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Zinsen und Wucher. Das kirchliche Zinsverbot und die Hindernisse auf dem Weg zu seiner Korrektur

  • Andreas Michael Weiß

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References

  1. 1.
    Kerber, Walter, Zins, in: Lexikon der Wirtschaftsethik, hg v Georges Enderle, Freiburg iBr/Basel/Wien 1993, 1339–1343, 1339.Google Scholar
  2. 2.
    Kyrer, Alfred/ Penker, Walter, Volkswirtschaftslehre. Grundzüge der Wirtschaftstheorie und-politik, München-Wien6 2000, 98.Google Scholar
  3. 3.
    Gertz, Jan Christian, Zins II. Altes und Neues Testament, in: Theologische Realenzyklopädie [= TRE], hg von Gerhard Müller, Bd 37, Berlin/New York 2004, 672–674, 672.Google Scholar
  4. 4.
  5. 5.
    Sprandel, Rolf, Zins IV. Kirchengeschichtlich, in: TRE, Bd 37, 681–687, 681f. Zur Rezeption dieser Kategorie aus dem römischen Recht im 12. Jh vgl Noonan, John T. Jr., The Scholastic Analysis of Usury, London 1957, 39-41.Google Scholar
  6. 6.
    Ecclesia Catholica, Katechismus der Katholischen Kirche, München ua 1993. An zwei Stellen werden Formen von Ausbeutung als wucherisch verurteilt: Im Zusammenhang mit Hungersnöten werden „wucherische und profitgierige Geschäfte“ genannt (Nr 2269). In Anspielung auf die Verschuldung von Entwicklungsländern ist von „wucherischen“ Finanzsystemen die Rede (Nr 2438).Google Scholar
  7. 8.
    Ebd Nr 2449.Google Scholar
  8. 9.
    John T. Noonan Jr., Die Autoritätsbeweise in Fragen des Wuchers und der Empfängnisverhü tung, in: Diakonia 1 (1966) 79–106, 80f.Google Scholar
  9. 10.
    J. T. Noonan Jr., The Scholastic Analysis of Usury (Anm 5), 33: „The definition of usury as ‘whatever is added to the principal‚, combined with the use of the criterion of intention, led directly to the doctrine that no loan might ever be made in the same spirit as other business transactions. A loan had to be made with the hope of getting nothing back beyond the sum loaned.“Google Scholar
  10. 11.
    Ebd 32: „It must be clearly understood that there is no scholastic opposition to profit as such. It is only profit on a loan that is condemned.“ Vgl Groethuysen, Bernhard, Die Entstehung der bürgerlichen Welt-und Lebensanschauung in Frankreich, Bd vn2: Die Sozial-lehren der katholischen Kirche und das Bürgertum (stw 256), Frankfurt aM 1978, 158f.Google Scholar
  11. 12.
    Vgl J. T. Noonan.Jr., The Scholastic Analysis of Usury (Anm 5), 11–20; R. Sprandel, Zins (Anm 5), 682f.Google Scholar
  12. 13.
    Am Konzil von Nicäa 325 verwies man auf Ps 14,5. Die Synode von Paris 829 zitierte außerdem Ex 22,25; Lev 25,35-37; Dtn 15,7-10; Am 8,4-6; Ez 18,8; vgl dazu J. T. Noonan Jr., The Scholastic Analysis of Usury (Anm 5), 15f.Google Scholar
  13. 14.
    Ebd 19f. Bemerkenswert ist, wie sehr man in der Frage des Zinsverbotes in einem ethischen Partikularismus befangen blieb. Sobald es sich um Fremde oder Menschen mit anderer Religionszugehörigkeit handelte, wurden die verbotenen Geschäfte wieder als zulässig erachtet bis dahin, dass man über Dreiecksgeschäfte mit Glaubensbrüdern einen Juden oder umgekehrt einen Christen als Vermittler einbezog. Vgl dazu Mutius, Hans Georg von, Zins III/1. Judentum — Halacha, in: TRE, Bd 37, 675-677, 676f.Google Scholar
  14. 15.
