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Gender und psychoaktive Substanzen

  • Heino StöverEmail author
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Zusammenfassung

Frauen und Männer, Mädchen und Jungen haben je ihre eigenen Formen, ihr Geschlecht zu inszenieren und Weiblichkeits- bzw. Männlichkeitsformen zu konstruieren. Im Gesundheitsverhalten, insbesondere im Bereich substanzbezogene Störungen, v. a. Suchterkrankungen, weisen Frauen und Männern zwar Gemeinsamkeiten, aber auch sehr viele Unterschiede in den Ursachen, Konsummotiven, -gründen, -anlässen, den Ausprägungen und Verläufen auf. Dieser Artikel gibt sowohl einen Einblick in Geschlechteridentitätskonstruktion durch den Konsum von illegalen Drogen und Alkohol „Doing gender with drugs“, als auch in den aktuellen Diskurs der gendergerechten Suchtarbeit. Der Fokus liegt hierbei auf dem, in Praxis und Wissenschaft eher unterrepräsentierten Thema „Mann und Sucht“.

Schlüsselwörter

Gender Suchthilfe Männerspezifische Angebote Genderaspekte Suchtarbeit Geschlechteridentität Drogen Sucht 

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Authors and Affiliations

  1. 1.FB 4: Soziale Arbeit und GesundheitFrankfurt University of Applied SciencesFrankfurt am MainDeutschland

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