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Gender und psychoaktive Substanzen

  • Heino StöverEmail author
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Zusammenfassung

Frauen und Männer, Mädchen und Jungen haben je ihre eigenen Formen, ihr Geschlecht zu inszenieren und Weiblichkeits- bzw. Männlichkeitsformen zu konstruieren. Im Gesundheitsverhalten, insbesondere im Bereich substanzbezogene Störungen, v. a. Suchterkrankungen, weisen Frauen und Männern zwar Gemeinsamkeiten, aber auch sehr viele Unterschiede in den Ursachen, Konsummotiven, -gründen, -anlässen, den Ausprägungen und Verläufen auf. Dieser Artikel gibt sowohl einen Einblick in Geschlechteridentitätskonstruktion durch den Konsum von illegalen Drogen und Alkohol „Doing gender with drugs“, als auch in den aktuellen Diskurs der gendergerechten Suchtarbeit. Der Fokus liegt hierbei auf dem, in Praxis und Wissenschaft eher unterrepräsentierten Thema „Mann und Sucht“.

Schlüsselwörter

Gender Suchthilfe Männerspezifische Angebote Genderaspekte Suchtarbeit Geschlechteridentität Drogen Sucht 

1 Einleitung

Frauen und Männer, Mädchen und Jungen haben je ihre eigenen Formen, ihr Geschlecht zu inszenieren und Weiblichkeits- bzw. Männlichkeitsformen in einer Welt zu konstruieren, die voll kulturell fest gefügter Erwartungen und Anforderungen an das Verhalten beider Geschlechter ist. Insbesondere im Gesundheitsverhalten zeigen sich beide Geschlechter sehr unterschiedlich, bezogen auf Wahrnehmungen, ‚Zur-Sprache-bringen‘ von Störungs-/Krankheitssymptomen, Gesundheitsbewusstsein (z. B. Risiko-/Gefahrenabschätzung), Inanspruchnahme von Vorsorge-Untersuchungen (Rohe 1998) und Arbeitsunfähigkeiten (DAK 2008). Männer bemerken Krankheitszeichen nicht nur später, sie negieren diese auch oft und gehen demgemäß seltener zum Arzt. Zusätzlich gibt es wichtige Unterscheidungen bezüglich der Möglichkeiten von Frauen und Männern, Gesundheit zu thematisieren: Mädchen und Frauen sind viel stärker gewöhnt, über ihren Körper zu sprechen, Veränderungen wahrzunehmen, sich darüber vorwiegend mit anderen Mädchen/Frauen auszutauschen und bestimmte Gesundheitsstrategien in diesem Prozess zu entwickeln.

Es gilt heute als fachlich unumstritten, dass substanzbezogene Störungen, v. a. Suchterkrankungen bei Frauen und Männern zwar auch Gemeinsamkeiten, aber sehr viele Unterschiede in den Ursachen, Konsummotiven, -gründen, -anlässen, den Ausprägungen und Verläufen aufweisen.

So sind zum Beispiel zwei Drittel der von illegalen Drogen und Alkohol abhängigen Menschen in Deutschland Männer, bei der Medikamentenabhängigkeit stellt sich dieses Verhältnis genau umgekehrt dar: Zwei von drei Betroffenen sind Frauen. Auch der gesellschaftliche Umgang mit suchtkranken Frauen und Männern ist verschieden. Dies macht unterschiedliche Beratungs- und Behandlungsansätze notwendig. Während sich eine geschlechterdifferenzierte/-sensible Versorgung vor allem von suchtkranken Frauen bereits bewährt hat, jedoch noch nicht dem Bedarf angemessen vorhanden ist, besteht in der geschlechtsspezifischen Beratung und Behandlung von Jungen und Mädchen mit Drogen- und Suchtproblemen ein noch größerer Entwicklungsrückstand.

