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Methamphetamin

  • Felix BetzlerEmail author
  • Stephan Köhler
Living reference work entry
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Part of the Springer Reference Psychologie book series (SRP)

Zusammenfassung

Methamphetamin, (Grundlage des sog. „Crystal Meth“) bewirkt eine subjektiv empfundene Leistungssteigerung, eine Reduktion körperlicher und psychischer Müdigkeitserscheinungen sowie Euphorie. Seine Wirkung entfaltet es zentralnervös hauptsächlich über eine Konzentrationserhöhung von Noradrenalin und Dopamin im synaptischen Spalt.

Obwohl Methamphetamin keine neue Substanz ist, spielt es aufgrund der wachsenden Verbreitung in unserem Gesundheitssystem eine immer größere Rolle und erhält zunehmend mediale Aufmerksamkeit.

Es wird von einem breiten Spektrum von Konsumenten mit sehr unterschiedlichen Konsummotivationen eingenommen, darunter zur Leistungssteigerung am Arbeitsplatz, zur Bewältigung von Alltagssituationen und in bestimmten Teilen der Partyszene.

Schäden bei langfristigem Konsum betreffen mehrere Organsysteme und die Neurotoxizität führt zu deutlichen Defiziten in kognitiven Funktionen. Exzessive Gebrauchsmuster führen häufig zu psychiatrischen Symptombildern wie der sog. Amphetaminpsychose.

Schlüsselwörter

Metamphetamin Amphetamin Crystal Meth Ice Desoxyn Pervitin 

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Synonyme

N-Methylamphetamin (MA)

(S)-2-Methylamino-1-phenylpropan

Desoxyephedrin

IUPAC-Name

(S)-N-Methyl-1-phenylpropan-2-amin

CAS-Nummern

537-46-2 (S)-Methamphetamin

51-57-0 (S)-Methamphetamin-Hydrochlorid

7632-10-2 (R,S)-Methamphetamin

300-42-5 (R,S)-Methamphetamin-Hydrochlorid

CID

1615

Summenformel

C10H15N Methamphetamin

C10H15N · HCl Methamphetamin-Hydrochlorid

M R

149,23 z · mol−1 (Methamphetamin)

185,69 g · mol−1 (Methamphetamin-Hydrochlorid)

LD 50

15 mg · kg−1 (Maus, i. p., Hydrochlorid)[5]

34 mg · kg−1 (LD50, Maus, oral)

10 mg · kg−1 (LDLo, Hund, oral)

Handelsnamen in illegalen Märkten

Meth, Crystal, Ice

1 Biologisch-naturwissenschaftliche Perspektive

1.1 Physis

Das Psychostimulans Methamphetamin („Crystal Meth“), ursprünglich als Medikament Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelt, hat sich in den letzten Jahren nach Cannabis zu der am häufigsten illegal konsumierten Substanz weltweit entwickelt (UNODC 2011) und ist aufgrund der schwerwiegenden langfristigen körperlichen Nebenwirkungen zu einem weltweiten Gesundheitsproblem geworden. Auch in Deutschland hat die Verbreitung von Methamphetamin in den letzten Jahren besonders in grenznahen Gebieten zur Tschechischen Republik zugenommen (Pabst et al. 2013; Piontek et al. 2013). Zugleich ist der wissenschaftliche Kenntnisstand bezüglich der Wirkweise, den Konsequenzen der Abhängigkeit als auch der Behandlung der Metamphetaminabhängigkeit in den letzten Jahren stetig angestiegen.

Methamphetamin wird bei manchen Krankheitsbildern noch als Medikament (insbesondere in den USA) eingesetzt, jedoch reduziert sich die Anzahl der Indikationen mit der Zunahme wirksamer Alternativen. Aktuell ist der nichtmedizinische Gebrauch als Droge bei dieser Substanz gesundheitspolitisch von größerer Bedeutung als ihr medizinischer Gebrauch. Gehandelt wird es auf dem Schwarzmarkt üblicherweise in grob-kristalliner Form mit stark schwankendem Reinheitsgehalt. Der Konsum erfolgt nasal, inhalativ oder teilweise intravenös (Thomasius et al. 2004).

1.2 Pharmakologie

Methamphetamin („Crystal Meth“) ist ein Psychostimulans der Phenethylamingruppe. Methamphetamin liegt in zwei Isomeren vor, wobei das D-Methamphetamin eine ca. vierfach höhere Wirkung im ZNS entfaltet als das L-Methamphetamin (Ciccarone 2011). Methamphetamin liegt als D-Methamphetamin oder als Racemat vor, wobei sowohl Pulver als auch Kristalle („Ice“, „Crystal“ oder „Crystal Meth“) mögliche Zustandsformen sind (Cruickshank und Dyer 2009). Das kristalline Methamphetamin enthält im Wesentlichen das D-Methamphetamin und wird häufig geraucht (was nur bei dieser Form möglich ist – bei anderen Formen wird bei der dafür notwendigen Erhitzung die aktive Wirkform zerstört) und ist die Konsumform mit der höchsten Rate an Abhängigen, was wiederum zu Teilen auf diese Applikationsform mit schnellem Wirkeintritt zurückzuführen ist (McKetin et al. 2006). Methamphetamin wird sowohl nasal, oral und inhalativ, seltener auch intravenös konsumiert (Iversen 2005).

