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Wirtschaft fördern und fordern: Die Gemeinwohl-Ökonomie als Impuls für nachhaltige Wirtschaftsförderung

  • Ulrich DewaldEmail author
  • Josef Rother
Living reference work entry

Zusammenfassung

Wie eh und je orientiert sich die kommunale Wirtschaftsförderung an Wettbewerb, Innovation und Standortkonkurrenz und folgt dem Mainstream eines wachstumsorientierten Gesellschafts- und Wirtschaftsmodells. Im Angesicht von Klimawandel, fortschreitender Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen und vielfältigen sozialen und wirtschaftlichen Problemen kann dies keine ernsthafte Zukunftsoption der Wirtschaftsförderung darstellen. Allenfalls drücken sich in dieser Kontinuität der Konzepte und Begriffe vermeintliche Handlungszwänge aus. Eine zukunftsfähige Wirtschaftsförderung nimmt hingegen Impulse der pluralen Ökonomik auf: sie erweitert den Blick vom Unternehmen auf den Menschen, sie versteht den Standort als komplexes sozio-ökonomisches Geflecht und sie befasst sich mit der ethischen Dimension des Wirtschaftens. Dies kommt in den Konzepten von Nachhaltigkeit und Standortverantwortung zur Geltung, die in ihren Bedeutungen für die Wirtschaftsförderung konkretisiert werden müssen. Mit der Gemeinwohl-Ökonomie wird ein Orientierungsrahmen vorgestellt, in dem Nachhaltigkeit und Standortverantwortung auf die Handlungsebene projiziert werden. Damit ist es Ziel, Werkzeuge für eine Wirtschaftsförderung der Gestaltung und Alternativen anzubieten – eine Wirtschaftsförderung, die sich bewusst mit den Alternativen zum wachstumsorientierten Mainstream auseinandersetzt.

Schlüsselwörter

Nachhaltigkeit Gemeinwohl-Ökonomie Postwachstum Wirtschaftförderung Gemeinwesen 

1 Einleitung: Nachhaltigkeit und Standortverantwortung als Aufgabe der Wirtschaftsförderung?

Worauf muss noch verwiesen werden, um mehr Bewusstsein für eine Schubumkehr im ökonomischen Handeln zu erlangen? Von den Grenzen des Wachstums des Club of Rome über die „große Transformation“, die der WBGU (Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen) in seinem letzten Hauptgutachten skizzierte, bis zum jüngsten Sonderbericht der ICPP (Intergovernmmntal Panel for Climate Change) sind die Mahnungen gleich: ein Umdenken in unserer Konsum- und Produktionsweise ist erforderlich, um unseren Planeten enkeltauglich zu erhalten. Der Ressourcenverbrauch muss dazu sowohl relativ als auch absolut drastisch gesenkt werden. Ambitionierte Ziele werden formuliert, etwa das der vollständigen Dekarbonisierung bis zum Jahr 2050 – und doch immer wieder in die Zukunft verlegt. Die Voraussetzungen dafür müssen im Hier und Jetzt geschaffen werden, im Dorf, im Stadtteil, im Landkreis, unmittelbare Maßnahmen sind erforderlich. Deswegen ist es wichtig, die kommunale Wirtschaftsförderung stärker als Organ gesamtstaatlicher (Nachhaltigkeits-) Ziele zu sehen und nicht nur als Fürsprecher einzelbetrieblicher Interessen.

Welchen Beitrag kann die kommunale Wirtschaftsförderung leisten? Im aktuellen „Diskussionspapier für eine erfolgreiche Wirtschaftsförderung“ des Deutschen Städtetages (2018) liegen die Prioritäten anderswo: Digitalisierung, Anpassung an die Globalisierung, der demografische Wandel werden als die wesentlichen Herausforderungen für die städtischen Wirtschaftsstandorte genannt, auf die mit den bekannten Strategien – Ausbau von Breitband-Infrastruktur, Ausweisung von Gewerbeflächen, wirtschaftsfreundliche Orientierung der Stadtpolitik – zu reagieren sei.

Ein Unterkapitel Nachhaltiges Wirtschaften und Ressourcen- und Energieeffizienz stellt dann doch ein paar Maßnahmen vor. Diese weisen den Märkten die Rolle zu, nachhaltiges Wirtschaften voran zu bringen. Von neuen Leitmärkten ist die Rede. Insbesondere KMU stehen im Fokus einer branchenorientierten Wirtschaftsförderung. Dies steht ganz im Einklang mit den Versprechungen der ökologischen Modernisierung (vgl. Spaargaren und Mol 1992), mit der einst die Hoffnung verbunden wurde, dass Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz eben über technologische Innovationen und Märkte vorangetrieben werden und im Einklang mit einem wachstumsorientierten Gesellschafts- und Wachstumsmodell zu realisieren sind. Dass dies vereinbar ist – die ökologische Modernisierung als Teil der wachstumsorientierten kapitalistischen Entwicklung – wird von vielen Seiten aus angezweifelt (vgl. Unmüßig et al. 2012). Effizienzgewinne werden durch Rebound-Effekte mehr als ausgeglichen (z. B. werden Verbrennungsmotoren für Autos zwar effizienter, durch das größere Gewicht der Autos steigt jedoch der Verbrauch). Auch im Modell der „green economy“ reproduziert sich letztlich das auf Effizienz getrimmte wachstumsorientierte Wirtschaftsmodell. Der Nachhaltigkeitsbegriff hat im Zuge solcher Engführungen stark gelitten. Überhaupt stellt sich die Frage, inwieweit Unternehmen mit ihren strukturellen Zwängen als zentrale Akteure der „green economy“ tatsächlich als Agenten einer nachhaltigkeitsorientierten sozial-ökologischen Transformation dienen können (Gottschlich et al. 2015, S. 34).

Um eine solche Rolle einnehmen zu können, müssen Unternehmen ihre Wachstumstreiber identifizieren, kritisch hinterfragen und nach Möglichkeit begrenzen. Dabei kann den Unternehmen ein Wegweiser hilfreich sein. Genau an dieser Stelle eröffnen sich Handlungsspielräume für eine Wirtschaftsförderung der Alternativen. Eine vergleichsweise konkrete Alternative stellt die Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) dar, ein Ansatz aus einem ganzen Bündel an zunehmend diskutierten alternativen Wirtschaftsmodellen in der Debatte um Wachstumsrücknahme und eine sozial-ökologische Transformation. Die GWÖ ist geeignet, um die Themen Nachhaltigkeit und Standortverantwortung auf die Handlungsebene der Unternehmen, aber auch Kommunen, Vereine, NGOs und andere Organisationen, zu überführen und damit Anforderungen an Nachhaltigkeit und Standortverantwortung neu zu kontextualisieren. Ein konkretes Werkzeug der GWÖ, das hier genauer vorgestellt wird, ist die Gemeinwohl-Bilanz.

Dementsprechend ist dieser Beitrag aufgebaut. In einem ersten Schritt werden einige Überlappungsbereiche konventioneller und alternativer Wirtschaftsförderung ausgeleuchtet. Aus dem breiten Spektrum der in der Postwachstumsdebatte diskutierten Ansätze werden darauffolgend im dritten Kapitel grundlegende Merkmale und Arbeitswerkzeuge der GWÖ diskutiert. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Frage, wie deren Ideen konkret in die Arbeit der Wirtschaftsförderung Eingang finden können. Das vierte Kapitel schließt mit einem Aufruf, die Rolle des Wirtschaftsförderers weiter zu denken – eben nicht nur als Wirtschafts-, sondern auch als Werteförderer.

2 Berührungspunkte konventioneller und alternativer Wirtschaftsförderung

Die Praxis der Wirtschaftsförderung ist gegenwärtig mit den Auswirkungen des starken Wirtschaftswachstums der letzten Jahre konfrontiert. Viele Betriebe wollen expandieren, stoßen dabei jedoch auf ihre individuellen Wachstumsgrenzen, da sowohl das Arbeitskräfteangebot als auch die Verfügbarkeit von Flächen zumindest in vielen Regionen Deutschlands erschöpft sind. Die Grenzen des Wachstums werden somit hier gegenwärtig von der Knappheit dieser Produktionsfaktoren bestimmt, von einem hohen Niveau mehrerer Jahre andauernden Wirtschaftswachstums kommend. Praktisch hat dies Konsequenzen für die Wirtschaftsförderung, da das Pendel weg von der Außenorientierung und stärker wieder in Richtung Bestandspflege schwingt und somit eine Fokussierung auf die endogenen Potenziale erfolgt. Wirtschaftsförderer können sich in dieser Situation die Frage stellen, nach welchen Kriterien man ansiedlungswillige Betriebe mit Flächen versorgt, oder diese eben abweist. Damit ist man im Tagesgeschäft der Wirtschaftsförderung freilich meilenweit davon entfernt, sich grundlegender mit Wachstumsgrenzen und den Schattenseiten des gegenwärtigen wachstumsgetriebenen Wirtschaftsmodells auseinander zu setzen. Ganz im Gegenteil, das Wachstum der letzten Jahre verstellt den Blick auf die Mehrfachkrise, in der sich die Außenwelt der kommunalen Wirtschaftsförderung eigentlich befindet. Wie kann Wirtschaftsförderung dann für kapitalismus- und wachstumskritische Ansätze sensibilisiert werden?