2 Geschlechtsspezifische Ursachen, Verlaufs- und Beendigungsformen

Die Ursachen, Verlaufs- und Beendigungsformen des (dauerhaften) Konsums psychoaktiver Substanzen lassen sich nur vor dem Hintergrund der Parameter Geschlecht, Alter, sozialer Status, kulturelle Herkunft und ihrer Schnittstellen bzw. ihrer möglichen Überschneidungen (Intersektionalität) verstehen und erklären (Stöver und Vogt 2011). Das „sozial konstruierte Geschlecht“ bestimmt zeit- und kulturabhängig, weibliches und männliches Verhalten und v. a. auch Drogenkonsumverhalten. Männer und Frauen bevorzugen unterschiedliche psychoaktive Substanzen, die sie aus unterschiedlichen Gründen konsumieren (Vogt 2004).

Die wichtigsten Ursachen, die Frauen zum riskanten und kompulsiven Konsum von Suchtmitteln veranlassen können, sind frühe Gewalt- und Missbrauchserfahrungen mit der Folge, dass die Betroffenen oft die Opferrolle annehmen. Das kann eine lebenslange Viktimisierung zur Folge haben. Weitere wichtige Faktoren sind gesellschaftliche Rollenerwartungen, die oft einengend und überfordernd sind (Meyer 2000). Dazu kommen beruflich-familiäre Mehrfachbelastungen (Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Haushalt) und damit zusammenhängende Beschränkungen auf der sozialen Mikro-, Meso- und Makroebene. Von zentraler Bedeutung sind zudem männliche Partner mit Drogenproblemen, mit denen Frauen sowohl beim Einstieg in den abweichenden Konsum von psychoaktiven Drogen als auch während einer Abhängigkeit und auch nach einer Behandlung überdurchschnittlich häufig zusammenleben. Das erhöht ihr Risiko, selbst drogenabhängig zu werden und zu bleiben.

Bei Männern sind andere Faktoren prägend (Heinzen-Voß und Stöver 2016; Vosshagen 2016; Jacob und Stöver 2006). Auch bei ihnen kommen Erfahrungen von Gewalt (überwiegend begangen von anderen Männern oder Jungen) und Vernachlässigung in der Kindheit zentrale Bedeutung für ihre weitere psychosoziale Entwicklung zu (Lenz 2016). Im Unterschied zu Mädchen und Frauen übernehmen die betroffenen Jungen nicht die Opfer- sondern viel häufiger die Täterrolle, d. h. sie werden selbst gewalttätig. Der Konsum von Drogen, der sich für alle Jungen und Männer ideal dazu eignet, Männlichkeitskonstruktionen herzustellen und auszuleben (Stöver 2006; Jacob und Stöver 2009), kann Gewaltausbrüche herbeiführen, die entlastende Funktionen haben können. Dazu kommen gesellschaftliche Rollenerwartungen mit starken Erfolgsorientierungen an das Erwerbsarbeitsleben, was z. B. zu Erfolgsdruck und Überforderung führen kann. Die Kehrseite davon sind Erfahrungen von Schwäche und Ohnmacht, die aber keinen adäquaten Ausdruck finden, sondern unterdrückt werden müssen. Damit ist die klassische männliche Biografie sehr eindimensional ausgerichtet und somit sehr störanfällig.

Rausch, Drogenkonsum und Sucht sind Phänomene, die unmittelbar mit der Konstruktion von Männlichkeiten verbunden sind: Ein ‚ganzer Kerl‘, ‚trinkfest‘ zu sein und ‚Stehvermögen‘ zu zeigen sind männliche Attribute, die nicht akzidentell ‚passieren‘, sondern die permanent gemacht werden, wesentliche Bestandteile männlicher Identitätskonstruktionen und Risikobiografien sind. Die epidemiologische Verteilung bei (heranwachsenden) Männern und auch die damit verbundenen Häufigkeiten individueller und gesellschaftlicher Schädigungen ist daher kein Zufall:

Frauen verheimlichen ihr Trinken in größerem Umfang als Männer. Als Grund hierfür werden von ihnen in der Regel starke Schuld- und Schamgefühle angegeben (Vogelgesang 2016).

