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Psychodynamik des Rauschs und der Sucht

  • Peter SubkowskiEmail author
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Part of the Springer Reference Psychologie book series (SRP)

Zusammenfassung

Nach einer Definition des Begriffs Abhängigkeit bzw. Sucht wird auf die Ätiopathogenese einer Suchtentwicklung mit ihrer Wechselbeziehung zwischen Droge, Individuum und Gesellschaft und mögliche Persönlichkeitsstrukturelemente eingegangen. Danach erfolgt eine Auseinandersetzung mit dem Verhältnis zwischen Sucht, Rausch und Kreativität. Es werden dann aus triebtheoretischer, narzissmustheoretischer, Ich-psychologischer und objektbeziehungstheoretischer Sucht verschiedene psychoanalytische Modelle der Suchtdynamik und die unbewussten Abwehr- bzw. Bewältigungsmechanismen der Sucht eingehend beschrieben.

Schlüsselwörter

Rausch Kreativität Abwehrmechanismus Psychoanalyse Pharmakogene Regression 

1 Einleitung und Begriffsbestimmung

Nach der WHO stellt Abhängigkeit (hier synonym gebraucht mit Sucht) einen Zustand periodischer oder chronischer Intoxikation dar, der durch wiederholten Gebrauch einer Droge hervorgerufen wird und der für das Individuum und die Gesellschaft schädlich ist. Dabei wird die psychische Abhängigkeit mit dem überwältigenden Verlangen nach dem Suchtstoff, dem sogenannten Craving, von der physischen Abhängigkeit mit Toleranz- und Dosissteigerung sowie Entzugssymptomen unterschieden.

Nach Feuerlein (1995) kann das Suchtgeschehen als Dreieck aus sich wechselweise bedingender und beeinflussender Primärpersönlichkeit, Droge und Umwelt verstanden werden. So können z. B. die körperlichen Folgeschäden einer Abhängigkeit auch die psychodynamischen Prozesse stark beeinflussen und umgekehrt. Für die Alkoholabhängigkeit ist inzwischen auch eine genetische Prädisposition von ca. 50 bis 60 % nachgewiesen worden (Mann und Heinz 2001). Eine für alle Süchtigen einheitliche, sogenannte „Suchtpersönlichkeit“ bzw. „Suchtstruktur“ konnte dagegen nicht gefunden werden (Wanke 1987; Ellgring und Vollmer 1991), da sich eine Abhängigkeit auf unterschiedlichen Ich-Strukturniveaus entwickeln bzw. als unbewusste Abwehr bei verschiedensten neurotischen Konflikten eingesetzt werden kann. Dem wird in den heutigen psychodynamischen Suchtmodellen Rechnung getragen.

Schon 1945 formulierte Fenichel (1945): „Ursprung und Wesen der Sucht werden also nicht durch die chemische Wirkung der Rauschmittel bestimmt, sondern durch die seelische Struktur eines Patienten. Die prämorbide Persönlichkeit entscheidet …“. Dabei stellten Heigl-Evers und Standke (1989) in einer persönlichkeitstestpsychologischen Untersuchung fest, dass alkoholabhängige Patienten im Vergleich zu anderen Patienten mit psychosomatischen Erkrankungen und zu Patienten mit Psychoneurosen ein insgesamt relativ niedriges Selbst-Strukturniveau besitzen, d. h. ihre Impulskontrolle, ihre Affektregulierung und Realitätswahrnehmung sind im Mittel gleichermaßen schlecht ausgeprägt. Selbststruktur, ein Begriff, der auf den Psychoanalytiker Kohut (1973) zurückgeht, kann nach der aktuellen Operationalisierten Psychodynamischen Diagnostik (OPD II) auf vier Dimensionen in Bezug zum Selbst und im Bezug zu den Objekten (‚anderen Menschen‘) beschrieben werden. Der Bezug zum Selbst umfasst dabei Selbstwahrnehmung, Selbstregulierung, Kommunikation nach innen und Bindung an innere Objekte, der Bezug zu den Objekten der Außenwelt Objektwahrnehmung, Regulierung des Objektbezugs, Kommunikation nach außen und Bindung an äußere Objekte. Das Strukturniveau definiert dabei jeweils die unterschiedliche Integration und den Reifegrad der psychischen Funktionen und der Persönlichkeitsstruktur eines Menschen und erfasst damit eine zusätzliche Ebene neben dem klassischen psychoanalytischen Umgang mit unbewussten Konflikten (Konfliktpathologie). Als strukturelle Störungen auf niedrigem, mittlerem bzw. hohem Strukturniveau werden psychische Störungen bezeichnet, in denen die Verfügbarkeit über psychische Funktionen mehr oder weniger eingeschränkt ist.

Es besteht heute allgemein der Konsens, dass die Ätiopathogenese einer stofflichen Suchterkrankung von einem multifaktoriellen Ursachenbündel bestimmt wird, die in dem Biopsychosozialen Modell (Uexküll 1986) beschrieben werden kann. Hierbei verflechten und beeinflussen sich genetische und konstitutionelle Faktoren, frühe internalisierte Beziehungserfahrungen, unbewusste Abwehr- und Bewältigungsmechanismen des Ichs, aktuelle soziale Beziehungen und die physiologisch-biochemischen Auswirkungen der Droge gegenseitig im Sinne einer Ergänzungsreihe. Aus psychoanalytischer Sicht kann dabei das Symptom „süchtiges Verhalten“ auf unterschiedlichen Strukturebenen im Sinne der Abwehr eingesetzt sein. Daher können alle im Folgenden dargestellten Ansätze zum Verständnis der jeweiligen Psychodynamik und der daraus abgeleiteten psychotherapeutischen Interventionen beitragen helfen.

2 Zum Verhältnis zwischen Kreativität, Rausch und Sucht

Dem Drogenkonsum wird Kreativität oft zugeschrieben v. a. wegen seiner Fähigkeit, im Rausch veränderte Bewusstseinszustände zu erzeugen. Diese veränderten Zustände können je nach verwendeter Droge mehr oder weniger durch folgende Merkmale gekennzeichnet sein (Ludwig 2001):
  1. 1.

    Veränderungen im Denken, in denen Unterschiede zwischen Ursache und Wirkung verschwimmen und logische Unvereinbarkeiten parallel nebeneinander bestehen können (primärprozesshaftes Denken).

     
  2. 2.

    Störungen im Zeitsinn, wodurch das Gefühl von Zeit und Chronologie stark verändert werden kann.

     
  3. 3.

    Ein Gefühl des Kontrollverlustes, in dem die Person weniger gehemmt und selbstbeherrscht ist (Lähmung des Über-Ichs).

     
  4. 4.

    Eine Erleichterung des emotionalen Ausdrucks.

     
  5. 5.

    Eine Änderung des Körpererlebens, mit der Auflösung von Grenzen zwischen sich selbst und der Welt, was zu transzendentalen oder mystischen Erfahrungen von Einheit bzw. einem ozeanischen Gefühl führt.

     
  6. 6.

