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Bild und Kultur das Kriterium der Artikulation

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Part of the Reihe Philosophie book series (REIPHIL, volume 39)

Zusammenfassung

Die zwei bereits dargestellten Kriterien — das Kriterium der Adäquation und das Kriterium der Denotation — haben uns gezeigt, dass die Frage nach dem Verhältnis von Bild, Wahrnehmung und symbolischen Formen noch keine theoretische Grundlage des Bildbegriffs einschließt. Sowohl der phänomeno-logische Adäquationsbegriff als auch der semiotische Denotationsbegriff scheinen eine kulturphilosophische Annäherung an den Bildbegriff nicht erfüllen zu können. Eine Versöhnung beider Theorien — etwa unter dem Leitspruch einer Kompatibilität von Ähnlichkeitsverhältnis und Denotationsverhältnis — bietet, so weit es mir scheint, keine hinlängliche Antwort auf eine kulturphilosophische Deutung des Bildbegriffs. Beide Theorien setzen einen Primat der Referenz — sei es durch Ähnlichkeit oder durch Konvention — über die Wahrnehmungsprozesse und ebenfalls über die sinnliche Konfiguration des Bildes voraus. Das Kriterium der Adäquation, wie wir gesehen haben, sieht in solch einem Primat eine Art Absicherung des intentionalen Aktes des Bewusstseins, beziehungsweise des immanenten intuitiven Bildbewusstseins. Als symbolische Bilder benennt Edmund Husserl nur diejenigen nicht-künstlerischen Bilder, die nicht in der Lage sind, eine bestimmte Bedeutung vollkommen zu fixieren. Das Kriterium der Denotation dagegen, wie üblicherweise im semiotischen Ansatz konzipiert, sieht im Vorrang der referentiellen Zeichenhaftigkeit des Bildes eine unabdingbare Voraussetzung für jede symbolische Repräsentationsfunktion.

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Notes

  1. 97.
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    Vgl. dazu Schwemmer, Oswald, Ernst Cassirer: ein Philosoph der europäischen Moderne, Berlin, Akademie Verlag, 1997, S. 48.Google Scholar

Copyright information

© Centaurus Verlag & Media UG 2012

Authors and Affiliations

  1. 1.Universität CoimbraPortugal

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