Trauma besitzt insbesondere für suchtmittelabhängige Frauen eine geschlechtsspezifische Relevanz. „Einerseits zeigen weibliche Personen mit Substanzmissbrauch auf dem Hintergrund interpersoneller Gewalterfahrungen in der Biografie häufig ein Symptomspektrum von umfassenden komplexen Traumafolgen. Dieses ist gekennzeichnet durch Ängstlichkeit, Depressionen, Somatisierung, Posttraumatische Belastungsstörungen, Dissoziation, maladaptive Bewältigungsstrategien und weitreichende psychosoziale Beeinträchtigungen (…). Auf der anderen Seite stellen Gewalterfahrungen im Kindes- und Jugendalter einen wesentlichen Risikofaktor für die Suchtentwicklung von Frauen dar (Najavits et al. 1997; Langeland und Hartgers 1998; Simpson und Miller 2002; Teunißen und Voigt 2016).

Der Konsum von Drogen dient insbesondere Frauen als eine Möglichkeit der Selbstmedikation von posttraumatischen Belastungssymptomen, wie belastendes Wiedererleben von Traumafragmenten, anhaltende Übererregung oder dissoziative Erlebnisweisen.

Auch der Verlauf und die Beendigung von Abhängigkeiten von Drogen (legalen wie illegalen) kann nur geschlechtersensibel verstanden werden. Männer werden häufiger als Frauen von Drogen abhängig, sie haben längere Drogenkarrieren, kommen erst nach längeren Phasen des exzessiven Konsums in eine professionelle Beratung oder Behandlung, verfügen über weniger protektive Kräfte und psycho-soziale Schutzmechanismen. Frauen werden früher als Männer auffällig und kommen daher auch nach kürzeren Phasen des exzessiven Konsums in eine professionelle Behandlung (Vogt und Sonntag 2007). Die Sterblichkeit bei der Alkoholkrankheit ist für betroffene Frauen um den Faktor 4,6 erhöht, wohingegen männliche Alkoholiker gegenüber der nicht alkoholabhängigen männlichen Allgemeinbevölkerung ein 1,9-fach erhöhtes Sterblichkeitsrisiko aufweisen (John 2013; Vogelgesang 2016).

Die Behandlungsforschung belegt, dass Frauen und Männer heute gleichermaßen von den verschiedenen suchttherapeutischen Interventionen profitieren (Vogt 2010). Die Chancen von Männern, nach einer Behandlung entweder auf den Konsum von Drogen zu verzichten oder diesen zu kontrollieren, sind insofern besser als die der Frauen, da sie viel häufiger mit weiblichen Partnern zusammenleben, die keine Drogenprobleme haben und die sie in der Phase der Genesung sehr oft und nachhaltig positiv unterstützen.

Unter Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), wird in letzter Zeit ein erhöhter Drogenkonsum – insbesondere von synthetischen Drogen (Club Drugs) – festgestellt (Deimel et al. 2016; ZIS 2014; Bochow et al. 2012), der im Kontext von sexuellen Handlungen steht. Dieser sogenannte Chemsex wird mit einem sexuellen Risikoverhalten und einer Verbreitung von Infektionskrankheiten (v. a. HIV) assoziiert (Bourne et al. 2015a, b; Dirks et al. 2012).

3 Warum gibt es so viele Jungen/Männer, die substanzbezogene Störungen aufweisen?

Sucht ist neben Gewalt ein wesentlicher Bezugsrahmen für Männlichkeitskonstruktionen und Männlichkeitsinszenierungen. Einfluss von und Mythen über Drogen bedienen bzw. kompensieren Vorstellungen tradierter Männlichkeitsbilder von Vitalität, Tatendrang und Wertvorstellungen von Erfolg, Geld und Status.

