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Hate Speech im Internet

  • Kathrin GanzEmail author
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Part of the Springer Reference Sozialwissenschaften book series (SRS)

Zusammenfassung

Im Internet lassen sich verschiedene Formen geschlechtsbasierter Belästigung und sexistischer Hate Speech beobachten. Zahlreiche Studien bewerten dies als Ausdruck eines Geschlechterkampfes um Sprechpositionen in digitalen Öffentlichkeiten. Die Forschung beschäftigt sich mit den Formen und Hintergründen von Hate Speech, aber auch mit Möglichkeiten der Gegenwehr. Dass dabei oftmals ein binäres und dualistisches Geschlechterbild reproduziert wird, zeigt die performative Wirkkraft von geschlechtsbezogener Hate Speech.

Schlüsselwörter

Hate Speech Online Harassment Sexismus Internet Öffentlichkeit 

1 Einleitung

Hate Speech (dt. Hassrede) ist die aktuell prominenteste Ausprägung verbalisierter Missachtung im Internet. Auch Geschlecht und Geschlechterverhältnisse werden im Internet häufig im Modus von Hate Speech adressiert. Geschlechtsbezogene Formen verbaler Missachtung und Ausschlüsse aus digitalen Kommunikationsräumen sind bereits seit längerem Gegenstand kommunikationswissenschaftlicher Analysen (z. B. Sutton 1994; Herring 1999; Herring et al. 2002). Durch soziale Medien, die u. a. durch hypermedialen User Generated Content und ein hohes Maß an Interaktion gekennzeichnet sind, haben sich die Möglichkeiten vervielfältigt, Verachtung zum Ausdruck zu bringen. Hass im Internet ist vernetzt, interaktiv und multimedial. In den letzten Jahren haben sich Auseinandersetzungen um Geschlechterverhältnisse und Feminismus im Internet zugespitzt (Carstensen 2012). In digitalen Öffentlichkeiten werden sowohl feministische als auch dezidiert frauenfeindliche und antifeministische Positionen artikuliert. Das Internet scheint zum Austragungsort eines „new culture war“ (Penny 2014) geworden zu sein. Dass Betroffene seit einigen Jahren vermehrt über Erfahrungen mit Hate Speech berichten, politisiert das Thema und führt zu einem gestiegenen Forschungsinteresse seitens der Medien- und Kommunikationswissenschaft sowie aus internetsoziologischer und juristischer Perspektive.

Hate Speech ist eine Form sprachlicher Diskriminierung. Der Begriff bezeichnet den „sprachliche[n] Ausdruck von Hass gegen Personen und Gruppen […] insbesondere durch die Verwendung von Ausdrücken, die der Herabsetzung und Verunglimpfung von Bevölkerungsgruppen dienen“ (Meibauer 2013, S. 1). Sie stützt sich in der Regel auf konventionalisierte Abwertungen gesellschaftlicher Gruppen (Meibauer 2013, S. 3) und ist damit Ausdruck gesellschaftlicher Machtverhältnisse und Positionierungen (Hornscheidt 2013, S. 37–38). Als diskriminierende „SprachHandlung“ (ebd.) verstanden, hat Hate Speech die Macht zu verletzen. Voraussetzung dafür ist die Zitathaftigkeit von Hate Speech: „Sollen Beleidigungen performative Kraft haben, müssen sie vergangene Äußerungen wiederholen“ (Herrmann und Kuch 2007, S. 21). Judith Butler (1998) diskutiert die Verletzungsmacht von Sprache im Rahmen einer Performativitätstheorie des Politischen. Sie geht davon aus, dass es Hate Speech nicht immer gelingt, das adressierte Subjekt als ein Untergeordnetes zu konstituieren, da der Kontext der Rezeption durch Akte der Resignifikation verändert werden kann (Butler 1998, S. 226).