1.2.1 Pharmakodynamik

Methamphetamin führt zu einer Euphorisierung, allgemeinen Aktivierung und Herabsetzung von Angst durch Freisetzung der Monoamine Dopamin und Noradrenalin, sowie – geringfügig – Serotonin aus der Präsynapse sowie einer reduzierten Wiederaufnahme der genannten Neurotransmitter (Rasmussen 2015). Hierbei verdrängt Methamphetamin die eigentlichen Substrate aus den entsprechenden Dopamin-, Serotonin- oder Noradrenalin-Transportern, was zu einer erhöhten Konzentration der Monoamine und entsprechenden Aktivierung postsynaptischer Rezeptoren führt (Cruickshank und Dyer 2009). Die erhöhten Monoaminkonzentrationen führen zu einer Aktivierung u. a. mesolimbischer, mesokortikaler und nigrostriataler Netzwerke. Dieses wird mit der euphorisierenden Wirkung in Zusammenhang gebracht (Homer et al. 2008). Durch die Stimulation aller monoaminergen Neurotransmitter wird auch deutlich, dass die Wirkweise von Methamphetamin komplex und vielfältig ist und von reduzierter Schmerzsensitivität und erhöhtem sexuellen Verlangen (Serotonin) bis zu verändertem Belohnungsverhalten (Dopamin) und Antriebssteigerung (Noradrenalin) reicht (Cruickshank und Dyer 2009). Das hohe Abhängigkeitspotenzial ist möglicherweise aber nicht nur über die dopaminerge Wirkung zu erklären: Insbesondere zeigt sich in neueren Arbeiten, dass eine Interaktion von Methamphetamin mit dem endogenen Opiat-System des Körpers stattfindet (Chiu et al. 2006), was ebenfalls zu einem erheblichen Anteil an der Modulation des mesolimbischen Belohnungssystems beiträgt (Ford et al. 2006) und folglich durch Methamphetamin verstärkt wird.

1.2.2 Pharmakokinetik

Methamphetamin wird durch die zusätzliche Methylgruppe schneller im ZNS wirksam als Amphetamin. Die schnellere Anflutung und der schnellere Übertritt durch die Blut-Hirn-Schranke, was mit einem höheren Euphorieerleben assoziiert ist, sind u. a. für das erhöhte Suchtpotenzial verantwortlich, da die erlebte Wirkung der Droge durch schnelleren Wirkungseintritt stärker mit dem Einnahmevorgang assoziiert wird. Zudem bewirkt die modifizierte Molekülstruktur eine mindestens doppelt höhere biologische Wirksamkeit im Vergleich zu Amphetamin, bei jedoch vergleichbarer Ausprägung der Nebenwirkungen (Iversen 2005). Die begrenzte Dosiseinnahme von Amphetamin, die durch körperliche Nebenwirkungen bestimmt ist, spielt daher beim Methamphetamin eine im Verhältnis kleinere Rolle, was oft zu deutlich intensiveren und aufgrund der höheren Halbwertszeit von 10–30 Stunden auch zu längeren Rauschverläufen führt. Methamphetamin wird hauptsächlich in der Leber zu seinen Metaboliten verstoffwechselt, wobei in der Folge bis zu 50 % des ursprünglichen Methamphetamins über die Niere ausgeschieden werden. Über eine Akkumulation bei regelmäßigem Konsum ist ein Nachweis im Urin bis zu drei bis vier Tage nach Konsum eine sichere Nachweismethode. Rauchen ist die häufigste Methode der Methamphetamin-Einnahme und führt, neben der i. v.-Einnahme, zu einem fast sofortigen Wirkeintritt. Die nasale oder orale Einnahme hingegen führen zu einem verzögerten Wirkeintritt und haben eine Wirkdauer von 8 bis 12 Stunden (Meredith et al. 2005). Die orale Bioverfügbarkeit ist über das Rauchen ebenfalls deutlich erhöht im Vergleich zur oralen Einnahme (90,3 % vs. 67 %; Caldwell et al. 1972).

1.3 Synthese

Insgesamt bestehen mehrere Möglichkeiten der Synthese von Methamphetamin. In Europa sind fünf häufig verwendete Synthesewege beschrieben. Die heutzutage wohl häufigste Herstellungsform findet über die Erkältungszusatzmittel Ephedrin oder Pseudoephedrin statt: Hierbei wird das S-Enantiomer von Methamphetamin meist durch Reduktion von Ephedrin oder von Pseudoephedrin mit Iodwasserstoffsäure und rotem Phosphor hergestellt. Zwei weitere Synthesewege auf Basis von Ephedrin und Pseudoephedrin beinhalten deren Reduktion durch Lithium und Ammoniak, sowie durch Phosphinsäure und Iod. Diese drei Synthesewege stellen einfache, einschrittige Reaktionen dar. Sowohl Ephedrin wie Pseudoephedrin sind kommerziell erhältlich und werden in einigen Arzneimitteln verwendet. Ephedrin kann auch aus Pflanzen wie z. B. der Ephedra vulgaris L. extrahiert werden (in der chinesischen Medizin bekannt als „Ma Huang“). Diese verfahren sind in Zentraleuropa (Deutschland, Tschechien, Polen) die häufigsten Verfahren (EMCDDA 2014).

Zwei weitere Herstellungsmöglichkeiten bedienen sich der Ausgangssubstanz 1-Phenyl-2-propanon, zum einen über die sogenannte „Leuckart-Route“ (Hydrolisierung) oder reduktive Aminierung. Diese Verfahren finden hauptsächlich Anwendung außerhalb Europas, so z. B. in China und Russland, vereinzelt jedoch auch in Europa (EMCDDA 2014).

Zahlreiche mehr oder weniger professionelle Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur Methamphetaminherstellung kursieren im Internet, darüber hinaus gibt es mehrere Bücher, die eine detaillierte Anleitung enthalten (Fester 2009), jedoch stellt dieser einfache Zugang ein Risiko dar, da er die Schwelle zur Synthese dieser Gesundheitsschädigenden Substanzen deutlich herabsetzt.

