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BRCA2

  • S. Holdenrieder
  • P. Stieber
Living reference work entry
Part of the Springer Reference Medizin book series (SRM)

Zusammenfassung

BRCA2

Englischer Begriff

BRCA2

Definition

BRCA2 ist ein Tumorsuppressorgen, das beim hereditären Mamma- und Ovarialkarzinom häufig mutiert ist. Für Trägerinnen eines mutierten BRCA2-Gens besteht ein erhöhtes Risiko, an einem dieser Karzinome zu erkranken.

Funktion – Pathophysiologie

BRCA2 ist auf Chromosom 13q12 lokalisiert und weist strukturelle und funktionelle Ähnlichkeiten mit BRCA1 auf. Es kodiert für ein Protein mit 3418 Aminosäuren, das jedoch keine strukturellen Analogien mit dem BRCA1-Protein hat. Das BRCA2-Gen spielt eine Rolle in der Regulation von Transkriptionsprozessen und der p53-vermittelten DNA-Reparatur. Bei Inaktivierung von BRCA2 durch Mutationen akkumulieren DNA-Schäden und Mutationen und können zu einer malignen Transformation führen.

Trägerinnen eines mutierten BRCA1- oder BRCA2-Gens erkranken häufig früh an einem Mamma- oder Ovarialkarzinom. So treten BRCA1- und BRCA2-Mutationen in 5–10 % der Frauen mit Mammakarzinom unter 35 Jahren und in 12–13 % der Frauen mit Mammakarzinom unter 45 Jahren auf. BRCA1-Mutationen gehen bei prämenopausalen Frauen mit einem erhöhten Risiko für ein kontralaterales und meist sehr aggressives Mammakarzinom einher, bei postmenopausalen Frauen sinkt es ab. Hingegen steigt das Risiko bei BRCA2-Mutationen auch nach der Menopause weiter an. Hinsichtlich der Ovarialkarzinome liegt das Durchschnittsalter bei Trägerinnen eines mutierten BRCA1- oder BRCA2-Gens zum Zeitpunkt der Diagnosestellung um etwa 14 Jahre niedriger als beim sporadischen Ovarialkarzinom.

Indikation

Identifizierung von Frauen mit erhöhtem Risiko für ein Mamma- oder Ovarialkarzinom.

Interpretation

Eine Untersuchung des BRCA1- und BRCA2-Status bei Frauen mit einer familiären Belastung hinsichtlich eines Mamma- oder Ovarialkarzinoms kann Anlass für eine engmaschige und intensive Vorsorge sein. Allerdings sind dabei auch ethische und psychologische Aspekte zu berücksichtigen, da möglicherweise gesunde Frauen ohne spezifische Symptome für eine maligne Erkrankung als „krank“ oder „sehr gefährdet“ eingeordnet werden, was auf die weitere Lebensqualität negative Auswirkungen haben kann. Deshalb ist auf eine Einbettung der Untersuchung in eine ausführliche Beratung und ein intensives, multimodales Vorsorgeprogramm zu achten.

Literatur

  1. Nicoletto MO, Donach M, De Nicolo A et al (2001) BRCA1 and BRCA2 mutations as prognostic factors in clinical practice and genetic counselling. Cancer Treat Rev 27:295–304CrossRefPubMedGoogle Scholar
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Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für Laboratoriumsmedizin, Deutsches Herzzentrum MünchenKlinik an der Technischen Universität MünchenMünchenDeutschland
  2. 2.Institut für LaboratoriumsmedizinKlinikum der Universität München (LMU)MünchenDeutschland

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