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Internet-Sexualität und Identitätsarbeit

  • Nicola DöringEmail author
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Part of the Springer Reference Sozialwissenschaften book series (SRS)

Zusammenfassung

Sexuelle Online-Aktivitäten sind heute bei vielen Menschen selbstverständlicher Bestandteil ihres Alltags: Im Internet suchen sie nach sexuellen Informationen, nutzen sexuelle Unterhaltungsangebote in Form von Erotika und Pornografie, widmen sich der Anbahnung und Pflege sexueller Kontakte, schließen sich sexuellen Szenen an oder beteiligen sich am Handel sexueller Produkte und Dienstleistungen. Der Beitrag diskutiert die Bedeutung dieser sexuellen Online-Aktivitäten für die Identitätsarbeit und zeigt positive wie negative Effekte auf. Im Fokus stehen dabei sowohl Menschen, die sich sexuell im gesellschaftlichen Mainstream bewegen, als auch Menschen, die sexuellen Minoritäten angehören.

Schlüsselwörter

Sexualität Sexuelle Identität Cybersex Online-Pornografie Sexualisierung 

1 Einleitung

Im Zuge der Popularisierung des Internet haben sich weltweit in großen Bevölkerungskreisen diverse sexuelle Online-Aktivitäten (engl. OSA: online sexual activities) etabliert, die zusammenfassend auch als Internet-Sexualität bezeichnet werden. Diese drehen sich um 1. sexuelle Information, 2. sexuelle Unterhaltung, 3. sexuelle Kontakte, 4. sexuelle Szenen, 5. sexuelle Produkte und 6. sexuelle Dienstleistungen (Döring 2009). Das Aufblühen der Internet-Sexualität wird zum einen mit Pull-Faktoren des Online-Mediums erklärt, die sexuellen Austausch erleichtern (z. B. orts- und zeitunabhängiger Zugriff, Anonymität, geringe Kosten, niedrigschwellige Beteiligung, großes und vielfältiges Angebot), zum anderen mit Push-Faktoren der Offline-Lebenswelten, die sexuelle Erfüllung erschweren (z. B. Marginalisierung, Tabuisierung, Stigmatisierung vieler sexueller Ausdrucksweisen; Rosenmann und Safir 2006).

Zum Verständnis sexueller Online-Aktivitäten stellen sich in der Sozialforschung zunächst drei grundlagenwissenschaftliche Fragen:
  • Die Nutzer- und Nutzungsfrage: Wer beteiligt sich mit welchen Motiven in welcher Weise an unterschiedlichen sexuellen Online-Aktivitäten? Beispiel: „Welche Jugendlichen nutzen wie intensiv welche Arten von Online-Pornografie?“

  • Die Inhaltsfrage: Welche Repräsentationen von und Ideologien über Sexualität kursieren in unterschiedlichen Online-Medien? Beispiel: „Welches (Körper-)Bild des sexuell attraktiven Mannes zeigt sich in den nutzergenerierten Fotos auf Dating-Plattformen bzw. Dating-Apps?“

  • Die Wirkungsfrage: Welche positiven und/oder negativen Konsequenzen hat die Beteiligung an unterschiedlichen sexuellen Online-Aktivitäten auf individueller und kollektiver Ebene? Und wie kommen diese Effekte im Einzelnen zustande? Beispiel: „Inwiefern führen sexuelle Online-Aktivitäten von Angehörigen sexueller Minoritäten zu Empowerment?“