1.4 Medizinische Anwendung von Methamphetamin

Im Rahmen des Einsatzes von Amphetamin-Inhalatoren zur symptomatischen Behandlung von Erkältungen (siehe Abschn. 2.1), wurde auch Methamphetamin eingesetzt (Wyamine®-Inhaler). Seit dem Verbot zentral wirksamer Substanzen in Inhalatoren durch die Food and Drug Administration (FDA) im Jahr 1959, sind in den USA nur noch Inhalatoren erhältlich, die Amphetaminderivate enthalten, die lediglich auf den Noradrenalinhaushalt des peripheren Nervensystems wirken und damit das Suchtpotenzial stark erniedrigt ist oder gänzlich fehlt. Dennoch gibt es auch heute noch Inhalatoren, die Metamphetamin enthalten: So enthält beispielsweise der aktuell gebräuchliche Vicks®-Inhaler 50 mg Methamphetamin (als Inhaltsstoff auf dem Etikett ‚Desoxyephedrine‘ genannt). Hierbei handelt es sich jedoch um das peripher wirksame L-Methamphetamin, welches keine zentralnervösen Wirkungen besitzt. Dennoch kann die Verwendung dieses Inhalers zu Konflikten mit dem Gesetz führen, sofern die Drogen(schnell)tests nicht zwischen der D- und L-Form des Methamphetamins unterscheiden (Iversen 2005).

In den USA wird Methamphetamin weiterhin medizinisch eingesetzt. Indikationen umfassen dabei den Einsatz bei Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) oder Adipositas z. B. als Desoxyn® (Recordati Rare Diseases Inc 2013).

2 Sozialwissenschaftlich-epidemiologische Perspektive

2.1 Entdeckungs- und Sozialgeschichte

Der Startschuss der „Erfolgsgeschichte“ der Amphetamine, so auch Methamphetamin, sind die Inhalatoren der frühen 1930er-Jahre, welche als Benzedrin®-Inhalatoren, in diesem Fall Amphetamin als Wirksubstanz, zur symptomatischen Therapie von Erkältungen eingesetzt wurden. Kurz darauf, als Antwort auf die starke Nachfrage, die vielleicht weniger dem Abschwellen der Nasenschleimhäute geschuldet war, als vielmehr den euphorisierenden und subjektiv leistungssteigernden Effekten der Amphetamine, erschienen zahlreiche weitere Inhalatoren mit Amphetaminen, darunter auch Methamphetamin z. B. als Inhaltstoff in dem Inhalator der Firma Burroughs Wellcome.

Kurz nachdem Amphetamin 1939 als Mittel gegen Übergewicht in den USA zugelassen wurde, folgte einige Jahre später Methamphetamin mit derselben Indikation. Amphetamine zur Gewichtsreduktion führten zu einer enorm hohen Absatzrate: 1948 wurden in den USA zur Behandlung der Adipositas in 90 % der Fälle Amphetamine eingesetzt (Grinspoon und Hedblom 1976). Bereits früh konnte gezeigt werden, dass sich die gewichtsreduzierenden Eigenschaften, die im Wesentlichen auf einen reduzierten Appetit zurückzuführen sind, nur in den ersten Monaten der Behandlung bestanden und sich die Amphetaminwirkung nach mehrmonatiger Behandlung diesbezüglich abnutzte (Adlersberg und Mayer 1949; Gelvin und Mc 1949). Dennoch wurden Amphetamine in der Behandlung der Adipositas weiter hochfrequent verschrieben und zahlreiche Amphetaminderivate wurden zusätzlich mit dieser Indikation zugelassen, alle in ihrer Wirkung stark vergleichbar (Iversen 2005).

Der Beginn des 2. Weltkrieges fiel zeitlich mit der Einführung von Methamphetamin als Medikament zusammen. Systematische Studien zur Wirksamkeit von Methamphetamin lagen zu dieser Zeit noch nicht vor, jedoch der klinische und insbesondere subjektive Eindruck von Leistungssteigerung und erhöhtem Durchhaltevermögen. Dies führte dazu, dass die Wehrmacht des 3. Reiches die Substanz ohne größer angelegte Studien zur Leistungsfähigkeit bei Soldaten der Wehrmacht unter dem Namen „Pervitin“ in Tablettenform einsetzte. Die Einnahme erfolgte bedarfsorientiert und ohne strenge Restriktion oder genaue Einnahmeempfehlungen, was zu einem regelrecht epidemischen Methamphetaminkonsum der deutschen Soldaten zwischen 1939 und 1940 führte (10 Mio. Tabletten (3 mg) in einem Jahr, entsprechend ca. 10 Tabletten/Mann/Monat, (Rasmussen 2015)). Nachdem deutlich wurde, dass dieser Konsum ein hohes Missbrauchspotenzial und die längere Einnahme in hohen Dosen entsprechende Komplikationen mit sich brachte, wurde die Abgabe 1942 strenger reguliert und der Gebrauch ging stark zurück.

Just als Methamphetamin von deutscher Seite reguliert wurde und auf die Liste gefährlicher Narkotika mit hohem Suchtpotenzial gelangte, begannen die Alliierten nach systematischen Tests zur Leistungsfähigkeit, 1942 Amphetamin (nicht Methamphetamin) im militärischen Kontext einzusetzen. Erst gegen Ende des Krieges relativierte sich das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Substanzen zu Ungunsten der Amphetamine. Dies geschah im Zuge der mittlerweile vielfach bestätigten Beobachtung, dass sich die leistungssteigernden Effekte der Amphetamine auf ein sehr schmales Spektrum im Bereich der Leistungsfähigkeit erstrecken und die subjektiv empfundenen Leistungssteigerungen nicht den tatsächlichen Leistungen entsprechen.

