Advertisement

Gesundheitsfachberufe in der ambulanten Versorgung

  • Susanne KlotzEmail author
  • Claudia Kemper
Living reference work entry
Part of the Springer Reference Wirtschaft book series (SRW)

Zusammenfassung

Knapp die Hälfte aller Beschäftigten im Gesundheitswesen arbeitet in der ambulanten Versorgung, darunter auch ein Großteil der Angehörigen der Gesundheitsfachberufe. Unter Gesundheitsfachberufen werden allgemein nicht-ärztliche Therapieberufe wie Ergo- und Physiotherapeut/innen, Logopäd/innen und Pflegeberufe verstanden. Die Zulassung zu diesen Berufen ist bundeseinheitlich durch entsprechende Berufsgesetze und Ausbildungs- und Prüfungsverordnungen geregelt. Kennzeichnend in der ambulanten Versorgung ist der hohe Anteil an Frauen und an Teilzeitbeschäftigung. Rund Dreiviertel der Auszubildenden in den Gesundheitsfachberufen strebt einen Beruf in der Pflege an. Während die Schülerzahlen in der Pflege steigen, sinken sie in der Ergo- und Physiotherapie merklich. Neben der schulischen Ausbildung besteht die Möglichkeit zur dualen Ausbildung an Schule und Hochschule gleichzeitig und seit 2009 auch der akademischen Erstausbildung an der Hochschule in einem Modellstudiengang. Die Akademisierung wird von den jeweiligen Berufsverbänden und Interessensvertretern mit vorangetrieben. Die therapeutischen Berufe in der Logopädie, Ergo- und Physiotherapie sind für die Leistungserbringung von Heilmitteln verantwortlich, wobei der Heilmittelkatalog die Rahmenbedingungen für die Leistungserbringung absteckt. Die Ergotherapie hat das Ziel Menschen in der Durchführung von für sie bedeutungsvolle Aktivitäten zu unterstützen, wenn diese durch Störungen der Motorik, Sensorik, Psyche oder Kognition eingeschränkt sind. Aktuell sind etwa 29.000 Ergotherapeut/innen im ambulanten Sektor tätig. Das Ausgabevolumen der gesetzlichen Krankenkassen für Ergotherapie-Verordnungen beträgt 897 Mio. €. Hauptgegenstand in der Logopädie ist die Befundung und Behandlung von Schluck- und Kommunikationsstörungen, wobei die Kommunikation aufgrund von Defiziten in der auditiven Wahrnehmung, der Stimmgebung, der Sprache oder des Sprechens gestört sein kann. Etwa 22.000 Logopäd/innen arbeiten momentan im ambulanten Sektor, dabei werden Leistungen zulasten der gesetzlichen Krankenkassen von 658 Mio. € erbracht. In der Physiotherapie kommen Maßnahmen der Bewegungstherapie und der Physikalischen Therapie zum Einsatz, um Bewegung und Funktionalität zu fördern, erhalten oder zu verbessern. Mit 4,65 Mrd. € Ausgabevolumen im Bereich der gesetzlichen Krankenkassen und 146.000 ambulant tätigen Physiotherapeut/innen ist die Physiotherapie der bedeutendste Heilmittelzweig. Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen zu der ambulanten Pflege sollen die Versorgung der Pflegebedürftigen in der eigenen Häuslichkeit ermöglichen. Die professionelle ambulante Pflege wird dabei durch 146.000 Altenpfleger/innen und 150.000 Gesundheits- und Krankenpfleger/innen übernommen. Das jährliche Ausgabevolumen der gesetzlichen Krankenkassen beträgt aktuell 16,7 Mrd. €. Durch den demografischen Wandel sind die Gesundheitsfachberufe ein Wachstumsmarkt sowohl was die Ausgaben im Rahmen der gesetzlichen Krankenkassen als auch die Anzahl der Beschäftigten betrifft, allerdings droht der Branche einen Fachkräftemangel. Weitere Herausforderungen für die Therapie- und Pflegeberufe sind die Themenfelder Delegation und Substitution, Forschung und Wissenschaft sowie Akademisierung und Professionalisierung.

Schlüsselwörter

Ambulante Versorgung Ergotherapie Logopädie Physiotherapie Pflege 

1 Einführung

Das Gesundheitswesen hat nach sozialgesetzlicher Definition die Aufgabe der Erhaltung, Wiederherstellung und Besserung der Gesundheit (§ 1 Sozialgesetzbuch [SGB] V) und stellt zur Erfüllung dieser Aufgaben einen umfangreichen Wirtschaftszweig und Beschäftigungsmarkt dar (Sachverständigenrat Gesundheit 2007). Dem ambulanten Leistungsbereich kommt dabei eine große Bedeutung zu: Auf ambulant erbrachte Dienstleistungen und Güter entfallen etwa die Hälfte aller Gesundheitsausgaben, im Jahr 2015 waren es 172,3 Mrd. € (Statistisches Bundesamt 2017b). Dabei spielen Leistungen der Gesundheitsfachberufe eine immer größere Rolle. Zwischen 2014 und 2015 waren, wie in den Vorjahren, die stärksten Ausgabenanstiege in ambulanten Pflegeeinrichtungen (+9,7 %) und in Praxen sonstiger medizinischer Berufe, wie z. B. physio-, sprach- oder ergotherapeutischen Praxen (+6,3 %) zu verzeichnen (Statistisches Bundesamt 2017b). Daher widmet sich dieses Kapitel neben allgemeinen Informationen zu den Gesundheitsfachberufen im speziellen den Therapieberufen (Ergo-, Physiotherapie und Logopädie) und der ambulanten Pflege.

2 Definition Gesundheitsfachberuf

Die Bezeichnung „Gesundheitsfachberuf“ ist nicht eindeutig gesetzlich definiert. Allgemein werden in diese Kategorie die nicht akademischen Gesundheits- bzw. Heilberufe einsortiert, wobei es keine einheitliche Auflistung der einzelnen Berufe gibt (Deutscher Bundestag 2016b).

Das Bundesverwaltungsgericht unterscheidet in einem Urteil zur Heilpraktikererlaubnis zwischen „Heilberufen, die eigenverantwortlich körperliche oder seelische Leiden behandeln dürfen (Arzt, Zahnarzt, Psychotherapeut, Heilpraktiker) und den Heilhilfsberufen oder Gesundheitsfachberufen, die zur Krankenbehandlung grundsätzlich nur aufgrund ärztlicher Verordnung befugt sind“ (Bundesverwaltungsgericht 2009).

Andere berufsrechtliche Definitionen bezeichnen Gesundheitsfachberufe als bundesrechtlich geregelte Berufe (Erdle und Becker 2010) oder Berufe mit unmittelbarem Patientenbezug, für deren Ausübung eine hochschulische Ausbildung nicht zwingend erforderlich ist (Wissenschaftsrat 2012).

Die Gesundheitsberichterstattung des Bundes unterscheidet hingegen nicht zwischen Berufen mit und ohne akademischer Ausbildung oder Arztvorbehalt. Unter Berufung auf eine Klassifikation des statistischen Bundesamtes von 1992 werden vier Berufsgruppen unter dem Oberbegriff der Gesundheitsberufe erfasst: Gesundheitsdienstberufe, soziale Berufe, Gesundheitshandwerker sowie sonstige Gesundheitsfachberufe (Robert-Koch-Institut 2009). Als Gesundheitsdienstberufe gelten dabei alle Tätigkeiten in der unmittelbaren Patientenversorgung, also z. B. auch Ärzte und Apotheker, wohingegen die Altenpfleger entgegen dieser Definition zu den sozialen Berufen gezählt werden.

3 Beschäftigte im Gesundheitswesen: Zahlen und Fakten

Bundesweit waren im Jahr 2015 mehr als 5,3 Mio. Personen in ärztlichen und nicht-ärztlichen Heilberufen im Gesundheitswesen tätig. Mit 2,2 Mio. Beschäftigten sind rund 41 % in ambulanten Einrichtungen tätig (Statistisches Bundesamt 2017c).

Knapp die Hälfte aller im ambulanten Bereich Tätigen arbeitet in Arzt- oder Zahnarztpraxen, wovon die Arzt- und Praxishilfe 51 % ausmacht. Der Bereich sonstiger medizinischer Berufe umfasst 22 % der Beschäftigten, wovon mehr als die Hälfte zur nichtärztlichen Therapie und Heilkunde gezählt wird (vgl. Abb. 1). Die nichtärztlichen Berufe umfassen hierbei mit 272.000 Beschäftigten vor allem die Heilmittelerbringer und Homöopathen (Statistisches Bundesamt 2017c).
Abb. 1

Gesundheitspersonal in ambulanten Einrichtungen 2015 nach Einrichtungsart in Prozent. (Eigene Darstellung nach Statistisches Bundesamt 2017c)

Die Altersstruktur der in der ambulanten Versorgung Tätigen (vgl. Abb. 2) zeigt, dass inzwischen 39 % im Alter von 50 Jahre und älter sind (Statistisches Bundesamt 2017c). Auch hier machen sich schon die in naher Zukunft zu erwartende Überalterung und der Mangel an Fachpersonal bemerkbar. Nach Berechnungen des statistischen Bundesamtes fehlen allein bei den Pflegeberufen bis zum Jahr 2025 zwischen 55.000 und 112.000 Vollzeitkräfte, um dem steigenden Bedarf von 19 % bis 48 % zur heutigen Zahl an Pflegekräften gerecht zu werden. Ein Pflegepersonalmangel droht daher spätestens ab dem Jahr 2021 (Statistisches Bundesamt 2010). Berufe in der direkten Gesundheitsversorgung sind eine Frauendomäne: etwa 81 % aller Beschäftigten in der ambulanten Versorgung sind weiblich. Mehr als die Hälfte (57 %) des Personals in Teilzeit beschäftigt. Vor allem die ambulante Pflege (72 %) und Praxen sonstiger medizinischer Berufe (60 %) fallen mit einem überdurchschnittlich hohen Teilzeitbeschäftigungsanteil auf (Statistisches Bundesamt 2017c).
Abb. 2

Beschäftigte in ambulanten Einrichtungen 2015 nach Alter und Geschlecht (in 1000). (Eigene Darstellung nach Statistisches Bundesamt 2017c)

Die Gesundheitsfachberufe im Sinne der Definition des Wissenschaftsrats (Pflegeberufe, Therapieberufe, Hebammen und Entbindungspfleger) zählen im Jahr 2015 etwa 534.000 Berufsangehörige in der ambulanten Versorgung. Die Pflegeberufe in der ambulanten Alten- und Krankenpflege machen dabei 298.000 Berufstätige aus, die Therapieberufe mit Physio-, Ergo-, Sprach-, Musik- und Kunsttherapie sind mit 222.000 Personen tätig, Berufe in der Geburtshilfe und Entbindungspflege üben etwa 14.000 Personen aus (Statistisches Bundesamt 2017c).