Zu diesen grundlagenwissenschaftlichen Fragen hat die OSA-Forschung in den letzten Dekaden eine Reihe von Befunden geliefert (Döring 2009, 2012b; Döring et al. 2015; Kaufmann 2011; Merk 2014; Pullen und Cooper 2010). Aus Anwendungsperspektive steht in öffentlichen Debatten und akademischen Diskursen vor allem das Bemühen im Zentrum, mögliche negative Auswirkungen der Internet-Sexualität zu erkennen und zu verhindern. Negative Wirkungen werden dabei vor allem der sexualbezogenen Internet-Nutzung von Kindern und Jugendlichen, aber auch von Erwachsenen zugeschrieben (z. B. Verrohung, Verunsicherung, Leistungsdruck, Partnerschaftskonflikte, Viktimisierung). Da Maßnahmen der rechtlichen und technischen Medienregulierung im Internet nur begrenzt greifen, wird zur Prävention negativer Wirkungen der Internet-Sexualität vor allem eine stärkere Förderung der Medienkompetenz gefordert (Döring 2011b, 2015; Grimm et al. 2010). Zur Umsetzung dienen Offline-Maßnahmen, aber auch Online-Portale, die sich an Kinder und Jugendliche, vor allem aber an Eltern und pädagogische Fachkräfte richten, sicherheitsbewussten Internet-Umgang thematisieren und dabei auch auf sexualbezogene Internet- und Smartphone-Nutzung eingehen (z. B. Klicksafe.de).

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit sexuellen Online-Aktivitäten findet in diversen Fachdisziplinen statt (z. B. Psychologie, Soziologie, Philosophie, Pädagogik, Kommunikationswissenschaft, Medizin, Kriminologie) und bedient sich eines breiten Spektrums qualitativer und quantitativer Untersuchungsdesigns, wobei die Datenerhebung teils online (z. B. Inhaltsanalyse von Online-Content, schriftliche Online-Befragung), teils offline (z. B. mündliche Leitfaden-Interviews) erfolgt. Studien zu sexuellen Online-Aktivitäten nutzen dabei ganz unterschiedliche Medien- und Sexualitätstheorien.

Im Bereich der Medientheorien (Döring 2015) sind grob mediendeterministische Ansätze, die starke unidirektionale Medienwirkungen prognostizieren (z. B. „Was macht die Internet-Pornografie mit den Jugendlichen?“), von interaktionistischen bzw. transaktionalen Ansätzen abzugrenzen, die Medieneffekte generell (und so auch Effekte der Internet-Sexualität) als Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels von Nutzermerkmalen, Nutzungskontexten und Medienmerkmalen konzeptualisieren (z. B. „Was machen die weiblichen, männlichen, transidenten Jugendlichen in ihren unterschiedlichen Lebenswelten mit den von ihnen jeweils ausgewählten Online-Pornografien?“).

Auch bei den Sexualitätstheorien sind zwei Lager zu unterscheiden (Tolman und Diamond 2014): Die biologisch-deterministischen bzw. essentialistischen Ansätze, die menschliche Sexualität als im Wesentlichen biologisch vorgezeichnet verstehen (z. B. „Welche biologischen Ursachen hat Homosexualität?“), und die sozial-konstruktivistischen Ansätze, die betonen, dass sexuelles Begehren, sexuelles Verhalten und sexuelle Identitäten sich in einem lebenslangen individuellen Prozess der Auseinandersetzung mit eigenen sexuellen Erfahrungen einerseits und sozialen Werten und Normen andererseits dynamisch und sinnstiftend entwickeln (z. B. „Aus welchen Gründen definieren Menschen ihre sexuelle Identität zeitstabil oder zeitlich variabel als homo-, hetero-, bi- oder pansexuell?“). Sozial-konstruktivistische Ansätze leugnen biologische Einflüsse nicht, ordnen sie aber in ein biopsychosoziales Gesamtmodell der menschlichen Sexualität ein.

Der vorliegende Beitrag beschreibt kursorisch die eingangs genannten sechs verschiedenen Typen sexueller Online-Aktivitäten und geht dabei speziell auf deren Relevanz für die sexuelle Identitätsarbeit ein.

2 Sexuelle Identitätsarbeit und das Internet

Kulturelle Prozesse der Individualisierung und Sexualisierung in westlichen Gesellschaften tragen dazu bei, dass Sexualität für viele Menschen heute in historisch neuem Maße identitätsrelevant geworden ist (Döring 2015). Dabei kann sexuelle Identität (neben bzw. im Verbund mit anderen Identitäten) eine Ressource der Sinnstiftung, des Selbstwertes und der Gruppenzugehörigkeit darstellen, gleichzeitig aber auch das Risiko der Ausgrenzung, Diskriminierung und Verunsicherung bis hin zum Selbsthass mit sich bringen.