Erst in den 60er-Jahren erfolgten erste systematische Studien zum Missbrauchspotenzial von Amphetaminen, welche zeigten, dass sich nach initial medizinischem Gebrauch von Amphetamin häufig ein Missbrauch oder eine Abhängigkeit einstellten (Brandon und Smith 1962; Kiloh und Brandon 1962).

In den letzten zwanzig Jahren hat der Gebrauch von Amphetaminen im medizinischen Kontext wieder stark zugenommen. Insbesondere im Rahmen der Behandlung von ADHS, in erster Linie bei Kindern, jedoch zunehmend auch bei ADHS des Erwachsenenalters (Rasmussen 2008; Drug Enforcement Administration 2014), werden sowohl Amphetamin als auch Methamphetamin eingesetzt (siehe „Medizinische Anwendungen“).

2.2 Handelspreis

Der Handelspreis schwankt regional abhängig stark. Nahe den tschechischen Grenzgebieten oder in der Tschechischen Republik selbst findet sich ein deutlich niedrigerer Preis als in Gebieten die weiter entfernt von den Produktionsstätten liegen. Der durchschnittliche Preis in Europa liegt derzeit für ein Gramm zwischen 15 € und 66 € (EMCDDA 2016). In den USA sind die Preise für Methamphetamin ebenfalls regional stark schwankend, tendenziell eher günstiger als in Europa.

2.3 Gebrauchsformen und -kontexte

Methamphetamin ist aufgrund seiner hohen weltweiten Prävalenz und der schwerwiegenden langfristigen körperlichen Nebenwirkungen zu einem globalen Gesundheitsproblem geworden. Auch in Deutschland hat die Verbreitung von Methamphetamin in den letzten Jahren zugenommen, wobei sich hinsichtlich der Verbreitung regional starke Unterschiede zeigen. In den grenznahen Gebieten zu der Tschechischen Republik lag der Anteil substanzbezogener Störungen im Hinblick auf Methamphetamin nahezu zehnmal höher als in der Bundesstichprobe (Pabst et al. 2013; Piontek et al. 2013). Die Sicherstellungsfälle von Methamphetamin in Deutschland erhöhten sich vom Jahr 2006 (Beginn der Erfassung) bis 2014 von 416 auf 3905 Fälle, in Kilogramm entspricht das einem Anstieg von 11 kg auf 73 kg (BKA 2014). In den Ländern Slowakei, Lettland, Litauen und der Tschechischen Republik ist Methamphetamin das am häufigsten sichergestellte Stimulans (Vergleiche z. B. Deutschland und Skandinavien: Amphetamin; Frankreich, Spanien, Italien und Großbritannien: Kokain; Rumänien und Türkei: MDMA) (EMCDDA 2016). Die überwiegende Mehrzahl der europäischen Produktionsstätten für Methamphetamin befindet sich weiterhin in der Tschechischen Republik, in der zunächst meist kleine, lokal versorgende Produktionsstätten aufgedeckt wurden, in den letzten Jahren jedoch zunehmend auch größere Produktionsstätten im Zusammenhang organisierter Kriminalität. Im Jahr 2013 entfielen von den 294 aufgedeckten Methamphetamin-Produktionsstätten in Europa allein 261 auf die Tschechische Republik (EMCDDA 2016).

Zunächst primär als Partydroge konsumiert ist die Substanz mittlerweile auch weit verbreitet zur Leistungssteigerung am Arbeitsplatz als auch bei Schülern und Studenten: In einer Studie des Zentrums für Interdisziplinäre Suchtforschung (ZIS) der Universität Hamburg gaben knapp 50 % der Befragten an, Crystal Meth auch zur beruflichen Leistungssteigerung zu nutzen, wobei der häufigste Anlass (ca. 60 %) die Einnahme in der Freizeit ist (Piontek et al. 2013). Anlass zur Besorgnis gibt insbesondere der Methamphetaminkonsum innerhalb der Subgruppe homosexueller Konsumenten, in Kombination mit risikoreichem Sexualverhalten („Chem-Sex-Parties“, „Slamming-Parties“) aufgrund der Gefahr einer Verbreitung von Infektionskrankheiten (EMCDDA 2015). Trotz der potenziell lebensbedrohlichen langfristigen Nebenwirkungen stellt Methamphetamin eine vor allem billige Alternative zu anderen Stimulantien dar (Preis in Europa ca. 10–40 € pro Gramm, vergleiche Kokain: 50–70 €) (EMCDDA 2016). Die genaue Verbreitung sowie Menge und Frequenz des Konsums von Crystal Meth in Deutschland sind jedoch weiterhin unklar. Der 2012 durchgeführte epidemiologische Suchtsurvey ermittelte eine 12-Monatsprävalenz von 0,7 % für Amphetaminkonsum in Deutschland, wobei hier nicht zwischen Amphetamin und Methamphetamin unterschieden wurde. Einen Missbrauch von Amphetaminen zeigten laut dieser Arbeit 0,2 % der Befragten, weitere 0,1 % erfüllten die Kriterien für eine Abhängigkeit (Pabst et al. 2013). Eine Trennung der Amphetamintypen in zukünftigen Erhebungen erscheint aufgrund der unterschiedlichen Wirkung, des Abhängigkeitspotenzials, der Konsumenten und der damit unterschiedlichen gesellschaftlichen Bedeutung der Substanzen sinnvoll. Zahlen des Bundeskriminalamts zeigen eine deutliche Zunahme der Erstauffälligen Methamphetaminkonsumenten was für eine Zunahme der Bedeutung dieser Substanzklasse im Konsum illegaler Drogen spricht (Abb. 1).
Abb. 1

Erstauffällige Konsumenten für Amphetamin, Methamphetamin und MDMA im Vergleich (BKA 2014)

2.4 Typische Dosis

Die typischerweise eingenommene Dosis im im Rahmen des illegalen Konsums schwankt abhängig von der Applikationsform, die großen Einfluss auf die Bioverfügbarkeit hat, sowie von der erwünschten Wirkung von Seiten des Konsumenten. Etablierte (User-)Plattformen wie Erowid (www.erowid.org) geben je nach Applikationsform als Dosisbereich mit schwacher Wirkung 5–15 mg, mittlerer Wirkung 10–30 mg, sowie starker Wirkung 30–60 mg an. Diese Werte dienen jedoch nur einer groben Orientierung, die eigentliche Wirkung fällt je nach Metabolismus, Körpergewicht (Verteilungsvolumen), Gewöhnung an die Substanz, Applikationsform und Reinheitsgehalt des Produktes stark unterschiedlich aus.

