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Foucault-Rezeption in der deutschsprachigen Soziologie

  • Robert SeyfertEmail author
Living reference work entry
Part of the Springer Reference Sozialwissenschaften book series (SRS)

Zusammenfassung

Die Rezeption des Denkens Michel Foucaults in der deutschsprachigen Soziologie lässt sich durch drei Phasen bestimmen: 1) 1968–1977, Pionierphase der ersten Begegnung und Kontaktaufnahme, 2) 1977–2001, Phase der verstärkten Aneignung bei paralleler Errichtung von Rezeptionssperren und 3) ab 2001, Phase der Etablierung und Institutionalisierung. Dabei lassen sich mit Berlin, Göttingen, Freiburg, Bochum und Frankfurt a. M. verschiedene Zentren der Rezeption und Gegen-Rezeption ausmachen.

Schlüsselwörter

Wolfgang Eßbach Dietmar Kamper Diskurs Gouvernement Subversion 

1 Einleitung

Für die Rezeption Foucaults gilt der Ausspruch Wolfgang Welschs „Foucault hat keine der Thesen, für die er berühmt ist, wörtlich so verkündet“. Darüber, ob Foucault auch tatsächlich hinter diesen Thesen gestanden hat, herrscht Uneinigkeit, Welsch jedenfalls ist dieser Meinung: „Aber gemeint hat er sie alle“ (Welsch 1991, S. 138). Hält man sich jedoch streng an das diskursanalytische Vorgehen Foucaults, dann darf die Relevanz dieser Frage zumindest bezweifelt werden, denn Foucault hatte wenig Interesse an einer Hermeneutik der Autorenintention.1 So gesehen müsste sich eine Einleitung in das Denken Foucaults nicht primär für seine Schriften, sondern vor allem für deren Rezeption, den Foucault-Diskurs interessieren. Damit erweist sich die hier vorgelegte Studie zur Rezeption des Denkens Foucaults als ein angemessenes Verfahren, das Werk Foucaults zu skizzieren. Was im Folgenden an seinem Denken interessiert, sind spezifische Diskurs- und Wissensformationen, deren Entstehung, Transformation und Wechsel. Ohne Frage handelt es sich dabei um einen speziellen Diskurs: die Rezeption in der deutschsprachigen Soziologie. Der Schwerpunkt der vorliegenden Darstellung liegt aus pragmatischen Gründen auf der frühen Rezeption, gelegentliche Ausflüge in aktuelle Forschung sollen zeigen, in welche Richtung sich die anfängliche Rezeption weiterentwickelt hat. Eine vollständige Darstellung der Rezeption bis in die Gegenwart würde eine umfangreichere Arbeit erfordern und steht noch aus. Innerhalb des deutschen Rezeptionsraumes müssen Anbindungen an die allgemeine Rezeption der französischen Kulturtheorie bzw. des französischen Poststrukturalismus mitgedacht werden.2

Insgesamt lassen sich drei Phasen der Foucault-Rezeption in Deutschland identifizieren: 1) eine um 1969 einsetzende Pionierphase, in der die ersten Aneignungen stattfinden, jedoch nicht so sehr in der Soziologie als vielmehr in den Literaturwissenschaften. Darauf folgt (2), zwischen 1977–1985 eine Phase der verstärkten Rezeption innerhalb der Soziologie, die sowohl von ersten produktiven Aneignungen als auch durch die Errichtung von Rezeptionsblockaden und eines Gegendiskurses geprägt ist. Daran schließt sich (3) eine Phase der Etablierung und Institutionalisierung an, die 2001 damit endet, dass Foucault innerhalb der Soziologie durch eine große Zahl von Rezipienten den Klassikerstatus zuerkannt bekommt. Zugleich geht diese Zuerkennung mit der Etablierung einer Poststrukturalistischen Soziologie einher, deren zentrale Stütze das Denken Foucaults bildet.

2 Rezeptionsstufen

2.1 1968–1977: Frühe Rezeption

Beim ersten Auftauchen eines eigenständigen Foucault-Diskurses in der westdeutschen Soziologie erschien dieser vor allem als Gegendiskurs, dem man mit Neugierde, reiner Affirmation aber auch mit Gegenaffekten begegnete. Wird ein neues Denken als Gegendiskurs wahrgenommen, dann gibt es verschiedene Möglichkeiten, damit umzugehen. Wolfgang Eßbach hat das Auftauchen Foucaults in Deutschland zu Anfang als missratene Rezeption charakterisiert: „Eine Rezeption ist mißraten, wenn der Rezipient ungerührt vom Denken, das ihm begegnet, sich in die eigenen Kategorien einhaust und den anderen als Verbrecher am eigenen Verstande brandmarkt“ (Eßbach 1984, S. 28). Gegen die Rezeption Foucaults wurde ein „Verteidigungsraum, in dem Gefährdungen gesichtet und zügig identifiziert werden“ errichtet (Eßbach 1991, S. 14), der mit „Rezeptionssperren“ gesichert wurde (Bublitz 2008, S. 386).

Dass die Rezeption des Denkens Foucaults schwierig war, ist bekannt (Neumeister 2000; Bühl 2003). Dabei ist insbesondere der frühe Kommentar von Wolf Lepenies (1968) bedeutend, der entscheidende Kritikpunkte einführte, welche die spätere Debatte prägen. Lepenies identifizierte Foucault als einen Strukturalisten, der das Ende des Menschen und das der Geschichte verkünde, der „keinen Fortschritt“ und nichts Neues kenne. Mit der strukturalistischen Methode käme das Abweichende und Unerwartete gar nicht in den Blick, „sondern nur die Varianten, die angeblich aufs Immergleiche verweisen“ (Lepenies 1968, S. 319). Der Vorwurf der historischen Invarianz erscheint aus heutiger Sicht überraschend, gerade als Vorwurf gegen Foucault – dem Denker der historischen Brüche und diskontinuierlichen Ereignisse – dessen damals noch nicht ins Deutsche übersetzte Ordnung der Dinge von Lepenies als dogmatischster Strukturalismus angesehen wurde.

In der Errichtung solcher Sperren hat es Jürgen Habermas zu besonderer Prominenz gebracht. Dabei lassen sich zwei verschiedene Arten von Rezeptionsblockaden identifizieren. Zum einen finden sich theoriesystematische Kritiken, die sich z. B. auf einen machttheoretischen Reduktionismus und das völlige Fehlen normativer Grundlagen im Denken Foucaults beziehen. Diese Kritiken gehen bei Habermas oft mit diskreditierenden Umdeutungen einher, z. B. wenn er Foucaults Vernunftkritik in einen Irrationalismus uminterpretiert. Die andere Methode besteht im Versuch disziplinärer Ausgrenzungen, z. B. wenn Foucaults Methoden als gänzlich unsoziologisch dargestellt werden und er damit aus der Disziplin gleich ganz herausgedrängt wird (Habermas 1985, S. 285). Wir werden weiter unten auf beide Punkte zurückkommen.

Diese „mißratene Rezeption“ hatte in erster Linie theoriepolitische Gründe und erklärt sich aus einer historischen Konkurrenzsituation in der einige Vertreter der dritten Generation der Kritischen Theorie das Denken Foucaults als Bedrohung wahrgenommen haben. Diese Situation stellte nach Joachim Fischer die Gelegenheit dar, „den Waffen der Kritik ein neues Arsenal in dem Augenblick zu öffnen, als die Instrumente der Kritik der politischen Ökonomie im Scheitern der Mai-Revolte auch in der Bundesrepublik stumpf zu werden beginnen“ (Fischer 2008, S. 185). Die Pflege und Wartung dieser Rezeptionsblockaden sollte noch bis in die 2000er-Jahre andauern, sie wurden aber zunehmend von produktiveren Aneignungen unterlaufen.

2.2 1977–2001: Kritik und Rezeptionssperren

Zwischen 1977 und 1989 – und das ist der Zeitraum, der uns hier zentral interessieren soll – spielten sich entscheidende Urszenen ab, welche die Vielfalt der poststrukturalistischen Milieus – geographischer oder kognitiver Art – begründen. 1977 sind eine ganze Reihe von Veröffentlichungen erschienen, die aus heutiger Sicht geradezu als Gründungsschriften für den westdeutschen Poststrukturalismus angesehen werden. Man denke dabei an die von Friedrich A. Kittler und Horst Turk herausgegebenen Urszenen (1977) oder die ebenfalls von Kittler herausgegebene Austreibung des Geistes aus den Geisteswissenschaften, die nun sogar Programme des Poststrukturalismus als Untertitel trägt (1980).3 Diese Schrift ist insofern entscheidend, als hier auch Texte von zwei Soziologen – Hinrich Fink-Eitel und Dietmar Kamper – erschienen, die sich explizit auf Foucault beziehen. Darüber hinaus sei auch auf den von Dietmar Kamper herausgegebenen Sammelband Über die Wünsche verwiesen, der die neuen Theorien von Foucault, Deleuze. et al. an einem spezifisch sozialen Phänomen austestete (Kamper 1977).