    Wahrnehmungsstörungen, einschließlich Illusionen, Pseudohalluzinationen, erhöhte Schärfe und verdichtete Bildsprache.

     
  7. 7.

    Hypersuggestibilität mit Abnahme der kritischen Denkfähigkeiten.

     
  8. 8.

    Ein gesteigertes Gefühl von Sinn und Bedeutung.

     
  9. 9.

    Ein Gefühl des Unbeschreiblichen, bei dem die Erfahrung nicht in Worten ausgedrückt werden kann und

     
  10. 10.

    Gefühle der Wiedergeburt und Erneuerung.

     

Der Rausch und das Streben nach ihm ist ein Wesensbestandteil nahezu jeder Kultur und durchaus nicht nur in den Randkulturen gängig. Dabei macht der Einsatz von Drogen diesen Rausch in gewissen Grenzen steuerbar. Tatsächlich ermöglicht es ein Rauschzustand manchen Künstlern, primärprozesshafte, unbewusste Wahrnehmungen jenseits der sekundärprozesshaften, kritisch-logischen Weltsicht zu erleben, und erhöht so ‚scheinbar‘ ihre Kreativität. Dass Künstler gerade in emotionaler Hinsicht oft extrem leben, fördert weiterhin ihre Affinität zu rauscherzeugenden Substanzen.

Der künstlerische Mensch regrediert – auch schon ohne zusätzliche Drogen – bei seinem kreativen Gestalten auf frühere psychische Entwicklungsstufen, entgegen dem von Sigmund Freud (1923) für die Psychoanalyse formulierten allgemeinen Ich-psychologischen Ziel: „Wo Es war, soll Ich werden“. Diese Regression geschieht aber im Dienste des Ichs, wie dies schon Kris (1952) beschrieb. Das Ich kann, wenn der kreative Prozess gelingt, aus ihm gestärkt wieder hervorgehen, um in der Folgezeit konstruktiver und angstfreier mit inneren und äußeren Konflikten umzugehen. Hiermit gehen dann eine Förderung des Gefühls der persönlichen Identität einher und ein Anstoßen von inneren psychischen Reifungsprozessen. Viele Menschen kennen aus eigenem Erleben, dass man aus einem Traum oder aus einem kreativen gestalterischen Prozess gelassener, gestärkter und erfrischter wiederauftauchen und sich dann den Forderungen der täglichen Realität neu stellen kann. Anders dagegen nach einem süchtigen Rausch, bei dem der Abhängige auch regrediert, aber am anderen Tag i. d. R. mit Schuldgefühlen und Beschämung wieder daraus hervorgeht. Hier resultiert keine Ich-Stärkung, sondern es setzt stattdessen oft ein süchtiger Circulus vitiosus mit schädlichen psychischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen ein.

Wie ist es aber bei einem gesunden Menschen, kann hier ein Rauschzustand nicht auch eine positive kreative Wirkung hervorrufen? Von einigen wenigen Psychotherapeuten, wie z. B. Grof (1983), werden z. B. sogenannte psychodysleptische halluzinogene Drogen wie LSD und Psilocybin therapeutisch eingesetzt. Hierdurch hervorgerufene, außergewöhnliche Bewusstseinszustände bzw. „Bewusstseinserweiterungen“ sollen Erfahrungsmuster, die Grof selbst perinatale Matrizen nannte, hervorbringen und verändern können. Eine psychotherapeutisch durch drogeninduzierte Rauschzustände angestoßene, positive Persönlichkeitsentwicklung ist letztlich wissenschaftlich nicht nachgewiesen. In der Biografie einzelner Künstler ist aber zumindest dokumentiert, dass sie, angeregt durch Suchtmittel, kreativer und produktiver geworden zu sein glaubten, wie z. B. die Impressionisten durch die ‚grüne Fee‘ Absinth, der durch das in ihm enthaltene Neurotoxin Thujon in Kombination mit Alkohol zu stärkerem (Farb-)Empfinden verhalf. Absinth und Alkohol inspirierten Künstler wie Toulouse Lautrec und die Impressionisten Manet, Renoir, Van Gogh, Gaugin, aber auch Schriftsteller wie Baudelaire, Verlaine, Oscar Wilde und Ernest Hemingway. Und Charles Baudelaire, der in seinem Essay Die künstlichen Paradiese einen Lobgesang auf Drogen und ihre berauschende Wirkung schrieb, nahm z. B. regelmäßig Opium und Cannabis. Die Musiker der 60er-Jahre, wie Grateful Dead, 13th Floor Elevators und Jefferson Airplane, setzten LSD und Psilocybin als Inspirationsquelle für ihre psychedelische Musik ein, die diese halluzinogenen Rauschzustände nachzugestalten versuchte.

Schmidbauer und vom Scheidt schreiben hierzu: „Gemeint sind jene Bewusstseinszustände, in denen der Berauschte Zugang zu ‚anderen Wirklichkeiten‘ erhält. Religion, Mystik und Transpersonale Psychologie sind die Bereiche, die – auch – dadurch erschlossen werden können, dass bestimmte Substanzen, in erster Linie Halluzinogene, normalerweise verschlossene Zonen des Unbewussten öffnen und die Sinnesorgane bestimmter Filter ‚berauben‘“ (Scheidt und Schmidbauer 1999, S. 368). LSD eröffnet, psychoanalytisch gesehen, einen breiten Zugang zum Unbewussten. Da der Berauschte seine Vorstellungen weniger kontrolliert und überwacht, werden unbewusste Konflikte schneller aktualisiert. Sie müssen nicht mehr, wie in der traditionellen Psychoanalyse, aus freien Einfällen und Träumen erschlossen werden, sondern treten im LSD-Rausch bildhaft in das Bewusstsein des Menschen. Sie können ihn erschrecken; aber die Konfrontation mit ihnen kann ihn auch persönlich ein Stück weiterbringen (Scheidt und Schmidbauer 1999, S. 225). Diese Autoren schreiben aber auch richtig: „Schon Baudelaire wusste, dass die Drogen nur anregen können, was im Drogenbenutzer ohnehin enthalten ist“ (Scheidt und Schmidbauer 1999, S. 406). Das heißt, auch wenn bestimmte Drogen unbestritten unbewusste Inhalte freisetzen können, ist es die individuelle Kreativität des Künstlers, die über einen dann gelingenden kreativen Prozess entscheidet. Ein solcher ist grundsätzlich aber immer auch ohne künstliche Katalysatoren möglich. Im Gegenteil ist ab Beginn einer manifesten Abhängigkeit die künstlerische Kreativität und Aktivität grundlegend gestört bis unmöglich, wie Beispiele abhängiger Künstler zeigen. So starb der alkoholabhängige E. A. Poe kurz vor seinem 41. Lebensjahr im Delirium tremens. Kreative Genies wie u. a. Truman Capote, Rainer Werner Fassbinder, Billie Holiday und Charlie Parker starben ebenfalls z. T. früh an den Folgen ihrer Sucht.

