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Gesellschaftliche Integration und Erinnerung

  • J. Olaf KleistEmail author
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Zusammenfassung

Soziale Erinnerungen konstruieren gesellschaftliche Zugehörigkeitsvorstellungen, die sowohl integrativ als auch partikular und ausschließend sind. So sind Vergangenheitsbezüge gerade in Einwanderungsgesellschaften fester Bestandteil, Bedingungen von Zughörigkeit auszuhandeln. Dieses Kapitel unterscheidet mit Bezug auf Entwicklungen der Erinnerungsforschung zwei Formen des sozialen Erinnerns die mit verschiedenen Modellen von Integration in Beziehung gesetzt werden. Kulturelle Erinnerungen konstruieren essenzialistische Vorstellungen von identitärer Zugehörigkeit. Diese können im nationalen Rahmen zur Assimilation oder zum Ausschluss von Gruppen beitragen oder aber Vielfalt in multikulturellen Gesellschaften widerspiegeln. Zivile Erinnerungen bringen hingegen assoziative Zugehörigkeiten hervor, die etwa auf Staatsbürgerschaft rekurrieren, oder sie wirken durch ihr Anbringen im politischen Raum selbst gesellschaftlich partizipativ und integrativ. Es wird abschließend argumentiert, dass erinnerungspolitische Konflikte somit Teil der politischen Aushandlung gesellschaftlicher Integrationsmodelle sind.

Schlüsselwörter

Erinnerung Gedächtnis Integration Zugehörigkeit Migration Einwanderungsgesellschaft 

In Museen, mit Denkmälern und an Gedenktagen wird Geschichtspolitik gemacht. Durch ihre Repräsentation sozialer Erinnerungen, wie durch Vergangenheitsbezüge in jedem politischen und gesellschaftlichen Diskurs, werden spezifische Vorstellungen von gesellschaftlichem Zusammenhalt und mithin auch Ausschluss manifestiert. Erinnerungen stehen im Wechselspiel mit Gesellschaftspolitik, indem sie Prinzipien von Zugehörigkeit ausdrücken und verhandelbar machen, beispielsweise für Staatsbürgerschafts- und Migrationspolitik. Als „Lehren aus der Vergangenheit“ können Erinnerungen darüber hinaus politische Entscheidungen begründen, indem sie frühere Erfahrungen als handlungsleitend anführen, einschließlich aber nicht nur für Gesellschaftspolitik (Brändström et al. 2004). Erinnerungen sind jedoch politisch umkämpft, insofern ihre Interpretation der Vergangenheit Prinzipien von Zugehörigkeit beinhaltet, gesellschaftliche Inklusion aber auch Exklusion begründet werden und Gruppen um Anerkennung ringen (Olick 2003). Sie sind mithin umstritten und vielfältig wie Gesellschaftskonzepte. Sie bilden wichtige Kristallisationen von Zugehörigkeitsvorstellungen anhand derer gesellschaftliche Integration politisch verhandelt wird – aber auch geistes- und sozialwissenschaftlich untersucht werden kann.

Im Folgenden werden zunächst die sozialwissenschaftlichen Grundlagen des Verhältnisses von Erinnern und sozialer Zugehörigkeit dargelegt, um dann in Abschn. 2 verschiedene Konzepte und Formen von Erinnerungen mit spezifischen Modellen von Integration in Verbindung zu setzen. Im Fazit wird argumentiert, dass die gesellschaftlichen Konstellationen von Erinnerung und gesellschaftlicher Zugehörigkeit Gegenstand politischer Konflikte und Aushandlung sind.

1 Soziale Erinnerung und Zugehörigkeit

Der Soziologe Maurice Halbwachs zeigte in den 1920er-Jahre mit Bezugnahme auf Émile Durkheims soziale Morphologie (Durkheim 1899; Halbwachs 2002), dass Ereignisse aus der Vergangenheit nur in sozialen Zusammenhängen ins Gedächtnis zurück gerufen werden können (Halbwachs 1925). Dabei sei es nicht entscheidend, ob es sich um ein selbst erfahrenes oder historisches Ereignis handelt, sondern ob dem Ereignis eine Relevanz für eine soziale Gruppe zugeschrieben werde, dem sich die erinnernde Person zugehörig fühle. Halbwachs (1985) spricht hier von einem „kollektiven Gedächtnis“ („mémoire collective“).

