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Epidemiologie des Konsums von neuen psychoaktiven Substanzen

  • Harry SumnallEmail author
Living reference work entry
Part of the Springer Reference Psychologie book series (SRP)

Zusammenfassung

Dieses Kapitel strebt einen Kurzüberblick des derzeitigen Verständnisses von der Verbreitung neuer psychoaktiver Substanzen (NPS) auf der Grundlage von Prävalenzschätzungen an. Berichtet werden Ergebnisse aus größeren Umfragen der letzten beiden Jahre (2013–2015). Beschrieben wird außerdem, wie verschiedene allgemeine Umfragen in der Bevölkerung versucht haben, den Gebrauch einzuschätzen. Das Review enthält sowohl große Zufallsstichproben mit Privathaushalten (inklusive sekundärer Analysen) als auch namhafte Forschung auf der Grundlage von Gelegenheitsstichproben. Es werden auch kurze Hinweise auf neue Methoden und Datenquellen des Gesundheitsmonitorings gegeben, die das Verständnis für diese Substanzen verbessern könnten. Zusammenfassend wird klar, dass die Prävalenz von NPS trotz wachsender öffentlicher und politischer Aufmerksamkeit gering bleibt und der Gebrauch einiger bekannter Substanzen sogar abnimmt. Allerdings bleibt das Gebiet methodologisch schwach und während Angaben aus allgemeinen Bevölkerungsstichproben vermutlich eine Unterschätzung des Gebrauchs darstellen, leiden Umfragen in „Hochrisikogruppen“ bezüglich der Wahrscheinlichkeit des Gebrauchs unter zahlreichen Verzerrungen (biases). Es gibt außerdem einen Mangel an Daten über NPS-Gebrauch und den damit verbundenen Verhaltensweisen in Bevölkerungsgruppen, die möglicherweise einen höheren Interventions- und Behandlungsbedarf aufweisen, wie zum Beispiel Personen mit besonderen Bedürfnissen – inklusive problematischem Drogengebrauch –, psychischen Erkrankungen, Obdachlose und jene, die in Kontakt mit dem Strafvollzugssystem sind.

Schlüsselwörter

Neue Psychoaktive Substanzen Research Chemicals Epidemiologie Prävalenzschätzungen Methodik 

1 Einleitung

Dieses Kapitel bietet einen kurzen, nicht-systematischen Überblick der veröffentlichten Daten über die Prävalenz des Konsums von neuen psychoaktiven Substanzen (NPS), wobei die Veröffentlichung von Sumnall et al. aus dem Jahr 2013 aktualisiert wird (Sumnall et al. 2013). Die reviewten Daten wurden methodisch hochwertigen Studien entnommen, die im Zeitraum von Januar 2013 bis Juni 2015 veröffentlicht wurden. Diese zeitliche Beschränkung wurde wegen der dynamischen Entwicklung des NPS-Marktes gesetzt, wo neue Produkte (relativ) schnell per Gesetz verboten werden können. Der Review fokussiert in erster Linie englischsprachige Publikationen. Wenn möglich, werden jedoch anderssprachige Quellen herangezogen. Es werden Daten aus den zuletzt durchgeführten Erhebungen vorgelegt, obwohl in einigen Fällen in den Vorjahren von einer größeren Anzahl von Substanzen berichtet wurde. Dies ist ein nicht-systematisches Review, wenngleich eine strukturierte Suche nach relevanten Studien in Datenbanken manuell erfolgte (vollständige Methodologie ist auf Anfrage vom Autor erhältlich). Die Mehrzahl der Daten basiert auf Selbstauskunft, obwohl auch nach zusätzlichen Validierungstools gesucht wurde (z. B. Speichel-, Haar- und Urinproben).

Die in diesem Kapitel verwendete Definition von NPS stammt aus dem Durchführungsbeschluss des EU-Rates 2005/387/JI: „Im Sinne dieses Beschlusses bezeichnet der Ausdruck „neue psychoaktive Substanz“ einen neuen Suchtstoff oder einen neuen psychotropen Stoff in reiner Form oder als Zubereitung, der nicht in den Übereinkommen der Vereinten Nationen aufgeführt ist und eine mit den in ihren Anlagen aufgeführten Substanzen vergleichbare Bedrohung für die Gesundheit der Bevölkerung darstellen kann.“

Diese Definition schließt jene psychoaktiven Substanzen mit ein, die neu synthetisiert wurden und jene, die neue Verwendungen finden. Allerdings wurde Mephedron, das für die Aufnahme in den Anhang II der Konventionen im Mai 2015 empfohlen wurde, in dieses Review aufgenommen, da es als prototypische NPS gilt und im Gegensatz zu anderen Substanzen relativ reichhaltige Daten für diese verfügbar sind. Darüber hinaus wurden missbrauchte Medikamente (Barrett et al. 2008) und jene Stoffe, die nicht im Anhang II der Konventionen der Vereinten Nationen erwähnt sind, aber eine lange Verwendungstradition (z. B. Ketamin und Psilocybin) haben, ausgeschlossen. Schließlich ist darauf hinzuweisen, dass Detailfragen zu NPS in der Regel nur in speziellen Erhebungen enthalten sind, oder wenn eine bestimmte Substanz von politischem Interesse ist (z. B. unter staatliche Kontrolle gestellt werden soll oder dieser bereits unterliegt). Daher finden sich nur wenige hochqualitative (inter-)nationale Studien, die zu diesem Themenschwerpunkt durchgeführt wurden.

Wie zuvor erläutert (Sumnall et al. 2011, 2013), gibt es zusätzlich zu den Herausforderungen, denen Forscher im Rahmen von Drogenprävalenzstudien ohnehin begegnen, eine Reihe von Herausforderungen, die für NPS einzigartig sind und die eine genaue Abschätzung der Konsumprävalenz verhindern. Dazu gehören die Klassifizierung und Beschreibung von NPS in Studien (z. B. können Studien sowohl staatlich kontrollierte, als auch nicht kontrollierte Substanzen einschließen, was die Selbstauskunft über den Konsum von Stoffen, die in einigen Ländern als „Legal Highs“ bezeichnet werden, beeinflussen kann), mangelnde Validierung von Studienfragenformulierung (z. B. wissen Befragte nicht, auf welche Stoffe Bezug genommen wird), Verwirrung über die Identität der konsumierten Substanzen (Substanzen können unter unterschiedlichen Namen bekannt sein und beispielsweise eine chemische Bezeichnung, einen Markennamen, eine allgemeine und eine umgangssprachliche Bezeichnung haben), und Stichprobenverzerrungen, wenn einige Bevölkerungsgruppen ausgeschlossen werden, innerhalb derer eine größere Neigung zu NPS vermutet wird (z. B. Personen mit psychischen Störungen) (Lally et al. 2013). Weiterhin bedeutet der Mangel an vergleichbarer Methodologie, dass internationale Vergleiche der NPS-Prävalenz unter Verwendung der betrachteten Daten erschwert sind. Alle in diesem Kapitel angegebenen Daten weisen diese Schwierigkeiten auf, weshalb diese im Folgenden nicht wiederholt werden, es sei denn, eine Studie hat versucht, sie zu lösen, oder sie war von zusätzlichen Problemen betroffen. In diesem Kapitel wird zur Beschreibung der Daten bevorzugt der Begriff NPS verwendet, jedoch werden, wann immer möglich, auch die Originalterminologie und Fragetexte aus den jeweiligen Originalquellen angegeben. Das Kapitel endet mit einem kurzen Überblick über repräsentative Beispiele von alternativen und ergänzenden Methoden und Datenquellen, die zusätzliche Informationen zu den Erhebungen mittels Selbstauskunft liefern können.

Während die Daten über die allgemeine Bevölkerung (wie sie etwa im Rahmen von staatlich finanzierten Studien erhoben werden, und die in der Regel von relativ hoher methodischer Qualität sind) wichtig sind, um die Verbreitung von Drogentrends zu veranschaulichen, ist es auch wichtig, die Prävalenz und neu entstehende Trends innerhalb von Schlüssel- und Zielgruppen zu erkennen und zu bewerten. Dies sind die Kriterien, die nur wenige an die allgemeine Bevölkerung gerichtete Studien erfüllen können. Daher werden auch Daten aus anderen wichtigen Untersuchungen, die meist auf nicht-probabilistischen Stichproben basieren. Konsum-Vorgeschichten, die in Studien zur Bewertung eines anderen Drogenkonsumverhaltens präsentiert werden (z. B. kognitive Auswirkungen von Drogenkonsum), in dieser Übersicht nicht enthalten sind. Unabhängige Sekundäranalysen (z. B. Untersuchungen von Prädiktoren des Drogenkonsums) sind nur von repräsentativen Studien enthalten.