Im deutschsprachigen Kontext wird Hate Speech derzeit als Oberbegriff für unterschiedliche Formen abwertender und belästigender Kommunikation im Internet verwendet. Damit sind zwei Engführungen verbunden: Zum einen setzt Hate Speech laut obiger Definition vereindeutigend voraus, dass sprachliche Akte der Missachtung durch Hass motiviert sind. Zum anderen ist sie eng mit dem juridischen und politischen Diskurs um Meinungsfreiheit und Zensur in liberalen Gesellschaften verbunden (siehe 2.6). Einschlägige Studien nutzen deshalb verschiedene andere Begriffe, um die Facetten des Phänomens zu beleuchten: „online harassment“ bzw. „cyber harassment“ (Herring 1999; Filipovic 2007; Citron 2014), „trolling“ (Herring et al. 2002; Pritsch 2011; Mantilla 2015), „online abuse“ (Eckert 2017), „e-bile“ (Jane 2013); „networked misogyny“ (Banet-Weiser und Miltner 2016) und „gewaltvolle Online-Kommunikation“ (Henschel und Schmidt 2014). Als Metabegriff eignet sich Online Harassment (dt. Belästigung) für Drohungen, Gewaltaufrufe, die Verletzung der Privatsphäre, Verleumdung und technologische Angriffe, wie etwa die Manipulation von Suchergebnissen (Citron 2014, S. 3). Als weiteren Metabegriff führt Jennifer Eickelmann (2017) „mediatisierte Missachtung“ ein: die „medientechnologisch bedingte Zurückweisung und Herabsetzung, die Ausschlüsse produziert und damit den Möglichkeitsraum für (Über-)Lebensfähigkeit begrenzt“ (Eickelmann 2017, S. 16). Die Begriffe Cyberbulling bzw. Cybermobbing werden meist für Online Harassment im Zusammenhang mit Kindern und Jugendlichen verwendet. Cyberstalking, also der wiederholte Einsatz von elektronischer Kommunikation mit dem Ziel, ungewollte Nähe zu einer Person herzustellen oder diese zu ängstigen, ist eine Form von Online Harassment (Spitzberg und Hoobler 2002). Eine Systematisierung der Terminologie fehlt bislang.

2 Hate Speech im Internet und Geschlecht: Ausmaß, Formen und gesellschaftlicher Kontext

2.1 Zum Ausmaß von Hate Speech und Harassment im Internet

Der Forschungsstand zu Ausmaß und Verbreitung von Hate Speech und Online Harassment ist lückenhaft. Verschiedene Formen, Varianzen in der Intensität von Online Harassment und Spezifika von Online-Kulturen (z. B. Online-Games, soziale Medien) werden kaum berücksichtigt. Die Studien konzentrieren sich zudem auf die Betroffenen; zu den Ausübenden von Hate Speech liegen keine Daten vor. Nach einer Studie des Pew Research Center haben 40 Prozent aller US-amerikanischen Internetnutzer_innen Belästigung im Internet erfahren. Insgesamt sind Männer etwas häufiger von Online Harassment betroffen als Frauen. Frauen erleben signifikant häufiger Online Harassment in Form von sexualisierter Belästigung und Stalking. Zudem habe Online Harassment auf Frauen häufiger eine verstörende Wirkung als auf Männer. Junge Internet-Nutzer_innen seien stärker betroffen als ältere, wobei junge Frauen vermehrt besonders schwere Formen von Online Harassment erleben. Afro-amerikanische und hispanische Internet-Nutzer_innen seien signifikant häufiger mit Online Harassment konfrontiert als weiße Internet-Nutzer_innen (Pew Research Center 2014). Die Agentur der Europäischen Union für Grundrechte stellt in einer EU-weiten Erhebung zum Ausmaß von Gewalt gegen Frauen fest, dass im EU-Durchschnitt elf Prozent der Internet-Nutzer_innen seit dem 15. Lebensjahr bereits Online Harassment in Form von ungewollten, anstößigen und sexuell expliziten Nachrichten in Emails, SMS-Nachrichten, Chats und in sozialen Netzwerken erhalten haben (FRA 2014, S. 97). Aufgrund der höheren Internet-Nutzungsintensität in dieser Altersgruppe sind junge Frauen zwischen 18 und 29 Jahren deutlich stärker betroffen als ältere Frauen (FRA 2014, S. 105). Dies gilt auch für Cyber-Stalking, das vier Prozent aller Frauen zwischen 18–29 Jahren innerhalb eines Jahres erlebt haben (FRA 2014, S. 81; vgl. Maple et al. 2012). Trotz der dünnen Datenlage wird in der Literatur oftmals davon ausgegangen, dass Frauen besonders stark von Online Harassment betroffen sind und dass Mehrfachdiskriminierung mit einem größeren Risiko einhergeht, verbalen Angriffen im Internet ausgesetzt zu sein (Citron 2014, S. 13–14). Dieser Eindruck stützt sich auf die qualitative Analyse von besonders schweren Fällen von Online Harassment.

