Hintergrund
In Deutschland gibt es keine Daten über die Verbreitung und Anwendungsbereiche von Botulinumtoxin (BoNT) an HNO-Kliniken. Mit dem Ziel, eine Übersicht zur aktuellen Anwendung von BoNT an HNO-Kliniken zu erhalten, wurde die im Folgenden beschriebene Umfrage durchgeführt.
Material und Methoden
An 150 HNO-Kliniken wurde ein standardisierter Fragebogen gesendet. In der Auswertung wurde zwischen Universitätskliniken und städtischen Häusern unterschieden. Außerdem erfolgte auch eine Auswertung der Gesamtheit aller antwortenden Kliniken.
Ergebnisse
Die Rücklaufquote betrug 62%. Es nutzen 75% aller antwortenden Kliniken BoNT als Therapieoption. Am häufigsten werden „Off-label-use“-Indikationen behandelt (15 von 20 Indikationen: 75%). Die häufigste genannte Indikation ist das Frey-Syndrom, gefolgt von Hypersalivation bei Speichelfistel nach Parotidektomie, Dysphagie, ästhetischen Anwendungen und laryngealer Dystonie.
Diskussion
Botulinumtoxin als Therapieoption ist in der HNO-Heilkunde weit verbreitet und die Tendenz, diese Therapieoption anzubieten, hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Aufgrund der unterschiedlichen Anwendungsbereiche der einzelnen Kliniken wäre ein Verzeichnis aller BoNT-verwendenden Kliniken sinnvoll, um es Patienten zu erleichtern, die für die jeweilige Indikation nächstgelegene Klinik zu finden.