2 Datenerhebungen in Zufallsstichproben

In Studien, die den Zufall zur Stichprobengenerierung verwenden, hat jeder Teilnehmer eine bekannte (nicht Null)-Chance, für die Stichprobe ausgewählt zu werden. Diese Studienart ist in der Regel repräsentativ für die Zielpopulation; weshalb die Ergebnisse jenseits der Stichprobe verallgemeinert werden können. Das macht diese Art der Studie besonders für das Monitoring politischer Vorgehensweisen wichtig, denn sie trägt zum besseren Verständnis der Popularität des NPS-Konsums bei. Allerdings ist sie mit hohem Kostenaufwand verbunden, insbesondere für Verhaltensweisen mit niedriger Prävalenz wie dem NPS-Konsum; und die eingesetzten Stichprobenziehungs- und Datenerhebungsmethoden (z. B. das Wählen einer beliebigen Telefonnummer) können dazu führen, dass das Verhalten in einigen relevanten Untergruppen unterschätzt wird. Zum Beispiel würde eine allgemeine Haushaltsbefragung eine gute Gesamteinschätzung des Drogenkonsums für eine Nation ergeben, wenn jedoch spezielle „Booster-Stichproben“ nicht einbezogen werden, kann der Konsum in Gruppen mit höherer Priorität (z. B. Häftlinge oder Bewohner von Sozialwohnungen) nicht erfasst werden.

2.1 Studien mit Jugendlichen und Schülern

Die Europäische Schülerstudie zu Alkohol und anderen Drogen (European School Survey Project on Alcohol and Other Drugs; ESPAD) stellt die weltweit größte internationale Umfrage zum Drogenkonsum bei Jugendlichen dar (Hibell et al. 2012). Alle vier Jahre werden neue Ergebnisse präsentiert, der letzte Bericht aus dem Jahr 2011 wurde 2012 veröffentlicht. Wenngleich die Studie aus dem Jahr 2011 keine Daten zu NPS enthält, so beinhaltet die Befragung aus dem Jahr 2015 diesbezügliche Items. Dies ist eine Modellfrage aus der Studie:

„Neue Psychoaktive Substanzen“ imitieren den Effekt von illegalen Substanzen wie zum Beispiel Cannabis oder Ecstasy. „Neue psychoaktive Substanzen“ werden auch „Legal Highs“ oder „Research Chemicals“ genannt und werden in unterschiedlichen Formen hergestellt und verkauft, zum Beispiel als Kräutermischung, als Puder oder in Form von Kristallen oder Tabletten. Hast du jemals solche Substanzen konsumiert?“ Mögliche Antworten sind: „Ja, ich habe solche Substanzen konsumiert; Nein, ich habe nie solche Substanzen konsumiert; Weiß nicht/bin mir nicht sicher.“

Eine Überprüfung der Validität dieser Frage, die in Island, Italien, Montenegro und der Ukraine unternommen wurde, ergab, dass nur diejenigen Schüler, die noch nie zuvor von NPS gehört hatten, es schwer fanden, diese Frage zu beantworten, wobei sich die meisten Probanden, die diese Frage bejahend beantwortet haben, auf „Räuchermischungen“ (d. h. synthetische Cannabinoide) bezogen haben (Hibell 2014).

Die Flash-Eurobarometer-Umfragen umfassen schnelle thematische Telefoninterviews und werden im Auftrag der Europäischen Kommission durchgeführt. Das Flash-Eurobarometer 401 (European Commission 2014) konzentrierte sich auf Einstellungen und Wahrnehmungen gegenüber Drogen, einschließlich des NPS-Konsums (diese waren als „Legal Highs“ angegeben, wobei in der Umfrage die oben dargestellte Modell-Frage verwendet wurde). Im Juni 2014 wurden in der Umfrage Bewohner aller 28 EU-Mitgliedstaaten im Alter zwischen 15 und 24 erfasst. Im Rahmen der Umfrage wurde in allen Ländern eine standardisierte Methodologie (mehrstufige Wahrscheinlichkeitsstichprobe) eingesetzt, wobei insgesamt 13.128 Probanden erfasst wurden, zumeist 500 Befragte je Land. Obwohl aufgrund der relativ kleinen Stichprobengröße in den einzelnen Ländern einige Vorsicht geboten ist, und im Rahmen einer supranationalen Umfrage unerwartete und nicht gemeldete Unterschiede bei deren Umsetzung entstehen können, stellt diese Umfrage ein nützliches Mittel für den Vergleich von NPS-Konsum in den EU-Ländern dar, die unterschiedliche Ansätze in Bezug auf Drogenkontrolle und -politik haben.

Insgesamt gaben im Jahr 2014 8 % der Befragten in der EU an, dass sie in ihrem Leben schon einmal NPS konsumiert haben, 1 % in den letzten 30 Tagen, 4 % in den letzten 12 Monaten und 4 % vor mehr als 12 Monaten. In der Vorgänger-Umfrage aus dem Jahr 2011 berichteten 5 %, mindestens einmal NPS genommen zu haben. Je nach Land betrug die Lebenszeitprävalenz zwischen 0 % in Zypern und 22 % in Irland, wobei aus Irland und Spanien der größte Konsum in den letzten 12 Monaten (5 %) berichtet wurde. Im Vergleich zu 2011 hat sich der Anteil der Befragten mit einer Lebenszeitprävalenz vor allem in Spanien (+8 %), Frankreich (+7 %), der Slowakei (+7 %) und Irland (+6 %) erhöht, während auf Zypern die Zahl der Konsumenten (−2 %) gesunken ist. In der gesamten EU hat sich die selbstberichtete Lebenszeitprävalenz um 3 % erhöht. Von den vier Ländern mit dem höchsten Zuwachs hat Irland 2010 ein pauschales Verbot des Vertriebs von NPS verhängt und die Slowakei führte im Jahr 2013 neue Befugnisse ein, um den Absatz von neuen Stoffen mit möglichem Missbrauchspotenzial rasch zu verbieten. Frankreich und Spanien haben bisher keine neuen gesetzlichen Regelungen bezüglich der NPS entwickelt.

Das Flash-Eurobarometer untersuchte auch den Konsum von NPS in Relation zu anderen illegalen Drogen. Schätzungsweise hatten 35 % der Befragten, die von Cannabis-Konsum in den letzten 30 Tagen berichteten, in ihrem Leben auch mindestens eine NPS konsumiert, wobei 17 % der Befragten dies im gleichen Zeitraum taten. Die NPS wurde nicht näher spezifiziert, weswegen ein Vergleich des Konsums von verschiedenen Drogen zwischen den einzelnen Ländern schwerfällt.

Auf die Frage, wie die NPS erworben wurden, gaben die meisten an, diese von Freunden erhalten oder bei ihnen gekauft zu haben. Dies waren etwa 68 %; allerdings würde dies auch eine Sekundärversorgung aus anderen Quellen miteinbeziehen. Ferner erfolgt der Kauf bei Drogendealern (27 %, keine Angabe), Fachgeschäften (10 %, „Head Shops“ oder „Smart Shops“) und aus dem Internet (3 %, Clearnet und Darknet-Websites wurden nicht differenziert).

Die jährlich in den USA durchgeführte Monitoring the Future-Studie (MTF) ist eine repräsentative nationale Schülerbefragung, die im Jahr 2014 die Prävalenz von Substanzkonsum an 377 Schulen bei 41.600 Jugendlichen im Schulalter (8. Klasse: 13–14 Jahre, 10. Klasse: 14–16 Jahre, und 12. Klasse: 17–18 Jahre) erhoben hat. Die einzelnen Erhebungsmodule zur zeitlichen Prävalenz des Konsums von benannten Stoffen werden nach dem Zufallsprinzip ausgewählt. Die Umfrage enthält seit 2011 Fragen über synthetische Cannabinoide (als „synthetisches Marihuana“ bezeichnet und unter den allgemein bekannten Handelsnamen „Spice“ und „K2“ geführt), seit 2012 Fragen über „Badesalze“ (d. h. substituierte Cathinone) sowie seit 2009 über das natürliche Halluzinogen Salvia Divinorum (2009 nur für 12. Klassen, seit 2010 werden alle Klassen erfasst).