Dieser Bezug kann wohl kaum über den gemeinsamen Ausgangspunkt verschiedener Diskussionsstränge im Postwachstumsdiskurs, ihre Ablehnung des kapitalistischen Wachstumspfades, geschaffen werden, da hier diametral entgegengesetzte Positionen zu konventioneller Wirtschaftsförderung existieren. Die Postwachstumsdebatte artikuliert als ein Hauptziel absolute Wachstumsrücknahme, während kommunale Wirtschaftsförderung durch Standortwettbewerb und die Erfüllung vor allem kurzfristiger Wachstumsziele geprägt ist: Erhöhung der Zahl der Arbeitsplätze, Gewerbesteuereinnahmen und Zuzug von Fachkräften und deren Familien (um dann im nächsten Standortvergleich einige Ränge nach oben zu rücken). Der Zugang gelingt vielleicht eher über die Praxis konkreter bereits gelebter Alternativen wie Transitions towns, Tauschringe, Reparaturcafés etc. (vgl. Burkhart et al. 2017). Diese haben sich in eigenständigen sozio-kulturellen Milieus und bottom-up entwickelt und entfachen vielerorts eine Dynamik, die nicht mehr zu übersehen ist, mit der sich Wirtschaftsförderung jedoch aus intrinsischen Motiven auseinandersetzen sollte. Diese Initiativen werden auch hier und da bereits von der Wirtschaftsförderung wahrgenommen und in Pilotprojekten explizit gefördert (vgl. z. B. das Projekt Wirtschaftsförderung 4.0 des Wuppertal Institut). Es gibt aber auch konzeptionell Berührungspunkte, an denen sich zeigt, dass alternative Konzepte aus dem breiten Spektrum der Postwachstumsdebatte in einigen ihrer Zielsetzungen und Instrumente zum Aufgabenportfolio gegenwärtiger Wirtschaftsförderung durchaus Schnittmengen aufweisen. Dieser Beitrag hebt das Verbindende zwischen diesen Polen hervor und sucht nach Schnittmengen und Überlappungen.

Solche Berührungspunkte finden sich zwangsläufig erst, sobald man hinter den Oberflächen eines plakativen Dagegen von „degrowth“ auf der einen und der unhinterfragten und offensiven Wachstumsorientierung der Wirtschaftsförderung auf der anderen Seite sucht. Die Förderung von regionalen Wirtschaftskreisläufen durch eine Regionalwährung steht wohl kaum im Widerspruch zu dem Anliegen auch konventioneller Wirtschaftsförderung, die Resilienz ihrer Wirtschaftsregion zu fördern. Das Gleiche gilt für die solidarische Landwirtschaft, die regionale Produktions- und Abnehmerbeziehungen zwischen Stadt und Umland initiiert. Auch die Förderung von Corporate Social Responsibility (CSR) gehört mittlerweile zum guten Ton konventioneller Wirtschaftsförderung, hat aber ihre Wurzeln – von unbestreitbaren Fällen des „green washings“ abgesehen – in der Einsicht, dass Wirtschaftswachstum und einseitige Fokussierung auf finanzielle Erfolgskennziffern nicht alles sein können. Somit sollen im Folgenden Überlappungsbereiche konventioneller und alternativer Wirtschaftsförderung identifiziert werden. Um die Suche danach zu strukturieren, wird eine Unterteilung in vier Bereiche vorgenommen: mit der materiellen Dimension verbunden die Frage nach dem Umgang mit natürlichen Ressourcen wie Flächen, mit der Gemeinwesenorientierung die sozio-ökonomische Dimension, mit lokaler Ökonomie die räumliche Dimension und mit Werteorientierung die ethische Dimension.

2.1 Umgang mit den natürlichen Ressourcen: Nachhaltigkeit und Flächenverbrauch

Ein zentraler Begriff im Berührungsfeld Umgang mit den natürlichen Ressourcen ist Nachhaltigkeit. Von der ursprünglichen Entwicklung der Debatte um Nachhaltige Entwicklung seit Rio 1992 bis hin zu den heute diskutierten Sustainable Development Goals (SDGs) hat der Begriff der Nachhaltigkeit eine breite Verwendung erfahren und auch Eingang in die Praxis der Wirtschaftsförderung gefunden. Nachhaltigkeit wurde allerdings, wie (Wachstums-)Kritiker anmerken, bis zur Unkenntlichkeit ausgehöhlt. Dies hängt nicht unwesentlich damit zusammen, dass die ursprünglich ökologische Bezugnahme immer stärker auf den Dreiklang Ökologie, Ökonomie und Soziales ausgeweitet wurde. Bereits der Auftakt der globalen Nachhaltigkeitsdebatte im Kontext der Rio Deklaration über Umwelt und Entwicklung implementierte ein auf Weltmarktöffnung und Wachstumsorientierung ausgerichtetes Entwicklungskonzept (vgl. Unmüßig et al. 2012). Und auch die 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedeten SDGs beinhalten in Ziel 8 wirtschaftliches Wachstum. Nicht nur deshalb wird das Konzept Nachhaltiger Entwicklung aus Sicht der Postwachstumsökonomie abgelehnt. Auch wird das Versagen der Umsetzung bemängelt, da 30 Jahre nach der Rio Konferenz keine Fortschritte in der ökologischen Belastung des Planeten erzielt wurden, ganz im Gegenteil (vgl. Kopfmüller et al. 2016). Somit entpuppt sich die Entkopplung von wirtschaftlichem Wachstum und Rohstoffverbrauch als reines Wunschdenken. Wie in der Einleitung erwähnt, haben solche Ideale wie das der Entkopplung insbesondere im Kontext der ökologischen Modernisierung weite Verbreitung erfahren, die wiederum in Vorstellungen von „grünem Wachstum“ oder einer „green economy“ Eingang gefunden haben.

Die Wachstumskritik umfasst mit der Ablehnung der letztgenannten Konzepte somit auch gerade die Nachhaltigkeitsstrategien, die besonders passfähig zum Standardset der konventionellen Wirtschaftsförderung sind. Denn die materielle und technologische Komponente von Nachhaltigkeit wird in Positionspapieren und Aufgabenbeschreibungen der Wirtschaftsförderung durchaus berücksichtigt, wenn auch auf den hinteren Rängen. In den „Positionen der Kommunalen Wirtschaftsförderung NRW zu wirtschaftspolitischen Themen (2017–2022)“ taucht Ressourceneffizienz als eigenständiger Standortfaktor auf Rang 17 von 20 auf. Einleitend zu diesem Standortfaktor wird anerkannt, dass „wirtschaftliches Wachstum heutiger Prägung an seine Grenzen stößt“ (Kommunale Wirtschaftsförderung NRW 2017, S. 10). Als konkrete Maßnahmen werden Einsparungs- und Schutzziele ausgegeben und eine umweltverträgliche Ansiedlungsstrategie vorgeschlagen. Ganz im Einklang mit Zielen der ökologischen Modernisierung betont der Städtetag die Bedeutung von Leitmärkten für Umweltinnovationen und -technologien, mit denen Exportchancen eröffnet und zeitgleich betriebswirtschaftliche Effizienzgewinne realisiert werden können. Dabei wird eine abweichende Schwerpunktsetzung offensichtlich: während konventionelle Wirtschaftsförderung die Exportchancen für Umwelttechnologien betont und somit aus einer Marktperspektive argumentiert, müsste eine alternative Wirtschaftsförderung insbesondere Ressourcenschonung und Umweltverträglichkeit der Produktion vor Ort in den Blick nehmen, und damit die materielle Dimension.

