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Gesundheitsberichterstattung

  • Anke-Christine SaßEmail author
  • Thomas Lampert
  • Franziska Prütz
  • Sandra Beermann
  • Thomas Ziese
Living reference work entry
Part of the Springer Reference Wirtschaft book series (SRW)

Zusammenfassung

Die Gesundheitsberichterstattung (GBE) des Bundes stellt kontinuierlich aktuelle Daten und Informationen zum Gesundheitszustand und zur Gesundheitsversorgung der Bevölkerung in Deutschland bereit. Im vorliegenden Beitrag werden Aufgaben, Ziele und Organisationsstruktur der GBE des Bundes sowie Datengrundlagen und Publikationsformen beschrieben. Außerdem stellt der Beitrag Ergebnisse zu chronischen Erkrankungen, zugrunde liegenden Risikofaktoren und einigen wichtigen Infektionskrankheiten vor. Abschließend werden aktuelle und künftige Anforderungen an die GBE diskutiert.

Schlüsselwörter

Gesundheitsberichterstattung Public Health Chronische Krankheiten Infektionskrankheiten Gesundheitsverhalten 

1 Einleitung

Die Gesundheitsberichterstattung (GBE) des Bundes stellt kontinuierlich aktuelle Daten und Informationen zum Gesundheitszustand und zur Gesundheitsversorgung der Bevölkerung in Deutschland bereit. Das Themenspektrum ist vielfältig und reicht von Krankheiten, Beschwerden und Risikofaktoren über die subjektive Gesundheit und gesundheitsbezogene Lebensqualität bis hin zur Inanspruchnahme von Präventions- und Versorgungsangeboten sowie den Strukturen und Kosten des Gesundheitswesens. Die Themen werden auf breiter Datengrundlage und unter Berücksichtigung ihrer gesellschaftlichen Relevanz sowie der sozialen, ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen behandelt. Die Ergebnisse werden fortlaufend veröffentlicht, schwerpunktmäßig im Journal of Health Monitoring. Diese Online-Fachzeitschrift wurde von der GBE des Bundes im Jahr 2016 neu gegründet.

Im Folgenden wird zunächst auf die Aufgaben, Ziele und Organisationsstruktur der GBE des Bundes eingegangen, um dann die Datengrundlagen und Publikationsformen der GBE zu beschreiben. Anschließend werden Ergebnisse zur Entwicklung chronischer Erkrankungen und zugrunde liegender Risikofaktoren dargestellt, um die mit den Daten der GBE verbundenen Erkenntnismöglichkeiten zu verdeutlichen. Ergänzt wird diese Ausführung durch die Darstellung einiger wichtiger Infektionserkrankungen. Zum Abschluss werden die aktuellen und künftigen Anforderungen an die GBE diskutiert.

2 Aufgaben, Ziele und Nutzergruppen

Ein Ziel der GBE des Bundes ist es, eine umfassende und aktuelle Daten- und Informationsgrundlage für die Gesundheitspolitik zu schaffen (Lampert et al. 2010). Neben den Veröffentlichungen der GBE ist in diesem Zusammenhang die Beantwortung von Anfragen relevant, mit denen die Bundesregierung bzw. die Bundesministerien gezielt Informationen, die für bestimmte Entscheidungsprozesse oder Aktivitäten benötigt werden, erfragen. Gefordert ist die GBE z. B. bei der Entwicklung von Gesundheitszielen und Handlungsstrategien sowie der Planung und Umsetzung konkreter Maßnahmen und Programme. Besondere Bedeutung kommt der Bereitstellung von Daten zu, die es ermöglichen, gesundheitspolitisch relevante Entwicklungen und Trends zu ermitteln und den Erfolg bereits umgesetzter Interventionen zu beurteilen.

Die Politik ist ein wichtiger, aber nicht der einzige Adressat der GBE des Bundes (Abb. 1). Ebenso richtet sie sich an wissenschaftliche Expertinnen und Experten und liefert Basisinformationen sowie Referenzen für die epidemiologische und die Public-Health-Forschung, die auch für Studierende und Lehrende dieser Fächer von Bedeutung sind. Angesprochen wird außerdem die Fachöffentlichkeit, einschließlich Journalistinnen und Journalisten, die sich für Beiträge zu gesundheitsbezogenen Themen auf wissenschaftliche Fakten stützen möchten. Zu den Zielgruppen gehören ferner die Gesundheitsämter, Krankenkassen, Wohlfahrtsverbände, Selbsthilfeorganisationen und andere gesellschaftliche Akteure, die für ihre Arbeit auf aktuelle Daten und Informationen zur Gesundheit angewiesen sind. Nicht zuletzt soll den Bürgerinnen und Bürgern ein einfacher und direkter Zugang zu wissenschaftlich fundierten Gesundheitsinformationen eröffnet werden.
Abb. 1

Nutzergruppen der GBE

Ausgeführt wird die GBE des Bundes vom Robert Koch-Institut (RKI) und dem Statistischen Bundesamt, die in enger Abstimmung unterschiedliche Aufgaben wahrnehmen. Das Robert Koch-Institut ist für die inhaltliche und konzeptionelle Ausgestaltung und Weiterentwicklung des Berichtswesens sowie die Erstellung und Veröffentlichung der GBE-Publikationen verantwortlich. Das Statistische Bundesamt legt den Schwerpunkt auf die Beschaffung, Aufbereitung und Bereitstellung von Daten. Der wissenschaftliche Sachverstand, die Akteure im Gesundheitswesen und die Gesundheitspolitik auf Ebene der Bundesländer werden über die Kommission „Gesundheitsberichterstattung und Gesundheitsmonitoring“ einbezogen. Diese Kommission hat eine beratende Funktion und besteht aus 20 Mitgliedern. Umgekehrt arbeiten Vertreterinnen und Vertreter der GBE des Bundes in zahlreichen politischen und wissenschaftlichen Arbeitskreisen und Gremien auf nationaler und internationaler Ebene mit, sodass auch auf diesem Wege ein ständiger Austausch mit der Politik, Forschung und Praxis sichergestellt wird.

3 Publikationsformen

Die GBE des Bundes hat sich Ende 2016 mit der Gründung des „Journal of Health Monitoring“ neu aufgestellt. Das geschah vor dem Hintergrund inhaltlicher Herausforderungen und technischer Weiterentwicklungen im Publikationssektor. Die traditionellen Print-Formate der GBE wurden im Jahr 2000 entwickelt, zehn Jahre später entstanden GBE-Formate für die Publikation der Ergebnisse des Gesundheitsmonitorings, das am Robert Koch-Institut aufgebaut wurde (GBE kompakt, Faktenblätter). In den letzten Jahren wurde u. a. ein deutlicher Anstieg der Nachfrage bei den elektronischen Formaten und Rückgang bei den Printprodukten beobachtet. Außerdem wurde die zu geringe internationale Sichtbarkeit der GBE-Publikationen beklagt.

Das Konzept für das „Journal of Health Monitoring“ wurde nach internationalen Vorbildern entwickelt, u. a. Health Reports der Health Analysis Division von Statistics Canada. Das neue GBE-Journal wird frei zugänglich (Open Access) und ausschließlich online angeboten. Alle Beiträge werden übersetzt, die Ausgaben erscheinen zeitgleich auf Deutsch und Englisch. Für alle Artikel gibt es ein externes Peer-Review, und die Zeitschrift besitzt eine Publikationsethik. Das Layout des Journals wurde neu entwickelt, angepasst an das Corporate Design des RKI. Alle Features wurden für die Lesbarkeit des Journals auf mobilen Endgeräten optimiert. Das Journal of Health Monitoring ist auch für Personen mit Einschränkungen zugänglich, alle Artikel werden auf den Internetseiten des Robert Koch-Instituts barrierefrei angeboten.

In Tab. 1 sind die bisher erschienenen Ausgaben des Journals zusammengestellt. Pro Jahr erscheinen vier Ausgaben. Jede Ausgabe steht unter einem Thema, das in einem ausführlichen „Focus“-Artikel behandelt wird. Thematisch passende kurze „Fact sheets“ ergänzen diesen Beitrag. Im Jahr 2017 stand die Publikation der Ergebnisse aus der aktuellen Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell“ (GEDA 2014/2015-EHIS) im Mittelpunkt. Fact sheets zur Prävalenz wichtiger Erkrankungen und Gesundheitsstörungen, gesundheitlicher Verhaltensweisen und Prävention/Versorgung in Deutschland wurden in den vier Ausgaben des Journals veröffentlicht. Im Jahr 2018 werden die Ergebnisse der 2. Welle der „Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland“ (KiGGS) im Journal of Health Monitoring publiziert. Die 2. Welle dieser kombinierten Quer- und Längsschnittstudie, die erstmals 2003–2006 vom Robert Koch-Institut durchgeführt wurde, endete im Sommer 2017.
Tab. 1

Ausgaben des Journal of Health Monitoring

2018

JoHM S3/2018 – Diabetes-Surveillance in Deutschland

JoHM S2/2018 – Proceedings des Bund-Länder-Workshops der Gesundheitsberichterstattung zu Präventionsgesetz Datenquellen

JoHM S1/2018 – Gesundheitliche Ungleichheit in Deutschland und im internationalen Vergleich

JoHM 1/2018 – KiGGS Welle 2 – Erste Ergebnisse

2017

JoHM 4/2017 – Inanspruchnahme medizinischer Leistungen in Deutschland

JoHM S3/2017 – Daten für Taten

JoHM 3/2017 – Gesundheitliche Lage der Bevölkerung in Deutschland

JoHM S2/2017 – Proceedings des Bund-Länder-Workshops der Gesundheitsberichterstattung zu Präventionsgesetz und Präventionsberichterstattung