Wissenschaftlich belegt ist es letztlich nicht, dass Drogen die Kreativität begünstigen, auch wenn eine aktuelle Studie von MacLean (MacLean et al. 2011) eine auch nach über 12 Monaten noch nachweisbare Veränderung der Persönlichkeitsdimension „openness“ nach einmaliger Gabe von Psilocybin zeigte, was allerdings nicht zwangsläufig mit gesteigerter Kreativität gleichzusetzen ist. Studien zeigen, dass Untersuchungsteilnehmer allenfalls bei einer geringen Alkoholmenge, etwa ein bis zwei Glas Wein, das Gefühl hatten, sie wären kreativer (Ludwig 1990, 2001). Dieses Gefühl tritt aber nur auf, wenn sie schon vorher glaubten, Alkohol steigert schöpferische Impulse. Der sogenannte kreative Rausch wird letztlich subjektiv überschätzt. Er verhindert eher künstlerische Kreativität, als dass er sie befördert, auch wenn es hier einzelne Ausnahmen geben soll. Mithilfe von Drogen kann man sich zwar in teilweise konstruktive Krisen stürzen, „um das Bewusstsein zu erweitern“; nur besteht dann – wie bei jeder Krise – die Gefahr, dass der Betroffene seine Situation hierdurch noch weiter verschlechtert, aus der Krise alleine nicht mehr herauskommt und letztlich eine Abhängigkeit oder einen psychotischen Zusammenbruch entwickelt.

Müller-Braunschweig (1984) fasst aus psychoanalytischer Sicht folgende Wirkungen der kreativen Aktivität zusammen, die im Kontrast stehen zu einer süchtigen Haltung:
  1. 1.

    Künstlerische Kreativität bietet die Möglichkeit zur Überwindung früherer seelischer Traumen. Durch die Verschiebung auf ein weniger konfliktuöses Ersatzgebiet kann belastenden Beziehungen und ängstigenden Introjekten zumindest partiell ihr bedrohlicher Charakter, sei er libidinös oder aggressiv, genommen werden. Süchtiges Ausagieren wiederholt dagegen nur den altbekannten Zyklus von Rausch und enttäuschender Ernüchterung.

     
  2. 2.

    Für den künstlerisch Tätigen besteht die Möglichkeit eines intensiven Gefühlsaustauschs mit dem entstehenden Werk, das als ein erweitertes Selbstobjekt zu einer Art Partner werden und dennoch als selbstgeschaffenes Objekt beherrschbar und damit als nicht beängstigend erlebt werden kann. Dieser Austausch ist im toxischen ‚narzisstischen‘ Rausch nicht möglich, sondern zeigt sich spätestens im Zustand der Ernüchterung als nichtfassbare Chimäre.

     
  3. 3.

    Die künstlerische Tätigkeit bietet auch die Gelegenheit, sich im künstlerischen Werk als heil und ganz zu erleben, sich mit ihm zu identifizieren und damit die Chance, frühere narzisstische Kränkungen und Defizite der Persönlichkeit auszugleichen. Ähnliche Gefühle im Rausch weichen in der Ernüchterung einer erneuten Beschämung und dem Gefühl, versagt zu haben.

     
  4. 4.

    Es besteht schließlich für den Künstler die Möglichkeit, über die Anerkennung seines fertigen Werks narzisstische Bestätigung von anderen zu erleben und sich über seine Kunst neue Kommunikationswege zu anderen Menschen zu eröffnen. Dem Süchtigen dagegen schlägt i. d. R. gesellschaftliche Verachtung bis schließlich Ausstoßung entgegen.

     

Kreativität und Kunst einerseits und Sucht und Rausch andererseits zeigen also gewisse Ähnlichkeiten im Hinblick auf Motivation und psychische Funktion. Sowohl der kreativ Tätige wie auch der Süchtige streben u. a. nach narzisstischer Bestätigung und nach Selbstintegration und zeichnen sich durch einen starken Drang nach Befriedigung und Lustgewinn aus. Sowohl kreative Prozesse wie auch süchtiges Verhalten können u. a. dem Versuch dienen, frühere seelische Traumen zu überwinden und sich psychisch ‚vollkommener und runder‘ zu fühlen. Durch den Einsatz exogener Suchtmittel hervorgerufene Rauschzustände können zumindest noch in einer Vorstufe der Abhängigkeit, dem Missbrauch, kreative Prozesse fördern helfen, indem durch Enthemmung und Aufhebung der repressiven Abwehr unbewusste psychische Inhalte leichter freigesetzt, ausgedrückt und im Weiteren externalisiert werden können. Mit fortschreitender Entwicklung des Suchtprozesses wird aber eine andere Entwicklung in Gang gesetzt. Anstelle einer Suche nach Auseinandersetzung mit der Realität und nach dem ‚Neuen‘ im kreativen Prozess tritt dann in der Abhängigkeit und im Rausch das Streben nach der unbewussten ewigen Wiederholung des Gleichen ohne Möglichkeit zur psychischen Weiterentwicklung und Reifung.

Für das Erleben im Rausch ist dabei charakteristisch, dass sich der Abhängige selbst in diesem Zustand i. d. R. überaus originell, kreativ und intelligent fühlt und scheinbar die Lösung seiner Konflikte – oder auch die aller Probleme dieser Welt – in der Hand hält, um dann im Zustand der Ernüchterung festzustellen, dass er einer narzisstischen, pharmakogen ausgelösten Illusion aufgesessen ist. Wie Radó (1934) schreibt, wird in der pharmakogen erzeugten Rauschstimmung unter Rückgriff auf die Oralität ein regressiver Zustand erreicht, der dem ursprünglichen, kindlichen, narzisstischen Zustand magischer Größe und Unversehrtheit des kleinen Babys entspricht. In dem Zustand der dann folgenden Ernüchterung drängt sich der Wunsch nach einem erneuten Rausch umso mehr auf, als dass das Trinken vom Abhängigen als weiteres Versagen erlebt wird. Der erneuten depressiven Verstimmung im ‚Kater‘ wird durch einen weiteren Rausch entgegengewirkt, woraus sich ein Circulus vitiosus von Rauschzuständen und Selbstentwertungsgefühlen ergibt. Im Rauschgeschehen kann nach Radó (1926) auch ein pharmakogener Orgasmus gesehen werden, der unter Umgehung erogener Zonen metaerotisch direkt auf das Gehirn wirkt. Hierdurch verliert die anstrengendere genitale Erregung und z. B. auch kreative Betätigung, zunehmend an Bedeutung und Attraktivität für den Süchtigen. Dies führt zu einer fortschreitenden Regression und zum Verlust bereits erworbener psychischer Ich-struktureller Strukturen im Sinne einer Entdifferenzierung sowie zur Freisetzung aggressiv-destruktiver Kräfte und masochistischer Tendenzen.

