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Empirische Untersuchung veränderter Bewusstseinszustände

Definition, Quantifizierung und Forschungsperspektiven
  • Timo Torsten SchmidtEmail author
  • Tomislav MajićEmail author
Living reference work entry
Part of the Springer Reference Psychologie book series (SRP)

Zusammenfassung

Ein Ziel der neurowissenschaftlichen Bewusstseinsforschung besteht in der Charakterisierung neuronaler Mechanismen, die bestimmte Funktionen des Bewusstseins ermöglichen. In der empirischen Forschung kann die experimentelle Induktion einer reversiblen Bewusstseinsveränderung genutzt werden, um gleichzeitig auftretende Veränderungen in neuronalen Prozessen zu erfassen. Dadurch sollen Rückschlüsse auf neuronale Korrelate des subjektiven Erlebens ermöglicht werden. Da induzierte Zustände zwischen Studien und Probanden stark variieren, ist eine präzise Quantifizierung des subjektiven Erlebens notwendig, um studienübergreifende Vergleichbarkeit herzustellen. In dem vorliegenden Kapitel werden nach einer groben Einteilung experimentell nutzbarer Bewusstseinsveränderungen die besonderen Herausforderungen der Quantifizierung von subjektivem Erleben diskutiert. Ein Überblick über die derzeit verfügbaren psychometrischen Instrumente (Fragebögen) sowie über die physiologisch relevanten Variablen soll zukünftigen Studien bei der Auswahl von Messinstrumenten helfen, um die Vergleichbarkeit von Forschungsergebnissen zu fördern und den Einfluss möglicher Störvariablen zu minimieren.

Schlüsselwörter

Altered States of Consciousness ASC Veränderte Zustände des Wachbewusstseins Quantifikation Fragebögen Phenomenoconnectomics Bewusstseinsforschung 

1 Wann spricht man von einem veränderten Bewusstseinszustand?

Eine präzise Definition eines veränderten Bewusstseinszustands ist problematisch, denn diese setzt die Definition eines normalen Bewusstseinszustandes voraus. Unsere subjektive Erlebniswelt scheint jedoch keineswegs konstant zu sein, sondern unterliegt durch vielfältige äußere und innere Einflüsse einem ständigen Wandel. Eine gewisse Variabilität in unserem alltäglichen Wachbewusstsein erscheint uns deshalb normal und die meisten Menschen verfügen über eine starke Intuition darüber, welche Variationen ihnen bekannt sind und für sie als normal gelten. Alle Zustände, die außergewöhnlich stark von diesen durchschnittlichen Erfahrungswerten abweichen, können als veränderte Bewusstseinszustände betrachtet werden (in der englischen Literatur als Altered States of Consciousness (ASCs) bezeichnet) (Pekala 1991; Passie 2007).

Für die empirische Untersuchung von induzierten ASCs erscheint es sinnvoll, spezifische Veränderungen in Bezug auf einen Normal- oder Durchschnittszustand (Baseline) zu betrachten. Dies setzt voraus, dass die induzierten ASCs von relativ kurzer Dauer sind (Minuten bis Stunden), wodurch sie sich von dauerhaften, ggf. pathologischen Zuständen unterscheiden. Auch ist es sinnvoll, ASCs von Veränderungen einzelner Bewusstseinsaspekte abzugrenzen. Beispielsweise möchte man eine reine Erhöhung der Wachheit nicht als ASC bezeichnen. Einige Autoren sprechen deshalb davon, dass ASCs durch eine Veränderung in dem Muster (oder Schema, Struktur) des Erlebens gekennzeichnet sind (Tart 1972; Farthing 1991; Metzner 2005).

Folgt man dieser Definition, besteht das Ziel einer empirischen Beschreibung von ASCs darin, solche Muster messbar zu machen. Die Bestandteile des Musters können als Basisdimensionen (Dittrich 1985; Pekala 1991) oder Funktionsbereiche (Vaitl 2012) von Bewusstsein bezeichnet werden, deren relative Ausprägung ASCs voneinander unterscheidet. Beispielsweise können Zustände hinsichtlich der ‚Aktivierung‘ des Organismus von hoher Erregung (z. B. bei schamanistischen Ritualen) bis zu tiefer Entspannung (z. B. bei Hypnose) variieren (Vaitl 2012). Einen ASC zu charakterisieren, bedeutet also zu messen, wie stark jede dieser Basisdimensionen ausgeprägt ist. Es stellt sich natürlich die Frage, wie viele und welche Dimensionen man benötigt, um unterschiedliche Muster des Erlebens sinnvoll abbilden zu können. Aus neurobiologischer Perspektive ist es plausibel anzunehmen, dass das Spektrum möglicher Bewusstseins-/Gehirn-Zustände begrenzt ist, und die Grenzen durch die neuroanatomische und neurochemische Struktur des Gehirns bestimmt werden. Von der Angemessenheit der Konzeptualisierung dieser Bewusstseinsdimensionen hängt der Erfolg der neurobiologischen Forschung ab, deren Aufgabe in der Identifikation der neuronalen Korrelate ebendieser Bewusstseinsdimensionen besteht (Dittrich 1985; Pekala 1991).

Es existieren zahlreiche Methoden, um ASCs hervorzurufen. Diese Induktionsmethoden reichen von reinen Verhaltensmaßnahmen (z. B. Meditation oder Atemtechniken) über Techniken zur externen Erhöhung oder Verminderung von Sinnesreizen (z. B. sensorische Deprivation in Floating-Tanks) bis zur Einnahme von psychoaktiven Substanzen (Dittrich 1985). Zahlreiche der nicht-pharmakologischen Methoden können dabei ähnlich starke Effekte hervorrufen, wie sie durch Substanzen induziert werden.1 Andererseits können, auch wenn ein ASC durch die gleiche Methode induziert wird (z. B. gleiche Dosierung einer Droge), große Unterschiede im subjektiven Erleben auftreten. Ein Zustand sollte deshalb nicht mit seiner Induktionsmethode gleichgesetzt werden (Vaitl 2012), sondern in Bezug auf die aufgetretenen Veränderungen im subjektiven Erleben erfasst werden.2 In den meisten empirischen Untersuchungen beruhen Aussagen über neuronale Mechanismen jedoch auf statistischen Tests bezüglich der Gemeinsamkeiten von Messungen. Wird beispielsweise eine Gruppe von 15 Personen bezüglich der Wirkung einer Substanz untersucht, testet man typischerweise, welche Gehirnregionen durchschnittlich (über die Probanden hinweg) eine erhöhte Gehirnaktivität zeigen. Es ist auch zu bedenken, dass der induzierte Zustand während einer fMRT- oder PET-Untersuchung vermutlich signifikant von einem Zustand abweicht, der während eines Zeremoniells im Dschungel durch die Einnahme der gleichen Substanz induziert wird (Setting-Variable). Um Gemeinsamkeiten (bzw. Basisdimensionen) sowie Unterschiede zwischen Messungen, experimentellen Situationen, Induktionsmethoden und Probanden zu identifizieren, ist die sorgfältige Erfassung des subjektiven Erlebens während der individuellen neurophysiologischen Messung unerlässlich.

Um die neuronalen Mechanismen zu verstehen, die ASCs zugrunde liegen, ergeben sich die Fragen, wie solche Veränderungen quantifiziert werden können, und wie man die Effekte unterschiedlicher Induktionsmethoden miteinander vergleichen kann. Eine solche subjektiv erlebte Veränderung einer objektiven Messung zugänglich zu machen (Operationalisierung), ist jedoch die Voraussetzung, um Veränderungen in Bewusstseinszuständen mit Veränderungen im Gehirn empirisch in Verbindung zu bringen. Nach der Einführung eines Klassifikationsschemas zur Abgrenzung von experimentell nutzbaren ASCs werden deshalb in diesem Kapitel die besonderen Herausforderungen bei der Quantifizierung von ASCs diskutiert. Ein Überblick der verfügbaren psychometrischen und physiologischen Messmethoden soll zukünftigen Forschungsprojekten helfen, eine sinnvolle Auswahl von Messmethoden zu treffen, um die studienübergreifende Vergleichbarkeit zu erhöhen.