    J. T. Noonan Jr., Die Autoritätsbeweise (Anm 9), 89.Google Scholar
  15. 16.
    J. T. Noonan Jr., The Scholastic Analysis of Usury (Anm 5), 20.Google Scholar
  16. 17.
    Vgl ebd 21–37.Google Scholar
  17. 18.
    Ebd 3: „This effort to build a moral code on rational grounds is peculiarly characteristic of Catholic theology, in which no moral command, save some concerning sacraments, stands only on the basis of divine fiat or divine revelation. The Catholic moral theologians have appealed to the natural law, as well as to the divine law, and in scholastic theology there has been an immense interest in showing the rational basis for the duty commanded by God.“Google Scholar
  18. 19.
  19. 20.
    R. Sprandel, Zins (Anm 5), 682. Aristoteles ist also keineswegs als Basis des kirchlichen Zinsverbotes zu sehen. sondern als ein sekundäres Argument. So auch J. T. Noonan Jr., The Scholastic Analysis of Usury (Anm 5), 12. Das Argument von der Unfruchtbarkeit des Geldes taucht allerdings schon früher auf in einem Text aus dem 5. Jh, der irrtümlich Johannes Chrysostomus zugeschrieben wurde. Vgl ebd 38f.Google Scholar
  20. 21.
  21. 22.
    Ebd 51–57.Google Scholar
  22. 23.
    Ebd 43–44 u 58. R. Sprandel, Zins (Anm 5) 683.Google Scholar
  23. 24.
    J. T. Noonan Jr., The Scholastic Analysis of Usury (Anm 5), 82–99.Google Scholar
  24. 25.
  25. 26.
    Ebd 199–362.Google Scholar
  26. 27.
    Markham, Ian, Zins V. Ethisch, in: TRE, Bd 37, 687–691, 689 verweist auf die Enzyklika Vix pervenit von 1745, in der unbestimmt von „vielen Gelegenheiten“ zur Rückzahlung eines hö heren Betrages die Rede ist. Im 19. Jh wurden Anfragen über die zulässige Zinshöhe vom Apostolischen Stuhl positiv beantwortet, womit das Zinsnehmen implizit anerkannt wurde.Google Scholar
  27. 29.
    Vgl Schlagnitweit, Markus, Der Kapitalismus zwischen Freispruch und Verdammung. Der ö sterreichische Sozialhirtenbrief van 1925 im Spannungsfeld von Realität und Utopie, Wien/Salzburg 1995, 265–269: Der Streit um das kanonische Zinsverbot spielte in der Zwischenkriegszeit des 20. Jhs eine Rolle in der Auseinandersetzung der katholischen Soziallehre mit dem Kapitalismus. Geld fruchtbar zu machen wurde von den Kritikern des Kapitalismus gerade als einer seiner Wesenszüge betrachtet. „Kapitalismus“ galt manchen als Synonym für „Zinswirtschaft“.Google Scholar
  28. 30.
    W. Kerber, Zins (Anm 1), 1343; Wiemeyer, Joachim, Zins, in: Lexikon für Theologie und Kirche, hg v Walter Kasper ua, Bd 10, Freiburg3 ua 2001, 1459-1461, 1460f. Gegen die heute im Rahmen der Globalisierungskritik oft reflexartig geäußerte Kritik an den internationalen Finanzmärkten machen beispielsweise die Wirtschaftswissenschafter Raghuram Govind Rajan und Luigi Zingales auf die Bedeutung freier Finanzmärkte gerade auch für ärmere Bevölkerungs-schichten in wenig entwickelten Ländern aufmerksam. Wo sie fehlen, seien gerade die Armen lokalen Geldverleiher ausgeliefert und gegen deren Wucherzinsen wehrlos. Einschrä nkungen von Finanzmärkten nützen nach Rajan und Zingales am ehesten denen, die bereits etabliert sind, und helfen ihnen, unliebsame Konkurrenz auszuschalten: Rajan, Raghuram Govind/Zingales, Luigi, Saving capitalism from the capitalists. Unleashing the power of financial markets to create wealth and spread opportunity, London 2003. Zur Globalisierung auch: Hagel, Joachim, Was zählt ein Mensch in der Weltwirtschaft? Eine Reflexion zu Fragen der Globalisierung, in: List Forum für Wirtschafts-und Finanzpolitik 27 (2001) 286-303.Google Scholar
  29. 31.