Sexuelle Identität meint die Selbstdefinition einer Person hinsichtlich unterschiedlicher Aspekte ihrer Sexualität. Sexuelle Identitäten sind hochgradig ausdifferenziert, wobei Identitätslabel je nach Lebenssituation selbst gewählt, von außen vorgeschlagen oder zugeschrieben werden können. Gemäß Sexual Configurations Theory (Anders 2015) sind sexuelle Identitätslabel u. a. verbunden mit dem biologischen (sex) und/oder sozialen (gender) Geschlecht von Sexualpartner_innen (Selbstdefinition als heterosexuell, homosexuell, bisexuell, pansexuell, queer, trans*erotic etc.), mit dem eigenen Geschlechtsverständnis (z. B. Selbstverständnis als Butch versus Femme bei lesbischen Frauen), mit der Anzahl der Sexualpartner (Jungfrau, asexuell, monogam, promisk, Swinger/in etc.) oder auch mit besonderen sexuellen Vorlieben (z. B. Identität als Fetischist/in, BDSMler/in).

Sexuelle Identitätsarbeit als lebenslanger Prozess der Auseinandersetzung mit der eigenen sexuellen Identität in ihren verschiedenen Facetten betrifft Menschen, die sich sexuell im gesellschaftlichen Mainstream bewegen, besonders aber Menschen, die sexuellen Minoritäten angehören. Anlässe für die aktive Auseinandersetzung mit der eigenen sexuellen Identität sind unter anderem die in Medienwelten, im privaten Umfeld sowie am Ausbildungs- und Arbeitsplatz vorherrschenden sexuellen Werte, Normen und Vorbilder (z. B. monogam identifizierte Person wird in den Massenmedien mit Reportagen aus dem Swinger-Club konfrontiert; homosexuell identifizierte Person wird am Arbeitsplatz mit homophobem Klima konfrontiert). Weitere Anlässe für verstärkte Identitätsarbeit sind sexuelle Kontakte und Beziehungen (z. B. heterosexuell identifizierte Frau verliebt sich in eine Frau; lesbisch identifizierte Frau hat Sex mit einem Mann) und nicht zuletzt auch körperliche und gesundheitliche Veränderungen (z. B. heterosexuell identifizierter Mann verliert krankheitsbedingt seine Erektionsfähigkeit).

Prozesse der hetero-, homo- und bisexuellen Identitätsentwicklung wurden in den letzten Dekaden theoretisch oft recht normativ und eindimensional als Stufenabfolge hin zu erfolgreicher Identitätsfindung konzeptualisiert (Mustanski et al. 2014; Worthington et al. 2002). Zeitgenössische Ansätze betonen inzwischen stärker die Dynamik und Fluidität sexueller Identitäten (Anders 2015), so dass Identitätsarbeit – je nach Lebensumständen – ein dauerhaft mehr oder minder anspruchsvolles Projekt für das Individuum darstellt. Und hierbei spielt das Internet heute eine Schlüsselrolle. Denn sexuelle Online-Aktivitäten bieten zahlreiche – im Medienvergleich einzigartige – Möglichkeiten und Herausforderungen für die sexuelle Identitätsarbeit.

