
  142. 149.
    Vgl. Hay/Morris (1991), S. 61 f. und Holler/Illing (1993), S. 7 f.Google Scholar
  143. 150.
    Siehe hierzu: Carlton/Perloff (1990), S. 288 ff.; Shapiro (1989a), S. 357 ff.; Tirole (1989), S. 431 f.; Varian (1991), S. 449 f.Google Scholar
  144. 151.
    Denkbar wäre auch, daß einer der Anbieter mit einer Hochpreisstrategie dem anderen die Bereitschaft zur Kooperation signalisiert.Google Scholar
  145. 152.
    Oder, wie es Carlton/Perloff (1990, S. 291) trefflich ausdrücken: Die Drohung wahrzumachen würde bedeuten, die Scheune zu verschließen, nachdem das Pferd schon gestohlen ist.Google Scholar
  146. 153.
    Vgl. Shapiro (1989a), S. 360.Google Scholar
  147. 154.
    Hier sei nicht nur darauf verwiesen, daß in vielen oligopolistischen Branchen mehr verdient wird als der Unternehmerlohn und die normale Verzinsung des Eigenkapitals, sondern auch auf die Experimente von Axelrod (1984), der einen Wettbewerb mit spieltheoretischen Experten durchgeführt hat. Als vorherrschende Strategie erwies sich das “tit-for-tat”, also das “Wie Du mir, so ich Dir” (siehe unten). Für Experimente in Deutschland (Fortsetzung siehe folgende Seite) vgl. Güth (1992b), S. 89 und die dort genannte Literatur.Google Scholar
  148. 155.
    Vgl. Shapiro (1989a), S. 362f.Google Scholar
  149. 156.
    Die Darstellung lehnt sich an Shapiro (1989a), S. 362ff. an. Siehe auch Fudenberg/Tirole (1989), S. 278 ff.Google Scholar
  150. 157.
    Der Abzinsungsfaktor bei kontinuierlicher Verzinsung wird im allgemeinen definiert als: δ = e-T mit r als Zinssatz und T als Zeit zwischen zwei aufeinanderfolgenden Zeitpunkten. Zur Verdeutlichung: Wenn der Zinssatz 10% per anno beträgt und die Zeit zwischen zwei Spielstufen einen Monat (d.h. 1/12 Jahr), dann betrgt (abgerundet) δ = e-0,1.1/12 = 0,99. Google Scholar
  151. 158.
    Dabei wird ab Periode 1 zunächst Kooperation vorausgesetzt. Der Gewinn beläuft sich dann auf G(1 + δ + 62 + ...) = G/(1–6). Wenn ein Spieler abweicht, erzielt er in der einen Periode, in der er noch nicht bestraft wird, Gia und in den folgenden Perioden den Gewinn bei Bestrafung, nämlich: Gib(δ + δ2 + ...) = δG ib/(1-δ). Vgl. auch Tirole (1989), S. 432.Google Scholar
  152. 159.
    Es müßte schon ein sehr hoher Zinssatz und/oder eine sehr lange Zeitdauer zwischen den Spielstufen angenommen werden, damit δ einen Wert annimmt, der wesentlich unter 1 liegt. Vergehen zwischen zwei Zügen zwei Jahre und liegt der Zinssatz bei 20%, beträgt der Abzinsungsfaktor z.B. immer noch 0,67.Google Scholar
  153. 160.
    Siehe hierzu Shapiro (1989a), S. 370 f.Google Scholar
  154. 161.
    Bei Dyopolen mit Preissetzung und symmetrischer Marktaufteilung gilt dabei stets, daß der Diskontierungsfaktor δ ½ sein muß. Der Grund ist offensichtlich: Der Gewinn bei Abweichung ist stets doppelt so hoch wie der Gewinn bei einem gemeinsam festgelegten Preis oberhalb der Grenzkosten. Der Gewinn nach der Abweichung ist stets Null. Daraus ergibt sich aus Formel (IV.27): δ 1½. Für einen formalen Beweis siehe Tirole (1989), S. 246.Google Scholar
  155. 162.
    Die Bezeichnung Folk-Theorem geht auf Friedman (1971) zurück, da es keinem bestimmten Autor zugeschrieben werden kann. Für eine kurze Darstellung siehe Tirole (1989), S. 268 f.; für die Darstellung bezogen auf ein spezielles Spiel und für eine allgemeine Kritik an den Grundlagen des Folk-Theorems siehe Güth (1992b), S. 93 ff. Siehe auch Holler/Illing (1993), S. 147 ff.Google Scholar