Einen weiteren Berührungspunkt bildet das Thema des Umgangs mit Flächen. Zunächst ist dazu festzustellen, dass bundesweit nach wie vor ein hoher Flächenverbrauch besteht. Das 30-ha-Ziel in der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung wird eklatant verfehlt, entgegen den anvisierten 30 ha Flächenversiegelung pro Tag (für das Jahr 2020) lag dieser Wert bei immer noch über 60 ha im Jahr 2015 (vgl. Umweltbundesamt 2018). Ziel einer nachhaltigeren Wirtschaftsförderung müsste es daher sein, alle Möglichkeiten zur Reduktion des Flächenverbrauches auszuschöpfen. Dem gegenüber steht der Expansionsdrang der Wirtschaft nach Jahren beständigen Wachstums, bei einem gleichzeitig abnehmenden Angebot an verfügbaren Flächen. In den zahlreichen Unternehmensbefragungen der GEFAK wird ein erheblicher Flächenbedarf der Unternehmen artikuliert. Wie schwierig es ist, eine ambitionierte nachhaltigkeitsorientierte Gewerbeflächennutzung umzusetzen, zeigt das Beispiel der sogenannten Eco-Industrial-Parks, die ab den 1990er-Jahren in den westlichen Industrieländern konzipiert wurden (vgl. Gibbs und Deutz 2007). Basierend auf der Metapher industrieller Ökosysteme wird dabei versucht, Gewerbegebiete nachhaltig auszurichten. Dies setzt neben der einzelbetrieblichen Ebene, bei der auf geringen Ressourcenverbrauch gesetzt wird, insbesondere auf der überbetrieblichen Ebene an. Vergleichbar zu natürlichen Ökosystemen sollen Stoffströme zwischen den ansässigen Unternehmen etabliert und somit kleinräumig Wertschöpfungsketten initiiert werden, die zu niedrigerem Energieverbrauch und geringeren Abfällen beitragen. Die Analyse zeigt allerdings, dass der tatsächlichen Nutzung stofflicher Synergien zwischen den ansässigen Unternehmen enge organisatorische, ökonomische und regulatorische Grenzen gesetzt sind und eine große Diskrepanz zwischen dem Anspruch und der Realität besteht (vgl. Gibbs und Deutz 2007). Letztlich können nur selten stoffliche Symbiosen realisiert werden. Dies stellt nur beispielhaft dar, wie schwierig es ist, ambitionierte nachhaltigkeitsorientierte Strategien in der Gewerbeflächenentwicklung umzusetzen.

Aus Sicht einer alternativen Wirtschaftsförderung ist ein deutlich sparsamerer und vorsorgender Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen ein zentrales Erfordernis. Ökologie, Ökonomie und Soziales horizontal zu betrachten, ist dabei nicht zielführend. Hingegen erkennt alternative Wirtschaftsförderung an, dass dauerhaft nachhaltiges Wirtschaften nur im Rahmen der ökologischen Grenzen möglich ist. Ein sparsamer Umgang mit Flächen ist dabei nur ein Hebel. Die Um- und Nachnutzung bereits versiegelter Flächen oder interkommunale Strategien können hier den richtigen Weg darstellen. Die seit Jahrzehnten betriebene räumliche Trennung von Wohnen und Arbeiten führt zu hohem Flächenverbrauch und zu mehr Transportwegen (was durch interkommunale Gewerbegebiete nicht zwangsläufig geheilt wird). Inwieweit neue Formen der (umweltfreundlichen) urbanen Produktion hier eine neue Dynamik entfalten und das Arbeiten wieder näher an das Wohnen heranbringen, wird sich in den nächsten Jahren zeigen.

2.2 Vermessung von Wirtschaft: Leuchttürme oder Gemeinwesen?

Eingangs stellt sich die Frage, welche Unternehmen und welche Branchen konventionelle und alternative Wirtschaftsförderung in den Blick nehmen. Betrachtet man die Konzepte und Strategien, die bis zuletzt handlungsleitend für die Wirtschaftsförderung waren, so stellt man schnell eine einseitige Orientierung fest. Im Fokus konventioneller Wirtschaftsförderung standen und stehen technologieorientierte Unternehmen, die jeweiligen Leitbranchen zugeordnet werden können. Dies ist unmittelbare Folge der Ausrichtung der Wirtschaftsförderung auf die wissensbasierte Ökonomie, die sich seit den 1990ern Jahren flankiert mit Konzepten wie Clustern, Regionalen Innovationssystemen oder Kreativen Milieus Bahn gebrochen hat (vgl. Strambach 2004). Im Zentrum der wissensbasierten Ökonomie stehen Investitionen in F&E, die Höherqualifizierung und die Wissensvernetzung zum Ziel der netzwerkartigen Produktion neuen Wissens (vgl. Brandt 2013). Zentrale Adressaten in einer darauf ausgerichteten Wirtschaftsförderung sind die Gründer, die Erfinder auf der einen und die Unternehmen und Hidden Champions in den avisierten Zukunftsbranchen auf der anderen Seite. Sektoral vernachlässigt dies all die Bereiche, die man nicht vordergründig mit Innovationen und High-Tech-Orientierung in Verbindung bringt, also große Teile der öffentlichen Verwaltung und Daseinsvorsorge, Teile des Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesens, aber auch weite Teile des Handwerks. Oberstes Ziel ist die Hervorbringung von ständiger Innovation, um sich im Standortwettbewerb zu behaupten.

Während der Hype um Cluster bereits seit einigen Jahren einer gewissen Ernüchterung gewichen ist,1 wird die Einpassung der Wirtschaftsförderung in den Mainstream der Wissensökonomie stetig vorangetrieben. Paradigmatisch vergegenwärtigt sich dies im Umgang mit dem Thema Digitalisierung. Auf allen räumlichen Ebenen, von der Kommune über die Länder bis hin zur EU werden Digitalisierungsstrategien entworfen und Konzepte angekündigt, wobei neben den gebetsmühlenhaft wiederholten Ruf nach mehr Innovation nun noch die Forderung nach permanenter Disruption durch transformative Produkte tritt. Mehr, schnellere, bessere Innovation, um im Wettstreit der Regionen nicht abgehängt zu werden, wofür es Digitalisierungsinfrastruktur und -strategien braucht, (die von den Wirtschaftsförderungen vor Ort realisiert werden sollen).

Eine alternative Wirtschaftsförderung lebt ebenfalls von neuen Ideen und Produkten, ist also auf Innovationen angewiesen, und auch sie bezieht Impulse aus den technologischen Möglichkeiten der Digitalisierung (etwa technische Lösungen für die Sharing-Ökonomie). Sie stellt jedoch die Frage nach dem Zweck, betrachtet also Innovation nicht als Selbstzweck und kontextualisiert die Ermöglichungsbedingungen des Neuen anders. Es geht nicht um zählbare Patente und Platzierungen in Regionen-Rankings, sondern um andere Fragen: Welchen Beitrag liefert die Innovation zu einem konkreten Nachhaltigkeitsziel? Wer partizipiert auf den verschiedenen Stufen der Wertschöpfung, was sind die ökologischen Randbedingungen? Häufiger stehen dabei soziale Innovationen im Mittelpunkt, wenn beispielsweise Tauschringe oder lokale selbstorganisierte Care-Netzwerke erstmals initiiert werden. Die Praxis einer alternativen Wirtschaftsförderung umfasst somit auch ein anderes Spektrum an Akteuren und Initiativen. In der von Burkhart et al. (2017) vorgenommenen Vermessung der Degrowth-Bewegung tauchen vielfältige Organisationsformen und Initiativen auf, etwa Organisationsformen der Commons-Bewegung, Sharing-Initiativen oder Initiativen der Solidarischen Ökonomie, die bisher allenfalls pilothaft im Kontext konventioneller Wirtschaftsförderung adressiert werden.

Dabei hat bereits Elsen 2004 auf deren Schnittpunkte zur Wirtschaftsförderung hingewiesen, in dem sie die Erscheinungsformen der Sozialen Ökonomie, der Solidarökonomie und der Gemeinwesenökonomie beschrieben, gegenübergestellt und in ihrer Beziehung zur lokalen Wirtschaftsförderung ausgeleuchtet hat. Wenn es dabei um die Sorge darum geht, welche Erwerbsformen für „die im Zuge des technologischen und ökonomischen Wandels „überflüssig““ (Elsen 2004, S. 10) werdenden Arbeitnehmer noch übrig bleiben, befinden wir uns mitten in der aktuellen Debatte um das Substitutionspotenzial von menschlicher Arbeit durch die Digitalisierung. In der Betonung der auf Stärkung des Gemeinwesens zielenden Wirtschaftsformen kann es allerdings nicht nur um Krisenbewältigung gehen, sondern prinzipiell um die Schaffung resilienter und nachhaltiger Formen sozialökonomischer Selbstorganisation. Für das Gemeinwesen prädestinierte Unternehmensformen sind dabei genossenschaftliche Betriebe, die sich nach Elsen (2004) in unterschiedlichsten Bereichen wie Belegschaftsbetrieben, im Bereich lokaler Arbeitsmarktpolitik, in sogenannten Produktivgenossenschaften hoch qualifizierter Kräfte, im Sozial-, Bildungs-, Kultur- und Gesundheitsbereich, und zunehmend Bereichen der öffentlichen Versorgung (Energiegenossenschaften) gebildet haben.