Die typische Dosis von Methamphetamin als Medikation (Desoxyn®) in der Anwendung bei ADHS liegt bei initial 5 mg bis zu 25 mg täglich. In der Anwendung bei Adipositas liegt die Dosis üblicherweise bei 5 mg täglich (Recordati Rare Diseases Inc 2013).

2.5 Risiko Schwarzmarkt und typisch vorgefundene Reinheit

Wie bei allen illegal auf dem Schwarzmarkt verfügbaren Substanzen, bestehen auch bei Methamphetamin entsprechende Risiken, beispielsweise bezüglich eines schwankenden Reinheitsgehalts der Substanz. Dieser liegt derzeit (Stand: Jahr 2016) bei Methamphetamin in Europa mit Werten zwischen 28 % und 67 % vergleichsweise hoch (Vergleiche Amphetamin 12–27 %, Kokain 36–50 %) (EMCDDA 2016).

2.6 Risiken und Nebenwirkungen

2.6.1 Neurotoxizität und Neurokognitive Veränderungen bei chronischem Methamphetaminkonsum

Chronischer Methamphetamin-Konsum führt zu erheblichen neurotoxisch bedingten Veränderungen im serotonergen und noradrenergen Neurotransmittersystem, was zu einem irreversiblen Verlust von Nervenzellen führen kann (Cho und Melega 2002). Eine Hypothese für den Zelluntergang ist, dass die erhöhte Konzentration der Neurotransmitter, insbesondere von Dopamin, zu erhöhten freien Radikalen und oxidativem Stress führen (Berman et al. 2008). Untersuchungen im Rahmen von Positronenemissionstomographie-Untersuchungen (PET) und funktioneller Magnetfeldresonanztomografie (fMRI) bei Methamphetamin-Konsumenten zeigten u. a. eine reduzierte striatale Dopamin- und Serotonintransporterdichte (Volkow et al. 2001c; Sekine et al. 2006). Diese spezifischen Veränderungen scheinen auch im Zusammenhang mit entsprechenden kognitiven und Verhaltensänderungen, wie zum Beispiel Gedächtnisstörungen und psychomotorischen Koordinationsstörungen (Dopamin) sowie erhöhten aggressiven Verhaltensweisen (Serotonin) zu stehen. Weiterhin zeigen sich auch strukturelle zerebrale Veränderungen bei chronischen Methamphetamin-Konsumenten wie eine reduzierte weiße Substanz, oder auch Volumenminderung im cingulären Cortex und limbischen System sowie einer spezifischen hippocampalen Volumenminderung (Thompson et al. 2004). Korrespondierend zur Abnahme im Volumen spezifischer Hirnareale konnte ebenfalls eine Minderaktivierung des Glukosestoffwechsels im medialen Präfrontalcortex (mPFC) und cingulären Cortex und eine Überaktivierung in der Amygdala, im ventralen Striatum und im lateralen orbitofrontalen Cortex (OFC) festgestellt werden (London et al. 2004). Entsprechend zeigten sich bei längerer Abstinenz eine Reversibilität der genannten Befunde (Volkow et al. 2001; Berman et al. 2008).

Chronischer Methamphetaminkonsum führt zu Veränderungen in diversen neurokognitiven Domänen, mit besonders starken negativen Auswirkungen bei jungen Konsumenten (Dean et al. 2013). Neben Alter scheinen weitere Faktoren wie Ausbildungsgrad und Genotyp einen Einfluss auf das Ausmaß der kognitiven Einschränkungen nach Methamphetamin-Konsum zu haben (Dean et al. 2013). In einer metaanalytischen Auswertung von 18 Studien zeigten sich bei Methamphetamin-abhängigen Patienten mittlere Effekte hinsichtlich der Einschränkung insbesondere des episodischen Gedächtnisses, der Exekutivfunktionen, der Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit und psychomotorischer Funktionen. Geringe Einschränkungen konnten für das Aufmerksamkeit- und Arbeitsgedächtnis sowie Sprachfunktionen festgestellt werden (Scott et al. 2007). Diese Veränderungen konnten auch in einer Reihe von fMRT-Untersuchungen verifiziert werden (Aron und Paulus 2007). So zeigten sich beispielsweise im fMRT bei gleichzeitiger Durchführung von Lernaufgaben eine reduzierte Aktivität des PFC (Salo et al. 2013), der anterioren Insula und des anterioren cingulären Kortex (Nestor et al. 2011). Auch auf Ebene der dopaminergen Neurotransmission zeigen sich entsprechende Veränderungen: In einer PET-Untersuchung an Affen konnte nachgewiesen werden, dass die spezifischen Veränderungen im Lernverhalten vor- und nach Methamphetamingabe mit einer veränderten Verfügbarkeit von Dopaminrezeptoren (Typ D2) im Striatum korrelierten (Groman et al. 2012). Auch hinsichtlich Prozessen der Entscheidungsfindung konnte in mehreren Arbeiten (u. a. Paulus et al. 2003) nachgewiesen werden, dass im Vergleich zu Kontrollprobanden Methamphetamin-Konsumenten eine geringe Aktivität im dorsolateralen PFC (dlPFC) und rechten OFC aufweisen (in einem „two-prediction choice“). Interessanterweise zeigte sich das Ausmaß der frühzeitigen funktionellen Veränderungen als signifikanter Prädiktor für einen Rückfall im Follow-Up (Paulus et al. 2005).