Die Zahl der befragten Schüler aus den 12. Klassen, die im Selbstbericht einen Konsum von synthetischen Cannabinoiden im Vorjahr angaben, betrug 11,4 % im Jahr 2011 (dem Jahr, in dem diese Stoffe in den USA als illegal eingestuft wurden) und fiel auf 11,3 % im Jahr 2012, 7,9 % im Jahr 2013, und 5,8 % im Jahr 2014 (Miech et al. 2015). Die Prävalenz war bei jüngeren Befragten niedriger und zeigte einen ähnlichen Rückgang des Konsums im zeitlichen Verlauf (8,8 % im Jahr 2011, 7,4 % 2012, 5,4 % 2014 in 10. Klassen; bzw. 4,4 % im Jahr, 4,0 % 2012, 3,3 % 2014 in 8. Klassen). Der Rückgang des Konsums zwischen 2013 und 2014 war nur unter Befragten aus den 10. und 12. Klassen statistisch signifikant. Aktueller Konsum (sprich in den letzten 30 Tagen) wurde zum ersten Mal im Jahr 2014 erhoben und lag bei 4,4 %, 6,8 % und 2,7 % entsprechend in den 8., 10., bzw. 12. Klassen. Die Häufigkeit lag in allen Altersgruppen bei 1–2 Gelegenheiten, was darauf hindeutet, dass der Konsum mehrheitlich experimentell war.

Weitere Analysen wurden im Jahr 2012 durchgeführt, um Profile der Konsumenten von synthetischen Cannabinoiden zu untersuchen. 94 % der Konsumenten im vorangegangenen Jahr hatten im gleichen Zeitraum Cannabis konsumiert, 31 % waren aktuell (in den letzten 30 Tagen) tägliche Cannabiskonsumenten, 60 % gaben an, im vergangenen Jahr andere illegale Drogen außer Cannabis konsumiert zu haben, 54 % rauchten Zigaretten in den letzten 30 Tagen und 79 % tranken Alkohol in den letzten 30 Tagen (Johnson et al. 2012). Dies deutete darauf hin, dass synthetische Cannabinoide nicht als Substitut für Cannabis eingesetzt, sondern dem bestehenden Repertoire zum Drogenkonsum hinzugefügt wurden.

Während keine MTF-Daten über die wahrgenommene Verfügbarkeit synthetischer Cannabinoide erhoben wurden, fiel das wahrgenommene Risiko eines „gelegentlichen Konsums“ (Prozentzahl von Personen, die diesen Konsum als „großes Risiko“ einschätzten) in den 8. Klassen von 36,8 % im Jahr 2012 auf 32,4 % im Jahr 2014. Die entsprechenden Werte für Schüler der 10. Klassen betrugen 34,9 % und 30,7 %. Im Gegensatz dazu hat sich der Anteil der Schüler aus den 12. Klassen, die dieser Einschätzung zustimmten, von 32,7 % auf 39,4 % erhöht. In der gleichen Zeit gab es einen entsprechenden Rückgang in der Risikowahrnehmung von Marihuana in diesen Schulklassen (20,6 % auf 16,4 %).

Die kombinierte Lebenszeitprävalenz des Konsums von substituierten Cathinonen („Badesalze“) aller drei Klassenstufen lag bei 0,9 % im Jahr 2012, 0,9 % im Jahr 2013 und 0,8 % im Jahr 2014. Dementsprechende Angaben für Salvia divinorum beliefen sich auf 3,5 % im Jahr 2011, sowie 3,6 %, 2,7 %, 2,3 % und zuletzt 1,4 % im Jahr 2014, was einen statistisch signifikanten Rückgang des Konsums zwischen 2013 und 2014 beinhaltete.

Palamar unternahm eine Sekundäranalyse von 2012 erhobenen MTF-Daten, um Prädiktoren für den Konsum von substituierten Cathinonen in den 12. Klassen im vergangenen Jahr zu ermitteln (Palamar 2015). 1,1 % der Schüler gaben an, die Stoffe ein- bis zweimal im vergangenen Jahr konsumiert zu haben (33 %). 18 % der im letzten Jahr Konsumierenden gaben an, die Stoffe 40-mal oder häufiger konsumiert zu haben. Signifikante Prädiktoren für den Konsum waren Familienstruktur (Zusammenleben mit einem oder zwei Elternteilen ging mit geringerem Konsum einher als das Leben ohne Eltern), Wochenverdienst ab $51 oder mehr (verglichen mit $10 oder weniger), die Ausgehzeit zwischen 2 und 7 Nächten in der Woche (gegenüber <1) sowie gleichzeitiger Konsum von anderen Drogen. Diese Prädiktoren gelten auch für den Konsum von illegalen Drogen im Allgemeinen, weshalb die Ergebnisse nicht überraschten (Hawkins et al. 1992).

Palamar und Acosta untersuchten ebenfalls die Prädiktoren für die Häufigkeit des Konsums von synthetischen Cannabinoiden in der gleichen Altersgruppe (Palamar und Acosta 2015). Ausgehend von einem multivariaten Regressionsmodell wurde der Konsum in den letzten 12 Monaten durch das Vorliegen männlichen Geschlechts, Ausgehen in 2 bis 7 Nächten in der Woche und den (Lebenszeit)-Konsum von Alkohol, Zigaretten, Cannabis und anderen illegalen Drogen. Ein häufiger Konsum von synthetischen Cannabinoiden (mehr als 6-mal) wurde vorhergesagt durch geringes Bildungsniveau der Eltern, 4 und 7 Ausgehnächten in der Woche, Lebenszeitkonsum von Alkohol, gelegentlichem oder regelmäßigem Rauchen sowie Lebenszeit-Konsum von Cannabis und anderen illegalen Drogen vorhergesagt.

Das USA Youth Risk Behavior Surveillance System (YRBSS) ist eine alle zwei Jahre durchgeführte Studie, deren Ergebnisse zuletzt im Jahr 2013 berichtet wurden (Kann et al. 2014). Der Fragebogen aus dem Jahr 2015 enthielt Fragen zum Lebenszeitkonsum von „synthetischem Marihuana“, die Ergebnisse werden voraussichtlich im Sommer 2016 veröffentlicht werden.

Der Canadian Student Tobacco, Alcohol and Drugs Survey (früher bekannt als Youth Smoking Survey) umfasst Fragen zu „synthetischem Marihuana“, Salvia Divinorum, BZP/TFMPP und „Badesalzen“ (Propel Centre for Population Health 2014). Dies ist eine repräsentative nationale Umfrage bei Schülern der 6.–12. Klassen und wird alle zwei Jahre durchgeführt. Im letzten Berichtszeitraum 2012/13 gaben 1,4 % der Schüler an, „synthetisches Marihuana“ im Vorjahr konsumiert zu haben (das Durchschnittsalter bei Erstkonsum lag bei 13,6 Jahren), 0,6 % „Badesalze“ (Erstkonsum 12,6 Jahre), 2,0 % Salvia (Erstkonsum 14,5 Jahre) und 0,5 % BZP/TFMPP (Erstkonsum 12,6 Jahre). Die Prävalenz war für alle Drogen höher bei Jungen, insbesondere in den 10.–12. Klassen im Vergleich zu den 7.–9. Klassen. In der Umfrage 2010/11 wurde nur Salvia Divinorum erfasst, und die kombinierte Prävalenzschätzung lag bei 3,4 %, das Durchschnittsalter bei Erstkonsum betrug 14,4 Jahre.

Schließlich wird seit 1998 jährlich die Studie Smoking, Drinking and Drug Use among Young People in England durchgeführt (Fuller 2015). Es ist eine Befragung der englischen Schüler der Sekundarstufe aus den 7.–11. Klassen (11 bis 15 Jahre). Im Jahr 2014 umfasste sie 6.173 Schüler an 210 Schulen. NPS wurden erstmals im Jahr 2014 in die Umfrage aufgenommen (die entsprechende Frage bezog sich auf „neue Substanzen, die die gleichen Wirkungen wie Drogen wie Cannabis, Ecstasy oder Kokain haben. Diese werden manchmal auch Legal Highs genannt und sind in verschiedenen Formen anzutreffen, wie z. B. Kräutermischungen, Pulver, Kristalle oder Tabletten“). 51 % der Schüler hatte von dieser Art von Drogen gehört und dies korrelierte mit dem Alter: 21 % der 11-Jährigen berichteten, diese zu kennen, aufsteigend bis zu 74 % bei 15-Jährigen. Im Gegensatz dazu war der Konsum nur gering: 2,5 % berichteten Lebenszeitkonsum, 2,0 % von einem Konsum im Vorjahr und 0,9 % von einem Konsum im letzten Monat. Dies spiegelte sich im Anteil der Schüler wieder, denen schon mal NPS angeboten wurden: 1 % bei 11-Jährigen und 13 % bei 15-Jährigen. Im Vergleich dazu haben 48 % der 15-Jährigen andere Arten von Drogen angeboten bekommen: am häufigsten Cannabis (41 %), gefolgt von Stimulanzien (21 %), Psychedelika (13 %) und Inhalantien (10 %).