Drogen spielen in männlichen Lebenskonzepten eine herausragende Rolle als Demonstrationsmittel von Stärke, als Anti-Stressmittel, als Symbol von Grenzüberschreitung und Gefährlichkeitssuche, als Kommunikations- oder Rückzugsmittel oder als soziales Schmiermittel überhaupt. Aber über psychotrope Substanzen hinausgehend gerät auch der männliche Körper (wieder) in den Fokus von Männlichkeitsdemonstration: Gestählte Körper drücken als Muskelpanzer Immunität gegenüber zunehmend geforderter Sensibilität und fürsorglicher Verantwortungsübernahme in der Partnerschaft, Kinderversorgung, Familie und im Haushalt aus. Die Auswirkungen und die Funktion der Einnahme anaboler-androgener Steroide und Stimulanzien bei Männern sind zwar augenfällig aber weitgehend unerforscht. Auch pathologisches Glücksspiel ist vor allem eine Männerdomäne. Damit verbindet sich der große männliche Traum von Größe durch Geld.

Der Konsum psychotroper Substanzen, ob gelegentlich oder dauerhaft, moderat oder exzessiv, scheint für viele Jungen und (junge) Männer ein probates Mittel grundsätzliche Probleme wie Sprachlosigkeit, Ohnmacht, Isolation, Bedeutungsverlust, Armut oder Identitätskrise für einige Zeit zu lösen. Auf Dauer genommen verschärfen sich jedoch viele Probleme durch nicht mehr zu ignorierende gesundheitliche, soziale oder familiäre Folgen. Jungen und Männer sind bei Problemen resultierend aus Alkohol- und Drogenabhängigkeit besonders stark betroffen. Gleichzeitig sind ihre Fähigkeiten, Ressourcen und Aussichten diese Problematik zu bewältigen unterentwickelt – angefangen bei der geringeren und oft sehr späten Inanspruchnahme von Hilfeangeboten, bis hin zu der gefühlten und gefürchteten Erosion des eigenen Männlichkeitskonzeptes, nicht zu sprechen von geringeren Kommunikations- und Kooperationskompetenzen: „Lonesome Cowboy“ bedeutet immer noch für viele Männer, alles mit sich abzumachen und Hilfe anderer als Stärkeeinbruch zu erleben.

4 Exkurs: Drogen machen Sinn – auch zur Konstruktion von Geschlechtsidentität

„Drogengebrauch ist Grenzgang zwischen Zivilisation und Wildnis, nicht Auswanderung. Nicht indem wir ein anderer werden und bleiben, erfahren wir, wer wir sind, sondern indem wir die Grenzen unserer gewohnten Lebenswelt überschreiten, um als Veränderte zurückzukehren.“ (Marzahn 1994, S. 46)

Dieser Grenzgang wird von der sozialen und kulturellen Geschlechterkonstruktion bestimmt. Was erwarten wir in der „Zivilisation“ von Jungen und Männern und welche „Wildnis“ (gleichzusetzen mit Wild-Sein, Kreativität, Unbeugsamkeit) gestehen wir ihnen zu? Wann und wie oft, mit welchen (Sucht-)Mitteln und welcher Art? (Haase und Stöver 2009)

Über die „Zivilisation“ und die Erwartung hoher Kontrolle der Affekte bei Männern, und das Stark-Sein-Müssen ist viel geschrieben worden (Stöver 2010).

Der amerikanische Psychotherapeut Herb Goldberg benannte 1979 die sieben maskulinen Imperative von Männlichkeit:
  • … je weniger Schlaf ich benötige,

  • … je mehr Schmerzen ich ertragen kann,

  • … je mehr Alkohol ich vertrage,

  • … je weniger ich mich darum kümmere was ich esse,

  • … je weniger ich jemanden um Hilfe bitte und von jemand abhängig bin,

  • … je mehr ich meine Gefühle kontrolliere und unterdrücke,

  • … je weniger ich auf meinen Körper achte,

  • … desto männlicher bin ich.