Erinnerung wird als Problemlösungsstrategie aufgefasst, mit der vergangene Ereignisse herangezogen werden, um Herausforderungen der Gegenwart zu verstehen und individuelle aber auch kollektive Handlungsmöglichkeiten zu finden. Der Erinnerungsprozess geht dabei nicht chronologisch in die Vergangenheit zurück, um bestimmte Ereignisse ausfindig zu machen, wie noch vor Halbwachs angenommen wurde (Bergson 1896). Vielmehr, so das von Halbwachs beschriebene Konzept (1925), fungieren Prinzipien, durch die sich die erinnernde Person mit sozialen Gruppen verbunden fühlt, als „soziale Rahmen“, mit denen eine Verbindung zwischen einem gegenwärtigen und einem vergangenen Ereignis hergestellt werde. Während diverse solcher „sozialen Rahmen“ notwendig seien, um ein vergangenes Ereignis im Gedächtnis zu lokalisieren, werde es ausschließlich nach den Prinzipien beziehungsweise in der Logik einer relevanten sozialen Gruppe rekonstruiert. Damit werde nicht nur dem erinnerten, sondern auch dem gegenwärtigen Ereignis ein bestimmtes Rational verliehen, das handlungsleitend für individuelle oder auch politische Herausforderungen fungiere.

Dass die Fähigkeit zu erinnern, sozial sei, wird auch von Sozialpsychologen bestätigt (Bartlett 1932; Middleton und Brown 2005). Das soziale Gedächtnis dient dabei nicht nur dem Handeln, sondern autobiographisch auch der persönlichen Identitätsbildung, indem Bezüge zur Gesellschaft hergestellt werden (Welzer 2002). Letzteres stand für die geistes- und sozialwissenschaftliche Erinnerungsforschung im Mittelpunkt, die ab den 1990er-Jahren Halbwachs' Konzepte aufgriff (Olick und Robbins 1998): Im Erinnern werden immer zugleich soziale Zugehörigkeiten hergestellt. Mit den sozialen Rahmen, durch die Erinnerungen rekonstruiert werden, werden spezifische soziale Gruppen und deren Prinzipien imaginiert. Solchermaßen vorgestellte Gemeinschaften (Anderson 1991) können beispielsweise Familien, Interessensgruppen oder auch religiöse oder nationale Gruppen sein, deren Mitglieder die Erinnerungen allerdings nicht teilen müssen. Vielmehr sind in einer solchen Gruppe die Bedeutung von Erinnerungen und die Prinzipien der Zugehörigkeit in der Regel umkämpft. Jedoch können geteilte Erinnerungen zur Verständigung über gemeinsame Prinzipien einer Gruppe beitragen und so integrativ wirken. Auf welche Weise die Prinzipien von Zugehörigkeit in sozialen Erinnerungen konstruiert werden, beeinflusst dabei, wie gesellschaftliche Integration aber auch Ausschluss vorgestellt und politisch angestrebt werden.

2 Formen sozialer Erinnerung und Modelle gesellschaftlicher Integration

Im Folgenden unterscheide ich zwei Formen des Erinnerns anhand der im Erinnerungsprozess vorgestellten Zugehörigkeiten. In Anlehnung an Rogers Brubaker (1992) Gegenüberstellung gesellschaftlicher Zugehörigkeitsmodelle lässt sich so zwischen kultureller und ziviler Erinnerung differenzieren (Kleist 2016, S. 8–10), die je spezifische Implikationen für die Integrationsfähigkeit von Einwanderungsgesellschaften aufweisen. Erinnerung ruft also eine Vorstellung entweder von kultureller oder gemeinschaftlicher Identität oder von ziviler Assoziation hervor. Ich stelle zunächst (Abschn. 2.1) Konzepte kulturellen Erinnerns vor und wie diese Aus- und Einschluss produzieren und zeige dann (Abschn. 2.2) Ansätze, die diese Konzepte für Vielfalt in Einwanderungsgesellschaften modifizieren. Anschließend diskutiere ich zunächst (Abschn. 2.3) Entwürfe zivilen Erinnerns als Konzeptionen liberaler und offener Zugehörigkeitsmodelle und schließlich (Abschn. 2.4) Versuche, Zugehörigkeit über zivile Erinnerung als gesellschaftliche Partizipation herzustellen. In dieser Darstellung zeichne ich zugleich eine grobe Chronologie theoretischer und gesellschaftlicher Auseinandersetzungen mit Erinnerung in Einwanderungsgesellschaften seit den 1990er-Jahren nach.