Was sich damit abzeichnet ist, dass die Vermessung der Wirtschaft in einer alternativen Wirtschaftsförderung ganz anders ausfällt und um die oben genannten und weitere Organisationsformen erweitert wird. So wie sich das Spektrum der beteiligten Akteure und die Zielsetzungen erweitern, verändern sich auch konkrete Maßnahmen, mit denen kommunale Wirtschaftsförderung unterstützend tätig werden kann. Sie kann Entfaltungsräume für die verschiedenen Organisationen und deren Veranstaltungen zur Verfügung stellen, sie kann Plattformen für die Vernetzungsarbeit bereitstellen und sie kann Vernetzungen in die konventionelle Wirtschaft hinein leisten, die vielleicht bereits für kreative Impulse offen ist, etwa bei der Ausstattung der Mitarbeiterkantine mit regionalen oder biologisch angebauten Produkten oder nachhaltigen Mobilitätskonzepten für ihre Angestellten.

2.3 Bezugsräume für Wirtschaftsförderung: Lokale Ökonomie oder Weltmarkt?

Eine tatsächliche Schnittmenge konventioneller und alternativer Wirtschaftsförderung besteht – wenig überraschend – hinsichtlich der räumlichen Dimension. Die regionale Fokussierung mit der Etablierung von lokalen Wertschöpfungsbeziehungen, der netzwerkartige Austausch vor Ort und die Kooperation in Themen wie Ausbildung, Vertrieb oder gemeinsame Nutzung von Maschinen und andere kollaborative Arbeitsformen begründen den primären räumlichen Bezugsrahmen sowohl konventioneller als auch alternativer Wirtschaftsförderung. Woraus bezieht räumliche Nähe ihre Bedeutung? Im Kontext von Nachhaltigkeit ermöglicht räumliche Nähe, Suffizienzpotenziale zu schöpfen, wenn Produkte beispielsweise vor Ort hergestellt werden und nicht über weite Wege transportiert werden müssen. Zugleich ist die Region auch der Handlungsraum, der unmittelbar und im Sinne eigener Verwirklichungsziele gestaltbar ist. Viele Initiativen im Kontext der Degrowth-Bewegung (z. B. Urban Gardening, alternative Währungen, Transition Towns, Ökodörfer) entspringen der Motivation, konkrete Lebenswirklichkeit anders zu gestalten. Und Lebenswirklichkeit als Wohnen, Essen, Konsumieren, Lernen erfolgt nach wie vor häufig in lokalen Strukturen und Zusammenhängen, oder es geht eben darum, diese wieder bewusst herzustellen oder zu stärken. Denn lokale und regionale Wirtschaftsverflechtungen ermöglichen persönlichere Begegnungen der Marktteilnehmer. Unmittelbare Zwischenmenschlichkeit macht faire und solidarische und damit verantwortungsvolle Wirtschaftsbeziehungen wahrscheinlicher als die von der viel zitierten „unsichtbaren Hand“ gelenkten anonymen Austauschbeziehungen.

Dazu kommen solche Aspekte, durch die räumliche Nähe ihre große Bedeutung auch für die wissensbasierte Ökonomie bezieht. So hat die Innovationsforschung viel Aufwand betrieben, um die räumlichen Bedingungen der Wissensproduktion aufzuschlüsseln, ausgehend von der Beobachtung, dass Innovationen und technologischer Fortschritt nicht gleichmäßig räumlich verteilt sind, sondern häufig konzentriert sind und in Agglomerationen entstehen. Es wird davon ausgegangen, dass es an Orte und Praktiken gebundene Formen von Wissen gibt, die nicht beliebig räumlich transferierbar sind (vgl. Maskell und Malmberg 1999). Somit überstehen auch in Zeiten der Globalisierung räumlich gebundene Formen der Wissensgenerierung. Wenn Wissensgenerierung ein kollaborativer Akt ist, funktioniert dieser besonders gut, wenn man eine gemeinsame Sprache spricht, Konventionen teilt, Vertrauen besteht und eingebettet in ein gemeinsames institutionelles Umfeld agiert (vgl. Asheim und Gertler 2005). Dies alles sind Grundannahmen der bereits genannten Modelle wie Regionale Innovationssysteme und Cluster. Sie entfalten ihre Geltung aber auch für soziale Innovationen, die wir oben bereits als charakteristisch für alternative Formen des Wirtschaftens und somit alternative Wirtschaftsförderung herausgestellt haben.

Allerdings verbleibt konventionelle Wirtschaftsförderung bei ihrem räumlich regionalen Fokus im Bereich der angebotsorientierten Kooperation. Es geht um Technologieentwicklung und -produktion und um Forschungsallianzen und Wissensnetzwerke, mit denen die Weltmarktführerschaft zu sichern ist. Alternative Wirtschaftsförderung verändert diese Perspektive hin zu einem nachfrageorientierten Blickwinkel. Es stellt sich ganz grundlegend die Frage, welche Güter überhaupt vor Ort oder regional produziert und konsumiert werden können. Damit denkt alternative Wirtschaftsförderung letztlich in anderen Kategorien der räumlichen Organisation von Wirtschaft. Im Gegensatz zu hochgradig spezialisierten Betrieben („Hidden Champions“), die in globale Produktionsbeziehungen eingebunden sind, fördert alternative Wirtschaftsförderung regionale Wertschöpfungsbeziehungen und die Wiedereingliederung von Ökonomie in das Lebensumfeld der Menschen. Eine Vielfalt von Produktionsketten – neben materiellen wie der Ernährung und Energieversorgung und bestimmten Technologiefeldern wie Mobilität insbesondere im Bereich der Dienstleistungen in Bildung, Gesundheit, Pflege – kann in höherem Maße in lokalisierten Entstehungs- und Verwertungszusammenhängen organisiert werden. Auch davon zeugen die vielfältigen Beispiele in der Zusammenstellung von Burkhart et al. (2017) und die Ausführungen zur Gemeinwesen-Ökonomie von Elsen (2004). Wie angesprochen, stellt der Bereich der Energieversorgung ein gegenwärtig besonders sichtbares sektorales Umfeld für Regionalisierungsprozesse dar, wo mittlerweile tausende Energiegenossenschaften Prinzipien des „Prosuming“ realisieren oder vielerorts Gemeinden auf lokale Energieerzeugung umgestellt werden.

Somit zeigt sich, dass die Bezugnahme auf regionale und lokale Produktions- und Verwertungszusammenhänge konstitutiv sowohl für konventionelle als auch alternative Wirtschaftsförderung ist. Dies soll keineswegs einem „regional fix“ Vorschub leisten: Wirtschaftsförderung ist strukturell immer auch in multiskalare Zusammenhänge eingebunden. Die Energiewende, die regionale Wertschöpfung in einem großen Ausmaß ermöglicht, basiert wesentlich auf staatlichen Rahmensetzungen (wie dem EEG), genauso wie regionale Entwicklungsimpulse mancherorts durch den Zugriff auf EU-Fördermittel angestoßen werden. Auch wenn der lokale Kontext für die Entstehung und Konsolidierung vieler Nachhaltigkeitsinitiativen wichtig ist, soll dies nicht den Blick darauf verstellen, dass die Verhandlung von Systemalternativen nicht darum herum kommt, sich mit den Wechselwirkungen, Impulsen, Gestaltungsmöglichkeiten auf verschiedenen räumlichen Ebenen auseinander zu setzen. Hingegen reicht es für konventionelle Wirtschaftsförderung rhetorisch völlig aus, auf den regionalen Standortwettbewerb hinzuweisen, um daraus ihre expansiven Strategien zu rechtfertigen.

2.4 Wertebezüge für die Wirtschaftsförderung

Welchen Werten unseres Wirtschaftssystems bedient sich die Wirtschaftsförderung und wie ist dieses Werteverständnis im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Verantwortung für künftige Generationen zu hinterfragen? Konventionelle Wirtschaftsförderung folgt zuvorderst der marktwirtschaftlichen Systemlogik, die unter den postulierten Bedingungen globaler Märkte und globalen Wettbewerbs insbesondere das Kriterium der Effizienz bemüht. Die Wirtschaftsförderung legitimiert ihre Strategien insbesondere über den Verweis auf den Standortwettbewerb, sowohl im regionalen, nationalen als auch globalen Rahmen.