3 Sexuelle Informationen im Internet

Kein anderes Medium bietet auch nur annähernd ein so großes Spektrum an sexuellen Informationen und eine so große Perspektivenvielfalt wie das Internet, wobei sowohl Fachleute als auch Laien unterschiedlicher sozialer Milieus, Kulturkreise, Altersgruppen usw. zur sexuellen Informationsproduktion beitragen (Döring 2009, 2012b; Döring et al. 2015). Im Zuge sexueller Identitätsentwicklung spielt der Zugang zu sexuellen Informationen eine wichtige Rolle für Selbstverständnis und Selbstakzeptanz. Wenn etwa jugendliche Mädchen sich in Online-Foren (z. B. auf maedchen.de) darüber austauschen, was eine „Schlampe“ ausmacht, oder Seniorinnen sich anhand eines Weblogs (z. B. nakedatourage.com) darüber informieren, wie man sich auch im höheren Alter allein und/oder in einer Partnerschaft noch als lustvolles Sexualsubjekt positionieren kann, dann werden identitätsrelevante sexuelle Informationen ausgetauscht. Als im Jahr 2003 Muzi Mei als erste Chinesin begann, in ihrem Weblog offen über ihre sexuellen Erfahrungen zu berichten, präsentierte sie eine von herkömmlichen Normen chinesischer Weiblichkeit stark abweichende sexuelle Identität. Das Phänomen der chinesischen Sex-Bloggerinnen erregte national und international große Aufmerksamkeit, wurde von der jüngeren Generation als Beitrag zur Liberalisierung, von offizieller Seite dagegen u. a. als Ausdruck von Geisteskrankheit eingestuft und zensiert, die Blogs sind dementsprechend nicht mehr verfügbar (Farrer 2007; O’Connor 2014). Doppelt identitätsrelevant ist es nicht zuletzt, wenn Angehörige sexueller Majoritäten im Internet Fehlinformationen und Vorurteile über sexuelle Minoritäten kundtun (z. B. in Social Media homophobe Kommentare verbreiten). Damit können sie sich in ihrer heterosexuellen Identität aufwerten, gleichzeitig werden sich Menschen mit homosexueller Identität abgewertet fühlen.

Um die Informationsressourcen des Internet für die eigene sexuelle Identitätsarbeit nutzbringend einsetzen zu können, ist Internetkompetenz notwendig (z. B. für gezielte Online-Suche und kritische Quellenprüfung). Da Internetkompetenz sozial ungleich verteilt ist, soll zielgruppengerechte Medienkompetenzförderung dazu beitragen, Wissensklüften entgegenzuwirken. Weitere Maßnahmen können darin bestehen, die Auffindbarkeit und Nutzbarkeit identitätsrelevanter sexueller Online-Informationsangebote für benachteiligte soziale Gruppen zu verbessern (z. B. durch bildliche Informationsaufbereitung und Mehrsprachigkeit wie auf dem sexuellen Informationsportal Zanzu.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung).

4 Sexuelle Unterhaltung im Internet

Erotische und pornografische Geschichten, Zeichnungen, Spiele, Fotos und Videos existieren im Internet in historisch einmaliger Bandbreite und sind niedrigschwellig erreichbar. Dabei dominieren auf den populären Pornoplattformen wie YouPorn.com quantitativ die kommerziellen Mainstream-Darstellungen für das heterosexuelle männliche Publikum, die sich meist um die Befriedigung des Mannes durch die Frau drehen. Es finden sich zudem diverse Non-Mainstream-Angebote wie z. B. frauenorientierte/feministische Pornografie, bei der die Befriedigung der Frau im Fokus steht, lesbische/schwule/queere Pornografie, die alternative Geschlechterbilder und sexuelle Identitäten zeigt, Pornografie mit diversen Fetisch-Themen sowie Amateur-Pornografie, die bewusst „unperfekt“ und authentisch daherkommt (Döring 2009, 2012b, 2011a).

Pornografische Online-Darstellungen werden einerseits aus Neugier und Sensationslust betrachtet (etwa um über „perverse“ Inhalte zu staunen, zu lästern und sich der eigenen „Normalität“ zu versichern), andererseits als stimulierende Masturbationshilfe verwendet (indem man sehr gezielt zum eigenen Begehren passende Inhalte auswählt). Sie dienen aber auch der sexuellen Information (z. B. hinsichtlich sexueller Techniken) und können zu sexueller Kommunikation und Exploration in der Partnerschaft ermutigen.