JoHM 2/2017 – Gesundheitsverhalten in Deutschland und Europa

JoHM 1/2017 – Gesundheitliche Lage der Bevölkerung in Deutschland

JoHM S1/2017 – Gute Praxis Gesundheitsberichterstattung – Leitlinien und Empfehlungen

2016

JoHM 2/2016 – Ernährung in Deutschland

JoHM 1/2016 – Alkoholkonsum

Das flexible Format eines Online-Journals erlaubt es, neben den thematisch verbundenen Focus-Artikeln und Fact sheets bei Bedarf weitere Beiträge in eine Ausgabe aufzunehmen und auch die Form der Artikel kontinuierlich weiterzuentwickeln. Die Rubrik „Concepts & Methods“ wurde eingeführt, um auch schwerpunktmäßig methodisch ausgerichtete Beiträge aufzunehmen. Darüber hinaus werden sog. „Special Issues“ veröffentlicht. Das erste erschien im Februar 2017 und enthielt die Leitlinien für gute Gesundheitsberichterstattung: „Gute Praxis GBE“ (Starke et al. 2017). Special Issues ermöglichen als Sonderausgaben des Journals die Publikation von kompakten Beiträgen und beispielsweise auch Tagungsdokumentationen. Sie erscheinen außerhalb des regulären Erscheinungsrhythmus der Zeitschrift.

Der Start des Journals im September 2016 wurde von einer intensiven Pressearbeit begleitet. Das Medienecho war sehr gut, und die Zugriffszahlen haben sich positiv entwickelt. Das Niveau der bisherigen Online-Publikationsreihe GBE kompakt wurde bereits bei der ersten Ausgabe erreicht. Jede neue Ausgabe des Journal of Health Monitoring wird von intensiver Öffentlichkeitsarbeit begleitet: eine Pressemitteilung des Robert Koch-Instituts erscheint, der GBE-Newsletter informiert und die neue Ausgabe wird in verschiedenen anderen Newslettern und Publikationen vorgestellt. Auf den Internetseiten des Robert Koch-Instituts kann der GBE-Newsletter abonniert werden (www.rki.de/gbe).

Die bis 2016 genutzten Publikationsformen der GBE „Themenhefte“, „Beiträge zur GBE“ „GBE kompakt“ und „Faktenblätter“ gehen im neuen Journal of Health Monitoring auf. Die in den letzten Jahren erschienenen Hefte und Berichte sind aber weiterhin im Internet verfügbar. Zum Publikationsspektrum der GBE zählen auch weiterhin die in größeren zeitlichen Abständen publizierten Berichte „Gesundheit in Deutschland“ und die Online-Datenbank „Informationssystem der Gesundheitsberichterstattung“ (IS-GBE), die vom Statistischen Bundesamt gepflegt wird.

Die als Print-Ausgaben erscheinenden umfassenden Berichte Gesundheit in Deutschland geben einen fundierten Überblick über die gesundheitliche Situation der Bevölkerung in Deutschland. Die Gliederung der Berichte orientiert sich an den vier zentralen Themenfeldern „Gesundheitliche Lage“, „Determinanten der Gesundheit“, „Prävention und Gesundheitsförderung“ und „Gesundheitsversorgung“. Besonderes Gewicht wird auf die Beschreibung zeitlicher Entwicklungen und Trends gelegt. Außerdem wird Zusammenhängen zwischen der sozialen und gesundheitlichen Lage, regionalen Unterschieden in der Gesundheit sowie internationalen Vergleichen verstärkte Aufmerksamkeit geschenkt. Darüber hinaus werden aktuelle Themenschwerpunkte behandelt, die von Bericht zu Bericht variieren. Der erste Bericht „Gesundheit in Deutschland“ erschien im Jahr 1998, der zweite im Jahr 2006. Der dritte Bericht erschien Ende des Jahres 2015. Die Berichte „Gesundheit in Deutschland“ werden in einer gedruckten Auflage von etwa 20.000 Exemplaren verlegt und sind auch online zugänglich.

Beim Informationssystem der Gesundheitsberichterstattung (IS-GBE) handelt es sich um eine Online-Datenbank, die unter www.gbe-bund.de Informationen zu allen Themenfeldern der GBE bereitstellt. In der vom Statistischen Bundesamt gepflegten Datenbank werden Informationen aus mehr als 100 verschiedenen Datenquellen systematisch zusammengeführt. Die Informationen liegen in Form von Tabellen (zum Teil individuell gestaltbar), Grafiken und Texten sowie Dokumentationen zu den Datenquellen und Erhebungsmethoden vor. Über das IS-GBE ist auch der Zugriff auf die Publikationen der GBE des Bundes möglich. Das Angebot wird fortlaufend ergänzt und regelmäßig aktualisiert, worüber ein Newsletter informiert, den interessierte Nutzerinnen und Nutzer über das Statistische Bundesamt beziehen können.

4 Datengrundlagen

Eine zentrale Datengrundlage der GBE ist das Gesundheitsmonitoring am Robert Koch-Institut. Das Gesundheitsmonitoring umfasst drei Komponenten, mit denen parallel und aufeinander abgestimmt Daten erhoben werden, die für das gesamte Bundesgebiet repräsentativ sind: Erstens, die Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell“ (GEDA), eine in kürzeren Abständen durchgeführte Querschnittsbefragung der erwachsenen Bevölkerung Deutschlands, die insbesondere Aussagen über zeitliche Entwicklung und Trends ermöglichen soll. Zweitens, die „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland“ (DEGS), die neben einer Befragung auch medizinische Untersuchungen umfasst und zudem, aufgrund der Anknüpfung an den Bundes-Gesundheitssurvey 1998, neben querschnittlichen auch längsschnittliche Betrachtungen ermöglicht. Und drittens, die „Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland“ (KiGGS), die erstmals in den Jahren 2003 bis 2006 durchgeführt wurde. Im Jahr 2017 wurde KiGGS Welle 2 abgeschlossen (2014–2017). Damit stehen aus dem Gesundheitsmonitoring jetzt Daten zur Kindergesundheit über drei Messzeitpunkte zur Verfügung. Durch den Kohortenansatz sind auch längsschnittliche Auswertungen möglich.

Daneben sind für die GBE des Bundes weitere Gesundheitssurveys und epidemiologische Studien relevant, die zumeist bestimmte Themenschwerpunkte haben (Abb. 2). Zu nennen sind beispielsweise die „Drogenaffinitätsstudie“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und der „Epidemiologische Suchtsurvey“ des Instituts für Therapieforschung, die aussagekräftige Daten zum Tabak-, Alkohol- und Drogenkonsum bereitstellen. Die „Deutsche Mundgesundheitsstudie“ befasst sich mit der Zahn- und Mundgesundheit und dem Präventionsverhalten und wird seit 1989 im Abstand von fünf bis sieben Jahren vom Institut der Deutschen Zahnärzte durchgeführt. Stellvertretend für epidemiologische Studien zu kardiovaskulären Erkrankungen und Risiken ist auf die „KORA-Studie“ (Kooperative Gesundheitsforschung in der Region Augsburg) und die „SHIP-Studie“ (Study of Health in Pomerania) zu verweisen.
Abb. 2

Datengrundlagen der GBE des Bundes

Systematisch gewonnene Informationen zu bestimmten Erkrankungen stehen auch aus epidemiologischen Registern zur Verfügung. Diese sind darauf ausgerichtet, alle Erkrankungsfälle in einer Population zu erfassen, um auf dieser Basis Aussagen zu Inzidenz (Anzahl der Neuerkrankungen), Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) und Verlauf (Überlebenszeiten, Letalität/Mortalität) der Krankheiten zu generieren sowie epidemiologische Zusammenhänge aufzudecken. Ein Beispiel ist die Registrierung von Krebserkrankungen in den epidemiologischen Krebsregistern der Länder und deren Zusammenführung und Auswertung im Zentrum für Krebsregisterdaten am Robert Koch-Institut. Von Bedeutung ist auch das seit 1980 bestehende Deutsche Kinderkrebsregister (DKKR) in Mainz, welches die bei Kindern und Jugendlichen auftretenden Krebserkrankungen erfasst. Des Weiteren wird am Robert Koch-Institut ein freiwilliges AIDS-Register geführt. Hier werden seit 1982 die anonymen Fallberichte der behandelnden Ärzte über AIDS-Erkrankungs- und Todesfälle in der Bundesrepublik Deutschland in einem zentralen Register zusammengetragen und ausgewertet. Die Vollständigkeit der Erfassung im AIDS-Fallregister der in Deutschland aufgetretenen Fälle liegt bei weniger als 50 %. Weitere Beispiele für epidemiologische Register sind die Register der KORA- und SHIP-Studie, die kardiovaskuläre Erkrankungen in der Region Augsburg bzw. in Mecklenburg Vorpommern dokumentieren.

Für die Beschreibung der Verbreitung von Infektionskrankheiten in Deutschland können zusätzlich noch Meldedaten nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) herangezogen werden. Meldepflicht besteht unter anderem für folgende Krankheiten: Norovirus-Gastroenteritis, Influenza, Masern, HIV (nicht-namentlich), Tuberkulose, Mumps, Pertussis (Keuchhusten), Röteln und Varizellen (Windpocken). Eine vollständige Auflistung von meldepflichtigen Erregern und Krankheiten kann auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts abgerufen werden. Eine weitere Datenquelle sind Sentinelerhebungen. Epidemiologisch relevante Daten werden bei der gesundheitlichen Vorsorge oder Versorgung, beispielsweise in Arztpraxen, erfasst. Es gibt eine Reihe solcher freiwilligen Sentinelerhebungen, unter anderem für Influenza, Varizellen und sexuell übertragbare Erkrankungen. Darüber hinaus werden zahlreiche epidemiologische Studien und Projekte durchgeführt, um die Datenlage zu verschiedenen Fragestellungen zu verbessern.

