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Rezension „Künstliche Intelligenz – Eine Einführung“

An Erratum to this article was published on 25 June 2021

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Jerry Kaplan

Künstliche Intelligenz – Eine Einführung

ISBN 978-3-95845-632‑7, mitp Verlags GmbH & Co. KG, Frechen 2017, 208 S., 24,99 €

Insbesondere für Nicht-Fachleute scheint das Thema Künstliche Intelligenz derzeit vielfach omnipräsentes Allheilmittel zu sein, gerade so, als wäre sie die Lösung vieler, wenn nicht aller unserer Probleme. Experten kennen jedoch die Limitationen und Risiken der komplexen Lösungen, die sich hinter diesem mächtigen Schlagwort verbergen. Es ist aber gar nicht so einfach, die Zusammenhänge leicht verständlich einem allgemeinen Publikum zu vermitteln. Entweder sind die Darstellungen zu komplex oder zu stark vereinfacht oder lassen gerade für Außenstehende interessante Fragestellungen unberücksichtigt.

Hier setzt das Buch von Kaplan an. Es erhebt nicht den Anspruch eines wissenschaftlichen Buches, ist jedoch mit der gleichen Sorgfalt verfasst und deshalb eine sehr kurzweilige, leicht und unterhaltsam lesbare und überaus erhellende Lektüre für alle, die eine allgemein verständliche Einführung in die Thematik suchen.

In insgesamt acht Kapiteln widmet sich der Autor den verschiedenen Aspekten der KI. Neben einer Definition (Kapitel 1), einem Abriss der Geistesgeschichte der KI (Kapitel 2) und einer Betrachtung der Philosophie der KI (Kapitel 4) wendet er sich typischen Fragen rund um die KI zu. So werden Grenzen (Kapitel 3) ebenso diskutiert wie Rechtsfragen (Kapitel 5). In einer Art „zweitem Teil“ des Buches werden die Auswirkungen ausführlich betrachtet: auf die Arbeitswelt (Kapitel 6), auf die soziale Gerechtigkeit (Kapitel 7) und auf unsere Zukunft (Kapitel 8).

Alle Diskussionspunkte, die als Unterkapitel strukturiert sind, werden in Frageform formuliert. Es sind vielfach genau die Fragen, die sich Menschen stellen, wenn sie mit dieser Technologie beziehungsweise diesem Konzept konfrontiert werden. Dabei trifft der Autor die richtige Mischung aus notwendigen Details und allgemeinem Überblick, die man braucht, um Sachverhalte ohne Vorkenntnisse leicht nachvollziehen zu können. Besonders anspruchsvolle Inhalte werden mit Unterstützung von Analogien leichter verständlich, auch abstrakte Fragen („Können Computer denken“, „haben Computer Gefühle“) werden argumentativ sorgfältig diskutiert. Im Bereich des Rechts greift der Autor auf den ersten Blick skurrile Fragen auf, etwa, ob KI-Systeme Eigentum besitzen sollen oder bestimmte Dinge nicht tun dürfen. Bei genauer Betrachtung jedoch ist es durchaus hilfreich, sich hierüber Gedanken zu machen.

Natürlich könnte man dem Autor vorwerfen, mit diesem Konzept zu wenig „harte Fakten“ aufgenommen zu haben. Das gesamte Buch wirkt jedoch nicht so, als wäre das das Ziel gewesen. Die verdienstvolle Arbeit des Autors (und auch des Übersetzers) besteht zum einen darin, Möglichkeiten der KI aufzuzeigen, zum anderen aber auch darin, Ängste zu nehmen und zum Nachdenken anzuregen. Wer dieses Buch gelesen hat, ist kein KI-Experte, kann keine KI-Lösung implementieren, administrieren oder für seine Aufgaben konfigurieren. Er kann sie jedoch bei ihrer Nutzung im (Betriebs‑)Alltag besser verstehen und gut überblicken, welche Chancen, Risiken und Fragen sich in ihrem Kontext aktuell stellen und in den nächsten Jahren noch stellen werden. Damit unterstützt das Buch die Bemühungen in den unterschiedlichen Fachbereichen im Unternehmen, die Akzeptanz solcher Lösungen zu stärken und/oder vergrößert das Interesse, an entsprechenden Projekten aktiv mitzuwirken – und sich in diesem Rahmen weiteres Wissen aus diesem spannenden Wissenschaftsgebiet anzueignen.

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Knoll, M. Rezension „Künstliche Intelligenz – Eine Einführung“. HMD 57, 150–151 (2020). https://doi.org/10.1365/s40702-019-00580-z

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