2 Eine grobe Unterteilung von Bewusstseinszuständen

Möchte man substanzinduzierte ASCs von anderen Bewusstseinsvariationen abgrenzen oder sie mit diesen vergleichen, so ist eine grobe Klassifizierung hilfreich. Obwohl eine solche Einteilung keine perfekte Trennschärfe zwischen ihren Kategorien aufweist, kann sie doch nützlich sein, um unterschiedliche Arten der Genese von ASCs zu identifizieren.3

Es wurden unterschiedliche Schemata vorgeschlagen (Dittrich 1985; Passie 2007; Vaitl 2012). Abb. 1 zeigt einen Vorschlag, der Schlaf- und Traumzustände vom Wachbewusstsein abgrenzt, da beide substanziell unterschiedliche Zugänge und Erinnerungsfähigkeiten mit sich bringen. Persistierende veränderte Erlebniswelten werden in unterschiedlichen psychiatrischen Erkrankungen wie der Schizophrenie oder schweren depressiven Episoden beschrieben. Als neurophysiologische Grundlage wird eine dauerhafte Veränderung in der Interaktion von Hirnregionen angenommen, sie soll aber in diesem Kapitel nicht weiter diskutiert werden (Friston und Frith 1995; Stephan et al. 2009). Im Kontrast dazu stehen flexible und kurzlebige Veränderungen der Neurotransmission als Grundlage für natürliche Fluktuationen sowie für die intendierte Induktion von ASCs, wie bei Sinnesentzug, Substanzkonsum oder anderen Induktionsmethoden (Corlett et al. 2009). Einige dieser Induktionsmethoden rufen nur kurzfristige Effekte hervor, die nach Abklingen des Akutzustands keine bleibenden Nachwirkungen (Residuen) hinterlassen. Berichte über länger anhaltende Nachwirkungen – einschließlich Residuen von psychedelischen Substanzen – umfassen ein breites Spektrum von positiven emotionalen Erinnerungen (Griffiths et al. 2011) bis zu persistierenden Wahrnehmungsstörungen (vgl. Kap. Flashbacks und anhaltende Wahrnehmungsstörungen nach Einnahme von serotonergen Halluzinogenen in diesem Band). In der Psychotherapie mit psychedelischen Substanzen wird versucht, positive Nachwirkungen gezielt therapeutisch zu nutzen. Therapeutisches Potenzial wird beispielsweise für den sogenannten Afterglow angenommen (Majić et al. 2015).
Abb. 1

Schema zur Abgrenzung von unterschiedlichen Bewusstseinsvariationen. Eine ausführlichere Betrachtung von Modellen zur Einordnung und Charakterisierung von Bewusstseinsaspekten können in (Passie 2007) und (Vaitl 2012) sowie in (Dittrich 1985) gefunden werden. Für die experimentelle Untersuchung von ASCs erscheinen insbesondere temporär induzierte Zustände nützlich, wenn diese mit dem durchschnittlichen Normalzustand (Baseline) in nicht-pathologischen Situationen verglichen werden

Dass sich die Abgrenzung der meisten Klassifikationsschemata relativ vage darstellt, liegt zum einen an der hohen Variabilität der Zustände und zum anderen wiederum an der Schwierigkeit, diese akkurat abzubilden bzw. messbar zu machen.

3 Herausforderungen bei der Quantifizierung von Bewusstseinszuständen

Die systematische Erfassung und Charakterisierung von ASCs sind insbesondere deshalb schwierig, da oft kein treffendes Vokabular für ihre Beschreibung existiert. Deshalb sind Erlebnisberichte von Versuchsteilnehmern schwer zu interpretieren und erlauben kaum eine empirisch verwertbare Quantifizierung.4 Dennoch soll sich dieses Kapitel mit der Quantifizierung von ASCs beschäftigen, denn für die empirische Forschung ist es essenziell, den Forschungsgegenstand messbar zu machen und es wurden Techniken entwickelt, um diesen Schwierigkeiten zu begegnen.

Während physiologische Maße wie Puls, Körpertemperatur oder auch Hirnaktivität durch neutrale Messinstrumente bestimmt werden können, erfordert die Erfassung von Veränderungen im subjektiven Erleben eine Beschreibung durch den Versuchsteilnehmer. Seit den Anfängen der empirischen psychologischen Forschung wurde diskutiert, inwieweit introspektive Vorgänge verlässliche Messdaten liefern können (Massen und Bredenkamp 2005). Der Versuchsleiter sollte wissen, welche Faktoren die erhobenen Daten verfälschen können, um deren Einfluss zu minimieren. Derartige Störvariablen können zwar bei allen Formen von psychometrischen Messungen auftreten, spielen jedoch bei der Erfassung von ASCs eine besondere Rolle. Solche Faktoren werden ausführlicher von Cardeña und Pekala (Caredeña 2014) diskutiert und sollen hier kurz zusammengefasst werden:

Vergessen beschränkt den Umfang des Berichts, wenn dieser erst einige Stunden nach dem Erleben des ASCs gegeben wird. Deshalb sollte die retrospektive Datenerhebung möglichst zügig nach dem Abklingen des ASCs erfolgen. Damit in Zusammenhang stehen Rekonstruktionsfehler und Konfabulation. Wenn die Erinnerung lückenhaft oder inakkurat ist, tendieren Probanden dazu, diese Lücken mit falschen Inhalten zu füllen. Da Veränderungen im Bewusstseinszustand häufig neue qualitative Erfahrungen mit sich bringen, fehlt teils das Vokabular, um diese zu beschreiben. Solche Schwierigkeiten in der verbalen Beschreibung sind für jede Form der Introspektion problematisch. Sie werden aber noch verstärkt, wenn sich das Erlebte außerhalb des zuvor erfahrenen epistemischen Spektrums befindet. Des Weiteren werden Verzerrungen durch Beobachtung und Ersetzen durch Schlussfolgerungen aus Beobachtungen beschrieben. Die Reflektion über das eigene Erleben ist nicht ohne Verzerrungen möglich, die durch den Erinnerungsprozess entstehen. Studienteilnehmer zeigen in ihren Berichten Tendenzen zur bewusst oder unbewusst auftretenden Zensur. Insbesondere wenn das Erlebte bizarre oder sexuelle Inhalte einschließt, scheuen Probanden davor zurück, diese zu berichten. Auch bei perfekter Kooperation der Probanden haben durch Introspektion gewonnene Daten stets das Problem einer fehlenden objektiven Verifikation. Während Messdaten aus Verhaltensexperimenten von einem neutralen Beobachter bestätigt werden können, sind innere Zustände privat. Es gibt keine Möglichkeit, die Richtigkeit des gegebenen Berichts zuverlässig zu prüfen. Vortäuschung und soziale Erwünschtheit können die Versuchsteilnehmer dazu motivieren, Antworten zu geben, die von Ihnen potenziell erwartet werden. Als Demand Characteristics und Experimenter effects werden subtile – meist ungewollte und oft unbewusste – Hinweisreize durch die Experimentatoren bezeichnet, die den Selbstbericht beeinflussen mögen. Diesen kann teilweise durch eine Verblindung der Versuchsleiter begegnet werden. Eine Verzerrung durch inadäquate Metrik ist insbesondere bei der Verwendung von Fragebögen problematisch, wenn diese bestimmte Antwortoptionen vorgeben. Oft fällt es den Versuchsteilnehmern schwer, sich zwischen den möglichen Abstufungen zu entscheiden (z. B. Intensität eines Erlebnisses soll auf einer 5-Punkte-Skala berichtet werden, wobei der Proband zwischen Antwortoption drei und vier schwankt). Schließlich kann argumentiert werden, dass Teile des retrospektiven Selbstberichts über ASCs deswegen unzugänglich sind, da sie als zustands-spezifisches Gedächtnis erinnert werden und entsprechend nicht mit anderen Gedächtnisinhalten vergleichbar wären.

Trotz Berücksichtigung des möglichen Einflusses dieser Aspekte auf durch Introspektion gewonnene Daten ist die Erfassung des subjektiven Erlebens für die empirische Forschung zu ASCs wertvoll und unverzichtbar. Durch langjährige Erfahrung mit und intensive Verwendung von psychometrischen Daten in der psychologischen Forschung konnte teils eine hohe Validität und Replizierbarkeit so gewonnener Daten gezeigt werden. Eine gründliche Versuchsplanung und sorgfältige Versuchsdurchführung werden zusammen mit dem Wissen über den möglichen Einfluss von Störvariablen helfen, diese zu minimieren und dadurch zuverlässige Daten erheben zu können.

4 Quantifizierung von Veränderungen im Wachbewusstsein

Messungen des Zustandes und des Erlebens eines Probanden können während des ASCs oder retrospektiv erfolgen. Für die meisten Fragestellungen erscheint es sinnvoll, physiologische Veränderungen im Akutzustand zu erheben und Fragebögen nach dem Abklingen eines ASCs einzusetzen (insbesondere, wenn es sich um eine Substanzwirkung handelt). Eine erschöpfende Erfassung mit allen verfügbaren Fragebögen ist nicht möglich – die Kunst, eine gute Studie durchzuführen, besteht deshalb in der Auswahl einer sinnvollen Kombination von Messmethoden, die eine Vergleichbarkeit mit anderen Studien erlaubt. Um diese Zielsetzung zu fördern, wird im Folgenden eine kurze Übersicht über die meistgenutzten Fragebögen gegeben.

