Verschwörungstheorien unter dem Blickwinkel der Forensischen Humanwissenschaften

Conspiracy theories from the perspective of forensic human sciences

Zusammenfassung

Eine Verschwörungstheorie kennzeichnet u. a., dass eine Gruppe einer anderen Gruppe wahrheitswidrig ein destruktives Vorhaben unterstellt.

Die Autoren dieses Artikels formulieren einen Vorschlag für eine typologische Einordnung von Verschwörungstheorien und skizzieren exemplarisch anhand der Protokolle der Weisen von Zion sowie QAnon die Entstehung sowie Auswirkungen von Verschwörungstheorien. Zudem wird auf die Persönlichkeit der Urheber und der Anhänger von Verschwörungstheorien Bezug genommen.

Etwa 10–30 von 100 Deutschen glauben an eine Verschwörungstheorie. Wer sich für eine Verschwörungstheorie begeistert, interessiert sich i.d.R. auch für weitere. Die Persönlichkeiten von Verschwörungstheoretikern sind zwar nicht psychopathologisch auffällig, weisen aber ein salientes Persönlichkeitsprofil auf: Sie sind weniger verträglich, offen für neue Erfahrungen, schätzen sich als weniger intelligent ein, sie sind ansprechbar für Paranormales und weisen eine hohe externale Fatalität bzw. soziale Abhängigkeit auf.

In einem dritten Teil werden Verschwörungstheorien unter dem Blickwinkel der Forensischen Humanwissenschaften beleuchtet. Im Zentrum steht dabei die Frage nach dem Zusammenhang von Verschwörungstheorien und Gewalthandlungen. Die überwiegende Mehrheit der Personen, die sich intensiv mit Verschwörungstheorien beschäftigen, überschreitet nicht die Handlungsschwelle zur Gewalt. Allerdings haben sich nahezu alle Extremisten, die massive Gewalt angewendet haben, mit Verschwörungstheorien beschäftigt. Verschwörungstheorien sind somit forensisch gesehen relevant, etwa so wie extremistische Weltanschauung, Drohungen und querulatorisches Verhalten, weshalb eine Risikoeinschätzung anhand der üblichen Beurteilungsschritte des Bedrohungsmanagements erfolgen kann.

Abstract

Conspiracy theories can be described as a false belief system of one group that is convinced that another group is developing a destructive plan.

The authors of this article suggest a typological classification of conspiracy theories and outline the emergence and effects of conspiracy theories using the “Protocols of the Elders of Zion” and QAnon as examples. Additionally, reference is made to the personality of the originators and the followers of conspiracy theories.

It is estimated that 10–30 out of 100 Germans believe in a conspiracy theory. People who are involved in a conspiracy theory are usually interested in further conspiracy theories. The personalities of conspiracy theorists are not psychopathologically conspicuous but a salient personality profile can be recognized: They are less agreeable, open to new experiences, rate themselves as less intelligent, are responsive to the paranormal and exhibit high external fatality or social dependence.

In a third part, conspiracy theories are examined from the perspective of forensic human sciences. The focus is on the question of the relationship between conspiracy theories and violence. The vast majority of individuals who engage in intensive conspiracy theories do not engage in violence; however, nearly all extremists who have used massive violence have engaged in conspiracy theories. Thus, conspiracy theories are forensically relevant in much the same way as extremist world views, threats and querulous behavior, which means that a risk assessment must be made using the usual assessment steps of a threat management procedure.

Verschwörungstheorien: inhaltliche und formale Einordnung des Konstruktes

Aktualität

Verschwörungstheorien sind wohl so alt wie die menschliche Sprache. Der Umgang mit Verschwörungstheorien bzw. Möglichkeiten ihrer Eindämmung beschäftigt Wissenschaft, Politik und Gerichte seit Jahrzenten. Beispielhaft kann der sog. Berner Prozess 1933 genannt werden, der den Verkauf antisemitischen Propagandamaterials an einer Kundgebung zum Anlass hatte (Benz 2011). Historiker und Politikwissenschaftler arbeiten seit Jahrzehnten die Inhalte und gesellschaftlichen Auswirkungen von Verschwörungstheorien auf. Vergleichsweise jung ist demgegenüber das wissenschaftliche Interesse am Thema in den Forensischen Humanwissenschaften. Die Schlagwort-Kombination „conspiracy theories“ in PubMed weist für die 10-Jahres-Zeiträume 1990–1999 und für 2000–2009 gerade einmal 10 resp. 24 Veröffentlichungen aus. Demgegenüber war in der darauffolgenden Dekade 2011–2020 mit 257 Veröffentlichungen ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen, wobei 116 der 257 Veröffentlichungen allein im Jahr 2020 erschienen (www.pubmed.org; zugegriffen am 18.01.2021). Verschwörungstheorien sind gegenwärtig ein Modethema der Humanwissenschaften, ein Thema des aktuellen Zeitgeistes.

Begriffsklärung

Der Begriff der Verschwörungstheorie

Bislang existiert keine anerkannte Theorie für Verschwörungstheorien. Nach einer aktuellen Definition von Michael Butter ist eine Verschwörungstheorie durch die Behauptung gekennzeichnet, dass „eine im Geheimen operierende Gruppe, nämlich die Verschwörer, aus niederen Beweggründen versucht, eine Institution, ein Land oder gar die ganze Welt zu kontrollieren oder zu zerstören“ (Butter 2020). Butter (2020) verweist mit Bezug auf den Politikwissenschaftler Michael Barkun auf drei weitere Elemente, durch die Verschwörungstheorien gekennzeichnet sind: (1) Es gibt keinen Zufall, (2) alles ist anders, als es scheint, und (3) alles hängt zusammen. Um die Verschwörung aufzuzeigen werden von Verschwörungstheoretikern „Beweise“ angeführt, die einer rationalen Prüfung nicht standhalten.

Von wahren Verschwörungen unterscheiden sich behauptete Verschwörungen im Kontext von Verschwörungstheorien wie folgt: Wahre Verschwörungen sind in der Regel zeitlich eng umrissene Vorhaben, die ein konkretes bzw. spezifisches Ziel (z. B. ein Attentat) verfolgen. Demgegenüber sind behauptete Verschwörungen zeitlich ausgedehnter (jahrelange bis jahrhundertelange Komplotte) und deren Ziele wenig konkret oder aber allumfassend (z. B. Weltherrschaft) (Pfahl-Traughber 2002).

