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Die Verwirklichung des Wesens in der Sprache der Dichtung — Gustave Flaubert —

  • Fritz Kaufmann

Zusammenfassung

Wie in Goethes Feier der Gegenwart geht es auch bei Flaubert in erster Linie um das faire voir, ein volles Gegenwärtigen der Dinge selbst, die aus der sinnlichen Wirklichkeit in die Sprachwirklichkeit zu übersetzen sind. Er will nichts als “den Stil”, wie Goethe, — nicht seinen personlichen Stil im üblichen Sinne des le style c’est l’homme, Er will den Stil schlechthin als eine manière absolue de voir les choses1. Und das bedeutet auch hier: ein Sehen und Sehenlassen allgemeiner Weltgesetzlichkeiten, mag dies Wort auch in der Mitte des 19. Jahrhunderts um mehr als einen Grad positivistischer klingen als bei Goethe.

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Literatur

  1. 1.
    Correspondence (édition Charpentier, künftig mit C bezeichnet) II, 71.Google Scholar
  2. 2.
    Er bedeutet einmal die kalte Douche, die sich Flaubert gegen die fliegende Hitze der Romantik verordnet; sodann gibt er den dunkeln Untergrund ab, von dem sich die Leuchtkraft der Diktion umso strahlender hebt.Google Scholar
  3. 3.
    Correspondence (édition Conard ) II, 294f.Google Scholar
  4. 1.
    O. (= Oeuvres, édition Conard), app. III, 261. Vgl. C., z.B., IV, 220.Google Scholar
  5. 2.
    O., app. III, 263.Google Scholar
  6. 1.
    O., app. III, 244.Google Scholar
  7. 2.
    O., app. III, 245 (mit einer Umstellung der Kommata zitiert.) 3 C., II, 82.Google Scholar
  8. 4.
    Jules und Henry (deutsche Übersetzung von E. W., Fischer, 1921) S. 272.Google Scholar
  9. 3.
    O., app. III, 303f.Google Scholar
  10. 2.
    M. Scheler., Die Stellung des Menschen im Kosmos (1928), 60.Google Scholar
  11. 3.
    O., app. III, 281.Google Scholar
  12. 4.
    C., II, 82; vgl. auch II, 284; III, 306 u.o.Google Scholar
  13. 5.
    Baudelaire, Bovary-Rezension.Google Scholar
  14. 1.
    Goethe, Die Metamorphose der Pflanzen.Google Scholar
  15. 2.
    O., I, 308f; vgl. ibid. Flauberts Charakteristik durch Maupassant.Google Scholar
  16. 3.
    C., II, 155.Google Scholar
  17. 4.
    O., XIV, 364.Google Scholar
  18. 5.
    C., I, 180.Google Scholar
  19. 6.
    C., III, 80; vgl. besonders O., app. III, 246. Splendor veri ist eine thomisti sche Formel.Google Scholar
  20. 1.
    Education Sentimentale, erste Fassung, ch. XXVII.Google Scholar
  21. 2.
    “Il ne s’agit point… du problème théorique de l’art pour l’art. Il s’agit du problème pratique de la vie pour l’art …” (Thibaudet, a.a.O., S. 328). Faktisch wird sich das doch so ausdrücken, daß dem eigenen irdischen Leben als solchem alle Anhänglichkeit entzogen wird; es soll als Adiaphoron neben dem künstlerischen einherlaufen: und in diesem Sinn kann Flaubert doch auch wieder sagen, man müße einen Strich zwischen der bürgerlichen und der künstlerischen Existenz ziehen: C., II, 295 f. — im übrigen vgl. z.B. C. II, 296; 306, 144 u.o.Google Scholar
  22. 3.
    Vgl. schon K. Ph. Moritz, Von der bildenden Nachahmung des Schönen, Ausgabe von 1888: “das Individuum muß dulden, wenn die Gattung sich (zum Schönen) erheben soll”.Google Scholar
  23. 4.
    O., app. III, 303.Google Scholar
  24. 5.
    O., app. III, 260 u.o.Google Scholar
  25. 6.
    C., II, 77.Google Scholar
  26. 1.
    C., III, 109.Google Scholar
  27. 2.