  156. 163.
    Siehe hierzu Shapiro (1989a), S. 380 f., der sich auf einen unveröffentlichten Beitrag von J. Farell und E. Maskin bezieht.Google Scholar
  157. 164.
    Siehe hierzu und zum folgenden Maskin/Tirole (1988a), S. 552 ff.Google Scholar
  158. 165.
    Vgl. Tirole, 1989, S. 433 und ausführlicher Holler/Illing (1993), S. 46 ff.Google Scholar
  159. 166.
    Siehe für einen Überblick Fudenberg/Tirole (1989), S. 296 ff.; Tirole (1989), S. 432 ff.Google Scholar
  160. 167.
    Siehe Kreps et al. (1982) und Hay/Morris (1991), S. 71 f.Google Scholar
  161. 168.
    Eine weitere Möglichkeit, einen Preiskampf zu modellieren, bietet ein sequentielles Spiel wie das von Maskin/Tirole (1988b).Google Scholar
  162. 169.
    Vgl. Shapiro (1989a), S. 374 ff.Google Scholar
  163. 170.
    Die Bestimmung des zugehörigen Gleichgewichts würde hier zu weit gehen; siehe Shapiro (1989a), S. 375 f. und Green/Porter (1984). Von Abreu/Pearce/Stacchetti (1986) wurde hierzu ein sequentielles Spiel entwickelt.Google Scholar
  164. 171.
    Das erste (Mengen-)modell dieser Art stammt von Milgram/Roberts (1982), die jedoch eine Vielzahl von möglichen Gleichgewichten ermittelt haben. Vor allem ist es keineswegs sicher, daß ein Eintritt tatsächlich verhindert werden kann. Für eine einfachere Darstellung des Modells siehe Fudenberg/Tirole (1989), 308 ff.Google Scholar
  165. 172.
    Dies wurde von Kreps/Scheinkman (1983) hergeleitet. Für eine Kurzfassung und einen kritischen Kommentar siehe Shapiro (1989a), S. 350 f.Google Scholar
  166. 173.
    Siehe für eine kompakte Zusammenfassung Shapiro (1989a), S. 389 ff.Google Scholar
  167. 174.
    Siehe hierzu Dixon (1988), S. 145 ff.Google Scholar
  168. 175.
    Das Verhalten des Managements kann dabei durch ein entsprechendes Entlohnungssystem gelenkt werden; siehe hierzu Adolph (1992).Google Scholar
  169. 176.
    Denken Sie an unsere Ergebnisse aus IV.2.1: Der Gewinn eines Stackelbergführers ist gleich hoch wie derjenige bei gemeinsamer Gewinnmaximierung und einem Marktanteil von 50%. Folglich stellt sich eine Unternehmung bei gemeinsamer Gewinnmaximierung und einem Marktanteil über 50% besser als ein Stackelbergführer.Google Scholar
  170. 177.
    Es handelt sich hier um die bei der monopolistischen Konkurrenz bereits erwähnten Adress- oder Standortmodelle. Dabei wird das Spiel rekursiv gelöst, d.h. zuerst wird unter der Annahme gegebener Produkt “standorte” der gewinnmaximale Preis und dann erst der “Standort” bestimmt. Vgl. Tirole (1989), Kap. 7.Google Scholar
  171. 178.
    Horizontale Produktdifferenzierung bedeutet, daß die Konsumenten unterschiedliche Vorlieben für bestimmte Produkte hegen (wie im Gutenberg-Modell), ohne daß es objektiv ein “besseres” oder “schlechteres” Produkt gäbbe. Im Gegensatz dazu würden bei vertikal differenzierten Produkten alle Konsumenten das gleiche “beste” Produkt kaufen, wenn die Preise aller Produkte identisch ären.Google Scholar
  172. 179.
    Siehe z.B. Novshek (1980), Salant (1986).Google Scholar
  173. 180.
    Sutton (1990).Google Scholar
  174. 181.
    Dies ist der Titel des bereits erwähnten Beitrags von Franklin M. Fisher (1989). Siehe hierzu als Gegengewicht den Artikel von Shapiro (1989b).Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1994

Authors and Affiliations

  • Susanne Wied-Nebbeling
    • 1
  1. 1.Staatswissenschaftliches SeminarUniversität zu KölnKölnDeutschland

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