Es liegt die Vermutung nahe, dass je stärker die Affektkontrolle ist, desto mehr prägen diese Imperative auch die Erfahrungen und die Inanspruchnahme der „Wildnis“. So finden männliche Jugendliche und Männer immer wieder Ventile und Möglichkeiten archaische Gefühle in bestimmten Situationen zu erleben: Aggression, Gewalt und alle Formen von Intensitäten werden ausgelebt oder der alltägliche Zeitdruck einfach durch „das sich treiben lassen“ aufgehoben. Drogen bieten dabei ideale Medien und Foren und unterstützen diese Erfahrungen. Sie machen Sinn in diesem Konzept, um verborgene, verschüttete und verloren geglaubte Anteile (wieder) erfahren und ausleben zu können: Der Anzugträger, der alkoholisiert im Fußballstadion wüste Beschimpfungen und Drohungen gegenüber anderen Männern ausstößt, aber später bei der Freundin den Latin-Lover gibt. Kollektiver Tor-Jubel, bei dem sich wildfremde Männer in die Arme fallen und küssen, kann mit einem Male ohne Angst vor Homosexualität geschehen.

Sehr viele positiv besetzte männliche Erfahrungen sind gleichzeitig auch drogenbesetzt. Wir müssen nur Bundeswehrveteranen zuhören, wenn sie von ihren „Heldentaten“ berichten. Schauen wir auf männliche Erfahrungen aus der Jugendzeit: kaum auszudenken wie langweilig viele Lebensläufe verlaufen wären, hätte da nicht „König Alkohol“ (zeitweise) regiert, oder wären da nicht gefährliche Situationen der Drogenbeschaffung, des Drogenkonsums und der Folgen zu bestehen gewesen.

Selbst komatöse Zustände, in denen sich Männer als „hilflose Personen“ befinden (z. B. betrunken im Schnee), geben in der Konstruktion von Männlichkeit noch Sinn: Sie lassen sich auch mal retten – kurz vorm Erfrieren!

Aber auch sehr viele negative Erfahrungen sind drogenbesetzt: Ausbrüche häuslicher Gewalt, allgemein Gewalt der Partnerin/dem Partner gegenüber, Opfer/Täter von Gewalthandlungen mit anderen Männern, polizeiliche Auffälligkeiten, scham- und schuldbesetzte Verhaltensweisen und Handlungen.

Drogen spielen in diesen Prozessen der Konstruktion von Geschlechtsidentitäten eine herausragende Rolle als Demonstrationsmittel von Stärke und Macht, als Anti-Stressmittel, als Symbol von Grenzüberschreitung und Gefährlichkeitssuche, als Kommunikations- oder Rückzugsmittel oder als soziales „Schmiermittel“.

Dies alles ist ein Teil von männlicher Geschlechteridentitätskonstruktion gerade und vor allem mit Drogen, „doing gender with drugs“: Der Drogenkonsum als Geschlechtsidentität bildende Handlung stellt diese im alltäglichen Handeln ständig neu wieder her und verfestigt sie damit.

Die Bedeutung der Drogen an diesen Prozessen des „doing gender“ wird allgemein noch unterschätzt, zumindest nicht entsprechend gewürdigt. Die Erfahrungen der Jungen und Männer werden von ihnen in der Regel zu „heldenhaft“ beschrieben, um die tiefer liegende Bedeutung wahrzunehmen und nicht gleich wieder abzutun. Negativen Erlebnisse werden zudem eher ganz verschwiegen und verdrängt und somit als Geschlechtsidentität bildende Erfahrungen nicht wahrgenommen oder genutzt.

Hinzu kommt, dass im gesellschaftlichen Sprachgebrauch zwischen Verherrlichung und Verteufelung bisher wenig drogenbezogene Alltagsdiskurse bestehen und somit eine Rauscherfahrung sprachlich nur ungenau und wenig differenziert von Jungen und Männern beschrieben werden kann.