Nachfolgend wird unter dem Begriff der Verschwörungstheorie eine Theorie verstanden, bei der ein Expertenkonsens darüber besteht, dass sie wissenschaftlich falsch ist. Konkret wird unter der Berücksichtigung verschiedener Autoren (Butter 2020; Clarke 2002; Roose 2020) folgende Arbeitsdefinition vorgeschlagen: Eine Verschwörungstheorie ist eine von mehreren Personen geteilte faktisch falsche Überzeugung, dass eine kleine Gruppe ein destruktives Ziel verfolgt, das Vorhaben über einen längeren Zeitraum minutiös plant sowie den Plan fast perfekt umsetzt, aber dank kleiner Ausführungsfehler als Verschwörung erkennbar ist.

Die Verschwörungshypothese und die marginalisierte Alternativhypothese

Von einigen Wissenschaftlern wurde der Begriff der Verschwörungstheorie kritisiert. In der Wissenschaft sei eine Theorie dadurch gekennzeichnet, dass Aussagen rational begründbar sind, was für eine Verschwörungstheorie genau nicht zutreffe. Verschwörungstheorien arbeiten Sachverhalte weder systematisch auf noch sind sie falsifizierbar. Pfahl-Traughber (2002) schlug alternativ die Begriffe Verschwörungshypothese und Verschwörungsideologie vor. Eine Verschwörungsideologie sei dadurch gekennzeichnet, dass mit der unterstellten Verschwörung eine monokausale Erklärung für historisch-politische Entscheide gegeben wird. Dabei wird die Existenz einer Verschwörung unterstellt, ohne dass empirische Belege vorliegen. Dies im Gegensatz zur Verschwörungshypothese: Eine Verschwörungshypothese sei dadurch gekennzeichnet, dass es bei der „Deutung eines Ereignisses um die Annahme einer Verschwörung (geht), die sich einer Kritik und Widerlegung nicht entzieht“ (Pfahl-Traughber 2002). So geschah es mit der Verschwörungshypothese, die postulierte, dass aufgrund von materiellen Interessen 1912 nicht die Titanic, sondern ein Schwesterschiff gesunken sei. Die Hypothese wurde widerlegt, nachdem ein U‑Boot zum Wrack getaucht war und die Nummern der Schiffssteile eindeutig als der Titanic zugehörig identifizierte (Pfahl-Traughber 2019).

Wenngleich sich der Begriff der Verschwörungshypothese nicht durchgesetzt hat, hilft die Begriffsdiskussion von Pfahl-Traughber dabei, Charakteristika von Verschwörungstheorien zu beschreiben.

Eine Alternativhypothese, die im Kanon verschiedener wissenschaftlicher Theorien die Relevanz der Verbrennung fossiler Energie für den Anstieg der Erderwärmung hinterfragt und zum Schluss kommt, dass menschliches Verhalten nur einen unwesentlichen Anteil am Schmelzen der Eismassen am Südpol hat, ist keine Verschwörungstheorie, auch dann nicht, wenn die Mehrheit der Wissenschaftler zu einem anderen Schluss kommt. Diese marginalisierte Alternativhypothese zu einer etablierten Erklärung unterscheidet sich von einer Verschwörungstheorie dadurch, dass sie weder eine Verschwörung als Ursache der etablierten Erklärung annimmt noch postuliert sie, über jeglichen Zweifel erhaben zu sein (im Sinne von: „Es gibt keinen Zweifel daran, dass die Verbrennung von fossiler Energie keinen Einfluss auf die Erderwärmung hat, und anderslautende Behauptungen sind durch politische Interessengemeinschaften motiviert“). Ein weiteres wichtiges Abgrenzungskriterium dieser marginalisierten Alternativhypothese zu einer Verschwörungstheorie ist, dass die Alternativhypothese noch nicht eindeutig widerlegt ist und grundsätzlich noch widerlegt werden kann.

Typologie von Verschwörungstheorien

Verschwörungstheorien handeln von behaupteten Verschwörungen, wobei die Urheber dieser Theorien selbst konspirativ tätig sind. Clarke (2002) schlug vor, eine von Lakatos (1970) eingeführte Unterscheidung zwischen progressiven und degenerativen Forschungsvorhaben auf die Analyse von Verschwörungstheorien zu übertragen. Der Erkenntnistheoretiker Lakatos verstand unter progressiven Forschungsvorhaben die hypothetisch-deduktiv bewährte wissenschaftliche Theorie und unter degenerativen Forschungsvorhaben die Verteidigung einer angezählten Theorie, die sich einer Reihe von Hilfshypothesen bedienen muss, um noch Bestand zu haben. Die Autoren dieses Beitrags schlagen in Anlehnung an Clarke (2002) vor, diese Unterscheidung in modifizierter Form auf Verschwörungstheorien zu übertragen. Da die Bezeichnung einer Verschwörungstheorie als „progressiv“ allzu leicht als Ausdruck einer nihilistischen Position (Hasian 1997) verstanden werden kann, wird eine Unterscheidung zwischen „degenerativ-destruktiven“ und „progressiv-destruktiven“ Verschwörungstheorien vorgeschlagen.

Degenerativ-destruktive Verschwörungstheorien versuchen, mittels Hilfsannahmen eine Verschwörungstheorie zu bewähren. Dabei findet eine Verlagerung auf Nebenschauplätze statt, was sich an folgendem Beispiel aufzeigen lässt: Die Mondlandung wird von Verschwörungstheoretikern u.a. wegen des Schattenwurfs der US-Flagge in Abrede gestellt. Die entscheidende Frage hingegen, ob es Beweise für die Mondlandung gibt, wie z. B. die Triangulation der Funkwellen, die vom Mond ausgesandt wurden (womit zweifelsfrei eine Präsenz auf dem Mond nachgewiesen werden kann und auch wurde) wird nicht thematisiert. Aus einer vermeintlichen Anomalie in peripheren Daten wird eine Bestätigung der Verschwörungstheorie abgeleitet. Degenerativ-destruktive Verschwörungstheorien blühen dann auf, je mehr Informationen vorliegen und desto unübersichtlicher der Sachverhalt ist (sei es, weil das Ereignis noch sehr jung und/oder sehr komplex ist). Bei unübersichtlichen Sachverhalten schleicht sich eher ein echter Fehler oder eine Ungereimtheit ein: Ein Messfehler, eine fehlerhafte Abschrift, eine falsche Zeugenzuordnung oder eine fehlerhafte Darstellung einer Ereignisabfolge. Bei hochkomplexen Sachverhalten wie der „ShoahFootnote 1“, „9/11Footnote 2“ oder dem „Apollo“-Programm der NASAFootnote 3 wird es Artefakte geben, die nicht erklärt werden können, oder eben auch Fehler in peripheren Aspekten. Durch eine Fokussierung auf diese peripheren Fehler oder Ungereimtheiten wird die Verschwörungstheorie beinahe perfekt epistemisch immunisiert, indem das Vorliegen irgendeines – unvermeidbaren – Fehlers oder einer Ungereimtheit als „Beweis“ für die Richtigkeit der Verschwörungstheorie verstanden wird.

