Chapter

20 Jahre Kardiologie 1973–1993

pp 6-12

Wandel in Patientengut und Therapiekonzepten

  • Hermann Mannebach
  • , Ulrich Gleichmann

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Zusammenfassung

Schon ein flüchtiger Rückblick auf die vergangenen zwei Jahrzehnte zeigt, daß sich in der Kardiologie, wie in der gesamten Medizin, ein tiefgreifendel Wandel vollzogen hat. Wer Epochen an konkreten Kalenderdaten festmachen will, kann das Jahr 1977 als Wasserscheide ansehen. In diesem Jahr wurde das erste in vivo Protonenbild des menschlichen Herzens von Damadian und Mitarbeitern gewonnen und eine neue Ära der nichtinvasiven kardiologischen Diagnostik eingeläutet. Im gleichen Jahr wurde von Andreas Grüntzig mit der ersten perkutanen Koronarangioplastie ein neues Prinzip in die kardiologische Therapie eingeführt. Noch im gleichen Jahr berichtete die Arbeitsgruppe von Rashkind über den ersten erfolgreichen Verschluss eines Ductus Botalli durch Katheterintervention (19). Seither hat sich das Tempo der Entwicklung so beschleunigt, daß einige Autoren bereits von einer Revolution in der Kardiologie sprechen (32). Mindestens vier ineinander verflochtene Konditionalkomplexe dieses tiefgreifenden Wandels lassen sich herausschälen: 1. der soziographische Wandel im Patientengut und in den Anschauungen der Gesellschaft über die Rolle der Medizin, 2. die Explosion des Wissens 3. die dramatische Erweiterung des therapeutischen Arsenals und 4. die von der “high tech” Medizin geförderte Verkürzung des Krankheitsbegriffes.