    Es steht in dem Reisebericht Über Feld und Strand (deutsche Ausgabe der Flaubertschen Tagebücher), Bd. I, 401 ff.Google Scholar
  28. 1.
    C., I, 128. Mahnung und Preis der Geduld stehen fortan über dem Werk eines jeden Künstlers dieser Bewegung.Google Scholar
  29. 2.
    C., I, 187. On arrive à faire de belles choses à force de patience; ibid. 3 O., app. III, 280.Google Scholar
  30. 4.
    Vgl.C., I, 180; II, 76 u.o.Google Scholar
  31. 5.
    Vgl. z.B. C., III. 359-über Michelangelo.Google Scholar
  32. 6.
    S.o. Suarès hat ihn einen “Fürsten des Nichts” genannt; und Thomas Mann hat sich, bei aller Bewunderung, stets von seinem Nihilismus distanziiert.Google Scholar
  33. 1.
    C., 1, 97.Google Scholar
  34. 2.
    C.,1, 116.Google Scholar
  35. 3.
    C., 1, 98.Google Scholar
  36. 4.
    O., app. III, 260.Google Scholar
  37. 5.
    C., 1, 86.Google Scholar
  38. 6.
    C., 1, 104.Google Scholar
  39. 7.
    C., 1, 115.Google Scholar
  40. 8.
    C., 1, 80.Google Scholar
  41. 9.
    O., app. III, 309.Google Scholar
  42. 1.
    C., II, 359.Google Scholar
  43. 2.
    C., II, 76.Google Scholar
  44. 3.
    Vgl. auch dazu C., II, 359.Google Scholar
  45. 1.
    Sieh z.B. die Briefe an Louise Colet vom 27.–28.8.1853 und an Louis Bouilhet vom 19.12.1850.Google Scholar
  46. 1.
    O., app. III, 266.Google Scholar
  47. 2.
    O., app. III, 266.Google Scholar
  48. 8.
    Goethe, V. W., 27, 108. 4 O., app. II, 260.Google Scholar
  49. 1.
    Spinozas Begriff vom deus sive natura — hat durch Vermittlung Alfred le Poittevins zu dem Pantheismus Flauberts Pate gestanden.Google Scholar
  50. 2.
    C., III, 85.Google Scholar
  51. 3.
  52. 4.
    Rilke, Briefe, 1906/07, S. 394.Google Scholar
  53. 1.
    O., app. III, 252. Die imitatio dieses Erlebnisses bei Rilke, wie er ans “Äußerste”, an den “Rand der Erde” gebracht wird durch die Begegnung mit einer “kleinen häßlichen Hündin” in Cordoba (Brief vom 17. Dezember 1912).Google Scholar
  54. 2.
    C., I, 89.Google Scholar
  55. 3.
    C., II, 76.Google Scholar
  56. 4.
    C.,II, 155;III,80 u.o.Google Scholar
  57. 1.
    O., app. III, 309; III, 266, 245 f.Google Scholar
  58. 2.
    C., I, 120.Google Scholar
  59. 3.
    All dies klingt fast wörtlich in Goethes Winkelmann-Studie und in Karl Philip Moritzens Über die bildende Nachahmung des Schönen vor.Google Scholar
  60. 1.
    Jules und Henry, 272.Google Scholar
  61. 2.
    C., III, 154.Google Scholar
  62. 3.
    Jules und Henry, 273. 4 Eth., III, Praefatio.Google Scholar
  63. 1.
    Allerdings ist das Temperament der Flaubertschen Mystik vielfach dem Pathos Schopenhauers verwandter als dem Spinozas. Die Weisheit des freien Mannes besteht bei Spinoza in der Meditation über das Leben (Eth., IV, 67). Das gesteigerte Leidensbewußtsein des Genius treibt Flaubert in die Liebe zum Nichts, zu Nirwana.Google Scholar
  64. 2.
    Vgl. Jules und Henry, 273.Google Scholar
  65. 3.
    Education Sentimentale, Première version (Charpentier), 279.Google Scholar
  66. 4.
    In seinen Trois Hommes, 351, spielt, mit den Dichtern der Jahrhundertwende, André Suarès die Gläubigkeit Dostojewskis gegen die unmenschliche Indifferenz von Flauberts Artistik aus. Wir können unser Urteil jetzt gerechter bemessen.Google Scholar
  67. 1.
    O., app. 111,310.Google Scholar
  68. 2.