2.1 Kulturelle Erinnerung und Identität

Mit zunehmender gesellschaftspolitischer Relevanz öffentlichen Erinnerns und Gedenkens griffen ab Ende der 1980er-Jahre die Geistes- und Sozialwissenschaften Theorien des Erinnerns wieder auf (Erll 2008). Was mithin als zweite Welle der Erinnerungsforschung bezeichnet wird (Erll 2011), entwickelte neue Erinnerungskonzepte mit Blick auf gegenwärtige geschichtspolitische Debatten. Zentral war dabei die Wiederentdeckung und kulturtheoretische Neuinterpretation der Arbeiten von Halbwachs, für den deutschsprachigen Raum insbesondere durch Jan und Aleida Assmann mit ihrem Konzept des „kulturellen Gedächtnisses“ (Assmann 1995a, 1997). Das historische Wissen und seine Quellen stellen demnach ein gesellschaftliches Archiv dar, aus dem Ereignisse im kulturellen Gedächtnis einer Gemeinschaft aufgenommen werden, sofern diese helfe, die kollektive Identität der Gemeinschaft zu konstruieren (Assmann 1995b). Hingegen werden Ereignisse vergessen, die der kollektiven Identität entgegenstehen (Esposito 2002). Geschichte und kulturelle Erinnerungen stehen somit in einem spannungsreichen Verhältnis, in dem sie sich bereichern aber auch in Konflikt befinden (Ricoeur 2004). Für kulturelle Erinnerungen ist jedoch entscheidend, dass sie sich auf einen gemeinsamen historischen Ursprung beziehen, aus dem heraus eine kollektive Identität der Gruppe abgeleitet wird. Dabei wirken sowohl die dermaßen vorgestellte Vergangenheit als auch die Zugehörigkeit homogen und dauerhaft unveränderlich (Kleist 2010). Gesellschaftliche Integration wird so als beständige Wiederherstellung des vorgestellten Kollektivs unter veränderten Umständen verstanden.

Kulturelle Erinnerungen sind wesentliche Instrumente nationaler, ethnischer und anderer kollektiver Zugehörigkeitsvorstellungen, insofern sie einen vermeintlich gemeinsamen Ursprung zum unmittelbaren identitätsstiftenden Element erheben. Dieses essentialistische Modell ist äußerst schwer zugänglich für neu Hinzukommende, wenn diese nicht auch eine Verbindung zum identitätsstiftenden Erinnerungsereignis darlegen können (Brook 2006). So verwiesen etwa Heimatvertriebene in den 1950er- und 60er-Jahren auf die deutschen Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges, um nicht nur Ansprüche auf Restitution geltend zu machen, sondern auch um angesichts von Diskriminierungen in der Bundesrepublik eine „Schicksalsgemeinschaft“ zu konstruieren, die sie gesellschaftlich integrieren würde (Hahn und Hahn 2010). Umgekehrt trugen 2015 nationale Erinnerungen an Vertreibung und Flucht zur gesellschaftlichen Integration syrischer Flüchtlinge in Deutschland bei (Feindt 2017).

In der Regel schließen kulturelle Erinnerungen nicht bereits Zugehörige wie Migrant*innen und deren Erinnerungen von gesellschaftlicher Zugehörigkeit aus. Zwar kann über die Vermittlung von kulturellen Erinnerungen eine Assimilation angestrebt werden, wie etwa durch das Unterrichten historischen Wissens in Integrationskursen. Allein die Kenntnis nationaler Ursprungsereignisse, etwa Holocausterinnerungen in Deutschland, trägt jedoch noch nicht zu einer gesellschaftlichen Integration bei. Nur wenn das historische Wissen durch die Mehrheitsgesellschaft als Ausdruck eines gemeinsamen Ursprungs anerkannt wird, ist es auch eine gemeinsame kulturelle Erinnerung und kollektive Identität, mit denen die erinnernde Person integriert wird. In anderen Worten: nicht die geteilte Erinnerung führt zur Assimilation von Migrant*innen, sondern die Integration von Migrant*innen in ein nationales Kollektiv macht aus geteilter eine kulturelle Erinnerung.