Seit 2000 ist die Anzahl der Berufstätigen in den Gesundheitsfachberufen kontinuierlich gestiegen. Während im Jahr 2000 noch etwa die gleiche Anzahl Personen in stationären bzw. teilstationären und ambulanten Einrichtungen gearbeitet haben, ist eine immer deutlicher werdende Verschiebung zugunsten des ambulanten Sektors zu erkennen (vgl. Abb. 3). Eine große Rolle spielt dabei die ambulante Pflege, wo die Anzahl der Beschäftigten zwischen 2000 und 2015 um 85 % gestiegen ist (Statistischen Bundesamt 2017b).
Abb. 3

Beschäftigte in ambulanten und stationären/teilstationären Einrichtungen 2000 bis 2015 (in 1000). (Eigene Darstellung nach Statistisches Bundesamt 2017c)

4 Berufsrechtliche Rahmenbedingungen für Gesundheitsfachberufe

Nach Art. 74 Abs. 1 Nr. 19 des Grundgesetzes werden die genannten Gesundheitsfachberufe der Gesetzeskompetenz des Bundes zugeordnet. Diese bezieht sich hauptsächlich auf die Zulassung nach bestimmten Qualifikationskriterien, die in Berufszulassungsgesetzen geregelt werden und in Ausbildungs- und Prüfungsordnungen auf der Grundlage dieser Gesetze definiert werden (vgl. z. B. Masseur- und Physiotherapeutengesetz [MPhG] und Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Physiotherapeuten [PhysTh-APrV]). Die Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung in einem Gesundheitsfachberuf sowie die Anerkennung von ausländischen Berufsqualifikationen nach der Richtlinie 2005/36/EG obliegt den Landesbehörden. Neben dem Ableisten der jeweiligen Ausbildung und dem Bestehen der staatlichen Prüfung sind als Voraussetzung zur Erlaubniserteilung ein polizeiliches Führungszeugnis und ein ärztliches Attest als Nachweis der gesundheitlichen Eignung vorzulegen. Darüber hinaus müssen Antragsteller zur Erlangung der Berufsurkunde über die für die Ausübung der Berufstätigkeit erforderlichen Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen (vgl. z. B. § 2 MPhG). Die inhaltliche Ausgestaltung der Ausbildung ist den Bundesländern überlassen (Schneider 2003).

5 Ausbildung und Akademisierung

Im Schuljahr 2016/17 begannen etwa 180.000 Schüler und Schülerinnen ihre Ausbildung in therapeutischen und pflegerischen Berufen oder in der Geburtshilfe. Berufe in der Pflege machen davon allein 77 % aus (vgl. Abb. 4) (Statistisches Bundesamt 2017a). Vergleiche über mehrere Schuljahre zeigen eine Zunahme der Schülerzahlen in der Pflege und in der Podologie, während das Interesse an den therapeutischen Berufen Ergotherapeut/in, Physiotherapeut/in, Masseur/in und medizinische/r Bademeister/in deutlich abnimmt. Kaum Schwankungen in den Schülerzahlen gibt es in den Ausbildungsgängen zur Logopädin/zum Logopäden und zur Hebamme/zum Entbindungspfleger (Zöller 2015).
Abb. 4

Schüler/innen in der Ausbildung in Gesundheitsfachberufen 2016/2017. (Eigene Darstellung nach Statistisches Bundesamt 2017a)

Durch die Einführung einer Modellklausel in die Berufsgesetze von Hebammen, Logopäden, Physio- und Ergotherapeuten im Jahr 2009 wurde die Möglichkeit einer akademischen Erstausbildung geschaffen. Für die Pflegeberufe bestand diese Möglichkeit mit dem Krankenpflegegesetz bereits seit 2003 (Deutscher Bundestag 2008). Die Änderungen sollten insgesamt „der Weiterentwicklung der genannten Berufe unter Berücksichtigung der berufsfeldspezifischen Anforderungen sowie moderner berufspädagogischer Erkenntnisse dienen“ (Bundesministerium für Gesundheit 2009, S. 4052). Die Ausbildung an Hochschulen soll die Attraktivität der Berufe steigern und für eine Qualitätsverbesserung hinsichtlich wissenschaftlicher Standards sorgen (Wissenschaftsrat 2012).

Der Wissenschaftsrat empfiehlt die Primärqualifizierung angesichts der steigenden Komplexität in der Gesundheitsversorgung, der zunehmenden Bedeutung interprofessioneller Zusammenarbeit und um zu einer unmittelbaren Tätigkeit am Patienten zu befähigen (Wissenschaftsrat 2012). Damit weicht der Wissenschaftsrat von den Empfehlungen der Bund-Länder-Kommission zur Weiterentwicklung der Pflegeberufe ab. Dessen Eckpunktepapier befürwortet ebenfalls die akademische Ausbildung, allerdings werden dort ausbildungsintegrierte Angebote bevorzugt (Bund-Länder-Arbeitsgruppe Weiterentwicklung der Pflegeberufe 2012). Das Angebot an dualen Ausbildungen, die Berufsausbildung und akademischen Abschluss integrieren, ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen. Die Datenbank des Bundesinstituts für Berufsbildung verzeichnet inzwischen bundesweit 46 duale Studienangebote für Pflegeberufe, 25 für Physiotherapie, 11 für die Logopädie, 9 für Ergotherapie und 8 für das Hebammenwesen (Bundesinstitut für Berufsbildung 2017).

6 Therapeutische Berufe

6.1 Definition und allgemeine Versorgungsrichtlinien

Die therapeutischen Berufe umfassen vorwiegend die Ergotherapie, Physiotherapie und Logopädie. Zusammen mit der Podologie, der medizinischen Fußpflege bei pathologischen Veränderungen oder Symptomen von Erkrankungen am Fuß (§ 3 PodG), und der Ernährungstherapie bei seltenen angeborenen Stoffwechselerkrankungen oder Mukoviszidose sind diese Berufe für die Leistungserbringung der Heilmittel zuständig. Heilmittel sind persönlich zu erbringende medizinische Leistungen, die zur Kuration, Prävention, Rehabilitation und Vermeidung von Pflegebedürftigkeit eingesetzt werden (Gemeinsamer Bundesausschuss 2018). Die Versorgung mit Heilmitteln im Rahmen der kurativen Behandlung erfolgt auf der Basis der Heilmittelrichtlinien, die nach § 92 SGB V vom Gemeinsamen Bundesausschuss beschlossen werden, um die ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Heilmittelversorgung sicherzustellen. Die Richtlinien regeln in den allgemeinen Grundsätzen der Ausgestaltung der Heilmittelversorgung, dass der Abgabe eines Heilmittels immer eine ärztliche Verordnung vorausgehen muss, an die die jeweiligen Therapeuten gebunden sind. Daneben umfassen die Richtlinien einen Katalog verordnungsfähiger Heilmittel (Heilmittelkatalog), in dem die Leistungen entsprechenden Indikationen zugeordnet, Therapieziele formuliert und die maximale Versorgungsmenge festgelegt werden (Gemeinsamer Bundesausschuss 2018). Seit 1. Juli 2017 ist eine separate Heilmittelrichtlinie für Zahnärzte mit integriertem Heilmittelkatalog in Kraft (Gemeinsamer Bundesausschuss 2017).

Heilmittelerbringer müssen eine berufsrechtlich geregelte qualifizierte Ausbildung absolviert haben. Für einige Leistungen in der Physiotherapie (z. B. Manuelle Therapie) ist zudem eine Weiterqualifizierung erforderlich (GKV-Spitzenverband 2006). Um therapeutische Leistungen im Rahmen der ambulanten Versorgung mit den gesetzlichen Krankenkassen abzurechnen, ist eine Zulassung nach § 124 Abs. 2 Satz 1, SGB V notwendig. Dazu muss nicht nur eine Berufsurkunde vorliegen, sondern auch eine Praxisausstattung nachgewiesen werden, die eine zweckmäßige und wirtschaftliche Leistungserbringung gewährleistet. Zudem müssen die zwischen den Spitzenverbänden der Krankenkassen und den Spitzenorganisationen der Heilmittelerbringer auf Bundesebene vereinbarten Rahmenvereinbarungen bzw. -verträge anerkannt werden. Diese Verträge regeln nach § 125 Abs. 1 Satz 4, SGB V Inhalt und Umfang der Heilmittel, Maßnahmen der Qualitätssicherung, die Zusammenarbeit mit den verordnenden Vertragsärzten, Maßnahmen der Wirtschaftlichkeit der Leistungserbringung sowie Vorgaben für Vergütungsstrukturen. Die Zulassung erfolgt durch die Landesverbände der Krankenkassen, wobei eine Zulassungsbeschränkung wie bei Vertragsärzten nicht vorgesehen ist.

Die Vergütungen für erbrachte Heilmittel variieren in Abhängigkeit von Bundesland und Krankenkasse (Grosch 2015). Bislang waren Veränderungen der Vergütung nach § 71 SGB V an die Grundlohnsumme gebunden und durften nicht die Veränderungsrate der beitragspflichtigen Einnahmen aller Mitglieder der Krankenkassen überschreiten. Für die Jahre 2017 bis 2019 ist diese Bindung aufgehoben.

6.2 Ergotherapie

6.2.1 Entwicklung und Berufsbild

Die Ergotherapie (engl. occupational therapy) hat ihren Ursprung in der Arbeits- und Beschäftigungstherapie und entwickelte sich als eigenständiger Beruf in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg. Die große Anzahl an Kriegsverletzten begründete einen enormen Bedarf an Therapien zur Rehabilitation und Wiedereingliederung, dem ab 1947 mit ersten Lehrgängen zur Ausbildung von Beschäftigungstherapeutinnen Rechnung getragen wurde (Marquardt 2004). Knapp 30 Jahre später trat im Mai 1976 das Gesetz über den Beruf des Beschäftigungs- und Arbeitstherapeuten in Kraft, mit der die Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung bundeseinheitlich festgelegt wurde. Die leistungsrechtliche Anerkennung der beschäftigungstherapeutischen Leistungen durch die Krankenkassen erfolgte 1978. Erst im Jahr 1999 trat das Gesetz zur Änderung der Berufsbezeichnung „Ergotherapeut/in“ mit einer neuen Ausbildungs- und Prüfungsordnung in Kraft (Kubny-Lüke 2015).

Der geschichtliche Wandel von der Arbeits- und Beschäftigungstherapie mit Fokus auf Rehabilitation Erwerbstätiger hin zur Ergotherapie als etablierter Heilmittelberuf bei vielen Indikationen und in allen Leistungsbereichen spiegelt sich auch in der aktuellen Definition der Ergotherapie wider: „Ergotherapie unterstützt und begleitet Menschen jeden Alters, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind. Ziel ist, sie bei der Durchführung für sie bedeutungsvoller Betätigungen in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit in ihrer persönlichen Umwelt zu stärken. Hierbei dienen spezifische Aktivitäten, Umweltanpassung und Beratung dazu, dem Menschen Handlungsfähigkeit im Alltag, gesellschaftliche Teilhabe und eine Verbesserung seiner Lebensqualität zu ermöglichen“ (DVE 2007).

