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HLA-Antikörper-Absorption

  • K. Kleesiek
  • C. Götting
  • J. Diekmann
  • J. Dreier
  • M. Schmidt
Living reference work entry
Part of the Springer Reference Medizin book series (SRM)

Zusammenfassung

HLA-Antikörper-Absorption

Englischer Begriff

HLA antibody absorption; HPC adsorption

Definition

Verwendung von Thrombozyten-Pools zur Reduzierung oder Entfernung der HLA-Antikörper aus humanem Serum durch Bindung an thrombozytäre HLA-Antigene.

Beschreibung

Antikörper gegen Antigene des HLA-Systems befinden sich häufig im Serum mehrfach transfundierter Patienten und Frauen, die mehrere Schwangerschaften durchgemacht haben. Diese Antikörper führen oft zu Störungen beim Nachweis möglicherweise vorhandener anderer klinisch signifikanter Blutgruppenantikörper. Die Identifikation dieser Antikörper lässt sich durch vorherige teilweise oder vollständige Absorption der hämagglutinierenden HLA-gruppenspezifischen Antikörper erleichtern. Obwohl der Grad der Expression außerordentlich variiert, werden HLA-A-, -B- und -C-Antigene auf Thrombozytenoberflächen exprimiert und machen Thrombozyten zu einem hervorragenden Absorptionsmaterial zur Entfernung der HLA-bezogenen Antikörper. Die Durchführung von Absorptionen mittels Pools aus Thrombozyten vieler Spender („human platelet concentrate“, HPC) erhöht dabei die Wahrscheinlichkeit, dass ausreichende Mengen an HLA-Antigenen zur Verfügung stehen, um eine gründliche Absorption der Antikörper zu ermöglichen.

Der Vergleich der Ergebnisse von absorbiertem Serum mit dem gleichen, nicht absorbierten Serum ermöglicht die Bestätigung der Anwesenheit von HLA-Antikörpern und/oder die Identifikation möglicherweise zusätzlich vorhandener Antikörper.

Der Einsatz dieser Methode ist jedoch begrenzt, da zusätzlich zu HLA-bezogenen Antikörpern auch andere Spezifitäten absorbiert werden können, wie z. B. A, B, H, I, Lea, Leb, Fya und P. Deshalb sollten Tests, die bei Thrombozyten-Pools zur Absorption eingesetzt wurden, durch andere Methoden zum Antikörpernachweis ergänzt werden. Auch die Möglichkeit, dass ein seltener Alloantikörper absorbiert wird, kann nicht eindeutig ausgeschlossen werden.

Literatur

  1. Aster RH, Miskovich BH, Rodey GE (1973) Histocompatibility anfigens of human plasma; localization to HLD 3 lipoprotein fraction. Transplantation 16:205–210CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • K. Kleesiek
    • 1
  • C. Götting
    • 2
  • J. Diekmann
    • 3
  • J. Dreier
    • 4
  • M. Schmidt
    • 5
  1. 1.Ehemaliger Direktor des Instituts für Laboratoriums- und TransfusionsmedizinHerz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen Ruhr-Universität BochumBad OeynhausenDeutschland
  2. 2.MVZ Labor Limbach Nürnberg GmbHNürnbergDeutschland
  3. 3.Institut für Laboratoriums- und TransfusionsmedizinHerz- und Diabeteszentrum NRWBad OeynhausenDeutschland
  4. 4.Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen; Institut für Laboratoriums- und TransfusionsmedizinUniversitätsklinik der Ruhr-Universität BochumBad OeynhausenDeutschland
  5. 5.Institut für Laboratoriums- und TransfusionsmedizinUniversitätsklinik der Ruhr-Universität BochumBad OeynhausenDeutschland

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