4.1 Psychometrische Instrumente

Nach wie vor bilden in der psychologischen Forschung Fragebögen den Goldstandard zur Quantifizierung subjektiven Erlebens. Sie werden meist nach dem Abklingen des akuten ASCs (z. B. der Substanzwirkung) appliziert und erfassen damit eine retrograde Einschätzung des Erlebten. Dies verhindert, dass die Befragung als solche mit dem induzierten Zustand interferiert. Auch wird so der Einfluss von Aufmerksamkeitsfluktuationen oder Einschränkungen in der Verbalisierungsfähigkeit minimiert.

Unterschiedliche Fragebögen wurden entwickelt und fanden verschiedenartige Verbreitung. Während manche auf die detaillierte Abfrage von substanzspezifischen Effekten abzielen, wurden andere gestaltet, um ein möglichst breites Spektrum genereller Aspekte oder Basisdimensionen des Wachbewusstseins abzubilden (Pekala 1991; Dittrich 1998). Die meisten Studien wurden im englisch- und deutschsprachigen Raum durchgeführt, wobei nicht alle Fragebögen in beiden Sprachen verfügbar sind oder validiert wurden. Bisher ist der Vergleich zwischen einzelnen ASC-Studien kaum möglich, da die einzelnen Forschergruppen oft unterschiedliche Fragebögen verwenden. Tab. 1 gibt einen Überblick über die verfügbaren Fragebögen, die zur Quantifizierung von substanzinduzierten ASC-Aspekten in der bestehenden Literatur eingesetzt wurden. Dabei ist zu unterscheiden, ob die Fragebögen für die Erfassung eines Akutzustandes (State-Variable) oder für die Erfassung aller im Leben eines Probanden aufgetretenen Zustände (ähnlich Trait-Variablen) konzipiert wurden.
Tab. 1

Zusammenfassung und Vergleich von Fragebögen, die zur Charakterisierung von ASCs eingesetzt wurden und werden. (FA): Faktorstruktur wurde durch eine Faktorenanalyse bestimmt

Fragebogen

Sprachen

Versionen

Items

(Unter-) Skalen

Antwort-Format

Referenz

Erfassung eines spezifischen ASC Erlebnisses (State)

Altered States of Consciousness Rating Scale

E,D

APZ

OAV

5D-ASC (OAV-11) 5D-ASC

158

66

94

94

3 (FA)

3 (FA)

5 (FA)

11 (FA)

Ja/Nein

visuell-analog

visuell-analog

visuell-analog

(Dittrich 1975; Dittrich 1985)

(Dittrich 1998; Bodmer et al. 1994)

(Dittrich et al. 2006)

(Studerus et al. 2010)

Phenomenology of Consciousness Inventory

E,D

PCI

53

12+14 (FA)

7-Punkt

(Pekala 1991)

(Rux 2002)

Hallucinogen Rating Scale

E,D

HRS 3.06

126

6 (FA)

5-Punkt

(Strassman et al. 1994)

Addiction Research Center Inventory

E,D

ARCI long-form

ARCI short-form

550

49

38

5

Ja/Nein

Ja/Nein

(Hill et al. 1963)

(Martin et al. 1971)

Mystical Experience Questionnaire

+ Follow-Up

States of Consciousness Questionnaire

+Persisting Effects Questionnaire

E,D

MEQ

Follow-Up

SOCQ

MEQ-30

PEQ

Follow-Up

130

100

43

30

89

143

8+9

8+1

7

4 (FA)

8

8

5-Punkt

5-Punkt

6-Punkt

5-Punkt

6,7,8-Punkt

6,7,8-Punkt

(Pahnke 1963; Pahnke 1966) (Pahnke 1963; Pahnke 1966)

(Griffiths et al. 2006)

(Maclean et al. 2012)

(Griffiths et al. 2006)

(Griffiths et al. 2011)

Psychotomimetic States Inventory

E

PSI

48

6 (FA)

4-Punkt

(Mason et al. 2008)

Abramson Questionnaire

E

AQ

47

-

6-Punkt

(Abramson et al. 1955a)

Linton-Langs Questionnaire

E

LLQ

74

17

3-Punkt

(Linton und Langs 1962)

Erfassung von ASC Ereignissen über die Lebensspanne verteilt (Trait)

Personal Experience Questionnaire

E

 

44

-

Ja/Nein

(Shor 1960)

Mysticism Scale

E,D

M-scale

32

3 (FA)

5-Punkt

(Hood 1975)

(Yeginer 2000)

Ego Psychopathology Inventory

E

EPP

52

8

3-Punkt

(Scharfetter 1981)

Assessment Schedule for Altered States of Consciousness

Erfassungsystem Veränderter Bewusstseinszustände

E,D

ASACS

ASASC-D10

EVB

EVB-short

EVB-D10

325

60

325

128

60

14 (FA)

5+4

14 (FA)

14

5+4

4/5-Punkt

4/5-Punkt

4/5-Punkt

4/5-Punkt

4/5-Punkt

(Van Quekelberghe et al. 1991)

(Van Quekelberghe et al. 1992)

(Yeginer 2000)

(Van Quekelberghe et al. 1992)

4.1.1 Fragebögen zur Erfassung eines akuten ASCs (State)

Altered States of Consciousness Rating Scale (5D-ASC). 5 Der 5D-ASC-Fragebogen basiert auf Arbeiten von Adolf Dittrich in den 1970er- und 1980er-Jahren und wurde seitdem mehrfach verbessert und weiterentwickelt (Dittrich 1975, 1985). Der 5D-ASC wurde mit Schwerpunkt im deutschsprachigen Raum verwendet, kam aber auch bei den neuesten pharmakologischen fMRT-Untersuchungen mit Psilocybin und LSD in englischer Sprache zur Anwendung (Vollenweider und Kometer 2010; Carhart-Harris et al. 2012, 2016a). Er wurde entwickelt, um Gemeinsamkeiten von ASCs zu beschreiben, auch wenn diese durch unterschiedliche Induktionsmethoden hervorgerufen werden. Die umfangreiche Anwendung schließt dabei sowohl pharmakologische als auch nicht-pharmakologische Methoden wie Meditation oder Sinnesentzug ein (Dittrich 1985, 1996). Ausgehend von 158 Items, die aus Selbstberichten, vorherigen Studien sowie anderen Fragebögen und Rating-Skalen ausgewählt wurden, evaluierte Dittrich diese in seiner initialen Arbeit mit elf Induktionsmethoden. Dabei beschreibt er 72 Items als ätiologieunabhängig, die auf Basis einer Faktoranalyse drei Dimensionen von ASCs zugeordnet werden können: (i) Ozeanische Selbstentgrenzung, (ii) Angstvolle Ichauflösung, und (iii) Visionäre Umstrukturierung (Dittrich 1985). Der Fragebogen durchlief mehrere Versionen (Dittrich 1985; Bodmer et al. 1994; Dittrich et al. 2006) und liegt heute nach einer Evaluation mit substanzinduzierten Zuständen (Ketamin, Psilocybin und MDMA) als 5D-ASC vor, untergliedert in 11 Faktoren (Studerus et al. 2010). In der aktuellen Version werden die Items auf einer visuell-analog-Skala bewertet, wodurch feine Unterschiede in Ausprägungsstärken erfasst werden können. Aufgrund seiner großen Verbreitung und des breiten Spektrums an abgefragten Phänomenen bietet der 5D-ASC derzeit die beste Möglichkeit zum studienübergreifenden Vergleich von ASCs.

Phenomenology of Consciousness Inventory (PCI). Der PCI-Fragebogen wurde von Ronald J. Pekala mit dem Ziel entwickelt, eine empirische Forschung an ASCs zu ermöglichen (Pekala 1982, 1991). Basierend auf Arbeiten von Ashby, Singer und Tart folgt er der Annahme, dass bestimmte Bewusstseinszustände durch phänomenologisch gut definierbare und quantifizierbare Charakteristika beschrieben und damit der empirischen Forschung zugänglich gemacht werden können. Entstanden aus den Vorgängerversionen Phenomenology of Consciousness Questionnaire (PCQ), dem (Abbreviated) Dimensions of Consciousness Questionnaire ((A)DCQ) und dem Prä-PCI (Rux 2002), besteht der aktuelle PCI aus 53 Aussagen, die auf einer 7-Punkte-Skala bewertet und in der Auswertung zu 12 Dimensionen zusammengefasst werden: (i) Veränderter Zustand des Bewusstseins, (ii) Veränderte Erfahrung (Verändertes Körperbild, Verändertes Zeitgefühl, Wahrnehmung, Ungewöhnliche Bedeutung), (iii) Willentliche Kontrolle, (iv) Selbst-Bewusstsein, (v) Rationalität, (vi) Innerer Dialog, (vii) Positives Gefühl (Freude, sexuelle Erregung, Liebe), (viii) Negatives Gefühl (Ärger, Traurigkeit, Furcht), (ix) Vorstellungsbilder (Menge, Lebhaftigkeit), (x) Aufmerksamkeit (Richtung, Absorption), (xi) Gedächtnis und (xii) Erregungsniveau. Neben mehreren Validierungsstudien (Pekala 1991) liegt auch eine deutsche Übersetzung vor (Rux 2002). Der Fragebogen stellt ein gut entwickeltes Werkzeug zur Erfassung von diversen Phänomenen dar, wobei er im Vergleich zum 5D-ASC häufiger bei der Erfassung hypnagoger Zustände als bei substanzinduzierten Zuständen eingesetzt wurde. Bei ausreichender Verbreitung stellt der PCI eine gute Ergänzung des 5D-ASCs dar und kann zu einer guten studienübergreifenden Vergleichbarkeit beitragen.

