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Bewahrpädagogische Strömung der Medienpädagogik

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Zusammenfassung

Der Begriff Bewahrpädagogik kennzeichnet ein pädagogisches Handeln bzw. ein Erziehungskonzept, bei dem Heranwachsende vor Gefährdungen beschützt und Schonräume der Kindheit und Jugend bewahrt werden sollen. Historisch hängt die Entstehung einer Bewahrpädagogik mit dem Verständnis von Kindheit als eines Schonraumes zusammen, das sich Mitte des 19. Jhds. durchzusetzen begann. Der Begriff ist eng mit in ihrer jeweiligen Zeit ‚neuen‘ Medien verbunden. Bestimmte Inhalte der Massenschriften des 19. Jhds. und des um die Wende zum 20. Jhd. ‚neuen‘ Mediums Film wurden als Gefährdungen für den Schonraum des Aufwachsens angesehen.

Problematisch war an bewahrpädagogischen Haltungen von Anfang an, dass sie einem monokausalen Verständnis von Medienwirkung folgten und potenzielle Mündigkeit des Rezipienten kaum in den Blick kam. Unter dem Vorwand ‚Schutz der Jugend‘ wurden zudem häufig kulturpessimistische und neue Medienentwicklungen ablehnende Haltungen bis hin zur Befürwortung von Zensur vertreten. Heute stellt sich Bewahrpädagogik eher als „Risikomanagement“ im Kontext einer mediatisierten Gesellschaft dar.

Schlüsselwörter

Bewahrpädagogik Bewahren Begleiten Erziehung Medienpädagogik Jugendschutz Risikomanagement 

Literatur

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Authors and Affiliations

  1. 1.FH MünsterMünsterDeutschland

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