Zusammenfassend zeigen sich erhebliche Veränderungen in verschiedenen neurokognitiven Domänen bei Methamphetamin-Konsumenten, deren neurobiologisches Korrelat darauf hinweisen, dass eine Veränderung in der dopaminergen Neurotransmission bei gleichzeitiger klinischer Bedeutsamkeit hinsichtlich der Rückfallraten eine entscheidende Rolle für die Entstehung und Aufrechterhaltung der Methamphetamin-Abhängigkeit darstellen (Courtney und Ray 2014).

2.6.2 Organische Veränderungen durch Methamphetaminkonsum

Die somatischen Komplikationen einer Methamphetaminabhängigkeit sind vielfältig, insbesondere internistische und neurologische Komplikationen können durch Myokardinfarkt, kardiale Rhythmusstörungen, Rhabdomyolyse oder Hirnblutungen (bedingt durch hypertensive Krisen) und Krampfanfälle, sowie durch Suizide und Unfälle unter Methamphetamineinfluss letal enden (Herbeck et al. 2015). Klinisch werden insbesondere bei langfristigem und regelmäßigem Konsum eine deutliche Kachexie und Infektionsanfälligkeit auffällig. Erst in den letzten Jahren wurde immer deutlicher, dass die Infektionsanfälligkeit nicht nur ein Sekundäreffekt von vernachlässigender Lebensführung bei Substanzabhängigkeit ist, sondern auch das Immunsystem selbst durch regelmäßigen Konsum von Methamphetamin erhebliche Veränderungen durchläuft, welche sich in einer deutlich gesteigerten Rate verschiedener Infektionserkrankungen zeigen kann und was nicht nur durch potenziell gefährliches Verhalten der Konsumenten bedingt ist (MRSA, opportunistische Pilzerkrankungen, HIV). Ursächlich wird hierbei angenommen, dass pro-inflammatorische Prozesse gesteigert und die natürliche Immunantwort geschwächt werden (Salamanca et al. 2014). Die durch Methamphetamin bedingte Neurotoxizität wird zunehmend auch auf molekularer Ebene besser verstanden: So werden durch dauerhaften Konsum von Methamphetamin proinflammatorische Prozesse mit konsekutiver Gliose und Apoptose angestoßen (Yu et al. 2015). Hierzu zählt die Schädigung der Blut-Hirn- Schranke, insbesondere im Hippocampus, was zu einer erhöhten Permeabilität der Blut-Hirn-Schranke und damit einer erhöhten Anfälligkeit des ZNS für (mikrobielle) Toxine führt. Der chronische Konsum kann sich auf vielfältige Organsysteme auswirken und Folgeerkrankungen wie u. a. eine Niereninsuffizienz, Magenulcera, Hautentzündungen, die Destruktion der Schleimhäute und auch verstärkte Karies („Meth-Mund“) verursachen. Letztere beruht u. a. auf einer Kalzifizierungsstörung der Zähne, die damit zur Brüchigkeit führt. Allerdings muss hierbei auf die Verdeutlichung von Seiten diverser Aufklärungskampagnen hingewiesen werden, die sich dieser Auswirkung als besonders abschreckendes Beispiel bedienen. Nicht zuletzt hat Karies bei exzessivem Drogenkonsum in erster Linie mit mangelnder Zahnhygiene zu tun, die auch bei Exzessivem Konsum anderer Drogen auftritt und zu einem entsprechenden Zahnstatus führt. Auch hat Methamphetamin einen erheblichen Einfluss auf die Kortisol-Stress-Achse (Zuloaga et al. 2015), die in Zusammenhang mit Abhängigkeit und Rückfallverhalten zu stehen scheint (Kiefer und Wiedemann 2004; Hillemacher et al. 2007): Methamphetaminkonsum induziert über eine Veränderung der Expression von Proteinen die Glukokortikoidsynthese. Diese steht im Mausmodell im Zusammenhang mit erhöhtem Suchtverhalten was durch eine medikamentöse Blockade (Kortisolsyntheseblocker) positiv beeinflusst werden kann. Eine Übertragung dieses Therapieansatzes auf den Menschen ist derzeit Forschungsgegenstand (Zuloaga et al. 2015).

2.6.3 Psychische Veränderungen : Akute Intoxikation, Entzugssyndrom, Abhängigkeit

Methamphetamin ist durch seine Wirkweise ein starkes ZNS-Stimulans. In niedrigen Dosierungen (5–30 mg/Tag) führt es zu Erregung, Euphorie, Tachykardie, reduziertem Appetit, reduzierter Müdigkeit, kurzfristiger kognitiver Leistungssteigerung und Temperatursteigerung (Cruickshank und Dyer 2009). In höheren Dosierungen führt es, insbesondere bei häufigem Konsum in kurzer Zeit und Schlafdeprivation, häufig zu psychotischen Rauschverläufen (Amphetamin-Psychose) und kann in der Folge auch längere psychotische Episoden, im Sinne einer drogeninduzierten Psychose, auslösen (Ujike und Sato 2004; Hermens et al. 2009). Die sogenannte Amphetamin-Psychose mit einer Prävalenz von bis zu 40 % bei den Konsumenten, ist klinisch gekennzeichnet durch starke Unruhe, Fremdaggressivität sowie Halluzinationen verschiedener Sinnesqualitäten (Glasner-Edwards und Mooney 2014). Insbesondere die Differenzialdiagnostik zu anderen psychotischen Erkrankungen ist häufig schwierig.