Mit der Betonung von Partizipation als zentrales Konstrukt übernimmt die Ergotherapie das bio-psycho-soziale Verständnis von Gesundheit der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (International Classification of Functioning, Disability and Health [ICF]) der WHO (Stüve 2008). Angesichts der Zunahme an Erkrankungen mit bleibenden Einschränkungen, wie beispielsweise dem Schlaganfall oder den demenziellen Erkrankungen, gewinnt die Ergotherapie als aktivitätsfördernde Therapie bei krankheits- und altersbedingten Behinderungen eine zunehmende Bedeutung vor allem bei älteren Patienten (Bode et al. 2008). Zu den wesentlichen Therapieformen gehören (Gemeinsamer Bundesausschuss 2018):
  • Motorisch-funktionelle Behandlung: Aufbau physiologischer Funktionen und Verbesserung der Koordination von Bewegungsabläufen.

  • Sensomotorisch-perzeptive Behandlung: Schulung von Konzentration, Aufmerksamkeit, Körperwahrnehmung oder Ausdauer.

  • Hirnleistungstraining/neuropsychologisch orientierte Behandlung: Verbesserung kognitiver Funktionen wie Aufmerksamkeit, Konzentration oder Orientierung.

  • Psychisch-funktionelle Behandlung: Förderung von Motivation, Ausdauer und Flexibilität zur Verbesserung der Realitäts-, Selbst- und Fremdwahrnehmung.

Ergotherapeuten kommen in der stationären wie ambulanten Versorgung zum Einsatz. Die stationären Arbeitsfelder umfassen neben Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken Einrichtungen für Kinder und Erwachsene mit psychischen oder körperlichen Behinderungen oder Pflegeheime. Die ambulante ergotherapeutische Versorgung erfolgt in bzw. durch zugelassene Ergotherapie-Praxen (Scheepers 2015).

Wegen der zunehmenden Komplexität der Gesundheitsversorgung, der Qualitätsansprüche und der ergotherapeutischen Handlungsfelder wird von berufspolitischer Seite gefordert, die Ausbildung der Ergotherapeuten auf ein akademisches Niveau zu heben. Bislang wurden ergänzend zur fachschulischen Ausbildung verschiedene Hochschulstudiengänge angeboten (Jehn 2002). Im Rahmen von Modellvorhaben können – zurzeit mit einer Laufzeit bis 2021 – primärqualifizierende Studiengänge erprobt werden, die Studierenden ermöglicht, die Berufszulassung und einen akademischen Abschluss zu erwerben (Deutscher Bundestag 2016a). Der Deutsche Verband der Ergotherapeuten (DVE) setzt sich für diese Ausbildung mit dem Ziel der Vollakademisierung der Ergotherapie in einem möglichst integrativen Modell an Universitäten ein: „Der DVE spricht sich für die grundständige hochschulische Ausbildung aller Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten aus, die auch eine akademische Laufbahn (Masterabschluss, Promotion und Habilitation) ermöglicht und den wissenschaftlichen Nachwuchs fördert“ (DVE 2014, S. 32).

6.2.2 Rechtliche Grundlagen

Die rechtliche Grundlage des Berufes Ergotherapeut/in bildet das Ergotherapeutengesetz (ErgThG) von 1976 (letzte Änderungen im Jahr 2016) und die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung von 1999 (ErgThAPrV) mit letzten Änderungen von 2016. Während das ErgThG die formalen Vorgaben zur Ausübung des Berufes und Führung der Berufsbezeichnung regelt, werden im ErgThAPrV unter anderem die Inhalte des theoretischen und praktischen Unterrichts während der Ausbildung aufgeführt. Die dreijährige Ausbildung umfasst demnach theoretischen und praktischen Unterricht von 2700 Stunden und die praktische Ausbildung von 1700 Stunden (§ 1 ErgThAPrV). Die inhaltliche Ausgestaltung der aufgeführten Fächer liegt in der Verantwortung der jeweiligen Schule. Einen einheitlichen und verbindlichen Qualitätsstandard gibt es nicht. Die Ausbildung- und Prüfungsverordnung schreibt lediglich vor: „Im Unterricht muss den Schülern ausreichende Möglichkeit gegeben werden, die erforderlichen praktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entwickeln und einzuüben“ (§ 1 Abs. 1 ErgThAPrV). In Anlehnung an den vom Weltverband der Ergotherapeuten (World Federation of Occupational Therapists [WFOT]) formulierten Mindeststandard für die Ausbildung von Ergotherapeuten hat der DVE deutsche Ausbildungsstandards erarbeitet (DVE 2004). Dieser rechtlich nicht bindende Standard gliedert sich in Leitbild, Inhalt und Abfolge des Curriculums, Lehrmethoden, praktische Ausbildung, Ausbildungsressourcen und Lehrkräfte. Die einzelnen Bestimmungen können als Qualitätskriterien zur Bewertung der fachschulischen Ausbildung gelten.

Der Gemeinsame Bundesausschuss legt gemäß § 92 Absatz 1 Satz 2 Nummer 6 und Absatz 6 in Verbindung mit § 138 SGB V in der Heilmittel-Richtlinie fest, welche Ziele und Maßnahmen die Ergotherapie umfasst. Demnach dient die Ergotherapie der „[…] Wiederherstellung, Entwicklung, Verbesserung, Erhaltung oder Kompensation der krankheitsbedingt gestörten motorischen, sensorischen, psychischen und kognitiven Funktionen und Fähigkeiten“ (Gemeinsamer Bundesausschuss 2018, S. 28). Die Methoden sollen aktivierend, handlungsorientiert und lebenspraktisch sein, die Techniken sind funktionell, spielerisch, handwerklich und gestalterisch. Im Rahmen der Therapie erfolgt gegebenenfalls auch Beratung zur Schul-, Arbeitsplatz-, Wohnraum- und Umfeldanpassung (Gemeinsamer Bundesausschuss 2018).

Die Ausgestaltung der ambulanten ergotherapeutischen Versorgung nach Umfang, Frequenz und Maßnahme bei definierten Indikationen erfolgt durch den Heilmittelkatalog. Demnach ist die ärztliche Verordnung von Ergotherapie bei Erkrankungen des Stütz- und Bewegungssystems, Erkrankungen des Nervensystems und psychischen Störungen zulässig (Gemeinsamer Bundesausschuss 2018).

6.2.3 Zahlen und Fakten zur Ergotherapie

Im Jahr 2015 waren bundesweit etwa 29.000 Ergotherapeuten in ambulanten Einrichtungen tätig (Statistisches Bundesamt 2017c). Im selben Jahr wurden etwa 2,4 Mio. Ergotherapie-Verordnungen zulasten der gesetzlichen Krankenkassen mit einem Ausgabenvolumen von 897 Mio. € abgerechnet (GKV-Spitzenverband 2016b). Die Ausgaben für Ergotherapie stiegen im Folgejahr auf 954 Mio. €, was etwa 13.561 € pro 1000 Versicherten entspricht (GKV-Spitzenverband 2017). Trotz der steigenden Ausgaben zeigt der Versorgungsgrad gemessen an den im Heilmittelkatalog gelisteten Diagnosen, die eine ergotherapeutische Behandlung indizieren würden, eine leicht negative Tendenz. Lag der Versorgungsgrad im Jahr 2011 bundesweit durchschnittlich bei 23 % (Sauer et al. 2013), so lag er drei Jahre später bei 21 % (Müller et al. 2015). Die meisten egotherapeutischen Verordnungen entfallen auf Kinder unter 15 Jahren und auf ältere Menschen (vgl. Abb. 5) (GKV-Spitzenverband 2016b). Als Indikation stehen mit etwa 68 % aller Verordnungen die Erkrankungen des zentralen Nervensystems im Mittelpunkt (Waltersbacher 2015).
Abb. 5

Ausgaben für Ergotherapie je 1000 Versicherte 2016 nach Altersgruppen. (Eigene Darstellung nach GKV-Spitzenverband 2017)

Die umsatzstärkste Verordnung ist die Einzelbehandlung bei sensomotorisch-perzeptiven Störungen (Waltersbacher 2015), die aktuell bei einer Behandlungszeit von 45–60 min von den Ersatzkassen in den alten Bundesländern mit 38,12 € vergütet wird (Verband der Ersatzkassen 2017a).

Die Ausbildung zum Ergotherapeuten erfolgt bundesweit an 187 Fachschulen (DVE 2017a). Im Schuljahr 2013/14 lernten insgesamt 10.144 Schüler/innen diesen Beruf, was im Vergleich zum Jahrgang 2007/08 (13.342 Schüler/innen) einem Rückgang der Schülerzahl um 24,0 % entspricht (Zöller 2015). Der zunehmenden Nachfrage in der akademischen Ausbildung entsprechen acht primärqualifizierende Angebote, zwölf Studiengänge im dualen System und 18 additive Studienangebote. Hinzu kommen 18 Masterstudiengänge in der Ergotherapie oder angrenzenden Fachgebieten (DVE 2017b). Der Frauenanteil in der Ergotherapie beträgt etwa 86 % (Bußmann 2015).

6.3 Logopädie

6.3.1 Entwicklung und Berufsbild

Der Begriff „Logopädie“ wurde erstmals in dem „Lehrbuch der Sprachheilkunde (Logopädie) für Ärzte, Pädagogen und Studierende“ von dem österreichischen Arzt Emil Fröschels (1884–1972) genannt. Aufbauend auf die Erkenntnisse über Sprache und Sprachverständnis von Broca und Wernicke entwickelte der deutsche Phoniater Hermann Gutzmann (1865–1922) erste Therapien. Unter seiner Leitung entstand 1962 die erste Lehranstalt für Logopädie in Berlin (Grohnfeldt 2013). Erst 1980 erfolgte mit der Verabschiedung des Logopädengesetzes (LogopG) und der Ausbildungs- und Prüfungsordnung (LogAPrO) die Anerkennung des Berufes in Deutschland.

Eine internationale Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern der europäischen Logopädieverbände, veröffentlichte 2011 eine umfassende Definition der Logopädie: „Die Logopädie ist sowohl ein wissenschaftlicher Fachbereich als auch eine eigenständige Profession. Als interdisziplinäre wissenschaftliche Disziplin grenzt sie an Teilgebiete der Medizin, der Linguistik, der Pädagogik sowie der Psychologie und beschäftigt sich dabei mit der Ätiologie, Diagnostik und Intervention hinsichtlich sämtlicher Kommunikations- und Schluckstörungen“ (dbl 2011).