Amtliche Statistiken werden von den statistischen Ämtern des Bundes und der Länder erhoben und sind durch Rechtsvorschriften angeordnet. Grundlegende Rechtsvorschrift für die Bundesebene ist das Bundesstatistikgesetz von 1987. Zu den amtlichen Datenquellen, die für die GBE des Bundes genutzt werden, gehören z. B. der Mikrozensus, die Krankenhausstatistik und die Todesursachenstatistik.

Für die Aufgaben und Fragestellungen der Gesundheitsberichterstattung werden zunehmend auch sogenannte Routinedaten genutzt. Unter diesem Oberbegriff werden alle personenbezogenen, primär zu Verwaltungszwecken routinemäßig erhobenen Daten des Gesundheits- und Sozialwesens zusammengefasst. Vor allem Abrechnungsdaten der (gesetzlichen) Krankenkassen enthalten eine Vielzahl personenbezogener Informationen aus allen Leistungsbereichen der gesundheitlichen Versorgung inklusive Rehabilitation und Pflege. Für die Gesundheitsberichterstattung konnte bislang auf der Grundlage von Kooperationsvereinbarungen auf die Abrechnungsdaten einzelner gesetzlicher Krankenkassen zurückgegriffen werden. Künftig werden auch Daten genutzt werden können, die für den krankheitsbezogenen Risikostrukturausgleich der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erhoben werden (Morbi-RSA). Neben Krankenkassendaten sind aus Sicht der Gesundheitsberichterstattung vor allem die Routinedaten der Deutschen Rentenversicherung interessant.

Um Entwicklungen im internationalen Kontext darstellen zu können, ist die Gesundheitsberichterstattung zunehmend auf die Nutzung von Gesundheitsdaten aus internationalen Datenbanken angewiesen. Dafür geeignete Datenbanken wurden in den letzten Jahren von internationalen Organisationen aufgebaut, wobei hier insbesondere die Weltgesundheitsorganisation (WHO, Health for All-Database), die Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD Health Statistics) und das Statistische Amt der europäischen Gemeinschaften (Eurostat Health Statistics) zu nennen sind. Trotz erheblicher Fortschritte bei der Erhebung europaweit harmonisierter Gesundheitsdaten bestehen nach wie vor Einschränkungen bei der Vergleichbarkeit der Daten.

5 Entwicklungen und Trends bei ausgewählten Erkrankungen

Im Folgenden werden die für GBE verfügbaren Daten genutzt, um die aktuelle Verbreitung und die Entwicklung ausgewählter Erkrankungen und Risikofaktoren zu beschrieben. Mit Blick auf chronische Erkrankungen gilt das Interesse dabei Erkrankungen, die für die Krankheitslast, das Versorgungsgeschehen und die im Gesundheitswesen anfallenden Kosten von besonderer Bedeutung sind: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebserkrankungen, Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und Diabetes mellitus. Außerdem werden ausgewählte Infektionskrankheiten dargestellt, die in Deutschland verbreitet sind und eine große Public-Health-Bedeutung besitzen.

5.1 Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Zu den Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören verschiedene Krankheiten, die das Herz und den Blutkreislauf betreffen. Diese sind häufig auf eine Arteriosklerose (Arterienverkalkung) zurückzuführen, wie die koronare oder ischämische Herzkrankheit (KHK) mit ihren möglichen Komplikationen Herzinfarkt, Herzinsuffizienz (Herzschwäche) und Herzrhythmusstörungen sowie der Schlaganfall. Die Verbreitung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann unter anderem anhand der Häufigkeit stationärer Behandlungen beschrieben werden. Ausgehend von der Zahl der Krankenhausfälle im Jahr 2015 stehen die Herz-Kreislauf-Krankheiten (ICD-10: I00–I99) von allen Krankheitsgruppen an erster Stelle (Statistisches Bundesamt 2017a). In den Jahren 2000 bis 2005 war allerdings ein Rückgang bei den altersstandardisierten Fallzahlen zu beobachten. Seitdem sind die Fallzahlen weitgehend konstant geblieben (Abb. 3). Für Männer ergeben sich durchgängig höhere Fallzahlen als für Frauen.
Abb. 3

Altersstandardisierte stationäre Fallzahlen mit Hauptdiagnose Herz-Kreislauf-Erkrankung 2000–2015. (Quelle: Statistisches Bundesamt 2017a, Krankenhausdiagnosestatistik (Altersstandardisierung: Alte Europastandardbevölkerung, ICD-10: I00–I99))

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nicht nur häufigster Behandlungsgrund in den Krankenhäusern, sondern auch die häufigste Todesursache in Deutschland. Im Jahr 2015 starben insgesamt 356.616 Personen (198.620 Frauen und 157.996 Männer) an einer Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems, das entspricht 38,5 % aller Sterbefälle (Statistisches Bundesamt 2017b). Von 1998 bis 2015 nahm die altersstandardisierte Sterblichkeit an Herz- Kreislauf-Erkrankungen allerdings deutlich ab (Abb. 4).
Abb. 4

Altersstandardisierte Sterblichkeit an Herz-Kreislauf-Krankheiten 1998–2015. (Quelle: Statistisches Bundesamt 2017b, Todesursachenstatistik (Altersstandardisierung: Alte Europastandardbevölkerung, ICD-10: I00–I99))

Die altersstandardisierte Sterbeziffer ist bei Männern höher als bei Frauen, im Zeitverlauf ist eine Annäherung der Geschlechter zu beobachten. Bei Betrachtung der absoluten Zahlen ist zu sehen, dass deutlich mehr Frauen als Männer an Herz-Kreislauf-Erkrankungen sterben, was unter anderem auf die höhere Lebenserwartung der Frauen und die gleichzeitig höhere Erkrankungswahrscheinlichkeit mit steigendem Alter zurückzuführen ist.

Für Schätzungen der Neuerkrankungen an Herzinfarkt (Inzidenz) können die Daten des regionalen Herzinfarktregisters Augsburg genutzt werden; Daten für Deutschland insgesamt liegen nicht vor. Demnach stieg die altersstandardisierte Neuerkrankungsrate bei Frauen von 1985 bis 1991 zunächst an von 112 auf 142 je 100.000 Einwohnerinnen. Ab 1991 gingen die Raten allmählich auf 78 erkrankte Frauen je 100.000 Einwohnerinnen im Jahr 2015 zurück. Bei Männern ist demgegenüber über den gesamten Zeitraum ein weitgehend kontinuierlicher Rückgang von 357 (1985) auf 235 je 100.000 Einwohner (2015) zu verzeichnen. Die Zahl der Fälle insgesamt (Erst- oder Reinfarkt) ging bei Frauen in diesem Zeitraum altersstandardisiert um 27 % zurück; bei Männern sogar um 43 % (KORA 2017).

Schätzungen zur Inzidenz von Schlaganfällen sind anhand des bevölkerungsbezogenen Erlanger Schlaganfallregisters möglich. Aus den dort erhobenen Daten lässt sich abschätzen, dass sich in Deutschland jährlich rund 200.000 erstmalige Schlaganfälle und ca. 70.000 wiederholte Schlaganfälle auftreten (Heuschmann et al. 2010). Aufgrund der höheren Lebenserwartung erleiden mehr Frauen als Männer einen Schlaganfall, die altersstandardisierten Neuerkrankungsraten sind jedoch bei Männern höher als bei Frauen (Kolominsky-Rabas und Heuschmann 2002; Kolominsky-Rabas et al. 2015). Derzeit fehlen in Deutschland aktuelle Studien zur Entwicklung der Schlaganfallinzidenz. Aus internationalen Studien lässt sich ein Rückgang der Neuerkrankungsraten in hoch entwickelten Ländern ablesen (Feigin et al. 2009; Feigin et al. 2014; Krishnamurthi et al. 2013).

Der Rückgang der altersstandardisierten Fallzahlen für Neuerkrankungen, der Krankenhausbehandlungen und Sterblichkeit an Herz-Kreislauf-Erkrankungen spricht insgesamt für eine positive Entwicklung im Bereich der Prävention und Therapie dieser Krankheitsbilder (Robert Koch-Institut 2015; Gößwald et al. 2013; Ford et al. 2007). Nach wie vor sind diese Erkrankungen allerdings die häufigste Todesursache in Deutschland und weitere Anstrengungen sind nötig, insbesondere mit Blick auf die weite Verbreitung wichtiger Herz-Kreislauf-Risikofaktoren in der Bevölkerung.

5.2 Krebserkrankungen

Unter dem Begriff der Krebserkrankungen wird eine große Gruppe von Erkrankungen zusammengefasst, bei denen es zu einem unkontrollierten Wachstum entarteter Körperzellen kommt. Die Neubildungen dringen dabei häufig in benachbartes Gewebe ein und können durch Metastasierung an anderer Stelle Tochtergeschwülste bilden. Besonders häufige Tumorlokalisationen sind Lunge, Darm und geschlechtsspezifisch die weibliche Brust und die Prostata. Die Entstehung von Krebserkrankungen ist ein multifaktorielles Geschehen, bei dem Lebensstilfaktoren neben Umwelteinflüssen und genetischer Prädisposition eine große Rolle spielen (World Health Organization 2017a).

Nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind Krebserkrankungen die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Im Jahr 2015 waren 25,5 % aller Sterbefälle durch bösartige Neubildungen (ICD-10:C00–C97) bedingt. Laut Todesursachenstatistik verstarben im Jahr 2015 in Deutschland 103.421 Frauen und 122.916 Männer an Krebs (Statisches Bundesamt 2017b). Die altersstandardisierten Sterblichkeitsraten (Alte Europastandardbevölkerung) sind in den letzten Jahren gesunken (Abb. 5). Die altersstandardisierten Sterberaten an Krebs sind in den letzten 10 Jahren bei Männern um 13 % und bei Frauen um 9 % zurückgegangen. Aufgrund der demografischen Veränderungen ist die Zahl der Krebssterbefälle bei Männern allerdings um 10 % und bei Frauen um 2 % angestiegen (Robert Koch-Institut, GEKID 2015).
Abb 5

Altersstandardisierte Erkrankungs- und Sterberaten an Krebserkrankungen (ICD-10 C00 – 97 ohne C44) nach Geschlecht, 1999–2013, je 100.000 Einwohnerinnen/Einwohner (Alter Europastandard). (Quelle: Zentrum für Krebsregisterdaten (2017), Datenbankabfrage)

Die altersstandardisieren Erkrankungsraten – ebenfalls in Abb. 5 dargestellt – zeigen, dass bei Männern kein Anstieg der Neuerkrankungen und bei Frauen ein geringer Anstieg zu beobachten ist (Robert Koch-Institut, GEKID 2015). Diese gegenläufigen Tendenzen entstehen vor allem die unterschiedlichen Trends beim Lungenkrebs bei beiden Geschlechtern. Ohne eine Standardisierung der Altersstruktur zeigt sich allerdings ein deutlicher Zuwachs der Neuerkrankungen. Zwischen 2002 und 2012 hat die absolute Zahl der Krebsneuerkrankungen bei Männern um 13 % und bei Frauen um 10 % zugenommen. Ursächlich dafür sind die Veränderungen im Altersaufbau der Bevölkerung: Der Anteil Älterer in der Bevölkerung wird größer und die meisten Krebserkrankungen treten bei älteren Menschen häufiger auf (Robert Koch-Institut, GEKID 2015).

Nach Schätzungen des Zentrums für Krebsregisterdaten (ZfKD) am Robert Koch-Institut erkrankten im Jahr 2012 etwa 225.900 Frauen und 252.100 Männer an Krebs. Bei Frauen trat am häufigsten Brustkrebs (30,5 %) und bei Männern Prostatakrebs (25,3 %) auf, gefolgt von Darmkrebs (12,6 % bei Frauen, 13,4 % bei Männern) und Lungenkrebs (8,0 % bei Frauen, 13,7 % bei Männern) (Robert Koch-Institut, GEKID 2015).

Für das System der medizinischen Versorgung spielt aber nicht nur die Zahl der Neuerkrankungen eine Rolle. Krebserkrankungen erfordern oftmals eine langfristige Therapie und Nachsorge. Nach Schätzungen des ZfKD lebten im Jahr 2012 in Deutschland 810.300 Männer und 790.500 Frauen, die in den letzten fünf Jahren an Krebs erkrankt waren (5-Jahres-Prävalenz). In Folge des demografischen Wandels wird mit einer weiteren Zunahme von Krebserkrankungen gerechnet (Robert Koch-Institut, GEKID 2015).

5.3 Infektionserkrankungen

Neben den chronischen Erkrankungen sind auch Infektionserkrankungen für die Krankheitslast, das Versorgungsgeschehen und die im Gesundheitswesen anfallenden Kosten von besonderer Bedeutung. Infektionskrankheiten werden durch Erreger ausgelöst, die in einen menschlichen oder tierischen Organismus eindringen und sich dort vermehren. Die Erreger können dann über Ausscheidungen oder den direkten Kontakt auf andere Menschen oder Tiere übertragen werden. Die häufigsten Erreger von Infektionskrankheiten sind Bakterien und Viren, aber auch einzellige Lebewesen, Pilze und Würmer können Infektionskrankheiten verursachen.

Weltweit befinden sich drei Infektionskrankheiten unter den „Top Ten“ der häufigsten Todesursachen (World Health Organization 2017b). Dazu gehören Infektionen der unteren Atemwege (Platz 3), Durchfallerkrankungen (Platz 8) und Tuberkulose (Platz 9). In Deutschland und auch in anderen Industrieländern konnten Infektionserkrankungen durch verbesserte Lebensbedingungen und Hygiene zurückgedrängt werden. Dies spiegelt sich zum Beispiel darin wider, dass derzeit nur die Lungenentzündung zu den zehn häufigsten Todesursachen in Deutschland zählt (Statistisches Bundesamt 2017b). Durch den internationalen Reiseverkehr, Migrationsbewegungen sowie global gehandelte Lebensmittel können sich Erreger heute allerdings viel schneller verbreiten. Weitere Herausforderungen ergeben sich durch das Auftreten neuer Erreger, wie z. B. HIV, Ebola oder das SARS-Coronavirus, sowie die Rückkehr von Erregern, die zwar bekannt sind, aber ihre Form verändert haben.

Lebensmittelbedingte Erkrankungen gehören zu den häufigsten meldepflichtigen Erkrankungen in Deutschland. Es wird geschätzt, dass jährlich ungefähr 65 Millionen Erkrankungsfälle von Magen-Darm-Erkrankungen auftreten, wovon der größere Teil wahrscheinlich durch Lebensmittel übertragen wird (Wilking et al. 2013). Eine besonders gefährliche Variante eines krankheitsauslösenden Darmbakteriums – EHEC (enterohämorrhagisches E. coli) – war für den massiven Ausbruch im Jahr 2011 verantwortlich. Insgesamt wurden 2987 Fälle von akuter Magen-Darm-Entzündung (Gastroenteritis) und 855 Erkrankungen mit einer schweren Verlaufsform der EHEC-Infektion, dem hämolytischurämischen Syndrom (HUS) gezählt. Unter den HUS-Patienten verstarben 35 (4,1 %) und unter den EHEC-Patienten mit Gastroenteritis 18 (0,6 %) (Robert Koch-Institut 2011). Auch Viren können gastrointestinale Erkrankungen hervorrufen: Noroviren sind zum Beispiel für einen Großteil der nicht bakteriell bedingten ansteckenden Magen-Darm-Infektionen bei Kindern und Erwachsenen verantwortlich. Im Jahr 2016 wurden dem RKI 84.575 laborbestätigte Norovirus-Erkrankungen übermittelt. Das hochansteckende Virus verursacht besonders häufig Erkrankungen bei kleinen Kindern und bei älteren Menschen. Pro Jahr werden ungefähr 20–60 Todesfälle aufgrund einer Norovirus-Infektion an das Robert Koch-Institut übermittelt, wobei die meisten Verstorbenen 70 Jahre und älter sind. Auch viele lebensmittelbedingten Ausbrüche werden durch Noroviren verursacht. Im Jahr 2016 wurden 21 explizit lebensmittelbedingte Norovirus-Gastroenteritis-Ausbrüche am RKI erfasst. Die Zahl der gemeldeten und an das RKI übermittelten Norovirus-Fälle stellt allerdings nur einen Bruchteil der tatsächlich aufgetretenen Fälle dar (Robert Koch-Institut 2017). Nicht jede erkrankte Person konsultiert eine Ärztin oder einen Arzt und nicht immer wird eine Laboruntersuchung veranlasst.

Eine weitere hochansteckende Infektionserkrankung wird durch Masernviren verursacht. Bis zu 30 % der Masern-Fälle entwickeln eine oder mehrere Komplikationen: Jedes zehnte erkrankte Kind leidet unter einer Mittelohrentzündung, und bei einem von 20 Kindern kann es zu einer Lungenentzündung kommen. Eine besonders gefürchtete Komplikation ist die akute postinfektiöse Enzephalitis, zu der es in etwa 0,1 % der Fälle kommt. Bei etwa 10–20 % der Betroffenen endet sie tödlich, etwa 20–30 % erleiden bleibende Schäden am Zentralen Nervensystem. Da der Mensch der einzige Wirt des Masernvirus ist und ein geeigneter Impfstoff zur Verfügung steht, ist eine wirksame Prävention bis hin zur weltweiten Elimination möglich. Daher hatte sich die WHO bereits für 2015 zum Ziel gesetzt, die Masern in Europa zu eliminieren. Um das Ziel der Eliminierung der Masern zu erreichen, müsste bei 95 % der Bevölkerung eine ausreichende Immunität vorliegen. In europäischen Ländern kommt es jedoch immer wieder zu regionalen Ausbrüchen mit einer Vielzahl von Masernfällen, weil der Impfschutz in bestimmten Bevölkerungsgruppen weiterhin ungenügend ist. Jedoch schafften es bis Ende 2015 nur 37 europäische WHO Mitgliedsstaaten die Übertragung der endemischen Masern erfolgreich zu unterbrechen (WHO-Regionalbüro für Europa 2016).

