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Bromid

  • C. VidalEmail author
  • W. R. Külpmann
Living reference work entry
Part of the Springer Reference Medizin book series (SRM)

Zusammenfassung

Bromid

Englischer Begriff

bromide

Definition

Bromid (Br) Halogenid (VII Hauptgruppe).

Molmasse

79,92 g.

Synthese – Verteilung – Abbau – Elimination

Br wird oral appliziert und renal eliminiert. Aus bromhaltigen Pharmaka wie Bromureiden (z. B. Carbromal) wird im Rahmen des Metabolismus Br freigesetzt.

Halbwertszeit

300 Stunden im Plasma.

Funktion – Pathophysiologie

Hohe Bromidkonzentrationen führen zu Koordinationsstörungen, Verwirrtheit, Halluzinationen und Lähmung. Sie treten auf bei einmaliger Einnahme von über 20 g Br sowie bei chronischer Applikation, wenn eine renale Insuffizienz vorliegt. Davon unabhängig gibt es individuelle Überempfindlichkeitsreaktionen (Bromismus).

Untersuchungsmaterial – Entnahmebedingungen

Plasma, Urin.

Analytik

Br-sensitive Elektroden oder photometrische Bestimmung (Kisser).

Referenzbereich – Erwachsene

Plasma: therapeutischer Bereich 10–100 mg/L; toxisch >200–500 mg/L; komtös-letal >2000 mg/L.

Indikation

Verdacht auf Bromidvergiftung oder Abusus von Bromureiden (Schlafmitteln) sowie Überwachung der Epilepsietherapie mit Br.

Interpretation

Wegen der langen Halbwertszeit werden bei chronischem Abusus bromhaltiger Präparate sehr hohe Bromidkonzentrationen im Plasma erreicht. Klinisch-chemische Verfahren zur Chloridbestimmung erfassen in der Regel auch Br, z. T. stärker als Cl, was zu falsch hohen „Chloridkonzentrationswerten“ führt und zu einer erniedrigten Anionenlücke.

Literatur

  1. König H, Käferstein H (2009) Hypnotics and sedatives. In: Külpmann WR (Hrsg) Clinical toxicological analysis. Wiley-VCH, Weinheim, S 367–391Google Scholar

Copyright information

© © Springer-Verlag GmbH Deutschland 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.Landeskriminalamt NiedersachsenDezernat 53 „Chemie“HannoverDeutschland
  2. 2.HannoverDeutschland

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