Hintergrund
Die häufigste Nebenwirkung bei der Tonsillektomie ist der postoperative Schmerz und die häufigste Komplikation die Nachblutung. In der vorliegenden Studie wurde untersucht, inwieweit der Einsatz der Koagulationsschere bei der Tonsillektomie Vorteile im Vergleich zur konventionellen Technik mit dem Raspatorium in Hinsicht auf Schmerzen, Nachblutung, aber auch bei der Operationszeit bringt.
Methoden
In der Fallkontrollstudie wurden 138 Patienten erfasst, die sich aufgrund einer chronischen Tonsillitis, einer Mononukleose oder eines Peritonsillarabszesses einer Tonsillektomie unterzogen. Bei 78 dieser Patienten erfolgte die Tonsillektomie mit dem Raspatorium, 60 Patienten wurden mit der Koagulationsschere operiert. Untersucht wurden die Operationszeiten, die Nachblutungshäufigkeit und die subjektive Einschätzung des Ausmaßes der postoperativen Schmerzen anhand einer visuellen Analogskala.
Ergebnisse
Alle 3 untersuchten Zielgrößen unterschieden sich nicht signifikant im Methodenvergleich, wobei die durchschnittliche Operationszeit mit der Koagulationsschere 4,1 min kürzer war.
Schlussfolgerungen
Ohne die postoperative Schmerzintensität und Nachblutungsrate zu steigern, ist die Koagulationsschere ein effizientes Instrument zur Durchführung der Tonsillektomie, welches die Operationszeit bei entsprechend größerem Kollektiv möglicherweise verkürzen kann.