    Die Unterscheidung von deskriptiver Ethik, normativer Ethik und Metaethik stellt eine geläufige Einteilung der Aufgaben bzw Disziplinen der Ethik dar. Dabei ist deskriptive Ethik nicht genuine Aufgabe der Ethik, wohl aber eine Voraussetzung ihrer Überlegungen. Vgl Quante, Michael, Einführung in die Allgemeine Ethik, Darmstadt 2003, 16–19.Google Scholar
  30. 32.
    Hare, Richard M., Universalisability, in: PAS 55 (1954/55) 195–312; ders, Die Sprache der Moral, Frankfurt aM 1983, bes 25-28.Google Scholar
  31. 33.
    Vgl zur Beurteilung aus heutiger Sicht das Themenheft der SaThZ 8 (2004) H 2: „800 Jahre 4. Kreuzzug und die Orthodoxen Kirchen“.Google Scholar
  32. 34.
    Vgl zum kirchlichen Umgang mit Geschichte Halbmayr, Alois, Was gehört ins kirchliche Gedä chtnis?, in: SaThZ 8 (2004) 194–198.Google Scholar
  33. 35.
    Diese Sichtweise der Universalisierbarkeit moralischer Urteile setzt nicht notwendig eine bestimmte metaethische Position zur Wahrheitsfähigkeit moralischer Urteile voraus. Die Moraltheologie beinhaltet hier eine kognitivistische Position. An der Universalisierbarkeit als notwendiges Merkmal moralischer Sprache halten aber auch andere metaethische Positionen fest. Die Alternative zum Anspruch universaler ethischer Urteile ware eine normativ-ethischer Relativismus, nach dem die in einer Zeit und einem bestimmten Kontext jeweils geltenden moralischen Normen zugleich auch moralisch richtig sind. Die Bestreitung dieser Position beinhaltet aber nicht notwendig auch den Anspruch, unsere heutige Sichtweise sei schon die universal gültige. Universalisierbarkeit von Normen meint nur, dass wir unsere Urteile so verstehen, dass sie universal gelten, falls sie richtig sind. Ein Irrtum ist nicht ausgeschlossen. Aber man kann sich nicht damit zufrieden geben, wenn von zwei widersprüchlichen Urteilen unter denselben Rahmenbedingungen gleichermaßen behauptet wird, sie seien gut begründet. Vgl M. Quante, Einführung in die Allgemeine Ethik (Anm 31) 151–155; Rippe, Klaus-Peter, Ethischer Relativismus, München/Wien/Zürich 1993.Google Scholar
  34. 36.
    In diesem Sinn kann man Normen und ihre sprachliche Formulierung, also die normativen Sätze unterscheiden. „Norm“ meint dann das richtige moralische Urteil, das zu formulieren und zu begründen Aufgabe normativer Ethik ist. Sprachliche Formulierungen geben diese Norm unterschiedlich präzise wieder. Hä ufig ist dann ein „Normenwandel“ eigentlich die Korrektur, die Präzisierung des normativen Satzes, also der sprachlichen Formulierung.Vgl dazu Wolbert, Werner, Wege und Umwege einer ethischen Normierungstheorie, in: Wilhelm Ernst (Hg), Grundlagen und Probleme der heutigen Moraltheologie, Leipzig/Würzburg 1989, 75–93, 78 u 80.Google Scholar
  35. 37.
    Hilgenreiner, Karl, Zins, in: Lexikon für Theologie und Kirche, hg v Josef Höffner/ Karl Rahner, Bd 10, Freiburg iBr2 1965, 1374–1376, 1375. Zum CIC 1917 vgl Anm 28.Google Scholar
  36. 38.
    J. Wiemeyer, Zins (Anm 30), 1460; vgl W. Kerber, Zins (Anm 1), 1341.Google Scholar
  37. 39.
    J. Ch. Gertz, Zins (Anm 3), 672.Google Scholar
  38. 40.