In der ambulanten Versorgung zählen Störungen der Sprache vor oder nach Abschluss der Sprachentwicklung zu den Hauptindikationen für eine logopädische Therapie (Waltersbacher 2015). Dazu gehören auch Störungen der auditiven Wahrnehmung (Wahrnehmung von Schall), der Artikulation und der Sprechmotorik. Die logopädischen Maßnahmen umfassen die Anbahnung sprachlicher Äußerungen, den Aufbau des Sprachverständnisses, die Ausbildung der Lautsprache oder die Verbesserung der auditiven Wahrnehmungsfähigkeit. Die Wirkung bezieht sich sowohl auf die phoniatrische als auch auf die neurophysiologische Ebene (Gemeinsamer Bundesausschuss 2018). Eine bedeutende Rolle kommt der Behandlung von Dysphagien und Aphasien nach z. B. Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma oder Hirntumoren zu. Da Schluckstörungen (Dysphagien) über Aspirationen schnell zu lebensbedrohlichen Entzündungen führen können, ist eine Therapie zur Normalisierung des Schluckaktes und der Nahrungsaufnahme unerlässlich. Dennoch wird ambulant nur etwa jeder vierte Dysphagiepatient mit Logopädie versorgt (Sauer et al. 2013).

Die Einsatzgebiete der Logopädie erstrecken sich neben den ambulanten Praxen unter anderem auf Krankenhäuser, Rehabilitationseinrichtungen, Kindergärten, Alten- und Pflegeheime. Um den umfangreichen Einsatz- und Indikationsgebieten in gebotener Qualität gerecht zu werden, wird von den Berufsverbänden ein Ausbau der Akademisierung gefordert (dbl 2014).

6.3.2 Rechtliche Grundlagen

Die Ausübung der Logopädie in Deutschland erfolgt auf der Grundlage des Gesetzes über den Beruf des Logopäden (LogopG) von 1980 (letzte Änderungen im Jahr 2016) und der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Logopäden (LogAPrO) von 1980 (letzte Änderungen im Jahr 2016). Die dreijährige Ausbildung umfasst theoretischen und praktischen Unterricht von 1740 Stunden und eine praktische Ausbildung von 2100 Stunden (§ 1 Abs. 1 LogAPrO). Der Deutsche Bundesverband für Logopädie (dbl) formuliert als Berufsleitlinien für die Ausbildung: „Die Anteile theoretischer und klinisch-praktischer Ausbildung sind […] eng miteinander verzahnt. Lehrende der Logopädie verfügen über eigene klinisch-praktische Erfahrungen und über eine Qualifikation, die wissenschaftliches Denken, Fähigkeiten von Lehr- bzw. Ausbildungssupervision und die Fähigkeit zur theoriegeleiteten Anleitung der therapeutischen Praxis umfasst. Die Entwicklung diagnostischer und therapeutischer Handlungskompetenz, einschließlich der dazu erforderlichen Kommunikations-, Reflexions- und Teamfähigkeiten, auf der Grundlage wissenschaftlichen Denkens ist das zentrale Ziel der Ausbildung“ (dbl 2010, S. 7).

Während die Berufsqualifikation gemäß der Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Logopäden von 1980 von den Spitzenverbänden der Krankenkassen als direkte Zulassungsvoraussetzung anerkannt ist, werden für einige akademische Ausbildungen erst nach Prüfung von Art und Umfang der Ausbildung Teil- oder Vollzulassungen ausgesprochen. Die Teilbereiche der Zulassung entsprechen den Indikationsbereichen des Heilmittelkatalogs. Durch Weiterqualifikationen kann die Zulassung zu weiteren Indikationsbereichen erreicht werden. Einrichtungen, die solche Weiterbildungen anbieten, müssen ihre personelle und fachliche Qualifikation gegenüber den Spitzenverbänden der Krankenkassen nachweisen (GKV-Spitzenverband 2016a). Diese Besonderheit der Zulassungsregelungen spiegelt zudem die Rechtsauffassung des Bundessozialgerichts, das in einem Urteil von 2001 einer klinischen Linguistin zusprach, dass ihr die Kassenzulassung in Teilbereichen der Sprachtherapie zusteht (Az. B 3 KR 13/00 R) (Gurgel 2002).

Der Gemeinsame Bundesausschuss betont in den Heilmittelrichtlinien den therapeutischen Ansatz und die Indikationsbreite der Logopädie: „Maßnahmen der Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie entfalten ihre Wirkung auf phoniatrischen und neurophysiologischen Grundlagen und dienen dazu, die Kommunikationsfähigkeit, die Stimmgebung, das Sprechen, die Sprache und den Schluckakt bei krankheitsbedingten Störungen wiederherzustellen, zu verbessern oder eine Verschlimmerung zu vermeiden“ (Gemeinsamer Bundesausschuss 2018, § 30 Abs. 1). Vor einer erstmaligen Verordnung von Stimm-, Sprech- und/oder Sprachtherapie muss eine ärztliche Eingangsdiagnostik gemäß dem Verordnungsvordruck erfolgen. Die Sprachtherapie umfasst dann 30, 45 oder 60 min mit dem Patienten, je nach Indikation, konkretem Störungsbild und Belastbarkeit des Patienten (Gemeinsamer Bundesausschuss 2018).

6.3.3 Zahlen und Fakten zur Logopädie

In ambulanten Einrichtungen waren im Jahr 2015 etwa 22.000 Logopäden/innen tätig (Statistisches Bundesamt 2017c). Die im selben Jahr erbrachten Leistungen zulasten der gesetzlichen Krankenkassen beliefen sich auf knapp 658 Mio. € und damit 9400 € pro 1000 Versicherten (GKV-Spitzenverband 2016b). Für eine Einzelbehandlung mit einer Dauer von 45 min zahlen die gesetzlichen Krankenkassen in Nordrhein-Westfalen aktuell etwa 38 € (Verband Deutscher Logopäden und Sprachtherapeutischer Berufe 2017).

Mehr als jede zweite Verordnung (54,1 %) wird für Kinder unter zehn Jahren bei Störungen der Sprache vor Abschluss der Sprachentwicklung ausgestellt (Waltersbacher 2015). Die hohe Behandlungsquote bei Kindern (vgl. Abb. 6) scheint nach aktuellen Erkenntnissen zur Prävalenz von Sprachentwicklungsstörungen in Deutschland (Deutsche Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie 2008) einer Überversorgung zu entsprechen. Selbst der Deutsche Bundesverband für Logopädie spricht von einer Pathologisierung bei Kindern, gleichzeitig aber auch von einem steigenden Therapiebedarf bei älteren Menschen mit z. B. Demenz oder Schlaganfall (Gerst und Hibbeler 2013).
Abb. 6

Anzahl Verordnungen für Logopädie je 1000 Versicherte 2016 nach Altersgruppen. (Eigene Darstellung nach GKV-Spitzenverband 2017)

Etwa 94 % der Berufstätigen in der Logopädie sind Frauen (Bußmann 2015). Anders als bei der Ergotherapie und der Physiotherapie unterliegen die Schülerzahlen in der Logopädie deutlich geringeren Rückgängen: Waren im Schuljahr 2007/08 3880 Schüler/innen in Ausbildung, waren es 2013/14 3727, was einem Rückgang von 3,9 % entspricht (Zöller 2015). Aktuell werden in Deutschland acht primärqualifizierende Studiengänge, 17 duale und/oder additive Studienmöglichkeiten und 6 Masterstudiengänge angeboten (dbl 2017).

6.4 Physiotherapie

6.4.1 Entwicklung und Berufsbild

Die als Leibesübungen und Körperertüchtigungen deklarierte Gymnastik bei orthopädischen und chirurgischen Indikationen gilt als Ursprung der heutigen Krankengymnastik, wenngleich die Anwendung von Bewegungsübungen und physikalischen Reizen bei körperlichen Gebrechen aller Art bis in die Antike zurück reicht (Hüter-Becker 2005). Erst nach dem ersten Weltkrieg fand die Krankengymnastik auch Eingang in andere Fachgebiete wie der Neurologie oder der Inneren Medizin. Mit dem Gesetz über die Ausübung des Berufes des Masseurs, des medizinischen Bademeisters und des Krankengymnasten erfolgte 1958 die Anerkennung des Berufes, dessen Ausübung sich in der Folgezeit in nahezu allen medizinischen Fachdisziplinen etablierte (Steinecke 2009). Die Berufsbezeichnung „Physiotherapeut“ wurde mit dem Masseur- und Physiotherapeutengesetz (MPhG) im Jahr 1994 eingeführt.

Die Physiotherapie umfasst neben aktivierenden bzw. aktiven Maßnahmen auch passive Verfahren wie z. B. Massagen und Elektrotherapie, die auch von Masseuren geleistet werden können. In aktuellen Berufsdefinitionen findet sich zudem eine Gliederung in Verfahren der Bewegungstherapie und der physikalischen Therapie, die als Alternative oder auch Ergänzung zur medikamentösen oder operativen Therapie eingesetzt werden können (Deutscher Verband für Physiotherapie 2015).

Die Definition des Weltverbandes der Physiotherapeuten (World Confederation for Physical Therapy [WCPT]) betont im Sinne der ICF die bio-psycho-soziale Ausrichtung unter Berücksichtigung von Körperfunktionen, Körperstrukturen, Aktivitäten und Partizipation (Teilhabe) sowie Umweltfaktoren: „Physical therapy is services provided by physical therapists to individuals and populations to develop, maintain and restore maximum movement and functional ability throughout the lifespan. This services is provided in circumstances where movement and function are threatened by ageing, injury, pain, diseases, disorders, conditions or environmental factors and with the understanding that functional movement is central to what it means to be healthy“ (WCPT 2017).

Im Rahmen von Professionalisierungsbestrebungen kommt der akademisch geprägten Physiotherapie zunehmende Bedeutung zu. Als eines der wenigen Länder in der EU ist die Physiotherapie in Deutschland jedoch nicht grundständig akademisiert (Theobald 2004). Die Studienangebote umfassen neben einigen primärqualifizierenden Angeboten vor allem Studiengänge, die neben der Fachschulausbildung absolviert werden können (Deutscher Verband für Physiotherapie 2017a). Unter dem Dach des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände (SHV) fordern die Berufsverbände für Physiotherapeuten gemeinsam mit dem Ergotherapeutenverband einen Ausbau der Akademisierung: „Es bedarf […] neuer Qualifizierungs- und Bildungswege: Die Schritte hin zu einer Akademisierung sind nicht mehr umkehrbar, vielmehr sind weitere Anstrengungen notwendig, die Akademisierung in ihrem gesamten Umfang bis hin zu Promotionsmöglichkeiten auszubauen“ (SHV 2015).