Durch den schnellen Beginn der Wirkung finden auch sehr schnell entsprechende synaptische Anpassungsprozesse statt (Down-Regulation der Rezeptoren; Barr et al. 2006). Hieraus erklären sich auch die erheblichen Entzugssymptome mit Angstzuständen, Aggressivität, Irritabilität, und starkem Craving (Meredith et al. 2005). Im Rahmen exzessiven Konsums von Methamphetamin kann es zu langen, mehrtägigen Phasen von Schlafkarenz und gleichzeitiger ausgeprägter körperlicher Aktivität kommen. Dies kann bis zu völliger Erschöpfung und einem konsekutiven Rebound-Phänomen mit Hypersomnie führen. Insbesondere der für Methamphetamin typische „Binge-Konsum“, also der hochfrequente Konsum innerhalb einer Konsumreihe, führt zu einer hohen Wahrscheinlichkeit des Auftretens psychiatrischer Komplikationen. Hiermit verbunden zeigen sich häufig depressive Symptome bis hin zu Suizidalität. Entgiftungen von Methamphetamin können sich teilweise mit sehr schwerer psychomotorischer Unruhe darstellen. Insbesondere die schwere depressive Symptomatik steht im Rahmen des Entzugssyndroms im Mittelpunkt (Zorick et al. 2010). Die Dauer des Entzugssyndroms kann von Tagen über protrahierte Verläufe mit wochenlanger Symptomatik anhaltend sein und steht in starkem Zusammenhang mit Menge und Dauer der Einnahme.

Klinisch können (Meth-)Amphetaminkonsumenten bezüglich ihres Konsumverhaltens und des Verlaufs des Missbrauchs und der Abhängigkeit von Methamphetamin in Gelegenheitskonsumenten (Ziel: Leistungssteigerung) bzw. chronische oder episodische Konsumenten mit teilweise exzessivem Suchtverhalten unterteilt werden, die sich meist erheblich in ihrem klinischen Phänotyp unterscheiden (Herman-Stahl et al. 2007; McKetin et al. 2008). Während Gelegenheitskonsumenten zumeist ein hohes Funktionsniveau aufrechterhalten können, teilweise mit stabilem Konsummuster, tritt hingegen unter exzessivem Konsum unter den Konsumierenden von (Meth-)amphetamin eine Toleranzentwicklung mit entsprechend massiver Dosiserhöhung auf, begleitet von körperlichen Komplikationen (Iversen 2005).

Zusammenfassend stellt Methamphetamin mit seinen vielfältigen psychiatrischen und neurologischen Nebenwirkungen und Langzeitschäden für Psychiaterinnen und Psychiater in den nächsten Jahren eine der bedeutsamsten illegalen Drogen dar (Rusyniak 2013).

2.7 Behandlung Methamphetamin-assoziierter Erkrankungen

2.7.1 Pharmakologische Behandlung

Kürzlich ist die S3-Leitlinie „Methamphetamin-bezogene Störungen“ veröffentlicht worden (Bundesministerium für Gesundheit und Bundesärztekammer (2016). Im Fokus der Leitlinie stehen evidenzbasierte Aussagen zur Wirksamkeit von medikamentösen und psychotherapeutischen Interventionen hinsichtlich Akut- als auch Postakutbehandlung. Eine Methamphetamin-Entzugsbehandlung sollte hiernach stationär erfolgen und mindestens drei Wochen umfassen. Medikamentös sollen Benzodiazepine (bei starker Unruhe, ggf. auch sedierende Antidepressiva) und bei psychotischen Symptomen atypische Antipsychotika, jedoch beide möglichst zeitlich limitiert, Anwendung finden wie oben Auch für die medikamentöse Unterstützung des Entzugs mit Dexamphetamin ret. sieht die Leitlinie eine Indikation nach Scheitern alternativer Strategien.

Aufgrund des massiven Abhängigkeitspotenzials und den damit einhergehenden neurobiologischen Veränderungen, wurde in den letzten Jahren versucht, pharmakologische Strategien in der Langzeitbehandlung der Methamphetamin-Abhängigkeit zu etablieren, wobei Substanzen untersucht wurden und werden, die Einfluss auf das serotonerge, dopaminerge, GABAerge und glutamaterge Neurotransmittersystem (Vocci und Appel 2007) und sogar auf das Opiatsystem haben (Brensilver et al. 2013). Zusammengefasst ist die Evidenz bezüglich der Wirksamkeit der pharmakologischen Therapiestrategien in der Langzeitbehandlung der Methamphetaminabhängigkeit schlecht: Therapieversuche mit Antidepressiva (Sertralin) und Antipsychotika (Aripiprazol) zeigten sich gegenüber Placebo sogar nachteilig hinsichtlich Craving und der Konsumhäufigkeit (Brensilver et al. 2013).

In insgesamt drei randomisierten, kontrollierten und doppelblinden Studien konnten hingegen positive Effekte für Methylphenidat, Bupropion, Mirtazapin und Naltrexon beschrieben werden, die zu einer reduzierten Konsumhäufigkeit führten (Jayaram-Lindstrom et al. 2004; Karila et al. 2010; Colfax et al. 2011).

Zudem konnten für Topiramat Hinweise für ein reduziertes Rückfallrisiko gefunden werden (Brensilver et al. 2013; Courtney und Ray 2014). Ebenso ergaben sich Hinweise, dass Naltrexon in der Rückfallprophylaxe bei (Meth)amphetamin-Abhängigkeit wirksam ist (Tiihonen et al. 2012; Comer et al. 2013).