Weitere bedeutende Schritte finden sich in den Publikationen des Merve-Verlags und dessen poststrukturalistischer Wende durch die neue Reihe Internationaler Merve Diskurs seit 19774 und 1979 in der von Frank Böckelmann, Dietmar Kamper und Walter Seitter gegründeten und herausgegebenen Zeitschrift Tumult – Schriften zur Verkehrswissenschaft. An der Gründung dieser Zeitschrift, die auf den Tunix-Kongress von 1978 zurückgeht, nahmen neben den Herausgebern u. a. noch Michel Foucault, Hans-Peter Gente, Ulrich Raulff und der Schauspieler, Schriftsteller und Derrida-Übersetzer Hanns Zischler teil (Raulff 2014, S. 101 ff.; Rahden und Raulff 2014, S. 72). Ursprünglich war diese Zeitschrift als ein Dreiländer-Projekt in Zusammenarbeit mit Paul Virilio und Foucault geplant und sollte unter dem Namen Gouvernement/Die Regierung erscheinen. Im Gegensatz zu anderen Denkern dieser Zeit verstand Foucault Gouvernement nicht als einen negativen Begriff und bezog ihn auch nicht allein auf das, was man in Deutschland darunter versteht, nämlich den bürokratischen politischen Apparat. Vielmehr handelt es sich dabei um eine spezifische Vorstellung sozialer Ordnung und Anordnung: die Regierung von Menschen im abstrakten Sinne. Diese Regierung wird als intrikate Vermittlung von Verallgemeinerung und Individualisierung gedacht: die Bestimmung des Einzelnen als das Exemplar einer statistisch erschlossenen Population, und der Inkorporation dieser statistischen Erwartungswerte durch Selbsttechniken. Gouvernement/Die Regierung sollte eine spezifische Systematik zur Beobachtung historischer und gegenwärtiger Gesellschaftsphänomene entwickeln. Gescheitert ist dieses Projekt aber nicht daran, dass für die deutschen Linken der Begriff der Regierung wenig goûtable war, sondern an rein technischen Problemen. Obwohl diese europäische Zeitschrift fehlschlug, hat das Alternativprojekt Tumult doch für die deutschen Milieus des Poststrukturalismus eine große Bedeutung, weil hier die Kontakte innerhalb der deutschen Milieus zustande kamen. Virilio hat sich als Autor daran beteiligt und Foucault war auch deshalb sichtbar, weil mit Donzelot und Pasquino zwei seiner Schüler und Assistenten aktiv an dem Projekt beteiligt waren.

Die im Zusammenhang mit Foucaults Denken zu Gouvernement/Die Regierung entwickelte Systematik findet sich bis heute in der einflussreichen Rezeption der Gouvernementalitätsstudien wieder (Bröckling et al. 2000; Pieper und Rodríguez 2003; Krasmann und Volkmer 2007; Angermüller und van Dyk 2010).

Neben den genannten Sammelbänden und Zeitschriften tauchte zeitgleich die vermutlich erste westdeutsche Dissertation zu Foucault auf, nämlich die von Dietmar Kamper noch in Marburg betreute (aber nie veröffentlichte) Arbeit Das normale Leben von Ulrich Raulf (später Raulff (1977)).

Abgeschlossen und vervollständigt wurde diese Urszene – Übersetzungen, Einführungen, Sammelbände, Monographien, Zeitschriftengründungen, Dissertationen, Kritiken – durch ein efferveszentes Ereignis, das explizit auf die Überwindung der Melancholie des Deutschen Herbstes angelegt war: den bereits im Zusammenhang mit der Gründung von tumult angesprochenen Tunix-Kongreß von 1978, an dem Foucault auch selbst teilnahm (Böckelmann et al. 1978).

Diese Urszenen der deutschen Foucault-Rezeption wurden von einer Kritik begleitet, die dem Denkzusammenhang Anerkennung und Eigenständigkeit verschaffte. Dass die heftigsten Angriffe dabei zuerst vom akademischen Nachwuchs kamen – und hier vor allem von der marxistischen Linken –, kann in Anbetracht der Tatsache nicht überraschen, dass die Rezeption zugleich mit einem Generationenwechsel einherging. Dabei warf man Foucault u. a. die „Identifikation mit den sozialen Randgruppen der Gesellschaft“ (Projekt Klassenanalyse 1977, S. 201) vor, was genau genommen nichts anderes ist als die Identifikation mit dem Lumpenproletariat.5 Dieses ist aber, wenn man Marx Glauben schenkt, zu revolutionären Initiativen nicht in der Lage. Außerdem verübelte man es Foucault sehr, dass er durch den Nachweis der Inkorporation von Machstrukturen den Staat gleichsam ins Innere der Subjekte verlegt hatte (Marxistische Gruppe Erlangen 1977).

Wie eingangs erwähnt kamen die bekanntesten Widerstände und Versuche der Errichtung von Rezeptionsblockaden aber nicht von den jüngeren Lesern, sondern von konkurrierenden Gesellschafts- und Sozialtheorien. Sie sind und ich beschränke mich hier auf die soziologienächsten Autoren, mit den Namen Axel Honneth (1984, 1985) und Jürgen Habermas (1985) verbunden. Dass damit zugleich eine Konfrontationsstellung zwischen Frankfurter Schule und französischer Kulturtheorie im Allgemeinen einherging, ist tragisch. Wie wir am Beispiel von Dietmar Kamper und Wolfgang Eßbach noch sehen werden, ist die Besonderheit der deutschen Rezeption dieses französischen Denkens gerade ohne den Einfluss solcher Denker wie Theodor W. Adorno (und Walter Benjamin) gar nicht zu verstehen.

Hinsichtlich einer gelungenen Rezeption innerhalb der Soziologie kann man sicher sagen, dass Dietmar Kamper in Berlin und Wolfgang Eßbach, erst in Göttingen und später in Freiburg, die produktivsten und prominentesten Denker dieser ersten Phase sind, die explizit auf Foucault Bezug genommen haben, und mit ihren Schülern auch den größten Einfluss innerhalb der Soziologie hinterlassen haben.

2.2.1 Göttinger Milieu: Urszenen und Salons 1975

Göttingen in den Jahren von 1975–1985 ist ohne Zweifel eine der Hochburgen der Foucault-Rezeption in Westdeutschland. Sie besteht aus einer Ansammlung verschiedenster Elemente, zu der die Rezeption Foucaults in der Literaturwissenschaft, Soziologie und Philosophie genauso zählt, wie in der Göttinger anarcho-syndikalistischen Studentenzeitschrift Politikon, zu deren Redaktion u. a. der Oldenburger Kultursoziologe Thomas Kleinspehn gehörte, und dem von Christa Karpenstein-Eßbach organisierten Salon der Donnerstagsgruppe. Aus dieser Donnerstagsgruppe wird auch die entscheidende Schrift des Göttinger Milieus hervorgehen, nämlich der Sammelband Anschlüsse: Versuche nach Michel Foucault von 1985 (Dane et al. 1985). Impuls zur Publikation war eine Veranstaltung zum Tod Michel Foucaults im Juli 1984. Thematisch entfaltet der Band das ganze Spektrum der deutschen Foucault-Rezeption: zentral sind hier Formen der Subjektkonstitution (Meyer-Kalkus 1985), die Frage nach der Macht, die Gender-Problematik (Treusch-Dieter 1985), die Frage nach dem Tod des Autors (Karpenstein-Eßbach 1985), die Kritik bzw. Vernunftkritik (Wetzel 1985), Tendenzen der Normalisierung (Makropoulos 1985), die Frage nach der Geschichte bzw. die Analyse der Diskurse und die Fragen nach den Möglichkeiten eines neuen Denkens (Kamper 1985). Damit ist bereits auf die Spuren und die Einflüsse des Göttinger Milieus verwiesen, die sich bei Michael Makropoulos in Berlin und bei Wolfgang Eßbach in Freiburg wiederfinden.

2.2.2 Berliner Milieus: 1977

Innerhalb des Berliner Milieus stellte für die Soziologie ohne Zweifel Dietmar Kamper die entscheidende Figur dar. Kamper, der 1964 mit einer Dissertation zu Anthropologie Leopold Zieglers bei Max Müller promovierte und 1972 in Marburg mit Geschichte und menschliche Natur. Die Tragweite gegenwärtiger Anthropologiekritik habilitierte (Kamper 1973), wurde 1979 Professor für Soziologie und Historische Anthropologie an der FU Berlin. U. a. im Anschluss an Heideggers Anthropologie-Kritik und an die Negativen Anthropologien von Adorno und Ulrich Sonnemann arbeitete Kamper in Geschichte und menschliche Natur ein Konzept der „anthropologischen Differenz“ aus, von dem er später sagen wird, dass dort „Umrisse der ‚différance‘ – lange vor Kenntnis der strukturalistischen Perspektiven – unausgeführt vorkommen“. So fasst er es in „Die Auflösung der Ich-Identität“, seinem Beitrag zu Kittlers Austreibung des Geistes aus den Geisteswissenschaften, retrospektiv zusammenfassen (Kamper 1980, S. 82). Diese Rückprojektion ist aber insofern verstellend, als die Auflösung der Ich-Identität eigentlich weder viel mit Sonnemanns Negativer Anthropologie noch mit seiner eigenen Geschichte und menschlichen Natur zu tun hat: denn während es ihm dort noch um eine emanzipatorische und selbstreflexive Wissenschaft vom Menschen ging (Kamper 1973, S. 217), vollzog er erst gegen 1980 die Wende zur post-/strukturalen Anthropologie. Hier trieb er die Austreibung des Geistes und (mit explizitem Bezug zu Lévi-Strauss und Foucault) die „Liquidation des Menschen“ voran. Während Kamper in Geschichte und menschliche Natur methodisch mit einer negativen Dialektik operierte, ging er ab 1980 zu einem fröhlichen Positivismus über, wie man ihn von Foucault kennt, einer Methode also, die sich jeder normativen Beurteilung historischer Formationen verweigert. Jetzt stand nicht mehr die Frage im Vordergrund, wie man die Offenheit der menschlichen Natur bestimmen kann, ohne sie zu bestimmen, vielmehr betrieb Kamper jetzt etwas, was er als strukturale Konstitutionsanalyse der Subjektivität beschrieben hat (Kamper 1980, S. 82).

