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Part of the Neuere Medizin- und Wissenschaftsgeschichte. Quellen und Studien book series (NMW, volume 25)

Zusammenfassung

Die Entwicklung der Erkenntnisse über Reflexe begann mit der Erforschung des Nervensystems und seiner Funktionen im 5. Jahrhundert v. Chr., mit Alkmaion von Kroton, der die Nerven in motorische und sensible Nerven einteilte. Über eine Reihe von Theorien, u. a. über Aristoteles und Galen, begann erst im 17. Jahrhundert mit Descartes Theorie der unwillkürlichen Bewegung der Begriff Reflex Eingang in die Forschung zu finden. Die kartesianische Theorie führte alle Vorgänge des menschlichen Körpers hauptsächlich auf physikalisch-mechanistische Prinzipien zurück, wodurch ein physikalisch-mechanistisches Lebensprinzip entstand. Willis nahm anschließend den enzephalischen Ursprung ausnahmslos aller Bewegungen an, Hales sog. „fundamentales Experiment“ offenbarte spinale Reflexe. Haller trennte die Muskelkraft von der Nervenkraft, unterschied zwischen „Sensibilität“ und „Irritabilität“ und gilt als Begründer der experimentellen Neurophysiologie. Für Whytt wirkte die Seele, als empfindendes Prinzip, bei der Hervorbringung von unwillkürlichen, also automatischen, Bewegungen immer mit, und Unzer trennte die Nervensensibilität von der Empfindung als einem Seelenvermögen, womit je-dem Teil eines Nervs ein unbewusstes Reaktionsvermögen zukommt. Prochaska gelang die systematischste Ausarbeitung des Reflexbegriffs im 18. Jahrhundert, denn die sensorischen Eindrücke werden laut Prochaska vom Sensorium commune auf die motorischen Nervenwege „reflektiert“.

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