In Deutschland ist die Anzahl der an das RKI übermittelten Masernfälle seit Beginn der Meldepflicht im Jahr 2001 zwar deutlich gesunken (Abb. 6), dennoch kommt es immer wieder zu regionalen Ausbrüchen. Im gesamten Jahr 2012 wurden nur 166 Masern-Erkrankungen in Deutschland gemeldet, im Jahr 2013 wurden hingegen insgesamt 1775 Masernfälle an das RKI übermittelt. Auch im Jahr 2015 kam es mit 2464 Fällen zu einem Ausbruch, wobei 50 % der Erkrankungen aus Berlin gemeldet wurden. Dabei war mehr als ein Drittel der Betroffenen (37 %) 20 Jahre und älter, und 30 % musste im Krankenhaus behandelt werden. Somit konnte das Ziel der Masern-Eliminierung in Deutschland bis her noch nicht erreicht werden.
Abb. 6

Übermittelte Masernfälle in Deutschland gemäß der Referenzdefinition des RKI (2001–2016; Stand: 26.07.2017)

Auch die Influenza (Grippe) gehört in Deutschland und weltweit zu den häufigsten Infektionskrankheiten. Der Krankheitsverlauf kann sehr unterschiedlich von mild bis sehr schwer oder sogar tödlich sein. Die Influenza ist von großer Bedeutung für die öffentliche Gesundheit, weil sie jährlich auftritt, alle Altersgruppen betrifft und durch Impfung verhindert werden kann. Bei einer schweren Grippewelle wie in der Saison 2012/2013 wurden rund 30.000 Influenza-bedingte Krankenhauseinweisungen und 20.000 Todesfälle geschätzt, während in milden Saisons (wie z. B. 2013/2014) nur rund 3000 Krankenhauseinweisungen geschätzt werden und eine Influenza-assoziierte Übersterblichkeit (Exzess-Mortalität) nicht nachzuweisen ist. Nach Schätzungen der Arbeitsgemeinschaft Influenza kommt es jedes Jahr in der Folge der auftretenden Grippewelle zu 1 bis 7 Millionen zusätzlichen Arztbesuchen (Robert Koch-Institut 2016c). Besonders gefährdet für einen schwereren Krankheitsverlauf sind Personen ab 60 Jahren sowie Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einer chronischen Grunderkrankung sowie schwangere Frauen und medizinisches Personal. Diesem Personenkreis wird von der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) eine jährliche Impfung gegen Influenza empfohlen (Robert Koch-Institut 2016a). Untersuchungen haben gezeigt, dass die Influenza-Impfquoten bei den über 60 Jährigen in der Saison 2015/2016 bundesweit bei 35,3 % lagen, wobei sich eine große Spannweite im Ländervergleich zeigt (20,1 % in Baden-Württemberg bis 55,7 % in Sachsen-Anhalt). Die Zielvorgaben der Europäischen Union von mindestens 75 % wurden somit in Deutschland nicht erreicht.

Bei den sexuellen oder durch Blut übertragbaren Erkrankungen spielt das Humane Immundefizienz-Virus (HIV) eine große Rolle. Ende 2015 lebten nach den Ergebnissen einer aktuellen Schätzung etwa 84.700 Menschen mit einer HIV-Infektion in Deutschland (Robert Koch-Institut 2016c). Im Vergleich zu 1995 hat sich die Zahl der Menschen, die mit einer HIV- Infektion in Deutschland leben, verdoppelt. Dies liegt vor allem daran, dass hochwirksame Medikamente zur Behandlung von HIV zur Verfügung stehen (antiretrovirale Therapien) und dadurch weniger Menschen mit oder an den Folgen einer HIV-Infektion sterben, als sich neu mit HIV infizieren. So hat sich der Anteil der HIV-Infizierten, die eine antiretrovirale Therapie erhalten, seit 2006 kontinuierlich von 59 % auf 71,5 % im Jahr 2015 erhöht. Auch die Zahl der Neuinfektionen steigt seit dem Jahr 2001 wieder an (Abb. 7). Im Jahr 2015 wurde die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland auf knapp 3200 geschätzt. Etwa zwei Drittel der HIV-Neuinfektionen entfallen auf die Risikogruppe von Männern, die Sex mit Männern haben (MSM). Ein Grund für den Gesamtanstieg kann eine stärkere Aufklärungsarbeit und die damit verbundene stärkere Inanspruchnahme von HIV-Tests in Risikogruppen sein.
Abb. 7

Geschätzte Gesamtzahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland nach Infektionsjahr (1975–2015) (Robert Koch-Institut 2016b)

Neben HIV spielt auch die Infektion mit dem Bakterium Chlamydia trachomatis eine große Rolle. Dies ist eine der häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen in Europa (European Centre for Disease Prevention and Control 2016). Sie bleibt häufig unerkannt und kann unbehandelt Ursache für weibliche Unfruchtbarkeit sein. Seit Ende der 1990er-Jahre wird in zahlreichen Ländern ein Anstieg dieser Infektionen beobachtet. Im Jahr 2014 wurden in 26 europäischen Ländern (EU/EEA-Mitgliedsstaaten) insgesamt 396.128 Infektionen gemeldet. In Deutschland besteht keine Meldepflicht für Chlamydien. Aus Daten der KiGGS- und DEGS-Studie konnten jedoch Prävalenzen von 4,4 % bei sexuell aktiven 15- bis 17-jährigen und 4,5 % bei sexuell aktiven 18- bis 19-jährigen Frauen geschätzt werden (Robert Koch-Institut 2013b).

Sorge bereitet außerdem die zunehmende Antibiotika-Resistenz vieler Erreger, welche die Therapie massiv erschwert. Dieser Trend lässt sich beispielsweise bei der Tuberkulose beobachten. Die Zahl der Tuberkulosen sinkt kaum noch, bei multiresistenten Erkrankungen steigen die Fallzahlen sogar geringfügig. Der Anteil von Erkrankungen durch multiresistente Tuberkulose-Stämme lag 2015 bei 3,3 % (125 Fälle) und setzt den steigenden Trend der letzten Jahre fort. Bei Multiresistenz sind mindestens die wichtigsten zwei Standardmedikamente unwirksam (Isoniazid, Rifampicin). Im Jahr 2015 erkrankten 196 Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren an einer Tuberkulose – darunter ein Todesfall eines 4-jährigen Mädchens. Damit ist die Kindertuberkulose gegenüber dem Vorjahr (143 Fälle; Inzidenz: 1,3 pro 100.000 Kinder) gestiegen. Aufgrund ihrer besonderen Empfänglichkeit und der Gefahr besonders schwerer Verläufe sowie auch als Indikator für bestehende Infektionsketten bedarf diese Gruppe aber weiterhin einer besonderen Aufmerksamkeit (Robert Koch-Institut 2016d).

Die zunehmende Antibiotika-Resistenz vieler Erreger ist auch ein Problem bei nosokomialen Infektionen. Unter einer nosokomialen Infektion versteht man eine Infektion, die Patientinnen und Patienten im Zusammenhang mit einer medizinischen Maßnahme erwerben, zum Beispiel in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen oder auch in ambulanten Praxen. Von besonderer krankenhaushygienischer Bedeutung sind mehrfach gegen Antibiotika resistente Erreger. Im Falle von Infektionen mit diesen Erregern sind die antibiotischen Behandlungsalternativen deutlich eingeschränkt. Dies kann zu erheblichen Belastungen der Patientinnen und Patienten, zu verlängerten Krankenhausaufenthalten und erhöhten Therapiekosten führen sowie mit erhöhter Sterblichkeit verbunden sein. So spielen zum Beispiel Methicillin-resistente Staphylococcus-aureus-Stämme (MRSA) eine besondere Rolle als Erreger von Krankenhausinfektionen, aber auch im ambulanten Bereich Im Jahr 2015 wurden fast 200 Todesfälle berichtet, welche als direkte Folge einer invasiven MRSA-Infektion eingeordnet wurden (Robert Koch-Institut 2017).

Auch Infektionen, die durch Insekten übertragen werden, gewinnen in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung. So kam es 2015 zu einer Einschleppung des Zikavirus auf den amerikanischen Kontinent und in Folge zu großen Ausbrüchen in vielen Ländern Süd- und Mittelamerikas bis in die südlichen USA. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte im Februar 2016 sogar einen globalen Notstand erklärt. Das Zikavirus wird vorwiegend von Aedes-aegypti-Mücken übertragen. Eine sexuelle Übertragung ist jedoch auch möglich. Zwar sind schwere Verläufe oder Todesfälle extrem selten, doch durch den Übertritt des Virus auf den Fötus, vor allem in der frühen Schwangerschaft, kann es zu schweren Fehlbildungen beim Kind kommen. Auch Reisende aus Deutschland haben sich in den letzten Jahren mit dem Zikavirus infiziert. So wurden im Jahr 2016 insgesamt 221 Zikavirus-Erkrankungen von deutschen Reisenden ans RKI gemeldet (Robert Koch-Institut 2017).

5.4 Muskuloskelettale Erkrankungen

Die Gruppe der Muskel- und Skeletterkrankungen (muskuloskelettale Erkrankungen, MSKE) umfasst mehr als 150 Einzelerkrankungen der Knochen, Muskeln, Sehnen, Bänder und Gelenke. Dazu gehören degenerative Gelenkerkrankungen (z. B. Arthrose), entzündliche Gelenkerkrankungen (z. B. rheumatoide Arthritis), systemische Skeletterkrankungen (z. B. Osteoporose), Rückenschmerzen und Erkrankungen der Bandscheiben. Muskuloskelettale Erkrankungen und Beschwerden mit Bezug zum Bewegungsapparat stellen weltweit eine der Hauptursachen von Morbidität, Behinderung und Einschränkung der Lebensqualität dar. Dagegen führen sie vergleichsweise selten unmittelbar zum Tode (World Health Organization 2003; Robert Koch-Institut 2006).

