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Multikulturalismus — ein umstrittenes Konzept

Chapter
Part of the Reihe: Interkulturelle Studien book series (IKS, volume 12)

Zusammenfassung

Multikulturalismus ist nicht nur zu einem Modethema geworden, sondern auch zunehmend zu einem Leitbegriff, mit dem die modernen Einwanderungsgesellschaften charakterisiert werden. Auffallend ist, dass der Begriff in den Sozial- und Kulturwissenschaften durchaus auch inflationär gebraucht wird. Dabei handelt es sich vielfach, so erhält man bei näherer Betrachtung den Eindruck, um einen schillernden Begriff. Es ist oft nicht klar, worauf man sich bei der Beschreibung der Multikulturalität bezieht. Geht es darum, kulturelle Lebenswelten von Menschen zu rekonstruieren? Oder arbeitet man eher mit einem vorgängig definierten Programm normativer Festlegungen? Wenn die zweite Überlegung stimmen sollte, stellt sich die Frage, welcher Erkenntnisgewinn dann überhaupt noch über das Themenfeld „Multikulturalität“ erzielt werden kann. Unabhängig davon bleibt es auf jeden Fall erklärungsbedürftig, warum „Multikulturalismus“ bzw. „Kultur“ überhaupt in den (post)modemen Gesellschaften als eine relevante Beobachterkategorie vermehrt in Erscheinung tritt. Was wird damit gemeint, wenn eine moderne Gesellschaft als multikulturell bezeichnet wird? Welche Differenzen werden bei der Bezeichnung „multikulturell“ beobachtet? Welche Erkenntnisse hat man dann gewonnen? Kann eigentlich eine demokratisch verfasste Gesellschaft nicht multikulturell sein? Diese und ähnliche Fragen und Aspekte sind es, die im Multikulturalismusdiskurs eine Rolle spielen.

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