Zugleich werden in der Annahme eines kulturellen Gedächtnisses nationaler Zugehörigkeit nicht assimilierte Erinnerungen von Migrant*innen und anderer marginalisierter Gruppen aus dem nationalen Erinnerungsraum ausgeschlossen und öffentlich vergessen (Kleist 2010). Insofern solche Erinnerungen für Betroffene wie etwa Migrant*innen selbst identitätsstiftend sind, grenzt sie die Nicht-Anerkennung ihrer persönlichen und kulturellen Erinnerungen zum Beispiel in Schulbüchern, Museen und in den Medien von einer nationalen Zugehörigkeit aus.

Pierre Nora wies allerdings darauf hin, dass Nationen nicht nur über eine, sondern über eine Vielzahl kultureller Erinnerungen Identität herstellen würden. So ergibt sich ein virtuelles Feld an „Erinnerungsorten“ (Nora 2001), die selbst historisch geprägt und veränderbar sind. Während in Noras Zusammenstellung des französischen Originals (Nora 1984–1992) jedoch einzelne migrantische und koloniale Erinnerungsorte Eingang fanden, wurden Erinnerungen an Migration in der deutschen Variante nicht berücksichtigt (François und Schulze 2001). Nicht nur kulturelle Erinnerung, auch deren nationale Vielfalt ist somit äußerst selektiv. Während jedoch in kultureller Erinnerung die aus ihr geschöpfte kollektive Identität unveränderlich scheint, ist sie historisch wandelbar. Welche Erinnerungsereignisse als national konstituierend wirken und welche Prinzipien in der Erinnerungsinterpretation als integrativ gelten, wird gesellschaftlich ausgehandelt, und kulturelle Erinnerung so entgegen ihrer inhärent essentialistischen Annahme verändert. Mithin kann kulturelle Erinnerung auch divers und Migrant*innen integrierend konzipiert werden.

2.2 Multiple Erinnerungen und Diversität

Durch Migrationsmuseen und das Gedenken an Migration werden in einigen Ländern kulturelle Erinnerungen konstruiert, in denen Migration selbst zu einem Prinzip nationaler Zugehörigkeit erhoben wird. Die USA, Kanada und Australien gelten durch solch imaginierte Traditionen als traditionelle Einwanderungsländer, obwohl ihre Geschichte durch äußerst restriktive und rassistische Einwanderungspolitiken geprägt ist (Baur 2009; Zolberg 2006). So präsentiert das Einwanderungsmuseum auf Ellis Island in New York, dem offiziellen Ankunfts- aber auch Grenzort für viele europäische Einwanderer in die USA, das selektive Narrativ eines Einwanderungslandes. Ein zugehöriges Denkmal (Baur 2009, S. 177–180), das es in ähnlicher Form auch in Kanada und Australien gibt, versammelt exemplarisch viele tausend Namen von Angekommenen, in der Regel Vorfahren gegenwärtiger Einwohner, die im kulturellen Gedächtnis der Einwanderungsgesellschaft durch ihre individuelle Migration in ein nationales Narrativ integriert werden.

In der multikulturellen Variante bilden nicht individuelle Ankünfte, sondern die kulturellen Erinnerungen ethnischer Gruppen in ihrer Gesamtheit ein nationales Narrativ der Zughörigkeit. So kann die Diversität kultureller Erinnerungen selbst zum Prinzip eines nationalen Gedächtnisses werden. Ethnische Zugehörigkeit und migrantische Identität sind somit nicht exkludierend und sollen nicht assimiliert werden, sondern sind Voraussetzung gesellschaftlicher Integration. Am nationalen Feiertag Australiens, der an die Ankunft der ersten britischen Siedler erinnert, wurde 1988 dem zweihundertsten Jahrestag gedacht, indem – entgegen der bis in die 1970er-Jahre exklusiv weißen Besiedlungsgeschichte – Boote aus aller Welt in Sydneys Hafen einliefen, um die Vielfalt der Gesellschaft zu präsentieren (Splilman 1994). So tragen kulturelle Erinnerungen auf der Basis eines Prinzips der Diversität, ganz unabhängig von historischen Fakten einer traditionell homogenisierenden Einwanderungspolitik, zur Anerkennung von Vielfalt in der Gegenwart bei.

