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Untersuchungsdesign und methodisches Vorgehen

  • Volker Greger
  • Jens Tenscher
Part of the Schriftenreihe Medienforschung der Landesanstalt für Rundfunk Nordrhein-Westfalen book series (LAMNRW, volume 41)

Zusammenfassung

Die nachfolgenden Beiträge nutzen ein umfangreiches Repertoire unterschiedlicher methodischer Zugänge und analytischer Verfahren, um den verschiedenen Facetten und Perspektiven der übergreifenden Fragestellungen empirisch gerecht zu werden. Dabei kommen qualitative und quantitative Verfahren, erprobte und innovative analytische Zugänge zum Einsatz. Ziel dieses Beitrages ist es, das die Teilstudien verbindende Untersuchungsdesign zu skizzieren, die jeweiligen analytischen Kategorien und methodischen Zugänge allgemein zu erläutern sowie die Material- und Datenbasis zusammenfassend vorzustellen.

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Literatur

  1. 1.
    An dieser Stelle wird der funktionsbezogene Terminus „Politikvermittlungsexperte“dem populären, doch weiterhin schwammigen Begriff des „Spin Doctors“vorgezogen (vgl. Esser et al. 2001) Werden Pressesprecher, Wahlkampfmanager und Werbeberater unison als Spin Doctors bezeichnet, so scheint dies eher deren unterschiedliche Funktionen und Rollen im Wahlkampf zu kaschieren, als dass es zu einer analytisch notwendigen Differenzierung beitrüge.Google Scholar
  2. 2.
    In den vergangenen (Bundestags-)Wahlkämpfen haben die Medien jedoch immer wieder die Wahlkampfstrategien und -kampagnen der Parteien selbst sowie die von ihnen beauftragten Wahlkampfexperten zum Gegenstand ihrer Berichterstattung gemacht. Diese Metakommunikation hilft zweifelsohne, zumindest kurzfristig Aufmerksamkeit auf die Kampagnen zu lenken. Inwieweit sich dadurch die generelle Zugkraft von Wahlkämpfen verändert, muss (noch) offen bleiben.Google Scholar
  3. 3.
    Da die zur Verfügung gestellten Wahlkampfdokumente sich stark in Quantität, Qualität und Aussagekraft unterschieden, konnten diese nicht inhaltsanalytisch-systematisch, jedoch als ergänzende Informations quelle zielgerichtet-kursorisch ausgewertet werden.Google Scholar
  4. 4.
    Der Generalsekretär der nordrhein-westfälischen CDU, Herbert Reul, hatte im Wahlkampf eine Doppelrolle inne: Er kandidierte um einen Platz im Landtag und fungierte zugleich als zentraler Wahlkampfmanager der CDU. Als langjähriges Mitglied des Landtages wurde er der Gruppe der Politiker und nicht der Politikvermittlungsexperten zugeordnet.Google Scholar
  5. 5.
    Tatsächlich wurden 37 Akteure in 36 Interviews befragt, da sich an dem Leitfadengespräch mit dem Wahlkampfmanager der PDS, entgegen der Vorabsprache, auch deren Pressesprecher beteiligte. Um Verzerrungen zugunsten der PDS auszuschließen, wurden diese beiden Akteure jedoch in der Auswertung als ein Politikvermittlungsexperte behandelt.Google Scholar
  6. 6.
    Zu den vier Personen, die trotz mehrfachen Nachfragens zu einem Interview weder vor noch nach der Wahl zur Verfügung standen, gehörten leider auch die beiden Spitzenkandidaten von SPD und CDU, Wolfgang Clement und Jürgen Rüttgers, sowie zwei Journalisten. Es sei an dieser Stelle jedoch allen Befragten nachdrücklich für ihre außergewöhnliche Bereitschaft gedankt, sich mitten in der „heißen“ Wahlkampfphase einem Interview zur Verfügung zu stellen und dabei auch Einblicke „hinter die Kulissen“politisch-medialer Interaktionen zu gewähren.Google Scholar
  7. 7.
    Aus diesem Grund sind in allen Beiträgen Zitate von Befragten anonymisiert worden, so dass diese keinem Akteur direkt zuzuordnen sind. Zur Analyse wurden den einzelnen Interviewpartnern Identifikationscodes zugewiesen, die sich jeweils aus der Gruppenzugehörigkeit (Politiker = Pol, Politikvermittlungsexperten = PV, Journalisten = Jou) und einer eindeutigen Ziffer ergeben. Darüber hinaus wird jeweils die Textstelle durch Angabe der Zeilen in den Transkripten angezeigt. So verweist z.B. die Kennzeichnung „Pol5 64–70“auf ein Zitat des im gesamten Band als Pol5 bezeichneten Politikers, das in dessen Gesprächstranskript in den Zeilen 64 bis 70 zu finden ist.Google Scholar
  8. 8.
    Im Einzelnen waren dies folgende elf Hauptkategorien: Wahlkampfspezifika, Wahlkampforganisation, Wahlkampfstrategien, Zentrale Botschaften, Themenmanagement, Image Building, Interaktion mit Bürgern/Wählern/Partei, Interaktion Politiker/Journalisten, Gegnerbeobachtung, Meinungsumfragen, Theatermetapher. Allen Haupt- und Unterkategorien (einschließlich der ca. 400 Codes) konnte zudem ein Bewertungscode zugewiesen werden (vgl. Kategorienschema Leitfadengespräche im Anhang).Google Scholar
  9. 9.
    Es sei an dieser Stelle ausdrücklich den wissenschaftlichen Hilfskräften Sandra Höfer, Cathrin Hoffmann, Isabelle Knerr, Nadine Ohlsen, Alexander Geisler, Marcus Menzel und Hans-Peter Wolter für ihre äußerst engagierte Mitarbeit bei der Codierung der Interviews gedankt.Google Scholar
  10. 10.
    Die Image-Codierung der Kandidaten erfolgte mittels siebenstufiger semantischer Differenziale für folgende personenbezogenen Eigenschaften: fachliche Kompetenz, Erfolg und Nutzen, Weitsicht, Tatkraft und Entscheidungsfahigkeit, Geschick und Stärke, Integrität, Vertrauenswürdigkeit, Ehrlichkeit, Verantwortung und Pflichtbewusstsein, Anstand und Fairness, Grundsatztreue, Sympathie sowie sonstige persönliche Merkmale. Die Codierung der Images von Parteien bezog sich auf die Variablen Kompetenz, Erfolg und Nutzen, Geschlossenheit, Glaubwürdigkeit sowie sonstige positive oder negative wertende Urteile.Google Scholar
  11. 11.
    Hierbei konnten beispielsweise für die Themenaspekte Koeffizienten von über 0,9 erreicht werden (die Berechnung erfolgte nach Früh 1998: 170). Selbst bei den vergleichsweise schwierig zu handhabenden Imagevariablen ergaben sich Werte von über 0,8.Google Scholar
  12. 12.
    Insgesamt erfüllten ca. 25 Sendungen dieses Kriterium für den genannten Untersuchungszeitraum. Bei den nicht untersuchten Sendungen handelte es sich entweder um politische Diskussions- und Interviewsendungen oder um politische Talkshows (zur Unterscheidung vgl. Tenscher 1999). Ohne diesen Auswahlschritt hätte die Analyse der Sendungen zu einem ungewollten Ungleichgewicht der drei Formate geführt.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2002

Authors and Affiliations

  • Volker Greger
  • Jens Tenscher

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