Hallucinogen Rating Scale (HRS). Der HRS-Fragebogen wurde von Rick Strassman (Strassman et al. 1994) zur Erfassung der Effekte des Halluzinogens N,N-Dimethyltryptamine (DMT) entwickelt, wurde aber auch für Messungen mit anderen Halluzinogenen verwendet. Seine initiale Konstruktion basierte auf systematischen Interviews mit 19 erfahrenen Halluzinogen-Nutzern, die die Effekte von rauchbarem DMT beschrieben. Neben DMT-spezifischen Effekten schließt der Fragebogen auch allgemeine Charakteristika von halluzinogen-induzierten ASCs ein und liegt nach Weiterentwicklungen nun als HRS 3.06 vor. Er umfasst 126 Items, die auf einer 5-Punkte-Skala beantwortet werden und in sechs Dimensionen eingeteilt sind: (i) Somästhesie, (ii) Affekt, (iii) Wahrnehmung, (iv) Kognition, (v) Willenskraft und (vi) Intensität (aus dem Englischen übersetzt). Der HRS wurde in Verbindung mit Ayahuasca (Riba et al. 2001) und anderen Substanzen wie Ketamin (Bowdle et al. 1998), Psilocybin, MDE und Methamphetamin (Gouzoulis-Mayfrank et al. 1999) eingesetzt. Der Einsatz des HRS für nicht-pharmakologische Induktionsmethoden von ASCs wurde bisher nicht berichtet. Daher kann zum aktuellen Zeitpunkt für den HRS vor allem der supplementäre Einsatz bei Halluzinogen-Studien empfohlen werden.

Mystical Experience Questionnaire (MEQ). Der MEQ wurde von Walter Pahnke entwickelt (Pahnke 1966) und entstand im Rahmen ethnographischer Forschung und der Feststellung, dass halluzinogene Drogen in zahlreichen Kulturen und religiösen Riten Verwendung finden. Im Fokus steht die Erfassung mystischen Erlebens.6 Der MEQ wurde in dem berühmten Karfreitagsexperiment (Good Friday Experiment) in Boston eingesetzt (Pahnke 1963), um zu testen, ob ein solches Erleben auch experimentell, nämlich durch die Applikation von Psilocybin, induziert werden kann (Doblin 1991). Die Items des Fragebogens basieren auf Literatur über mystische Erfahrungen, welche unabhängig von Drogenwirkungen erlebt wurden. Neben Selbstberichten umfasste die zugrunde gelegte Literatur auch theoretische Abhandlungen über die Charakteristiken des mystischen Erlebens (insbesondere von William James und W. T. Stace). Der originale Fragebogen besteht aus zwei Teilen: Teil 1 umfasst 130 Items, die unmittelbar nach dem erlebten ASC beantwortet werden sollen. Teil 2 ist ein Follow-up Bogen mit 100 Items, die teils Wiederholungen sind, und teils Langzeiteffekte abbilden sollen. Die Items werden auf einer 5-Punkte-Skala bewertet und in der Auswertung zu 8 (+1) a priori Faktoren zusammengefasst: (i) Einheit, (ii) Transzendenz von Zeit und Raum, (iii) Tief empfundene positive Stimmung, (iv) Angstempfinden, (v) Objektivität und Realität, (vi) Paradoxität, (vii) Vermeintliche Unbeschreiblichkeit, (viii) Vergänglichkeit, und (+1 für den Follow-up Bogen) Anhaltende positive Veränderungen der Einstellung und des Verhaltens (aus dem Englischen übersetzt). Aufbauend auf dem initialen Fragebogen, wurden in Folgestudien abgewandelte Versionen verwendet, die als States of Consciousness Questionnaire (SOCQ) (43 Items) mit dem Follow-up Persisting Effects Questionnaire (Griffiths et al. 2006, 2011; MacLean et al. 2011) bezeichnet werden und eine veränderte Skalenstruktur verwenden. Schließlich steht heute auch der MEQ-30 als Version mit 30 Items nach einer Faktorenanalyse des SOCQ zur Verfügung (MacLean et al. 2012). Die erfassten Aspekte von mystischem Erleben erscheinen insbesondere für Fragestellungen relevant, die Langzeiteffekte von ASCs adressieren. Insbesondere beim therapeutischen Einsatz von psychedelischen Substanzen gibt es Evidenz, dass mystisches Erleben positiv zur therapeutischen Wirksamkeit beitragen kann.

Addiction Research Center Inventory (ARCI). Der ARCI ist ein Fragebogen zur Erfassung substanz-induzierter Effekte (Hill et al. 1963). Er ist in mehreren Sprachen verfügbar und wurde auch zur Messung von psychopathologischen und Persönlichkeitsmerkmalen eingesetzt (Haertzen et al. 1963). Hill und Kollegen entwickelten den Fragebogen ausgehend von einer 3300 Items umfassenden Sammlung, die zunächst an Opiatabhängigen evaluiert wurde. Nach einer Reihe von Studien, die Vergleiche von Placebo, Morphium, LSD, Pentobarbital, Chlorpromazin, Marihuana, Alkohol und Pyrahexyl umfassten, liegt eine aktuelle Fassung mit 550 Items vor (Hill et al. 1963). Die Items bieten ausschließlich Ja/Nein-Antwortmöglichkeiten und sind in fünf Kategorien unterteilt: (i) Generelle Informationen, (ii) Interesse und Antrieb, (iii) Empfindung und Wahrnehmung (iv) Körperliche Symptome und (v) Prozesse, Gefühle und Einstellungen (aus dem Englischen übersetzt) (Haertzen et al. 1963). Auch ist eine 49-Item-Kurzform verfügbar (Martin et al. 1971). Während der Fragebogen ein breites Spektrum an Symptomen abbildet, bietet er keine Möglichkeit, Intensitätsabstufungen einzelner Phänomene abzubilden. Damit limitiert sich sein Einsatz in empirischen Studien auf eine deskriptive Charakterisierung eines Zustandes, erlaubt aber keine Korrelationsanalysen von neuronalen Messgrößen mit dem subjektiven Erleben.

Psychotomimetic States Inventory (PSI). Der PSI wurde durch Oliver Mason vorgestellt und zur Forschung an Cannabis und Ketamin im Kontext von schizophreniebezogenen Fragestellungen vorgeschlagen (Mason et al. 2008). Er besteht aus 48 Items, die als Aussagen aus Zweiter-Person-Perspektive formuliert sind (z. B. „You find activities less enjoyable than usual“). Antworten werden auf einer 4-Punkte-Skala gegeben und die Items sind sechs Skalen zugeordnet: (i) Anhedonie, (ii) Kognitive Disorganisation, (iii) Manie, (iv) Wahnhaftes Denken, (v) Wahrnehmungsstörungen und (vi) Paranoia (aus dem Englischen übersetzt) (Mason et al. 2008). Damit deckt dieser relativ neue Fragebogen zahlreiche Aspekte schizophrener Minussymptomatik ab, und schließt damit für den Probanden unangenehme Erlebnisse ein, die von anderen Fragebögen nur sehr eingeschränkt erfasst werden. Während der Fragebogen bisher nur auf Englisch vorliegt, fand er mittlerweile seine Anwendung in aktuellen LSD-Studien (Carhart-Harris et al. 2016b) sowie in Studien zu sensorischer Deprivation (Mason und Brady 2009; Daniel et al. 2014; Daniel und Mason 2015) und kann sich in Zukunft als hilfreiche Ergänzung zu den etablierten Fragebögen erweisen.