6.4.2 Rechtliche Grundlagen

Die rechtlichen Rahmenbedingungen des Berufes sind im Masseur- und Physiotherapeutengesetz (MPhG) von 1994 (letzte Änderungen im Jahr 2016) festgehalten. Die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Physiotherapeuten (PhysTh-APrV) von 1994 (letzte Änderungen im Jahr 2016), schreibt eine dreijährige Ausbildung mit theoretischen und praktischen Unterricht von 2900 Stunden und eine praktische Ausbildung von 1600 Stunden vor (§ 1 Abs. 1 PhysTh-APrV). Die Ausbildung soll zur Tätigkeit in Prävention, kurativer Medizin, Rehabilitation und Kurwesen befähigen. Die zu erlernenden Verfahren dienen der Entwicklung, dem Erhalt oder der Wiederherstellung aller Funktionen im somatischen und psychischen Bereich; bei nicht rückbildungsfähigen Körperbehinderungen sind Ersatzfunktionen zu schulen (§ 8 MPhG).

Verordnungsfähige physiotherapeutische Leistungen werden in den Heilmittelrichtlinien unter den „Maßnahmen der Physikalischen Therapie“ geführt, die „[…] ihre Wirkung insbesondere nach physikalisch-biologischem Prinzip durch überwiegend von außen vermittelte kinetische, mechanische, elektrische und thermische Energie“ entfalten sollen (Gemeinsamer Bundesausschuss 2018, § 17). Mögliche Indikationen sind Erkrankungen der Stütz- und Bewegungsorgane, des Nervensystems, der inneren Organe und sonstige Erkrankungen (z. B. Inkontinenz, Darmlähmung, Schwindel), die je nach Leitsymptomatik mit aktiven und/oder passiven Maßnahmen behandelt werden können (Gemeinsamer Bundesausschuss 2018).

6.4.3 Zahlen und Fakten zur Physiotherapie

Von insgesamt 187.000 physiotherapeutisch Tätigen 2015 arbeiteten 146.000 in ambulanten Einrichtungen (Statistisches Bundesamt 2017c). Mit etwa 79 % aller Berufsangehörigen ist auch die Physiotherapie von Frauen dominiert (Bußmann 2015). Ausgebildet werden Physiotherapeuten zurzeit an 260 Fachschulen. Die Quote der Physiotherapeuten mit akademischen Abschluss erreicht aktuell lediglich etwa 2,75 % (Deutscher Verband für Physiotherapie 2017b). Das Studienangebot umfasst aktuell bundesweit etwa 52 Bachelorstudiengänge, davon 13 primärqualifizierend, und 19 Masterstudiengänge (Deutscher Verband für Physiotherapie 2017a).

Die gesetzlichen Krankenkassen verzeichneten im Jahr 2016 Ausgaben für physiotherapeutische Leistungen in Höhe von 4,65 Mrd. €, was in etwa 66 € pro Versichertem entspricht. Die Ausgaben variieren regional deutlich: Hamburg liegt mit 86.873 € pro 1000 Versicherten weit über dem Bundesdurchschnitt, während Westfalen-Lippe mit 49.292 € pro 1000 Versicherten erheblich unter diesem Wert liegt (GKV-Spitzenverband 2017). Bei der prozentualen Veränderung zum Vorjahr liegt Bremen mit +9,3 % an der Spitze, in Sachsen gingen die Ausgaben im selben Zeitraum um 1,9 Prozent zurück (vgl. Abb. 7) (GKV-Spitzenverband 2016b). Etwa jeder fünfte Bundesbürger nimmt im Laufe eines Jahres Physiotherapie in Anspruch (Sauer et al. 2013). Die Versorgungsprävalenz steigt mit dem Alter und erreicht mit 1007 Verordnungen pro 1000 Versicherten den höchsten Wert bei Personen zwischen 80 und 84 Jahren. Die krankengymnastische Einzelbehandlung ist dabei mit 27,5 % des Gesamtumsatzes die ausgabenstärkste Leistung im gesamten Heilmittelbereich (GKV-Spitzenverband 2017). Die ärztliche Verordnung erfolgt bei 43 % der Fälle auf Grund von Wirbelsäulenerkrankungen, bei 36 % sind es Erkrankungen von Becken und Extremitäten und bei 13 % der Fälle ist eine neurologische Erkrankung wie z. B. ein Schlaganfall der Verordnungsgrund (Waltersbacher 2015). Wachsende Bedeutung kommt den therapeutischen Hausbesuchen zu, die dann verordnet werden können, wenn Patienten aus medizinischen Gründen die therapeutische Praxis nicht aufsuchen können (Gemeinsamer Bundesausschuss 2018).
Abb. 7

Ausgaben für Physiotherapie je 1000 Versicherte 2016 und Veränderung zu 2015 in Prozent nach Kassenärztlicher Vereinigung. (Eigene Darstellung nach GKV-Spitzenverband 2016b, 2017)

Trotz steigender Nachfrage und Inanspruchnahme ist die Zahl derer, die den Beruf erlernen wollen, seit einigen Jahren rückläufig (vgl. Abb. 8). Im Zeitraum von 2007/08 (25.087 Schüler/innen) bis 2013/14 (21.589 Schüler/innen) hat die Schülerzahl um 13,9 % abgenommen (Zöller 2015). Als Gründe werden vor allem die schlechten finanziellen Rahmenbedingungen diskutiert: Schulgeld, Verdienstmöglichkeiten und teurer Fortbildungsaufwand (Hügler 2013). Inzwischen sind die Auswirkungen der rückläufigen Schülerzahlen auf dem Arbeitsmarkt zu spüren, wo ein deutlicher Fachkräfteengpass herrscht. Die Vakanzzeit von offenen Stellen in der Physiotherapie liegt mit 151 Tagen 48 % über dem bundesweiten Durchschnitt (102 Tage) und auf 100 offene Stellen kommen nur 33 arbeitslose Physiotherapeuten (Bundesagentur für Arbeit 2017).
Abb. 8

Entwicklung der Schülerzahlen zum/zur Physiotherapeuten/in von 2007/2008 bis 2013/2014. (Eigene Darstellung nach Zöller 2015)

Die Vergütung physiotherapeutischer Leistungen im Rahmen der gesetzlichen Krankenkassen wird nach § 125 SGB V, wie bei den anderen Heilmitteln auch, zwischen dem Spitzenverband Bund der Krankenkassen und der Interessenvertretung der Leistungserbringer verhandelt. Für die krankengymnastische Einzelbehandlung zahlen die Ersatzkassen in den alten Bundesländern bei einer Regelbehandlungszeit von 15–25 min zurzeit 17,80 € (Verband der Ersatzkassen 2017b). Bei Zertifikatsleistungen wie der Manuellen Therapie und der Behandlung auf neurophysiologischer Grundlagen (z. B. Bobath) liegen die Vergütungssätze etwas höher. Um diese Leistungen abzurechnen, müssen Therapeuten jedoch über eine zertifizierte Weiterbildung verfügen (Gemeinsamer Bundesausschuss 2018).

7 Ambulante Pflege

7.1 Entwicklung und Berufsbild

Pflegerische Leistungen in der eigenen Häuslichkeit sind ein wichtiger Bestandteil in der Gesundheitsversorgung mit einer langen Geschichte. Im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts wurde häusliche Pflege eher von christlichen Organisationen oder privat organisierten Pflegevereinen übernommen. Mit der Einführung der Reichsversicherungsordnung 1911 ging die Hauskrankenpflege in eine – zunächst freiwillige – Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung über (Hackmann 2005). Erst im Jahr 1977 wurde die ambulante Pflege zur Pflichtleistung der Krankenkassen und während zunächst vorwiegend Sozialstationen die häusliche Pflege übernahmen, entstanden in den achtziger Jahren die ersten privaten Pflegedienste (Bischoff-Wanner 2011).

Die ambulante Pflege soll im Rahmen der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung die Versorgung von Anspruchsberechtigten in der eigenen Häuslichkeit sicherstellen und Betroffenen ermöglichen, in der eigenen Häuslichkeit zu bleiben. Die Pflegesachleistungen gemäß § 36 SGB XI sollen Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit und/oder der Fähigkeiten des Pflegebedürftigen beseitigen oder mindern und einer Progression der Pflegebedürftigkeit vorbeugen. Die Leistungen umfassen dabei Maßnahmen zur Bewältigung und Gestaltung des alltäglichen Lebens, zur Bewältigung psychosozialer Problemlagen, zur Orientierung, zur Tagesstrukturierung, zur Aufrechterhaltung sozialer Kontakte, zur Beschäftigung im Alltag und zur kognitiven Aktivierung.

7.2 Rechtliche Grundlagen

Ambulante Pflegeleistungen werden zum überwiegenden Teil von Altenpfleger/innen und Gesundheits- und Krankenpfleger/innen erbracht. Die gesetzliche Grundlage des Berufes „Altenpfleger/in“ bildet das Gesetz über die Berufe in der Altenpflege (AltPflG) von 2000 (letzte Änderungen im Jahr 2017). Die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung der Altenpflege (AltPflAPrV) von 2002 (letzte Änderungen im Jahr 2016) regelt den Umfang und Inhalt der dreijährigen Ausbildung, u. a. den theoretischen und praktischen Unterricht von 2100 Stunden und praktische Ausbildung von 2500 Stunden (§ 1 Abs. 1 AltPflAPrV). Als einziger Ausbildungsgang der Gesundheitsfachberufe wird Altenpflege an den drei Schularten Berufsfachschule, Fachschulen und Schulen des Gesundheitswesens angeboten (Steffen und Löffert 2010).

Die Ausbildung zum/zur Gesundheits- und Krankenpfleger/Gesundheits- und Krankenpflegerin ist in dem Gesetz über die Berufe in der Krankenpflege (KrPflG) von 2003 (letzte Änderung im Jahr 2017) und der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Berufe in der Krankenpflege (KrPflAPrV) von 2003 (letzte Änderung im Jahr 2016) geregelt. Die dreijährige Ausbildung beinhaltet im Rahmen des theoretischen und praktischen Unterrichts von 2500 Stunden und der praktischen Ausbildung von 2100 Stunden eine 1200 Stunden umfassende Differenzierungsphase, die sich auf die für die Gesundheits- und Krankenpflege oder Gesundheits- und Kinderkrankenpflege zu vermittelnden Kompetenzen erstreckt (§ 1 Abs. 1 KrPflAPrV).

