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Aufstellungsarbeit als Traumatherapie: Trauma-Introjekt und Selbst-Integration

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Zusammenfassung

Hier wird ein neues therapeutisches Paradigma vorgestellt: die Selbst-integrierende Trauma-Aufstellung (SITA). In einer Trauma-Aufstellung zeigt sich das von der neueren Gedächtnisforschung als Gedächtnisrekonsolidierung beschriebene Phänomen, dass ein ich-fremdes Trauma als Introjekt gespeichert wird und durch eine spezifische Lösungsstrategie wieder entfernt werden kann. Zugleich erlaubt das Aufstellungs-Setting, geeignete Lösungsstrategien zu entwickeln, welche den Klient*innen ermöglichen, das Introjekt als ich-fremd zu erkennen, sodass sie in der Lage sind, es aus ihrem Raum zu entfernen und wirksam abzugrenzen. Das Selbst, zunächst vom Trauma-Introjekt verdrängt, erweist sich dabei als Ressource. Nach der Entfernung des Trauma-Introjektes ist wieder die Identifizierung mit dem Selbst – statt mit dem Trauma-Introjekt – möglich. Das führt zu einer berührenden Erfahrung von Selbst-Kongruenz. Diese Lösungsstrategie weist Parallelen auf zu dem Algorithmus der Gedächtnisrekonsolidierung der Gedächtnisforschung. An einem Fallbeispiel werden das Konzept, die Vorgehensweise und die Wirksamkeit der SITA erläutert.

Schlüsselwörter

Aufstellungsarbeit Traumatherapie Autonomie Symbiose Abgrenzung Introjekt Selbst Selbst-Abspaltung Selbst-Integration Gedächtnisrekonsolidierung Lösungs-Algorithmus 

Notes

Dank

Ich bedanke mich zunächst bei den Klient*innen, die sich mir anvertraut haben und deren Leid für mich Ansporn war, nach wirksamen Lösungen zu suchen. Dr. phil. Philipp Kutzelmann danke ich für seine Unterstützung bei der endgültigen Fertigstellung des Manuskriptes.

Literatur

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Authors and Affiliations

  1. 1.Praxis Dr. Ero LanglotzMünchenDeutschland

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