Kleihauer-Betke-Test

Living reference work entry
Part of the Springer Reference Medizin book series (SRM)

Zusammenfassung

Kleihauer-Betke-Text

Synonym(e)

HbF-Zellen

Englischer Begriff

Kleihauer-Betke staining

Definition

Semiquantitative Bestimmung von Hämoglobin F (HbF) im Blutausstrich mit der Säureelutionsmethode.

Beschreibung

Mit einer sauren Pufferlösung (z. B. Citratpuffer pH 3,3) kann das HbA aus auf einem Objektträger fixierten Erythrozyten herausgelöst werden. Nach Anfärbung mit einer Hämatoxylin-Eosin-Lösung können die Erythrozyten dann als farblose „Geisterzellen“ dargestellt werden. HbF ist dagegen säureresistenter, wird nicht aus den Erythrozyten herausgelöst und kann somit durch die Hämatoxylin-Eosin-Lösung rötlich angefärbt werden. Angegeben wird der Anteil HbF-haltiger Erythrozyten in Prozent bei Auszählung von 5 Feldern bei einer Vergrößerung von 1000×.

Der Kleihauer-Betke-Test findet seine Anwendung vor allem im Bereich der Geburtshilfe und Neonatologie, z. B. bei einer vaginalen Blutung der Mutter zur Differenzierung der Blutungsquelle maternal vs. fetal oder um fetales Blut im Kreislauf der Mutter nachzuweisen. Dabei können Blutübertragungen >1 mL nachgewiesen werden. Aber auch bei den verschiedensten Formen der Hämoglobinopathien mit einer erhöhten Expression des HbF kann dieser Test zur Differenzialdiagnostik eingesetzt werden.

Literatur

  1. Kleihauer E, Braun H, Betke K (1957) Demonstration von fetalem Hämoglobin in den Erythrozyten eines Blutausstriches. Klin Wochenschr 35:637–638CrossRefPubMedGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für Laboratoriumsmedizin, Mikrobiologie und BlutdepotRegionale Kliniken Holding RKH GmbHLudwigsburgDeutschland

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