Der Leistungsanspruch der häuslichen Krankenpflege im Rahmen der gesetzlichen Krankenkassen, der eine ärztliche Verordnung vorausgehen muss, ist im § 36 SGB V geregelt. Nähere Bestimmungen zur Verordnung und Leistungsumfang erlässt der Gemeinsame Bundesausschuss. Die Übernahme von Pflegeleistungen im Rahmen der gesetzlichen Pflegeversicherung wird im § 33 SGB XI geregelt. Zugelassene Pflegedienste können demnach ihre Leistungen mit den Pflegekassen abrechnen. Die Kosten übernimmt die Pflegeversicherung bis zu einem gesetzlich geregelten Höchstbetrag, der von dem jeweiligen Pflegegrad abhängig ist und nur einen Teil der Kosten abdeckt. Die verbliebenen Kosten müssen entweder über private Zusatzversicherungen, das eigene Vermögen oder Leistungen der sozialen Grundsicherung abgedeckt werden (Althammer und Lampert 2014).

7.3 Zahlen und Fakten zur ambulanten Pflege

Pflegeleistungen im ambulanten Bereich wurden im Jahr 2015 unter anderem von 150.000 Gesundheits- und Krankenpfleger/innen und 146.000 Altenpfleger/innen erbracht (Statistisches Bundesamt 2017c). Insgesamt waren 2015 355.613 Beschäftigte in ambulanten Pflegediensten tätig, was seit 2005 einem Zuwachs von knapp 66 % entspricht. Im selben Zeitraum nahm die Anzahl von Pflegediensten um 21 % zu (vgl. Abb. 9). Ein Grund für die enorm wachsende Beschäftigungszahl scheint der Anstieg von Pflegebedürftigen zu sein, die zu Hause versorgt werden (Statistisches Bundesamt 2017d).
Abb. 9

Entwicklung der Anzahl ambulanter Pflegedienste, Beschäftigter und Pflegebedürftiger 2005 bis 2015. (Eigene Darstellung nach Statistisches Bundesamt 2017d)

Die Ausgaben für ambulante pflegerische Leistungen beliefen sich im Jahr 2015 über alle Ausgabenträger auf knapp 16,7 Mrd. €, wobei auf die Gesetzliche Krankenversicherung 5,3 Mrd. € und auf die soziale Pflegeversicherung 5,5 Mrd. € entfielen. Im Vergleich zum Jahr 2005 stiegen die Kosten in diesem Leistungsbereich für die gesetzliche Krankenversicherung um 169 % (2 Mrd. €) und für die soziale Pflegeversicherung um 106 % (2,7 Mrd. €) (Statistisches Bundesamt 2017b).

Der steigende Personalbedarf in der ambulanten Pflege wird nur unzureichend durch neu ausgebildete Fachkräfte gedeckt. Während die Schülerzahl in der Altenpflege im Vergleich von 2007/8 (41.104 Schüler/innen) zu 2013/14 um 51,7 % auf dann 62.355 Schüler/innen zunahm, erreichte die Ausbildung zum/zur Gesundheits- und Krankenpfleger/in im selben Betrachtungszeitraum (2007/8: 55.609 Schüler/innen; 2013/14: 64.980 Schüler/innen) eine Zuwachsrate von +16,9 % (Zöller 2015).

Die Akademisierung spielt in der Pflege, ähnlich wie in den anderen Gesundheitsfachberufen, eine immer wichtigere Rolle (Schaeffer 2011). Eine Vielzahl von Studienangeboten bietet in dualen wie auch primärqualifizierenden Studiengängen eine akademische Ausbildung für Angehörige von Pflegeberufen an, aktuell sind es 105 Bachelor- und 44 Masterstudiengänge (TÜV Rheinland 2017) Der Wissenschaftsrat empfiehlt vor allem vor dem Hintergrund der Diskussion um Delegation und Substitution ärztlicher Leistungen eine zunehmende Akademisierung der Pflege (Wissenschaftsrat 2012).

8 Perspektiven der Gesundheitsfachberufe

Die Gesundheitsfachberufe sind im Wandel und stehen auch in den nächsten Jahren vor großen Herausforderungen. Externe Anforderungen wie gesetzliche Veränderungen der Rahmenbedingungen, Finanzierung oder demografischer Wandel einerseits, aber auch interne Anforderungen wie z. B. Qualitätssicherungsmaßnahmen oder neue Verfahren fordern und fördern die Weiterentwicklung (Küther 2013). Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen nannte in seinem Gutachten 2007 darüber hinaus den medizinisch-technischen Fortschritt, mündigere Patienten, innovative Versorgungsabläufe, Professionalisierungsbestrebungen oder neue Formen der Zusammenarbeit als weitere Anforderungen, die dazu führen, dass das jeweilige Tätigkeitsspektrum sich erweitert oder Aufgaben zwischen Berufen verlagert werden (Sachverständigenrat Gesundheit 2007). Die Delegation bislang ärztlicher Leistungen an Gesundheitsfachberufe wird allein durch steigenden Versorgungsbedarf und regionalem Mangel an Ärzten einen zunehmenden Diskussionsraum einnehmen. Vor diesem Hintergrund ist der Ausbau von Forschung und Wissenschaft, wie er vom Wissenschaftsrat für die Gesundheitsfachberufe gefordert wird, ebenso notwendig wie der Ausbau vernetzter Versorgungsformen (Görres 2013).

Die aufgezeigten Bedarfe für Tätigkeiten in Therapie und Pflege einerseits und der zu erwartende Mangel an ausgebildetem Personal andererseits machen einen weiteren Handlungsbedarf deutlich: „Der Gesetzgeber und andere Entscheidungsträger im Gesundheitswesen müssen daher auch unter den Vorzeichen von gesellschaftlicher Verantwortung und Ethik frühzeitig über Maßnahmen der Attraktivitätssteigerung der Gesundheitsberufe sowie insbesondere über Maßnahmen zur Gewinnung von Arbeitskräften in der Pflege nachdenken, um dem steigenden Bedarf an professionell Pflegenden in den nächsten Jahrzehnten auch nur annähernd decken zu können“ (Görres 2013, S. 38).

Zu den geforderten Maßnahmen zählt sicher auch eine bessere Ausgestaltung der finanziellen Rahmenbedingungen, damit die Gesundheitsfachberufe auch in Zukunft ihrer verantwortungsvollen Rolle in der ambulanten Versorgung gerecht werden können (SHV 2015).