„Progressiv-destruktive Verschwörungstheorien“ haben den Anspruch, selber eine Theorie zu konstruieren. Sie gehen dabei von Prämissen aus, die einer rationalen Überprüfung nicht standhalten. Ausgehend von diesen falschen Prämissen werden – logisches Schlussfolgern simulierend – Thesen abgeleitet. Progressiv-destruktive Verschwörungstheorien sind keine „Antwort“ auf eine bestimmte wissenschaftliche Erkenntnis, sondern eine Neu- bzw. Weiterentwicklung bestehender Theorien. Die Protokolle der Weisen von Zion war eine Verschwörungstheorie, die auf Grundlage einer falschen Prämisse (Verschwörung der Juden) die „Notwendigkeit“ ableitete, sich gegen jüdische Menschen zur Wehr zu setzen. Die Theorie wurde weiterentwickelt und ist in einer gewissen Form im Verschwörungskanon von QAnon enthalten.

Verschwörungstheorien mit Aktualität

Aktuelle Verschwörungstheorien richten sich oft gegen die Regierung, wirtschaftliche Instanzen oder Medienorgane. Auch Verschwörungstheorien, die der Pharmaindustrie vorwerfen, mit unwirksamen oder Krankheiten verursachenden Impfstoffen Profit zu machen, haben Aktualität. Etablierte Medien sehen sich mit Vorwürfen wie „Lügenpresse“ und gezielter Falschinformation konfrontiert (Mischer 2020). Pfahl-Traughber (2002) unterscheidet Verschwörungstheorien nach der Gruppe, denen eine Verschwörung unterstellt wird. Historisch und politisch bedeutsam seien Verschwörungstheorien, die eine Verschwörung folgender Gruppierungen postulieren: Verschwörung der Juden, Verschwörung der Freimaurer, Verschwörung der Illuminaten, Verschwörung der Kommunisten, Verschwörung der Kapitalisten.

Exemplarisch werden nachfolgend zwei Verschwörungstheorien im Hinblick auf Entstehung und Auswirkung beschrieben.

Die Protokolle der Weisen von Zion

Entstehung:

Eine der bedeutsamsten Verschwörungstheorien, die ein zentrales Referenzdokument des Antisemitismus darstellt, sind die Protokolle der Weisen von Zion (Benz 2011). Im Kern geht es bei der erfundenen Verschwörung um Bestrebungen von jüdischen Anführern, die Weltherrschaft zu erlangen und die Macht unter sich aufzuteilen. Damit griff die Verschwörungstheorie zum einen auf das alte antisemitische Narrativ zurück, dass Juden sich von ihrer Umgebung absondern und nur auf ihren Vorteil bedacht seien, und kombinierte dies mit der Furcht vor emanzipatorischen republikanischen Bewegungen. So unterstellt die Verschwörungstheorie, dass die Juden deshalb revolutionäre Bewegungen und antimonarchistische Strömungen unterstützen würden, weil sie so – gewissermaßen im Nebel des postrevolutionären Chaos – besser an die Macht kämen.

Rezeption und Auswirkung:

Das Schriftstück, dass vor mehr als 100 Jahren veröffentlicht worden war, animierte und beeinflusste seither politische Extremisten, Rassisten und Antisemiten in unterschiedlichen Kulturkreisen (von Europa über Japan, Amerika oder die arabisch-islamische Welt) (Benz 2011). Die Dolchstoßlegende war genauso von dieser Hetzschrift beeinflusst wie Hitlers Mein Kampf, sodass die „Protokolle“ nicht „nur“ zu Pogromen gegen die jüdische Bevölkerung in Russland geführt haben, sondern einen Teil des ideologischen Unterbaus der „Shoah“ lieferten.

Benz (2011) zufolge haben die „Protokolle“ aber ihre größte Wirkung in den islamischen Strategien gegen Israel, und ein Bezug auf die „Protokolle“ finde sich in der islamischen Welt in allen Medien – von Radio (Radio Islam) über die Hamas-Charta (Art. 32), Bücher (z. B. das Buch des Großscheichs der Al-Azhar-Universität Kairo Das Volk Israels im Koran und in der Sunna), politische Reden (z. B. die des Premierministers von Malaysia, Mahir Mohamad, 2003) bis hin zu Telenovelas (z. B. die Inszenierung der „Protokolle der Weisen“ als arabische Telenovela namens Ein Reiter ohne Pferd im ägyptischen Fernsehen).

Eine Bezugnahme auf die Protokolle der Weisen von Zion ist jedoch auch im Westen erkennbar: R.G. Bowers, der 2018 in Pittsburgh in der Tree-of-Life-Synagoge ein Attentat beging, bei dem 11 jüdische Menschen starben und 9 schwer verletzt wurden, hatte seinen Anschlag zuvor im rechtsextremen Netzwerk Gab mit der Verschwörungsideologie der „Migrationswaffe“ bzw. des „großen Austauschs“ begründet (Rathje 2020). Die dahinterstehende Ideologie, dass jüdische Menschen eine Weltverschwörung durchführen, indem sie nichtweiße Migranten lenken, um einen „Genozid“ an der weißen Bevölkerung durchzuführen, nimmt Bezug auf die „Protokolle“.