Pornografieeffekte werden kontrovers diskutiert, auch im Hinblick auf Identitäten. Häufig wird als negativer Effekt sexuell expliziten Internet-Materials (engl. SEIM: sexually explicit internet material) eine Identitätsverunsicherung diskutiert: Menschen fühlten sich im Vergleich zu den Pornovorbildern in ihrem körperlichen Erscheinungsbild und in ihrer sexuellen Performanz minderwertig und unter Leistungsdruck gesetzt. Feministische Pornografiekritik problematisiert zudem, dass (Online-)Pornografie Frauen oft auf unterwürfige Sexualobjekte reduziere (Döring 2011a). Geforderte Gegenmaßnahmen beziehen sich u. a. auf eine Einschränkung der Produktion und Nutzung von Pornografie, aber auch auf eine verbesserte Medienbildung, die die Machart pornografischer Inszenierungen verdeutlicht (zur Pornografie-Kompetenz: Döring 2011b; zur Dekonstruktion pornografischer Inszenierungen: makelovenotporn.com). Andererseits können erotische und pornografische Darstellungen auch identitätsstützend sein, etwa indem sie das Erkunden sexueller Vorlieben erlauben und eine große Vielfalt von Begehrensformen normalisieren. So zeigen (Online-)Pornografien (im Vergleich zu allen anderen Mediengattungen) ein sehr viel breiteres Spektrum an Körpern (dick, dünn, alt, jung, behaart, unbehaart, cisgender, transgender etc.) als sexuell attraktiv. Alternative (z. B. queere oder frauenorientierte/feministische) Pornografien gestehen Frauen verstärkt die Rolle von selbstbestimmten Sexualsubjekten zu (Döring 2011a).

5 Sexuelle Kontakte im Internet

Neben dem Bekanntenkreis und dem Arbeitsplatz hat sich das Internet als zentraler Ort des romantischen und sexuellen Kennenlernens etabliert. Dabei wird das Internet zum einen genutzt, um virtuelle sexuelle Interaktionen zu erleben (z. B. per Textchat oder Webcam: sog. Cybersex) – und zwar sowohl mit bereits persönlich bekannten Partnern (z. B. im Rahmen von Fernbeziehungen) als auch mit reinen Online-Kontakten. Zum anderen wird das Internet mit seinen Singlebörsen, Partneragenturen, Dating-Plattformen und Dating-Apps aber auch zur Anbahnung sexueller Offline-Kontakte eingesetzt (Döring 2009, 2012b; Finkel et al. 2012; Kaufmann 2011; Merk 2014).

Via Internet kann man jederzeit mit einem sehr großen Kreis an Kontaktsuchenden in Verbindung treten und dabei u. a. gezielt nach körperlichen und sexuellen Vorlieben filtern. Identitätsrelevant ist die sexuelle Kontaktsuche und Kontaktpflege im Internet insofern, als hier die medialen Bedingungen es erleichtern, eigene sexuelle Vorlieben angstfreier zu erkunden und im computervermittelten und/oder Face-to-Face-Kontakt gemeinsam auszuleben. Dabei ist weder das Online-Kennenlernen noch der Cybersex körperlos, vielmehr werden diverse identitätsrelevante Formen der Verkörperung realisiert (z. B. in textuellen und fotografischen Inszenierungen). Sexuelle Kontaktanbahnung im Internet birgt beispielsweise für Mädchen und Frauen, die in vielen Kulturkreisen sexueller Doppelmoral unterliegen, erweiterte Möglichkeiten, sich als Sexualsubjekte zu positionieren (Boonmongkon et al. 2013; Döring 2000). Machtasymmetrien in sexuellen Verhältnissen werden allein durch die Internettechnologie freilich nicht eliminiert. So ist auch die sexuelle Kontaktsuche und Kontaktpflege via Internet mit geschlechterdifferenten Risiken behaftet: Mädchen und Frauen sind stärker von Übergriffen bei Offline-Treffen, von Online-Belästigung und Cyberstalking betroffen (Döring 2000). Auch das nicht-einvernehmliche Verbreiten und Veröffentlichen vertraulich ausgetauschter intimer Fotos oder Videos (sog. Racheporno) und damit verbundene Stigmatisierung und Mobbing richten sich meist gegen Mädchen und Frauen. Dabei wird ihnen in öffentlichen Debatten oft zusätzlich noch selbst die Schuld an diesen Übergriffen zugeschrieben (victim blaming), denn sie hätten ja auf medienvermittelten sexuellen Selbstausdruck von vorne herein verzichten können (Döring 2012a, 2014a; Hasinoff 2015).

