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Das literarisch-künstlerische Kabarett und der Münchner Sittlichkeitskampf

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Part of the Reihe Sprach- und Literaturwissenschaft book series (RSL, volume 39)

Zusammenfassung

Zur Jahrhundertwende ist München das künstlerische Zentrum Deutschlands. Hier im malerischen Schwabing, nahe dem Englischen Garten, sammeln sich die Musensöhne. Zu ihnen zählen Musiker, Maler, Weltverbesserer, Sektierer und Originale der verschiedensten Couleur, die sich in den zahlreichen Cafés und Weinstuben ihr Stelldichein geben. Schwabing erlebt seine große Zeit. Thomas Mann hat gerade seinen Roman Buddenbrooks beendet und Ludwig Thoma schreibt sein erstes Theaterstück Die Lokalbahn. Bei Karl Wolfskehl in der Leopoldstraße treffen sich die ‘Kosmiker’ mit Stefan George und in der Giselastraße entwickelt Wassily Kandinsky einen neuen Malstil. Zur gleichen Zeit ist dieses Bohemeviertel, das an Montmartre erinnert, auch Zufluchtsstätte verschiedener Heimatloser. Trotz gelegentlicher Strafprozesse wegen Majestätsbeleidigung, Gotteslästerung oder wegen Verstößen gegen die herrschende Sexualmoral entwickelt sich hier eine Literatur- und Kunstszene von Weltrang. Hier rebelliert die Avantgarde stürmisch gegen veraltete Traditionen. Als Zeichen dafür hat sie eine eigene Sezession gegründet. Die viel zitierte Zeitschrift ‘Jugend’, die dem ‘Jugendstil’ ihren Namen gibt, steht hier in voller Blüte, und wird durch den satirischen ‘Simplicissimus’ nochmals ergänzt. München ist vom Fieber der künstlerischen Renaissance befallen, trotz der zahlreichen einschneidenden Beschränkungen durch wilhelminische Gesetze, oder vielleicht gerade deshalb.

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© Centaurus Verlag & Media UG 2009

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