2.2 Hate Speech, Geschlecht und Macht in digitalen Öffentlichkeiten

Die Mehrzahl von Arbeiten zu Hate Speech bzw. Online Harassment und Geschlecht sind qualitative Erhebungen, vergleichende Fallanalysen und (auto-)ethnografische Ansätze. Sie zeigen, wie persistent Hate Speech und Online Harassment gegenüber Frauen als Mittel in der Auseinandersetzung um Sprechpositionen in digitalen Öffentlichkeiten eingesetzt werden.

In digitalen Kommunikationsräumen entspinnen sich immer wieder Konflikte in Folge von erniedrigenden und frauenfeindlichen Äußerungen. Susann C. Herring zeigt, dass dafür regelmäßig Frauen verantwortlich gemacht werden, deren Kritik zu Zensur umgedeutet wird. Auf diese Weise werden Frauen dazu gedrängt, sich den vorherrschenden, von libertären kulturellen Normen geprägten Kommunikationsformen unterzuordnen (Herring 1999, S. 151–152). Die darin zum Ausdruck kommende Angst vor dem Vordringen von Frauen in männliche Domänen tritt, so Sarah Banet-Weiser und Kate Miltner (2016, S. 173), derzeit gehäuft in Form einer „popular misogyny“ zu Tage, die sie als Gegenbewegung zum aktuellen popkulturellen Feminismus-Trend deuten. Jill Filipovic (2007, S. 303) geht davon aus, dass Belästigung im Internet den Zweck verfolgt, Frauen von gesellschaftlicher Teilhabe auszuschließen. Emma Alice Jane (2013), die als Journalistin seit über 15 Jahren mit sexistischen Kommentaren und Emails konfrontiert ist, nutzt – ebenso wie Filipovic – eigene Erfahrungen als Ausgangspunkt ihrer Analyse. Sie zeigt, dass die sexualisierte, homophobe und frauenfeindliche Rhetorik der Belästigung über viele Jahre nahezu unverändert zirkuliert (Jane 2013, S. 560).

Eine kommunikationswissenschaftliche Befragung von sich als Frauen positionierenden Bloggerinnen aus den USA, dem Vereinigten Königreich, der Schweiz und Deutschland von Stine Eckert (2017) zeigt, dass von 109 Bloggerinnen 73,4 Prozent Erfahrungen mit verschiedenen Formen von „online abuse“ gemacht haben, die von negativen Kommentaren über Stalking, Vergewaltigungsdrohungen bis hin zu Offline-Konfrontationen reichen. Bloggerinnen, die sich als Feministin positionieren oder über politische Themen bloggen, sind im Vergleich zu anderen deutlich häufiger mit derartigen Reaktionen konfrontiert (Eckert 2017, S. 10–12). Damit stützt diese Studie die gängige These, dass Online Harassment vermehrt auf Frauen abzielt, die sich öffentlich zu politischen Themen äußern.

Sylvia Pritsch (2011) beschäftigt sich mit der Verschränkung von Trollen und Sexismus, den sie als „Machtkampf um den sozialen Raum des Sprechens“ (Pritsch 2011, S. 240) deutet. Sie geht davon aus, dass öffentliche Äußerungen von Frauen „ein attraktives Ziel für Troll-Attacken darstellten“ (Pritsch 2011, S. 234). Ziel dieser sprachlich-symbolischen Verletzung sei es, „das Selbstbild des Anderen anzugreifen“ (Pritsch 2011, S. 237). Betroffenen werde verwehrt, darüber zu entscheiden, welche Informationen sie als privat erachten und unter welchen Bedingungen sie öffentlich sprechen. Die Unbestimmtheit der verletzenden Rede bezüglich etwa der Frage, ob mit einer Drohung eine ernsthafte Gefährdung einhergeht, erschwert es, „Deutungsmacht über die Phänomene als Sexismus im Netz zu erlangen und zu behaupten“ (Pritsch 2011, S. 243–244). Betroffene werden so in mehrfacher Weise verunsichert.

Eickelmann argumentiert, dass mediatisierte Missachtung „ihr macht- bzw. gewaltvolles Potenzial aus der Relationalität der Subjektwerdung schöpft“ (Eickelmann 2017, S. 109). Im Gegensatz zu anderen Studien setzt Eickelmanns Analyse Geschlecht nicht voraus, sondern zeigt, wie Medienkörper durch (das Potenzial der) Verletzung entstehen. Durch diese explizite „Gegenposition zu evidenzbasierten und anthropozentristisch orientierten Perspektiven auf den Gegenstand“ (Eickelmann 2017, S. 272) leistet sie einen Beitrag zur Frage mediatisierter Subjektivierung.