Literatur

  1. Althammer, J. W., und H. Lampert. 2014. Lehrbuch der Sozialpolitik. Berlin/Heidelberg: Springer.CrossRefGoogle Scholar
  2. Bischoff-Wanner, C. 2011. Pflege im historischen Vergleich. In Handbuch Pflegewissenschaft, Hrsg. D. Schaeffer und K. Wingenfeld, 19–36. Weinheim und München: Juventa Verlag.Google Scholar
  3. Bode, H., H. Schröder, und A. Waltersbacher. 2008. Heilmittel-Report 2008. Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie: Eine Bestandsaufnahme. Stuttgart: Schattauer.Google Scholar
  4. Bundesagentur für Arbeit. 2017. Fachkräfteengpassanalyse. Berichte: Blickpunkt Arbeitsmarkt Dezember 2017. https://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Fachkraeftebedarf-Stellen/Fachkraefte/BA-FK-Engpassanalyse-2017-12.pdf. Zugegriffen am 15.01.2018.
  5. Bundesinstitut für Berufsbildung. 2017. AusbildungPlus. Portal für duales Studium und Zusatzqualifikationen in der beruflichen Erstausbildung. https://www.bibb.de/ausbildungplus/de/index.php. Zugegriffen am 15.01.2018.
  6. Bundesministerium für Gesundheit. 2009. Bekanntmachung von Richtlinien über die wissenschaftliche Begleitung und Auswertung von Modellvorhaben nach § 4 Absatz 6 Satz 3 des Ergotherapeutengesetzes, § 6 Absatz 4 Satz 3 des Hebammengesetzes, § 4 Absatz 6 Satz 3 des Logopädengesetzes und § 9 Absatz 3 Satz 3 des Masseur- und Physiotherapeutengesetzes vom 16. November 2009. Bundesanzeiger: Amtlicher Teil, Nr. 180 (S. 4052) vom 27. November 2009. http://www.bmg.bund.de/fileadmin/redaktion/pdf_gesetze/bekanntmachungen/Bekanntmachung-RiLi-Berufsgesetze.pdf. Zugegriffen am 15.01.2018.
  7. Bundesverwaltungsgericht. 2009. BVerwG, Urt. vom 26. August 2009, Az.: 3C 19/08. http://www.bverwg.de/entscheidungen/entscheidung.php?ent=260809U3C19.08.0. Zugegriffen am 15.01.2018.
  8. Bund-Länder-Arbeitsgruppe Weiterentwicklung der Pflegeberufe. 2012. Eckpunkte zur Vorbereitung des Entwurfs eines neuen Pflegeberufegesetzes. http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Abteilung3/Pdf-Anlagen/Eckpunkte-pflegeberufegesetz,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf. Zugegriffen am 15.01.2018.
  9. Bußmann S. 2015. Fachkräfteengpässe in Unternehmen: Geschlechterunterschiede in Engpassberufen. Studie 2/2015. Köln: Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V. https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/Studien/fachkraefteengpaesse-in-unternehmen-2015-geschlechterunterschiede-engpassberufen.pdf?__blob=publicationFile&v=5. Zugegriffen am 15.01.2018.
  10. dbl (Deutscher Bundesverband Logopädie). 2010. Berufsleitlinien Logopädie. https://www.dbl-ev.de/fileadmin/Inhalte/Publikationen/0008_Berufsleitlinien.pdf. Zugegriffen am 15.01.2018.
  11. dbl (Deutscher Bundesverband Logopädie). 2011. Definition der Logopädie: Ergebnis einer internationalen Zusammenarbeit auf CPLOL-Ebene. https://www.dbl-ev.de/service/meldungen/einzelansicht/article/definition-der-logopaedie-ergebnis-einer-internationalen-zusammenarbeit-auf-cplol-ebene.html. Zugegriffen am 15.01.2018.
  12. dbl (Deutscher Bundesverband für Logopädie). 2014. Kompetenzprofil für die Logopädie. Langfassung. https://www.dbl-ev.de/fileadmin/Inhalte/Dokumente/der_dbl/Der_Verband/20140828_Kompetenzprofil_Langfassung_.pdf. Zugegriffen am 15.01.2018.
  13. dbl (Deutscher Bundesverband für Logopädie). 2017. Studiengangsübersicht Logopädie und interdisziplinär aufgebaute Studiengänge/Logopädie (Bachelor- und Masterstudiengänge). https://www.dbl-ev.de/fileadmin/Inhalte/Dokumente/Bildung_und_Wissenschaftsfoerderung/Studiengangsliste_Logopaediespezifisch.pdf. Zugegriffen am 15.01.2018.
  14. Deutsche Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie. 2008. Sprachentwicklungsstörungen bei Kindern. http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/049-006_S1_Sprachentwicklungsstoerung_lang_09-2008_09-2013.pdf. Zugegriffen am 15.01.2018.
  15. Deutscher Bundestag. 2008. Gesetzentwurf des Bundesrates. Entwurf eines Gesetzes zur Einführung einer Modellklausel in die Berufsgesetze der Hebammen, Logopäden, Physiotherapeuten und Ergotherapeuten. Drucksache 16/9898. http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/098/1609898.pdf. Zugegriffen am 15.01.2018.
  16. Deutscher Bundestag. 2016a. Drittes Gesetz zur Stärkung der pflegerischen Versorgung und zur Änderung weiterer Vorschriften (Drittes Pflegestärkungsgesetz – PSG III). Bundesgesetzblatt Jahrgang 2016 Teil I Nr. 65 vom 28.12.2016: 3191–3220.Google Scholar
  17. Deutscher Bundestag. 2016b. Kurzinformation Zur Kategorisierung von Berufen im Gesundheitswesen. https://www.bundestag.de/blob/480538/cf46c0e786e8ab278eea62e4b39b9ca9/wd-9-058-16--pdf-data.pdf. Zugegriffen am 15.01.2018.
  18. Deutscher Verband für Physiotherapie. 2015. Definition Physiotherapie. https://www.physio-deutschland.de/patienten-interessierte/physiotherapie/definition.html. Zugegriffen am 15.01.2018.
  19. Deutscher Verband für Physiotherapie. 2017a. Studiengänge Physiotherapie. https://www.physio-deutschland.de/fileadmin/data/bund/Dateien_oeffentlich/Beruf_und_Bildung/Studium/Studiengaenge_Physiotherapie.pdf. Zugegriffen am 15.01.2018.
  20. Deutscher Verband für Physiotherapie. 2017b. Zahlen, Daten, Fakten aus berufsrelevanten Statistiken. https://www.physio-deutschland.de/fileadmin/data/bund/Dateien_oeffentlich/Beruf_und_Bildung/Zahlen__Daten__Falten/Zahlen_Daten_Fakten.pdf. Zugegriffen am 15.01.2018.
  21. DVE (Deutscher Verband der Ergotherapeuten). 2004. Die Ausbildungsstandards des DVE. https://dve.info/resources/pdf/aus-weiterbildung/qualitaetssicherung/280-v09-113-a/file. Zugegriffen am 15.01.2018.
  22. DVE (Deutscher Verband der Ergotherapeuten). 2007. Definition. https://www.dve.info/ergotherapie/definition.html. Zugegriffen am 15.01.2018.
  23. DVE (Deutscher Verband der Ergotherapeuten). 2014. Das DVE-Bildungskonzept. Ergotherapie und Rehabilitation 53(12): 32–35.Google Scholar
  24. DVE (Deutscher Verband der Ergotherapeuten). 2017a. Ausbildung in der Ergotherapie. Zahlen. Daten. Fakten. https://dve.info/resources/pdf/service/bundestagswahl-2017/2970-facts-ausbildung/file. Zugegriffen am 15.01.2018.
  25. DVE (Deutscher Verband der Ergotherapeuten). 2017b. Studiengangsuche. https://dve.info/aus-und-weiterbildung/studiengangsuche. Zugegriffen am 15.01.2018.
  26. Erdle, H., und A. Becker. 2010. Recht der Gesundheitsfachberufe, Heilpraktiker und sonstigen Berufe im Gesundheitswesen. Heidelberg: medhochzwei Verlag.Google Scholar
  27. Gemeinsamer Bundesausschuss. 2017. Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses. Richtlinie über die Verordnung von Heilmitteln in der vertragszahnärztlichen Versorgung (Heilmittel-Richtlinie Zahnärzte/HeilM-RL ZÄ). https://www.g-ba.de/downloads/62-492-1419/HeilM-RL-Z%C3%84_2016-12-15_iK-2017-07-01.pdf. Zugegriffen am 15.01.2018.
  28. Gemeinsamer Bundesausschuss. 2018. Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses. Richtlinie über die Verordnung von Heilmitteln in der vertragsärztlichen Versorgung (Heilmittel-Richtlinie/HeilM-RL). https://www.g-ba.de/downloads/62-492-1484/HeilM-RL_2017-09-21_iK-2018-01-01.pdf. Zugegriffen am 15.01.2018.
  29. Gerst, T., und B. Hibbeler. 2013. Interview mit Christiane Hoffschildt, Präsidentin des Deutschen Bundesverbandes für Logopädie e.V. (dbl): „Eine alternde Bevölkerung wird mehr Logopädie brauchen“. Deutsches Ärzteblatt 110(35–36): A1620–A1621.Google Scholar
  30. GKV-Spitzenverband. 2006. Gemeinsame Rahmenempfehlungen gemäß § 125 Abs. 1 SGB V über die einheitliche Versorgung mit Heilmitteln zwischen den Spitzenverbänden der Krankenkassen und den maßgeblichen Spitzenorganisationen der Heilmittelerbringer auf Bundesebene in der Fassung vom 25. September 2006. https://www.gkv-spitzenverband.de/media/dokumente/krankenversicherung_1/ambulante_leistungen/heilmittel/heilmittel_rahmenempfehlungen/Empf_125_204.pdf. Zugegriffen am 15.01.2018.
  31. GKV-Spitzenverband. 2016a. Empfehlungen des GKV-Spitzenverbandes gemäß § 124 Abs. 4 SGB V zur einheitlichen Anwendung der Zulassungsbedingungen nach § 124 Abs. 2 SGB V für Leistungserbringer von Heilmitteln, die als Dienstleistung an Versicherte abgegeben werden (Zulassungsempfehlungen) in der Fassung vom 07.03.2016. https://www.gkv-spitzenverband.de/media/dokumente/krankenversicherung_1/ambulante_leistungen/heilmittel/heilmittel_zulassungsempfehlungen/Heilmittel_Zulassungsempfehlung_20160307.pdf. Zugegriffen am 15.01.2018.
  32. GKV-Spitzenverband. 2016b. Heilmittel-Schnellinformation. Bundesbericht Januar-Dezember 2015. http://www.gkv-heilmittel.de/media/dokumente/his_statistiken/2015_04/Bundesbericht-HIS_201504.pdf. Zugegriffen am 15.01.2018.
  33. GKV-Spitzenverband. 2017. Heilmittel-Schnellinformation. Bundesbericht Januar-Dezember 2016. http://www.gkv-heilmittel.de/media/dokumente/his_statistiken/2016_04/Bundesbericht-HIS_201604.pdf. Zugegriffen am 15.01.2018.
  34. Görres S. 2013. Orientierungsrahmen: Gesellschaftliche Veränderungen, Trends und Bedarfe. In Gesundheitsberufe neu denken, Gesundheitsberufe neu regeln Grundsatze und Perspektiven – Eine Denkschrift der Robert Bosch Stiftung, Hrsg. Robert Bosch Stiftung, 19–49. http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/downloads/2013_Gesundheitsberufe_Online_Einzelseiten.pdf. Zugegriffen am 15.01.2018.
  35. Grohnfeldt, M. 2013. 100 Jahre Logopädie. Die Logopädie im Kontext der sprachtherapeutischen Berufe in Deutschland. Forum Logopädie 5(27): 6–11.Google Scholar
  36. Grosch, M. 2015. Vergütung von Heilmitteln. Ein langer Weg: von der Heilmittelrichtlinie zur Vergütungsliste. Zeitschrift für Physiotherapeuten 67(2): 76.Google Scholar
  37. Gurgel D. 2002. Zulassung als selbständige „Klinische Linguistin“ durch Bundessozialgericht bestätigt – Beschränkung auf Teilgebiete der Sprachtherapie möglich. http://www.bkl-ev.de/praxis/bsg-urteil-kommentar-kanzlei.php. Zugegriffen am 15.01.2018.
  38. Hackmann, M. 2005. Lehren und Lernen in der ambulanten Pflege. Hannover: Brigitte Kunz Verlag.Google Scholar
  39. Hügler, S. 2013. Traumberuf zu Alptraumlöhnen. Arbeitssituation in Deutschland. physiopraxis 11(4): 10–13.CrossRefGoogle Scholar
  40. Hüter-Becker, A. 2005. Geschichte der Physiotherapie. In Beruf, Recht, wissenschaftliches Arbeiten, Hrsg. A. Hüter-Becker und M. Dölken, 5–32. Stuttgart: Thieme Verlag.Google Scholar
  41. Jehn, P. 2002. Entwicklung der therapeutischen Berufe und Perspektiven aus Sicht der Ergotherapie. In Die Zukunft der therapeutischen Berufe, Hrsg. A. Nauerth, U. Walkenhorst und B. Klemme, 10–19. Bielefeld: Fachhochschule Bielefeld.Google Scholar
  42. Kubny-Lüke, B. 2015. Geschichte der Ergotherapie in Deutschland. In Ergotherapie – Vom Behandeln zum Handeln: Lehrbuch für Ausbildung und Praxis, Hrsg. C. Scheepers und U. Steding-Albrecht, 11–18. Stuttgart: Thieme Verlag.Google Scholar
  43. Küther, G. 2013. Argumente zum Akademisierungsprozess in den therapeutischen Gesundheitsfachberufen aus Sicht des Fachgebietes Physikalische und Rehabilitative Medizin. Physikalische Medizin, Rehabilitationsmedizin, Kurortmedizin 23(4): 213–220.CrossRefGoogle Scholar
  44. Marquardt, M. 2004. Die Geschichte der Ergotherapie. Idstein: Schulz-Kirchner Verlag.Google Scholar
  45. Müller, R., H. Rothgang, und G. Glaeske. 2015. BARMER GEK Heil- und Hilfsmittelreport 2015. Schriftenreihe zur Gesundheitsanalyse Band 34. Siegburg: Asgard-Verlag.Google Scholar
  46. Robert-Koch-Institut. 2009. Beschäftigte im Gesundheitswesen. Gesundheitsberichterstattung des Bundes Heft 46. https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsT/Beschaeftigte.pdf?__blob=publicationFile. Zugegriffen am 15.01.2018.
  47. Sachverständigenrat Gesundheit. 2007. Kooperation und Verantwortung – Voraussetzungen einer zielorientierten Gesundheitsversorgung. http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/063/1606339.pdf. Zugegriffen am 15.01.2018.
  48. Sauer, K., C. Kemper, J. Schulze, und G. Glaeske. 2013. BARMER GEK Heil- und Hilfsmittelreport 2013. Schriftenreihe zur Gesundheitsanalyse Band 22. Siegburg: Asgard-Verlag.Google Scholar
  49. Schaeffer, D. 2011. Professionalisierung der Pflege – Verheißung und Realität. G&S Gesundheits- und Sozialpolitik 65(5–6): 30–37.CrossRefGoogle Scholar
  50. Scheepers, C. 2015. Arbeitsfelder und Behandlungsverfahren. In Ergotherapie – Vom Behandeln zum Handeln: Lehrbuch für Ausbildung und Praxis, Hrsg. C. Scheepers und U. Steding-Albrecht, 213–236. Stuttgart: Thieme Verlag.Google Scholar
  51. Schneider, A. 2003. Die Ausbildung in den Pflegeberufen – ein Sonderfall. In Pflegepädagogik für Studium und Praxis, Hrsg. K. Schneider, E. Brinker-Meyendriesch und A. Schneider, 387–402. Berlin/Heidelberg: Springer-Verlag.CrossRefGoogle Scholar
  52. SHV (Spitzenverband der Heilmittelverbände). 2015. Unsere Erwartungen an die Politik. https://www.physio-deutschland.de/fileadmin/data/bund/news/pdfs/____Unsere_Erwartungen_an_die_Politik_-_6-Punkte-Papier_1.10.2015.pdf. Zugegriffen am 15.01.2018.
  53. Statistisches Bundesamt. 2010. Projektionen des Personalbedarfs und -angebots in Pflegeberufen bis 2025. https://www.destatis.de/DE/Publikationen/WirtschaftStatistik/Gesundheitswesen/ProjektionPersonalbedarf112010.pdf?__blob=publicationFile. Zugegriffen am 15.01.2018.
  54. Statistisches Bundesamt. 2017a. Bildung und Kultur. Berufliche Schulen. Fachserie 11 Reihe 2. https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/BildungForschungKultur/Schulen/BeruflicheSchulen2110200177004.pdf?__blob=publicationFileml. Zugegriffen am 15.01.2018.
  55. Statistisches Bundesamt. 2017b. Gesundheit. Ausgaben. 1995 bis 2015. Fachserie 12 Reihe 7.1.2. https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/Gesundheit/Gesundheitsausgaben/AusgabenGesundheitLangeReihePDF_2120712.pdf?__blob=publicationFile. Zugegriffen am 15.01.2018.
  56. Statistisches Bundesamt. 2017c. Gesundheit. Personal. 2000 bis 2015. Fachserie 12 Reihe 7.3.2. https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/Gesundheit/Gesundheitspersonal/PersonalLange_ReihePDF_2120732.pdf?__blob=publicationFile. Zugegriffen am 15.01.2018.
  57. Steffen, P., und S. Löffert. 2010. Ausbildungsmodelle in der Pflege. Forschungsgutachten im Auftrag der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Düsseldorf: Deutsches Krankenhausinstitut e.V. https://www.dki.de/sites/default/files/publikationen/endbericht_ausbildungsmodelle_in_der_pflege.pdf. Zugegriffen am 15.01.2018.Google Scholar
  58. Steinecke U. 2009. 60 Jahre ZVK Chronik. Köln: Deutscher Verband für Physiotherapie – Zentralverband der Physiotherapeuten/Krankengymnasten (ZVK) e.V.Google Scholar
  59. Stüve, B. 2008. ICF – ein neues Konzept für die Ergotherapie? In Arbeitstherapie und Arbeitsrehabilitation – Arbeitsfelder der Ergotherapie, Hrsg. K. Köhler und F. Steier-Mecklenburg, 29–35. Stuttgart: Thieme Verlag.Google Scholar
  60. Theobald H. 2004. Entwicklung des Qualifikationsbedarfs im Gesundheitssektor: Professionalisierungsprozesse in der Physiotherapie und Dentalhygiene im europäischen Vergleich. http://hdl.handle.net/10419/44025. Zugegriffen am 15.01.2018.
  61. TÜV Rheinland. 2017. Akademisierung in der Pflege: Bessere Aufstiegschancen dank Studium. https://www.tuv.com/de/deutschland/ueber_uns/presse/meldungen/newspdfde_308359.jsp. Zugegriffen am 15.01.2018.
  62. Verband der Ersatzkassen. 2017a. Anlage 3 a zum Vertrag vom 01.01.2017. Vergütungsliste gemäß § 125 SGB V für die Abrechnung ergotherapeutischer Leistungen. https://www.vdek.com/vertragspartner/heilmittel/preisvereinbarungen/_jcr_content/par/download_16/file.res/Ergotherapeutische%20Leistungen%20Ost.pdf. Zugegriffen am 15.01.2018.
  63. Verband der Ersatzkassen. 2017b. Vergütungsvereinbarung gemäß § 125 SGB V für die Abrechnung physiotherapeutischer Leistungen, Massagen und medizinischer Bäder. https://www.vdek.com/vertragspartner/heilmittel/preisvereinbarungen/_jcr_content/par/download_43/file.res/Verg%c3%bctungsvereinbarung_Physio_West_2018-19.pdf. Zugegriffen am 15.01.2018.
  64. Verband Deutscher Logopäden, und Sprachtherapeutischer Berufe. 2017. Zahlen – Daten – Fakten. https://www.vdls-ev.de/fachinfos/zahlen-daten-fakten/. Zugegriffen am 15.01.2018.
  65. Waltersbacher, A. 2015. Heilmittelbericht 2015. Berlin: Wissenschaftliches Institut der AOK https://www.wido.de/fileadmin/wido/downloads/pdf_heil_hilfsmittel/wido_hei_hmb2015_1512.pdf. Zugegriffen am 15.01.2018.Google Scholar
  66. WCPT (World Confederation of Physical Therapy). 2017. Policy statement: Description of physical therapy. http://www.wcpt.org/sites/wcpt.org/files/files/resources/policies/2017/PS_Description_of_physical_therapy_FINAL.pdf. Zugegriffen am 15.01.2018.
  67. Wissenschaftsrat. 2012. Empfehlungen zu hochschulischen Qualifikationen für das Gesundheitswesen. http://www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/2411-12.pdf. Zugegriffen am 15.01.2018.
  68. Zöller, M. 2015. (Vollzeit-)Schulische Ausbildungsgänge mit einem beruflichen Abschluss gemäß und außerhalb BBiG/HwO. Vertiefende Analysen der Entwicklungen in Deutschland. Bonn: Bundesinstitut für Berufsbildung https://www.bibb.de/veroeffentlichungen/de/publication/show/7661. Zugegriffen am 15.01.2018.Google Scholar