6 Sexuelle Szenen im Internet

Menschen mit ähnlichen sexuellen Interessen und Identitäten organisieren sich in sexuellen Szenen, Spezialkulturen, Gemeinschaften und Bewegungen, wobei heute oft ein Großteil dieser sexuellen Vergemeinschaftungsprozesse online abläuft (Döring 2009, 2012b). Vorteilhaft ist dabei, dass man auch für Spezialinteressen (z. B. seltene Fetische) sowie für diverse Identitätsverknüpfungen (z. B. Homosexuelle mit Migrationshintergrund und/oder mit christlichem Glauben) Online-Gemeinschaften finden kann. Insbesondere für nicht-heterosexuelle Jugendliche, denen der Zugang zu urbanen Schwulen- und Lesben-Szenen fehlt, stellen Online-Communitys eine wichtige Hilfestellung dar, um die eigene homo- oder bisexuelle Identität zu akzeptieren und ein Coming-Out außerhalb des Netzes zu wagen (Harper et al. 2015; Hillier und Harrison 2007; McKenna und Bargh 1998). Die Teilnahme an zur eigenen sexuellen Identität passenden Online-Communitys ist darüber hinaus in allen Lebensphasen für Angehörige sexueller Minoritäten ein wesentlicher Schritt aus der Isolation, vermittelt Orientierung und soziale Unterstützung, Zugang zu Rollenmodellen, Freundschaften und oft auch Liebesbeziehungen, hilft bei der Selbstakzeptanz (Rosenmann und Safir 2006). So hat das Internet durch seine Asexuellen-Communitys wesentlich dazu beigetragen, die Öffentlichkeit für dieses Thema zu sensibilisieren und das Coming-Out von Menschen mit asexueller Identität zu unterstützen (MacNeela und Murphy 2015; Robbins et al. 2015). Online-Vergemeinschaftung sexueller Minoritäten hat – etwa im Zuge gezielter Öffentlichkeitsarbeit und rechtlicher Vertretung – dabei nicht selten auch politische Dimensionen (z. B. Online-Aktivismus für LGBTIQ-Rechte weltweit). So ist beispielsweise der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland mit eigener Website (LSVD.de) sowie mit diversen Social-Media-Präsenzen auf Twitter, Facebook, Instagram und YouTube online sichtbar und erreichbar.

Die in der Fachliteratur recht einhellig positive Bewertung des Internet als Beitrag zum Empowerment sexueller Minoritäten ist jedoch in verschiedener Hinsicht zu relativieren. So kann Online-Aktivismus für sexuelle Menschenrechte in vielen Ländern durchaus zu politischer Verfolgung führen und ist somit nicht per se besonders sicher. Wenn Online-Plattformen für sexuelle Minoritäten von rein kommerziellen Unternehmen betrieben werden, stellt sich die Frage, inwiefern die wirtschaftlichen Ziele des Unternehmens mit den politischen Empowement-Zielen der Minoritätsgruppe vereinbar sind (für eine Analyse von Gay.com: Gamson 2003). Die größere Sichtbarkeit sexueller Minoritäten im Internet kann auch Gegenbewegungen auf den Plan rufen wie Online-Hass oder verstärkte gesellschaftliche Diskriminierung. Schließlich gilt Online-Vergemeinschaftung immer dann als Gefahr, wenn es um sexuelle Minoritäten geht, deren Selbstverständnis und Verhalten mit Selbst- und/oder Fremdschädigung in Verbindung gebracht wird (z. B. Barebacking; Kannibalismus-Fetisch; Pädophilie: Holt et al. 2010).

7 Sexuelle Produkte im Internet

Ob Kondom, Gleitgel, Sexspielzeug oder Dessous – sexuelle Produkte aller Art werden heute online vermarktet. Interessierte können sie jederzeit in Ruhe in Online-Katalogen betrachten, anhand von Kundenrezensionen vergleichen und diskret bestellen – jenseits des Schmuddel-Images herkömmlicher Sexshops in Bahnhofsnähe (Döring 2009; Döring et al. 2015). Allein die Erotik-Rubrik des Online-Versandhauses Amazon.de bietet mehr als 140.000 Produkte (Stand: Mai 2016) und signalisiert damit, dass die Kommerzialisierung von Sex über Sexprodukte im gesellschaftlichen Mainstream angekommen ist.