    Ebd; vgl R. Sprandel, Zins (Anm 5), 684f.Google Scholar
  39. 41.
    Für das Mittelalter hält Noonan fest, das Verbot habe sich trotz mancher theoretischer Inkonsistenzen in beschränktem Ausmaß positiv ausgewirkt: „It [the usury rule] worked in providing some moral guide to conscientious investors prepared to extend credit to the poor, to businessmen, or to landholders. On a straight consumption loan to a needy person the rule made it difficult for a scrupulous man to seek anything but the most limited compensatory interest.“ J. T. Noonan Jr., The Scholastic Analysis of Usury (Anm 5), 195. Es gab allerdings schon in der Antike Investitionskredite, wie die Kredite für den Seehandel. Sie waren besonders riskant, ermö glichten einträgliche Geschäfte des Kreditnehmers, fielen aber auch unter das Zinsverbot. R. Sprandel, Zins (Anm 5), 684f.Google Scholar
  40. 42.
    Toch, Michael, kins III/2. Judentum — Geschichtlich (Mittelalter), in: TRE, Bd 37, 677–681, 678f.Google Scholar
  41. 43.
    Liquidität bezeichnet „die Fähigkeit eines Wirtschaftssubjekts, jederzeit seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können. Sie setzt voraus, daß ein Wirtschaftssubjekt Vermö genstitel besitzt, die in Form von Bargeld, Giralgeld, Geldsurrogaten... oder Vermögensanlagen... gehalten werden oder jederzeit über einen Kredit verfügen kann.“ A. Kyrer/ W. Penker, Volkswirtschaftslehre (Anm 2), 98.Google Scholar
  42. 44.
    M. Toch, Zins (Anm 42), 679; R. Sprandel, Zins (Anm 5), 685. Juden waren bekanntlich nicht die einzige Gruppe, bei der Geldverleihen gegen Zinsen geduldet wurde. Als größere Gruppen werden etwa auch die so genannten Lombarden und Kawertschen genannt.Google Scholar
  43. 45.
    Nach Noonan lässt sich das Zinsverbot auch für das frühe Mittelalter nicht in einer direkten Kausalität mit ökonomischen Faktoren erklären. J. T. Noonan Jr., The Scholastic Analysis of Usury (Anm 5), 12f.Google Scholar
  44. 46.
    R. Sprandel, Zins (Anm 5), 683f. Vgl Heribert Holzapfel, Die Anfange der Montes Pietatis (1462-1515), München 1903; zu den Streitigkeiten um die moralische Rechtfertigung dieser Einrichtungen angesichts des Zinsverbotes vgl ebd 104-135; Weber, Wilhelm, Wirtschaftsethik am Vorabend des Liberalismus. Höhepunkt und Abschluß der scholastischen Wirtschaftsbetrachtung durch Ludwig Molina SJ (1535-16OO), Münster 1959, 157ff.Google Scholar
  45. 47.
    W. Weber, Wirtschaftsethik (Am 46), 148: „Dadurch erschöpfte sich die einzige Mö glichkeit, den geänderten Verhältnissen Rechnung zu tragen, in dem Bemühen, die äuß eren Zinstitel, die eine Mehrvergütung rechtfertigten, immer breiter auszuwalzen.“ J. T. Noonan Jr., The Scholastic Analysis of Usury (Anm 5), 194.Google Scholar
  46. 48.
    W. Weber, Wirtschaftsethik (Anm 46), 153. J. T. Noonan Jr., The Scholastic Analysis of Usury (Anm 5), 100-195.Google Scholar
  47. 49.
    W. Weber. Wirtschaftsethik ( Anm 46). 156.Google Scholar
  48. 50.
    J. T. Noonan Jr., The Scholastic Analysis of Usury (Anm 5), 201.Google Scholar
  49. 51.
  50. 52.
    Ebd 354; vgl 353-355, 378-382, 388, 391.Google Scholar
  51. 53.