2.2 Allgemeine Bevölkerungsumfragen

Vier repräsentative nationale Umfragen in englischer Sprache, nämlich der Crime Survey for England and Wales (CSEW), der Drug Use in Ireland and Northern Ireland Survey, der australische National Drug Strategy Household Survey (NDSHS), der National Survey on Drug Use and Health aus den USA sowie der deutschsprachige Epidemiologische Suchtsurvey (ESA) untersuchen den Gebrauch von NPS bei Erwachsenen.

Die CSEW ist eine allgemeine Haushaltsbefragung von mehr als 25.000 Erwachsenen im Alter von 16–59 Jahren in England und Wales (Lader 2015). Sie findet jährlich statt und ist die größte Umfrage mittels Selbstauskunft über Kriminalität in Großbritannien und enthält einen thematischen Teil, der Drogen gewidmet ist. 2014/15 wurde ein allgemeines Item zu NPS aufgenommen: „Es gibt eine Reihe von Stoffen, die manchmal als „Legal Highs“ bezeichnet werden, die die gleichen Wirkungen wie Drogen wie Cannabis, Ecstasy oder Kokain haben. Dies sind pflanzliche oder synthetische Stoffe, die man einnimmt, um sich zu berauschen, die legal oder illegal erworben werden können. Diese Substanzen können in verschiedenen Formen angetroffen werden: rauchbare Kräutermischungen, Pulver, Kristalle, Tabletten oder Flüssigkeiten.“ Die vorangegangenen Jahre hatten noch individuelle Drogen wie Salvia Divinorum und Lachgas berücksichtigt. Mephedron wurde separat von NPS berichtet.

Ein Lebenszeitkonsum von NPS wurde im Zeitraum 2014/15 von 2,9 % der 16–59-Jährigen angegeben (Männer 3,9 %; Frauen 1,9 %) und von 6,1 % der 16–24-Jährigen (Männer 8,0 %; Frauen 4,2 %). Der Konsum in den letzten 12 Monaten war mit 0,9 % niedriger (Männer 1,3 %; Frauen 0,4 %) bzw. entsprechend 2,8 % (Männer 4,0 %; Frauen 1,5 %). Bei den 16–24-Jährigen, die von NPS-Konsum im Vorjahr berichtet hatten, konsumierten 12,3 % auch eine illegale Droge, und nur 0,6 % keine. „Kräuterrauchmischungen“ waren hierbei die häufigste NPS-Form (64 %), gefolgt von „anderen Stoffen“ (17 %), Pulvern, Kristallen, Tabletten (21 %) und Flüssigkeiten (6 %). Fachgeschäfte waren dabei die Hauptquelle, aus der die NPS zuletzt bezogen wurden (39 %), gefolgt von Freunden, Nachbarn oder Kollegen (37 %) und bekannten Dealern (11 %), während nur 1 % angaben, Drogen im Internet gekauft haben.

Der Lebenszeitkonsum von Mephedron bei 16–59-Jährigen stieg zwischen 2012 und 2015 nicht signifikant an (von 1,9 % im Jahr 2012 auf 2,2 % im Jahr 2013), aber der Vorjahreskonsum ist seit 2010, dem Jahr, in dem es zu einer staatlich kontrollierten Substanz wurde, zurückgegangen (1,3 % in 2010/11; 0,5 % in 2014/15). Dies entspricht rund 730.000 Lebenszeit- und 164.000 Vorjahreskonsumenten. Nur 0,2 % berichteten von einem Konsum im letzten Monat, das sind rund 53.000 Menschen. Bei jüngeren Altersgruppen (16–24 Jahre) ist der Lebenszeitkonsum ebenfalls gestiegen (von 4,5 % in den Jahren 2011/12 auf 5,3 % in den Jahren 2014/15), wobei der Vorjahrskonsum in ähnlicher Weise sank (44,4 % 2010/11; 1,9 % 2014/15). Im Vergleich dazu stieg der Konsum von Ecstasy im vergangenen Monat von 3,3 % auf 5,4 % im gleichen Zeitraum.

Bis 2014/15 (als die Substanz aus der Umfrage entfernt wurde), war Lachgas die populärste NPS in England und Wales und der Konsum nahm zu; 7,6 % der 16–24-Jährigen gaben 2014/15 einen Konsum im Vorjahr an, im Vergleich zu 6,1 % im Zeitraum 2012/13 (Home Office Statistics 2014). Der Konsum der erwachsenen Bevölkerung im Alter von 16 bis 59 Jahren war viel niedriger – 2,0 % im Zeitraum 2013/14 und 2,3 % in den Jahren 2012/13. Im Vergleich dazu war der Vorjahreskonsum von Salvia Divinorum relativ gering, mit 1,8 % bei den 16–24-Jährigen und 0,5 % bei den 16–59-Jährigen. Allerdings gab es einen statistisch signifikanten Anstieg des Konsums bei den 16–59-Jährigen im Vergleich zu 0,3 % im Zeitraum 2013/14.

Drug use in Ireland and Northern Ireland ist eine Haushaltsbefragung mit Erwachsenen im Alter von 15–64 Jahren, und hat eine Stichprobengröße von 7.669 in den zwei Gebieten (National Advisory Committee on Drugs and Public Health Information and Research Branch 2011). Der NPS-Konsum im Vorjahr wurde zum ersten Mal 2010/11 in die Erhebung einbezogen. Jedoch wurden für NPS zwei verschiedene Deskriptoren verwendet, was bedeutet, dass die Daten möglicherweise nicht vergleichbar sind. Darüber hinaus wurde aufgrund des Neue-Psychoaktive-Substanzen-Gesetzes im Jahr 2010 der Verkauf aller psychoaktiven Stoffe in Irland verboten, während in Nordirland ein Kontrollsystem beibehalten wurde, das auf Gesetzen gegen einzelne benannte Drogen oder Gruppen von Inhaltsstoffen basiert. Die Umfrage enthielt eine Mischung von Slang-Bezeichnungen und generischen Namen von NPS (oft wurden mehrere Namen für den gleichen Stoff aufgenommen) und deren Verkaufsformen (wie Kräuter-Räuchermischungen, Partypillen oder herbal highs, Badesalze, Kratom (Krypton), Salvia Magic Mint, Magic Mint oder Sally D – alles umgangssprachliche Begriffe für Salvia Divinorum) sowie von anderen NPS, die von den Befragten genannt wurden. In Nordirland umfasste die Kategorie „Legal Highs“ Partypillen, herbal highs, party powders, Kratom und Salvia Divinorum. Insgesamt haben im Vorjahr am häufigsten junge Menschen NPS-Konsum berichtet (6,7 % der 15–34-Jährigen, gegenüber 1 % der 35–64-Jährigen). In Nordirland lag der Lebenszeitkonsum von Mephedron schätzungsweise bei 2,0 % der 15–64-Jährigen, während dies in England und Wales 1,3 % bei den 16–59-Jährigen waren.

Die NDSHS erhebt Daten über Alkohol- und Tabakkonsum sowie über den Konsum von illegalen Drogen in der Allgemeinbevölkerung Australiens (Australian Institute of Health and Welfare 2014). Die Ergebnisse der Umfrage beziehen sich auf Personen ab einem Alter von 14 Jahren. NPS und synthetische Cannabinoide wurden in die Umfrage zum ersten Mal im Jahr 2013 aufgenommen (letzte verfügbare Daten). 1,2 % der Bevölkerung (rund 230.000 Personen) hatten synthetische Cannabinoide in den letzten 12 Monaten konsumiert, und 0,4 % (ca. 80.000 Personen) hatten andere Arten von NPS (meist Mephedron) konsumiert. Im Gegensatz zu anderen NPS, bei denen Personen im Alter von 20 bis 29 den höchsten Konsum (1,3 %, sowohl im Vorjahr als auch lebenszeitlich) angaben, konsumierten junge Menschen im Alter von 14–19 Jahren eher synthetische Cannabinoide (2,7 % im letzten Jahr im Vergleich zu 2,5 %). Der Großteil der Konsumenten von synthetischen Cannabinoiden berichtete auch den Konsum von klassischen illegalen Drogen, auch wenn ein geringer Anteil (4,5 %) angab, in den letzten 12 Monaten nur synthetische Cannabinoide konsumiert zu haben.

Das National Survey on Drug Use and Health (NSDUH) ist eine repräsentative Haushaltsbefragung in den USA und beinhaltet Daten von rund 70.000 Befragten ab einem Alter von 12 Jahren (Substance Abuse and Mental Health Services Administration 2014a). Obwohl Daten zu einer großen Anzahl von verschiedenen Drogen gesammelt werden, z. B. auch denen, die unter die Kategorie „Sonstige“ fallen (Palamar et al. 2015), wurde nur die primäre Analyse von Salvia Divinorum in den Hauptbericht des NSDUH aufgenommen. Von den Befragten berichteten im Jahr 2013 2,1 % Salvia-Konsum, was einen statistisch signifikanten Anstieg gegenüber dem Jahr der erstmaligen Verzeichnung 2006 darstellt (0,7 %). Allerdings war im Jahr 2013 die Konsumprävalenz im vergangenen Jahr (0,2 %) und im letzten Monat (0,1 %) niedriger als im Jahr 2006. Der höchste Lebenszeitkonsum wurde bei 18–25-Jährigen (7,2 %) im Jahr 2013 festgestellt, was im Vergleich zu 2006 deutlich höher (3,6 %), zu den Jahren davor jedoch deutlich geringer war (z. B. 8,1 % im Jahr 2012; 8,8 % im Jahr 2011).