Abramson Questionnaire (AQ). Der AQ wurde in den 1950er-Jahren für die Erfassung der akuten Effekte von LSD konstruiert und basiert auf Beschreibungen typischer Symptome. Er wurde von Abramson und Kollegen in einer Reihe von Studien mit LSD (Abramson et al. 1955a, b) sowie anderer Substanzen (Jarvik et al. 1955) eingesetzt. Die 47 Items des Fragebogens wurden auf einer 6-Punkte-Skala bewertet, wobei die Auswertung dichotom erfolgte. Eine Einteilung der Items in Skalen erfolgte nicht, und eine Validierung liegt nur in rudimentärer Fassung vor (Abramson et al. 1955a). Der AQ fand ausschließlich in sehr frühen Studien Anwendung und entspricht nicht mehr den aktuellen Standards.

Linton-Langs Questionnaire (LLQ). Der LLQ folgt der Hypothese, dass durch psychedelische Substanzen hervorgerufene Zustände Gemeinsamkeiten mit schizophrenen Psychosen haben und wurde bereits in den frühen 1960er-Jahren entwickelt. Da bestehende Fragebögen wie der AQ vor allem somatische und perzeptuelle Aspekte abbildeten, entwickelten Linton und Langs einen Fragebogen, um auch psychologische Aspekte zu erfassen, die dem theoretischen Rahmen der Psychoanalyse entstammen (Linton und Langs 1962). Der LLQ besteht aus 74 Items, die in 17 a priori Skalen eingeteilt und aus der Literatur über LSD und der psychoanalytischen Bewusstseinstheorie inspiriert sind. Der Fragebogen ist dafür ausgelegt, zu sieben aufeinander folgenden Zeitpunkten appliziert zu werden, um den zeitlichen Verlauf sowie lange anhaltende Nach-Effekte von ASCs zu erfassen: (1) pre-Test Tag; (2–5) 1 h, 2 h, 5 h, 8 h nach der Substanzapplikation; (6) post-Test Tag; (7) retrospektiv. Neben der Charakterisierung von LSD Effekten (Linton und Langs 1962) wurde der LLQ auch zum Vergleich mit schizophrener Symptomatik (Langs und Barr 1968) sowie den Effekten von Tryptamin-Derivaten (Faillace et al. 1967) eingesetzt, findet aber in der aktuellen Forschung keine Verbreitung.

4.1.2 Fragebögen zum Auftreten von ASCs (Trait)

Personal Experience Questionnaire (PEQ). Der PEQ wurde von Ronald Shor erstellt, um die Häufigkeit und Eigenschaften von hypnoseartigen Erlebnissen zu erfassen (Shor 1960; Shor et al. 1962). Die 44 Items des Fragebogens beziehen sich besonders auf Absorption und Dissoziation, also darauf, welche Offenheit eine Person zeigt, sich von einer Gedankenwelt einnehmen zu lassen und sich von der eigenen Wahrnehmung zu entfernen – zur Begriffserklärung von Absorption siehe Vaitl (2012). Die Items beschreiben konkrete Erlebniszustände wie z. B. „thinking of nothing“, „staring in space“ etc., deren Auftreten als Ja/Nein-Fragen beantwortet wird. In seinen Studien stellt Shor dar, dass entsprechende Zustände eine gewisse natürliche Häufigkeit besitzen (Shor 1960). Der Fragebogen hat keine weite Verbreitung gefunden, kann aber als Ausgangspunkt für zukünftige Studien genutzt werden, die sich für die Häufigkeit des natürlichen Auftretens von ASCs interessieren.

Mysticism Scale (M-scale). Die durch den amerikanischen Religionspsychologen Ralph W. Hood entwickelte M-scale (Hood 1975) basiert auf den Arbeiten von W. Stace (Stace, 1960), Sie wurde entwickelt um empirisch zu untersuchen, welche mystischen Erlebnisse Menschen im Laufe ihres Lebens durchlaufen. In Hood (Hood 1977) wird eine Version verwendet, die nicht das generelle Auftreten, sondern die Eigenschaften eines spezifischen Erlebnisses abfragt (hier: einsame Naturerlebnisse). Mehrere Faktoranalysen wurden auf den erhobenen Daten durchgeführt, wobei schließlich die folgenden drei Faktoren dargestellt wurden: (i) Introvertierter Mystizismus, (ii) Extrovertierter Mystizismus, (iii) Interpretation (aus dem Englischen übersetzt) (Hood et al. 2001; MacLean et al. 2012). Diese können als Überkategorien der Charakteristika von Stace interpretiert werden. Als Übersetzung mit leichten Veränderungen und ohne Validierung liegt die M-scale auch für den deutschsprachigen Raum vor (Yeginer 2000).

Ego Psychopathology Inventory (EPP). Der EPP-Fragebogen wurde basierend auf Christian Scharfetters Theorie der Struktur des Ich-Bewusstseins (Scharfetter 1995) entwickelt, welches ein theoretisches Model genereller Ich-Pathologie für die empirische Forschung vorschlägt (Scharfetter 1981). Ein zentrales Konzept dieses Modells besteht in der Annahme, dass fünf hierarchisch geordnete Dimensionen für die individuelle Selbstwahrnehmung konstitutiv sind: Ich-Vitalität, Ich-Aktivität, Ich-Konsistenz, Ich-Demarkation und Ich-Identität. Nach Scharfetter werden diese durch bestimmte Einflüsse, wie die Einnahme von Halluzinogenen, Isolation, Meditation etc., verändert, und für die Schizophrenie werden Störungen in allen fünf Dimensionen des Ich-Bewusstseins postuliert (Scharfetter 1981). Die initialen Items des EPP basierten auf Berichten von Patienten mit Schizophrenie, die ihre Erfahrungen beschrieben haben, sowie auf der Interpretation ihres Verhaltens. Die Item-Zuordnung zu den fünf Dimensionen von Scharfetters Ich-Bewusstsein wurde in der aktuell verwendeten Version um vier weitere Skalen ergänzt: Überkompensation, Körpererleben, Gedankenprozesse, psychomotorisches Verhalten (Scharfetter 1995). Da der EPP nicht als Selbstbericht-basierter Fragebogen konzipiert ist, sondern als strukturiertes Interview eingesetzt werden soll, erfordert die Handhabung ein spezielles Training. Er fand vorwiegend im klinischen Kontext Verwendung, und sein Einsatz zum Vergleich von psychotischen mit substanzinduzierten Zuständen fand keine breite Anwendung (Scharfetter 1981; Vollenweider et al. 1997a, b).

Assessment Schedule for Altered States of Consciousness (ASACS). Der ASACS wurde zur Charakterisierung der Nachwirkungen von Nahtoderfahrungen entwickelt, fragt aber ein breites Spektrum von ASC-Aspekten ab (Van Quekelberghe et al. 1991, 1992). Im Vergleich zu anderen Fragebögen, die akute ASCs fokussieren, fragt der ASACS insbesondere über das Leben verteilte, natürlich auftretende Veränderungen/Variationen des Bewusstseinszustandes und Einstellungen ab. Im Fokus des ASACS steht dadurch nicht ein spezifischer, erlebter ASC, sondern die Erfassung stimulus- und situationsunabhängiger Variabilität im Wachbewusstsein. Ausgehend von dem deutschen Fragebogen Erfassungssystem veränderter Bewusstseinszustände (EVB) mit 325 Items wurde er mit leichten Veränderungen in die englische ASACS-Fassung übertragen. Basierend auf einer Erweiterung der Unterskalen, die Dissoziation und Wahrnehmung von Raum und Zeit abbilden, findet sich auch eine Kurzfassung mit 60 Items (Englisch: ASAC-D10; Deutsch: EVB-D10) (Van Quekelberghe et al. 1992) sowie eine 128-Item-Kurzform, welche Items aus allen seiner 14 Skalen enthält (Yeginer 2000).

4.1.3 Diskussion und Einordnung

Für die Untersuchung von ASCs ergeben sich unterschiedliche Forschungsfragen. Ein Fokus der aktuellen Forschung beschäftigt sich damit, warum induzierte ASCs von den Probanden unterschiedlich empfunden werden. So können sowohl genetische Faktoren als auch Persönlichkeitsmerkmale einen Einfluss darauf haben, welche Wirkung eine Substanz entfaltet. Besonderes Interesse besteht darin, die Faktoren zu finden, die einen schädlichen Substanzmissbrauch oder eine Abhängigkeit begünstigen. Für die experimentelle Untersuchung können daher auch Fragebögen nützlich sein, die generelle Persönlichkeitsmerkmale abfragen (hier nicht vorgestellt). Die vorgestellten Trait-Fragebögen sind dann von Interesse, wenn spezifische Zusammenhänge getestet werden sollen, wie beispielsweise die Frage, ob die Häufigkeit spontan aufgetretener Bewusstseinsveränderungen vorhersagen kann, wie eine Person auf die Einnahme einer Substanz reagieren wird. Die Auswahl eines entsprechenden Fragebogens richtet sich dabei nach der Forschungshypothese. Forschungshypothese, wobei die hier vorgestellten Trait-Fragebögen die häufigste Anwendung im Zusammenhang mit nicht-pathologischen ASCs fanden. Die dünne Datenlage erlaubt keine Empfehlung von Standardfragebögen, die bei jedem ASC-Experiment eingesetzt werden sollten.