2.3 Kampagnen und Hass-Gruppen

Kampagnenförmiges Online Harassment gegen Frauen hat in den letzten Jahren besondere Aufmerksamkeit erlangt. Karla Mantilla (2015) unterscheidet derartige Harassment-Kampagnen von herkömmlichem Trolling. Während Internettrolle andere zum eigenen Amüsement provozieren, zielten Belästigungskampagnen gegen Frauen darauf ab, Frauen aus männlich dominierten Bereichen respektive dem öffentlichen Raum auszugrenzen (Mantilla 2015, S. 10, 36–37). Um die besondere Qualität und Intensität von Online Harassment gegen Frauen in digitalen Öffentlichkeiten zu benennen, schlägt sie den Begriff Gendertrolling vor. Gendertrolling reagiere auf Frauen, die im Internet ihre Meinung äußern, beinhalte sexuell-explizite und sexistische Beleidigungen, sowie (Vergewaltigungs- und Todes-)Drohungen, die sich häufig auch auf das Leben der Betroffenen außerhalb digitaler Kommunikationsräume beziehen. Es vollziehe sich über mehrere Online-Plattformen, in hoher Frequenz und Intensität und über einen längeren Zeitraum und werde von einer Vielzahl von Angreifer_innen, überwiegend aber von Männern (Mantilla 2015, S. 91), in koordinierten Kampagnen ausgeführt (Mantilla 2015, S. 12). Eickelmann (2017, S. 145) kritisiert am Konzept des Gendertrolling, dass es der Ontologisierung von Geschlecht Vorschub leiste. Zudem beruht Mantillas Konzept auf einer binären Unterscheidung zwischen unpolitischem Trolling und sexistisch motiviertem Gendertrolling. Sinnvoller wäre es, das hier als Gendertrolling beschriebene Phänomen als eine spezifische Form politisch motivierter Belästigungskampagnen zu fassen.

Citron (2014) untersucht das von Cybermobs ausgeübte Harassment und Cyber-Stalking als Form von Hasskriminalität. Anhand von Fallbeispielen verdeutlicht sie die Bedeutung von Geschlecht, ohne das Phänomen als geschlechtsbasierte Kriminalität zu vereindeutigen. Sie benennt eine Reihe von Faktoren, die Online Harassment in seiner gegenwärtigen Form begünstigen: Mit Hilfe von „networked tools“ können sich Nutzer_innen als kollektiv handelnde „hate groups“ oder „cyber mobs“ konstituieren. Die vermeintliche Anonymität des Internets befördere dabei Deindividuation: ein Handeln aus der Gruppe heraus, welches mit einem verringerten Verantwortungsgefühl einhergeht. Die polarisierenden Effekte digitaler Teilöffentlichkeiten (sog. Echokammern) verstärken diese Entwicklung. Ein weiterer Faktor sind Informationskaskaden, die durch die Gestaltung vieler Internetdienste begünstigt werden: Suchmaschinen und soziale Netzwerke bewerten die Relevanz einer Meldung in der Regel danach, ob sie von vielen Nutzer_innen wahrgenommen wird. Auf diese Weise können etwa Gerüchte strategisch zur Belästigung von Dritten eingesetzt werden (Citron 2014, S. 56–72).

Einschlägig beobachtet werden konnten die von Citron beschriebenen Dynamiken im Fall Gamergate. Gamergate formierte sich seit 2014 als radikale Bewegung gegen progressive Inhalte in Computerspielen und wird von Allaway (2014) als Hass-Gruppe einordnet. Die Gamergate-Kampagne wurde in IRC-Chats und Image-Boards koordiniert (Eickelmann 2017; Mortensen 2016; Mantilla 2015, S. 83–91).