Insgesamt wurden im Jahr 2015 rund 1,8 Millionen stationäre Behandlungsfälle von muskuloskelettalen Erkrankungen registriert. Seit dem Jahr 2000 hat die Zahl der MSKE-Krankenhausfälle um ca. 44 % zugenommen, die Zunahme bei allen Krankenhausfällen betrug in dieser Zeit nur etwa 15 %. Auch bei altersstandardisierter Betrachtung sieht man für beide Geschlechter einen Anstieg der stationären Behandlungen bei Krankheiten des Bewegungsapparates (Statistisches Bundesamt 2017a) (Abb. 8 und 9).
Abb. 8

Altersstandardisierte stationäre Fallzahlen mit Hauptdiagnose muskuloskelettale Erkrankungen 2000–2015 bei Frauen. (Quelle: Statistisches Bundesamt 2017a, Krankenhausdiagnosestatistik (Altersstandardisierung: Alte Europastandardbevölkerung, ICD-10: M00–M99))

Abb. 9

Altersstandardisierte stationäre Fallzahlen mit Hauptdiagnose muskuloskelettale Erkrankungen 2000–2015 bei Männern. (Quelle: Statistisches Bundesamt 2017a, Krankenhausdiagnosestatistik (Altersstandardisierung: Alte Europastandardbevölkerung, ICD-10: M00–M99))

Als häufigste Gelenkerkrankung bei Erwachsenen gilt die Arthrose, die insbesondere Knie-, Hüft- und Schultergelenke sowie die Finger- und Wirbelgelenke betrifft (Robert Koch-Institut 2013a). In der Studie GEDA 2014/2015-EHIS des Robert Koch-Instituts berichten 17,9 % der Erwachsenen ab 18 Jahren das Vorliegen einer Arthrose in den letzten 12 Monaten, wobei die Prävalenz bei Frauen mit 21,8 % höher liegt als bei Männern mit 13,9 %. Der Anteil von Personen mit Arthrose steigt mit zunehmendem Lebensalter deutlich an; bei den Personen ab 65 Jahren sind knapp die Hälfte der Frauen (48,1 %) und knapp ein Drittel der Männer (31,2 %) betroffen. In Anbetracht der Alterung der Bevölkerung wird mit einem Anstieg der Arthroseprävalenz in Deutschland gerechnet (Fuchs et al. 2017a).

Von den entzündlichen Gelenkerkrankungen tritt die rheumatoide Arthritis am häufigsten auf (Robert Koch-Institut 2010). In DEGS1 wurde eine ärztlich diagnostizierte rheumatoide Arthritis von 2,5 % der 18- bis 79-jährigen Befragten angegeben (Lebenszeitprävalenz). Auch bei dieser Erkrankung sind Frauen im Durchschnitt häufiger betroffen als Männer (3,2 % gegenüber 1,9 %) und die Erkrankungshäufigkeit nimmt mit dem Alter zu. In der Altersgruppe der 70- bis 79-Jährigen geben 4,9 % der Frauen und 5,8 % der Männer eine Erkrankung an rheumatoider Arthritis an (Fuchs et al. 2013). Diese auf Selbstangaben beruhenden Häufigkeitsschätzungen fallen allerdings etwas höher aus als Schätzungen aus anderen bevölkerungsbezogenen Untersuchungen (Helmick et al. 2008; Woolf et al. 2012; Wasmus et al. 1989).

In der Studie GEDA 2014/2015-EHIS geben 7,8 % der Frauen und 2,0 % der Männer im Alter ab 18 Jahren eine Osteoporose in den letzten 12 Monaten an. Ab dem Alter von 65 Jahren steigt der Anteil der von Osteoporose Betroffenen deutlich an. Ältere Frauen berichten signifikant häufiger eine Osteoporose als Männer. Der hier ausgewertete Indikator zur 12-Monats-Prävalenz der Osteoporose wurde in dieser Form erstmals im Rahmen des European Health Interview Survey (EHIS) 2014/2015 eingesetzt, sodass Vergleichsdaten derzeit nicht vorliegen (Fuchs et al. 2017b). Höhere Prävalenzen, aber mit sehr ähnlichen Geschlechtsunterschieden, wurden bei einer Analyse von Krankenkassendaten ermittelt, wobei hier auch Patientinnen und Patienten mit Osteoporose-typischen Frakturen mit berücksichtigt wurden (Hadji et al. 2013). Im Jahr 2015 gab es 34.171 stationäre Behandlungsfälle aufgrund von Osteoporose-bedingten Frakturen, davon waren 81,8 % Frauen (Statistisches Bundesamt 2017a).

An chronischen Rückenschmerzen, d. h. Rückenschmerzen, die im Jahr vor der Befragung drei Monate oder länger anhielten und fast täglich auftraten, leidet jede vierte Frau (24,4 %) und etwa jeder sechste Mann (17,1 %). Das zeigen die die zusammengeführten Daten der bundesweiten telefonischen Gesundheitssurveys von 2009, 2010 und 2012 des Robert Koch-Instituts (GEDA 2009, 2010 und 2012). Rückenschmerzen nehmen mit dem Lebensalter zu. Während bei den unter 30-Jährigen 14,3 % der Frauen und 7,8 % der Männer angeben, in den letzten zwölf Monaten chronische Rückenschmerzen gehabt zu haben, sind es bei Personen ab 65 Jahren 34,4 % der Frauen und 23,8 % der Männer. Frauen geben in allen Altersgruppen häufiger als Männer an, unter Rückenschmerzen zu leiden (Kuntz et al. 2017).

5.5 Diabetes mellitus

Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die mit erhöhten Blutzuckerkonzentrationen einhergeht. Dem Typ-2-Diabetes, der vorwiegend bei Erwachsenen auftritt und mit etwa 90 % die häufigste Diabetesform darstellt, liegt ein relativer Insulinmangel durch verminderte Insulinwirkung bzw. unzureichende Insulinausschüttung zugrunde. Neben einer genetischen Veranlagung tragen lebensstilbedingte Risikofaktoren, insbesondere Bewegungsmangel, Fehlernährung und Übergewicht, wesentlich zur Entstehung bei. Beim Typ-1-Diabetes, der sich zumeist bereits im Kindes- und Jugendalter manifestiert, führt eine autoimmune Zerstörung der insulinproduzierenden Zellen zu einem absoluten Insulinmangel. Zu den weiteren Diabetesformen zählen der Schwangerschaftsdiabetes, der erstmals in der Schwangerschaft auftritt und sich danach meistens wieder zurückbildet, und andere spezifische Diabeteserkrankungen, die teilweise genetisch bedingt sind (American Diabetes Association 2013).

Laut Krankenhausstatistik lag die Zahl der Krankenhausaufenthalte mit der Hauptdiagnose Diabetes zwischen den Jahren 2000 und 2015 relativ konstant bei rund 210.000 Behandlungsfällen (Statistisches Bundesamt 2017a). Vermutlich bilden diese Daten allerdings nicht das ganze Ausmaß der Diabetes-bedingten Krankenhausaufenthalte ab, weil häufig die Folgeerkrankung und nicht der zugrunde liegende Diabetes als Hauptdiagnose kodiert wird. Daneben dürften veränderte Abrechnungsbedingungen durch die schrittweise Einführung des Diagnosis Related Group (DRG)-Systems seit 2003 eine Rolle spielen (Heidemann et al. 2011).

Schätzungen zur Lebenszeitprävalenz des Diabetes mellitus liegen aus der Studie zur „Gesundheit Erwachsener in Deutschland“ (DEGS1) des Robert Koch-Instituts vor. Danach wurde bei 7,2 % der 18- bis 79-jährigen Bevölkerung jemals ein Diabetes mellitus diagnostiziert (7,4 % bei Frauen, 7,0 % bei Männern) (Heidemann et al. 2013). In der Gruppe der 18- bis 49-Jährigen sind unter 5 % der Bevölkerung betroffen.

Im höheren Alter kommt es zu einem deutlichen Anstieg der Prävalenz, bis auf über 20 % bei den 70- bis 79-Jährigen. Die Häufigkeit des Typ-1-Diabetes lag in DEGS1 bei 0,1 %, einen Schwangerschaftsdiabetes gaben 1,2 % der Frauen an. Da die berichteten Werte auf Selbstangaben der Studienteilnehmer beruhen, beziehen sie sich auf den bekannten Diabetes. Ergebnisse aus DEGS1 auf der Grundlage von Laboruntersuchungen sprechen dafür, dass bei etwa 2 % der Personen zwischen 18 und 79 Jahren ein bislang unentdeckter Diabetes vorliegt (Kurth 2012). Andere Studien gehen von einem noch höheren Anteil des nicht diagnostizierten Diabetes in der deutschen Bevölkerung aus (Meisinger et al. 2010; Rathmann et al. 2003).

Zahlreiche Studien belegen eine deutliche Zunahme im Vorliegen des bekannten Diabetes in der erwachsenen Bevölkerung im Zeitverlauf (Heidemann und Scheidt-Nave 2017). Bis zu den 1960er-Jahren lag die Prävalenz des bekannten Diabetes deutlich unter 1 %. Aktuelle bundesweite Schätzungen aus dem DEGS1-Untersuchungssurvey des Robert Koch-Instituts (RKI) mit 7,2 % (18- bis 79-Jährige), aus RKI-Telefonsurveys mit 8,9 % (18-Jährige und Ältere) bzw. auf Basis von Daten gesetzlich Krankenversicherter mit 9,9 % (alle Altersgruppen) liegen um ein Vielfaches höher (Heidemann und Scheidt-Nave 2017). Ein Teil des Anstiegs kann allerdings durch die demografische Alterung erklärt werden (Heidemann et al. 2013).

