Kindlers Literatur Lexikon (KLL)

Living Edition
| Editors: Heinz Ludwig Arnold

A Preaty Interlude Called Nice Wanton

Living reference work entry
DOI: https://doi.org/10.1007/978-3-476-05728-0_14526-1
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Abstract

Dieses Interludium in Versen von einem unbekannten Verfasser erschien 1560, wurde aber wahrscheinlich noch in der Regierungszeit König Eduards VI., also vor 1553, verfasst, da in seinem Prolog von einem König die Rede ist. Das Gebet für die seit 1558 regierende Königin Elisabeth I., das den Epilog beschließt, deutet allerdings darauf hin, dass das Stück vor dem Druck noch einmal aufgeführt worden sein dürfte, möglicherweise bei Hof. Die Gattung der Interludien, die sich gegen Ende des 15. Jh.s aus dem Moralitätendrama entwickelte und in der Tudorzeit als komische und meist auch belehrende Einlage bei Festbanketten oder gewichtigeren Dramenaufführungen diente, stellt den Schnittpunkt der heimisch-mittelalterlichen Theatertradition und des pädagogisch orientierten Humanistendramas des europäischen Festlands dar. So liegt dem Interludium Nice Wanton die lateinische Komödie Rebelles (1535) des niederländischen Humanisten Georgius Macropedius zugrunde, während allegorische Gestalten wie ‚Iniquity‘ (Sittenverderbnis) und ‚Worldly Shame‘ (weltliche Schande) auf die Moralitätentradition verweisen.

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Bibliographie

Literatur

  1. P. M. King: Minority Plays. Two Interludes for Edward VI., in: Medieval English Theatre 15, 1993, 87–102.Google Scholar
  2. U. Potter: Cockering Mothers and Humanist Pedagogy in Two Tudor School Plays, in: Domestic Arrangements in Early Modern England, Hg. K. B. McBride, 2002, 244–278.Google Scholar

Authors and Affiliations

  1. 1.

Section editors and affiliations

  • Ansgar Nünning
    • 1
  • Vera Nünning
    • 1
  1. 1.