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Kompetenzen für soziale Medien

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Part of the Springer Reference Sozialwissenschaften book series (SRS)

Zusammenfassung

Der Beitrag skizziert auf handlungstheoretischer Grundlage ein Modell der Kompetenzen für die Aneignung sozialer Medien, das sowohl auf die Fähigkeiten und Fertigkeiten der Nutzer*innen Bezug nimmt als auch aktuelle Herausforderungen für eine adäquate Medienkompetenzförderung berücksichtigt. Zentraler Ausgangspunkt ist, dass Menschen nicht von vorne herein die notwendigen Fähigkeiten und Fertigkeiten für den Umgang mit Medien besitzen, sondern diese sukzessive im Umgang mit Medien entwickeln und durch Anregung von „außen“, d. h. aus ihrem sozialen und erzieherischen Umfeld, Anstöße für die Weiterentwicklung ihrer Fähigkeiten erhalten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Perspektive Heranwachsender. Herausgearbeitet wird, welche Fähigkeiten entwickelt werden müssen, um in einer vernetzten und digitalisierten Welt, in der soziale Medien zunehmend zu Dreh- und Angelpunkten des Kommunikationsverhaltens werden, ihr Leben souverän gestalten zu können.

Schlüsselwörter

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Notes

  1. 1.

    Der Begriff der „alltäglichen Lebensführung“ stellt die Handlungspragmatik des Alltags in den Vordergrund und ist der Versuch, das Handeln der Subjekte in Verbindung zu ihren lebensweltlichen Bedingungen in seiner Gesamtheit zu betrachten (Lange 2003, vgl. dazu ausführlich Paus-Hasebrink und Bichler 2008, S. 27).

  2. 2.

    Bauer und Ahooei 2018 geben einen profunden Überblick über die Literacy-Ansätze, die digitale Medien in den Blick nehmen. Nichols und Stornaiuolo (2019) bereiten den US-amerikanischen Diskurs über digital literacies auf. Hoffmann et al. (2019) skizzieren den Forschungsstand und ein Konzept zu digitaler Mündigkeit.

  3. 3.

    Dieser Abschnitt basiert auf Schorb und Wagner 2013, S. 19–21.

  4. 4.

    Innerhalb der Medienpädagogik existieren je nach theoretischem Hintergrund unterschiedliche Differenzierungen und Dimensionierungen von Medienkompetenz. Baacke differenzierte in seinem Konzept vier Dimensionen: Medienkunde, Medienbewertung, Mediennutzung und Mediengestaltung (Baacke 1997).

  5. 5.

    Der Begriff umfasst die Kommunikation zu sexuellen Themen v. a. über Messenger auf mobilen Geräten.

  6. 6.

    Für einen Überblick zum Begriff vgl. Hoffmann et al. 2019.

  7. 7.

    Einen Überblick über Angebote und Materialien bietet www.surfen-ohne-risiko.net.

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Wagner, U. (2021). Kompetenzen für soziale Medien. In: Schmidt, JH., Taddicken, M. (eds) Handbuch Soziale Medien. Springer Reference Sozialwissenschaften. Springer VS, Wiesbaden. https://doi.org/10.1007/978-3-658-03895-3_15-2

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  1. Latest

    Kompetenzen für soziale Medien
    Published:
    23 November 2021

    DOI: https://doi.org/10.1007/978-3-658-03895-3_15-2

  2. Original

    Kompetenzen für soziale Medien
    Published:
    05 May 2016

    DOI: https://doi.org/10.1007/978-3-658-03895-3_15-1