Im Gegensatz zu kreativen Prozessen ist der Mensch in der süchtigen Verstrickung nicht mehr in der Lage, von seinen narzisstischen Größenideen Abstand zu nehmen. Im Unterschied zu kreativen Entwicklungsprozessen, die mit der Entwicklung von Neuem, von Veränderung und von Auseinandersetzung auch mit Schicksalsschlägen, Lebenskrisen und Grenzen des Daseins geprägt sind, ist in der süchtigen Haltung das sich der Realität des Lebens mit allem Leiden und möglichem Scheitern Stellen nicht mehr möglich. Gerade bei fortschreitender Abhängigkeit und Festigung der süchtigen Haltung geht auch die Fähigkeit zur Beziehungsaufnahme und zur Öffnung anderen Menschen gegenüber verloren, was zum sozialen Rückzug, zur Isolation und zum Versanden von kreativen Potenzialen führt. Der Drang nach sozialer Bestätigung, Vervollkommnung, nach Befriedigung durch kreative Leistung, nach Ausdruck und Verarbeitung von psychischen Prozessen ist in der süchtigen Haltung beim abhängigen Menschen kanalisiert in seiner Fixierung und Abhängigkeit vom Suchtmittel und einer narzisstischen Regression. Somit stellt die süchtige Haltung letztlich immer mehr einen antagonistischen Gegenentwurf zur potenziellen Kreativität des Menschen dar und führt auf Dauer zur Blockade, Lähmung und Hemmung von kreativen und künstlerischen Prozessen und Leistungen.

3 Psychoanalytische Modelle der Suchtdynamik

3.1 Triebtheoretische Modelle

Vor der Entwicklung der psychoanalytischen Methode unternahm Freud im Rahmen seiner Erforschung der Kokainwirkung Selbstversuche, von denen er in seinem Brief an seine Verlobte Martha Bernais vom 21. April 1884 (Freud und Freud 1960, Brief 122–123) berichtete. Anzieu (1986, S. 40) schließt aus diesen, dass Freud damals hoffte, seine geplante Heirat zu beschleunigen, indem er eine Hauptentdeckung über diese noch wenig bekannte, aber bemerkenswert erscheinende Droge machte. Bevor ihr süchtig machendes Potenzial bekannt wurde, sah Freud im Kokain ein wirkungsvolles Mittel zur Behandlung von Verdauungsstörungen, Ermüdung, Depression und Morphinabhängigkeit. Er verwendete es damals selbst, ohne aber eine Abhängigkeit zu entwickeln und empfahl es auch Freunden, einschließlich seiner Verlobten Martha. 1884 veröffentlichte Freud dann seine Arbeit Über Coca (Freud 1884), die sich mit dessen analgetischer und stimulierender Wirkung auseinandersetzte. Als immer mehr Beweise über die Gefahren des Kokains gefunden wurden und sein Freund Ernst von Fleischl-Marxow über Freuds Empfehlung kokainabhängig geworden war, musste Freud anerkennen, dass Kokain nicht die magische Lösung für jeden medizinisch Kranken war. Er wandte seine Aufmerksamkeit in der Folge zunächst wieder der Neurologie zu.

Nach Anzieus Bewertung (Anzieu 1986, S. 41) könnte aus diesem beruflichen und persönlichen Versagen Freuds erstens sein erstaunlicher, lebenslang bestehender Optimismus bezüglich zukünftiger psychopharmakologischer Entwicklungen resultieren, den er bis 1938 äußerte: „Die Zukunft mag uns lehren, mit besonderen chemischen Stoffen die Energiemengen und deren Verteilungen im seelischen Apparat direkt zu beeinflussen. Vielleicht ergeben sich noch ungeahnte andere Möglichkeiten der Therapie; vorläufig steht uns nichts Besseres zu Gebote als die psychoanalytische Technik und darum sollte man sie trotz ihrer Beschränkungen nicht verachten“ (Anzieu 1986, S. 108). Zweitens könnte mit dieser traumatischen Lebenserfahrung auch Freuds ebenfalls lebenslang bestehender Widerstand gegen die systematische psychoanalytische Untersuchung der Drogenabhängigkeit erklärt werden, die damit anders als die meisten psychopathologischen Auffälligkeiten für ihn ein weitgehend unerforschter Bereich blieb. Freud war seit seinem 24. Lebensjahr und auch wie sein Vater, ein schwerer Raucher und kam dabei von zuerst einigen Zigaretten auf einen Durchschnitt von zwanzig Zigarren pro Tag (Anzieu 1986, S. 43). Bei mehr als einer Gelegenheit unterwarf sich Freud den Qualen des Versuchs, sein Rauchen aufzugeben, scheiterte aber hieran. Gay schreibt in seiner Freud-Biografie (Gay 1995, S. 196 f.) über diese Abhängigkeit Freuds: „Wenn Freuds hilflose Liebe zu den Zigarren das Überleben primitiver oraler Bedürfnisse bezeugt, so enthüllt sein Sammeln von Antiquitäten Überreste von nicht minder primitiven analen Befriedigungen im Erwachsenenleben“. Über Freuds Interesse an dem Prähistorischen sagte sein Arzt Max Schur, dies war „eine Sucht, die an Stärke nur von seiner Nikotinsucht übertroffen wurde“ (Schur 1972, S. 243).

Freud veröffentlichte nie eine zusammenhängende Arbeit zur Psychodynamik der Abhängigkeit. Seine Bemerkungen zum Verständnis der Suchtentwicklung sind insgesamt eher spärlich und auf mehrere Arbeiten verstreut. Er betrachtete (Freud 1898) Sucht schon früh als gewohnheitsmäßige, lustvolle Körperveränderung und als direkten oder indirekten Ersatz für lustvolle sexuelle Spannungsabfuhr. Er sah in der ausgiebigen Masturbation den Prototyp und Vorläufer aller Süchte, gewissermaßen die Ursucht, was im aktuellen Phänomen der Internet-Pornosucht wiederzufinden ist. Freud betonte den triebhaften oralen Charakter der Sucht als Ausdruck des regressiven Rückgriffs auf das lustvolle, kindliche Lutschen und Saugen. Auf den oralen Modus greift der Abhängige in Anbetracht der ängstigenden und unlustvollen Realität und in Konfliktlagen seines Lebens wieder zurück, also auf das lustvolle kindliche Lutschen und Saugen, das auf einer konstitutionellen Verstärkung der erogenen Bedeutung der Lippenzonen beruht.

In seiner Arbeit Das Unbehagen in der Kultur unterstreicht Freud (1930), dass das Suchtmittel einerseits unmittelbare Lustempfindungen verschafft und andererseits den Menschen auch zur Aufnahme von Unlustregungen untauglich macht, was ihm eine feste Stellung in der Libidoökonomie der Völker und dem Individuum ein heiß ersehntes Stück Unabhängigkeit von der Außenwelt verschafft. Dies geht dann aber, so können wir sagen, der kreativen Auseinandersetzung mit dieser äußeren Realität verloren.

Diesen Gedanken griff später Simmel (1928) auf, der in der Sucht eine künstliche Manie zur Abwehr der melancholischen Reaktion sah: „Er ist ein Melancholischer, der seinen Über-Ich-Wächter mit demselben Gift betrunken macht, mit dem er das Objekt im Ich mordet. Im Aspekt aber ist er ein Manischer, solange er im Genuss des Giftes steht, weil alle Ansprüche eines toxisch gelähmten (temporär kastrierten) Über-Ichs entfallen.“ Die Abstinenzkur mit ihren Entziehungsqualen verhält sich dann zur Genusszeit des Rauschmittels wie die Melancholie zur Manie.