Erst unter den Bedingungen annähernder Vollbeschäftigung und guter Konjunktur werden Spielräume genutzt, um lenkend einzugreifen und beispielsweise zu einer restriktiveren, sozial verträglicheren Ansiedlungspolitik überzugehen. Wirtschaftsförderer fragen, mit welchen Argumenten sie die Ansiedlungen von bestimmten Unternehmenstypen, die paradigmatisch für den expansiven Kapitalismus stehen, abwenden können, da sie sich selbst vom x-ten Logistikzentrum nicht mehr weitere „nachhaltige“ Impulse für ihren Wirtschaftsstandort versprechen und durch Ansiedlungen mittlerweile gar negative Effekte wie eine weitere Verschärfung der Arbeitsmarktsituation vor Ort befürchten. Erst durch die Hintertür erfolgt so in der Praxis der Wirtschaftsförderung der Zugang zu wirtschaftsethischen Fragestellungen, die in der Konsequenz aber zu den grundsätzlichen Fragen des guten Lebens und des gerechten Zusammenlebens hinführen. Im Anschluss an Ulrich (2004, S. 17) sollte eine umfassende Reflexion des wirtschaftsethischen Rahmens u. a. eine kritische Hinterfragung der vermeintlich wertfreien ökonomischen Sachlogik umfassen. Projiziert auf die Anwendungskontexte der Wirtschaftsförderung legt dies beispielsweise eine kritische Auseinandersetzung mit Wachstumsorientierung und Weltmarktbezug nahe. Weiterhin stellt sich die Frage, was eine lebensdienliche Ökonomie ausmacht, und durch wen und wo deren Kriterien bestimmt werden. Konkrete Kontexte, in denen diese Fragen verhandelt werden, müssten erst einmal identifiziert und als Betätigungsfeld der Wirtschaftsförderung entwickelt werden. Mit der Erstellung eines Flächenkriterienkataloges können Fragen nach Verantwortung der Unternehmen für ökologische und soziale Sachverhalte adressiert werden.

Nur mühsam gelingt es, dem Wettbewerbsdenken kooperative Formate entgegenzustellen (ein Beispiel stellen interkommunale Gewerbegebiete dar). Gerade kooperative Wirtschaftsformen stehen jedoch im Fokus alternativer Wirtschaftsmodelle wie der Gemeinwohl- oder solidarischen Ökonomie. Die GWÖ adressiert explizit Werte wie Menschenwürde, Solidarität und Gerechtigkeit, Ökologische Nachhaltigkeit und Transparenz und Mitentscheidung. Im Folgenden Abschn. 3 wird genauer betrachtet, wie diese Werte als Grundlage für die konkrete Arbeit der Wirtschaftsförderung dienen können.

3 Die Gemeinwohl-Ökonomie als Orientierungsrahmen für eine nachhaltige Wirtschaftsförderung

In diesem Kapitel2 werden die Überlegungen zu ethischen Bezugspunkten der Wirtschaftsförderung (vgl. Abschn. 2.4) konkretisiert. Dazu wird auf die Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) und die dort behandelten Werte abgestellt.3 Nach einer Einführung in die Grundgedanken der GWÖ (Abschn. 3.1) werden die Rollen der Kommunen in diesem Kontext dargestellt (Abschn. 3.2). Es schließt sich ein Überblick über die GWÖ als Bewegung der Zivilgesellschaft und ihre Pioniere an (Abschn. 3.3), bevor in Abschn. 3.4 Leitlinien für eine an den Werten der GWÖ orientierte Wirtschaftsförderung umrissen werden. Doch zunächst stellt sich die Frage, wie Gemeinwohl überhaupt umschrieben werden kann. Aus einer verfassungsrechtlichen Perspektive ist es als „das allgemeine Wohl, das Gesamtinteresse, die allgemeinen Ziele und Werte politischer Gemeinwesen im Gegensatz zum Wohl besonderer Gruppen, einzelner Personen oder sonstiger Partikularinteressen“ (Mastronardi 2007, S. 294) bestimmbar. Es stellt sich dann die Frage, wie dieses „Gemeinwohl in einer Gesellschaft verwirklicht werden kann, die aus Individuen besteht, deren Tun und Lassen vorrangig am Eigennutz orientiert ist“ (ebd.). Mastronardi sieht im Leistungsstaat die Antwort. Dieser ist nicht nur Hüter von Ordnung und Freiheit, sondern greift selber gestaltend in die gesellschaftliche Wirklichkeit ein. „Der Leistungsstaat sorgt für Bildung und Ausbildung, übernimmt die Pflege der Kranken und Alten, betreut Jugendliche, baut Wohnungen und Verkehrswege, verteilt Energie, beschafft und schützt Wasser und Lebensmittel, ermöglicht Massenkommunikation (…). Er sorgt aber auch für Vollbeschäftigung, verhindert Wirtschaftskrisen, fördert gefährdete Wirtschaftszweige (…)“ (ebd., S. 295 f.). In diesem Verständnis legitimiert sich eine gestaltungsorientierte kommunale Wirtschaftsförderung.

3.1 Die Gemeinwohl-Ökonomie als ethisches Wirtschaftsmodell

Die Gemeinwohl-Ökonomie versteht sich als ein ethisches Wirtschaftsmodell, das den Menschen und dessen Lebensgrundlagen in den Mittelpunkt des Wirtschaftens stellt (vgl. www.ecogood.org.de). Ihre Vision zielt darauf ab, Ungleichheiten bei Einkommen, Vermögen und Macht maßvoll zu begrenzen, den Umweltverbrauch innerhalb der Regenerationsfähigkeit natürlicher Ökosysteme und der planetaren Grenzen zu halten und zukünftigen Generationen gleiche Lebenschancen wie den gegenwärtigen zu gewähren.

Der strategische Kern der GWÖ ist die Umdefinition dessen, woran üblicherweise Erfolg gemessen wird. Damit fordert sie eine Abkehr der rein fiskalischen Bewertung, wie sie auf der nationalen Ebene (mit dem Bruttosozialprodukt), auf der kommunalen Ebene (mit dem Haushaltsplan) und auf der Ebene des einzelnen Unternehmens (mit der Finanzbilanz) gesetzlich vorgeschrieben und folglich gängige Praxis ist. Die GWÖ möchte der mit diesen Messinstrumenten einhergehenden Ökonomisierung aller Lebensbereiche ebenso entgegentreten wie der in der Wirtschaft vorhandenen Tendenz zur Geldvermehrung um ihrer selbst willen. Gemäß der Vision der GWÖ strebt die Wirtschaft nicht mehr nach maximalem Profit, sondern nach dem Gemeinwohl.

Was zunächst revolutionär klingt, ist bei näherer Betrachtung eine Rückbesinnung auf unsere Verfassungswerte, vor allem auf die Sozialbindung des Eigentums (Art. 14 (2) Grundgesetz) und auf die Gemeinwohlbindung des Wirtschaftens, die beispielsweise in der hessischen Verfassung – und ähnlich auch in anderen Landesverfassungen – zum Ausdruck kommt: „Die Wirtschaft des Landes hat die Aufgabe, dem Wohle des ganzen Volkes und der Befriedigung seines Bedarfs zu dienen. Zu diesem Zweck hat das Gesetz die Maßnahmen anzuordnen, die erforderlich sind, um die Erzeugung, Herstellung und Verteilung sinnvoll zu lenken und jedermann einen gerechten Anteil an dem wirtschaftlichen Ergebnis aller Arbeit zu sichern und ihn vor Ausbeutung zu schützen“ (Art. 38 (1)).

Um die umwelt- und sozialschädlichen Auswüchse einer einseitig auf Profitorientierung ausgerichteten Wirtschaft zu vermeiden, sieht die GWÖ vor, Unternehmen danach zu bewerten, inwieweit sie sich dem Gemeinwohl verpflichtet fühlen und wie viel sie für das Gemeinwohl tun. Dazu hat sie als Ergänzung zur vorgeschriebenen Finanzbilanz eine Gemeinwohlmatrix entwickelt, in der das bilanzierende Unternehmen die Einhaltung und Förderung von Werten wie Menschenwürde, Solidarität, soziale Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit, Mitbestimmung und Transparenz überprüfen und darlegen kann. Es wird analysiert, wie diese Werte in Bezug auf die wichtigsten Berührungsgruppen, also auf Kunden, Mitarbeitende, Lieferanten, Finanzpartner und das gesellschaftliche Umfeld gelebt werden (vgl. Abb. 1).
Abb. 1

Gemeinwohlmatrix (Version 5.0). (Quelle: www.ecogood.org/de/)

3.2 Die Rollen der Kommunen in der Gemeinwohl-Ökonomie

Die GWÖ bietet also neben der Vision eines ethischen Wirtschaftens mit der Gemeinwohl-Bilanz ein praktisches Werkzeug für deren Realisierung. Was für gewinnorientierte Unternehmen gilt, sollte für die Gebietskörperschaften und alle zivilgesellschaftlichen Organisationen erst recht gelten. Insbesondere die Gemeinden als Trägerinnen der kommunalen Selbstverwaltung sind per se dem Gemeinwohl verpflichtet. Sie müssen Belange von Mensch, Umwelt und Natur, Politik und Wirtschaft etc. berücksichtigen. Dabei sind sie mit ihrer Verwaltung und ihren Eigenbetrieben einerseits selbst wirtschaftliche Akteure. Andererseits wirken sie an der Ausgestaltung von Regeln und Gesetzen für das Gemeinwesen mit. Im Rahmen der Gemeinwohl-Ökonomie ergeben sich daraus für die Gemeinden drei – sich ergänzende – Rollen.