Ein weiteres wichtiges Forschungsfeld beschäftigt sich mit der Charakterisierung des subjektiven Erlebens, wenn ein Proband einen akut auftretenden oder experimentell induzierten ASC erlebt. Solche Studien erlauben es, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von ASCs zu erfassen und können damit Rückschlüsse auf gemeinsame neuronale Mechanismen ermöglichen. So erleben viele Konsumenten von Ketamin sogenannte „Außerkörpererfahrungen“, welche auch bei der sensorischen Deprivation in Floating-Tanks beschrieben werden. Dabei stellt sich die Frage, ob dieses Erleben tatsächlich vergleichbar ist, und ob beide Methoden die gleichen Gehirnmechanismen aktivieren. Solche Studien können auch als Grundlagenforschung für klinisch problematische ASCs gesehen werden, wie sie in diversen Krankheitsbildern auftreten.

Um einen akut induzierten Zustand (State) zu charakterisieren, wurden Fragebögen in Kombination mit unterschiedlichen Induktionsmethoden eingesetzt. Insbesondere der 5D-ASC (Dittrich 1998; Studerus et al. 2010) und der PCI (Pekala 1991) sind für den Vergleich zwischen den unterschiedlichsten Induktionsmethoden geeignet. Sie bilden ein breites Spektrum an Phänomenen des subjektiven Erlebens ab. Nachdem der 5D-ASC auch in aktuellen bildgebenden Studien die breiteste Anwendung gefunden hat, ist sein standardmäßiger Einsatz zu empfehlen.

Zusätzlich zum breit angelegten 5D-ASC als Standardfragebogen kann der HRS (Strassman et al. 1994) eingesetzt werden, um zusätzlich spezifische Effekte von Halluzinogenen zu erfassen. Eine Ergänzung durch beispielsweise die M-scale oder den MEQ ist besonders dann hilfreich, wenn ein besonderes Augenmerk auf die Induktion von sogenannten Peak-Experiences (Maslow 1964), bzw. mystisch-spirituellen Erfahrungen gelegt wird; insbesondere dann, wenn eine Evaluation von therapeutisch relevanten Effekten von ASCs erfolgen soll (Majić et al. 2015). Der ARCI Fragebogen in seiner 550-Item-Fassung deckt zwar ein breites Spektrum von Phänomenen ab, erscheint aber im experimentellen Alltag eher in verkürzter Fassung praktikabel. Sein Nutzen für den Einsatz in Kombination mit physiologischen Messungen ist durch die Verwendung von dichotomen Antwortmöglichkeiten begrenzt, da man zwar das Auftreten bestimmter Phänomene erfassen, nicht aber deren Ausprägungsstärke mit physiologischen Maßen in Verbindung setzen kann. Sowohl der von Abramson vorgestellte als auch der Linton-Langs-Fragebogen haben keine weite Verbreitung gefunden und spielen damit für die Vergleichbarkeit aktueller Studien keine Rolle.

Für Studienziele neben der Vergleichbarkeit von ASCs enthält Yeginer (Yeginer 2000) eine Übersicht weiterer psychometrischer Instrumente, die für spezifische Fragestellungen eine Anwendung finden können.

Vergleichbarkeit und einheitliche Analysewege sind angesichts der Förderung von studienübergreifenden Metaanalysen sowie von Big-Data-Ansätzen unverzichtbar. Der traditionelle Umgang mit Copyrights behindert solche Bestrebungen teils erheblich. Angesichts des Wandels des wissenschaftlichen Verlagswesens von Printmedien hin zu Onlinemedien erscheint es antiquiert, die Rechte an Fragebögen kommerziell zu verwerten. Nach wie vor sind große Mühen nötig, um Zugang zu manchen Fragebögen zu erhalten. Der Grund hierfür liegt darin, dass leider nur wenige Autoren von der Freiheit Gebrauch machen, Items, Faktorstrukturen und Manuale in Open-Access-Publikationen zugänglich zu machen. Dies würde aber die Interpretation der Daten sowie deren generelle Aussagekraft stärken.7

4.2 Physiologische Messmethoden

Zusätzlich zur Erfassung des subjektiven Erlebens ist es bei empirischen Untersuchungen von ASCs empfehlenswert, auch objektiv messbare Parameter während des Akutzustandes zu erheben. Dies ermöglicht eine striktere Kontrolle möglicher Störvariablen. Für die Forschung mit psychedelischen und entaktogenen Substanzen wurden nützliche physiologische Parameter vorgeschlagen, sie sollen hier kurz zusammengefasst werden. Sie lassen sich in zwei wesentliche Gruppen unterteilen: (1) Zielvariablen, die einen Einfluss auf die psychoaktive Wirkung der Substanz haben können und damit der Kontrolle von Störvariablen dienen (Tab. 2) und (2) Zielvariablen, die für die Gewährleistung der Probandensicherheit entscheidend sind (Tab. 3). Da es bezüglich der meisten dieser Messgrößen kein einheitliches Vorgehen gibt, sollen diese beiden Gruppen im Folgenden kurz skizziert werden.
Tab. 2

Messgrößen mit Bezug auf die Sicherheit eines Experiments

Größe

Relevanz

Messzeitpunkt

Referenz

Elektrokardiographie

Bei Substanzen mit kardialem Risikoprofil (v. a. Phenethylamine, MDMA)

Vor dem Experiment

(Johnson et al. 2008; Griffiths et al. 2011; Carhart-Harris et al. 2015; Preller et al. 2016)

Urinproben (Drogen im Urin, beta-HCG-Test)

Ausschluss Substanzmittelproblematik bzw. Sucht, bzw. Intoxikation

Bei Einschluss, vor dem Experiment

(Johnson et al. 2008; Griffiths et al. 2011; Kometer et al. 2013; Carhart-Harris et al. 2016a; Preller et al. 2016)

Blutproben (großes Blutbild, klinische Standardchemie)

Screening für körperliche Erkrankungen

Bei Einschluss

(Johnson et al. 2008; Griffiths et al. 2011; Carhart-Harris et al. 2015; Preller et al. 2016)

Blutdruck

Herzfrequenz

Zur Abklärung eines kardiovaskulären Risikos

Bei Einschluss, vor dem Experiment, während des Experiments und danach

(Johnson et al. 2008; Griffiths et al. 2011; Schmid et al. 2015; Preller et al. 2016)

Atemalkoholtest

Ausschluss Alkoholkonsum vor dem Experiment

Bei Einschluss, unmittelbar vor dem Experiment

(Muthukumaraswamy et al. 2013; Roseman et al. 2014; Carhart-Harris et al. 2016a)

Vegetative Maße (Körpertemperatur, Pupillenfunktion)

Erhöhung der Körpertemperatur unter bestimmten Substanzen

Bei Einschluss, vor dem Experiment, während des Experiments und danach

(Schmid et al. 2015)

Tab. 3

Messgrößen mit Bezug auf den psychoaktiven Effekt (ASC)

Größe

Relevanz

Messzeitpunkt

Referenz

Urinprobe für die gemessene Substanz

Untersuchung von Abbauprodukten, renaler Ausscheidung (Clearance)

z. B. MDMA, Psilocybin

Nach Ende des Experiments

(Dolder et al. 2015)

Messung der Konzentration der Substanz im Serum

Gewährleistung eines konstanten Plasmaspiegels bei kurzer HWZ (v. a. bei Ketamin)

Während des Experiments

(Dandash et al. 2014)

Endokrine Maße (z. B. Prolaktin, Oxytocin, Cortisol, Noradrenalin, Adrenalin im Plasma)

Effekte der Substanz auf endokrine Funktionen

Ausschluss von endokrinen Störvariablen (z. B. MDMA)

Während oder nach dem Experiment

(Gouzoulis-Mayfrank et al. 1999; Schmid et al. 2015)

Im Hinblick auf die Probandensicherheit besteht in den Studien der letzten 20 Jahre eine große Übereinstimmung bezüglich der Untersuchung von kardiologischen Parametern, wie der Ableitung eines EKGs und der Messung von Herzfrequenz und arteriellem Blutdruck vor und während des Experiments (Gouzoulis-Mayfrank et al. 2006; Griffiths et al. 2011; Carhart-Harris et al. 2015; Kraehenmann et al. 2015). Dabei können vor allem die Entaktogene aufgrund ihrer Stimulanzien-Wirkung zu einer Steigerung von Blutdruck und Herzfrequenz führen, aber auch Psychedelika wie N,N-Dimethyltryptamin (DMT) können zu einer ausgeprägten passageren Blutdruckerhöhung führen (Gouzoulis-Mayfrank et al. 1999; Dolder et al. 2015).