Auch Abraham (1908) stellt bei der Suchtdynamik die Verschiebung der Lust vom genitalen Sexualakt auf die prägenitale, von Partialtrieben bestimmte Vorlust als wichtigen Mechanismus für die Suchtentwicklung ins Zentrum seines Verständnisses. Er sieht hierin einen der Perversion analogen Mechanismus. Diese Verschiebung geschieht unter der Bedingung der Aufhebung von Triebhemmung, Verdrängung und Sublimierung, die durch die toxische Suchtmittelwirkung erleichtert wird. Beispielhaft führt Abraham hierfür die erleichterte Manifestation sexueller Neigungen und Handlungen im Alkoholrausch an, deren projektive Abwehr auch schon Freud (1911) bei der Entstehung des Eifersuchtswahns des Alkoholikers als wichtiges Motiv anführte. Nach Völkel (1992) kann der Alkohol in Analogie zur Kompromissbildung des neurotischen Symptoms den Weg zur abgewehrten, mit Angst- und Schuldgefühlen verbundenen Homosexualität bahnen, aber dabei gleichzeitig durch den Rausch auch die Realisierung dieser verpönten Triebwünsche verhindern. Die durch die Regression bedingte Triebentmischung von libidinösen und destruktiven Trieben erleichtert aber nicht nur libidinöse, sondern auch aggressive Triebäußerungen, wie sadistische und masochistische Handlungen (Abraham 1908).

Der ungarische Psychoanalytiker Radó sieht in seiner ersten wegweisenden Arbeit zur Sucht von 1926 (Radó 1926) im Rauschgeschehen einen pharmakogenen Orgasmus, der unter Umgehung erogener Zonen metaerotisch direkt auf das Gehirn wirkt. Hierdurch verliert die anstrengendere genitale Erregung und Betätigung zunehmend an Bedeutung und Attraktivität für den Süchtigen. Dies führt zu einer fortschreitenden Regression und zum Verlust bereits erworbener psychischer Strukturen im Sinne einer Entdifferenzierung sowie zur Mobilisierung aggressiv-destruktiver Kräfte und masochistischer Tendenzen. Ausgangspunkt der Suchtentwicklung ist nach Radó die hohe Unlustspannung des Süchtigen und seine Intoleranz gegen Unlust, eine sogenannte Initialverstimmung, die er auf einen ungenügenden Reizschutz des Ichs gegen die mit Triebversagung verbundenen, unlustvollen Affekte zurückführt. Das Suchtmittel ist in der Lage, durch seine analgetische und das Ich stimulierende Wirkung diesen dringend benötigten Reizschutz zu bieten.

Der argentinische Psychoanalytiker Rascovsky (1997) geht in seiner zeitgenössischen Arbeit ebenfalls von einem triebtheoretischen Ansatz aus. Er beschreibt dabei die ungleiche Triebdynamik der inhomogenen Gruppe der Süchtigen auf unterschiedlich tiefen Regressionsniveaus:
  1. 1.

    In der am wenigsten gestörten ersten Gruppe der neurotischen Süchtigen charakterisiert Raskovsky die Droge als Möglichkeit zur Erleichterung bei ausgeprägtem Über-Ich-Druck, bei großer Diskrepanz zwischen Ich und Ich-Ideal und als Mittel zur Erleichterung für die am Lustprinzip orientierte narzisstische Regression und libidinöse Rückbesetzung des instabilen Ichs des Süchtigen. Mit dem Suchtmittel wird dabei gegen unerträgliche Gefühle von Angst, Scham, Wut, Abscheu, Skrupel sowie Schuldgefühle angegangen. Diese Patienten leiden übermäßig an der unlustbereitenden Realität. Sie sind überangepasst oder ständig hochwach aufgrund ihrer neurotischen Angst. Im Rausch wird die Welt wie der vorödipale Körper der Mutter mit glücklicher Befriedigung und ohne Grenzen erlebt. So erfolgt ein vorübergehender Triumph über das Über-Ich, über das frühere narzisstische Trauma und letztendlich ein kannibalischer Triumph über den Vater, der mitsamt den ödipalen väterlichen Regeln geschluckt und vernichtet wird. Bei dieser Gruppe der Abhängigen bleibt der Kontakt zur Realität noch weitgehend erhalten, trotz des impulsiven Ausagierens in der Sucht mit dem Versuch, die Verdrängung außer Kraft zu setzen.

     
  2. 2.
    Bei der zweiten Gruppe kommt es dagegen zu einem ausgeprägteren narzisstischen Rückzug von den fragilen Objektbeziehungen zur halluzinatorischen, visuellen, dem Lustprinzip folgenden Befriedigung in der Fantasie. Die Quasi-Realität der Droge stellt nun zunehmend eine Alternative zur und ein Refugium von der realen externen Welt dar. Es kommt zu einer Überbesetzung der inneren visuellen Bilder mit einem Vorherrschen des primärprozesshaften Denkens. Im Rausch herrschen unerfüllte Wünsche, ein Triumph über frühere narzisstische traumatische Situationen oder ihre Verleugnung vor. Nach dem Rausch entsteht schmerzvolle Enttäuschung oder Wut und Hass gegen die externe Welt. Raskovsky beschreibt auch ein gehäuftes Vorkommen von perversen Episoden bei Süchtigen (s. a. weiter unten), das nach seinem triebtheoretischen Verständnis aus drei Gründen resultiert:
    1. a)

      Drogen helfen, angsterzeugende Situationen in sexuelle Situationen umzudeuten.

       
    2. b)

      Drogen tragen durch die Enthemmung von Trieben und dadurch, dass die Kastrationsangst verleugnet wird, zur narzisstischen Strukturierung des Ichs (Regression) bei. Das reife, die Verdrängung tragende Ich wird dabei ausgeschaltet.

       
    3. c)

      Drogen führen zu einer gesteigerten libidinösen Besetzung der prägenitalen erotischen Zonen (mit Folgen für das Sehen, Hören, die Haut, homosexuelle Wünsche) im Gegensatz zur reifen, phallisch-genitalen Sexualität.

       
     
  3. 3.