Die Gemeinde als Vorbild: Die Gemeinde kann als Vorbild für Unternehmen, Vereine und sonstige Institutionen fungieren, indem sie sich zu den Werten der GWÖ aktiv bekennt und die eigene Verwaltung und/oder die wirtschaftlichen Betriebe im Gemeindebesitz bzw. mit Gemeindebeteiligung (z. B. Stadtwerke) einer Gemeinwohl-Bilanzierung unterzieht. Damit dokumentiert die Gemeinde, dass sie den Erfolg ihres Verwaltungshandelns nicht primär an finanziellen, sondern ebenso an sozialen und ökologischen Kennziffern misst. Sie übernimmt eine Vorreiterrolle für alle übrigen, vor allem privatwirtschaftliche Organisationen vor Ort. Zur Erstellung einer Gemeinwohl-Bilanz für die Gemeinde bzw. die Region wurde eine eigene Matrix inkl. Handbuch ausgearbeitet, die derzeit aktualisiert werden. Perspektivisch könnte das erzielte Ergebnis in der Gemeinwohl-Bilanz Auswirkung z. B. auf die Förderung durch die übergeordneten Gebietskörperschaftsebenen, also das Land, den Bund und die EU haben: Wenn eine Gemeinde viel für Mensch und Natur tut, soll sie auch entsprechende Erleichterungen gegenüber jenen Gemeinden genießen, die geringere Anstrengungen unternehmen. Dies könnte sich z. B. in einem höheren Fördersatz oder einer besseren Stellung im Finanzausgleich niederschlagen.

Die Gemeinde als Förderin der Gemeinwohl-Ökonomie: Auch ohne eigene Gemeinwohl-Bilanzierung kann sich eine Gemeinde für die Gemeinwohl-Ökonomie einsetzen. Sie kann als Förderin, Fürsprecherin und Multiplikatorin der Ideen und Werkzeuge der GWÖ wirken. Insbesondere im Rahmen ihrer Wirtschaftsförderung stehen der Gemeinde zahlreiche Möglichkeiten zur Verankerung der GWÖ zur Verfügung, z. B. die Bekanntmachung der GWÖ in den lokalen Medien, Veranstaltungen mit GWÖ-Pionieren aus der Unternehmerschaft etc.

Die Gemeinde als Hüterin der Gemeinwohl-Ökonomie: Schließlich können Gemeinden die Rolle einer Hüterin der GWÖ einnehmen. Denn als Teil des Staates setzt die Kommune rechtliche Rahmenbedingungen, mit der sie – vor allem durch ihre Satzungstätigkeit und das Vergaberecht – gemeinwohlorientierte Standards festschreiben und für deren Einhaltung sorgen kann. So können etwa bei der öffentlichen Ausschreibung Nachhaltigkeitsaspekte als Zuschlagskriterium Berücksichtigung finden. Potenzielle Bieter mit einer guten Gemeinwohl-Bilanz haben dann einen Vorteil gegenüber solchen Unternehmen, die zwar kostengünstig, aber mit geringeren sozialen und ökologischen Standards arbeiten. Perspektivisch ist eine Bevorzugung von Unternehmen in Abhängigkeit ihrer Punktzahl in der Gemeinwohl-Bilanz denkbar.

Um den Umgang mit den GWÖ-Werten und mit den Bewertungsprinzipien der Gemeinwohl-Bilanz auch im kleineren Maßstab zu realisieren, empfiehlt sich die Durchführung einer Gemeinwohlprüfung für einzelne (Investitions-)Vorhaben in der Gemeinde, z. B. eine Infrastrukturmaßnahme oder eine Gewerbeansiedlung. Ein solcher „Gemeinwohl-Check“ bezieht in eine Investitionsentscheidung der Gemeinde Gemeinwohlwerte ein und schafft damit eine über die fiskalischen Aspekte hinausgehende, ethisch fundierte Entscheidungsgrundlage. Auch bei der Vergabe von (Gewerbe-)Grundstücken durch die Gemeinde und der Wirtschaftsförderung kann ein gemeinwohlorientierter Kriterienkatalog erstellt werden, der als transparente Entscheidungsgrundlage dafür sorgt, dass das Unternehmen bzw. der Bürger mit dem stärksten Beitrag zum Gemeinwohl den Zuschlag erhalten. Die gleiche Logik kann auf die Ausgestaltung kommunaler Satzungen übertragen werden, etwa im Rahmen der Bauleitplanung.

3.3 Die Gemeinwohl-Ökonomie als Bewegung und ihre Pioniere

Die GWÖ ist eine weltweite Bewegung der Zivilgesellschaft. Sie wurde initiiert von dem Österreicher Christian Felber, dessen Buch „Gemeinwohl-Ökonomie“ 2010 erstmals erschien und inzwischen in zahlreichen Sprachen und mehreren Auflagen vorliegt. Die GWÖ wird getragen von rund 11.000 Unterstützern. In über 100 Regionalgruppen und themenspezifischen Arbeitskreisen engagieren sich über 2000 Aktive. 500 Organisationen, ganz überwiegend Unternehmen, haben eine Gemeinwohl-Bilanz erstellt (vgl. Gemeinwohl-Ökonomie Bayern 2018).

Als erste Gemeinden haben Nenzing und Mäder (Vorarlberg, Österreich) eine Gemeinwohl-Bilanz nach der derzeitigen Matrix 1.2 erstellt. In Deutschland sind die Gemeinde Kirchanschöring (Landkreis Traunstein/Bayern) sowie drei Gemeinden in Schleswig-Holstein die ersten mit einer Gemeinwohl-Bilanz. Die Städte Stuttgart und Mannheim lassen erste Eigenbetriebe bilanzieren. In Stuttgart wurde überdies eine Stelle im städtischen Amt für Wirtschaftsförderung für Gemeinwohl-Ökonomie geschaffen und ein Förderprogramm für Unternehmen zur Erstellung einer Gemeinwohl-Bilanz in sog. Konvois aufgelegt (vgl. Stadt Stuttgart 2018).

Nach dem Muster von Baden-Württemberg hat Ende 2018 auch die neue Koalitionsregierung in Hessen eine Förderung der Gemeinwohl-Bilanzierung beschlossen (vgl. Bündnis 90/Die Grünen Hessen und CDU Hessen 2018). Ausgehend von einer rasch wachsenden Zahl von Regionalgruppen der GWÖ entstehen vielfältige Aktivitäten zur Verbreitung des gemeinwohlorientierten Wirtschaftens. In der hessischen Region Burgwald-Ederbergland nördlich von Marburg startete 2016 ein mit LEADER-Mitteln der EU gefördertes Projekt zur Verankerung der GWÖ. Aus diesen Aktivitäten ist eine erste Peergroup mit vier Unternehmen hervorgegangen, die 2018 eine Gemeinwohl-Bilanz erstellten. In Bad Nauheim hat die dortige Freie Waldorfschule als erste Schule in Hessen eine Gemeinwohl-Bilanz für sich erarbeitet. Damit gibt es in Hessen bislang knapp 15 Unternehmen bzw. Organisationen mit einer Gemeinwohl-Bilanz. Der Landkreis Marburg-Biedenkopf hat das gemeinwohlorientierte Wirtschaften in sein Nachhaltigkeitskonzept integriert. Gemeinsam mit der Gemeinde Cölbe und der Stadt Frankenberg/Eder plant der Landkreis die Gemeinwohl-Bilanzierung in kleineren Organisationseinheiten zu erproben. Der Lahn-Dill-Kreis hat ein Erstgutachten zur GWÖ für seinen Betrieb für Abfallwirtschaft in Auftrag gegeben.

Diese ersten Erfahrungen und die gegenwärtige Dynamik geben Anlass zur Hoffnung, dass die GWÖ als Orientierungsrahmen gerade auf der kommunalen Ebene einen Beitrag zur Bewältigung so großer Zukunftsaufgaben wie dem Klimaschutz, die soziale Integration oder die Stärkung unserer Demokratie leisten kann.

3.4 Leitlinien einer gemeinwohlorientierten Wirtschaftsförderung

Im Folgenden wird ein Vorschlag zur Verankerung der Werte der Gemeinwohl-Ökonomie im Rahmen einer ethischen Wirtschaftsförderung entwickelt. Unter der Voraussetzung, dass sich die politischen und administrativen Entscheidungsträger in der Kommune für diesen Weg aussprechen, kann die Wirtschaftsförderung zur Umsetzung des Konzeptes der GWÖ einen herausragenden strategischen Stellenwert haben. Dies zeigt sich einerseits an ihrem möglichen Beitrag zu den drei oben beschriebenen Rollen der Kommunen (Abschn. 3.4.1) und andererseits an der konsequenten Orientierung an den Werten der GWÖ bei der Ausgestaltung ihrer Serviceangebote (Abschn. 3.4.2).