Des Weiteren wurden in den meisten Studien Blutuntersuchungen durchgeführt, wobei in der Mehrzahl der Fälle nicht genau spezifiziert wird, welche Parameter betrachtet wurden. Wesentlich sind dabei die Untersuchung des Blutbilds zum Ausschluss einer akuten körperlichen Erkrankung, der Leberwerte und Nierenretentionsparameter sowie der Elektrolyte zur Einschätzung von pharmakokinetischen Eigenschaften des Probanden. Die Laboruntersuchung kann zudem auch Aufschluss über einen möglichen Substanzmissbrauch oder eine Abhängigkeit des Probanden geben, die in den meisten Studien zur Exklusion führt. Im Serum kann während der Untersuchung auch die Konstanthaltung der Konzentration einer verabreichten psychoaktiven Substanz überprüft werden, falls dies für die Beurteilung der psychoaktiven Effekte von Relevanz ist, wie z. B. bei dem Dissoziativum Ketamin (Dandash et al. 2014).

Für manche Studien stellen Erfahrungen mit der entsprechenden Substanzgruppe eine Bedingung für die Teilnahme dar (Muthukumaraswamy et al. 2013; Roseman et al. 2014), um das Risiko von unerwünschten Effekten zu reduzieren. Dies trifft jedoch nicht auf alle Studien zu (Griffiths et al. 2011; Dolder et al. 2015; Schmid et al. 2015).

Auch Urinuntersuchungen gehören in den meisten Studien zum Standardscreening vor Beginn der Studie (Entscheidung über Exklusion von Probanden, z. B. bei Schwangerschaft), zum Teil auch im Verlauf. Im Drogenscreening im Urin (DSU) kann festgestellt werden, ob der Proband in den Tagen unmittelbar vor dem Experiment oder während einer Versuchsreihe andere psychoaktive Substanzen eingenommen hat, die eine Störgröße darstellen, und damit gewöhnlich zum Ausschluss führen. Denn die Einnahme etwa von Alkohol, Cannabis oder der zu untersuchenden Substanz selbst kann einen erheblichen Einfluss auf die Induktion des ASCs haben und die quantitative Evaluation desselben grundlegend verzerren. Durch ein solches Vorgehen kann auch das Risiko von gefährlichen, akzidentellen Mischintoxikationen verringert werden. Aus demselben Grund wurden bei einigen Studien auch Atemalkoholtests unmittelbar vor dem Experiment durchgeführt (Muthukumaraswamy et al. 2013; Roseman et al. 2014; Carhart-Harris et al. 2016a). Es gibt unterschiedliche Auffassungen über die Dauer der geforderten Substanzkarenz vor einem Experiment. Für Psychedelika wird in einigen Studien ein Karenzfenster von mindestens sechs Wochen gefordert, für MDMA mindestens sieben Tage, für sonstige Drogen mindestens 48 Stunden, verifiziert durch Urinstatus (Muthukumaraswamy et al. 2013; Roseman et al. 2014; Carhart-Harris et al. 2016a), in anderen Studien muss der letzte Drogenkonsum mindestens acht Wochen zurückliegen (Strajhar et al. 2014).

Die Bestimmung der Werte in Blut, Urin und Atemalkohol ist jedoch insofern limitiert, als dort immer nur diejenigen Substanzen gefunden werden, nach denen gezielt gesucht wird. Da die laborchemische Bestimmung auch kostenintensiv ist, werden in den meisten Fällen nur die Standard-Psychoaktiva untersucht, weswegen seltenere Substanzen möglicherweise nicht detektiert werden. Darüber hinaus wurde in den letzten Jahren eine Vielzahl von neuartigen psychoaktiven Substanzen (NPS) entwickelt, die bisher keinen Eingang in die Drogen-Screenings gefunden haben. Neben der Einnahme von Psychoaktiva sollte genau geprüft werden, ob der Proband regelmäßig oder unmittelbar vor der Untersuchungsperiode auch andere Medikamente einnimmt, was in vielen Studien ein Ausschlusskriterium darstellt. Neben diesen Aspekten kann die Serum- oder Urinuntersuchung jedoch auch Aufschluss über die pharmakokinetischen Eigenschaften der verabreichten Substanz geben (Dolder et al. 2015).

Auch vegetative Parameter wie die Pupillendilation und die Körpertemperatur wurden in einigen Studien untersucht (Schmid et al. 2015). Diese ergaben, dass die meisten serotonergen Halluzinogene wie auch Entaktogene zu einer Mydriasis führen, und insbesondere MDMA zu einer Erhöhung der Körperkerntemperatur führen kann (Green et al. 2004), die mit Todesfällen durch Überhitzung in bestimmten Settings in Zusammenhang gebracht wurde. Jedoch lassen sich über diese Parameter auch pharmakodynamische Eigenschaften bestimmter Substanzen, wie etwa eine noradrenerge Wirkung, untersuchen.

Des Weiteren können die endokrinologischen Effekte von bestimmten Psychoaktiva Relevanz besitzen (Gouzoulis-Mayfrank et al. 1999; Schmid et al. 2015). In den letzten Jahren ist insbesondere die Wirkung von MDMA auf Cortisol und Oxytocin (Kirkpatrick et al. 2014) untersucht und mit bestimmten psychoaktiven Eigenschaften in Verbindung gebracht worden. So wurde konstatiert, dass die entaktogene Wirkung von MDMA maßgeblich mit der massiven Erhöhung des Oxytocin-Spiegels zu erklären sei, die für eine mögliche Anwendung von MDMA in der Psychotherapie von Bedeutung sein könnte (Johansen und Krebs 2009). Andererseits könnten abweichende Hormonkonzentrationen bei Baseline u. U. Störvariablen bei der Beurteilung eines induzierten ASCs sein. Dabei ist insbesondere die tageszeitliche Rhythmik vieler Hormone, z. B. Cortisol, zu berücksichtigen.

Schließlich sollte vor der Teilnahme an einem pharmakologischen Experiment neben diesen paraklinischen Untersuchungsmethoden die psychische und physische Gesundheit eines Probanden auch durch körperliche Untersuchungen überprüft werden (Johnson et al. 2008; Strajhar et al. 2014), wobei auch eine kurze Einschätzung des neurologischen Status wichtig ist (Muthukumaraswamy et al. 2013; Roseman et al. 2014).

Bei der Planung einer Studie in der ASCs induziert werden (insbesondere bei pharmakologischer Induktion), sollten strikte Ein- bzw. Ausschlusskriterien angewendet werden. Die gelisteten Messgrößen können hierzu wichtige Kenngrößen beitragen und wurden in aktuellen Studien beschrieben.

Um die Spezifität neurophysiologischer Messungen von dem Einfluss anderer Störvariablen abzugrenzen (teils sekundäre Substanzeffekte, die wiederum zu neuronalen Veränderungen führen können), können die gelisteten Messgrößen einen wichtigen Beitrag leisten.

5 Forschungsperspektiven

5.1 Neurowissenschaftliche Untersuchungen

In den letzten zwanzig Jahren hat die Forschung zu veränderten Bewusstseinszuständen in der neurowissenschaftlichen Forschung durch besonderes Engagement einzelner Pioniere zu neuer Popularität gefunden (Vollenweider und Kometer 2010; Nutt et al. 2013; Sessa 2013). Insbesondere die methodische Weiterentwicklung von bildgebenden Verfahren wie fMRT und PET hat dazu beigetragen, dass heute valide Daten in gut kontrollierten Studien erhoben werden können. Diese Daten bieten die Chance, neue Einblicke in die Natur von Bewusstseinsphänomenen zu erlangen, haben jedoch auch für die psychiatrische und psychologische Grundlagenforschung einen wichtigen Stellenwert.

Will man in pharmakologischen Studien über kognitive Prozesse valide Daten generieren, sieht man sich mit einigen methodenspezifischen Schwierigkeiten konfrontiert. Etwa fordert die Erhebung von fMRT-Daten stets einen Vergleich zwischen induzierten ASCs und Normalzuständen (Baseline). Studiendesigns, die die Bearbeitung von kognitiven Aufgaben einschließen (task-based fMRI), erfordern adäquate Kontrolluntersuchungen, um sicherzustellen, dass die gemessenen Effekte tatsächlich spezifisch für den induzierten ASC sind und nicht nur Nebenprodukte allgemeiner Störvariablen – wie beispielsweise Aufmerksamkeitsfluktuationen – darstellen. Gerade beim Einsatz von Substanzen, die massive Veränderungen in einem breiten Spektrum von Bewusstseinsaspekten induzieren, ist dies äußerst schwierig. Die verbesserte Kenntnis möglicher Störgrößen und deren systematische Erfassung haben einen wichtigen Beitrag geleistet, um die Validität aktueller Studienergebnisse zu erhöhen.