    In der dritten Gruppe der schwer gestörten süchtigen Patienten kommt es zu einem massiven Eingriff in die hierarchische Ordnung der Triebe und zu einer zunehmenden Außerkraftsetzung der psychischen Organisation. Die Droge steht jetzt ganz im Zentrum des Interesses. Triebwünsche werden gänzlich aufgegeben und letztlich im Nichtsein des Todes eine „nichtobjektale körperliche Befriedigung in der Herabsetzung der Triebspannung auf Null“ gesucht (Nirvana-Prinzip, Freud 1920). Das Ich-Ideal als Ziel und als Mittel der Triebsublimierung wird dabei aufgegeben und innere Fantasien spielen keine Rolle mehr. Da die Realität von keinem sexuellen Interesse mehr ist, bietet sie für diesen Süchtigen bis auf die notwendige Rauschmittelbesorgung überhaupt nichts Interessantes mehr. Die Ich-Kapazität und Interessen des süchtigen Menschen versanden und die genitale Organisation der Triebe bricht zusammen. Dies resultiert nach Raskovsky dadurch, dass die Libido von den triebhaft besetzten Dingrepräsentanzen abgezogen wird und es zu einer Regression in die autoerotische Phase kommt. Auch der Körper selbst erleidet einen Verlust an triebhafter Besetzung und wird dann vom Abhängigen im Sinne von Depersonalisationsgefühlen als fremd erlebt. Die Droge selbst ist in der Lage, als eine Art Bypass die Triebspannungsreduzierung herbeizuführen. Durch die aufgegebene libidinöse Bindung an die Objekte und durch die rückgängig gemachte Triebmischung wird auch der Todestrieb ungemildert freigesetzt. So kann der Mangel des Süchtigen an jeglichem Interesse und an Sorge für sich selbst und sein Gefühl, nur als passiver Beobachter an der Welt teilzunehmen sowie die Verleugnung und Zurückweisung von Wahrnehmungen verstanden werden als Suche nach einem Zustand fehlender Triebspannung. Dies stellt ein Verlangen nach dem Nichtsein dar, d. h. das Leben und die Triebquelle für ein Nichts aufzugeben, um nicht mehr an der Welt leiden zu müssen. Als kausale Ursache der Suchtentwicklung postuliert Raskovsky eine Selbstwertkatastrophe bei der Mutter des später Süchtigen, die dadurch bedingt schon früh nicht angemessen an ihrem Kind Anteil nehmen konnte.

     

Aus heutiger Sicht kommen suchttherapeutisch tätige Psychoanalytiker zur Einschätzung, dass von der frühen triebtheoretisch orientierten Psychoanalyse der orale Akt der Einverleibung überschätzt wurde, und dass der toxische Rausch das eigentlich intendierte Ziel des Süchtigen ist, wie es sich beispielsweise im ‚Fixen‘ des Heroinabhängigen oder im ‚Schnüffeln‘ des Klebstoffabhängigen zeigt. Darüber hinaus wird der Schwerpunkt heute nicht mehr auf die gesteigerte Suche nach Lustgewinnung, sondern auf den Versuch der Unlustvermeidung und der narzisstischen Selbstheilung gelegt.

3.2 Narzissmustheoretische Ansätze

Radó stellt in einer späteren Arbeit (Radó 1934) die Verbindung zwischen der Suchtentwicklung und dem instabilen Selbstgefühl des Süchtigen, das im Rausch durch Allmachts- und Verschmelzungswünsche kompensiert werden kann, in den Mittelpunkt seines Verständnisses der Suchtdynamik. In der pharmakogen erzeugten Rauschstimmung wird unter Rückgriff auf die Oralität ein regressiver Zustand erreicht, der dem ursprünglichen kindlichen narzisstischen Zustand magischer Größe und Unversehrtheit entspricht. In dem Zustand der dann folgenden Ernüchterung drängt sich der Wunsch nach einem erneuten Rausch umso mehr auf, als das Trinken vom Abhängigen als weiteres Versagen erlebt wird. Der erneuten depressiven Verstimmung im ‚Kater‘ wird durch einen weiteren Rausch entgegengewirkt, woraus sich ein Circulus vitiosus von Rauschzuständen und Selbstentwertungsgefühlen ergibt.

Vom Scheid (Scheid 1984) betont in Nachfolge der Selbstpsychologie Kohuts (Kohut 1973) die innere Leere und Depression des Süchtigen, die in der Verschmelzung mit dem Selbstobjekt Droge als Ersatz für die fehlenden Selbstobjekte der Frühzeit bekämpft und reguliert werden soll. Im Rausch wird ein narzisstisches Größenselbst als Prothese in das fragile Ich des Patienten eingesetzt, die das Über-Ich, das üblicherweise das Selbstwertgefühl über eine stützende, bestätigende Beziehung zwischen Ich und einem inneren Ideal stabilisiert, ersetzen soll. „Der Süchtige … braucht die Droge, weil er meint, die Droge könne den zentralen Defekt in seinem Selbst heilen. Sie wird für ihn zum Ersatz für ein Selbstobjekt …“ (Kohut 1976). Die Sucht ist also ein missglückter Selbstheilungsversuch, ein „falscher Weg zum Selbst“ (Scheid 1976), „um das pathologische Größenselbst ‚wieder aufzutanken‘ und sich dessen Omnipotenz und Schutzfunktion gegenüber einer überwiegend als frustrierend und feindlich erlebten Umwelt, die nicht mehr genug an Befriedigung und Bewunderung zu bieten hat, zu versichern“ (Kernberg 1978). Letztendlich kann die Einnahme der Droge, die innerlich nach Kohut an die Stelle der fehlenden psychischen Struktur tritt, aber keine wirkliche psychische Struktur aufbauen, sodass dieser Versuch scheitern muss.

3.3 Ich-psychologische Ansätze der Suchtdynamik

Krystal und Raskin (1970) gehen von einer besonderen Affektintoleranz des Süchtigen aus und von einem allumfassenden, undifferenzierten, schmerzlichen Uraffekt, einer diffusen, chaotischen, somatischen Angst mit Ohnmachts- und Lähmungsgefühlen, die dem Suchtgeschehen zugrunde liegt. Dieser Affekt, der als Angst vor Desintegration verstanden werden kann, ist analog dem Vernichtungsgefühl mit dem ein Baby auf Verlassenwerden reagiert. Wie auf dieser frühkindlichen Entwicklungsstufe differenziert der Süchtige dabei nicht zwischen Schmerz und Angst, sondern reagiert affektiv global auf eine Bedrohung seiner Existenz. Bei einer schlecht ausgebildeten Affektdifferenzierung und geringer Frustrationstoleranz regrediert der Süchtige unter Belastung schnell auf diesen Uraffekt, den er dann mit dem Suchtmittel im Sinne eines Selbstheilungsversuchs bekämpft. Der Süchtige hat während seiner Entwicklung aufgrund der fehlenden oder mangelhaften mütterlichen Objektbeziehung eine unzureichende Affekttoleranz gegen jede Form von Angst und Depression entwickelt und versucht diese durch eine exogen ausgelöste Bewusstseinsänderung zu bewältigen.

Heigl-Evers (1977) stellt, aufbauend auf Krystal und Raskin, aus ihrer Erfahrung mit Süchtigen heraus, dass der süchtige Patient kein ausreichend gutes Introjekt der Mutter bzw. des Vaters in sich errichten konnte, das für die Selbstregulation im Erwachsenenleben zur Verfügung stünde. Die Objekte wurden stattdessen als sehr ambivalent erlebt, sodass der Patient nicht die Möglichkeit hatte, sich mit ihnen zu identifizieren und so sein Selbst zu stärken. In der Droge findet er einen Ersatz für ein solches, gutes, menschliches Liebesobjekt. Die Droge kann dann im Inneren des Patienten zumindest vorübergehend zu einem guten Introjekt werden und beruhigen und trösten.