Palamar et al. haben eine Sekundäranalyse der NSDUH-Daten, aufbauend auf den Angaben über „sonstige Drogen“ in der Umfrage von 12–24-Jährigen, durchgeführt (Palamar et al. 2015). Insgesamt wurden 57 NPS (eingestuft als Phenethylamine, NBOMe Serie, 2-C-Serie, die DOx-Serie, Cathinone, Tryptamine, synthetische Cannabinoid-Rezeptor-Agonisten, Dissoziativa und andere nicht phenethylaminhaltige Psychedelika) im Rahmen einer Querschnittsanalyse von fünf Studienjahren untersucht. 1,2 % der Stichprobe berichteten Lebenszeitkonsum von NPS, wobei die NPS-Klassifizierung dieser Autoren auch Drogen wie Dimethyltryptamin (DMT) einschließt, die von den Vereinten Nationen gelistet werden und daher thematisch nicht in dieses Kapitel gehören. Bezogen auf die Gesamtstichprobe war der NPS-Konsum sehr gering, obwohl sich in den letzten Jahren der Umfrage ein Anstieg verzeichnen lässt. Abgesehen von der Lebenszeitprävalenz von psychedelischen Tryptaminen (1,1 %), lag der Gebrauch von anderen Stoffarten unter 1,0 %. Unter denjenigen 1,2 % der Befragten, die NPS-Konsum angaben, wurden Tryptamine am häufigsten konsumiert (86,1 %), gefolgt von psychedelischen Phenethylaminen (17,5 %), Stoffen der 2-C-Serie (15,8 %) und Cathinonen (3,9 %). Die festgestellten demografischen Prädiktoren für den Konsum waren wenig überraschend. Junge Männer im Alter von 18–25 Jahren, die in Großstädten lebten und erwerbstätig waren und ein gewisses Maß an Universitätsbildung hatten, gaben den Konsum am häufigsten an. Fast alle (95 %) hatten auch den Konsum einer anderen illegalen Droge bzw. den von Alkohol oder Zigaretten berichtet. Im Hinblick auf synthetische Cannabinoide war der Konsum relativ hoch bei 12–17-Jährigen (26,8 % jener Befragten, die NPS-Konsum angaben) Frauen, Hispanoamerikanern und Menschen, die in kleineren Ballungsräumen wohnten. Interessanterweise stellten die Autoren beim Vergleich mit der Prävalenz in den entsprechenden Altersgruppen in der MTF-Umfrage eine systematische Untererfassung des Drogenkonsums im NSDUH fest, was darauf hindeutet, dass die Genauigkeit der Prävalenzschätzungen in der Gesamtbevölkerung verbessert werden kann, wenn explizit nach einzelnen Stoffen gefragt wird, anstatt sich auf Selbstauskünfte und Freitext zu verlassen.

Die jüngste allgemeine Bevölkerungsumfrage in Deutschland, der Epidemiologische Suchtsurvey (ESA), wurde im Jahr 2012 durchgeführt (Kraus et al. 2014). 9.084 Menschen im Alter von 18–64 Jahren beantworteten die Fragebögen per Post, Telefon oder Internet. Die Prävalenz des Konsums von illegalen Substanzen im Vorjahr wurde auf 4,9 % im Jahr 2012 geschätzt und ungefähr 0,6 % aller Befragten gaben an, schon einmal NPS (definiert als Spice, Smoke, Space, Badesalze, Cathinone und ähnliche Stoffe) konsumiert zu haben, während die Prävalenz des NPS-Konsums im Vorjahr 0,2 % betrug und die Prävalenz im letzten Monat bei 0,1 % lag; diese Kennzahlen sind mit denen für Heroin vergleichbar. Der größte Lebenszeitkonsum von NPS fand sich mit 2,5 % bei 25–29-Jährigen (Gebrauch in den letzten 12 Monaten: 0,7 %; Gebrauch in den letzten 30 Tagen: 0,3 %), gefolgt von 21–24-Jährigen (1,4 %; Gebrauch in den letzten 12 Monaten: 0,1 %; Gebrauch in den letzten 30 Tagen: 0,0 %) und 18–20-Jährigen (1,3 %; Gebrauch in den letzten 12 Monaten: 0,7 %; Gebrauch in den letzten 30 Tagen: 0,3 %).

3 Erhebungen auf der Grundlage von Ermessensstichproben

Bei Erhebungen mittels sogenannter Ermessensstichproben (auch „willkürliche Stichproben“ genannt) werden typischerweise Stichproben genutzt, die leicht zugänglich sind und die ein starkes Interesse an dem Forschungsthema haben. Die bei dieser Art von Erhebung gewonnenen Daten können nicht generalisierend auf die breite Bevölkerung übertragen werden (d. h. die externe Validität ist reduziert), auch wenn sie anhand einer großen Stichprobe generiert wurden. Daher tragen die Ergebnisse nur dazu bei, die untersuchte Gruppe besser zu verstehen (Johnson 2014). Diese Art der Stichprobe wird am häufigsten für NPS-Prävalenzstudien verwendet, da sie eine relativ einfache Möglichkeit bietet, schnell Daten zu sammeln. Die Erhebungen finden oft online statt, um die Rekrutierungs- und andere Verwaltungskosten zu senken. Das Bias durch Selbstselektion ist ein besonderes Problem, da sich Menschen mit einem größeren Interesse am Thema viel eher für die Teilnahme an der Umfrage bereit erklären. Das Verhalten dieser Art von Teilnehmern kann daher überrepräsentiert sein, und bei einem kontroversen Thema wie Drogenkonsum könnten sie eine gesteigerte Motivation haben, Verhalten anzugeben, das eine bestimmt Meinung oder Ansicht unterstützt. Obwohl einige der Studien, die unten aufgeführt werden, über mehrere Jahre wiederholt wurden, können sie nicht verwendet werden, um Trenddaten über einen bestimmten Zeitraum zu generieren, weil bei jeder Datensammlung unterschiedliche Stichprobenverfahren mit unabhängigen Gruppen angewendet wurden. Sie sollten daher als thematisch miteinander verbundene Reihe von Querschnittsstudien betrachtet werden. Daher werden hier nur die jüngsten Daten präsentiert.

Unter Berücksichtigung dieser Schwächen können diese Studien trotzdem nützliche Daten liefern; beispielsweise bei der Ermittlung der Entstehung neuer lokaler Drogentrends in bestimmten Subgruppen (z. B. Nutzer von Nadel- und Spritzentauschprogrammen, Teilnehmer von Musikfestivals). Allerdings können die Ergebnisse dieser Studien nicht als repräsentativ angesehen werden, unterliegen vielen systematischen Fehlern (bias), und sind daher mit Vorsicht zu interpretieren.

Eine der bekanntesten internationalen Umfragen zu Suchtstoffen ist die Global Drug Survey (GDS). Die Umfrage aus dem Jahr 2015 (die Daten wurden 2014 erhoben) hatte eine Stichprobengröße von rund 102.000 Teilnehmern aus über 50 Ländern. Eine kurze Zusammenfassung von Daten ist der Website des Projekts zu entnehmen und detailliertere Analysen sind in wissenschaftlichen Artikeln erschienen, aber bisher wurde für 2015 kein Sammelbericht veröffentlicht. Die Umfrage verläuft online und bedient sich einer Stichprobe, bei der Probanden durch Medienartikel, Social Media, wissenschaftliche Netzwerke und Online-Schneeballverfahren rekrutiert werden (convenience sample). Es ist nicht bekannt, ob die von den Forschern entwickelten Fragen und Skalen vor der Verwendung validiert wurden. Es ist auch nicht bekannt, wie repräsentativ die Stichprobe war, da keine Gewichtung angewendet wurde. Dennoch vermittelt die Studie einen nützlichen Einblick in aktuelle und aufkommende Trends des NPS-Konsums bei einigen Drogenkonsumenten, die bei der Entwicklung von Strategien in Politik und Gesundheitswesen von Nutzen sein können.