Im Laufe der Biografie, von jung bis alt, erfüllt der Drogenkonsum im Prozess der Konstruktion von Männlichkeiten verschiedene Funktionen.

Der Konsum psychotroper Substanzen, ob gelegentlich oder dauerhaft, moderat oder exzessiv, allein oder in Gruppen scheint für viele Jungen und Männer ein probates Mittel der Erlebnis- und/oder Gefühlssteigerung. Die Grenzen des Wachbewusstseins werden im Rausch aufgehoben und Erfahrungen im Rauschzustand intensiver (Freude und Leid, Kollektivität, Gefahren) erlebt. Begegnungen und Aktivitäten werden nur unter Drogeneinfluss begonnen und durchgeführt (z. B. Feste feiern, Tanzen).

Die Steigerung des Zugehörigkeitsgefühls wird durch neue Gemeinschaftserfahrungen möglich. Sind z. B. „Komasaufen/Kampftrinken“ oder Kiffen in der Gruppe eher kritisch zu sehen, so können andere Situationen ein verlorenes Zusammengehörigkeitsgefühl durch das gemeinsame Konsumieren von Alkohol oder Cannabis wieder herstellen. Doch der Grat zwischen positiven und grenzüberschreitenden Kollektiverfahrungen ist schmal. Gleichwohl sind es gerade diese Situationen unter Jungen und Männern, die die männliche Geschlechteridentität herausbildet und verfestigt.

Darüber hinaus konsumieren Jungen und Männern vor allem Drogen auch, um Sprachlosigkeit, Ohnmacht, Isolation, Bedeutungsverlust, Armut oder Sinnlosigkeit für einige oder längere Zeit zu bewältigen. Drogen auf Dauer genommen stellen für die Konsumenten einen schwierigen Balanceakt dar: Der ursprüngliche „Kick“ und „Kitzel“, die oft als sensationell erlebte Ursprungserfahrung der ersten Male ist irgendwann vorbei. Substanzen müssen nun routinierter und gewohnheitsmäßiger eingenommen und von Jungen und jungen Männern in das Alltagsleben integriert werden.

„I took more out of the alcohol than the alcohol took out of me“, sagte einmal Winston Churchill. Diese individuelle Kostenrechnung müssen alle Konsumenten von Drogen mit sich selbst aufstellen.

Auf Dauer genommen verschärfen sich jedoch viele Probleme durch nicht mehr zu ignorierende gesundheitliche, familiäre, finanzielle, soziale oder rechtliche Folgen.

Epidemiologisch betrachtet sind Jungen und Männer bei Problemen resultierend aus Alkohol- und Drogenabhängigkeit besonders stark betroffen. Auch wenn sich in einigen Bereichen Angleichungen zwischen den Geschlechtern ergeben (z. B. Tabakkonsum), so sind intensivere, „härtere“ Konsummuster zumeist bei Jungen/Männern zu finden.

5 Wie gendersensibel arbeitet die Suchtkrankenhilfe?

Die Sucht- und Drogenhilfe hat sich einerseits in den letzten Jahren stark ausdifferenziert, um Menschen dort zu unterstützen, wo sie den Wunsch entwickeln und ihre Ressourcen mobilisieren können, um aus der Sucht oder dem problematischen Drogenkonsum heraus zu kommen. Denn: ebenso vielfältig wie die Wege in die Sucht, sind die Wege wieder heraus und ebenso vielfältig müssen die Unterstützungen auf den einzelnen Gebieten der Suchthilfe sein. Der Erfolg und die Wirksamkeit der Suchtarbeit hängt maßgeblich davon ab, wie zielgruppengenau, bedarfsorientiert und lebensweltnah sie ihre Angebote ausrichtet, um den unterschiedlichen Erfahrungen und Bedürfnissen der Hilfesuchenden besser gerecht zu werden. Wissenschaftliche Zugänge zur Erklärung von Drogenkonsum, Projekte zur zielgenauen Prävention, lebensweltnahen Beratung, bedarfsgerechten Therapie und Nachsorge von Drogenkonsument/innen sind dringend indiziert.