Auch in Deutschland wurde durch Migrant*innen Einwanderung in das nationale Erinnerungsnarrativ eingeschrieben (Eryilmaz 2012; Projekt Migration 2005). Sowohl Einwanderung (z. B. Museum Friedland, Friedrichshain-Kreuzberg Museum Berlin) als auch Auswanderung (z. B. Deutsches Auswandererhaus Bremerhaven, BallinStadt: Auswanderermuseum Hamburg) haben bislang als lokale oder temporäre (z. B. „Zuwanderungsland Deutschland“, Ausstellung im Deutschen Historischen Museum Berlin, 2005–2006) Erinnerungen in Museen Eingang gefunden. Allerdings gelang es nicht, beispielsweise in einem nationalen Migrationsmuseum wie in Frankreich (Labadi 2013), Migration selbst als verbindendes Prinzip eines kulturellen Gedächtnisses öffentlich zu etablieren. In ehemaligen Siedlerkolonien wie den USA, Kanada und Australien zeigte sich zudem eine begrenzt integrative Wirkung nationaler Migrationserinnnerungen, da indigene Gruppen ausgeschlossen bleiben. Australiens nationaler Feiertag wird von Vertreter*innen indigener Gruppen etwa als Tag der Besetzung erinnert (Macintyre und Clark 2004, S. 112–113). Die Integration diverser migrantischer und anderer Erinnerungen in ein nationales Gedächtnis bleibt politisch umkämpft und eine konzeptionelle Herausforderung.

Die Vielfalt multikultureller Erinnerungen als Prinzip nationaler Zugehörigkeit stößt auch dort an seine Grenzen, wo gesellschaftliche Superdiversität (Vertovec 2015), also eine besonders hohe Komplexität an Vielfalt, in kulturellen Erinnerungen nicht mehr abgebildet werden kann. So überlagern sich ethnische, nationale, religiöse und politische Herkünfte der Mitglieder einer vielfältigen Gesellschaft. Angesichts der Multiplizität an Bezügen können weder migrantische Gruppen mit einer homogenen kulturellen Erinnerung noch ein gemeinsames Prinzip von Migration sinnvoll gefasst werden, durch die eine gesellschaftlicher Integration von Vielfalt möglich wäre.

Die vielfältigen transnationalen und transkulturellen Bezüge in den Erinnerungen von Migrant*innen erschweren mithin die Integration in eine durch kulturelle Erinnerungen homogen vorgestellte Gesellschaft. Migrantische Erinnerungen an eine gemeinsame Herkunft konstituiert allerdings selbst kulturelle Zugehörigkeit zur Gemeinschaft einer Diaspora oder anderweitig transnationalen Gruppe. Homi Bhabha (1990) verwies dabei auf hybride Zugehörigkeiten, während Michael Rothberg (2009) von multidirektionaler Erinnerung spricht, in der sich unterschiedliche Vergangenheitsbezüge teils überlagern, teils ergänzen und teils in Konflikt miteinander stehen. Entsprechend kann, nicht nur von Migrant*innen, auf verschiedene transkulturelle Erinnerungen (Erll 2011) zurückgegriffen werden, die in unterschiedlichen Situationen bestimmte Zugehörigkeiten herstellen (Raasch 2012). Gesellschaftliche Integration bedeutet in einem diversifizierten Modell kultureller Erinnerung nicht, dass nationale Zugehörigkeit nur kulturelle Erinnerungen zulassen kann, die einer spezifischen nationalen kollektiven Identität zuträglich sind, sondern dass sie die Vielfalt auch konkurrierender kultureller Erinnerungen seiner Mitglieder zulässt, sofern von ihnen auch nationale kulturelle Erinnerungen geteilt werden – wie immer letztere definiert sein mögen.

2.3 Zivile Erinnerung und Staatsbürgerschaft

In der Erinnerungsforschung ist der „methodologische Nationalismus“ des kulturellen Gedächtnisses ab den 2010ern zunehmend kritisiert worden, was zu einer „dritten Welle“ der Forschung führte, um essentialistische Ansätze zu überwinden (Erll 2011; Feindt et al. 2014). Allerdings reproduzieren auch transnationale Konzepte von Erinnerung identitäre Modelle von Zugehörigkeit, etwa als Grenzen überspannende ethnische Kulturen, oder sie fokussieren lediglich auf die Prozesse von Erinnerungspraktiken, ohne die implizite Konstruktion von Zugehörigkeit zu berücksichtigen (Erll und Rigney 2018).