2.4 Hate Speech im Kontext von Anti-Feminismus

Websites aus dem Spektrum des antifeministischen Männerrechtsaktivismus sind häufig der Nährboden von Harassment-Kampagnen gegen Frauen, die in der Öffentlichkeit stehen (Mantilla 2015, S. 92–97). Es handelt sich dabei um „Glaubenskrieger“ (Brodnig 2016), zu deren Feindbildern Feminist_innen und sogenannte Social Justice Warrior gehören, die sich in einem intersektionalen Sinne für soziale Gerechtigkeit einsetzen. Auch im deutschsprachigen Raum nutzen antifeministische Männerrechtsaktivist_innen digitale Öffentlichkeiten (Brodnig 2013, S. 127; Klaus 2014; Rosenbrock 2012; Rupp 2012; Tanczer 2014). Ricarda Drüeke und Elisabeth Klaus sprechen in diesem Zusammenhang von maskulinistischen Gegenöffentlichkeiten und stellen fest: „In der Anonymität des Internets können Positionen vertreten werden, die anderswo (nicht) als akzeptabel gelten, teilweise auch einen kriminellen Straftatbestand erfüllen – etwa wenn sie rechtsradikales Mannestum verherrlichen oder zu Gewalttaten aufrufen“ (Drüeke und Klaus 2014, S. 67). Parallel und in Verbindung mit dem Diskurs des antifeministischen Männerrechtsaktivismus entwickelt sich derzeit der sog. Anti-Genderismus als eigenständiges Diskursfeld (Hark und Villa 2015). Anti-Genderismus zielt insbesondere auf die Kritik von Gender Mainstreaming und Gender Studies, die als staatlich gestützte Ideologien gedeutet werden, durch die eine Umerziehung der Bevölkerung herbeigeführt werden solle. Herrmann (2015, S. 96) verweist darauf, dass sprachliche Gewalt in Form von Kränkung, Demütigung und Diffamierung für den anti-genderistischen Diskurs symptomatisch sind, da dieser das Sprechen queerer Subjekte nicht dulden kann. Hate Speech zielt also auch in diesem Diskurs darauf ab, bestimmte Personen(-gruppen) zum Schweigen zu bringen (Ganz und Meßmer 2015, S. 65), und ist neben antifeministischen Argumentationen, Mansplaining und Trolling eine seiner diskursiven Regelmäßigkeiten. In den digitalen Öffentlichkeiten, die Austragungsorte eines Kampfes um kulturelle Hegemonie sind, erkennen Kathrin Ganz und Anna-Katharina Meßmer ein paradoxes Zusammenspiel von Echokammern und Grenzverwischungen, das dazu führt, „dass polarisierte politische Positionen zum Gegenstand öffentlicher Auseinandersetzungen werden und Subjekte dazu [aufruft], sich dazu ins Verhältnis zu setzen“ (Ganz und Meßmer 2015, S. 71). Mit Blick auf jüngere politische Entwicklungen lässt sich vermuten, dass Hate Speech als strategisches Instrument eingesetzt wird. An der Schnittstelle von Kommunikations- und Politikwissenschaft besteht hier weiterer Forschungsbedarf.

2.5 Interventionen gegen Hate Speech

Hate Speech und Online Harassment werden in öffentlichen Debatten nach wie vor oft trivialisiert und die Verantwortung auf Betroffene verlagert. Die Annahme, im Internet seien andere Regeln des Umgangs wirksam als in anderen sozialen Kontexten, führt nach Citron dazu, dass Hass normalisiert wird. Ähnlich wie bei häuslicher Gewalt und sexueller Belästigung am Arbeitsplatz sei ein Prozess des Wertewandels notwendig (Citron 2014, S. 73–91). Pritsch (2011, S. 238) stuft die Rechtfertigung von Gewalt als Metagewalt ein. Aktuell sind Betroffene darauf angewiesen, individuelle und Community-basierte Strategien des Umgangs mit Hate Speech und Online Harasssment zu finden. Die Strategie, Belästigungen im Internet zu ignorieren („don’t feed the trolls“), um die „eigene Verletzbarkeit und damit die Tat des anderen nicht öffentlich anzuerkennen“ (Pritsch 2011, S. 241), lehnen viele feministische Bloggerinnen explizit ab. Durch ein „pluri-mediales Öffentlichmachen“ ringen sie um die Anerkennung der eigenen Verletzbarkeit, um Verletzung in Richtung Handlungsmacht zu verschieben (Pritsch 2011, S. 241). Ein Beispiel, in dem diese Strategie von feministischen Bloggerinnen kollektiv umgesetzt wird, ist die Plattform hatr.org, die Hass-Kommentare in dekontextualisierter Form öffentlich macht (Bretz et al. 2012; Pritsch 2011; Sadowski 2016). In den letzten Jahren sind zudem verschiedene Informationsangebote entstanden, die über den Umgang mit Online Harassment informieren (Brickner 2014; Brodnig 2016; Debate-Dehate.de o. J.; Friedman et al. 2016).