QAnon

Die Theorie:

Die der QAnon-Bewegung zugrunde liegende erfundene Verschwörung enthält folgende Elemente: Eine Elite habe sich verschworen, um abscheuliche Verbrechen zu begehen, darunter schwere Formen des Kindsmissbrauchs, Infantizide, Korruption und Wahlmanipulation („stop the steal“). Die Verschwörer – so die Theorie der Urheber der Verschwörungstheorie – seien sehr gut organisiert, Teil eines hoch effizienten und seit Jahrzehnten etablierten kriminellen Netzwerkes von Schwerkriminellen.

Die Entstehung:

Wie war es dazu gekommen? Während der US-Wahlen 2016 behaupteten Verschwörungstheoretiker und Anhänger von Donald Trump, dass linke Eliten ein geheimes Pädophilennetzwerk betreiben. Exponenten des Netzwerks würden sich in einer Pizzeria namens „Comet Ping Pong“ treffen. Ein Familienrestaurant, das in der geleakten E‑Mail-Korrespondenz von John Podesta, dem ehemaligen Stabschef von Bill Clinton, mit der damaligen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton mehrfach Erwähnung fand. Die Verschwörungstheoretiker postulierten, dass diesen E‑Mails indirekt Absprachen zur sexuellen Kindsmisshandlung entnommen werden könne: Die erwähnten Gerichte (z.B. Pizzen) seien Kodewörter für Kinder bzw. sexuelle Praktiken (Quinn 2021). Die Verschwörungstheorie rund um die Pizzeria wurde etwas missverständlich „Pizzagate“ genannt, wobei wohl eine Ähnlichkeit zur echten „Watergate“-Verschwörung suggeriert werden sollte. „Pizzagate“ wurde so stark in den rechten Foren rezipiert, dass wenige Wochen nach Erscheinen der ersten Nachrichten zu dem Thema, Edgar Welch, ein tiefreligiöser junger Familienvater aus North Carolina, die Pizzeria mit 3 Schusswaffen bewaffnet aufsuchte, um die Kinder zu befreien, die mutmaßlich im Keller des Restaurants misshandelt wurden (Amarasingam und Argentino 2020). Ein Jahr lang wurde in dem anonymen Forum 4chan angekündigt, dass die Verhaftung von Hillary Clinton kurz bevorstünde. Die Mitteilung wurde mit „Q“ unterzeichnet. „Q“ deutete an, dass er für eine Sicherheitsbehörde arbeite und anonym bleibe, daher das Akronym „QAnon“ aus „Q“ und „anonymous“. Der Sprachduktus suggerierte die Ausdrucksweise eines Geheimagenten, der in Rätseln und Andeutungen spreche. „Qs“ Mitteilung sei von einer YouTouberin aufgegriffen und so einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht worden, die daraufhin die weiteren Mitteilungen von „Q“ auf den Foren 4chan und 8chan verfolgte (Aliapoulios et al. 2021). Über 5000 Drops wurden seit den ersten Postings von „Q“ veröffentlicht, wobei inhaltsanalytische Untersuchungen nahelegen, dass es sich bei „Q“ nicht um eine, sondern mindestens zwei Personen handle, die Nachrichten veröffentlichen würden (Aliapoulios et al. 2021).

Rezeption und Auswirkung:

Die Inhalte erreichten ein Millionenpublikum, wobei v. a. Personen aus dem rechten politischen Spektrum sich für die „Drops“ von „Q“ interessieren. Bei den Kongresswahlen 2020 gaben 35 republikanische Kandidaten in der einen oder anderen Form eine Nähe zur QAnon-Bewegung an (Quinn 2021). Schließlich verbannte das Forum Reddit 2018 Communities mit QAnon-Bezug von seinen Servern; 2020 und 2021 zogen Facebook, Twitter und YouToube nach. Ob dies das Ende der Verschwörungstheorie einleitet oder diese gar befeuert, kann gegenwärtig nicht beantwortet werden. Es wird allerdings gemeinhin davon ausgegangen, dass wesentliche Inhalte von QAnon in Form einer nächsten Verschwörungstheorie weiter tradiert werden.

Ansprechbarkeit für Verschwörungstheorien

Allgemeine Voraussetzungen

Die Verbreitung von Verschwörungstheorien setzt die Bereitschaft voraus, an Verschwörungen zu glauben. Diese Bereitschaft scheint keine Seltenheit zu sein. Mehrere empirische Studien weisen darauf hin, dass ein relevanter Anteil der Allgemeinbevölkerung eine Ansprechbarkeit für Verschwörungstheorien aufweist. In Deutschland sind je nach Definition 10–30 % der Allgemeinbevölkerung für Verschwörungstheorien empfänglich (Roose 2020). Dabei interessieren sich Männer gleichermaßen wie Frauen für Verschwörungstheorien. Es gibt zudem Hinweise auf einen leichten Alterseffekt, wobei sowohl junges als auch hohes Alter zu einer leicht erhöhten Ansprechbarkeit führen (Roose 2020). Menschen in den neuen Bundesländern, Personen mit einem geringeren Bildungsstand und Bürger, die politisch rechts stehen, zeigen sich verschwörungstheoretischen Inhalten gegenüber offener als der Rest der Bevölkerung Deutschlands (Roose 2020) Immerhin: Es gibt keine Bevölkerungsgruppe, keine politische Partei, deren Anhänger sich in der Mehrzahl für Verschwörungstheorien interessieren.

Gemäß US-amerikanischen Studien liegt die Prävalenz für die Ansprechbarkeit für Verschwörungstheorien mit über 50 % etwas höher, wobei der Autor insbesondere bei der Bevölkerungsgruppe, die tatsächlich Opfer einer heimlich durchgeführten Misshandlung war, wie z. B. die Syphilisexperimente an Afroamerikanern im Rahmen der Tuskegee-Studie, eine deutlich höhere Bereitschaft nachwies, Verschwörungstheorien Glauben zu schenken (Goertzel 1994).

Selbst unter Berücksichtigung konservativer Definitionen von Verschwörungstheorien ist die Prävalenz von Verschwörungstheorien so hoch, dass die Frage berechtigt ist, ob nicht jeder eine gewisse Ansprechbarkeit für Verschwörungstheorien aufweist und es nur um die Frage gehen kann, wie stark ausgeprägt die Ansprechbarkeit ist.

Experimentelle Untersuchungen sprechen eindeutig für die Hypothese der generellen Ansprechbarkeit, wobei es interindividuelle Variationen gibt.

