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Der Erste Weltkrieg und seine psychohistorischen Folgen

  • Peter Schulz-Hageleit
Part of the Geschichte und Psychologie book series (GESCHPS)

Zusammenfassung

Der Erste Weltkrieg bildete eine scharfe generationsspezifische Trennlinie, je nachdem ob man einberufen wurde oder nicht. Schulin (in: Geschichtsdiskurs Bd. 4) unterscheidet diesbezüglich drei Generationen:
  • die älteren Historiker (u.a. Friedrich Meinecke, geb. 1862), die den Krieg auf die eine oder andere Weise in der Reife ihres Lebens erlebten;

  • die Frontgeneration (u.a. Hans Herzfeld, geb. 1892), die den Krieg als junge Männer mitmachen mussten. Zu dieser Frontgeneration gehörte auch der Jahrgang 1898, was bedeutet, dass ganze Abiturklassen mit 18jährigen an der Front „verheizt“ wurden (vgl. dazu Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues);

  • die Kriegsjugendgeneration (u.a. Hermann Heimpel, geb. 1901), die vom Krieg und seinen Folgen nicht direkt erfasst wurden.

Was bedeutet die Erfahrungsdifferenz der Jahrgänge für den Werdegang H.H.s? Hätte er sich anderes entwickelt, wenn er den Ersten Weltkrieg direkt an der Front mitgemacht und vielleicht schwer verletzt worden wäre? Das ist theoretisch möglich, aber eher unwahrscheinlich. Wahrscheinlich wäre im Fall einer kriegsbedingten Verletzung eher das noch schnellere Erstarken faschistoider Tendenzen und ressentimentgesteuerten Hasses, der die vermeintlich Schuldigen suchen und fmden würde. H.H.s Beteiligung am Freikorps Epp ist bekannt (Sommer 2001).84 Von diesen Freund-Feind-Fixierungen waren es nur noch wenige Schritte zum enthusiastischen Willkommensgruß an Adolf Hitler.

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© Centaurus Verlag & Media UG 2012

Authors and Affiliations

  • Peter Schulz-Hageleit
    • 1
  1. 1.Technischen Universität BerlinDeutschland

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