Hintergrund und Ziel
Diese Studie soll zur Abschätzung des Vorliegens extrakranieller Metastasen bei Patienten mit primär zerebral metastasierter Tumorerkrankung beitragen.
Material und Methoden
Daten von 659 Patienten mit primär zerebral metastasierter Tumorerkrankung wurden retrospektiv analysiert. Insgesamt 359 Patienten mit extrakraniellen Metastasen wurden mit 300 Patienten ohne extrakranielle Metastasierung hinsichtlich Alter, Geschlecht, Karnofsky-Performance-Score (KPS), Art des Primärtumors und der Anzahl der Hirnmetastasen miteinander verglichen. Weitere Analysen erfolgten bei Patienten mit den ungünstigsten und bei Patienten mit den günstigsten Charakteristika.
Ergebnisse
Der Vergleich der Patienten mit versus ohne extrakranielle Metastasierung ergab signifikante Unterschiede beider Gruppen hinsichtlich KPS (p < 0,001) und Anzahl der Hirnmetastasen (p < 0,001). Die beiden ungünstigsten Charakteristika, KPS ≤ 50 und ≥ 4 Hirnmetastasen, wiesen 113 Patienten auf. Die Sensitivität für die Identifikation von Patienten mit extrakraniellen Metastasen betrug 82 %. Die Spezifität lag bei 51 %. Einen KPS ≥ 90 und nur eine Hirnmetastase hatten 50 Patienten. Die Sensitivität für die Identifikation von Patienten ohne extrakranielle Metastasen betrug 86 %. Die Spezifität lag bei 58 %.
Schlussfolgerung
Die Kombination von KPS und Anzahl der Hirnmetastasen kann zur Abschätzung des Vorliegens extrakranieller Metastasen beitragen.