3.4.1 Der Beitrag der Wirtschaftsförderung zur Verankerung der GWÖ in der Kommune

Wie oben unter Abschn. 3.2 beschrieben kann die Kommune als Vorbild, Förderin und Hüterin der Werte der GWÖ fungieren. Heruntergebrochen auf die Wirtschaftsförderung stellen sich diese Rollen folgendermaßen dar.

Einer Vorbildfunktion wird die Wirtschaftsförderung gerecht, wenn sie ihre eigenen betrieblichen Abläufe als Organisationseinheit der Kommunalverwaltung einer Gemeinwohl-Bilanzierung unterzieht. Insbesondere in der Rechtsform einer privatwirtschaftlichen Wirtschaftsförderungsgesellschaft stellt sie eine dafür geeignete Einheit dar. Eine eigene Gemeinwohl-Bilanz autorisiert die Wirtschaftsförderung in besonderer Weise, nicht nur glaubwürdig auch in der Unternehmerschaft für diesen alternativen Bilanzierungsprozess zu werben, sondern auch für eine generell stärkere Berücksichtigung der Gemeinwohlwerte in ihrer betrieblichen Praxis.

Die Rolle der Förderin, Fürsprecherin und Multiplikatorin für Innovationen in der Wirtschaft findet sich bereits bei traditionellen Aufgaben der Wirtschaftsförderung. Freilich setzt die hier gemeinte Förderung ein geändertes Selbstverständnis des Wirtschaftsförderers voraus. Nicht mehr der auf einzelbetriebliche Problemlagen reagierende Kümmerer ist gefragt, sondern der Verfechter des Gemeinwohls, der sich proaktiv dafür einsetzt, dass die Unternehmen in zunehmendem Maße Mitverantwortung für ihren Standort übernehmen. Aufgrund seiner traditionell großen Nähe zu einer Vielzahl von Unternehmen verfügt der Wirtschaftsförderer über eine gute Ausgangsposition, Impulse für eine stärkere Gemeinwohlorientierung in seine Unternehmerschaft hineinzutragen. Sein Ziel ist es, aus dem Unternehmer einen „Wirtschaftsbürger“ zu machen (vgl. Mastronardi 2007, S. 176, nach Ulrich 2005, S. 102 ff.). Dieser hat den Paradigmenwechsel vom Homo oeconomicus vollzogen und versteht sein Unternehmen als Organisation der Bürgergesellschaft. Sein „Unternehmenserfolg ist nur dann legitim, wenn er auf einer ethisch wertvollen Leistung für die Gesellschaft beruht“ (ebd.). Sein Gewinn „muss auf sozial- und umweltverträgliche Weise verdient worden sein“ (ebd., S. 177). In dem Maße, wie der Wirtschaftsförderer dazu beiträgt, diesen Paradigmenwechsel in der Wirtschaft zu vollziehen, wird er zum Change Agent für die sozial-ökologische Transformation der Wirtschaft. Der Wirtschaftsförderer wird zum Werteförderer in der Wirtschaft.

Schließlich kann die Wirtschaftsförderung auch zur dritten Rolle der Kommune im Konzept der GWÖ maßgeblich beitragen. Die Gemeinwohlwerte zu hüten, kann von Satzungen und Ausschreibungsbedingungen unterstützt werden. Relevant für die Wirtschaftsförderung sind hier etwa die Vergabe von Gewerbegrundstücken oder ein „Gemeinwohl-Check“ für ein Gewerbeansiedlungsvorhaben.

3.4.2 Gemeinwohlorientierte Ausgestaltung der Serviceangebote der Wirtschaftsförderung

Im Folgenden wird schlaglichtartig aufgezeigt, wie die in der GWÖ befassten Werte und die damit korrelierenden Staatsprinzipien Menschenwürde (Rechtsstaatsprinzip), Solidarität (Gemeinnutz), ökologische Nachhaltigkeit (Umweltverantwortung), soziale Gerechtigkeit (Sozialstaatsprinzip) und Partizipation (Demokratie) Eingang in die Wirtschaftsförderungspraxis finden können.

Menschenwürde (Rechtsstaatsprinzip)

Mit dem Wert der Menschenwürde ist die Wirtschaftsförderung unmittelbar tangiert durch Artikel 12 des Grundgesetzes (Grundrecht auf freie Wahl von Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte) sowie die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte (wsk-Rechte), zu deren Einhaltung die Bundesrepublik Deutschland gemäß internationaler Menschenrechtsübereinkommen völkerrechtlich verpflichtet ist. Die wsk-Rechte bieten Schutz vor Eingriffen in elementare Lebensbereiche wie Ernährung, Gesundheit, Bildung und Arbeit. Zugleich enthalten die wsk-Rechte einen Anspruch auf Gleichberechtigung, also auf diskriminierungsfreien Zugang zum Bildungssystem, zum Arbeitsmarkt etc. (Institut für Menschenrechte 2018).

Eine gemeinwohlorientierte Wirtschaftsförderung unterstützt folglich die freie Wahl von Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte. Dazu fördert sie die Vielfalt, die Qualität sowie die Erreichbarkeit der Arbeitsplatz- und Ausbildungsangebote in ihrer Region. Sie unterstützt Existenzgründer*innen. Am Beispiel des Wertes Menschenwürde bzw. des Rechtsstaatsprinzips seien an dieser Stelle einige konkrete Aspekte zur Ausgestaltung der Serviceangebote einer gemeinwohlorientierten Wirtschaftsförderung genannt:
  • Hat die Kommune einen aktuellen Überblick über die Arbeitgeber und Ausbildungsangebote in ihrer Region und stellt sie diese Informationen ihren Bürger*innen und der sonstigen interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung?

  • Wie stellt die Kommune sicher, dass Angebote zur Berufsorientierung und zur Arbeitsvermittlung vorhanden und bekannt sind?

  • Wie stellt die Kommune sicher, dass potenzielle Existenzgründer*innen optimal über ihre Marktchancen und in Frage kommende Fördermittel informiert werden?

  • Fördert die Kommune mit Blick auf ein breites, ausgewogenes Branchenspektrum, auf ein vielseitiges Arbeitsplatzangebot und auf die regionale Versorgung der Bevölkerung mit Produkten und Dienstleistungen gezielt Existenzgründungen und Unternehmensansiedlungen?

  • Informiert die Kommune die Unternehmen und sonstigen Institutionen über Themen und Möglichkeiten zur Steigerung ihrer Attraktivität als Arbeitgeber?

  • Wie stellt die Kommune sicher, dass die Arbeitsstätten sowie Aus- und Weiterbildungseinrichtungen gut mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln (v. a. ÖPNV, Fahrrad) erreichbar sind?

  • Ermöglicht die Kommune durch eine gute Breitbandversorgung Telearbeit?

Solidarität (Gemeinnutz)

Die Verpflichtung der Kommune, den Gemeinnutz anzustreben, bedeutet, das öffentliche Interesse umfassend zu definieren – unter Einschluss der legitimen Interessen anderer Kommunen und aller Berührungsgruppen. Vor diesem Hintergrund bemüht sich eine gemeinwohlorientierte Kommune um Rahmenbedingungen für das wirtschaftliche Wohlergehen aller in der Kommune und um eine solidarische Kooperation mit der Wirtschaft und benachbarten Kommunen.

Eine gemeinwohlorientierte Wirtschaftsförderung strebt die Versorgung der gesamten Bevölkerung mit den für ein gutes Leben notwendigen Produkten und Dienstleistungen an. Dazu fördert sie eine primär dem regionalen Bedarf dienende, vielseitige und damit resiliente Branchen- und Betriebsstruktur. Sie fördert die Teilhabe aller Arbeitswilligen an der Erwerbsarbeit. Sie sichert auch diejenigen finanziell ab, die sich in Familienarbeit oder Ehrenamt für das Gemeinwohl einsetzen. Zur Finanzierung der öffentlichen Daseinsvorsorge strebt sie eine angemessene Einnahme von Steuern und Abgaben an.

Zur Ausgestaltung dieser Ziele entwickelt die Wirtschaftsförderung unter Mitwirkung der Politik, der Bevölkerung, der Wirtschaft sowie gemeinnütziger Organisationen Leitlinien für eine auf Nachhaltigkeit ausgelegte, aktive Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung, welche einen fairen Umgang aller Wirtschaftsteilnehmer einfordert. Besonders berücksichtigt werden dabei kleinere Wirtschaftsteilnehmer und die Nahversorgung. Ist eine Kommune – etwa aufgrund ihrer geringen Größe oder aufgrund fehlender Finanzkraft – nicht in der Lage, die hier formulierten Ziele und Maßnahmen zu realisieren, setzt sie sich auf der nächst höheren Gebietskörperschaftsebene dafür ein. Auch in Fragen von regionaler oder überregionaler Reichweite kooperiert sie konstruktiv und solidarisch mit ihren Nachbarkommunen.

