, Volume 196, Issue 3, pp 241-253

Statistische Untersuchungen zur Paranoiafrage

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Zusammenfassung

Aus mehr als 10000 stationären Patienten einer Heilanstalt konnten 55 Fälle echter Paranoia im Sinne systematisierter Wahnbildungen bei erhaltener Persönlichkeit ohne Halluzinationen untersucht werden. Im Vergleich mit 36 anderen Fällen, die zuerst als Paranoia diagnostiziert worden waren, sich dann aber als Krankheitsbilder anderer Atiologie erwiesen, ließen sich einige Punkte herausarbeiten, die dafür sprechen, daß wir in dieser Krankheit ein Beispiel einer Psychose vor uns haben, die weitgehend psychogen determiniert erscheint. Beginnend am Knick zur absteigenden Lebenslinie, ausgelöst durch Kränkungs- und Versagungserlebnisse, meist bezogen auf Personen, die eine große Rolle in der Intimsphäre spielen, entwickelt sich ein Wahnsystem, das fast in der Hälfte der Fälle, meist nach Änderung der auslösenden Situation, wieder abklingt. Die Einstellung zum Arzt ist meist positiv, die Generalisierungstendenz des Wahnes gering.

Die Bedingungen zur Psychose dürften in einer konstitutionellen oder erworbenen Ichschwäche (dem „degenerativen Charakter“ der descriptiven Psychiatrie entsprechend) liegen sowie in einer analen Fixierung.

Die Rorsehachbefunde von 22 Patienten sprechen gegen Schizophrenie.