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Rainer Winter und die Filmsoziologie

  • Lothar MikosEmail author
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Zusammenfassung

Mit seinem Buch „Filmsoziologie. Eine Einführung in das Verhältnis von Film, Kultur und Gesellschaft“ hat Rainer Winter (1992, Filmsoziologie. Eine Einführung in das Verhältnis von Film, Kultur und Gesellschaft. München: Quintessenz) das Interesse an der wissenschaftlichen Betrachtung des Films in der Soziologie nachhaltig beeinflusst, zumal er einen Brückenschlag zwischen Soziologie und Cultural Studies herstellt. Film wird von ihm als Teil der populären Kultur gesehen, wobei er die strikte Trennung zwischen Hochkultur und Populärkultur negiert. Zentral ist für (Winter 2010; zuerst 1995) der „produktive Zuschauer“, denn Medienaneignung wird als kultureller und ästhetischer Prozess gesehen. Basierend auf den Erkenntnissen der Cultural Studies und ihrer Analysen der Medien- und Populärkultur sowie auf den Erkenntnissen französischer Philosophen hat Winter ein Modell der Filmanalyse als kritischer Gesellschaftsanalyse entwickelt – und in zahlreichen Fallstudien auch angewendet. Filme werden dabei als Teil der gesellschaftlichen Diskursordnung verstanden, deren Bedeutung aber erst in der Rezeption durch aktive Zuschauer hergestellt wird.

Schlüsselwörter

Rainer Winter Filmanalyse Gesellschaftsanalyse Cultural Studies Aktiver Zuschauer 

Literatur

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Authors and Affiliations

  1. 1.Filmuniversität Babelsberg Konrad WolfPotsdam-BabelsbergDeutschland

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