Handbuch Kultursoziologie pp 1-8 | Cite as
Alfred Weber und die Kultursoziologie
Zusammenfassung
Vor dem Hintergrund der Geschichtstheorien des 19. Jahrhunderts stellt Alfred Weber ab 1911 die Frage, wie es zu kultureller, insbesondere künstlerischer Produktivität kommt. Im Gegensatz zu dem kumulativen Fortschritt in Wissenschaft und Technik und zu der Machtakkumulation in Herrschaftsverbänden sieht er in der kulturellen Kreativität eine nichtrationale spontane Bewegung, mit der Menschen sich neue Daseinsbedingungen anverwandeln. Darzustellen sind die geistesgeschichtlichen Hintergründe, aber auch die Aporien des Konzepts. Bleibend ist Webers Entdeckung der Spontaneität, mit der Menschen in Lebenslagen, die sie als entfremdend wahrnehmen, ihre eigene symbolische Welt aufbauen.
Schlüsselwörter
Kulturelle Evolution Kulturproduktivität Person Philosophische Anthropologie SpontaneitätLiteratur
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