Eine positive Entwicklung wurde bei den diabetischen Komplikationen beobachtet. Krankenkassen- und Registerdaten zeigen in den vergangenen Jahrzehnten die Tendenz einer Abnahme von z. B. Amputationen, Erblindungen und Schwangerschaftskomplikationen (Robert Koch-Institut 2015). Zu dieser Entwicklung haben vermutlich eine frühere Diabetes-Diagnosestellung und eine verbesserte Versorgungsqualität im Rahmen der Disease-Management-Programme für Typ-2- und Typ-1-Diabetes sowie die Umsetzung der Nationalen Versorgungsleitlinie zur Therapie des Typ-2-Diabetes beigetragen.

6 Bedeutung verhaltensassoziierter Risikofaktoren

Viele der zuvor dargestellten chronischen Erkrankungen sind auf Risikofaktoren zurück- zuführen, die in enger Verbindung mit dem Gesundheitsverhalten stehen, z. B. Rauchen, Bewegungsmangel, Adipositas, Hypertonie und Hypercholesterienämie. Die in Deutschland verfügbaren Daten ermöglichen es, Aussagen über zeitliche Entwicklungen und Trends einiger dieser Risikofaktoren zu treffen. Dies gilt z. B. für den Tabakkonsum, die Adipositas und die körperliche Inaktivität. Um die Präventionspotenziale, die mit einer Verminderung dieser Risikofaktoren verbunden sind, einschätzen zu können, werden im Folgenden nicht nur die Entwicklungen bei Erwachsenen, sondern auch bei Kindern und Jugendlichen betrachtet.

6.1 Tabakkonsum

Zu den chronischen Krankheiten, die bei Raucherinnen und Rauchern vermehrt auftreten, zählen Herzinfarkt, Schlaganfall, Arteriosklerose, Bluthochdruckerkrankungen, Typ-2-Diabetes, chronische Bronchitis sowie bösartige Neubildungen der Lunge, der Mundhöhle, des Kehlkopfs und der Verdauungsorgane (International Agency for Research on Cancer 2004; US Department of Health and Human Services 2004). Raucherinnen und Raucher nehmen zudem vermehrt die Leistungen des medizinischen Versorgungssystems in Anspruch, fehlen häufiger wegen Krankheit am Arbeitsplatz und verursachen somit nicht unerhebliche Produktivitätsausfälle und Kosten im Gesundheitswesen (Neubauer et al. 2006).

Aussagen über längerfristige zeitliche Entwicklungen und Trends beim Rauchen sind mit Daten des Robert Koch-Instituts für die 25- bis 69-jährige Bevölkerung möglich (Abb. 10). Ab den 1990er-Jahren sprechen die Daten bei Frauen für einen Anstieg der Prävalenz um mehr als fünf Prozentpunkte bis auf 32 % im Jahr 2003, während sich für Männer keine wesentlichen Veränderungen beobachten lassen. Für den Zeitraum von 2003 bis 2012 ist hingegen ein Rückgang der Raucherquote festzustellen, bei Frauen von 32 % auf 28 %, bei Männern von 38 % auf 35 % (Kuntz et al. 2016).
Abb. 10

Zeitliche Entwicklung des Tabakkonsums bei 25- bis 69-jährigen Männern und Frauen. (Quelle: Gesundheitssurveys des Robert Koch-Instituts 1990–2012 (Kuntz et al. 2016))

Der Rückgang der Raucherquote in den letzten Jahren ist vor allem auf Veränderungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zurückzuführen. Dies lässt sich auch mit den regelmäßig durchgeführten Repräsentativerhebungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) belegen (Abb. 11). Mit Blick auf die 12- bis 17-jährigen Jugendlichen konnte im Verlauf der 1980er- und 1990er-Jahre keine nachhaltige Verringerung des Tabakkonsums beobachtet werden. Dagegen zeigte sich im Zeitraum von 2000 bis 2015 ein deutlicher Rückgang der Raucherquote, bei Mädchen von 28 % auf 8 % und bei Jungen von 27 % auf 8 % (Orth 2016).
Abb. 11

Zeitliche Entwicklung des Tabakkonsums bei 12- bis 17-jährigen Jungen und Mädchen. (Quelle: Repräsentativerhebungen der BZgA 1979–2015 (Orth 2016))

6.2 Adipositas

Wie Rauchen ist auch Adipositas ein Risikofaktor für verschiedene chronische Krankheiten, darunter Herzinfarkt, Schlaganfall, Typ-2-Diabetes, Fettstoffwechselstörungen, Krankheiten des Bewe gungsapparates und bestimmte Krebserkrankungen (NIH 1998). Außerdem kann Adipositas mit Schlafstörungen, Atembeschwerden und psychischen Störungen wie Depressionen und Angststörungen einhergehen und die gesundheitsbezogene Lebensqualität nachhaltig beeinträchtigen (Robert Koch-Institut 2005, 2015). Erhöhten Fehlzeiten am Arbeitsplatz und häufigere Frühberentungen wurden berichtet.

Die aktuellsten Daten zur Verbreitung von Übergewicht in der Bevölkerung liegen aus der Befragung „Gesundheit in Deutschland aktuell“ (GEDA 2014/2015-EHIS) vor. Danach sind in Deutschland 54,0 % der Erwachsenen von Übergewicht einschließlich Adipositas betroffen (Body Mass Index (BMI) über 25 kg/m2). Männer haben mit 43,3 % häufiger Übergewicht (BMI zwischen 25 und 30 kg/m2) als Frauen (28,8 %). Die Adipositasprävalenz (BMI über 30 kg/m2) liegt bei 18,1 % und unterscheidet sich nicht wesentlich zwischen den Geschlechtern (Schienkiewitz et al. 2017). Beim Vergleich der aktuellen Befragungsdaten mit Messdaten (u. a. aus dem Untersuchungssurvey DEGS1, 2008–2011) (Abb. 12) ist zu berücksichtigen, dass aus Selbstangaben berechnete Prävalenzen generell geringer ausfallen.
Abb. 12

Zeitliche Entwicklung der Adipositas bei 25- bis 69-jährigen Männern und Frauen. (Quelle: Gesundheitsmonitoring des Robert Koch-Institut (Mensink et al. 2013))

Auf der Basis von Messdaten der Gesundheitssurveys des Robert Koch-Institutes lässt sich für die 25- bis 69-jährige Bevölkerung feststellen, dass die Verbreitung von Übergewicht (Body Mass Index (BMI) gleich oder größer als 25) in den letzten Jahren nicht zugenommen hat. Dagegen ist die Adipositasprävalenz (BMI gleich oder größer als 30) gestiegen. Bei Männern ist ein Anstieg der Adipositas von 18 % in den Jahren 1990/92 auf 25 % im Jahr 2011 festzustellen. Bei den gleichaltrigen Frauen hat sich der Anteil der Adipösen von 21 % auf 23 % erhöht (Abb. 12).

Eine altersdifferenzierte Betrachtung der Daten verdeutlicht, dass diese Entwicklung vor allem auf eine Zunahme der Adipositas bei jungen Erwachsenen zurückzuführen ist. Damit im Einklang stehen die Ergebnisse der „Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland“ (KiGGS-Basiserhebung, 2003–2006), denen zufolge sich der Anteil der adipösen Kinder und Jugendlichen im Alter von 3 bis 17 Jahren im Vergleich zu Referenzwerten, die im Zeitraum 1985 bis 1999 erhoben wurden, auf 6 % erhöht und damit verdoppelt hat (Kurth und Schaffrath-Rosario 2007).

Die Ergebnisse der telefonischen Folgebefragung KiGGS Welle 1 (2009–2012) sprechen dafür, dass sich diese Entwicklung nicht weiter fortgesetzt hat. Die Raten für Übergewicht und Adipositas im Kindesalter sind demnach unverändert hoch, aber steigen nicht weiter an (Brettschneider et al. 2015, 2017).

6.3 Körperliche Inaktivität

Auch ein körperlich inaktiver Lebensstil erhöht das Risiko zahlreicher chronischer Krankheiten, wie z. B. Herzinfarkt, Schlaganfall, Bluthochdruckerkrankungen, Typ-2-Diabetes, Arthrose, Osteoporose und verschiedener Krebserkrankungen (Department of Health 2004; US Department of Health and Human Services 2008). Außerdem erhöht körperliche Inaktivität das Risiko altersbedingter Stürze, einer besonderen Gefahrenquelle für die Gesundheit und Selbstständigkeit im höheren Lebensalter. Regelmäßige körperliche Aktivität wirkt nicht nur den genannten Krankheiten und Gesundheitsrisiken entgegen, sie fördert zugleich das psychische und mentale Wohlbefinden, stärkt personale Ressourcen und beugt psychischen Störungen, wie z. B. Depressionen und Angststörungen, vor (Department of Health 2004; US Department of Health and Human Services 2008).

Für die Gesundheit relevant sind dabei sowohl die körperliche Aktivität im Alltag und in der Freizeit als auch die sportliche Betätigung. Aussagen zur körperlichen Aktivität im Alltag und in der Freizeit sind mit den in Deutschland vorhandenen Daten zurzeit nur eingeschränkt möglich, insbesondere lassen sich keine Entwicklungen und Trends im Zeitverlauf aufzeigen. Bezüglich der sportlichen Aktivität stellt sich die Datenlage günstiger dar.