2.2.3 1983: Die Grundlagen der Rezeptionsblockaden

Eine wichtige Vermittlerfigur in Berlin war der Schweizer Soziologe Urs Jaeggi, der zu dieser Zeit ebenfalls am Institut für Soziologie der Freien Universität Berlin tätig war. Jaeggi hat in seiner Schrift Ordnung und Chaos von 1968 die strukturalistische Rezeption aus skeptischer Distanz analysiert. Damit gingen zwei Momente einher: 1) werden durch diese Rezeption auch grundlegende Rezeptionssperren errichtet, u. a. eben auch dadurch, dass man die von Lepenies angeregte Kurzschließung der Arbeiten Foucaults mit der strukturalistischen Methode etablierte. 2) wurde damit die Rezeption aber auch vorangetrieben, sodass Jaeggis Schüler Axel Honneth später indirekt die Vermittlung zwischen der Habermas-Schule und dem Poststrukturalismus (Foucault, Derrida et al.) ermöglichen wird. Dabei handelte es sich allerdings um einen sekundären und ungewollten Vermittlereffekt, denn als Habermas Honneth nach Frankfurt holte, sollten dessen gute Kenntnis der Werke Foucaults nicht der Vermittlung des Frankfurter mit dem französischen Denkens dienen, sondern gerade umgekehrt der Errichtung noch effizienterer Blockaden. Denn dass diese Vermittlung keine durchweg ‚gelungene Rezeption‘ darstellt, kann man auch an Honneths Dissertation von 1983 Foucault und die Kritische Theorie (1985 als Kritik der Macht veröffentlicht), erkennen, die er unter Begutachtung von Michael Theunissen und Jaeggi erstellte. Obwohl Habermas später behaupten wird, dass Honneth dort mit dem Denken von Habermas „keineswegs schonender“ umgegangen sei als mit Adorno und Foucault, kennt diese Schrift doch klare Verlierer (Adorno, Foucault) und Gewinner (Habermas, bzw. Honneth). Denn während Foucault mit einem „unbefragt vorausgesetzten Zwangsmodell der gesellschaftlichen Ordnung“ operierte, „in dem die konstitutive Rolle moralischer Verständigungsprozesse einfach ignoriert bleibt“, komme Habermas der Verdienst zu „das kommunikative Handeln als den fundamentalen Reproduktionsmechanismus aller Gesellschaften“ erkannt zu haben (Honneth 1985, S. 332–333). Axel Honneth liefert damit in der Tat die groben Umrisse jener Foucault-Kritik, die sich von Frankfurt ausgehend entfalten wird.

2.2.4 Freiburger Milieus: seit 1980

Neben den Berliner und den Göttinger Milieus war auch Freiburg in entscheidendem Maße an der Foucault-Rezeption beteiligt. Dieses Milieu lässt sich anhand von drei Figuren erschließen: Friedrich Kittler, Klaus Theweleit und dem Soziologen Wolfgang Eßbach. Kurioserweise schloss sich an den Weggang Kittlers 1986 gleich die Ankunft Eßbachs aus Göttingen an: 1987 wird er dort Professor für Kultursoziologie. Diese Ankunft sollte für die Rezeption in der deutschen Soziologie, für deren akademischen Erfolg und deren Ausbreitung, den wahrscheinlich größten Einfluss haben.

2.2.5 Freiburg 1980: Die Austreibungen

Hinsichtlich der Foucault-Rezeption ist Kittlers Austreibung des Geistes aus den Geisteswissenschaften (1980) von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Dort findet sich zum einen der bereits erwähnte Text zur „Auflösung der Ich-Identität“ von Kamper, zum anderen aber auch die einflussreiche Foucault-Kritik von Fink-Eitel. Dabei hat man den Eindruck, dass aus soziologischer Perspektive nur Kamper an einer produktiven Rezeption Foucaults interessiert ist. Gerade Fink-Eitels „Michel Foucaults Analytik der Macht“ ist in seiner Art der Analyse und Kritik die Vorlage dessen, wie auch Honneth und Habermas das Denken Foucaults behandeln werden. In dieser Leseweise erklärt sich die Faszination für Foucaults Theorie aus den Enttäuschungen nach 1968: Es habe sich nämlich gezeigt, dass „die Macht heute wie wohl noch nie zuvor aus einer Revolte zu lernen wußte, weil sie noch nie zuvor über derart sei es gigantische sei es subtile Mittel verfüge“ (Fink-Eitel 1980, S. 39). Der Abschied von Marx und der damit verbundene Abschied von einem sozialtheoretischen Ökonomismus werden durch einen Monismus der Macht ersetzt. Dabei sieht Fink-Eitel im Jahr 1972 das entscheidende Wendejahr für die französischen Linksintellektuellen: „1972 dürfte der terminus a quo sein; seitdem denkt [Foucault] die Macht als einen ubiquitären Monismus“ (Fink-Eitel 1980, S. 63).6 In diesem Zusammenhang wirft Fink-Eitel dem ‚Strukturalisten‘ Foucault vor, er könne schon auf der deskriptiven Ebene „nicht mehr fassen, worin denn die unbezweifelbare und unverwechselbare Einzigartigkeit eines jeden Individuums bestehe, denke er doch allein die Gleichheit der Individuen im Hinblick auf die Machtproduktion“ (Fink-Eitel 1980, S. 65). Damit wird die gesamte Diskussion der Differenz und der ungleichen Wiederholung ignoriert: die Suche nach einem Begriff für eine sich wiederholende Struktur, die sich immer auf andere Weise wiederholt – die Differenz, die Deleuze bei Gabriel Tarde fand; die différance von Derrida, und ‚die anthropologische Differenz‘ Kampers, die dieser in der Lektüre der Negativen Anthropologie Adornos, Sonnemanns und in der historischen Anthropologie Foucaults gefunden hat. Es ist dabei vielsagend, dass sich die Kritik Fink-Eitels, die bereits auf die prototypische Interpretation und Sollbruchstelle mit der Frankfurter Theorie verweist, in dieser Urszene und Urschrift des westdeutschen Poststrukturalismus findet. Damit ist schon ein Argumentationsgang für die spätere Kritik vorbereitet.

2.2.6 Freiburg 1987: Ausbreitungen

Für die Rezeption Foucaults in der westdeutschen Soziologie war Freiburg auch deshalb so bedeutend, weil Eßbach hier neben den Publikationen und den vielfältigen Formen des Austauschs eine stilbildende und überaus erfolgreiche Lehrtätigkeit entfaltet hat, aus der dann eine neue Generation von Soziologen hervorgehen wird.7

In die Zeit seiner Ankunft in Freiburg fällt eine erste Auseinandersetzung mit der deutschen Foucault-Rezeption, Deutsche Fragen an Foucault, die auf einen Vortrag auf der Hamburger Tagung „Michel Foucault. Aspekte der deutschen Foucault-Rezeption“ vom Dezember 1988 zurückgeht. Deren Beiträge wurden später unter Ergänzung anderer Aufsätze von François Ewald und Bernhard Waldenfels als Spiele der Wahrheit herausgegeben (Ewald und Waldenfels 1991). Die verschiedenen Facetten der Urteile über Foucault hat Eßbach in der Zeitschrift Spuren unter dem Titel „Zum Eigensinn der deutschen Foucault-Rezeption“ (1988) zusammengefasst. Hierbei handelt es sich weniger um eine interpretative Analyse der Arbeiten Foucaults als um eine archäologische Aufreihung von Urteilen dieser Zeit. Er rekonstruiert dabei im Sinne Bourdieus den „Habitus der deutschen Intelligenz“, der umgekehrt Aufschluss über die Ablehnung des Denkens Foucaults gibt. In diesem Zusammenhang identifiziert Eßbach drei deutsche Habitusblöcke, die die Foucault-Rezeption erschwert bzw. verhindert haben, einfach deshalb, weil sich hier das deutsche und das französische Denken zu sehr unterscheiden: Vernunft und Geschichte, Politik und Moral, Subjektivierungsformen. Die deutschen Gegenaffekte gegen Foucault erklären sich so z. B. aus der habituellen Verbindung von Geschichte und Vernunft: Der Vorwurf des Irrationalismus ergibt sich aus Foucaults Methode, Geschichte als einen diskontinuierlichen Prozess zu behandeln, als einen Prozess, an dessen Ende nicht notwendig eine vernünftige Versöhnung mit den geschichtlichen Ereignissen steht. Der zweite Komplex bezieht sich auf den Vorwurf, dass es Foucaults Machtanalytik an einer angemessenen normativen Sättigung fehle bzw. dass diese Theorie reine Affirmation der bestehenden Verhältnisse betreibe, statt sie zu kritisieren. Dies erkläre sich aus der deutschen Tendenz, die wahre Moral nicht aus politischen Handlungen abzuleiten, sondern – gleichsam protestantisch – aus dem „Innenraum der menschlichen Seele“. Demgegenüber seien Institutionen lediglich Grenzen gegen die Gewalt – haben aber selber keinen moralischen Wert. Der dritte Komplex – die Subjektivität – sei in Deutschland nie Gegenstand ernster Verunsicherung gewesen, sondern wie im Fall des Innenraums der Seele eine Zone des Heils und des garantierten Wohlfühlens. Zwar finde sich bei Hegel eine gewisse dialektische Zwischenverunsicherung, aber letztlich sei für die Aufhebung der Verunsicherung im „Gemüt“ gesorgt – Subjekt sein, heiße immer auch heil aus der Sache herauszukommen. Demgegenüber sei Foucault nicht nur allgemeiner Verunsicherer der Subjekte, sondern vor allem jemand, der die beruhigenden Zukunftsperspektiven nehme: das Schlimmste bei Foucault ist, dass er „auf den Erhalt der Wiedergutmachung verzichtet“ (Eßbach 1988, S. 44).