Trotz aller gelungenen Ausdifferenzierung in wichtigen Arbeitssegmenten wird eine geschlechterspezifische Suchtarbeit jedoch noch immer mit „frauengerechten Angeboten“ gleichgesetzt, in der stillschweigenden Übereinkunft: „Sucht-/Drogenarbeit minus frauenspezifischer Arbeit muss gleich männerspezifisch sein.“ Diese geschlechtsnegierende Sicht auf das Phänomen Sucht in allen Facetten wird jedoch kontrastiert durch Erkenntnisse, dass auch männlicher Drogenkonsum besondere Ursachen hat, dass die Inanspruchnahme von Vorsorge-/Hilfe- und Beratungsangeboten von Männern begrenzt ist, dass der individuelle Suchtverlauf und -ausstieg, die Kontrolle über Drogen sowie die soziale Auffälligkeit geschlechtsspezifische Besonderheiten aufweist.

Es gilt heute als fachlich unumstritten, dass eine gendersensible Suchtarbeit ein Qualitätsausweis von Prävention, Beratung, Behandlung und Nachsorge von Suchterkrankungen darstellt. Ebenso wie Alter, Soziale Herkunft, ethnische Hintergründe bildet die Kategorie Geschlecht einen zentralen Bestandteil von patienten-/klientengerechter, d. h. zielgruppenspezifischer und lebensweltnaher Suchtkrankenarbeit.

Allerdings ist nach allgemeiner Einschätzung die Suchtkranken-/gefährdetenhilfe nicht ausreichend auf geschlechtsspezifische Hilfebedarfe ausgerichtet (Schu et al. 2016).

Während das Thema „Frau und Sucht“ mehr als 30 Jahren in Praxis und Wissenschaft Berücksichtigung findet (u. a. Tödte und Bernard 2016; Merfert-Diete und Soltau 1986; Vogt 2004; Zenker 2005; Vogelgesang 2016), ist das Thema „Mann und Sucht“ eher unterrepräsentiert. Das hat damit zu tun, dass sich die traditionelle Suchthilfe am „Mann als die Norm“ orientiert (hat), ohne jedoch eine kritisch-reflexive Sichtweise auf die männliche Geschlechtsrolle einzubeziehen. Immer noch wird geschlechtergerechte Suchtarbeit häufig mit frauenspezifischen Angeboten gleichgesetzt. Unter Betrachtung des Gedankens des Gender Mainstreaming darf die Geschlechtsspezifik nicht mehr allein Frauensache sein. Auch für den Suchtbereich gilt, dass Genderaspekte Frauen und Männer gleichermaßen betreffen (Heinzen-Voß und Ludwig 2016).

Es findet zwar seit einigen Jahren eine Auseinandersetzung mit der Kategorie „Geschlecht“ für die männerspezifische Suchtarbeit statt (u. a. Graf et al. 2006; Klingemann 2006; Stöver 2007; Vosshagen 2016), allerdings existieren in der Praxis nur wenige männerspezifische Beratungs- und Behandlungskonzepte. In Beratung und Therapie von abhängigen Männern werden Themen wie Aggression, Gewaltimpulse, Einsamkeit, Sexualität, Angst, Trauer, Leistungsbereitschaft und Scham häufig tabuisiert und/oder werden entweder durch die überwiegend weiblichen Mitarbeiterinnen nicht angemessen thematisiert und/oder durch die Einrichtungsleitung nicht genügend fokussiert. Durch eine geschlechtergerechte Suchtarbeit kann für Männer der Weg zu einem besseren Umgang mit der Suchtmittelabhängigkeit geebnet werden, indem Bedingungen hergestellt werden, die es den Männern erlauben, „unmännliche“ Verhaltensweisen und Gefühle zulassen zu können (Vosshagen 2016). Auch Männer brauchen einen geschützten Raum, um die schädigenden und stärkenden männlichen Verhaltensweisen zu erkennen, zu verarbeiten, zu verändern und neue Lebensentwürfe für ein Leben ohne Suchtmittelmissbrauch entwickeln zu können (Stöver et al. 2009).

