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Normative Vorstellungen und deren Auswirkungen in der Institution Schule

  • Karin MannewitzEmail author
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Zusammenfassung

Menschen werden zu dem gemacht, was sie sind, durch die Verhältnisse, wie andere sie und ihre Fähigkeiten definieren. Dadurch können Fähigkeiten zugeschrieben oder aberkannt werden, ohne dass Talente, Interessen, Motivationslagen überhaupt erhoben wurden. Den potenziellen Entwicklungsmöglichkeiten eines Menschen, der unter den Bedingungen von ausschließenden Zuschreibungen lernen soll, werden in diesem Zusammenspiel höchst wahrscheinlich keine adäquaten Entwicklungschancen angeboten. Entwicklung stagniert in einem von außen konstruierten Abhängigkeitsverhältnis des So-Seins und So-Bleiben-Müssens. Vorannahmen über Menschen sowie die damit verbundenen normativen Vorstellungen entscheiden darüber, wie Form und Inhalte der Vermittlung aufbereitet und ausgewählt werden. Es stellt sich vor diesem Hintergrund die Frage, was diese schulische Platzierung begünstigt oder die Ursache für die damit verbundene selektive Vorgehensweise ist.

Schlüsselwörter

Differenzordnungen Funktion von Schule Kooperation Platzierung/Positionierung Etikettierung Differenzverhältnisse Radikale Differenz 

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Authors and Affiliations

  1. 1.Technische Universität DresdenDresdenDeutschland

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