In der Umfrage aus dem Jahr 2015 gaben 8,6 % der Befragten an, im Vorjahr NPS konsumiert zu haben, dieser Wert war am höchsten bei den Befragten aus Polen (31 %) (Winstock 2015). Die Vorjahresprävalenz betrug 20 % für 2012, 12 % für 2013 und 10,6 % für 2014. Dies waren jedoch unabhängige Stichproben, die mithilfe verschiedener Methoden rekrutiert wurden und nicht als Trend betrachtet werden sollten. Die Umfrage enthielt zudem Fragen danach, welche psychoaktiven Substanzen über das Darknet gekauft wurden: 7,1 % der Befragten gaben den Kauf von 25I-NBOMe, 4,5 % von 25C-NBOMe, 4,0 % von Mephedron, 3,9 % von Methoxetamin und 3,4 % von 2C-E an.

Lawn et al. unternahmen eine detaillierte Analyse des NBOMe-Konsums bei 22.289 GDS-2013-Teilnehmern (Datenerhebung aus dem Jahr 2012) (Lawn et al. 2014). Die Lebenszeitprävalenz von NBOMe-Stoffen betrug 2,6 % in der Gesamtstichprobe und im letzten Monat hatten 0,8 % konsumiert, wobei 25I-NBOMe am beliebtesten war (2,0 %). Im Vergleich dazu ergab eine Befragung von Besuchern von Gay-Clubs in London (89 % männlich), die im selben Jahr durchgeführt wurde, eine Lebenszeitprävalenz von 4,8 % (Lovett et al. 2014). Insgesamt waren synthetische Cannabinoide die am häufigsten angegebenen NPS in der GDS-Analyse (4,5 % im Vorjahr), gefolgt von Mephedron (3,9 %), Methoxetamin (2,4 %), und 5/6-APB (1,4 %). Männer konsumierten eher NBOMe als Frauen, das Durchschnittsalter lag dabei bei 21,5 Jahren (SD ± 5,3). Dies war jünger als das Durchschnittsalter von Konsumenten klassischer Halluzinogene (LSD, psilocybinhaltige Pilze: 26,2 %). Die Mehrheit der Vorjahreskonsumenten stammte aus den USA (21,3 %) und dem Vereinigten Königreich (10,2 %). Die meisten Befragten, die angaben, NBOMe innerhalb des letzten Jahres konsumierten zu haben, hatten auch ein klassisches Halluzinogen im selben Jahr konsumiert (86 %).

Das Australian Ecstasy and Related Drugs Reporting System (EDRS) ist ein Sentinel-Surveillance-System für den Ecstasy-Markt und zielt darauf ab, neue Trends in der Epidemiologie des Drogenkonsums sowie verwandte Themen in den Hauptstädten der einzelnen australischen Bundesstaaten und Territorien zu überwachen (Sindicich und Burns 2015). Die Teilnehmer werden durch eine Vielzahl von Techniken rekrutiert. In der Studie des Jahres 2014 (2015 veröffentlicht) wurden Medienanzeigen, Plakate, Schlüsselinformanten und ein Schneeballsystem eingesetzt. Die Teilnahme an der Studie war für jeden ab 16 Jahren offen, der mindestens sechsmal in den letzten sechs Monaten Drogen (einschließlich NPS) genommen hatte und Bewohner der Hauptstadt eines Bundesstaates war. Insgesamt lag das Durchschnittsalter der Befragten bei 23 Jahren. 67 % waren männlich, und 88 % identifizierten sich als heterosexuell. Zehn Prozent der Teilnehmer hatten zuvor schon am EDRS teilgenommen.

Im Jahr 2014 berichteten 36 % der Teilnehmer von NPS-Konsum in den letzten sechs Monaten, einschließlich 7 %, die den Konsum von synthetischem Cannabis angaben, sowie 5 % den Konsum von Mephedron. Obwohl es wegen der Verwendung von unabhängigen Proben nicht möglich ist, die Ergebnisse der vorherigen Umfrage direkt zu vergleichen, merkten die Forscher der Studie an, dass der berichtete Konsum von synthetischen Cannabinoiden gegenüber 16 % im Jahr 2013 signifikant gesunken war. Die durchschnittliche Anzahl von Tagen, an denen die beiden Drogen in den letzten 6 Monate genommen wurden, war gering (2,5 Tage, Spannweite 1–50 für synthetische Cannabinoide; 2 Tage, Spannweite 1–60 für Mephedron) im Vergleich zum Ecstasy-Konsum (13 Tage, Spannweite 1–180).

Die Umfrage berichtet außerdem den Konsum der Phenethylamine 2C-I (6 %), 2C-B (12 %) und 2C-E (1 %) in den letzten 6 Monaten, die, obwohl sie seit den 1990er-Jahren populär sind, als NPS gelten, weil sie in den UN-Konventionen nicht erwähnt sind. In jüngster Zeit wurde Besorgnis über den Konsum von „NBOMe“ zum Ausdruck gebracht (die N-Benzyl-Oxy-Methyl-Derivate 25I-NBOMe (25I), 25C-NBOMe (25C) und 25B-NBOMe (25B)), da sie mit einer Reihe von Todesfällen assoziiert sind und wegen Fehlbeschriftung/Fehlidentifizierung mit LSD verwechselt wurden (Rose et al. 2012; Hill et al. 2013). Die Lebenszeitprävalenz für NBOMe-Konsum betrug in dieser Stichprobe 13 %, und in den letzten sechs Monaten 9 %.

Der Lebenszeitkonsum von anderen psychoaktiven Substanzen, die von der Studie erfasst wurden, beträgt: 6-APB (1 %), 5-IAI (<1 %), DOI (2 %), bk-MDMA (9 %), MDPV (3 %), MDAI (2 %), DMT (27 %), MXE (3 %), 5-MeO-DMT (2 %), Salvia (11 %) und PMA (2 %).

In dem Young Adult Drug and Alcohol Survey (YADAS) in Westaustralien wurden 472 Studenten (das Durchschnittsalter lag bei 24,1 Jahren im Altersraster zwischen 18–35 Jahren; 75 % weiblich) durch eine Kombination von gezielter Auswahl und Schneeball-Methoden rekrutiert (Goggin et al. 2015). Diese Online-Umfrage enthielt Fragen zu einer Vielzahl von Stoffen, einschließlich NPS. 17,6 % der Teilnehmer berichteten von Lebenszeitkonsum von NPS (23,5 % männlich und 15,6 % weiblich), während 6,6 % den Konsum im Vorjahr (9,2 % männlich; 5,7 % weiblich) angaben. Fast zwei Drittel (62,2 %) der NPS-Lebenszeitkonsumenten hatten noch eine andere NPS konsumiert, und fast alle (98,9 %) hatten in ihrem Leben eine illegale Droge wie Cannabis, Ecstasy oder Amphetamine konsumiert. Die Autoren berichteten, dass es keine signifikanten demografischen Unterschiede zwischen NPS-Lebenszeitkonsumenten und denen, die solche Substanzen nie konsumiert hatten, gab. Der Großteil der namentlich erwähnten NPS wurden von weniger als 1 % der Befragten erwähnt. Am häufigsten wurden synthetische Cannabinoide (12,1 % Lebenszeitkonsum; 3 % im letzten Jahr), Salvia Divinorum (2,1 % Lebenszeitkonsum; 0,2 % im letzten Jahr), und Mephedron (1,7 % Lebenszeitkonsum; 0,2 % im letzten Jahr) genannt. Geschlechtsunterschiede wurden für den Lebenszeitkonsum von Drogen einschließlich Salvia Divinorum, DMT, Methylon und NBOMe berichtet sowie für den Konsum von Methylon und NBOMe im letzten Jahr.

Barratt et al. unternahmen eine Online-Befragung mit selektiver Auswahl von Konsumenten synthetischer Cannabinoide in Australien (Barratt et al. 2013). Es wurden 316 Teilnehmer rekrutiert, die Mehrheit war männlich (77 %, das Medianalter lag bei 27 Jahren, Interquartilbereich (IQB) 23–34). Zu beachten ist, dass ein Viertel der Befragten älter als 35 Jahre war. Die durchschnittliche Konsumdauer betrug sechs Monate (IQB 2–10), 35 % gaben wöchentlichen oder häufigeren Gebrauch an, und 7 % berichteten täglichen Gebrauch. Hinsichtlich eines wöchentlichen oder noch häufiger stattfindenden Konsums gab es keine Geschlechtsunterschiede, Befragte mit häufigerem Konsum waren jedoch tendenziell älter. Die Mehrheit (70 %) gab an, synthetische Cannabinoide mehr als 10-mal konsumiert zu haben, 32 % hatten sie mehr als 100-mal in ihrem Leben konsumiert. 64 % der Befragten berichteten vom gleichzeitigen Konsum anderer psychoaktiver Substanzen, überwiegend Tabak (40 %), Alkohol (33 %) und Cannabis (13 %). Die häufigste Bezugsquelle der Substanzen waren Fachgeschäfte (nicht-online) (31 %), Internet (22 %), Freunde (19 %), „adult shops“ (14 %), Tabakläden (9 %), Familienmitglieder (2 %), Drogenhändler (1 %), und „andere“ (1 %).