Mit einer solchen Gegenbeobachtung der Kritiker Foucaults gelingt es Eßbach, auf die Kritiken einzugehen, ohne sich auf deren Methoden einlassen zu müssen. Die deutsche Methode der Kritik erzwingt und erwartet keineswegs Zustimmung, aber sie erwartet und erzwingt eine kritische Äußerung, die auf ähnliche Weise, wie sie selbst verfährt – nämlich mit Freund-Feind-Unterscheidungen. Genau die kritische Form der Rezeption macht es so schwer, die tatsächlichen Erkenntnisse neuer Theorien zu transformieren – man kann die Kritik dann entweder nur ignorieren oder auf subversive Art und Weise unterlaufen. So muss man auch Eßbachs Beitrag verstehen: ohne „die ironischen Fluchten [bleiben] auch die Königswege unerkannt“ (Eßbach 1988, S. 44).

Die Bedeutung Eßbachs jenseits seiner Publikationen bestand vor allem auch in Vermittlung und Fürsprache, was sich u. a. auch in der Vielzahl der Dissertations- und den drei Habilitationsschriften zeigt, die er gefördert und betreut hat. Im Zusammenhang der Foucault-Rezeption hatten wir bereits auf Bernd Neumeisters einschlägige Arbeit zur Rezeption des Strukturalismus und Poststrukturalismus hingewiesen, die das von Eßbach geöffnete Feld in einer detailreichen Arbeit ausmisst. Zu den Arbeiten weiterer Schüler, deren Foucault-Rezeptionen innerhalb der deutschen Forschung einen weiterführenden Eindruck hinterlassen haben, zählen Dierk Spreens Diskursanalyse zur Geburt der Gesellschaft aus der Technik (1998), Ulrich Bröcklings Genealogie militärischer Disziplinierung (1997), Stefan Kaufmanns mediensoziologische Studie zu „Kommunikationstechnik und Kriegführung 1815–1945“ (1996) und Dominik Schrages Arbeit zu den Subjektkonstruktionen in artifiziellen Wirklichkeiten (Schrage 2001).

2.2.7 Bochum: 1980

Für die soziologische Rezeption des Foucaultschen Denkens war ohne Zweifel auch Bochum von großer Bedeutung, wo Autoren wie Bernhard Waldenfels, Friedrich Kittler (von 1987–1993), Urs Jaeggi, Jürgen Link (1980–93), Renate Lachmann, Hans-Ulrich Gumbrecht u. a. recht früh dessen Arbeiten rezipiert haben. Eine wichtige Vermittlerfigur war Bernhard Waldenfels, der dort von 1976–1999 Professor für Philosophie war. Als interessierter Vermittler der französischen Philosophie thematisierte er in seinem 1983 erschienenen Buch Phänomenologie in Frankreich im letzten Kapitel die Denker des „Strukturalismus“, wozu er auch Foucault zählte, ohne dabei in die von Lepenies, Honneth und Habermas entwickelten kritischen Stereotypen zu verfallen. Daneben ist sicher Jürgen Link zu nennen, der von Haus aus zwar Literaturwissenschaftler ist, aber mit seinen literatursoziologischen Forschungen entscheidende Beiträge zur soziologischen Diskursanalyse (1999) und zur Normalitätsforschung (Link 1997) geleistet hat. Als Herausgeber der seit 1981 erscheinenden Zeitschrift kultuRRevolution (Brieler et al. 1986), war er seit den 1970er und 1980er-Jahren daran beteiligt, daß Bochum zu einem „Ort der Foucault-Rezeption“ (Diaz-Bone 2006) wurde.

In Bochum war auch Hannelore Bublitz tätig, die u. a. Seminare zu Foucault angeboten hat, bevor sie 1995 Professorin für Allgemeine Soziologie in Paderborn wurde (Pilgrim 2012).

2.2.8 Rezeptionsblockaden aus Frankfurt a. M.: 1985

Während die bisher besprochenen Milieus in erster Linie Pionierarbeiten geleistet bzw. das Denken Foucaults auf ihre Weise angeeignet haben, wurden in Frankfurt a. M. in dieser Zeit Barrikaden gegen die Foucault-Rezeption errichtet.

1983 geht Honneth nach Frankfurt. Zwei Jahre später wird nicht nur Honneths Kritik der Macht, sondern auch Der Philosophische Diskurs der Moderne von Jürgen Habermas erscheinen, wobei sich Habermas grundlegend an die Analysen Honneths halten wird (ohne jedoch die Arbeit von Lepenies wahrzunehmen bzw. zu würdigen). Zentral ist bei beiden die Charakterisierung Foucaults als Strukturalist, wobei Strukturalismus für vieles stehen kann: für einen empirischen Positivismus in der Tradition Durkheims, für einen Anti-Humanismus und die Dekonstruktion des Subjekts. Auch ist Foucault für Habermas genau genommen gar kein Soziologe, sondern ein Wissenschaftshistoriker (Habermas 1985, S. 280), der einen „ganz und gar unsoziologischen Begriff des Sozialen“ habe (Habermas 1985, S. 285). Honneth hingegen sieht in ihm eine Art Ethnologen, der an der Verfremdung der eigenen Kultur arbeite, an einer Ethnologie der eigenen Kultur (Honneth 1985, S. 125). Damit verbindet sich für beide Autoren zugleich die Frage nach dem Standpunkt der Beobachtung bzw. dem Standpunkt des Theoretikers: Von welcher Position argumentiert Foucault wissenssoziologisch (Habermas 1985, S. 326; Honneth 1985, S. 126; Knoblauch 2000, S. 266)? In diesem Zusammenhang entwickeln die Kritiker aus Frankfurt auch den schon angesprochenen Irrationalismus-Vorwurf gegen Foucault, der gleichsam durch eine kleine theoriekonzeptionelle Verschiebung erzeugt wird. So wird die historische Darstellung des Rationalismus, die als solche den Rationalismus von außen betrachten muss, in einen „bekennenden Irrationalismus“ umgedeutet (Habermas 1985, S. 327). Von einem ‚methodischen Arrationalismus‘ wird auf einen normativen Irrationalismus geschlossen. Aus einer analytischen Vernunftkritik im Sinne Kants wird eine Kritik an der Vernunft, im Sinne eines Irrationalismus. Während Foucault explizit an Kant anschließt und damit die kritische Methode als das Befragen der Voraussetzungen selbst auf die Kritik anwendet (Erdmann et al. 1990), unterstellt Habermas, dass er sich von Vernunft und Kritik ganz distanziere.

2.3 Etablierung und Klassikerfrage: 2001

Wenn das Jahr 1977 für die Rezeption Foucaults den entscheidenden Wendepunkt darstellt bzw. den Moment markiert, an dem die Diskussion eine kritische Geschwindigkeit überschreitet, dann stellen die Berufungen von Dietmar Kamper 1979, Wolfgang Eßbach 1987 und Hannelore Bublitz 1995 auf soziologische Lehrstühle die ersten Durchbrüche dar, die nach der Jahrtausendwende mit dem Auftauchen einer neuen Generation abgeschlossen sind. Dafür stehen eine Reihe exemplarischer Publikationen: u. a. der Einführungsband Poststrukturalistische Soziologien von Urs Stäheli (2000),8 Die Transformation der Kulturtheorien von Andreas Reckwitz (2000), der Sammelband von Ulrich Bröckling, Susanne Krasmann und Thomas Lemke zur Gouvernementalität der Gegenwart (2000), Stephan Moebiusʼ Die soziale Konstituierung des Anderen (2003) und der von Stephan Moebius und Andreas Reckwitz herausgegebene Band Poststrukturalistische Sozialwissenschaften (2008).

Man kann somit sagen, dass Foucault im Jahre 2001 vollständig in der deutschen Soziologie angekommen ist. Das zeigt sich nicht nur in einer Reihe von Publikationen und an der Besetzung von Lehrstühlen, sondern auch an symbolischen Ereignissen, wie z. B. den beiden Konferenzen im Jahr 2001 anlässlich des 75. Geburtstages Foucaults. Das betrifft zum Einen die Hamburger Konferenz „Geschichte schreiben mit Michel Foucault“ (Martschukat 2002). Es betrifft im besonderen Maße aber die Foucault-Konferenz in Frankfurt a. M., von der Wolfgang Eßbach sagt, dass sie den Moment anzeigt, an dem die „Gegner der neueren französischen Kulturtheorie, insbesondere aus dem Horizont der dritten Generation der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule, kapitulieren [mussten] und nicht verhindern [konnten], daß Jacques Derrida in der Frankfurter Paulskirche der Adorno-Preis verliehen wurde – und daß Tage später das Institut für Sozialforschung in Frankfurt einen Foucault-Kongress durchführte, auf dem von den jahrzehntelang erbitterten Gegnerschaften gegen den Poststrukturalismus keine Rede mehr war“ (Eßbach 2004–2005).