„Urheber“ von Verschwörungstheorien

Personen, die „degenerativ-destruktiven Verschwörungstheorien“ folgen, zeigen Gemeinsamkeiten mit Personen mit einer querulatorischen Persönlichkeit. Letztere weisen ein ausgeprägtes Schwarz-Weiß-Denken auf, sind misstrauisch und erkennen überall ein Unrecht, das sie aufdecken möchten. Das führt häufig dazu, dass sich ein zunächst überschaubarer Konflikt ausdehnt, die Auseinandersetzung auf Kosten von sozialen Beziehungen oder der Leistungsfähigkeit geht und eine Lösung des Konflikts nicht mehr möglich ist.

Personen, die Verschwörungen „entdecken“, tun dies stark aus der Ablehnung gegenüber etablierten Autoritäten heraus. Wie auch in anderen extremistischen Organisationen werden bestehende behördliche Strukturen abgelehnt oder, wie im Falle von QAnon, als der eigentliche Feind wahrgenommen („deep state“). Daneben werden aber die Personen, die von weiten Teilen der Gesellschaft als zuverlässige Informationsquellen wahrgenommen werden, abgelehnt. Dies betrifft insbesondere Wissenschaftler, die sich Anfeindungen ausgesetzt sehen, wie z. B. der Arzt und Coronaberater des damaligen Präsidenten Trump, Anthony Fauci, in den USA, der in unterschiedlichen zentralen Rollen der Verschwörung gesehen wird. So soll er, je nach Lesart, als Teil des „deep state“ deren Agenda fördern, als Panikmacher Menschen zur Impfung nötigen oder als Gegner von Donald Trump diesen daran hindern, das Land aus den Klauen der liberalen Eliten zu befreien. Der formale Aufbau von veröffentlichten Verschwörungstheorien erinnert an wissenschaftliche Texte, indem einzelne Elemente mit Quellenangaben hinterlegt werden. In QAnon-Foren wird explizit darauf hingewiesen, selber zu recherchieren („do your own research“). Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen werden dann allerdings immunisierend zur Unterstützung der Verschwörungstheorie verwendet. Resultate, die eine Theorie falsifizieren würden, werden ausgeblendet oder neu interpretiert, wohingegen die Ergebnisse, die zur Theorie passen, herausgestrichen werden.

Gerade bei „progressiv-destruktiven Verschwörungstheorien“ spricht vieles für die Annahme, dass einige Verschwörungstheorien bewusst lanciert werden. Die Protokolle der Weisen von Zion sind nachweislich eine Fälschung. Benz (2011) führt aus, dass eine der Voraussetzungen für Verschwörungstheorien das „Fehlen von einer verantwortungsbewussten Moral auf der Anbieterseite“ sei. Roose (2020) bezeichnet denn Verschwörungstheorien auch als Ergebnis eines hohen Maßes an krimineller Energie.

Psychische Störungen

US-amerikanische Ärzte weisen vor dem Hintergrund des hohen Bevölkerungsanteils, der sich für Verschwörungstheorien interessiert, darauf hin, dass die psychiatrische Perspektive nicht geeignet ist, um dieses ubiquitäre Phänomen zu erklären (Oliver und Wood 2014).

Wenn es darum geht zu prüfen, ob die Ansprechbarkeit auf Inhalte von Verschwörungstheorien Ausdruck einer psychischen Störung ist, steht man vor einem logischen Problem: Die Unvermittelbarkeit der eigenen Überzeugungen ist ein zentrales Element schwerer psychischer Störungen (Pierre 2020). Anders formuliert: Wenn jemand davon überzeugt ist, dass reptilienähnliche Wesen die Demokraten unterwandert haben und Hillary Clinton von einer Pizzeria aus einen Pädophilenring betreibt, gilt dies dann als gesund, wenn es dieser Person gelingt, 1000 andere von dieser Geschichte zu überzeugen und sie diese Ansicht fortan mit dem Urheber teilen. Gelingt es nicht, irgendjemanden von der Wahrheit dieser Theorie zu überzeugen, gilt diese Person wohl als wahnhaft. Das Kranke wird somit nicht an der Wahrheit, der Absurdität oder Bizarrheit einer Theorie festgemacht, sondern an der Anzahl ihrer Anhänger. Sobald eine gewisse Anzahl von Personen eine noch so absurde Theorie für plausibel einstuft, gelten diese als psychiatrisch weitgehend unauffällig.

In einer jüngst veröffentlichten koreanischen Arbeit wird darauf hingewiesen, dass u. a. Ängste, negative Emotionen und der allgemeine Gesundheitszustand mit der Ansprechbarkeit für Verschwörungstheorien korrelieren (Kim und Kim 2021). Es handelt sich dabei um Kriterien, die das Risiko für die Entwicklung von psychischen Störungen im Allgemeinen und von depressiven Episoden im Besonderen erhöhen. So ist davon auszugehen, dass ähnliche Risikomerkmale das Risiko sowohl für psychische Störungen als auch für eine Ansprechbarkeit für Verschwörungstheorien erhöhen.

Persönlichkeitsmerkmale

Empirische Ergebnisse sprechen dafür, dass es eine Disposition für die Bereitschaft einer Person gibt, an Verschwörungstheorien zu glauben. Wenn jemand einer Verschwörungstheorie Glauben schenkt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er auch andere Ereignisse auf eine Verschwörung zurückführt. Und jemand, der Zweifel gegenüber einer Verschwörungstheorie hat, der wird auch Zweifel gegenüber anderen Verschwörungstheorien haben (Brotherton 2015). Völlig beliebig sind die Verschwörungstheorien dabei nicht: So konnte gezeigt werden, dass gewisse Verschwörungstheorien linke und rechte Extremisten gleichermaßen ansprachen, wohingegen ideologiespezifische Theorien nur von einer Seite der extremistischen politischen Flügel aufgegriffen wurden (van Prooijen und Acker 2015).

Eine wichtige Funktion von Verschwörungstheorien ist es, einfache Erklärungen für komplexe Sachverhalte anzubieten (Benz 2011). In unübersichtlichen Situationen lässt sich die Neigung messen, Muster und Intentionen zu erkennen. Diese Neigung fördert sowohl eine Ansprechbarkeit für Verschwörungen als auch das Denken in Vorurteilen (Brotherton 2015).