In der S3-Leitlinie wird festgestellt, dass „bei Patienten mit moderatem, nicht täglichem Methamphetamin-Konsum ein Therapieversuch mit Bupropion unternommen werden kann“. Für Sertralin, Modafinil und auch Amphetamine wird hingegen von einer Behandlung abgeraten wie oben Aufgrund der zunehmenden Relevanz der Methamphetamin-Abhängigkeit sind weitere Substanzen im Fokus klinischer Studien, insbesondere in Hinblick auf das dopaminerge, serotonerge und Opiat-System (Brensilver et al. 2013). Dennoch zeigt sich bisher am meisten positive Evidenz für eine Behandlung der Methamphetaminabhängigkeit mit kognitiver Verhaltenstherapie und psychoedukativen Maßnahmen (Thomasius et al. 2004).

2.7.2 Psychosoziale Therapien

Hinsichtlich der langfristigen Behandlung der Methamphetaminabhängigkeit werden verschiedene Empfehlungen mit unterschiedlicher Evidenz durch die S3-Leitlinie ausgesprochen: Bereits in der Entzugsbehandlung sollen zusätzlich Psychoedukation und optional psychotherapeutische Interventionen durchgeführt werden. Hinsichtlich der Postakutbehandlung der Methamphetaminabhängigkeit werden verschiedene Empfehlungen mit unterschiedlicher Evidenz durch die S3-Leitlinie gegeben: Zunächst sollte die Methamphetamin-Abstinenz das Therapieziel sein. Auch sollte eine Entwöhnung oder eine einjährige suchtbezogene Behandlung erfolgen. Die Einbindung von bedarfsspezifischen Selbsthilfegruppen und die Angehörigenarbeit als auch sozialarbeiterische Hilfe im Falle eines Rückfalls sollen hierbei integraler Bestandteil aller Angebote sein. Eine zentrale Rolle in der Langzeittherapie nimmt die Verringerung des Suchtdruckes (Craving) und damit des Rückfallrisikos ein. Daher soll allen Patienten ein bedarfs- bzw. motivationsgerechtes psychotherapeutisches Beratungs- bzw. Therapieangebot gemacht werden. Allerdings ist die Evidenz für spezifische Psychotherapieformen und Konzepten weiterhin begrenzt. Eine psychotherapeutische Behandlung wird in der S3-Leitlinie als Therapiemöglichkeit empfohlen wie oben.

In einem systematischen Review hinsichtlich kognitiv-behavioraler Therapieansätze in der spezifischen Behandlung der Methamphetaminabhängigkeit, zeigten diese akzeptable klinische Ergebnisse (KVT mit oder ohne „Motivational Interviewing“ sowie Kontingenzmanagement, (Lee und Rawson 2008)). Wie durch Courtney und Kollegen (2014) jedoch zurecht diskutiert wird, muss bei diesen Arbeiten kritisch die langfristige Wirksamkeit hinterfragt werden, da insbesondere niedrige Teilnahme- und Fortführungsraten der KVT zu Selektionseffekten und damit falsch-positiven Ergebnissen führen können (Baicy und London 2007).

2.8 Rechtslage

Methamphetamin unterliegt in Deutschland dem Betäubungsmittelgesetz, hierbei fällt es unter Anlage II, also in die Klasse der verkehrsfähigen, aber nicht verschreibungsfähigen Betäubungsmittel, die im Gegensatz zur Anlage I jedoch (derzeit) keine medizinische Anwendung finden (BMJV 2001). Der Grund, weshalb die Substanz nicht in Anlage I, also nicht verkehrsfähige Betäubungsmittel, eingeordnet wurde, besteht darin, dass Methamphetamin als Ausgangsstoff für weitere Arzneimittel dient. Die „nicht geringe Menge“, also die Menge, ab deren Überschreitung eine Strafverfolgung zwangsläufig erfolgt, beläuft sich bei Methamphetamin auf 5 mg (gemeint ist hier die nicht-medizinische Form, vorliegend als Methamphetaminbase, entspricht 6,2 mg Methamphetaminhydrochlorid; BGH Urteil 2008). Dies bedeutet jedoch keine Straffreiheit bei geringeren Mengen, entscheidend ist diesbezüglich auch bei geringeren Mengen der Kontext des Eigengebrauchs und die Abwesenheit einer Fremdgefährdung (Patzak und Bohnen 2010). In den USA untersteht Methamphetamin der „Schedule II“, also der Regulationsklasse, die Substanzen mit einem hohen Missbrauchspotenzial aufführt, deren Gebrauch zu schwerwiegender psychischer oder physischer Abhängigkeit führt und die als gefährlich eingestuft werden (Drug Enforcement Administration 2016).

2.9 Grad des wissenschaftlichen Erkenntnisstands

Methamphetamin ist hinsichtlich seiner Leistungssteigernden Effekte gut untersucht. Auch hinsichtlich der Wirkmechanismen scheint die Substanz bereits zu großen Teilen verstanden. Auch die Neurotoxizität wurde phänomenologisch gut beschrieben. Forschungsgegenstand sind dabei weiterhin die komplexen Zusammenhänge die der Neurotoxizität zu Grunde liegen, die hauptsächlich in tierexperimentellen Studien untersucht wurden. Des Weiteren werden derzeit pharmakologische und psychotherapeutische Möglichkeiten zur Behandlung methamphetaminbezogener Abhängigkeitserkrankungen beforscht.

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Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2016

Authors and Affiliations

  1. 1.Campus Charité MitteCharité Universitätsmedizin BerlinBerlinDeutschland
  2. 2.Clinical Scientist Programm, das finanziert wird durch die Charité-Universitätsmedizin Berlin und das Berlin Institute of HealthBerlinDeutschland

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