, Volume 9, Issue 2, pp 131-138

Hygiene in der Dialyse

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Zusammenfassung

Hintergrund

Vor der Einführung strikter Hygienemaßnahmen kam es in Dialyseeinrichtungen zu schwerwiegenden Ausbrüchen viraler Hepatitiden. Gefäßzugänge und extrakorporale Bluttherapie sowie die immunologische Abwehrschwäche Nierenkranker führen dazu, dass die Anforderungen an die Hygiene besonders hoch sind. Gleichzeitig wird die Dialyse überwiegend als ambulante Behandlung durchgeführt, sodass die Hygienemaßnahmen der stationären Krankenversorgung nur bedingt durchführbar sind.

Ziel

Zusammenstellung von praktisch wichtigen Aspekten der Hygiene zur Unterstützung der gesetzeskonformen und rationalen Organisation in ambulanten Dialysezentren.

Material und Methoden

Auswertung von Gesetzen (Infektionsschutzgesetz) und Normen (Hygieneverordnungen der Länder, Arbeitsschutzregeln, DIN-Normen) sowie kritische Wertung ausgewählter Publikationen zu praktisch wichtigen Fragen für Dialyseeinrichtungen.

Ergebnisse

Dialyseeinrichtungen sind zur Erstellung eines Hygieneplans verpflichtet, in dem die Vorgehensweise zur Einhaltung der Hygienevorschriften niedergelegt ist. Zusätzlich sind die Zuständigkeiten und Qualifikationen des Personals in der Einrichtung zu beschreiben. Darüber hinaus ist es notwendig, standardisierte Vorgehensweisen zu erarbeiten, wie bei der Behandlung von Patienten vorzugehen ist, die mit chronischen Virusinfektionen wie Hepatitis B oder C oder HIV infiziert sind oder eine Kolonisation mit bakteriellen Erregern mit problematischem antibiotischen Resistenzprofil aufweisen.

Diskussion

Die deutsche Rechtsprechung geht davon aus, dass hygienische Risiken in der Medizin voll beherrschbar sind. Die Hygiene in Behandlungseinrichtungen wird durch die zuständigen Behörden eng überwacht, die Haftungsrisiken sind erheblich. Daher ist es besonders wichtig, unter dem Aspekt sowohl der Behandlungsqualität für den Patienten als auch der Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen exakt die notwendigen Vorgehensweisen zu definieren und umzusetzen.

Abstract

Background

Prior to the introduction of strict hygiene precautions hemodialysis centers were notorious for being sites of nosocomial transmission of viral hepatitis. The treatment requires high volume vascular access with extracorporeal treatment of blood and the patients suffer from immunodeficiency. Therefore, there is a need for optimum hygiene procedures. Furthermore, in most cases chronic hemodialysis treatment is carried out on an outpatient basis, thus the usual precautions for inpatient care are not fully applicable.

Aim

This study was carried out to review practically relevant aspects of hygiene to assist legal and rational organization in dialysis centers.

Materials and methods

Evaluation of aspects relevant to outpatient hemodialysis treatment from laws (Federal infection protection act) and regulations (hygiene regulations of the German states, workers protection regulations and industrial norms) and critical assessment of selected publications.

Results

Dialysis centers are required to elaborate hygiene procedures that describe all mandatory precautions to comply with legislation. In addition, responsibilities and qualifications of staff need to be described. Every center has to report its standard procedures for the treatment of patients with viral hepatitis, human immunodeficiency virus (HIV) and patients infected with bacteria expressing problematic antibacterial resistance patterns.

Discussion

German legislation assumes hygienic risks to be fully manageable. The authorities strictly enforce compliance with hygiene regulations and liability risks are high. Therefore, the exact definition of necessary procedures is of utmost importance to improve patient treatment while keeping procedures economically feasible.