Eine gemeinwohlorientierte Wirtschaftsförderung versteht sich einerseits als Dienstleisterin der Privatwirtschaft, die ihre Aufgaben transparent, zuverlässig und zeitnah erfüllt. Dazu stellt sie einen Ansprechpartner als Lotsen innerhalb der Verwaltung zur Verfügung. Andererseits sieht sich eine gemeinwohlorientierte Wirtschaftsförderung als Impulsgeberin für Themen der nachhaltigen Stadt- und Regionalentwicklung, die sie proaktiv in die Privatwirtschaft hineinträgt. Aus diesem Selbstverständnis heraus entwickelt sie einen systematischen Dialog mit der Privatwirtschaft.

Ob die Erfüllung einzelner Aufgaben unter Gemeinwohlaspekten sinnvoller von der Privatwirtschaft oder in Kooperation mit ihr erfolgt, wird kritisch geprüft, wobei die Einbindung der Privatwirtschaft in hoheitliche Aufgaben grundsätzlich vermieden wird. Im Gegenteil ist man bestrebt, einstmals privatisierte Aufgaben der Daseinsvorsorge wieder zurück in die öffentliche Hand zu legen.

Ökologische Nachhaltigkeit (Umweltverantwortung)

Die Umweltverantwortung der Kommunen findet in der Wirtschaftsförderung ihre Anwendung darin, dass Ressourcenschonung in ihren Strategien, Zielen und Maßnahmen explizit verankert ist. Insbesondere verfolgt sie ein nachhaltiges Gewerbeflächenmanagement mit dem Ziel des geringst möglichen Flächenverbrauchs. Innenentwicklung hat Vorrang vor der Entwicklung im Außenbereich. Ist die Außenentwicklung nach einer Gemeinwohlprüfung unverzichtbar, werden interkommunale Lösungen angestrebt.

Die Wirtschaftsförderung schafft die größtmögliche Transparenz über die vor Ort angebotenen Produkte, Dienstleistungen und Kompetenzen und fördert kleinräumige Liefer-/Absatzverflechtungen. Sie unterstützt Betriebe bei der Verringerung ihres Energie- und Ressourcenverbrauchs sowie beim Mobilitätsmanagement. Insbesondere initiiert sie Netzwerke und Kooperationen für betriebsübergreifende Maßnahmen in diesen Feldern. Sie macht Pionierbetriebe sichtbar und fördert den Wissenstransfer zu anderen Betrieben.

Im Rahmen der Bauleitplanung unterstützt die Wirtschaftsförderung die ökologische Ausgestaltung von Gewerbegebieten und deren Akzeptanz bei den betroffenen Betrieben. Sie wirkt an der Erstellung von Kriterienkatalogen für Ausschreibungen und Vergaben mit, die das ökologische Engagement des Bieters berücksichtigen.

Soziale Gerechtigkeit

Analog zur ökologischen Ausrichtung sind auch Aspekte des sozialen Ausgleichs in den Strategien, Zielen und Maßnahmen der Wirtschaftsförderung handlungsleitend. Insbesondere setzt sich die Wirtschaftsförderung für die Teilhabe aller Arbeitswilligen am Arbeitsprozess und für die Chancengleichheit in den Betrieben ein. Sie unterstützt benachteiligte Jugendliche beim Übergang von der Schule zum Beruf.

Zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie initiiert die Wirtschaftsförderung Netzwerke und Kooperationen für betriebliche Maßnahmen, die die kommunalen Betreuungsangebote bedarfsgerecht ergänzen. Sie fördert betriebliche Angebote von Telearbeit und sorgt für die dazu erforderliche leistungsfähige Breitbandanbindung im gesamten Gemeindegebiet. Die Betriebe, die in sozialer Hinsicht eine Vorreiterrolle einnehmen, werden von der Wirtschaftsförderung sichtbar gemacht.

Auch soziale Aspekte fließen in Bauleitplanung, Ausschreibungen und Vergaben ein.

Transparenz und Mitentscheidung

Eine Wirtschaftsförderung sieht in den Unternehmen einerseits Kunden, deren Zufriedenheit mit ihren Serviceangeboten ihr wichtig ist. Andererseits wirkt eine gemeinwohlorientierte Wirtschaftsförderung darauf hin, dass immer mehr Unternehmer in die Rolle des „Wirtschaftsbürgers“ wachsen, der sein Unternehmen als Organisation der Bürgergesellschaft sieht (vgl. oben Abschn. 3.4.1). Beide Beziehungsebenen führen zu einer engen Abstimmung und Zusammenarbeit mit der Wirtschaft. Insbesondere den „Wirtschaftsbürgern“ gegenüber verhält sich die Wirtschaftsförderung partnerschaftlich und sie beteiligt die Unternehmen an der Erarbeitung und Umsetzung von Strategien und Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung der Gemeinde als Wirtschaftsstandort. Dazu baut die Gemeinde tragfähige Kommunikations- und Kooperationsstrukturen auf, z. B. durch regelmäßige Befragungen und Veranstaltungen.

4 Fazit

Bisher folgt die Wirtschaftsförderung der Leitidee von Wettbewerb und Wachstum. Sie sieht ihren Standort in Konkurrenz zu anderen Regionen und ihr wesentliches Ziel darin, Voraussetzungen für Wachstum zu schaffen, das messbar ist in Form von mehr Arbeitsplätzen und höheren Gewerbesteuern. Es gilt, angesichts der Mehrfachkrise unserer Zeit, die wesentlich durch die negativen Auswirkungen eines ungezügelten Kapitalismus hervorgerufen wird, einer solchen Sichtweise alternative Ansätze gegenüber zu stellen. Diese verfolgen andere Ziele und propagieren andere Formen des Wirtschaftens. Im Zuge der Debatte um Postwachstum öffnet sich ein breites Spektrum solcher alternativer Konzepte, denen sich die Wirtschaftsförderung aus vielerlei Gründen nicht verschließen sollte. Konkretisiert wurde hier der Ansatz der GWÖ, die ein wirtschaftliches Handeln fordert, das an Grundwerten wie Menschenwürde, Transparenz und Mitentscheidung, Ökologischer Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und Solidarität ausgerichtet ist. Mit dem Werkzeug der Gemeinwohl-Bilanz steht ein Instrument zur Verfügung, um Nachhaltigkeit und Standortverantwortung für Betriebe und Kommunalverwaltungen mit Inhalten zu füllen.

Die Wirtschaftsförderung kann dabei vom reagierenden zum vorsorgenden Akteur der Standortentwicklung, vom Wirtschaftsförderer zum Werteförderer werden. Die Initiative, die GWÖ und andere alternative Ansätze in konkrete Praktiken der Wirtschaftsförderung zu überführen, steht noch am Anfang. Dabei trifft Wirtschaftsförderung auf neue Adressaten, verhandelt ethische Gesichtspunkte in ungewohnter Tiefe und begibt sich so neu auf die Suche dessen, was lebenswerte und zukunftsfähige Regionen ausmacht, die zu einem gelingenden Gemeinwohl beitragen. Dies mag polarisieren, aber setzt eben auch Impulse frei, gewohnte Denkmuster zu hinterfragen. Das ist der Mindestbeitrag zu innovativer Wirtschaftsförderung.

Fußnoten

  1. 1.

    Die Kritikpunkte an der Clusterpolitik werden beispielsweise von Brandt (2013) zusammengefasst. Demnach werden vermeintliche Vorteile der räumlichen Nähe überschätzt, können regionale Spezialisierungsstrategien zu einer Anfälligkeit und zu starke Netzwerkbildung zu lock-in-Effekten führen, ist Clusterpolitik rein angebotsorientiert, werden regionale Disparitäten erhöht und entzieht sich Clusterpolitik der politischen Gestaltbarkeit. So schlägt sich eine gewisse Ernüchterung gegenüber Konzepten wie Clustern auch in aktuellen strategischen Positionen zur Wirtschaftsförderung nieder, wenn gefordert wird, dass sich die „Förderpolitik nicht mehr allein auf Cluster“ konzentrieren solle, „sondern vor allem auch Querschnitts-Themen in den Fokus nehmen solle“ (Positionen der Kommunalen Wirtschaftsförderung NRW zu wirtschaftspolitischen Themen 2017).

  2. 2.

    Teile dieses Kapitels sind deckungsgleich mit einem Artikel in der Verbandszeitschrift des Hessischen Städte- und Gemeindebundes (vgl. Rother 2019). Weiterhin basiert das Abschn. 3 auf Ausarbeitungen des Akteurinnenkreises Gemeinden der GWÖ, die noch nicht publiziert sind.

  3. 3.

    Wir weisen darauf hin, dass die GEFAK die Ideen und Werkzeuge der GWÖ im Rahmen ihrer Beratungsprojekte für Wirtschaftsförderungseinrichtungen aktiv fördert. Zwei Mitarbeiter der GEFAK sind zertifizierte GWÖ-Berater.

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