Zurückführen lässt sich diese Neigung auf Kontrollüberzeugungen: Je ausgelieferter sich jemand fühlt, desto eher ist er/sie bereit, im Chaos eine Struktur zu erkennen. Weiter kann nachgewiesen werden, dass ein – in einem Experiment simulierter – Kontrollverlust die Anfälligkeit für Erklärungen mit verschwörungstheoretischen Elementen erhöht (Whitson et al. 2015). Die Relevanz von Kontrollüberzeugungen für Verschwörungstheorien zeigt sich auch in der Allgemeinbevölkerung: Personen, die sich eher als sozial abhängig erleben oder sich eher von Zufallseinflüssen gesteuert wahrnehmen, sind offener für Verschwörungstheorien. Van Prooijen und Acker (2015) vermuten denn auch, dass die Funktion der Verschwörungstheorie darin besteht, Kontrolle über einen bedrohlichen Zustand zurückzuerhalten, was sich nicht zuletzt daran erkennen lässt, dass es viel mehr Verschwörungstheorien zu bedrohlichen als erfreulichen Ereignissen gibt. Im Verhaltensexperiment weisen Van Prooijen und Acker (2015) denn auch nach, dass Personen, die ein Priming einer durch sie kontrollierbaren Situation erhalten haben, weniger dazu neigen, in einem bestimmten Kontext eine Verschwörung zu vermuten. In einer weiteren Studie mit Priming, diesmal mit prosozialem Priming, konnte eine weitere Möglichkeit der Attenuierung einer Ansprechbarkeit für verschwörungstheoretische Inhalte aufgezeigt werden (Douglas und Sutton 2011).

Doch auch Kontextfaktoren wie Stress spielen eine Rolle: Empirisch lässt sich zeigen, dass unter Stress die Bereitschaft zunimmt, Muster und Zusammenhänge zu erkennen – auch da, wo keine vorhanden sind (Whitson und Galinsky 2008).

Ebenfalls dimensional zu verstehen sei die Neigung, Ereignisse als Ergebnis intentionaler Handlungen zu verstehen. Verschwörungstheoretiker neigen dazu, eine Absicht dort zu erkennen, wo keine ist (Brotherton 2015).

Brotherton (2015) fasst zusammen, dass Verschwörungstheorien bei Personen populär sind, die paranoide Persönlichkeitsanteile haben, sowie bei Personen, die sich von der Mainstream-Gesellschaft entfremdet und sich anderen Kräften ausgeliefert fühlen.

Verschiedene Studien konnten Hinweise auf spezifische Persönlichkeitseigenschaften geben. In einer Untersuchung an über 800 Briten wurde untersucht, mit welchen Persönlichkeitsmerkmalen die Ansprechbarkeit für eine Verschwörungstheorie zu den Anschlägen vom 07.07.2005 in London korreliert (Swami et al. 2011). Dabei konnten die Autoren zunächst zeigen, dass alle Items zu entsprechenden Verschwörungstheorien auf einem Faktor laden, wobei die interne Konsistenz mit CR-alpha von 0,93 hoch war – die Ansprechbarkeit also im wahrsten Sinne des Wortes eindimensional ist. Diese korrelierte mit der Ansprechbarkeit für weitere Verschwörungstheorien, mit einem Gefühl des Ausgesetztseins gegenüber Verschwörungstheorien, mit der Ablehnung von demokratischen Prinzipien, mit politischem Zynismus und mit einer negativen Haltung gegenüber Autoritäten. Auf der Persönlichkeitsebene korrelierte die Ansprechbarkeit für eine Verschwörungstheorie zu den Anschlägen vom 07.07.2005 mit einer geringen Verträglichkeit, mit einer hohen Offenheit für neue Erfahrungen, mit einem geringen Selbstbewusstsein und mit einer geringen Lebenszufriedenheit sowie negativ mit selbsteingeschätzter Intelligenz. In einer österreichischen Population konnte ein Zusammenhang zwischen der Ansprechbarkeit auf eine „Red-Bull“-Verschwörungstheorie und der Ansprechbarkeit für Paranormales, Aberglaube, psychometrisch gemessene Intelligenz (negativer Zusammenhang) und soziale Angepasstheit aufgezeigt werden (Swami et al. 2011). Douglas und Sutton (2011) untersuchten den Zusammenhang zwischen Machiavellismus und der Unterstützung für Verschwörungstheorien. Dabei konnten die Autoren anhand eines pfadanalytischen Modells zeigen, dass machiavellistische Personen eher bereit, sind an Verschwörungstheorien zu glauben, weil sie selber eher bereit sind, sich zu verschwören.

Es gibt somit eine Reihe von Persönlichkeitszügen und Einstellungen, die mit der Ansprechbarkeit für Verschwörungstheorien korrelieren. Wenngleich es noch zu wenige Untersuchungen gibt, um von robusten Prädiktoren sprechen zu können, ist es zum gegenwärtigen Zeitpunkt wohl angemessen davon auszugehen, dass es ein persönlichkeitsimmanentes Risikoprofil für die Ansprechbarkeit von Verschwörungstheorien gibt.

Forensische Perspektive

Verschwörungstheorien und Strafrecht

Der Glaube an eine Verschwörungstheorie ist für sich genommen kein Straftatbestand und soll – in einer offenen Gesellschaft und einem Rechtsstaat – auch keiner werden. Das Verbreiten der Inhalte gewisser Verschwörungstheorien kann hingegen strafrechtlich relevant sein (z. B. Leugnen des Holocaust, Deutschland: § 130 StGB: Volksverhetzung; Schweiz: Art. 261bis StGB Rassendiskriminierung), und, wohl eher in Einzelfällen, Gegenstand forensischer Abklärungen werden.

Verbreitung von Verschwörungstheorien als „Leaking“

Verschwörungstheorien, wie dargestellt, dienen häufig als Legimitationen für schwere Verbrechen – von Attentaten bis hin zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Teilweise geht ihre Verbreitung – wie beim Attentat von Pittsburgh – den Verbrechen voraus. Hier zeigt sich eine Parallele zu „Leaking“-Verhaltensweisen etwa bei Attentaten auf Schulen (sog. School Shootings): Drohen Verschwörungstheoretiker Gewalt an, können sie im Rahmen eines forensischen Bedrohungsmanagements Gegenstand einer forensischen Abklärung sein.