Für sexuelle Identitätsarbeit ist der Boom der Produkte, die immer besseren Sex versprechen, zweischneidig. Im negativen Sinne können Verunsicherung, Entfremdung, Leistungsdruck, Zwang zur Selbstoptimierung resultieren. Problematisch ist auch die Medikalisierung der Sexualität, die sich etwa in der Online-Vermarktung von „Lustpillen“ wie Viagra für den Mann und seit 2015 auch für die Frau niederschlägt (Döring 2016). Andererseits birgt Kommerzialisierung auch emanzipatorische Potenziale. Jenseits moralischer Abwertung werden z. B. Fetisch-Produkte ganz selbstverständlich auf Amazon.de vermarktet, was zur Demarginalisierung sexueller Minoritäten beitragen kann. Auch das Erschließen neuer Kundengruppen für Sexprodukte kann marginalisiertes Begehren normalisieren: Erotik-Shops speziell für Frauen haben sich online etabliert (z. B. goodvibes.com; annsummers.com). Durch das Internet sind Dildos und Vibratoren salonfähiger und Bilder selbstbestimmter weiblicher (Solo-)Sexualitäten sichtbarer geworden (Attwood 2005).

8 Sexuelle Dienstleistungen im Internet

Das Internet wird breit genutzt, um den Handel mit herkömmlichen sexuellen Offline-Dienstleistungen zu organisieren (z. B. über Websites von Stripclubs und Bordellen, Werbeanzeigen von einzelnen männlichen, weiblichen, trans* Escorts). Darüber hinaus dient es dem Anbieten und Nachfragen neuer sexueller Online-Dienstleistungen (v. a. kostenpflichtige Strip- und Sexshows vor der Webcam). Die Möglichkeiten der niedrigschwelligen Online-Vermarktung tragen nach aktuellem Forschungsstand dazu bei, dass Angebot und Nachfrage nach sexuellen Dienstleistungen a) quantitativ zunehmen (z. B. durch mehr Beteiligung von Personen aus der Mittelschicht und verstärkter nebenberuflicher bzw. semi-professioneller Tätigkeit) und sich b) inhaltlich noch stärker ausdifferenzieren, indem alle möglichen sexuellen Nischen bedient werden (Döring 2012b, 2014b).

Das Anbieten und Nachfragen sexueller Dienstleistungen liegt zwar im Trend einer generellen Kommerzialisierung von Sex, stellt aber im Mainstream-Verständnis weltweit nach wie vor eine starke Normverletzung dar. So widerspricht es religiöser und oft auch säkularer Sexualmoral, Sex kommerziell und losgelöst von der Ehe oder der Liebesbeziehung zu praktizieren. Aus feministischer Sicht wird zudem problematisiert, dass die (überwiegend weiblichen) Prostituierten von der männlichen Kundschaft ausgebeutet werden und dass die Existenz bzw. Akzeptanz von Prostitution in einer Gesellschaft das Bild vermittle, Frauen seien käufliche Sexualobjekte. Gleichzeitig wird aus feministischer Sicht aber auch hinterfragt, ob es gerechtfertigt ist, allen weiblichen, männlichen und trans* Prostituierten pauschal von außen eine unmündige Opferrolle zuzuschreiben, sie damit zu stigmatisieren, ohne ihre jeweiligen Stimmen und Sichtweisen umfassend einzubeziehen (Döring 2014b). Bemühungen der Sexarbeiter_innen-Bewegung, sich offline und online zu organisieren (z. B. Berufsverband-Sexarbeit.de; Sexworker.at) und Online-Kampagnen durchzuführen (z. B. Twitter-Kampagne #facesofprostitution, in der sich Sexarbeiter_innen mit Gesichtsfoto zeigen), zielen auf eine Stärkung ihrer Identitäten und auf gesellschaftliche Anerkennung ab. Auch die (überwiegend männlichen) Prostitutionskunden sind stigmatisiert. Sie organisieren sich historisch erstmalig in sog. Freier-Foren im Internet und tauschen sich dort pseudonym über ihre Erfahrungen mit Bezahlsex aus, was für sie ebenfalls identitätsrelevant sein dürfte und sie zudem als soziale Gruppe für Forschungs- und Interventionsbemühungen (z. B. hinsichtlich Safer Sex: Sexsicher.de) erreichbar macht (Döring 2014b; Langanke und Ross 2009). Dass Frauen Sexualität, Macht und Geld mittels Sexarbeit verknüpfen und selbstbestimmte Identitäten im Sexbusiness beanspruchen, stellt herkömmliche Sexualitäts- und Geschlechter-Normen in Frage, wie etwa die hochkontroversen Debatten um sog. Jungfrauen-Versteigerungen im Internet zeigen (Dunn und Vik 2014). Sowohl die Beteiligung an Sexarbeit als auch die kontroverse Diskussion über Sexarbeit findet heute vielfach online statt und erlaubt es Beteiligten wie Außenstehenden, ihre jeweiligen Identitäten als Sexdienstleistende, als Freier oder als Prostitutionsgegner_innen auszudrücken.