Aktuelle Daten zur körperlichen Aktivität in der Freizeit stammen aus der Befragung „Gesundheit in Deutschland aktuell“ (GEDA 2014/2015-EHIS). 42,6 % der Frauen und 48,0 % der Männer geben darin an, mindestens 2,5 Stunden pro Woche Ausdaueraktivität auszuüben, z. B. Joggen, Schwimmen oder Radfahren. Sie erreichen die WHO-Empfehlung zur Ausdaueraktivität. 27,6 % der Frauen und 31,2 % der Männer erreichen die WHO-Empfehlung für muskelkräftigende Aktivitäten. Sie machen mindestens zweimal pro Woche Krafttraining, Pilates, Yoga oder andere muskelkräftigende Aktivitäten. Beide Empfehlungen erreichen etwa ein Fünftel der Frauen (20,5 %) und ein Viertel der Männer (24,7 %) (Finger et al. 2017). Insgesamt weisen die Ergebnisse nach wie vor auf ein hohes Potenzial für die Bewegungsförderung in der Freizeit hin.

In einer langfristigen Betrachtung des Anteils der „Sportlich Inaktiven“ in Deutschland wurde sich für die 25- bis 69-jährige Bevölkerung festgestellt, dass ihr Anteil im Zeitraum 1990 bis 2011 abgenommen hat (Abb. 13). Bei Männern war in den 1990er-Jahren zunächst noch ein Anstieg des Anteils der sportlich Inaktiven von 40 % auf 44 % zu beobachten. Bis zum Jahr 2011 ist diese Quote dann aber auf 34 % gesunken. Bei den Frauen ist der Anteil der sportlich Inaktiven im Beobachtungsraum kontinuierlich von knapp 51 % auf 34 % zurückgegangen. Eine nach Altersgruppen differenzierte Betrachtung zeigt, dass dieser Rückgang in der Altersgruppe der 55- bis 69-Jährigen am stärksten zum Ausdruck kommt. Bei Männern dieses Alters hat der Anteil der sportlich Inaktiven in den letzten 20 Jahren von 59 % auf 38 % abgenommen, bei gleichaltrigen Frauen sogar von 66 % auf 34 %.
Abb. 13

Zeitliche Entwicklung der sportlichen Inaktivität bei 25- bis 69-jährigen Frauen und Männern. (Quelle: Gesundheitsmonitoring des Robert Koch-Instituts)

Aussagen zur körperlichen Aktivität von Kindern und Jugendlichen sind mit Daten der KiGGS-Studie Welle 1 (2009–2012) möglich. Mit 27,5 % ist etwas mehr als ein Viertel der Kinder und Jugendlichen im Alter von 3 bis 17 Jahren täglich mindestens 60 Minuten körperlich aktiv und erfüllt damit die WHO-Empfehlung. Jungen sind signifikant häufiger täglich aktiv als Mädchen (29,4 % vs. 25,4 %). Mit zunehmendem Alter nimmt der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die täglich für mindestens 60 Minuten körperlich aktiv sind, kontinuierlich ab. 6,3 % der Kinder und Jugendlichen sind laut KiGGS Welle 1 sogar seltener als an zwei Tagen pro Woche für mindestens 60 Minuten körperlich aktiv (Robert Koch-Institut 2014). Dieser Befund ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass die sportliche Aktivität im Kindes- und Jugendalter eine der wichtigsten Determinanten für die Sportausübung im Erwachsenenalter ist (Bös et al. 2009).

7 Perspektiven und Herausforderungen

Die Gesundheitsberichterstattung des Bundes wurde seit dem Eintritt in die Routinephase im Jahr 1998 kontinuierlich weiterentwickelt und stellt mittlerweile Daten und Informationen zu einem breiten Spektrum gesundheitspolitisch relevanter Themen bereit. Aufgrund der kontinuierlich verbesserten Datenlage können inzwischen vielfach Aussagen darüber getroffen werden, wie sich der Gesundheitszustand, das Gesundheitsverhalten und die Gesundheitsversorgung über die Zeit entwickelt haben. Die Analyse zeitlicher Entwicklungen und Trends wird auch künftig einen Schwerpunkt der GBE des Bundes ausmachen, weil sie eine wesentliche Voraussetzung für die Planung, Umsetzung und Evaluation von gesundheitspolitischen Maßnahmen und Programmen sind. Wichtige Datengrundlagen stellen dabei das Gesundheitsmonitoring und die Surveillance des Robert Koch-Instituts dar. Aber auch andere Daten ermöglichen zusehends, zeitliche Entwicklungen und Trends abzubilden. Zu verweisen ist unter anderem auf amtliche Statistiken und die Daten der Sozialversicherungsträger.

Daneben sind Analysen zum Zusammenhang zwischen der sozialen und gesundheitlichen Lage auch weiterhin ein Schwerpunktthema der GBE des Bundes. Anhand der vorliegenden Daten lässt sich zeigen, dass viele Erkrankungen und Beschwerden bei Personen mit niedrigem Einkommen, niedriger Bildung und niedrigem beruflichen Status vermehrt auftreten (Richter und Hurrelmann 2009; Lampert et al. 2017). Dies gilt z. B. für Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes mellitus, chronische Bronchitis, Lungen- und Leberkrebs. Auch für viele der angesprochenen verhaltenskorrelierten Risikofaktoren ist eine stärkere Verbreitung in sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppen festzustellen, so z. B. für Rauchen, Adipositas, Bewegungsmangel und Hypertonie (Lampert 2010; Lampert und Kroll 2010). Aufgabe der Gesundheitsberichterstattung ist es, diese gesundheitliche Ungleichheit kontinuierlich zu beschreiben und auf spezifische Versorgungs- und Präventionsbedarfe in bestimmten Bevölkerungsgruppen hinzuweisen.

Geoinformationssysteme sind in den letzten Jahren fester Bestandteil in der Public-Health-Forschung geworden. Ihre Nutzung für Auswertungen im Rahmen der Gesundheitsberichterstattung soll in Zukunft verstärkt werden. Geoinformationssysteme bieten die Möglichkeit, die Wohnumgebung objektiv als Einflussfaktor auf die Gesundheit und das Gesundheitsverhalten der Bevölkerung zu erfassen und mit Surveydaten zu verknüpfen. Neben physischen Faktoren wie Klima, Vegetation oder Landnutzung sowie Faktoren der bebauten Umwelt können zusätzlich sozioökonomische und soziodemografische Daten, Versorgungsaspekte und Umweltbelastungen an Erhebungsdaten angedockt und in Auswertekonzepte integriert werden. Interessant für die GBE sind auch die innovativen Kartierungs- und Visualisierungsoptionen von Geoinformationssystemen (Thißen et al. 2017).

Eine weitere Anforderung an die GBE des Bundes ist die Analyse regionaler Unterschiede in der Gesundheit und Gesundheitsversorgung. Die Bedeutung von Daten, die Auskunft über die regionale Verteilung von Erkrankungen und Risikofaktoren geben, hat in den letzten Jahren weiter zugenommen, z. B. mit Blick auf die medizinische Bedarfsplanung sowie die Bereitstellung von Angeboten der Prävention und Gesundheitsförderung. Die GBE des Bundes stellt – soweit es die Datenquellen erlauben – Gesundheitsdaten für die Bundesländer zur Verfügung. Die aktuelle Welle der Gesundheitsbefragung „Gesundheit in Deutschland aktuell“ (GEDA 2014/2015-EHIS) ermöglicht bspw. Analysen zur Prävalenz von zahleichen Erkrankungen und Gesundheitsrisiken auf Bundeslandebene, differenziert nach Alter, Geschlecht und Bildungsstand. Die Informationen wurden im Journal of Health Monitoring publiziert (www.rki.de/johm) und sind im Informationssystem der GBE des Bundes verfügbar. Kleinräumigere Betrachtungen sind hingegen oft nur sehr eingeschränkt möglich. Im Kontext der GBE wurden in den vergangenen Jahren Methoden zur Überbrückung der vorhandenen Daten- und Informationslücken entwickelt (Kroll et al. 2017).

Zunehmend wichtiger wird für die GBE die internationale Perspektive. Dazu gehören die internationale Zusammenarbeit und die Einbeziehung internationaler Gesundheitsdaten in GBE-Publikationen. In den letzten Jahren wurden auf europäischer Ebene zahlreiche Anstrengungen unternommen, die Datenlage zu verbessern und Erhebungsinstrumente zu harmonisieren. Die Datenbanken und Informationssysteme von WHO, OECD und Eurostat bilden eine wichtige Grundlage für internationale Vergleiche. Aufgrund methodischer Unterschiede sind jedoch nicht alle zur Verfügung stehenden Daten unmittelbar vergleichbar.

Einen großen Fortschritt bedeutet die Durchführung der europäischen Gesundheitsumfrage EHIS (European Health Interview Survey) (Fehr et al. 2017). Seit 2013 erheben alle EU-Mitgliedstaaten verpflichtend Daten zum Gesundheitszustand, zur gesundheitlichen Versorgung, den Gesundheitsdeterminanten und zur sozioökonomischen Lage ihrer Bürgerinnen und Bürger (Saß et al. 2017; Lange et al. 2017). In Deutschland ist EHIS Teil des Gesundheitsmonitorings des Robert Koch-Instituts. Die GBE hat die Ergebnisse aus GEDA 2014/2015-EHIS für Deutschland im Journal of Health Montoring im Jahr 2017 publiziert. In zwei übergreifenden Beiträgen werden die Daten für Deutschland im Kontext der europäischen Ergebnisse zu Gesundheitsstatus und Gesundheitsverhalten diskutiert (Fehr et al. 2017; Lange und Finger 2017).

Literatur

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Anke-Christine Saß
    • 1
    Email author
  • Thomas Lampert
    • 1
  • Franziska Prütz
    • 1
  • Sandra Beermann
    • 1
  • Thomas Ziese
    • 1
  1. 1.Robert Koch-InstitutBerlinDeutschland

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