Bei Abklärungen von Verschwörungstheoretikern infolge von „Leaking“ oder auch Drohungen sehen sich forensische Fachpersonen mit der Herausforderung konfrontiert, dass sehr viele Verschwörungstheoretiker in irgendeiner Form Gewalt androhen, sehr wenige allerdings die Schwelle zur Gewalt überschreiten; eine methodische Herausforderung, mit der sich das forensische Bedrohungsmanagement schon im Umgang mit dem thematisch eng verwandten Bereich des politischen und religiösen Extremismus auseinandersetzen musste.

Verschwörungstheorien und politischer Extremismus

Verschwörungstheorien und politischer Extremismus weisen einen sehr hohen Überlappungsbereich auf. Zum einen weisen viele politische Extremisten Affinitäten für Verschwörungstheorien auf (Roose 2020), zum anderen sind viele Verschwörungstheorien nichts anderes als extremistische Positionen bzw. Bestandteile einer extremistischen Strömung. Oder anders formuliert: Extremistische Einstellung und Verschwörungstheorien sind zwei unterschiedliche Bausteine einer destruktiven Entwicklung (Lamberty und Leiser 2019). Bartlett und Miller (2010) untersuchten weltweit 50 extremistische Gruppen, die bereits die Schwelle zur Gewalt überschritten haben. Im Zentrum der Untersuchung stand die Neigung der Extremisten für Verschwörungstheorien. Die Autoren schlussfolgern in ihrer Untersuchung, dass Verschwörungstheorien die Funktion eines Multiplikators für Radikalisierungsprozesse haben.

Verschwörungstheorien und Gewalthandlungen

In der Rückschau lässt sich eine Reihe von schweren Gewalttaten finden, bei denen ein Bezug zu Verschwörungstheorien hergestellt werden kann:

  • 1995 wurde in Oklahoma City eine Autobombe gezündet. 168 Menschen starben. Der Hauptattentäter Timothy McVeigh bewegte sich im Umfeld von rechtsextremen Bürgerwehren („militias“), hing selbst zahlreichen Verschwörungstheorien an, und es gibt Grund zur Annahme, dass eine rechtsextremistische Verschwörungstheorie ihn zu der Tat, aber auch zu deren Ausgestaltung animierte.

  • 2009 erschoss James Wenneker von Brunn, ein Anhänger der „weißen Vorherrschaft“ und Holocaust-Leugner, einen Wachmann des Holocaust-Museums in Washington. Wenneker war davon überzeugt, dass Obama von den Juden erschaffen wurde und von diesen kontrolliert wird.

  • 2011 tötete Anders Breivik in Oslo und auf der Insel Utøya insgesamt 77 Menschen. Kurz vor der Tat hatte er im Internet ein Manifest veröffentlicht, in dem er postulierte, dass radikale Islamisten Europa infiltrieren würden, um die abendländische Kultur zu zerstören. Europäische Regierungen würden diesen Komplott stützen (Butter 2020).

  • 2013 verübte Tamerlan Zarnajew einen Anschlag während des Boston-Marathons. Der Täter war gemäß Boston-Globe-Reporterin Sally Jacobs davon überzeugt, dass sich die US-Regierung gegen ihre Bürger verschwört. Weitere Hinweise auf Verschwörungstheorien waren, dass er seinem Vermieter eine Kopie der „Protokolle“ übergeben hatte (Brotherton 2015).

  • 2016 wurde im deutschen Georgensgmünd ein Polizist erschossen, als er in seiner Funktion des Mitarbeiters eines Sondereinsatzkommandos die Wohnung eines „Reichsbürgers“ nach illegalen Waffen durchsuchen wollte (Butter 2020).

  • Schon 2020 wies das FBI darauf hin, dass es sich bei „QAnon“ um eine extremistische Organisation handle, die ein Sicherheitsrisiko für die USA darstelle (Quinn 2021). Spätestens nach dem 06.01.2021 wurde klar, dass die Warnungen des FBI berechtigt waren, als ein gewaltbereiter Mob das US-Capitol stürmte und der „QAnon Schamane“ vor den Kameras der anwesenden Journalisten im Senatssaal posierte.

Die Basisrate von schweren Gewalttaten unter Anhängern von Verschwörungstheorien ist sehr gering. Die überwiegende Mehrheit der Anhänger von Verschwörungstheorien begeht kein Attentat. Dennoch kann der Glaube an Verschwörungstheorien – so Butter (2020) – problematische Auswirkungen haben.

Empirische Untersuchungen an einer repräsentativen Stichprobe von Deutschen (Rottweiler und Gill 2020) sowie an einer Stichprobe von 646 US-Amerikanern (Vegetti und Littvay 2020), zeigten, dass Verschwörungstheorien die Bereitschaft erhöhen, Gewalt anzuwenden. Dieser Effekt ist bei den Personen stärker ausgeprägt, die hohe Kompetenzerwartungen und dissoziale Persönlichkeitseigenschaften aufweisen (Amarasingam und Argentino 2020).

Bei Personen, die eine extremistische Haltung vertreten, die eine direkte Ablehnung von Bevölkerungsgruppen oder gar dem ganzen demokratischen System zum Ausdruck bringt, bietet die Verschwörungstheorie die Legitimation für den Extremismus. Ein Zusammenhang zwischen dem Rückgriff auf Verschwörungstheorien und der Bereitschaft Gewalt anzuwenden, konnte sowohl für Rechtsradikale als auch für Salafisten aufgezeigt werden (Rousis et al. 2020).

Verschwörungstheorien haben eine Relevanz im Bereich der extremistischen Gewalt, indem sie vermutlich die Gewaltanwendung legitimieren und so die Schwelle für die Bereitschaft, die Handlungsschwelle zur Gewalt zu überschreiten, senken.

Diskussion und Ausblick

In den letzten 10 Jahre ereignete sich ein deutlicher Shift weg vom klassischen Medienkonsum hin zur Informationssammlung über Foren sowie soziale Netzwerke. Dieser Trend spielt wohl eine wichtige Rolle in der zunehmenden Verbreitung und möglicherweise gar der Entstehung von Verschwörungstheorien.