Im Anschluss an die Frankfurter Konferenz erschien 2003 der von Honneth und Martin Saar herausgegebene Sammelband Michel Foucault. Zwischenbilanz einer Rezeption. Ebenfalls in diesem Jahr erschien der erste Band der übersetzten Werkausgabe im Suhrkamp Verlag.

Zugleich taucht um das Jahr 2001 in Deutschland das erste Mal die Frage auf, ob Foucault möglicherweise als ein Klassiker der Geistes- und Sozialwissenschaften anzusehen sei (Angermüller 2007; Bublitz 2008), u. a. auch bei Honneth in der Einführung zum Sammelband des Frankfurter Foucault-Kongresses (Honneth und Saar 2003).

Honneth beantwortet diese Frage nicht nur für die Philosophie, sondern ganz allgemein negativ, er sieht in Foucaults Werk nicht einmal die Voraussetzungen eines Klassikers gegeben. Foucault sei ein Autor mit so unterschiedlichen Themenschwerpunkten, dass man nicht mit einer „halbwegs homogenen Interpretationsgemeinschaft“ zu rechnen habe (Honneth 2003, S. 15). Eine ähnliche Einschätzung findet sich bei Hubert Knoblauch, der die Frage innerhalb der institutionellen Soziologie und aus einer anderen Foucault-kritischen Richtung, der Wissenssoziologie Berger/Luckmanns stellt. Entgegen Honneth glaubt er zwar an die prinzipielle Möglichkeit eines Klassikerstatus für Foucault, aber eben nur nicht für die Soziologie. Ähnlich wie zuvor bei Habermas, geht das mit dem Versuch einher, die Arbeiten von Foucault nicht allein innerhalb der eigenen Wissenschaftsgemeinschaft zu diskreditieren (bei Knoblauch die Wissenssoziologie), sondern dessen Arbeiten gleich ganz aus der Soziologie auszuschließen. Neben dem Zweifel am methodischen Vorgehen, relativiert Knoblauch Foucaults Beiträge zur Wissenssoziologie nämlich insofern, als er sie in einer Theorie der Macht fundiert sieht: Wissen erkläre sich bei ihm nicht aus Wissen, sondern aus den Machtstrukturen. In diesem Zusammenhang schließt er sich der von Fink-Eichel eingebrachten Interpretation an, Foucault habe einen „paranoiden Machtbegriff“ (Knoblauch 2000, S. 267).

Von diesen, insbesondere theoriepolitisch begründeten Ablehnungen Foucaults als Klassiker abgesehen, hat Foucault diesen Status im soziologischen Diskurs ohne Zweifel erreicht. Diese Einschätzung findet sich in allen zentralen Handbüchern, Lexika und Einführungen der Soziologie (Bohn und Hahn 2000; Keller 2008; Endreß 2012; Runkel 2012; Lamla et al. 2014).

Neben der Anerkennung im akademischen Feld muss man aber auch nach der qualitativen Bestimmung dieses Klassikers fragen. An dieser Stelle kann die Frage danach, was einen Autor überhaupt zu einem Klassiker macht, nicht ausführlich behandelt werden. Entscheidend ist jedenfalls nicht die schiere Quantität der Rezeption eines Klassikers, wie sie die berühmte amerikanische Studie Public Intellectuals. A Study of Decline des Jahres 2001 misst, die Foucault zum meistzitierten Autor und damit zum Klassiker macht. Eine solche Methode verschweigt ihre impliziten Vorentscheidungen darüber, wen sie denn überhaupt zur Diskussion stellt. Denn streng genommen würde eine Suche nach den meistzitierten Texten vermutlich Sekundärliteratur bzw. Handbuchartikel, die Einführungen und synthetischen Texte zu Klassikern machen. Entscheidend ist auch nicht, wie Honneth sagt, dass ein Autor ein konkretes System hat: Foucaults Werk sei schlicht zu zerklüftet, unsystematisch und »dunkel«, um zum Klassiker zu werden. Eine solche Definition trifft normative Vorentscheidungen: Klassiker müssen geradlinige, »helle« Interpretationsversuche erlauben (Honneth 2003, S. 15). Nach diesem Kriterium wäre Georg Simmels sicher nicht zum Klassiker der Soziologie geworden.

Gemäß Gilles Deleuze sind Klassiker „irgendwie seismisch, sie machen keine Entwicklung durch, sondern kommen durch Krisen, durch Erschütterungen voran“ (Deleuze 1991, S. 153). Mit anderen Worten, Klassiker stehen für Paradigmenwechsel, sie führen eine neue Art und Weise des wissenschaftlichen Blickes ein, auf sie gehen Theorieansätze, Konzepte und Methoden zurück, die in der aktuellen Forschung immer noch eine Rolle spielen – also trotz ihres Alters noch aktuell sind. Und in diesem Sinne gilt Foucault in ausgezeichnetem Maße als ein Klassiker der Soziologie, weil sich die Soziologie von Foucault nicht nur eine spezifische Version eines soziologischen Blickes, sondern eine ganze Vielzahl von Methoden und Themen geborgt hat. Das betrifft eine Theorie der Macht und eine wissenssoziologische Methode – der Archäologie und der Diskursforschung – die Foucault ausgehend von Nietzsche begründet hat. Er hat eine ganz neue Theorie des Subjekts entworfen. Seine Arbeiten haben mit den Gouvernementalitätsstudien eine Disziplin in Gang gesetzt, die ihn und nur ihn als Referenzautoren aufweist. Und er hat eine Theorie der Kritik bzw. der Subversion erfunden, die in Deutschland auf ganz eigenständige Weise rezipiert und produktiv weitergeführt wurde.

Im Folgenden sollen diese inhaltlichen, thematischen, disziplinären und methodischen Beiträge kurz skizziert werden.

3 Zentrale Kategorien der deutschen Foucault-Rezeption

3.1 Diskurs bzw. Dispositiv:

Innerhalb des soziologischen Feldes, in dem Foucault in Deutschland rezipiert wurde, muss der Diskursbegriff Foucaults immer und zuerst vom Diskurs-Modell Habermas abgegrenzt werden. Wenn Habermas seiner Kommunikationstheorie eine ideale Sprechsituation zugrunde legt, dann verweist der Diskurs darauf, dass das nicht nur de facto anders ist – etwas, was Habermas ohne weiteres zugestehen würde –, sondern vielmehr, dass „Wissen, Sprache und Macht“ konstitutiv miteinander verbunden sind (Bublitz 2003, S. 10). Die Idealität der Sprechsituation bei Habermas ist also nicht ein Idealtypus, der zumindest die tatsächlichen Ungleichheiten in den Blick kommen lässt, sondern muss umgekehrt selbst als ein Teil des Diskurses verstanden werden, der seine Macht geradezu mit dem teleologischen Versprechen einer idealen Sprechsituation in der Zukunft aufrechterhält.

Innerhalb der soziologischen Rezeption der Diskursanalyse Foucaults lassen sich zwei grundlegende Unterscheidungen ausmachen: zum einen werden Diskurse gesellschaftstheoretisch verstanden, was sowohl die Selbstbeobachtung der Gegenwartsgesellschaft (Bublitz 1999b), als auch die historische Analyse gesellschaftlicher Formationsumbrüche umfasst (Eßbach 1991). In diesem Zusammenhang unterscheidet sich die Diskursanalyse Foucaults von anderen narratologischen und historischen Ansätzen. Sie ist keine Geschichtsschreibung, die Kontinuitäten und kohärente Entwicklungen darstellt, sondern vielmehr auf die „Spezifität der Diskurse, die Beschreibung diskursiver Bruchstellen und Brüche“ fokussiert (Bublitz 2008, S. 386). Man hat es damit gleichsam mit einer Umstellung auf eine differenztheoretische Diskursanalyse zu tun, die sich in erster Linie für den Wechsel, den Übergang von einem Diskurs zum anderen, für deren Differenz interessiert.

Insofern steht diese Rezeption der Diskursanalyse Foucaults in deutlichem Gegensatz zu anderen Formen der Diskursanalyse, wie z. B. der sozialwissenschaftlichen Diskursanalyse, die sozialkonstitutive, repräsentative und stabilisierende Mechanismen beobachtet, d. h. dass hier „die in den Diskursen prozessierten Deutungen als typisierte und typisierbare Schemata organisiert sind“ (Keller 1997, S. 315). Diskurse sind hier symbolische Repräsentationen sozialer Ordnung und gerade nicht Differenzeinbrüche, bzw. die „radikale Diskontinuität“ von Diskursen (Link 1999, S. 149).

Neben dieser Trennung in die Beobachtung diskontinuierlicher bzw. kontinuierlicher Diskurse, sei auch auf die von Jürgen Link weiterentwickelte Version der Foucaultschen Diskursanalyse verwiesen, der seine operative Foucault-Rezeption explizit von einer philosophischen unterscheidet. So verweist das von ihm entwickelte Konzept der Normalität, ähnlich wie der Begriff der Anrufung in den Gouvernementalitätsstudien, nicht auf empirisch nachweisbare und vorausgesetzte, gesellschaftlich verankerte Normen (Normativität), sondern vielmehr auf praktische Orientierungen – z. B. die Orientierung der Subjekte an Normalverteilungen und statistischen Durchschnittswerten (Link 1999; Diaz-Bone 1999, 2006).

