Radioenzymassay (REA)

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Zusammenfassung

Radioenzymassay (REA)

Englischer Begriff

radioenzymatic assay

Definition

Beim Radioenzymassay (REA) wird eine radioaktiv markierte funktionelle Gruppe, z. B. eine Methylgruppe, mithilfe eines Enzyms auf die zu bestimmende Substanz (Analyt) übertragen. Nach Reinigung und Auftrennung der radioaktiven Endprodukte wird das isolierte Endprodukt des Analyten mit einem Messgerät für die verwendete Radioaktivtät, z. B. Gamma- bzw. Beta-Zähler, quantitativ bestimmt.

Beschreibung

Eine häufige Anwendung des REA lag in der Zeit vor den direkten Immunoassays bzw. den heutigen HPLC-Verfahren im Einsatz zur Bestimmung der Katecholamine. Hierbei erfolgte die radioenzymatische Methylierung mittels der Catechol-O-Methyltransferase (COMT). Die Katecholamine Adrenalin und Noradrenalin wurden dabei in die Metanephrine umgewandelt und radioaktiv gemessen. Über Standardkurven wurden die Ausgangsprodukte Adrenalin und Noradrenalin quantitativ bestimmt. Ein weiteres Anwendungsgebiet des REA war beispielsweise die Bestimmung von Carnitin im Rahmen des Fettsäurenmetabolismus.

Heute besitzt der REA keine Praxisrelevanz mehr, weil zahlreiche neue Verfahren eingeführt wurden (Immunoassay, HPLC-MS), die eine bedeutend höhere diagnostische Relevanz besitzen.

Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.Ehem. Krankenhaus Dresden-FriedrichstadtInstitut für Klinische Chemie und LabormedizinDresdenDeutschland

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