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Immunglobulin E, allergenspezifisches

  • H. Renz
  • B. Gierten
Living reference work entry
Part of the Springer Reference Medizin book series (SRM)

Zusammenfassung

Immunglobulin E, allergenspezifisches

Englischer Begriff

allergen specific IgE antibody

Definition

Antikörper der Immunglobulinklasse E, die durch die ε-Schwerkette definiert wird.

Struktur

ε2κ2 oder ε2λ2.

Molmasse

190 kDa.

Synthese – Verteilung – Abbau – Elimination

Molekülstruktur und Bildungsort entsprechen denen des Gesamt-IgE.

Bei Kontakt mit ungefährlichen polyvalenten Fremdantigenen werden B-Lymphozyten über Zytokine zur Produktion von IgE, spezifisch für das eingedrungene Antigen, das dann zum Allergen geworden ist, angeregt. Der Mechanismus, der ein ungefährliches Antigen zum Allergen klassifiziert, ist noch ungeklärt.

Halbwertszeit

2–3 Tage.

Funktion – Pathophysiologie

Immunglobulin E

Untersuchungsmaterial – Entnahmebedingungen

Serum, EDTA- oder Heparin-Plasma, andere Körperflüssigkeiten.

Probenstabilität

Immunglobulin E. Instabiler sind Antikörper gegen Bienen- und Wespengift.

Indikation

Allergie, Atopie.

Interpretation

Die Bestimmung von allergenspezifischen IgE-Spiegeln sollte immer von einer Gesamt-IgE-Bestimmung begleitet sein, da sie als Interpretationshilfe dient. Bei niedrigen oder normalen Gesamt-IgE-Spiegeln haben gering erhöhte Spiegel an spezifischen IgE eher eine klinische Relevanz als bei hohem Gesamt-IgE. Niedrige spezifische IgE sind dann eher Ausdruck einer unspezifischen Stimulation von B-Zell-Klonen.

Der Nachweis von spezifischem IgE zeigt eine Sensibilisierung des Patienten an. Die Diagnose Allergie, also Sensibilisierung mit begleitenden klinischen Symptomen, kann nur vom behandelnden Arzt gestellt werden.

Diagnostische Wertigkeit

Der Nachweis spezifischer IgE ist in hohem Maß abhängig von der verwendeten Allergenpräparation. Bisher gibt es keine standardisierte Präparation von nativen Allergenen. Rekombinante Allergene werden in zunehmender Zahl produziert, jedoch ist deren Wertigkeit im Bereich der Diagnostik bisher Gegenstand reger Diskussion.

Literatur

  1. Thomas L (Hrsg) (2005) Labor und Diagnose. Indikation und Bewertung von Laborbefunden für die medizinische Diagnostik, 6. Aufl. TH-Books, Frankfurt am Main, S 1115–1118Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2017

Authors and Affiliations

  1. 1.Institute of Laboratory Medicine and Pathobiochemistry, Molecular DiagnosticsPhilipps University Marburg, University Hospital Gießen and Marburg GmbHMarburgDeutschland
  2. 2.Institut für Medizinische Diagnostik GmbH, ImmunologieBioscientiaIngelheimDeutschland

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