Michael Rothberg und Yasmin Yildiz (2011) formulieren in Abgrenzung von ethnifizierenden Vorstellungen nationaler Zugehörigkeit ein mnemonisch integratives Konzept der Einwanderungsgesellschaft Deutschlands, das sie als „Memory Citizenship“ bezeichnen. Dabei nehme Erinnerung eine performative Form von Staatsbürgerschaft an, die soziale Verbindungen durch kollektive Praxis anstatt Identitätsmodelle herstelle (ebd., S. 43). Diese Unterscheidung zwischen einerseits kulturell-identitären und andererseits performativen citizenship-orientierten Vergangenheitsbezügen ist konzeptionell zu verstehen.

Bereits Halbwachs (1966), Nora (2001) und Ricoeur (2004) grenzten von „kollektiver Erinnerung“ ein Vergangenheitskonzept ab, das sie als „Geschichte“ beschrieben ohne aber Historiographie zu meinen. Diese ist im Gegensatz zu kultureller Erinnerung prinzipiell universell sowie durch Veränderung und Heterogenität gekennzeichnet. Es ist eine spezifische Form des Erinnerns, deren Prinzipien der Rekonstruktion vergangener Ereignisse keine essentialistische, sondern eine assoziative Vorstellung von Zugehörigkeit hervorruft, die Differenz zulässt. In Abgrenzung von kultureller Erinnerung kann hier von „ziviler Erinnerung“ gesprochen werden, die zivilgesellschaftliche, staatsbürgerliche oder universelle Prinzipien von Zugehörigkeit vermittelt (Kleist 2016, S. 8–10).

Das integrative Prinzip von ziviler Erinnerung liegt beispielsweise in der Abfrage von historischem Wissen in Staatsbürgerschaftstests und in der Staatsbürgerschaftskunde in Schulen zugrunde (Georgi 2003; Michalowski 2011). Über den gemeinsamen Bezug auf Ereignisse, die für demokratische Prinzipien oder Grundrechte der aufnehmenden Gesellschaft der Gegenwart historisch entscheidend waren, wird so eine zivile Zugehörigkeit hergestellt. In Deutschland soll etwa über die Holocausterinnerung gesellschaftliche Integration für Migrant*innen geschaffen werden (Georgi 2003). Während hier kulturelle Erinnerungen exklusive Traditionen von Bezügen zum Holocaust konstruieren, die von Traditionen ohne solche Bezüge abgegrenzt werden, können in der prozess-orientierten zivilen Erinnerung universale oder demokratische Werte im Sinne eines „Verfassungspatriotismus“ (Habermas 1992) als universale Lehren aus dem Holocaust abgeleitet werden. Gerade in der kosmopolitischen Kombination universaler und national-spezifischer Prinzipien, mit denen der Holocaust erinnert wird, ergibt sich eine Zugehörigkeit, die inhärent vielfältig und menschenrechts-basiert ist (Levy und Sznaider 2006). Über ein solch ziviles Verständnis der Vergangenheit kann eine Zugehörigkeit konstruiert werden, die unabhängig von Herkunft integrativ wirkt.

2.4 Politische Erinnerung als gesellschaftliche Teilhabe

Zivile Erinnerung ist im mnemonischen Bezug auf vergangene Aktivitäten und deren Konsequenzen insofern gesellschaftlich integrativ als sie ein gemeinsames politisches Handeln für gegenwärtige soziale Herausforderungen begründen. Die Prinzipien der Erinnerung, also die Lehren die aus einem gemeinsam erinnerten Ereignis gezogen werden sollen, sind dabei politisch umkämpft. So können in Konfliktsituationen politisch konkurrierende Gruppen je eigene zivile Erinnerungen des gleichen gesellschaftlich erinnerten Ereignisses anführen, um unterschiedliche Prinzipien zu begründen. Beispielsweise eignen sich Migrant*innen in Deutschland Holocausterinnerungen an, ohne gesellschaftlich dominante Interpretationen zu übernehmen, die zur Auseinandersetzung mit Diskriminierungserfahrungen durch die Mehrheitsgesellschaft beitragen (Arnold und König 2018; Rothberg und Yildiz 2011). So sind zivile Erinnerungen konflikthaft, da durch ihren prozess- und handlungsorientierten Vergangenheitsbezug die Teilhabe an der Gesellschaft verhandelt wird. Die Partizipation von Migrant*innen und anderer gesellschaftlicher Gruppen am erinnerungspolitischen Aushandlungsprozess über die Bedeutung der Vergangenheit für die Gegenwart ist jedoch nicht ausgrenzend, vielmehr ist sie selbst die politische Interaktion, die gesellschaftliche Integration ausmacht (El-Mafaalani 2018; Esser 1980).