    So etwa Gury, Joanne Petro, Theologia Moralis, Ratisbonae 1868, 389: „Etenim S. Sedes saepius interrogata ultimis hisce temporibus, utrum deneganda foret absolutio iis, qui lucrum lege permissum accipiunt absque ullo alio titulo, semper respondit: Non sunt inquietandi, donec S. Sedes aliquid circa hoc definiverit. Ergo concludere licet ex praefatis responsis, sententiam legi consentaneum esse saltem probabilem.“ Entsprechenden Aussagen Roms seit 1830 werden bei Gury J. T. Noonan Jr., The Scholastic Analysis of Usury (Anm 5) 395f angeführt. Vgl J. T. Noonan Jr., The Scholastic Analysis of Usury (Anm 5), 378-382.Google Scholar
  52. 54.
    J. P. Gury, Theologia Moralis (Anm 53), 389: „Ergo, posita lege, lucrum ex mutuo perceptum non jam vi mutui seu immediate ex mutuo percipitur, sed mediate tantum ex mera mutui occasione provenit; statutum enim principis mutuo mere extrinsecum est.“Google Scholar
  53. 55.
    B. Groethuysen (Anm 11), 162.Google Scholar
  54. 56.
  55. 57.
  56. 58.
    J. T. Noonan Jr., The Scholastic Analysis of Usury (Anm 5), 195.Google Scholar
  57. 59.
    M. Toch, Zins (Anm 43), 678f.Google Scholar
  58. 60.
  59. 61.
    J. T. Noonan Jr., Die Autoritatsbeweise (Anm 9), 98; ders, The Scholastic Analysis of Usury (Anm 5), 195.Google Scholar
  60. 62.
    Ebd 36: „The usury law was primarily a spiritual matter, and if the Church hoped that society and the State would endeavor to suppress public usury, still she relied on spiritual means for its real control. The theologians knew as well as the economic historians that a thousand disguises for usury existed, yet the Church chose to use the extreme spiritual penalty only against flagrant violation. But all the hidden usury was still a mortal sin, and the ultimate punishment of damnation still awaited all hidden usurers.“Google Scholar
  61. 63.
  62. 64.
    W. Kerber, Zins (Anm 1), 1341f.Google Scholar
  63. 65.
    Vgl Ulrich van Suntum, Die unsichtbare Hand. Ökonomisches Denken gestern und heute, Berlin2 ua 2001, 66–79. Ebd 73 meint van Suntum: „Eine wirklich befriedigende Kapital-und Zinstheorie ist dennoch nicht dabei herausgekommen; sie harrt noch immer des künftigen Nobelpreisträgers, der sie einst entwickeln wird.“Google Scholar
  64. 66.
    W. Weber, Wirtschaftsethik (Anm 46), 145.Google Scholar
  65. 67.
  66. 68.
    Zitiert nach ebd 145f.Google Scholar
  67. 69.
  68. 70.
  69. 71.
  70. 72.
    Vgl J. P. Gury, Theologia Moralis (Anm 53), 390, Nr 866.Google Scholar
  71. 73.
    ebd 385, Nr 853: „Usura percepta vi mutui in re primo usu consumptibili, ut in vino, tritico etc., est prosus illicita. Ratio est, quia usus talis rei non est pretio aestimabilis independenter a re ipsa mutuata; res autem illa solum titulum praebet ad rei similis restitutionem nec est permanens usus, qui pretio aequivalere possit.“Google Scholar
  72. 74.
    Frankena, William K., Analytische Ethik. Eine Einführung, München5 1994, 32–37; Schüller, Bruno, Die Begründung sittlicher Urteile. Typen ethischer Argumentation in der Moraltheologie, Düsseldorf2 1980, 282-298; Ginters, Rudolf, Typen ethischer Argumentation. Zur Begründung sittlicher Normen, Düsseldorf 1976.Google Scholar
  73. 75.
    Peter Koslowski, Politik und Ökonomie bei Aristoteles, Tübingen3 1993, 63–66.Google Scholar
  74. 76.
    B. Groethuysen (Anm 11), 165.Google Scholar
  75. 77.
  76. 78.
    B. Schüller, Begründung sittlicher Urteile (Anm 74), 177–181.Google Scholar
  77. 79.
    J. P. Gury, Theologia Moralis (Anm 53), 385.Google Scholar
  78. 80.
