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Kompendium Geschäftsmodell-Innovation

pp 283-317

Date:

Kooperative Geschäftsmodellentwicklung für systemische Nachhaltigkeitsinnovationen: Eine Fallstudie im deutschen Smart Energy-Markt

  • Sebastian KnabAffiliated withProfessur für BWL, insb. Unternehmensethik, Fachbereich Sozialökonomie, Universität Hamburg Email author 
  • , René RohrbeckAffiliated withDepartment of Business Administration, Aarhus University
  • , Lars KonnertzAffiliated with

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Zusammenfassung

Nachhaltigkeitsinnovationen zeichnen sich häufig durch einen systemischen Charakter aus, so dass deren Entwicklung ein koordiniertes Vorgehen mehrerer Akteure erfordert. Um gemeinsam Chancen für systemische Nachhaltigkeitsinnovationen zu erkennen, sie zu planen und umzusetzen, werden neue kooperative Methoden und Ansätze benötigt.

Insbesondere für die Entwicklung der Energiewirtschaft hin zu einer nachhaltigen Energieversorgung sind systemische Innovationen von großer Bedeutung. Die Integration eines schnell wachsenden Anteils erneuerbarer Energien und dezentraler Erzeugungsanlagen stellt Energieversorgungsunternehmen (EVU) vor Herausforderungen, die sie nicht alleine lösen können. Moderne Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) werden zur effizienten Steuerung verteilter Erzeugungsanlagen und Verbraucher und zur Koordinierung zahlreicher Marktakteure benötigt. Die Entwicklung intelligenter Energiesysteme („Smart Energy“) eröffnet aber auch Chancen für die Erweiterung der Geschäftstätigkeit von EVU. Hierzu werden neue Geschäftsmodelle benötigt.

In diesem Beitrag stellen wir unseren Ansatz der kooperativen Geschäftsmodellentwicklung (KGE) vor. Wir wenden die KGE in einer Fallstudie an, bei der acht Unternehmen kooperiert haben, um neue Geschäftsmodelle für die Energiewirtschaft zu entwickeln. Nach der Darstellung unseres Ansatzes diskutieren wir seine Stärken und Limitationen und vergleichen ihn mit zwei alternativen Methoden der Strategie- und Innovationsplanung, der Szenariotechnik und dem Roadmapping.

Es zeigt sich, dass die KGE gut geeignet ist um 1. potentiellen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Nutzen zu identifizieren, 2. kooperative Wertschöpfungsarchitekturen zu entwickeln, 3. in komplexen und unsicheren Märkten zu planen und 4. die Umsetzung neuer Geschäftsmodelle vorzubereiten.