Rechtsprechungsverzeichnis

  1. AltPflAPrV (Altenpflege-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung). 2016. Altenpflege-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung vom 26. November 2002 (BGBl. I S. 4418), die zuletzt durch Artikel 35 des Gesetzes vom 18. April 2016 (BGBl. I S. 886) geändert worden ist.Google Scholar
  2. AltPflG (Gesetz über die Berufe in der Altenpflege – Altenpflegegesetz). 2017. Altenpflegegesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom 25. August 2003 (BGBl. I S. 1690), das durch Artikel 1b des Gesetzes vom 17. Juli 2017 (BGBl. I S. 2581) geändert worden ist.Google Scholar
  3. ErgThAPrV (Ergotherapeuten-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung). 2016. Ergotherapeuten-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung vom 2. August 1999 (BGBl. I S. 1731), die zuletzt durch Artikel 15 des Gesetzes vom 18. April 2016 (BGBl. I S. 886) geändert worden ist.Google Scholar
  4. ErgThG (Gesetz über den Beruf der Ergotherapeutin und des Ergotherapeuten – Ergotherapeutengesetz). 2016. Ergotherapeutengesetz vom 25. Mai 1976 (BGBl. I S. 1246), das zuletzt durch Artikel 17a des Gesetzes vom 23. Dezember 2016 (BGBl. I S. 3191) geändert worden ist.Google Scholar
  5. GG (Grundgesetz). 2017. Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland in der im Bundesgesetzblatt Teil III, Gliederungsnummer 100–1, veröffentlichten bereinigten Fassung, das zuletzt durch Artikel 1 des Gesetzes vom 13. Juli 2017 (BGBl. I S. 2347) geändert worden ist.Google Scholar
  6. KrPflAPrV (Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Berufe in der Krankenpflege). 2016. Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Berufe in der Krankenpflege vom 10. November 2003 (BGBl. I S. 2263), die zuletzt durch Artikel 33 des Gesetzes vom 18. April 2016 (BGBl. I S. 886) geändert worden ist.Google Scholar
  7. KrPflG (Gesetz über die Berufe in der Krankenpflege – Krankenpflegegesetz). 2017. Krankenpflegegesetz vom 16. Juli 2003 (BGBl. I S. 1442), das zuletzt durch Artikel 1a des Gesetzes vom 17. Juli 2017 (BGBl. I S. 2581) geändert worden ist.Google Scholar
  8. LogAPrO (Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Logopäden). 2016. Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Logopäden vom 01. Oktober 1980 (BGBl. I S. 1892), die zuletzt durch Artikel 17 des Gesetzes vom 18. April 2016 (BGBl. I S. 886) geändert worden ist.Google Scholar
  9. LogopG (Gesetz über den Beruf des Logopäden). 2016. Gesetz über den Beruf des Logopäden vom 7. Mai 1980 (BGBl. I S. 529), das zuletzt durch Artikel 17c des Gesetzes vom 23. Dezember 2016 (BGBl. I S. 3191) geändert worden ist.Google Scholar
  10. MPhG (Gesetz über die Berufe in der Physiotherapie – Masseur- und Physiotherapeutengesetz). 2016. Masseur- und Physiotherapeutengesetz vom 26. Mai 1994 (BGBl. I S. 1084), das zuletzt durch Artikel 17d des Gesetzes vom 23. Dezember 2016 (BGBl. I S. 3191) geändert worden ist.Google Scholar
  11. PhysTh-APrV (Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Physiotherapeuten). 2016. Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Physiotherapeuten vom 6. Dezember 1994 (BGBl. I S. 3786), die zuletzt durch Artikel 27 des Ge-setzes vom 18. April 2016 (BGBl. I S. 886) geändert worden ist.Google Scholar
  12. PodG (Gesetz über den Beruf der Podologin und des Podologen – Podologengesetz). 2016. Podologengesetz vom 4. Dezember 2001 (BGBl. I S. 3320), das zuletzt durch Artikel 28 des Gesetzes vom 18. April 2016 (BGBl. I S. 886) geändert worden ist.Google Scholar
  13. SGB V (Sozialgesetzbuch, fünftes Buch). 2017. Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V) – Gesetzliche Krankenversicherung – (Artikel 1 des Gesetzes v. 20. Dezember 1988, BGBl. I S. 2477). Zuletzt geändert durch Art. 4 G v. 17.08.2017 I 3214.Google Scholar
  14. SGB XI (Sozialgesetzbuch, elftes Buch). 2017. Sozialgesetzbuch (SGB) – Elftes Buch (XI) – Soziale Pflegeversicherung (Artikel 1 des Gesetzes vom 26. Mai 1994, BGBl. I S. 1014). Zuletzt geändert durch Art. 9 G v. 18.07.2017 I 2757.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.Universitätsklinikum Hamburg-EppendorfHamburgDeutschland
  2. 2.Hospiz- und Palliativkompetenzzentrum gGmbHSulingenDeutschland

Personalised recommendations