Versuch Einer Theorie der Electrischen und Optischen Erscheinungen in Bewegten Körpern

  • H. A. Lorentz

Zusammenfassung

Die Frage, ob der Aether an der Bewegung ponderabler Körper theilnehme oder nicht, hat noch immer keine alle Physiker befriedigende Beantwortung gefunden. Für die Entscheidung können in erster Linie die Aberration des Lichtes und die damit zusammenhängenden Erscheinungen herangezogen werden, doch hat sich bis jetzt keine der beiden streitigen Theorieen, weder die von Fresnel, noch die von Stokes, allen Beobachtungen gegenüber voll und ganz bewährt, und so kann man bei der Wahl zwischen beiden Ansichten nur davon ausgehen, dass man die hüben und drüben noch verbleibenden Schwierigkeiten gegen einander abwägt. Auf diese Weise wurde ich schon vor längerer Zeit zu der Meinung geführt, dass man mit der Auffassung Fresnel’s, also mit der Annahme eines unbeweglichen Aethers, auf dem richtigen Wege sei. Zwar lässt sich gegen die Ansicht des Herrn Stokes kaum mehr als das eine Bedenken erheben, dass seine Voraussetzungen über die in der Nähe der Erde stattfindende Aetherbewegung sich widersprechen1), aber dieses Bedenken fällt schwer ins Gewicht und ich sehe gar nicht, wie dasselbe zu beseitigen wäre.

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Hinweis

  1. 1).
    Lorentz, Arch. néerl. 21, 103, 1887 (Collected Papers, 4, 153).Google Scholar
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  5. 1).
    Eine Ableitung der Gleichung (84) aus der electromagnetischen Lichttheorie wurde auch von Hrn. R. Reiff publicirt (Wied. Ann. 50, 361, 1893). Schon lange vor mir hat sich auch Hr. J. J. Thomson mit dem Gegenstande beschäftigt (Phil. Mag. 9, 284, 1880; Recent Researches in Electricity and Magnetism, p. 543), ohne jedoch zu dem FRESNEL’schen Coefficienten zu gelangen.CrossRefMATHGoogle Scholar
  6. 3).
    Vgl. Lorentz, Arch. néerl. 21, 168, 1887 (Collected Papers, 4, 153).Google Scholar

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© Springer Science+Business Media Dordrecht 1937

Authors and Affiliations

  • H. A. Lorentz

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