Champion et al. sammelten Daten zu NPS als Teil einer RCT-Studie über das schulische Suchtpräventionscurriculum Climate Schools: Ecstasy and Emerging Drugs (Champion et al. 2015). Dies ist eine fortlaufende Cluster-randomisierte Studie in Australien mit 11 Schulen, wobei als Baseline 1.126 Schüler (Durchschnittsalter 14,9 Jahre) befragt wurden. Drei Prozent der Schüler berichteten, schon einmal eine NPS (einschließlich „synthetischer Cannabinoide“ und Stimulanzien) konsumiert zu haben, wovon 2,4 % auf synthetische Cannabinoide und 0,4 % auf synthetische Stimulanzien entfallen. Von denen, die synthetische Cannabinoide konsumiert hatten, hatten 63 % diese in den letzten 6 Monaten und 30 % in den letzten 3 Monaten konsumiert. 49 % der Befragten hatten schon einmal von NPS gehört, und 12 % berichteten, dass ihnen NPS angeboten wurden. Die weitere Analyse ergab, dass die NPS-Lebenszeitkonsumenten im Gegensatz zu Nicht-NPS-Konsumenten wesentlich häufiger von einem erhöhten Alkoholkonsum („binge-drinking“ definiert als fünf oder mehr alkoholische Getränke in Folge) in den letzten sechs Monaten, sowie von Tabakkonsum, höherer psychischer Belastung und geringerer wahrgenommener Selbstwirksamkeit beim Widerstehen gegenüber Gruppendruck berichteten. Allerdings unterschieden sich NPS-Lebenszeitkonsumenten nicht signifikant von den Konsumenten anderer illegaler Drogen in allen untersuchten Kategorien.

In einer Umfrage mit 3.011 italienischen Teilnehmern im Alter zwischen 16 und 24 Jahren (44,7 % männlich), die durch ein Schneeballverfahren rekrutiert wurden, berichteten 53,3 %, von NPS zu wissen, obwohl nur 4,7 % Lebenszeitkonsum berichteten (Martinotti et al. 2015). Mephedron (3,3 %) war die am häufigsten genannte NPS, gefolgt von synthetischen Cannabinoiden (1,2 %) und Salvia (0,3 %). Die Autoren analysierten Konsummuster auf der Basis der Urbanität des Wohnsitzes, stellten aber keine Unterschiede im NPS-Konsum zwischen den Einwohnern städtischer und ländlicher Gebiete fest.

Miller und Stogner führten eine randomisierte klassenbasierte Umfrage zu „Badesalz“-Konsum (d. h. substituierte Cathinone) mit 2.349 Studenten der Universität Georgia, USA, durch (Miller und Stogner 2014). Die befragte Gruppe war zu 48,4 % männlich, 68,9 % weiß und hatte ein Durchschnittsalter von 20,1 Jahren. Der Lebenszeitkonsum war gering (1,1 %) und von diesen gaben 52 % an, im Vorjahr konsumiert zu haben, wobei 75 % im letzten Monat nicht konsumiert hatten. Das Durchschnittsalter beim Erstkonsum betrug 17,3 Jahre, der Lebenszeitkonsum war bei Männern dreimal so hoch (1,7 %) wie bei Frauen (0,5 %). In der Regressionsanalyse wurde der Lebenszeitkonsum nur durch Universitätssport, Vollzeitbeschäftigung und Selbstidentifikation als LGBT vorhergesagt. Passend zu den Ergebnissen anderer hier vorgestellter Untersuchungen, gaben Badesalz-Konsumenten viel eher den darüber hinausgehenden Konsum psychoaktiver Substanzen an, als Nichtkonsumenten.

4 Weitere Methoden und nationale Monitoring-Systeme

Das Drug Abuse Warning Network (DAWN) ist ein repräsentatives nationales Gesundheitsüberwachungssystem in den USA, das drogenbedingte Vorstellungen in der Notaufnahme von Krankenhäusern überwacht (Substance Abuse and Mental Health Services Administration 2013). Das System erfasst Notaufnahme-Konsultationen, bei denen angenommen wird, dass Drogen eine direkte Ursache des Besuchs oder ein dazu beitragender Faktor sind. Ausgehend von den DAWN-Daten werden thematische Briefings veröffentlicht. Während diese nicht unbedingt eine Abschätzung des Konsums in der allgemeinen Bevölkerung zulassen, können Trends in den Notaufnahme-Vorstellungen zusammen mit anderen Quellen – wie Gift-Informationssystemen – nützliche epidemiologische Zusatzindikatoren für die Daten-Triangulation aufzeigen (Wood et al. 2014).

Trotz nationaler Illegalisierung durch Aufnahme in die Betäubungsmittelliste der USA stieg die Anzahl der Notaufnahme-Vorstellungen, bei denen synthetische Cannabinoide gemeldet wurden, deutlich von 11.406 im Jahr 2010 auf 28.531 im Jahr 2011 (dem Jahr, von dem die aktuellsten Daten vorliegen), was auch einen Anstieg in der forensischen Erkennung dieser Substanzen widerspiegelt (US Department of Justice et al. 2014; Substance Abuse and Mental Health Services Administration 2014c). Hierbei lag die Gesamtzahl der DAWN-Patientenvorstellungen in der Notaufnahme bei 2.460.000 im Jahr 2011. Die meisten Patienten waren junge Männer (79 %), obwohl die Anzahl von sowohl männlichen, als auch weiblichen Patienten anstieg. Bei Männern im Alter von 18–20 Jahren wurden die höchsten Vorstellungsraten verzeichnet (Rate: 60 pro 100.000 Einwohner im Jahr 2011, was einem Anstieg von 13,8 pro 100.000 Einwohner im Jahr 2010 entspricht). Bei 65 % der Notaufnahme-Vorstellungen von Patienten im Alter von 12–20 Jahren, bei denen synthetische Cannabinoide gemeldet wurden, waren ausschließlich synthetische Cannabinoide involviert; in der Altersgruppe ab 21 Jahre waren bei 47 % der Konsultationen aufgrund synthetischer Cannabinoide ausschließlich diese konsumiert worden.

Das DAWN-System verzeichnete auch einen Anstieg von substituierten Cathinonen (in den USA als „Badesalze“ (bath salts) bekannt) (Substance Abuse and Mental Health Services Administration 2014b). 22.904 Notaufnahmen aufgrund dieser Substanzen wurden im Jahr 2011 (frühere Daten nicht verfügbar) verzeichnet. In einem Drittel (33 %) der Fälle wurden nur substituierte Cathinone konsumiert, in 15 % außerdem Cannabis oder synthetische Cannabinoide und in 52 % andere Drogen.

Die American Association of Poison Control Centers (AAPCC) veröffentlicht Jahresberichte auf der Grundlage eines schnellen Monitoring-Systems und enthält Falldaten aus den Giftnotrufzentralen der USA, die in das National Poison Data System (NPDS) eingetragen werden (Mowry et al. 2014). Obwohl die untersuchten Fälle nicht meldepflichtig sind und das System sowohl Expositionen als auch ärztliche Befunde erfasst (Expositionen werden verzeichnet, wenn jemand mit einer Substanz in irgendeiner Weise Kontakt hatte, beispielsweise durch Einnehmen, Einatmen, Absorption über die Haut oder die Augen usw.), tragen Giftnotrufzentralen zur besseren Überwachung von Veränderungen im NPS-Konsum und von Entwicklungen neuer Zusammensetzungen bei (Young et al. 2015). Zwischen Januar und Juli 2015 wurden 5.053 Kontakte mit synthetischen Cannabinoiden durch die AAPCC gemeldet (American Association of Poison Control Centers 2015). Im Jahr 2011 waren es 6.969 Fälle, 5.230 im Jahr 2012, 2.668 in 2013 und 3.682 in 2014 (Centers for Disease Control 2015). In den ersten vier Monaten des Jahres 2015 gab es einen Anstieg der aufgezeichneten Fälle um 330 %, von 349 im Januar auf 1.501 im April, diese gingen jedoch im Juni 2015 auf 649 zurück.