Die von Eckert befragten Blogger_innen reagieren auf Angriffe, indem sie Kommentare moderieren, Beleidigungen veröffentlichen und öffentlich für Solidarität eintreten. Sie passen aber auch das eigene Verhalten an, indem sie bestimmte Themen meiden oder sich aus digitalen Öffentlichkeiten zurückziehen (Eckert 2017, S. 14). Ein Teil der Betroffenen wende sich zudem an die Polizei oder Anwält_innen, meist ohne Erfolg. Eckert plädiert dafür, „online abuse“ als geschlechtsbezogene Straftat („gendered crime“) zu klassifizieren (Eckert 2017, S. 16–17). Ein Überblick der Möglichkeiten, die das deutsche Recht kennt, um gegen Online Harassment vorzugehen, sowie von möglichen Rechtsinnovationen, hat Ulrike Lemke vorgelegt (Lembke 2016; für Österreich vgl. Klagsverband.at o. J.).

Untrennbar mit der politischen Auseinandersetzung mit Hate Speech und Online Harassment verbunden ist die Frage, ob diffamierende Adressierungen im Netz als Ausdruck freier Rede zu betrachten sind. Eickelmann argumentiert, dass sowohl die Forderung nach einer Sanktionierung von Hate Speech als auch das Beharren auf der Rede- und Meinungsfreiheit „an einem konsensualen Universalismus orientiert sind, der tendenziell die Juridifizierung mediatisierter Missachtung sowie die Entpolitisierung des Internets stützt“ (Eickelmann 2017, S. 21). Dadurch werde ein Opferstatus festgeschrieben, während widerständiges Potenzial unsichtbar werde. Die Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Grenzen des Rechtes ist jedoch aus netzpolitischer Perspektive Teil einer Politisierung von Hate Speech, weshalb Ganz (2013, S. 19) dafür plädiert, die Kommunikationskultur digitaler Öffentlichkeit dezidiert als eigenständiges netzpolitisches Thema zu setzen. Diesen Weg haben in den letzten Jahren verschiedene zivilgesellschaftliche Akteur_innen verfolgt (Amadeu Antonio Stiftung 2015; Schmidt 2011). Das Ziel, wirksame Gegenstrategien zu entwickeln und mit einer Kritik staatlicher Grundrechtseinschränkungen in der digitalen Welt zu verbinden, ist eine wichtige Herausforderung feministischer Netzpolitik (Henschel und Schmidt 2014).

3 Fazit

Geschlechtsbasierte kommunikative Gewalt im Internet ist ein weit verbreitetes Phänomen, dem zunehmend politische und wissenschaftliche Aufmerksamkeit zukommt. Die bisherigen Arbeiten diskutieren, wie Hate Speech und Online Harassment ausgeübt und von Betroffenen erlebt werden, welche Motivationen dahinterstehen und wie die Hypermedialität des Internets dazu beiträgt, dass Sexismus auf diese Weise artikuliert wird. Die Beiträge sind bislang überwiegend von einer dualistischen, zweigeschlechtlichen Täter-Opfer-Konstellation geprägt, die sich empirisch zwar bestätigen mag, gleichzeitig aber auch problematisiert wird. Sehr deutlich zeigen die hier diskutierten Studien, dass der „Diskurs über hate speech […] selbst eine Reinszenierung der Performanz der hate speech“ (Butler 1998, S. 27) ist: In Teilen leistet sie einer Festschreibung des Zweigeschlechtersystems mit aktiven und passiven Geschlechterrollen Vorschub. Dekonstruktivistische und queere Perspektiven treten dagegen in den Hintergrund. Darüber hinaus fehlen intersektionale Analysen, die Machtverhältnisse in Hate Speech und Online Harassment miteinander verschränkt untersuchen.

Vornehmlich spekulativ behandeln die vorliegenden Arbeiten Netzakteur_innen, die Hate Speech ausüben. Diese Forschungslücke zu schließen ist eine methodologisch anspruchsvolle Aufgabe, für die es sich anbietet, die Medialität des Internets sowie Erkenntnisse aus anderen Feldern kollektiven Handelns in digitalen Öffentlichkeiten (etwa durch Einbeziehen von Theorien des New Materialism und Phänomenen wie Social Bots, d. h. nicht-menschliche Akteur_innen in digitalen Öffentlichkeiten) stärker als bisher zu berücksichtigen. Zukünftige, möglichst vergleichende Studien könnten zudem Erkenntnisse über Strategien der Gegenwehr insbesondere im Rahmen der Strafverfolgung und Medienregulation liefern. Notwendig ist schließlich eine wissenschaftliche Evaluation der Rechtsanwendung in diesem Feld.

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Authors and Affiliations

  1. 1.Margherita-von-Brentano-ZentrumFreie Universität BerlinBerlinDeutschland

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