Schu et al. (2014, 2016) zeigen in ihrer differenzierten „Gender-Analyse“ in Suchthilfe, Suchtmedizin und Suchtselbsthilfe in Nordrhein-Westfalen (NRW) insgesamt auf, dass trotz einer überdurchschnittlich förderlichen Situation in NRW der genderbezogene Output im bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands begrenzt ist: „Zwar bemüht NRW sich mehr als viele andere Bundesländer um gendergerechte Suchtarbeit, doch bleibt vieles unverbindlich und wird Richtlinienkompetenz nicht in Vorgaben übersetzt. … Es wurden gute Materialien erarbeitet, die auf der Höhe der Fachdiskussion sind. Gleichwohl bestehen für Gender Mainstreaming und gendersensibles Arbeiten keine landesweiten, klaren und einheitlich verstandenen Begrifflichkeiten und es gibt kein gemeinsames Verständnis von Gender Mainstreaming und gendersensiblem Arbeiten – weder in den Einrichtungen noch auf Landesstellenebene. Trotzdem: Es gibt einzelne Einrichtungen und nicht wenige Fachleute in Suchtprävention, Suchthilfe und Suchtselbsthilfe, die sich beispielhaft für eine gute gendersensible Arbeit engagieren.“

Das strukturelle Problem in der mangelnden Thematisierung von Genderthemen liegt darin, dass überwiegend weibliche Fachkräfte (oft jung) eine überwiegend männliche (und häufig ältere) Klientel beraten und behandeln – ohne darauf entsprechend vorbereitet zu sein

Doch ist Genderorientierung in der Suchthilfe kein Sonderthema – Genderorientierung ordnet sich theoretisch in das Diversity-Konzept ein und sollte Standard einer professionellen, zielgruppenbezogenen Arbeit sein.

Im Sinne einer Qualitätsverbesserung sowie der Zielgenauigkeit Sozialer Arbeit in der Suchthilfe muss der Wert von gendergerechter/sensibler Arbeit und ihre Bedeutung für die Qualitätsverbesserung stärker betont werden – nicht nur bei den Hilfeeinrichtungen, sondern auch bei den EinrichtungsleiterInnen, den Kostenträgern (z. B. Krankenkassen und Rentenversicherer).

Für genderbewußte Arbeit existieren bereits sehr brauchbare Vorlagen (Zenker 2016), Leitlinien, Handlungsempfehlungen (LWL 2006; Tödte und Bernard 2016) etc.

Die komplexen Situationen und Kontextbedingungen in denen sich vor allem drogenkonsumierende Männer die Sex mit Männern befinden, erfordern gezielte und interdisziplinäre Zugänge sowohl in der Prävention als auch in der Beratung und Behandlung dieser Männer. Es bedarf daher einer Verschränkung von Suchtkrankenhilfe, HIV-Schwerpunktpraxen, AIDS-Hilfen und Schwulenberatungen auf lokaler Ebene. Da der Drogenkonsum und die damit verbundenen Konsummotive der Männer, die Sex mit Männern haben (MSM) in einem deutlichen Zusammenhang mit ihrem Sexualverhalten steht, muss eine Suchttherapie in diesem Kontext zwingend den Themenkomplex männliche Sexualität und Homosexualität einbinden. Ebenso sollten die unterschiedlichen Formen und Spielarten der jeweils gelebten Sexualität berücksichtigt werden.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2016

Authors and Affiliations

  1. 1.FB 4: Soziale Arbeit und GesundheitFrankfurt University of Applied SciencesFrankfurt am MainDeutschland

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