Migrant*innen beziehen sich in erinnerungspolitischen Auseinandersetzung nicht nur auf etablierte Erinnerungsereignisse, sondern bringen ihre eigene Geschichte mit ein, über die sie sich in politische Kämpfe der Gesellschaft einschreiben (Bojadžijev und Karakayali 2007). So werden spezifisch migrantische Erfahrungen selbst Gegenstand der Aushandlung gesellschaftlicher Zugehörigkeit, wie transnationale Erinnerungen von Flucht und Migration sowie der Ankunft und Aufnahme. Solche zivilen Erinnerungen von Migration erhalten ihre integrative Kraft nicht, weil sie von allen Mitgliedern der Gesellschaft geteilt werden, sondern gerade weil sie als partikulare Interessen durch die politische Gemeinschaft als Teil der Öffentlichkeit anerkannt werden. Hierzu gehören im Streben um gleichberechtigte Teilhabe gerade auch Erinnerungen an Diskriminierung und Rassismus, in Deutschland etwa an die NSU-Verbrechen (Perinelli 2018). So tragen Migrant*innen durch ihre politischen Erinnerungen zur Konstitution einer postmigrantischen Gesellschaft bei (Foroutan et al. 2018), in der migrantische Erfahrungen weder peripher noch identitätsstiftend, sondern ein etablierter mnemonischer Bezug gesellschaftlicher Auseinandersetzungen geworden sind.

3 Fazit: Zum Verhältnis von Erinnerungs- und Integrationspolitik

Die gesellschaftliche Integrationsdebatte wird mit Bezügen auf die Vergangenheit geführt. Staaten bieten mit Interpretationen der Geschichte in Museen und Gedenktagen aber auch im schulischen Geschichtsunterricht und in Staatsbürgerschaftstest spezifische Modelle politischen Ein- und Ausschlusses. Aber auch zivilgesellschaftliche Akteure und Medien bringen mit sozialen Erinnerungen konkurrierende Interpretationen politischer Zugehörigkeit in den gesellschaftlichen Diskurs ein. Gerade für marginalisierte Gruppen bieten sich sowohl kulturelle als auch zivile Erinnerungen an, um strategisch ihre eigene Integration zu begründen oder auch politische Konflikte gegen Diskriminierung und für gesellschaftliche Partizipation zu führen.

In der Erinnerungspolitik wird so umgekehrt immer auch Integrationspolitik verhandelt. Die Interpretation historischer Ereignisse und die Einordnung der Prinzipien, nach denen die Ereignisse in sozialen Erinnerungen rekonstruiert werden, impliziert Vorstellungen politischer Organisation. Kulturelle und zivile Erinnerungen bieten dabei in ihren jeweiligen Vergangenheitsbezügen grundsätzlich konkurrierende Modelle essenzialistischer gegenüber assoziativer gesellschaftlicher Zugehörigkeit an. Diese beiden Formen politischer Erinnerung und Modelle von Zugehörigkeit sind einerseits unvereinbar und begründen Gesellschaften dennoch nur gemeinsam. Das Verhältnis politischer Erinnerungen in der Aushandlung von Integrationspolitik ist somit repräsentativ für die Organisation politischer Gesellschaften überhaupt. Wie sich Gesellschaften über ihre Vergangenheit auseinandersetzen zeigt nicht nur, wie sie in der Gegenwart verfasst sind, sondern auch die Wege, die ihnen für die Zukunft offen stehen. Gerade daher ist Erinnerung politisch so umstritten, wie Migration und gesellschaftliche Zugehörigkeit selbst.

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Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS)Universität OsnabrückOsnabrückDeutschland
  2. 2.Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) BerlinBerlinDeutschland

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