Auch die Weiterentwicklung von Mess- und Analysemethoden für Messungen des Ruhezustands (resting-state fMRT) war entscheidend, um heute aussagekräftige neurophysiologische Messungen durchführen zu können. Im Vergleich zu task-based fMRI wird bei resting-state fMRI-Messungen ein mehrminütiger Zustand charakterisiert und nicht die Bearbeitung einer kognitiven Aufgabe. Der Proband befindet sich für 5–10 Minuten in wacher Ruhelage im fMRT-Scanner, während Daten seiner Gehirnaktivität erfasst werden. In Folge werden Veränderungen in der Interaktion von Gehirnregionen berechnet und als sogenannte funktionale Konnektivität quantifiziert. Dadurch kann bestimmt werden, welche Netzwerke von Gehirnregionen während eines experimentell induzierten ASCs stärker oder weniger stark gekoppelt sind (Sporns 2010). Da die Messung einen Zustand und nicht die Hirnaktivität während einer Aufgabe beschreibt, sind Störvariablen wie eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit hier nicht problematisch.

5.2 Phenomenoconnectomics

In den letzten Jahren wurden zahlreiche Studien durchgeführt, bei denen resting-state fMRT-Daten erhoben wurden, während die Versuchsteilnehmer einen experimentell induzierten ASC erlebten. Darunter waren pharmakologische Studien mit Psilocybin (Carhart-Harris et al. 2013), LSD (Carhart-Harris et al. 2016a) und MDMA (Roseman et al. 2014; Carhart-Harris et al. 2015), aber auch Studien, die nicht-pharmakologische Induktionsmethoden verwendeten, z. B. Trance (Hove et al. 2015). Diese wertvollen, jedoch aufwendig zu erhebenden Daten, erlauben es, Veränderungen im Wachbewusstsein für einzelne Induktionsmethoden abzubilden.

Das nächste große neurowissenschaftliche Forschungsziel besteht darin, allgemeine Aspekte (sogenannte Basisdimensionen) von phänomenalem Erleben mit Veränderungen in der Netzwerkdynamik des Gehirns zu assoziieren. Dieses Ziel kann durch studienübergreifende Vergleiche von subjektivem Erleben während experimentell induzierter ASCs erreicht werden. Für dieses Forschungsfeld schlagen wir die Bezeichnung Phenomenoconnectomics vor. Dieser empirische Ansatz soll Phänomene des subjektiven Erlebens mit Veränderungen in der funktionalen Konnektivität von Gehirnnetzwerken in Verbindung setzen. In Analogie zu anderen Big-Data-Ansätzen erfordert dieses Bestreben die Kombination großer Datenmengen aus multiplen Studien (Stephan und Mathys 2014; Wang und Krystal 2014). Auf diese Weise können limitierende Faktoren, wie statistische Power-Beschränkungen oder eine fehlende (oder zu große) Varianz von Einzelstudien überwunden werden. Phenomenoconnectomics nutzt unterschiedliche experimentell induzierte ASCs in Verbindung mit der hier skizzierten standardisierten Erfassung subjektiven Erlebens und resting-state fMRT-Daten. Auf der Grundlage einer wachsenden Datenbasis sollen Induktionsmethoden-übergreifende, neuronale Veränderungen in einzelnen Bewusstseinsdimensionen identifiziert werden. Phenomenoconnectomics soll schließlich Aussagen folgender Form erlauben:

Wenn eine Person das Bewusstseinsphänomen X erlebt (z. B. Außerkörpererfahrung), geht dieses unabhängig von der Induktionsmethode mit einer erhöhten/verringerten Kopplung des Gehirnnetzwerks Y einher.

Für den Erfolg dieses Vorhabens ist die Kooperation zwischen Forschungsgruppen unerlässlich.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass durch die Etablierung gemeinsamer Standards zur studienübergreifenden Vergleichbarkeit in der Forschung zu ASCs neues Licht auf große Fragen zur Natur des menschlichen Bewusstseins geworfen wird.

Fußnoten

  1. 1.

    Zu den bekannteren Vergleichen gehören Berichte, dass Schlafentzug ähnliche kognitive Defizite hervorruft wie Alkoholkonsum (Williamson und Feyer 2000). Die Messung von Defiziten in bestimmten Testaufgaben kann jedoch nicht erfassen, wie ähnlich das subjektive Erleben der beiden Zustände ist.

  2. 2.

    Manche Autoren sprechen von dem psychedelischen Zustand (Muthukumaraswamy et al. 2013). Während Untersuchungen der Gemeinsamkeiten von ASCs, die durch eine spezielle Induktionsmethode (z. B. psychedelische Substanzen) hervorgerufen werden, von großem Wert sind, sollte berücksichtigt werden, dass es keinen unitären psychedelischen Zustand gibt, sondern die induzierten ASCs stark von Set, Setting und Art und Dosierung der eingesetzten Substanz abhängen. (Metzner 2005).

  3. 3.

    Ein verwandtes Problem besteht im klinischen Kontext, wenn ein veränderter Bewusstseinszustand eine Beeinträchtigung für einen Patienten darstellt. Hier erscheint eine Klassifizierung essenziell, um eine Diagnose und einen Behandlungsansatz wählen zu können. Intensiv geführte Diskussionen über Kategorisierungssysteme, wie dem DSM-5, spiegeln die Schwierigkeiten wider, bestimmte Aspekte psychiatrischer Phänomene in Klassen einzuteilen. Es zeichnet sich ab, dass viele psychiatrische Symptome besser als Spektrum von Ausprägungsstärken bestimmter Symptome beschrieben werden können (Casey et al. 2013). Ähnlich erscheinen auch die substanzinduzierten Veränderungen in den meisten Bewusstseinsdimensionen eher graduell als kategorisch.

  4. 4.

    Aus einer skeptischen Perspektive kann eine verbale Beschreibung eines inneren Zustandes (subjektives/qualitatives Erleben, Qualia) kaum einen bedeutungsvollen Inhalt besitzen. Innere Zustände sind grundsätzlich private Empfindungen, die nur aus einer Ersten-Person-Perspektive erlebt werden können (Nagel 1974). Eine verbale Beschreibung solcher Zustände ist problematisch, da nicht sichergestellt werden kann, dass die verwendeten Worte für zwei Personen auf den gleichen inneren Zustand referenzieren, vgl. z. B. „Inverted Qualia“ (Byrne 2015). Diese Perspektive ist für empirische Forschung jedoch impraktikabel. Wegen dieser Sprachabhängigkeit der Erfassung von inneren Zuständen besitzen die gewonnen Daten eine entsprechende ‚Unschärfe‘, die aber bei keiner Messmethode der empirischen Wissenschaft völlig zu vermeiden ist.

  5. 5.

    Der Fragebogen wurde zunächst als APZ (Abnorme Psychische Zustände) sowie als OAV (nach seinen drei Skalen) bezeichnet. Diese früheren Versionen wurden leicht verändert und durch zwei weitere Skalen ergänzt: (4) Auditorische Veränderungen (AUA) und (5) Vigilanz Reduktion (VIR). In Folge wurde er als 5D-ASC (5-Dimensions Altered States of Consciousness Rating Scale), oder im Deutschen als 5D-ABZ (Fragebogen zur Erfassung Aussergewöhnlicher Bewusstseinszustände) bezeichnet. Es taucht aber auch die Bezeichnung OAVAV als Kürzel für die Namen seiner 5 Dimensionen auf.

  6. 6.

    Die Bezeichnung „mystische“ oder „religiöse“ Gefühle wurde stark diskutiert und Teile der Pro- und Contra-Argumentation hinsichtlich einer angemessenen Bezeichnung können auch in Adolf Dittrichs Aufzeichnungen zur Entwicklung des OAVAV-Fragebogens gefunden werden, bei dessen Formulierung Dittrich schließlich beide Begriffe vermied (Dittrich 1985). In der aktuellen Version (Studerus et al. 2010) wurde ein Faktor letztendlich als „Spiritual Experience“ bezeichnet.

  7. 7.

    Im Sinne der Open-Access- und Data-Sharing-Initiativen aller großen Forschungsförderer sollte es unerlässlich sein, auch psychometrische Daten in ihrer Gesamtheit zu veröffentlichen. Neben den zusammenfassenden Statistiken innerhalb eines Artikels sollten Autoren ergänzend von Supplements, Repositories oder anderen Online-Publikationsformaten Gebrauch machen, um freien Zugang zu den Originaldaten zu ermöglichen.

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Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2016

Authors and Affiliations

  1. 1.Fachbereich Erziehungswissenschaft und PsychologieFreie Universität BerlinBerlinDeutschland
  2. 2.Psychiatrische Universitätsklinik der Charité im St. Hedwig KrankenhausCharité Universitätsmedizin BerlinBerlinDeutschland

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