Jenseits der Unterscheidung des Foucaultschen Diskurs-Begriffs von Normativität und Deliberation, wird in der Rezeption auch auf die Materialität und Artifizialität des Diskurses hingewiesen (Lösch et al. 2001), seine Praxis und Physikalität, womit auch gegen ein mentalistisches Verständnis argumentiert wird (Bublitz 2003, S. 7). Ein Diskurs ist also nicht allein ein Narrativ, eine Weltanschauung oder eine Ideologie, sondern vielmehr eine „verflüssigte Praxis“ (Bublitz 2003, S. 8). Ein Diskurs ist materiell und physisch, weil er auch die nicht-sprachlichen Aspekte des Diskursiven, Artefakte oder Institutionen etwa, berücksichtigt. Diesen Zusammenhang hat die Foucault-Rezeption dominant unter dem Begriff des Dispositivs rezipiert (Link 2008). Der Begriff des Dispositivs, der sich im Werk Foucaults in unterschiedlich entwickelter Form wiederfindet, ist als ein Gefüge zu verstehen, das eine strategische Funktion hat: es ist die Lösung eines spezifischen gesellschaftlichen Problems (wie z. B. zunehmendes Bevölkerungswachstum). Nach Foucault werden solche Probleme durch das Zusammenfügen völlig heterogener Elemente bewerkstelligt, die nicht allein auf handelnde Akteure rückführbar sind (z. B. durch Erfindung neuer Produktionsmethoden, neuer sozialer Organisationsformen, neuer Formen der Disziplinierung des Körpers, neuer Formen der Subjektivität, etc.). Ein Dispositiv ist der heterogene Zusammenhang dieser Elemente, von „Diskurstatsachen und außerdiskursiven Prozessen“, wie „Wissenskomplexen, Techniken, Ritualen und Institutionen“ (Plumpe und Kammler 1980, S. 212). Damit steht der Dispositivbegriff aber auch in einem Zusammenhang mit der Dezentrierung des Subjektbegriffs: genau genommen tritt er an die Stelle, an der vorher das intentionale, sich selbstbewusste Handlungssubjekt gestanden hat (Reckwitz 2008). Und wenn die klassischen Machttheorien den Ursprung der Macht in einem Handlungssubjekt verankerten, dann erschließt sich für Foucault Macht nur aus spezifischen Dispositivkonstellationen.

In diesem Zusammenhang hat die frühe kritische Foucault-Rezeption die bereits angesprochene These von dem Monismus der Macht (Fink-Eitel) entwickelt, die genau genommen diese Desubjektivierung bzw. Dispositiverung der Macht nicht akzeptiert.

In einer positiven Richtung, ist diese Frage in den bereits angesprochenen Gouvernementalitätsstudien diskutiert worden.

3.2 Gouvernementalität – Subjektivität

Hinter dem Streit um die Foucaultsche Theorie steht „die Frage nach dem Subjekt und seinem Verhältnis zum Wahrheitsbegriff – ob es verantwortbar sei, auf die normative Kategorie des Subjekts zu verzichten, dies war die umstrittene Frage“ (Schrage 2008, 4122). Demgegenüber rückt bei Foucault die Frage der Normativität bzw. des mit Normativität ausgestatteten Subjekts selbst in den analytischen Blick. In diesem Zusammenhang findet sich innerhalb der Gouvernementalitätsforschung, der Untersuchungen zu Subjektivitätsformen, der Biomacht und Biopolitik (Pieper et al. 2011) eine Interpretation der Foucaultschen Machttheorie, die dem nicht unähnlich ist, was Lepenies im Falle des Bourdieuschen Habitusbegriffs als die Vermittlung von Struktur und Handlung beschrieben hat: Eine Analyse der Bio-Macht ermöglicht demgegenüber eine Vermittlung von Individuum und Struktur. So „gelingt es Foucault, die das Individuum als Subjekt hervorbringenden Macht- und Teilungspraktiken zugleich als diejenigen zu bestimmen, welche die Gesellschaft formieren, und auf diese Weise den Dualismus von Individuum und Gesellschaft, von individuellem Handeln und gesellschaftlichen Strukturen zu überwinden, indem er sie als durch dieselben diskursiven und nichtdiskursiven, institutionellen Praktiken konstituiert denkt“ (Bublitz 1999a, 143–144).

Wir hatten bereits auf die frühe Foucault-Rezeption bei der Gründung der Zeitschrift tumult hingewiesen, die ursprünglich eben tatsächlich Gouvernement/Die Regierung heißen sollte. Man kann hier schon in der Übersetzung des französischen gouvernementalité in „Regierung“ Bedeutungsabflüsse sehen, denn Regierung hat im Deutschen die Konnotation eines organisatorischen Beamtenapparates. Demgegenüber muss man den Gouvernementalitätsbegriff Foucaults aus seinem ursprünglich griechischen bzw. lateinischen Wortsinn (kybernan bzw. gubernare) erschließen: Prozesse der Steuerung. Gouvernementalität ist populationstheoretische und mit statistischen Mitteln betriebene „Kunst des Regierens“ und darf insofern nicht als die ‚Regierung der Subjekte bzw. der Subjektivität‘, verstanden werden (Gertenbach 2012, S. 112).

Bei der „Kunst des Regierens“ geht es Foucaults nicht so sehr um die organisatorischen Strukturen und Prozesse politischer Regierungen, als vielmehr um Techniken bzw. Praktiken des Regierens von Bevölkerungen, die über das, was man gemeinhin als Regierung versteht, weit hinaus gehen. Entscheidend ist die historische Transformation des Staates von der Souveränitäts-Macht über die Disziplinargesellschaft zur Gouvernementalität, die nicht mehr die Ein- und Aussperrung individueller Körper betreibt, sondern diese als statistische Abstraktionen behandelt. Dabei operiert die statistische Vereinnahmung des Subjekts aber nicht mit der Beraubung aller individuellen Freiheitsspielräume, sondern erzeugt Freiheit gerade als ein Teilelement der Macht: die Aufklärung, die die Freiheit erfunden hat, hat eben zugleich auch die Disziplin erfunden (Bohn und Hahn 2000, S. 124). Gouvernementalität heißt somit immer Regierung der anderen und Regierung des Selbst durch das Selbst. Dies ist das neue an dieser neuen Form der Regierung: die Subjekte werden nicht regiert, sondern regieren und führen sich selbst (Bröckling 2002, S. 7; Lessenich 2003, S. 87).9

Dabei ist die Identifikation typischer Gegenwartsfiguren wie der des ‚unternehmerischen Selbst‘ (Bröckling 2007) kein empirischer Gegenstand, den man an konkreten Individuen vorfinden könnte. Vielmehr handelt es sich um einen operativen Appell an uns, um eine Anrufung einer spezifischen Subjektivierungsform, um den Versuch der performativen Hervorbringung dieser Lebensform (Bröckling et al. 2000, S. 9; Bröckling 2007, S. 52).

Eine solche Ausweitung des originär politischen Begriffs der Regierung kann immer in zwei Richtungen interpretiert werden. Man kann sie so verstehen, dass alles politisch ist, womit die Politikwissenschaft zur zentralen Gesellschaftswissenschaft würde (Seitter 2012), oder man kann damit zeigen, dass Regierung keine allein politische Angelegenheit ist, sondern sich genau genommen auf Gesellschaft bezieht, auf die ‚Kunst Gesellschaft zu Regieren‘. Einen ähnlich expansiven Blickwechsel könnte man dann im Verhältnis von Gesellschaft und Ökonomie vornehmen, insofern als der soziologische Blick jede Form des Marktes als eine organisierte oder besser regierte versteht und die Rede vom freien Markt als eine Fiktion entlarvt. Die Gouvernementalitäts-Forschung unterläuft gerade „die klassische Dichotomie zwischen Markt und Staat“ (Gertenbach 2012, S. 121). Eine solche Einsicht ist für die Soziologie nicht weiter überraschend, muss doch selbst die freieste Marktform staatlich organisiert werden, selbst wenn sich das nur auf negative Regulierungen bezieht z. B. im Unterbinden gewalttätig erzwungener Transaktionsleistungen oder von Monopolen. Die Gouvernementalitäts-Forschung geht jedoch in eine andere Richtung. Sie operiert einerseits mit der Ökonomisierung des Sozialen, indem sie die Kunst des Regierens als „die Ausdehnung der ökonomischen Form auf das Soziale“ (Lemke 1997, S. 270) bzw. dessen „Kolonialisierung durch Prinzipien wirtschaftlicher Effizienz“ (Lemke 2008, S. 382) versteht. Zum anderen operiert sie mit einer Sozialisierung des Ökonomischen, wenn sie den „gegenwärtigen Umbau des Sozialstaates zum Staat als ‚Aktivgesellschaft‘“ nicht als Entstaatlichung, versteht, sondern mit Simmel als die „Herrschaft des Sozialen“. Die neoliberale Anforderung an das unternehmerische Selbst ist zugleich immer auch neosoziale „Pflicht, der die einzelnen Gesellschaftsmitglieder ‚im Interesse der Gesellschaftstotalität‘ […] nachzukommen haben.“ (Lessenich 2003, S. 91). Das so verstandene Zeitalter der gouvernementalen Macht besteht so aus einer ökonomisch-sozialen Dublette: eines neoliberalen und freien Marktes auf der einen Seite und eines neosozialen und freien Individuums auf der anderen.

Hier zeigt sich, dass die deutsche Rezeption Foucaults immer auch von der Adornolektüre geprägt ist, denn diese Form der Gouvernementalität als „eine Art Wohlfahrtsstaat auf höherer Stufenleiter“ ist in Horkheimers und Adornos „Kulturindustrie“ schon angelegt: „Im Liberalismus galt der Arme für faul, heute wird er automatisch verdächtig“ (Lessenich 2003, S. 179).