    Das Werk hat “seinen höchsten Zweck in seiner Entstehung, in seinem Werden schon erreicht; unser Nachgenuß desselben ist nur eine Folge seines Daseins” (Moritz, Von der bildenden Nachahmung des Schönen (1888), 26).Google Scholar
  69. 1.
    Spinoza, Eth., V. 36.Google Scholar
  70. 3.
    O., App. III, 246, vgl. O., IV, 368; 417 ff.Google Scholar
  71. 1.
    O., App. III, 309 f.Google Scholar
  72. 2.
    Kennzeichnend der Schluß des wirklich sehr jugendlichen Aufsatzes Les arts et le commerce (von 1839, O., app. II, 7); wo die Analogie von künstlerischer und göttlicher Schöpfung unversehens in eine Art Identität übergeht, in der die Kunst heilig gesprochen wird.Google Scholar
  73. 1.
    Perhaps an allusion to the abbreviation “k.k.” (Imperial and Royal) customary in pre-1914 Austria-Hungary. (EDITOR)Google Scholar
  74. 1.
    Vgl. meine Sprache als Schöpfung, (1934) 1 lf.Google Scholar
  75. 1.
    C., II, 70, 76.Google Scholar
  76. 1.
  77. 2.
    C., II, 277.Google Scholar
  78. 3.
    O., app. III, 257.Google Scholar
  79. 4.
    O., I, 548; C. II, 71.Google Scholar
  80. 5.
    C.,IV,225, O.,XI, 251 u.o.Google Scholar
  81. 6.
    O., app. III, 261.Google Scholar
  82. 1.
    C. II, 331, 367; III, 116f u.o.Google Scholar
  83. 2.
    Vgl. z.B. C., II, 241.Google Scholar
  84. 3.
    C., III, 89.Google Scholar
  85. 4.
    C., II, 332.Google Scholar
  86. 1.
    Dafür reiches Material bei R. Glanz, “Der poetische Wertmaßstab G. Flauberts”, Zsch. f. Ästh. Bd. 24, S. 274ff, siehe auch Erich Auerbach, Mimesis, Anchor Book, 425 ff.Google Scholar
  87. 2.
    C. III, 116; IV, 227, u.o.Google Scholar
  88. 1.
    C.,III, 116; vgl. II, 331.Google Scholar
  89. 2.
    In diese Rubrik gehört die sehr kunstvolle Verwendung des “et”, auf die Thibaudet (a.a. O., S. 298ff.) aufmerksam macht. So schafft noch das Auslassen eines den Schluß einer Reihe markierenden “et” an der Endlosigkeit einer melancholischen Abfolge mit, in die sich das Leben verliert: die für Flauberts Welt so bezeichnende détente, une réalité qui se défait.Google Scholar
  90. 1.
    Beispiele bei Thibaudet, a.a.O., besonders S. 263f, 286.Google Scholar
  91. 1.
    Vgl. Thibaudet, a.a.O., S. 265.Google Scholar
  92. 1.
    S.o., S. 134Google Scholar
  93. 2.
    C., I, 319; vgl. III. 148, 183.Google Scholar
  94. 3.
    C., IV, 221.Google Scholar
  95. 1.
    Vgl. z.B. M. Lips, “Le style indirecte libre chez Flaubert”, Journal de Psych., XVIII (1921), S. 644ff.Google Scholar
  96. 1.
    C.,II,330 u.o.Google Scholar
  97. 2.
    C., II, 360.Google Scholar
  98. 3.
    S.o.S. 129Google Scholar
  99. 4.
    Flauberts Verteidiger in dem Prozeß in Rouen legt großen Wert auf die geistigen Anleihen, die der Dichter von Madame Bovary bei Bossuet gemacht habe.Google Scholar
  100. 1.
    Bischof Bossuet, “der Adler von Meaux”, wird 1878 schlechthin als “Gans” abgetan (C. IV, 303).Google Scholar
  101. 2.
    In Anlehnung an Symposium 205B.Google Scholar
  102. 3.
    C., IV, 227.Google Scholar
  103. 1.
    Siehe z.B. C., IV, 225.Google Scholar
  104. 2.
    C., III, 79, 139, 152f, 167 u.o.Google Scholar
  105. 3.
    C., III, 152.Google Scholar
  106. 4.
    C., III, 148.Google Scholar
  107. 1.
    C., IV, 264.Google Scholar
  108. 2.
    C., IV, 220.Google Scholar

Copyright information

© Martinus Nijhoff, The Hague, Netherlands 1959

Authors and Affiliations

  • Fritz Kaufmann

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