In ihrer Arbeit zu den basalen Störungen bei Abhängigkeit und Sucht (Heigl und Heigl-Evers 1991) beziehen Heigl-Evers und Heigl als notwendige, aber nicht hinreichende, Bedingung für die Entwicklung einer Abhängigkeit eine objektbeziehungstheoretisch basierte, strukturelle Störung mit mangelnder Abgrenzung zwischen Selbst- und Objektrepräsentanzen und kaum integrierten Selbst- bzw. Objektrepräsentanzen ein (Kernberg 1978), die zu unzureichenden inneren Regulationsfunktionen führt. Mithilfe primitiver Abwehrmechanismen werden in der Folge Teilobjektbeziehungen hergestellt, bei denen das positive Teilobjekt entweder: a) eine substituierende, triebbefriedigende, b) über eine Fusion mit dem idealisierten Selbst und Realselbst eine narzisstisch stabilisierende oder c) über seine Hilfsichfunktion eine reizschützende Wirkung oder auch andere Ichfunktionen übernehmen kann. Wenn das Teilobjekt diese Rolle in den primitiven, funktionalisierten Übertragungsbeziehungen nicht übernimmt, bricht die v. a. durch die Realitätsverkennung aufrechterhaltene Abwehr zusammen. Statt des guten Teilobjekts gewinnt dann ein versagendes, böses Teilobjekt in der Wahrnehmung die Oberhand und das Größenselbst schlägt um in ein entwertetes Selbst. Durch die dann fehlende Reizschutzfunktion treten im Süchtigen stärkere Unlustzustände und Panik auf. Die illusionär erwartete Außenstützung kann nun unbewusst an den Suchtstoff delegiert werden. Den basalen Ichfunktionsdefiziten des zunächst psychosozial und schließlich stofflich Abhängigen mit seinen Störungen der Affektencodierung bzw. -decodierung wird eine große Rolle beigemessen. Hierauf ist dann auch die von Heigl-Evers entwickelte interaktionell-psychoanalytische Methode (PIM) abgestimmt, bei der der Therapeut durch Affektidentifizierungen und -klarifizierungen vorrübergehend Hilfs-Ich-Funktionen für den Patienten übernimmt.

Wurmser (1983, 1987) stellt in seinem Über-Ich-zentrierten Ansatz die psychosomatische und durch das Suchtmittel verstärkte Regression des Süchtigen in den Vordergrund, die aus schwer erträglichen Scham- und Schuldgefühlen bei einem sadistisch gefärbten Ich-Über-Ich-Konflikt resultiert. Drogen dienen hierbei vor allem einer künstlichen Affektabwehr als pharmakologisch massiv verstärkte Verleugnung von Gefühlen, die sonst das Ich zu überwältigen drohen. Die Patienten regredieren auf ein undifferenziertes Entwicklungsstadium und setzen die Droge als phobisches Schutzobjekt vor allem gegen jede Form von höchst ambivalent erlebter Nähe und Bindung ein. Die Droge hat hierbei – wie ein geliebter/gehasster Partner, ein als wichtig erlebter Therapeut oder magisch wirksame Handlungen – den Charakter einer Schutzfantasie und eines narzisstisch überschätzten Objekts. Der Patient verdeckt sein Gefühl von Ohnmacht und Hilflosigkeit oft unter einer dicken Kruste narzisstischer Abwehr mit Abwertungen und Distanzierungen. Identität und Gewissen nehmen beim Süchtigen einen sonderbar zwiespältigen, ungewissen Charakter im Sinne einer Identitätsspaltung an. Es sind akute narzisstische Krisen bei Enttäuschungen, die die beschriebenen überwältigenden Affekte auslösen und den Patienten in die Sucht treiben. An Abwehrformen finden sich nach Wurmser vor allem die pharmakologisch verstärkte Verleugnung, die Wendung ins Gegenteil (hier insbesondere: Wendung vom Passiven ins Aktive, Rollenvertauschung und Identifizierung mit dem Angreifer), die Affektmobilisierung, Affektblockierung und Externalisierung. Bei der Sucht verbindet sich das Ich gemeinsam mit dem Es gegen die sadistischen, unerfüllbaren Ansprüche des Über-Ichs, die initial zu unerträglichen Scham- oder Schuldgefühlen führten und auch gegen die Ansprüche der Außenwelt. Das Ich wehrt sich damit gegen eine äußere Realität mit Grenzen, Verpflichtungen, Verantwortung und gegen den Aufschub von Wünschen und deren Befriedigung. Wurmser stellt die Sucht als psychodynamisches Gegenbild zur Neurose dar, bei der sich das Ich mit dem Über-Ich und der Außenwelt gegen das Es verbündet.

3.4 Objektbeziehungstheoretische Aspekte

Rost (1987) beschreibt ein differenziertes Modell der verschiedenen Stadien einer Alkoholabhängigkeit, welches sich auch auf andere Suchtformen anwenden lässt. Dabei kann die schwere chronische Sucht im engeren Sinne, nicht zuletzt bedingt durch die somatischen Folgeschäden, aber schon als eigenständiges Krankheitsbild angesehen werden.
  1. 1.

    Die soziologische Dimension tritt sehr selten in den Vordergrund, z. B. bei bestimmten Berufsgruppen, die ein erhöhtes Risiko haben, eine Abhängigkeit zu entwickeln. Rost gebraucht diese Kategorie, „um jene Fälle zu verstehen und zu erfassen, bei denen eine Alkoholabhängigkeit trotz einer relativ reifen, gesunden Persönlichkeitsentwicklung auftritt, nämlich aufgrund extrem ungünstiger äußerer, sozialer Umstände“.

     
  2. 2.

    Eine kleine Gruppe von Süchtigen bilden die aus triebpsychologischer Sicht gut zu verstehenden, neurotischen Trinker. Es ist bekannt, dass libidinöse und aggressive Triebregungen im berauschten Zustand leichter und angstfreier verwirklicht werden können. Das Über-Ich ist derjenige Teil des Selbst, der in Alkohol gut löslich ist (Fenichel 1983). Auf dieser Ebene ermöglicht der Alkohol häufig erst, neurotisch gehemmte libidinöse und/oder aggressive Impulse freier auszuleben. Es finden sich in dieser Gruppe z. B. Frauen, die sich als Ausgang des Ödipuskomplexes unbewusst mit ihrem trinkenden Vater identifizierten oder nur unter Alkohol in der Lage sind, ohne Schuldgefühle Sexualität zu erleben. Bei anderen, im nüchternen Zustand ausgesprochenen zwanghaften, kontrollierenden Patienten zeigt sich dagegen im ‚nassen Zustand‘ oft eine ausgesprochene Tendenz zur Verwahrlosung.

     
  3. 3.

    Bei einer größeren Gruppe der Alkoholabhängigen ist die Ich-Struktur und Identitätsentwicklung gestört und nicht nur die Triebabfuhr bzw. Spannungsregulation. Die Droge ist bei diesen Patienten Selbstheilungsmittel, um Ich-Leistungen überhaupt erst zu ermöglichen. Zahlreiche Funktionen des Ichs sind hier defizitär oder nur rudimentär ausgebildet, wie die Affektregulierung von Wut, Furcht, Angst, aber auch die Nähe-Distanz-Regulierung, die Frustrationstoleranz und die Steuerung von Impulsen. Die Droge hat bei diesen Patienten eine Reizschutzfunktion nach innen und außen.