    K. Hilgenreiner, Zins (Anm 37), 1375.Google Scholar
  79. 81.
    Hörmann, Karl, Zuwachs, in: ders (Hg), Lexikon der christlichen Moral, Innsbruck 21976, 1746–1756, 1749.Google Scholar
  80. 82.
  81. 83.
  82. 84.
    J. Wiemeyer, Zins (Anm 30), 1460.Google Scholar
  83. 86.
    Andere Beispiele für das Aufgeben einer deontologischen Argumentationsfigur sind das Verbot der Organspende eines Lebenden als Widerspruch zum Totalitätsprinzip (Gott habe die Organe ausschließlich zum Gebrauch im eigenen Körper vorgesehen), das Verbot der Notlüge als Widerspruch zur Natur der Sprache oder die frü here Erlaubnis der Todesstrafe aufgrund der in diesem Fall als gegeben angenommenen göttlichen Ermächtigung. Zur Todesstrafe vgl Wolbert, Werner, Du sollst nicht töten. Systematische Überlegungen zum Tötungsverbot (Studien zur theologischen Ethik 87), Freiburg iUe/Freiburg iBr 2000, 37–61.Google Scholar
  84. 87.
    J. T. Noonan Jr., The Scholastic Analysis of Usury (Anm 5), 3.Google Scholar
  85. 88.
    Vgl folgende Textausschnitte bei B. Groethuysen (Anm 11), 163: „Mögen es mir die Philosophennicht verargen, wenn ich in bezug auf das Zinsdarlehen mit mäßigem Zinsfuß nicht allzusehr auf das Urteil der Vernunft gebe.“ „Der kürzeste und sicherste Weg ist der, dern Glauben zu folgen.“Google Scholar
  86. 89.
  87. 90.
    R. Ginters, Typen ethischer Argumentation (Anm 74), 32.Google Scholar
  88. 92.
    B. Groethuysen (Anm 11), 165; vgl auch: „Es steht uns nicht zu, an den Anordnungen Gottes herumzudeuten. Ihm kommt es zu, uns Gesetze vorzuschreiben; uns bleibt nur der Ruhm des Gehorsams.“ (ebd 163). „Sowie er spricht, sowie er ein Verbot erläßt, müssen die Menschen, müssen die Völker in Ehrfurcht auf ihn hören und ihm gehorchen.“ „Man gehorcht oder man hört auf, ein Christ zu sein.“ (ebd 166).Google Scholar
  89. 93.
    B. Schüller, Begründung sittlicher Urteile (Anm 74), 226.Google Scholar
  90. 94.
  91. 95.
    Eugen von Böhm-Bawerk hat wichtige Beiträge zur Zinstheorie geleistet. Am Ende seines ersten Buches über Kapitalzinstheorien merkt er an: „Das Element, das mir die volle Wahrheit zu vermitteln scheint, sei hier noch kurz genannt: es ist der Einfluss der Zeit auf die menschliche Werthschätzung der Güter.“ Böhm-Bawerk, Eugen von, Kapital und Kapitalzins 1. Geschichte und Kritik der Kapitalzins-Theorien, Innsbruck 1884, 495. Im zweiten Buch über die Theorie des Kapitals führt er diese Theorie aus. Mit seiner Begründung von Zinsen wurde er zum Begründer der österreichischen Kapitaltheorie: Investitionen in Maschinen erhöhen die Produktivität. Investitionen benötigen Kapital, weil der Ertrag erst später kommt. Zinsen sind dann nicht der Preis des Geldes, sondern der Preis für die Zeit, in der der Konsum zugunsten eines späteren Ertrages verschoben wird: „Gegenwä rtige Güter sind in aller Regel mehr werth als künftige Güter gleicher Art und Zahl. Dieser Satz ist der Kern-und Mittelpunkt der Zinstheorie, die ich vorzutragen habe.“ Ders, Kapital und Kapitalzins 2. Positive Theorie des Kapitals, Innsbruck 1889, 248. Vgl dazu U. v Suntum, Die unsichtbare Hand (Anm 65), 71 f.Google Scholar
  92. 96.