Das National Poisons Information System (NPIS) in Großbritannien steht Patienten, die eine Vergiftung hatten, bei Diagnose, Behandlung und Versorgung beratend zur Seite. Die aufgenommenen Daten beziehen sich auf Service-Anfragen und dienen medizinischem Personal bei der Vorbereitung auf künftige Vergiftungsvorfälle. Die Daten können daher die Interessen von Medizinern und der breiten Öffentlichkeit bei der Behandlung von potenziellen Vergiftungen durch Drogen widerspiegeln. Zwischen 2012/13 und 2013/14 gab es einen Anstieg von 1.330,8 % (n = 131 in den Jahren 2013/14) in der Anzahl der telefonischen Anfragen und ein Anstieg von 252,8 % (n = 2.367 in den Jahren 2013/14) in der Anzahl der Online-Datenbankabfragen in Bezug auf synthetische Cannabinoide (National Poisons Information Service 2014). Im selben Zeitraum gab es einen Rückgang der Zahl von Mephedron-Anfragen (−14,5 %, n = 57; −16,3 %, n = 7.061 entsprechend). Anfragen zu „Legal Highs“ im Allgemeinen (umgangssprachlicher Begriff für NPS in Großbritannien) stiegen um 63,1 % und 65,9 %.

Die Methode der Abwasseranalyse, die im letzten Jahrzehnt weiterentwickelt wurde, erlaubt die Identifizierung und Quantifizierung von psychoaktiven Substanzen und deren Metaboliten in Abwasserprobenahmen am Kläranlagenzulauf. Kürzlich wurden Fortschritte im Hinblick auf die Verbesserung der Genauigkeit der Schätzungen des Konsums von Cannabis, Kokain und MDMA gemacht, aber die Methoden zur Bewertung von NPS sind derzeit begrenzt (EMCDDA 2015). Während diese Methode andere Techniken ergänzt, kann sie nicht angewendet werden, um die Prävalenz und die Häufigkeit des Konsums zu beurteilen bzw. herauszufinden, welche Bevölkerungsgruppen konsumieren und über welche Verabreichungswege. Unsicherheiten rund um die Reinheit der Substanzen, die Stabilität von Drogen und Metaboliten im Abwasser, Inkonsistenzen in der Methodik zwischen Labors und Unstimmigkeiten mit den Ergebnissen der Erhebungen mittels Selbstauskunft bedeuten, dass eine Verfeinerung der Technik erforderlich ist. Aufgrund der Dynamik des NPS-Markts – wo Produkte schnell entstehen und verschwinden können – und der relativ geringen Anzahl von Konsumenten müssen Kriterien entwickelt werden, um zu priorisieren, auf welche Stoffe man sich konzentrieren sollte. Neuere Forschungserkenntnisse aus Europa legen jedoch nahe, dass solche Techniken versprechen, nützliche Erhebungsinstrumente für die Erkennung von neuen Verbindungen auf geografisch begrenzten Drogenmärkten zu werden (z. B. Städte, Einrichtungen und Veranstaltungsorte). Sie können zudem frühe Indikatoren für Drogen sein, die in anderen Datenerhebungsinstrumenten wie Umfragen dann namentlich genannt werden können (Reid et al. 2014; Kinyua et al. 2015).

Eine Alternative zur Abwasseranalyse im großen Stil ist die Analyse von gepoolten Urinproben kleiner Standorte. Beispielsweise sammelten Archer et al. Bioproben in öffentlichen Pissoirs (nur Männer), die in einer Nacht im April 2014 in neun Städten in ganz Großbritannien aufgestellt waren (Archer et al. 2015). Diese Autoren argumentieren, dass, obwohl es immer noch Unsicherheiten rund um NPS-Stabilität und Stoffwechsel gab, diese Methode Vorteile gegenüber der großen Abwasseranalytik hatte, weil die Proben direkt von Konsumenten stammten und so die Auswirkungen von Einflussfaktoren wie Drogenstabilität, Verdünnung und Stoffwechsel, reduziert (allerdings nicht ganz aufgehoben) wurden. Neben Techniken wie forensischen Analysen von polizeilichen Sicherstellungen und „amnesty bins“ in Nachtklubs, dient diese Methode als Ergänzung zu Erhebungen mittels Selbstauskunft. Die gesammelten Proben wurden auf das Vorhandensein von Drogen, einschließlich NPS analysiert. Neun verschiedene NPS wurden festgestellt: Mephedron, Methiopropamin, Methylhexanamin, Methoxetamin, TFMPP, BZP, Pentedron, Methylon und Glaucin. Jedoch gab es Unterschiede in der Erkennung, und die Anzahl der NPS, die pro Stadt nachgewiesen wurde, reichte von 0 bis 5. Insgesamt wurde Mephedron am häufigsten nachgewiesen (fünf Städte), gefolgt von Methiopropamin (drei Städte). Frühere Arbeiten dieser Forschungsgruppe, die über einen Zeitraum von sechs Monaten in London (UK) (Juli bis Dezember 2012) durchgeführt wurden, identifizierten in jedem Monat konsistent Mephedron und Methylhexanamin. Andere häufig nachgewiesene NPS waren Methiopropamin (5 Monate), Pipradrol (4 Monate), Cathinon (4 Monate), 5-(2-Aminopropyl)benzofuran (3 Monate) und 4-Methylmethcathinon (3 Monate). Jedoch wurden Methoxetamin und synthetische Cannabinoid-Rezeptor-Agonisten in keiner Probe nachgewiesen, obwohl sie zu der Zeit beliebte NPS in Großbritannien waren. Einige NPS wurden nur während einer kurzen Zeitdauer erkannt; 1,4-Methoxyphenylpiperazin (MeOPP) und 4-Fluoroephedrin wurden in nur einer Probe aus einem Monat identifiziert.

5 Zusammenfassung und Schlussfolgerungen

Dieses Kapitel hat einen kurzen Überblick über die jüngsten Erhebungen, die die Prävalenz des NPS-Konsums bei Jugendlichen und Erwachsenen behandeln, gegeben, welche die Prävalenz trotz der öffentlichen und politischen Aufmerksamkeit sind die Prävalenzraten im Vergleich zum Konsum von anderen illegalen Drogen niedrig. Es hat sich keine abgrenzbare Bevölkerungsgruppe herausgebildet, die ausschließlich von NPS-Konsum berichtet hätte. Die Analyse von Profilen der NPS-Konsumenten deutet darauf hin, dass sie sich von jenen der Konsumenten anderer Drogen nicht unterscheiden, obwohl einige Haushaltsbefragungen in den USA ergaben, dass NPS-Konsumenten eher über eine Arbeitsbeschäftigung sowie ein höheres höheres Bildungsniveau verfügen. Dies kann an der mangelnden Verbreitung von NPS auf Mainstream-Drogenmärkten und der Bedeutung des Internets als wichtige Bezugsquelle liegen. Weitere methodologische Arbeit zur Verbesserung von Stichprobenverfahren durch gezielte Erhebungen in Hochrisikogruppen ist notwendig, um eine höhere Repräsentativität und Verallgemeinerbarkeit der Prävalenzschätzungen erreichen zu können. Angesichts der geringen Prävalenz des NPS-Konsums in der Allgemeinbevölkerung ist es wahrscheinlich, dass sich Politik und Interventionen gezielt auf Hochrisikogruppen fokussieren werden. Dies erfordert jedoch bessere Schätzungen des Konsums sowie ein besseres Verständnis der Verhaltensweisen, die mit dem Konsum von NPS assoziiert sind.

Obwohl es im Hinblick auf Erhebungsmethodik und Verwendung von standardisierten Fragen einige Entwicklungen gab (z. B. die Modell-Frage der ESPAD/EMCDDA), tritt in nationalen Erhebungen ein Underreporting (Mindermeldungen) von NPS-Konsum auf. Die Genauigkeit der Daten kann erhöht werden, indem man namentlich genannte NPS in Umfragen einbezieht, statt sich auf offene Antworten zu verlassen. Aber in Anbetracht der potenziell großen Zahl von psychoaktiven Substanzen, die verfügbar sind, der chaotischen Natur des Marktes sowie der Schwierigkeiten für die Konsumenten, eingenommene Substanzen zu identifizieren, ist es ist für Entwickler von Umfragen schwierig, alle relevanten Substanzen zu spezifizieren. Die Verwendung von komplementären forensischen Techniken, wie beispielsweise der Abwasseranalyse, kann die Triangulation von NPS-Prävalenzschätzungen unterstützen. Diese Methoden bedürfen jedoch weiterer Entwicklung, ehe sie zu nützlichen Erhebungsinstrumenten werden.

Literatur

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  2. Archer, J. R., Hudson, S., Jackson, O., Yamamoto, T., Lovett, C., Lee, H. M., et al. (2015). Analysis of anonymized pooled urine in nine UK cities: Variation in classical recreational drug, novel psychoactive substance and anabolic steroid use. QJM, 108(12), 929–933.Google Scholar
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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016

Authors and Affiliations

  1. 1.Centre for Public HealthLiverpool John Moores UniversityLiverpoolUK

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