     
  4. 4.

    Ist bei der letztgenannten Gruppe noch ein Ich und Urvertrauen vorhanden, eine Uridentifikation also geglückt, so ist dies bei der letzten Gruppe der Süchtigen anders. Diese Patienten sind am besten in einem objektbeziehungstheoretischen Modell zu verstehen. Hier herrschen psychosomatische Prozesse, Autodestruktion und primitive Abwehrmechanismen vor. Entscheidend für die Drogenwahl ist dabei nach Glover (1933) das Moment des Sadismus, da mit der Droge im Inneren des Patienten Repräsentanzen vernichtet werden sollen. Die Mutter wurde vom Süchtigen schon früh unbewusst als böse und vergiftende Brust (Klein 1972) erlebt, die kannibalisch angegriffen und introjiziert wird. Die sich so bildenden bösen inneren Introjekte überwiegen die wenigen guten Introjekte vollständig und sind daher nicht integrierbar. Die Entwicklungsaufgabe der Integration (Kernberg 1978) ist nicht erfüllbar, da dabei die wenigen guten Introjekte überschwemmt und vernichtet würden. Diese bösen Introjekte werden unbewusst auf das Suchtmittel projiziert, das aber bewusstseinsnäher mit scheinbar guten mütterlichen Eigenschaften ausgestattet wird. Es wird immer wieder aufs Neue introjeziert und entwickelt im Inneren kurzfristig eine entspannende Wirkung, wandelt sich dann aber dort in ein zerstörerisches inneres Introjekt. Von diesen abhängigen Patienten werden gegensätzliche Affekte gleichzeitig und schwer lokalisierbar erlebt. Diese werden als bedrohlich empfunden und müssen durch die Droge ‚irgendwie weggemacht werden‘. Bei dieser Form der schweren Sucht dreht sich alles Denken und Fühlen um die Droge, die vom Süchtigen massiv libidinös überbesetzt wird. Es geht um existenzielle Fragen des Seins oder Nichtseins. Diese massive Pathologie kann sich nur auf der Basis einer sehr frühen Entwicklungsstörung entfalten. Letztgenannte Gruppe stellt auch die größte therapeutische Herausforderung dar.

     
Voigtel (1996) rekapituliert eingangs, dass den meisten psychoanalytischen Suchtkonzepten folgende Struktur gemein ist:
  1. a)

    als Ausgangspunkt liegt eine basale Verstimmung vor, eine Initialverstimmung, ein bedrohlicher Uraffekt, unerträgliche depressive Gefühle, Scham- oder Schuldaffekte. Diese unlustvolle bis bedrohliche basale Affektlage soll durch den Rausch-Entzugs-Zyklus aus der Wahrnehmung ausgeschaltet werden.

     
  2. b)

    Als auslösende Gründe werden von den Autoren unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt, die aber nach Voigtel letztlich alle zu einer psychischen Prädisposition für eine Suchtentwicklung beitragen können, so z. B. die ungenügende Selbst- und Objektdifferenzierung auf dem Hintergrund überwiegend unlustvoller frühkindlicher Erfahrung oder die fehlende Fähigkeit des Patienten, gut von böse für sich zu unterscheiden. Damit fehlen ein abgegrenztes Körpergefühl wie auch die Fähigkeit, Gefühle prägnant und im Zusammenhang mit Beziehungserlebnissen wahrzunehmen, sie zu verbalisieren und zu kommunizieren. Der Süchtige spürt diese Defizite und verurteilt und verachtet sich hierfür, oder er reagiert mit einem Kränkungsgefühl auf diesen Mangel. Das schlechte Selbstbild kann als Folge der unzureichenden Präsenz von guten Selbstobjekten zur Zeit der frühkindlichen Entwicklung verstanden werden, mit dem später daraus resultierenden Mangel an genügend guten Introjekten für die Selbstwert- und Affektregulation.

     
  3. c)

    Die Funktion der Droge richtet sich nun gegen die Urverstimmung und das damit verbundene negative Selbstbild. Dieser Ausgleich durch das Suchtmittel gelingt bekanntlich aber nur vorübergehend. In der Ernüchterung kommen die alten negativen Affekte zurück, d. h. die Droge ist nur kurzfristig ‚gut‘. Im Körperinneren wandelt sie sich zum bösen Objekt. Damit wird deutlich, dass sich in und mit der Droge auch die negativen, traumatischen Erfahrungen des Menschen im Sinne des Wiederholungszwanges reinszenieren.

     

Nach der Zusammenschau der Suchtkonzepte stellt Voigtel die Überlassung des Süchtigen an ein unbelebtes Objekt in den Vordergrund, dass das seiner Einschätzung nach Spezifische der Sucht in Abgrenzung zu anderen Krankheitsbildern ist. Die Droge ist für den Süchtigen berechenbar, verlässlich, verfügbar, nicht verschlingend und stellt keine unerfüllbaren Forderungen. Sie ist für den selbstschwachen Abhängigen nicht enttäuschend, beschämend, ängstigend und hilflos machend wie ein menschliches Objekt. Ihre wesentliche, beruhigende Eigenschaft ist ihre Sachlichkeit, respektive Unbezogenheit. Die Droge oder die süchtige Handlung wird projektiv zum Träger zwischenmenschlicher Zuwendung und gleichzeitig auch wieder zum Träger der früher erlebten traumatischen Ablehnung. Sie hilft im Sinne einer Kompromissbildung einen Abhängigkeitswunsch und eine Beziehung zu einem Außen herzustellen, aber eben verschoben auf ein unbelebtes Objekt, wie beispielsweise auf einen Glücksspielautomaten, mit dem der Abhängige verschmilzt. Die Verschiebung auf ein unbelebtes Objekt erlaubt einerseits die Illusion einer unbegrenzten Befriedigung und andererseits das Erleben einer maßlosen Enttäuschung, ohne jedoch von jemandem enttäuscht zu werden, d. h. die wahre, lebendige, traumatische Enttäuschung bleibt verdrängt. Vom Süchtigen wird die Freiheit der Objektlosigkeit gesucht, ohne, dass dabei zumindest vorübergehend der Kontakt zu den Objekten der Außenwelt völlig verloren gehen soll. Je nach Ausprägungsgrad und Fortschreiten der Sucht kann dann aber auch der Wunsch des Süchtigen nach Abtötung seines eigenen fragilen, differenzierungs- und konfliktunfähigen Selbst und letztendlich die Selbstzerstörung mit dem sich Auslöschen im Tod wiedergefunden werden.

Zur weiteren Vertiefung sei verwiesen auf die psychoanalytischen Arbeiten von Rost (1987), Subkowski (2000) und Bilitza (2008).

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Authors and Affiliations

  1. 1.Paracelsus-Kliniken Bad EssenBad EssenDeutschland

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