Darüber hinaus bietet Foucaults Überwindung marxistischer und psychoanalytischer Ansätze durch das Denken in gouvernementalen Begriffen auch Anschlüsse für feministisches Denken, was sich unter anderem in der starken Rezeption Foucaults in den Gender Studies zeigt. Die Foucault-Rezeption ist für Gendertheorien insofern prägend, als Foucaults Ansätze im Gegensatz zur marxistischen Theorie tatsächlich Möglichkeiten zur Entwicklung eigenständiger Theoriezusammenhänge bieten, wie es sich am deutlichsten wohl in den Arbeiten von Judith Butler gezeigt hat (Bublitz 2002; Villa 2003, S. 15–16). Entscheidend war, dass die Genderproblematik im marxistischen Denken der 1968er oft gar keine oder nur eine untergeordnete Rolle gespielt hat, z. B. wurde sie „lange als ‚Frauenfrage‘ oder platter noch als einer jener zahlreichen ‚Nebenwidersprüche‘“ des Kapitalismus behandelt (Künzel 1978, S. 63). Demgegenüber haben nicht nur die Arbeiten französischer Kulturtheoretikerinnen, wie Luce Irigaray und Julia Kristeva den deutschen Denkerinnen Anstöße gegeben, sondern eben auch Foucault.

Zentral war dabei Foucaults Erkenntnis, dass Freiheit und Emanzipationsbewegungen immer schon konstitutiver Teil der gouvernementalen Macht ist. Zwar stellt die Erstbegegnung mit dem Denken Foucaults für die Soziologin Gerburg Treusch-Dieter eine Enttäuschung dar: „Frauen kamen nicht vor“ (Treusch-Dieter 1985, S. 80). Bei der erneuten Lektüre erkennt sie jedoch, dass Foucault eine viel grundlegendere Auseinandersetzung mit der Frauenbewegung ermöglicht, als zuerst gedacht. In seiner Analytik der Macht zeigt sich, dass die Vorstellung von der Emanzipation der Frau und von der Befreiung der Sexualität (Repressionshypothese) Teil jenes Geschehens der Macht ist, das die feministische Bewegung zu überwinden beansprucht. Gegenüber der Vorstellung von der Befreiung und Emanzipation sei insofern ein „radikaler Bruch“ notwendig, der die feministische Bewegung nicht nur von der Vorstellung der Emanzipation trennt, sondern darüber hinaus die Kategorie der „Sexualität“ und der „Freiheit“ als den Doppelgänger der Repression erkennt. Die poststrukturalistische Wende, die Treusch-Dieter (1990) mit Foucault vollzieht, besteht in diesem Zusammenhang in der Abwendung von der Dialektik, die jede Emanzipationsbewegung viel enger an ihre Gegner bindet, als sie vielleicht glauben mag.

3.3 Kritik und Subversion

Die Frage nach den Potentialen einer kritischen Theorie im Denken Foucaults erscheint möglicherweise überraschend, war Kritische Theorie in der deutschen Soziologie doch in erster Linie marxistisch bzw. postmarxistisch geprägt und darüber hinaus durch die Theorien der Frankfurter Schule der dritten Generation dominiert. Bekanntermaßen wurde Foucault hier das Fehlen normativer Grundlagen oder doch zumindest normative Unklarheiten vorgeworfen (Lemke 1997). Dieser Vorwurf hat jedoch von jeher mehr mit den Problemen der Kritiker Foucaults als mit Foucault selbst zu tun. Gerade für Habermas gilt, dass man in seinen Arbeiten über andere Autoren mehr über Habermas und seine theoriekonzeptionellen Probleme lernt, als über die der Autoren (Dean 1994, S. 128). Wenn Habermas Foucault die „willkürliche Parteilichkeit einer Kritik, die ihre normativen Grundlagen nicht ausweisen kann“ vorwirft (Habermas 1985, S. 325), dann zeigen sich daran auch die Gegenaffekte derjenigen, denen das eigene Theoriesystem zur Beobachtung zweiter Ordnung geworden ist. So geht es Foucault doch gerade darum, „das normative Prinzip der universellen Rationalität und der allgemeingültigen Wahrheiten zu hinterfragen und zu kritisieren“ (Bublitz 1999a, S. 139). Indem er die Frage der Normativität selbst in die Kritik miteinbezieht, ist seine Kritik selbst nicht normativ (Lemke 1997, S. 262). Das heißt aber gerade nicht, dass Foucault keine kritische Theorie habe, vielmehr bezieht er die Kritik eben selbst gerade historisch mit ein. In einer indirekten Antwort auf Habermasʼ Irrationalismusvorwurf hat Foucault das folgendermaßen formuliert: „Ich glaube, dass das zentrale Thema des kritischen Denkens seit dem 18. Jahrhundert immer die Frage war (…) Was ist die von uns angewandte Vernunft? Was sind ihre historischen Wirkungen? Was sind ihre Grenzen und mit welchen Gefahren ist sie verbunden? ( … ) Wenn es außerordentlich gefährlich ist zu sagen, die Vernunft sei der Feind, der ausgeschaltet werden müsse, dann ist es ebenso gefährlich zu behaupten, jede kritische Infragestellung dieser Rationalität drohe uns in die Irrationalität zurückzuschicken. Man darf nicht vergessen (…), dass der Rassismus auf der Grundlage der triumphierenden Rationalität des Sozialdarwinismus formuliert worden ist, der auf diese Weise eine der dauerhaftesten und beständigsten Komponenten des Nazismus wurde (zit. in Lemke 1997, S. 352). Im Anschluss an Foucault weist Eßbach in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die größten Errungenschaften der Aufklärung, die Habermas so emphatisch gegen die Vernunftkritik verteidigt, zugleich mit den größten Modernitätskatastrophen der Geschichte einher gegangen sind. Anstatt diese Katastrophen der Moderne als Versagen der Vernunft oder als anti-humanistische Reaktionen zu verstehen, verweist Eßbach auf die Tatsache, dass die größten Verbrechen der Geschichte – Holocaust, Gulag, Hiroshima – nicht gegen, sondern gerade im Namen des Menschen und der Vernunft begangen worden sind (und nicht etwa im Namen einer Religion oder eines Gottes). Es ist verwunderlich, dass sowohl die Vernunftkritik als auch die damit verbundene Theorie diskontinuierlicher Geschichte so wenig Resonanz gefunden hat, hätten doch gerade die Deutschen, so Eßbach, alles „Zeug gehabt, Spezialisten in Sachen Diskontinuität zu werden“ (Eßbach 1991, S. 17).

Alle Bemühungen die Kritische Theorie der Frankfurter Schule mit der Kritik Foucaults zusammenzubringen, scheitern auch an der differenten Positionierung zu Freud und Marx. Wenn der Zugriff der Frankfurter Schule auf die Psychoanalyse gerade der Klärung der Frage dienen sollte, warum die von Marx vorhergesagte sozialistische Revolution ausgeblieben ist, dann beginnt die ganze Analyse Foucaults in der „Infragestellung des Marxismus und der Psychoanalyse“ (Lichtblau 1980b). Diese Infragestellung hat mit den Enttäuschungen aus dem oben angesprochenen empirischen Versagen realsozialistischer Regime zu tun, deren Scheitern französische Linke wie Foucault nicht nur als Akzidenzien der rationalen Entwicklung ansehen wollten, sondern vielmehr als deren fundamentale Qualitäten. Während die Aufklärung nach Adorno und Horkheimer selbst Teil der allgemeinen Unterdrückung geworden ist und wenn die kulturindustrielle Kunst dabei die Überzeugung einer allgemeinen Alternativlosigkeit sicherstellt und Widerstand zwecklos macht, sind für Foucault der Marxismus und die Psychoanalyse geradezu zu Elementen der Macht geworden. In diesem Zusammenhang ist es vor allem deren systemtheoretischer Charakter, der eine Totalität einer Gesellschaft imaginiert, in der „die prinzipielle Irreduzibilität des Anderen und des Differenten, des Diskontinuierlichen und des geschichtlichen Bruchs, des Lokalen und Heterogenen dem zwanghaften Prozeß einer ‚sinnhaften‘ Identifizierung und Systematisierung“ unterworfen wird (Lichtblau 1980b, S. 75).

Foucault ist kein Kritischer Theoretiker, sondern ein Kritiker der Kritik, ein Kritiker am kritischen Intellektuellen. Foucaults kritische Theorie operiert aber ganz anders als die der Frankfurter Schule. Eßbach, Makropoulos und Müller haben sein Vorgehen ‚Subversion‘ genannt (Makropoulos und Müller 1978; Eßbach 2003), Welsch hat es als ein Doppelspiel aus Präzision und Suggestion beschrieben (1991). Dabei hat Welsch das spezifische Vorgehen Foucaults recht genau auf den Punkt gebracht: zum einen impliziert seine Theorie der Macht eine Kritik am simplen Emanzipationsdenken, eine Kritik die besagt, dass die Vorstellung der Emanzipation die Ausbreitung klassischer Machtstrukturen in die Peripherie bedeutet. Zum anderen ist es aber nicht so wie Fink-Eitel, Honneth und Habermas sagen, dass Foucault keinen Ausweg aus der Macht denken könne. Vielmehr besagt seine subversive Methode, dass dieser Ausweg unendlich komplex ist (Schäfer 1995). Denn genau genommen ist seine Kritik an der Emanzipation selbst schon Ausweg, weil sie zugleich eine „Anstachelung von Kritikwillen“ ist. Welsch erkennt hier etwas wichtiges, denn viele „von Foucaults Beschreibungen sind geradezu so angelegt, daß der Leser sie nur nachvollziehen kann, indem er zugleich Regungen und Widerstandsbereitschaft und Widerstandswillen, die in ihm selbst aufkeimen, Raum gibt“ (Welsch 1991, S. 145). Foucault gibt keinen Ausweg an, weil er nicht an eine solche simple Lösung glaubt. Eine einfache Lösung, eine einfache These, ist (1.) schneller durch die Macht absorbiert als sie von den Lesern verstanden wurde (Gertenbach 2012, S. 125), und (2.) zwingt sie zur Parteinahme „und sei es als Zwang des zwanglosen Arguments“ (Lemke 1997, S. 263). Gerade in diesem Zusammenhang hat Foucault seine Ablehnung gegen das reine Für und Wider kritischer Kritik recht deutlich zu Ausdruck gebracht. Foucaults Vorgehen ist eine subversive Strategie, die bei den Lesern zu subversivem Verhalten führen soll.