    J. T. Noonan Jr., The Scholastic Analysis of Usury (Anm 5), 42–44.Google Scholar
  93. 97.
    Vgl B. Schüller, Begründung sittlicher Urteile (Anm 74), 236–263; W. Wolbert, Du sollstnicht töten (Anm 86), 13-18.Google Scholar
  94. 98.
    Ebd 16; vgl B. Schüller, Begründung sittlicher Urteile (Anm 74), 251.Google Scholar
  95. 99.
    J. T. Noonan Jr., The Scholastic Analysis of Usury (Anm 5), 27Google Scholar
  96. 100.
    B. Schüller, Begründung sittlicher Urteile (Anm 74), 225.Google Scholar
  97. 101.
    Schließlich waren Theologen mit der Androhung erheblicher Sanktionen konfrontiert. Das Konzil von Vienne 1311 hatte entschieden, wer behaupte, Wucher sei keine Sünde, der sei als Häretiker zu behandeln. R. Sprandel, Zins (Anm 5), 682.Google Scholar
  98. 102.
    J. T. Noonan Jr., The Scholastic Analysis of Usury (Anm 5), 195.Google Scholar
  99. 103.
    Häring, Bernhard, Frei in Christus. Moraltheologie für die Praxis des christlichen Lebens, Bd 3, Freiburg iBr2 1981, 338: „Allzu lange bedrohten Strafsanktionen nicht nur jene, die auf Zins ausliehen, sondern vor allem Theologen und Kanonisten, die es wagen sollten, Zinsnehmen auf irgendeinen Titel hin zu rechtfertigen. Moralisten und Beichtväter waren ständig im Zwiespalt zwischen der amtlichen Lehre und dem Gewissen der Gläubigen. Daß die fällige Revision einige Jahrhunderte zu spät kam, hatte auch zur Folge, daß die kirchliche Lehre insgesamt keinen konstruktiven Einfluß auf die Wirtschaftsentwicklung ausüben konnte.“ B. Groethuysen (Anm 11), fasst die Kontroverse im 18. Jh so zusammen: „Die besondere Bedeutung der Frage des Zinsdarlehens liegt aber darin, daß, als sie sich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Frankreich von Neuem stellte, es sich gewissermaßen um eine letzte Machtprobe Menschen gegenü ber handelte, die es im Grunde schon längst verlernt hatten, sich in Fragen der profanen Lebensgestaltung an die Vertreter Gottes um Rat zu wenden, ja denen es eigentlich widersinnig erscheinen mußte, daß die Geistlichen in geschäftlichen Angelegenheiten ihnen überhaupt Vorschriften machen wollten.“Google Scholar
  100. 104.
    Die Diskussion um das Verhältnis von Autoritäts-und Vernunftargument wird unter dem von Alfons Auer geprägten Stichwort einer „autonomen Moral im christlichen Kontext“ geführt. Vgl Alfons Auer, Autonome Moral und christlicher Glaube, Düsseldorf2 1984. Die Gegenposition war die einer Glaubensethik, wie sie etwa von Bernhard Stöckle vertreten wurde: Stöckle, Bernhard, Grenzen der autonomen Moral, München 1974. Die Diskussion um deontologische und teleologische Normierungstheorie innerhalb der katholischen Moraltheologie wurde von Louis Janssens, Peter Knauer, Bruno Schüller und Richard A. McCormick begonnen. Vgl Schüller, Bruno, Die Begründung sittlicher Urteile, Düsseldorf3 1987. Als knapper Überblick vgl Weiß, Andreas M., Sittlicher Wert und nichtsittliche Werte. Zur Relevanz der Unterscheidung in der moraltheologischen Diskussion um deontologische Normen (Studien zur theologischen Ethik 73), Freiburg iUe/Freiburg iBr 1996, 35-77.Google Scholar
  101. 105.
    W. Wolbert, Du sollst nicht töten (Anm 86).Google Scholar

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© Springer-Verlag/Wien 2005

Authors and Affiliations

  • Andreas Michael Weiß
    • 1
  1. 1.Fachbereich Praktische TheologieUniversität SalzburgGermany

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