9 Fazit

Sexuelle Online-Aktivitäten haben im Alltag vieler Menschen inzwischen einen festen Platz, machen aber keinesfalls den größten Teil der Internet-Nutzung aus. Beim jetzigen Forschungsstand zeichnet sich ab, dass die meisten Menschen die Wirkungen ihrer eigenen sexualbezogenen Online-Aktivitäten überwiegend positiv bewerten, die neuen Anregungen als lustvoll und informativ schätzen, von einer „Horizonterweiterung“ berichten und in ihrer Identitätsarbeit profitieren (Döring 2012b). Ein positiver Effekt des Internet auf die sexuelle Identität bzw. Identitätsarbeit ist besonders dann zu erwarten, wenn bei einer Person oder Personengruppe die sexuellen Entfaltungsmöglichkeiten in der Offline-Lebenswelt stark limitiert sind und sich das Internet als Alternative anbietet. Zudem ist ein positiver Effekt zu erwarten, wenn bei einer Person oder Personengruppe die sexualbezogene Internetkompetenz stark ausgeprägt ist, also genügend Kenntnisse und Fähigkeiten darüber vorliegen, wie man das Internet im Detail für die eigenen sexuellen Belange und Identitätsfragen erfolgreich nutzen kann.

Doch positive Effekte des Internet auf die sexuelle Identität sind nicht selbstverständlich. Gemäß interaktionistischer bzw. transaktionaler Medientheorien kann es durchaus auch zu negativen Effekten kommen, etwa wenn Menschen mit pathologischen oder kriminellen Dispositionen das Internet sexualbezogen nutzen (z. B. zwanghafte oder suchtähnliche Nutzung von Online-Pornografie; Nutzung und Verbreitung von illegaler Pornografie). Zudem sagen sozial-konstruktivistische Sexualitätstheorien vorher, dass die durch das Internet gesteigerte Sichtbarkeit vielfältiger sexueller Lebensweisen zwar Chancen der Egalisierung und Emanzipation birgt, dass aber die herkömmlichen Machtverhältnisse, gemäß denen sexuelle und Geschlechter-Identitäten hierarchisch geordnet werden, weiterhin gelten – teilweise sogar verstärkt auftreten können (z. B. Gewalt gegen Frauen in Form von Online-Belästigung, Cyberstalking).

Der vorliegende Beitrag beleuchtet sexuelle Online-Aktivitäten speziell mit Blick auf Identitätsarbeit. Viele andere sexualbezogene Aspekte (z. B. Einfluss des Internet auf die Verbreitung sexuell übertragbarer Infektionen oder auf die Gestaltung von Paarbeziehungen) bleiben somit ausgeblendet und bedürfen gesonderter Behandlung. Die eigene Sexualität über die Lebensspanne hinweg gelingend zu gestalten und auf gesellschaftlicher Ebene die Vielfalt sexueller Identitäten und Lebensentwürfe zu integrieren, bleibt – auch und gerade vor dem Hintergrund der sexuellen Ausdrucksmöglichkeiten im Internet – eine anspruchsvolle Aufgabe. Viele Forschungsfragen in diesem sich technologisch und kulturell sehr dynamisch wandelnden Feld sind noch offen.

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2016

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für Medien und KommunikationswissenschaftTechnische Universität IlmenauIlmenauDeutschland

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