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Herzkatheter

  • Peter W. RadkeEmail author
Living reference work entry
Part of the Springer Reference Medizin book series (SRM)

Zusammenfassung

Unter dem Begriff Herzkatheteruntersuchung werden mehrere invasive diagnostische und therapeutische Verfahren zusammengefasst. Bis auf Notfalluntersuchungen (v. a. ST-Streckenelevations-Myokardinfarkt) ist mindestens 24 Stunden vor der Untersuchung eine Aufklärung des Patienten über das Vorgehen, die Risiken und mögliche Komplikationen des Verfahrens durchzuführen und dies entsprechend schriftlich zu dokumentieren.

Die mutmaßlich erste Herzkatheteruntersuchung am Menschen wurde im Frühjahr 1925 durch Werner Forßmann im Selbstversuch durchgeführt. Er führte über die Cubitalvene einen Blasenkatheter bis in den rechten Vorhof ein. Die Messung des Blutdrucks und der Sauerstoffsättigung über Katheter, die in das rechte Herz und die Pulmonalarterie vorgebracht werden, wird als Rechtsherzkatheteruntersuchung bezeichnet. Im Rahmen dieser Untersuchung können ebenso Angiografien des rechten Ventrikels oder der Pulmonalarterie durchgeführt werden. Die heutigen Möglichkeiten der nichtinvasiven Schnittbildgebung (Computertomografie und im Besonderen der Magnetresonanztomographie) haben die Angiografie des rechten Herzens jedoch in den Hintergrund gedrängt.

Bei der Linksherzkatheteruntersuchung können im arteriellen System und dem linken Ventrikel ebenso Druckwerte und Sauerstoffsättigungen gemessen werden. Möglich ist über den arteriellen Zugang auch die direkte angiographische Darstellung der Herzkranzarterien, die als Goldstandard in der Koronarbildgebung gilt. Darüber hinaus wird die Durchführung der direkten interventionellen Behandlung von Koronarstenosen über die Verwendung von Ballons und Stents ermöglicht.

Supplementary material

Video 1

Untersuchungsfilm

301903_0_De_239-1_MOESM2_ESM.avi (48.3 mb)
Video 2 Coro-LV: Lävokardiographie des linken Ventrikels in RAO 30°-Projektion mit normo- bis hyperkontraktiler Pumpfunktion (Ejektionsfraktion 74 %), vereinbar mit hypertensiver Herzerkrankung, initial katheterbedingte Extrasystolie, keine regionalen Wandbewegungsstörungen
301903_0_De_239-1_MOESM3_ESM.avi (44 mb)
Video 3 Coro-LCA: Koronarangiografie des linken Herzkranzsystems in RAO 30°-Projektion mit Darstellung der Vorderwandarterie (RIVA, ramus interventricularis anterior, verläuft im oberen Bereich nach rechts) sowie des R. circumflexus (RCX, verläuft nach Abgang aus dem Hauptstamm nach unten im Bild). Glattwandige Gefäße mit tourquiertem Verlauf, vereinbar mit hypertensiver Herzerkrankung
301903_0_De_239-1_MOESM4_ESM.avi (29.1 mb)
Video 4 Coro-RCA: Darstellung der rechten Herzkranzarterie (RCA, arteria coronaria dextra). Glattwandiges Gefäß mit tourquiertem Verlauf, vereinbar mit hypertensiver Herzerkrankung
301903_0_De_239-1_MOESM5_ESM.avi (7.5 mb)
Video 5 Infarkt RCX vor Intervention
301903_0_De_239-1_MOESM6_ESM.avi (1.5 mb)
Video 6 Infarkt RCX Ballon
301903_0_De_239-1_MOESM7_ESM.avi (5.8 mb)
Video 7 Infarkt RCX nach Stent
301903_0_De_239-1_MOESM8_ESM.avi (3.5 mb)
Video 8 Infarkt RCA

Literatur

  1. Bonzel T, Erbel R, Hamm CW et al (2008) Perkutane Koronarintervention (PCI). Clin Res Cardiol 97:513–547CrossRefPubMedGoogle Scholar
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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016

Authors and Affiliations

  1. 1.Klinik für Innere Medizin-KardiologieNeustadt in HolsteinDeutschland

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