Je nach Definition bewegt sich der Anteil der Personen in der Gesamtbevölkerung, die eine Ansprechbarkeit für Verschwörungstheorien aufweisen, zwischen 10 und 50 %, wobei teilweise auch relativ weite Definitionen von Verschwörungstheorien verwendet werden. Diesem Beitrag liegt eine spezifische Definition von Verschwörungstheorien zugrunde: Eine Verschwörungstheorie ist eine von mehreren Personen geteilte faktisch falsche Überzeugung, dass eine kleine Gruppe ein destruktives Ziel verfolgt, dieses auch über einen längeren Zeitraum minutiös plant sowie den Plan fast perfekt umsetzt, aber dank kleiner Ausführungsfehler als Verschwörung erkennbar ist.

Eine Verschwörungstheorie ist keine inhaltliche Denkstörung, da sie von einer größeren Gruppe von Personen als wahr beurteilt wird und damit ähnlich wie naturwissenschaftlich widerlegte religiöse Theorien (Erschaffung der Welt in 6 Tagen) oder politische Prognosen (Kollaps des Kapitalismus in der marxistischen Theorie) als eine von vielen Weltanschauungen in einer offenen Gesellschaft toleriert werden muss.

Herausfordernd ist der Umgang mit einer Verschwörungstheorie, wenn sie einen Radikalisierungsprozess so weit unterstützt, dass damit das Risiko für Gewalt beim einzelnen (z. B. „lone-actor terrorist“), einer Gruppe (z. B. „al-Qaida“) oder einer Gesellschaft (z. B. NS-Regime, Ruanda-Genozid) erhöht wird.

Für die Forensischen Humanwissenschaften ist primär die erste Fragestellung – also das Risiko beim Einzelnen – relevant. Bei der Risikoeinschätzung muss dabei berücksichtigt werden, dass die Ansprechbarkeit für Verschwörungstheorien für sich genommen kaum einen Erklärungswert für das Risiko gewalttätiger Übergriffe hat. Das Phänomen ist so hoch prävalent, dass die Korrelation mit Gewalt insgesamt sehr tief ist. Allerdings gilt auch hier, dass, obwohl die überwiegende Mehrheit der Personen, die sich intensiv mit Verschwörungstheorien beschäftigen, friedlich bleibt, man bei nahezu allen Extremisten, die massive Gewalt angewendet haben, sieht, dass sie sich mit Verschwörungstheorien beschäftigt haben. Verschwörungstheorien sind somit forensisch gesehen relevant, etwa so wie extremistische Weltanschauung, Drohungen und querulatorisches Verhalten, was bedeutet, dass eine Risikoeinschätzung anhand der üblichen Risikofaktoren (wie z. B. Dissozialität, Impulsivität, Substanzkonsum, imperative Stimmen etc.) sowie der üblichen Beurteilungsschritte eines Bedrohungsmanagementprozederes zu erfolgen hat.

Menschen, die sich für eine Verschwörungstheorie begeistern, interessieren sich in der Regel für weitere Verschwörungstheorien. Die Persönlichkeiten von Verschwörungstheoretikern sind zwar nicht psychopathologisch auffällig, es lässt sich aber ein salientes Profil erkennen: Sie sind weniger verträglich, offen für neue Erfahrungen, schätzen sich als weniger intelligent ein, sie sind ansprechbar für Paranormales sowie für Abergläubisches und weisen einen hohen Fatalismus bzw. eine hohe soziale Abhängigkeit auf. Gegenwärtig gibt es noch zu wenige Replikationsstudien und einen zu uneinheitlichen Gebrauch des Konstruktes der Verschwörungstheorie, um von robusten Risikoeigenschaften für die Ansprechbarkeit für Verschwörungstheorien sprechen zu können. Aufgrund der Studiengüte der berücksichtigten Literatur kann allerdings davon ausgegangen werden, dass einige dieser Merkmale sich als robuste Marker herausstellen werden, sodass man es mit einem Persönlichkeitsrisikoprofil für Verschwörungstheorien zu tun hat.

Es ist fraglich, ob es überhaupt die Rolle eines Psychotherapeuten sein kann, jemanden von einer Verschwörungstheorie abzubringen, nachdem festgestellt worden ist, dass die Person per definitionem nicht psychisch krank ist, kein besonderes Gewaltrisiko aufweist und letztlich einfach eine persönliche Überzeugung hat, die einfach der offiziellen Lehre widerspricht. Es mag aber nun Fälle geben, wo die psychotherapeutische Bearbeitung der Verschwörungstheorie trotzdem zur Diskussion steht. Sei es, weil es der Klient selber wünscht (was eher unwahrscheinlich ist), sei es weil das Umfeld auf eine Behandlung drängt, oder weil es Teil einer forensisch-psychotherapeutischen Fallkonzeption ist. Da empfiehlt es sich, die Theorie selber nicht anzugreifen, weil Verschwörungstheorien, insbesondere die degenerativ-destruktiven Form, sich selbst immunisieren und nicht zu falsifizieren sind. Die einzelnen Persönlichkeitszüge, die in einem Zusammenhang mit der Ansprechbarkeit für Verschwörungstheorien stehen, sind auch schwierig psychotherapeutisch anzugehen. Vor dem Hintergrund, dass der wahrgenommene bzw. befürchtete Kontrollverlust eine wichtige Rolle bei der Ansprechbarkeit der Verschwörungstheorien aufweist, kann die Anwendung von therapeutischen Techniken, die bei der Selbstwirksamkeit ansetzen, diskutiert werden. Gegenwärtig sind uns allerdings keine methodisch angemessenen Untersuchungen bekannt, die genau dies zum Ziel gehabt hätten, sodass aktuell unsere Reflexion dazu lediglich als Grundlage weitergehender Überlegungen zu verstehen ist.

Notes

  1. 1.

    Vernichtung der Juden während der NS-Zeit.

  2. 2.

    Terroranschläge vom 9. September 2001 in den USA

  3. 3.

    US-Bundesbehörde für Raumfahrt und Flugwissenschaft

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Endrass, J., Graf, M. & Rossegger, A. Verschwörungstheorien unter dem Blickwinkel der Forensischen Humanwissenschaften. Forens Psychiatr Psychol Kriminol 15, 109–118 (2021). https://doi.org/10.1007/s11757-021-00660-1

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Schlüsselwörter

  • Verschwörungstheorien
  • Extremismus
  • Gefährlichkeit
  • Gewalt
  • QAnon

Keywords

  • Conspiracy theories
  • Extremism
  • Dangerousness
  • Violence
  • QAnon