Die subversive Methode Foucaults wird in der deutschen Rezeption aber nur am Rande angeeignet. Damit im Zusammenhang steht der spezifische Stil, den die deutsche Rezeption genauso wenig übernimmt, wie die subversive Methode. Eine Tatsache, die sich auch in der Weiterführung dieses Klassikers zeigt. Die subversive Aneignung der Sprache Foucaults lässt sich in der ersten Phase der deutschen Rezeption noch deutlich aufzeigen, z. B. bei Kamper, Makropoulos, Müller, sie verschwindet aber zunehmend und homogenisiert sich gleichsam in die allgemein anerkannte akademische Sprache hinein. Die von Anfang an Dabei-Gewesenen beklagen diesen Umstand, so wenn sich Klaus Lichtblau10 heute die Frage stellt ob „wir es bei diesen inzwischen auch in Deutschland hoffähig gewordenen Varianten des poststrukturalistischen Denkens tatsächlich noch mit jener ‚Subversion des Wissens‘ zu tun“ haben (Lichtblau 2008, S. 256). Oder wenn Ulrich Raulff fragt, ob das wilde Denken, indem es in „die akademischen Verwertungsmühlen eingegangen und zur geläufigen Sprache von DFG-Anträgen geworden“ ist, zu einem sklerotischen Denken geworden sei (Raulff 2014, S. 128).

Ganz offensichtlich handelt es sich heute nicht um dieselbe Subversion und am deutlichsten zeigt sich das wohl im Verschwinden des teuflischen Stils (Paris 1979, S. 12), den Autoren wie Kamper, Makropoulos und Tholen in den 1970er und 80er-Jahren ähnlich wie Foucault praktizierten. Diese Subversion hat nichts mehr mit der Subversion des Wissens zu tun, die Autoren wie Kittler als Nichtreferierbarkeit definiert und praktiziert haben.

Dennoch bleibt dieses Denken auf seine Weise subversiv. Heute rückt die Frage nach der Unentscheidbarkeit und Unabschließbarkeit und der permanenten Multiplizierung von Methoden und Gegenstandsbereichen in den Vordergrund. Schaut man sich heute die von Foucault geprägten Arbeiten an, dann sind diese durch eine Vervielfältigungsbewegung – durch ein n + 1 – definiert, indem immer ein weiterer Gegenstandsbereich und eine weitere Methode ins Geschehen gezogen wird. Es geht hier nie darum zu klären, was zu kritisieren sei, was man nicht machen darf, sondern was noch fehlt, was man möglicherweise weggelassen und vergessen hat. Von nun an interessieren nicht mehr nur die Fragen des Sinnverstehens und der Handlungsintentionen, sondern auch die Sphäre des Symbolischen und Imaginären. Und sobald diese Elemente in der disziplinären Soziologie Aufnahme gefunden haben, tauchen Materialitäten, Visualitäten, Geräusche, Gerüche, merkwürdige Räume und neue Zeiten auf und machen alle Versuche einer systematischen Behandlung und abschließenden Erklärung durch beständige Ergänzungen zu nie enden wollenden, mäandernden Bemühungen: weil immer jemand ‚und-außerdem …‘ sagt und einen bisher unbekannten Gegenstand auf eine Weise ins Gespräch bringt, die aus der gewohnten Perspektive obskur erscheinen mag. Ein solches Denken operiert mit „parasitären Interventionen“ (Stäheli 2000, S. 73) und der permanenten Verschiebung des Blickwinkels (Moebius und Reckwitz 2008, S. 9). Dabei handelt es sich aber keineswegs um einen „Affekt gegen das Allgemeine“ (Honneth 1984), sondern um den Versuch „zu der Zauberformel zu kommen, die wir alle suchen: Pluralismus = Monismus“ (Deleuze und Guattari 2002, S. 35).

Zeittafel

Pioniere und frühe Rezeption: 1968–1977:
  • Urszenen (Kittler und Turk 1977)

  • Erste Widerstände (Lepenies 1968)

Etablierung und Errichtung von Rezeptionssperren: 1977–1989
  • Aneignungen
    • 1977: Erste Dissertation zu Foucault (von Dietmar Kamper betreut) Das normale Leben von Ulrich Raulf (später Raulff [1977]).

    • 1978: Tunix-Kongreß (Böckelmann et al. 1978)

    • 1979: Berufung von Dietmar Kamper (Berlin),

    • 1988: Foucault-Konferenz in Hamburg (vgl. Ewald, Waldenfels 1991).

    • 1987: Berufung von Wolfgang Eßbach (Freiburg)

    • 1995: Berufung von Hannelore Bublitz (Paderborn)

  • Rezeptionsblockaden
    • 1985: Honneth, Habermas

Klassiker: seit 2001
  • Foucault-Konferenzen im Jahr 2001 anlässlich seines 75. Geburtstages
    • Hamburger Konferenz „Geschichte schreiben mit Michel Foucault“ (Martschukat 2002)

    • Foucault Konferenz in Frankfurt am Main (Honneth und Saar 2003)
      • Zugleich symbolisches Ende der Rezeptionssperren

  • Publikationen in Handbüchern, Sammelbänden etc.
    • U. a. die Entwicklung einer „poststrukturalistischen Soziologie“: Moebius, Stäheli, Reckwitz et al.

Fußnoten

  1. 1.

    Das trifft sogar dann zu, wenn Foucault das Werk eines spezifischen Autors, Raymond Roussel, untersucht. Auch dort geht es ihm eher um einen diskursiven „Kosmos“ um den Autor, als um Roussel selbst. Genau das wirft man dann Foucault auch vor (Faubion 2004).

  2. 2.

    Siehe dazu auch meine andere Arbeit, wovon die hier vorliegende Version eine insgesamt gekürzte, auf die Foucault-Rezeption hin umgearbeitete und erweiterte Version bildet: Seyfert (2016, im Erscheinen).

  3. 3.

    Obwohl diese Schrift ‚erst‘ 1980 erscheint, geht sie auf eine Ringvorlesung in Freiburg 1978 zurück.

  4. 4.

    Die vorher (1976) veröffentlichten Texte, z. B. von Guattari und Deleuze erschienen noch in der Reihe Internationale Marxistische Diskussion und standen im Zusammenhang mit der Rezeption der Anti-Psychiatrie-Bewegung.

  5. 5.

    Zum Begriff des Lumpenproletariats in der kritischen Gesellschaftstheorie siehe Bescherer 2013.

  6. 6.

    1972 steht hier für Foucaults Engagement im Zusammenhang mit der Gefängnisbewegung (GIP) seit 1970.

  7. 7.

    In diesen Zusammenhang kann man noch auf den archäologisch glücklichen Umstand verweisen, dass die Vorlesungen von Eßbach zur Kultursoziologie als Podcast auf der Homepage der Universität Freiburg zugänglich sind.

  8. 8.

    Stäheli hat u. a. bei Wolfgang Fritz Haug in Berlin studiert, bei dem zwar die Arbeiten von Laclau/Mouffe gelesen wurden, aber nicht Hegemony and Socialist Strategy weil Haug das als Verrat an Marx verstanden hat.

  9. 9.

    Die Einordnung der Arbeiten von Stephan Lessenich in den Denkzusammenhang der Gouvernementalitätsstudien mag nicht allen umstandslos einleuchten, jedoch sind seine Beiträge in Bänden zu diesem Thema durchaus nicht nur äußere Reflexion und Kritik, sondern genau genommen die Umarbeitung bzw. Wiederaneignung eines nicht-ökonomistischen Gouvernementalitätsbegriffs, wobei er sich dabei selbst auf Foucault bezieht.

  10. 10.

    Klaus Lichtblau hat seine Dissertation zu Foucault geschrieben: Die Politik der Diskurse. Studien zur Politik- und Sozialphilosophie (1980a).

Literatur

  1. Angermüller, Johannes. 2007. Nach dem Strukturalismus. Theoriediskurs und intellektuelles Feld in Frankreich. Bielefeld: transcript.CrossRefGoogle Scholar
  2. Angermüller, Johannes, und Silke van Dyk, Hrsg. 2010. Diskursanalyse meets Gouvernementalitätsforschung. Perspektiven auf das Verhältnis von Subjekt, Sprache, Macht und Wissen. Frankfurt a. M.: Campus.Google Scholar
  3. Bescherer, Peter. 2013. Vom Lumpenproletariat zur Unterschicht. Produktivistische Theorie und politische Praxis. Frankfurt a. M.: Campus.Google Scholar
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Authors and Affiliations

  1. 1.Exzellenzcluster Kulturelle Grundlagen von IntegrationUniversität KonstanzKonstanzDeutschland

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