Kindlers Literatur Lexikon (KLL)

Living Edition
| Editors: Heinz Ludwig Arnold

Abadžiev, Georgi: Pustina

Living reference work entry
DOI: https://doi.org/10.1007/978-3-476-05728-0_22682-1
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Zusammenfassung

Als sich Georgi Abadžiev als mittelmäßiger Nachkriegsautor bereits Mitte der 1950er Jahre überholt zu haben schien, erschien 1961 sein Roman Pustina, der Leser wie Kritiker gleichermaßen überraschte. Zwar handelt es sich auch bei diesem Werk, wie bei den meisten seiner Frühwerke, um einen historischen Roman, aber im Gegensatz zu Abadžievs früherer Tendenz, den Menschen zu historisieren, gab er nun der Geschichte menschliche Züge. Die Handlung geht auf Ereignisse in Thessaloniki im Frühjahr 1903 zurück: In Mazedonien – damals noch zusammenhängende Provinz des Osmanischen Imperiums – wurde ein Aufstand vorbereitet. Jungen Intellektuellen, die sich zu der Anarchistengruppe der Gemidžii (Matrosen) zusammengeschlossen hatten, dauerten die Vorbereitungen zu lange, und so schlugen sie am 29. April mit Bombenattentaten gegen Banken, Schiffe und Gebäude (darunter den „Deutschen Klub“) los, um eine Intervention der Großmächte gegen die Türkei zu provozieren. Ein Teil der „Attentäter von Saloniki“ wurde am Tatort erschossen, der Rest in Großrazzien gefasst, zum Tode verurteilt und später zu langer Haft in Kleinasien begnadigt.

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Bibliographie

Literatur

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Authors and Affiliations

  1. 1.

Section editors and affiliations

  • Matthias Freise
    • 1
  1. 1.