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Die „Anfangsjahre der Führungsaufsicht“

Empirische Daten und theoretische Perspektiven zur Entwicklung einer umstrittenen Institution Erinnerungen an Diskussionen auf einem ‚Nebengleis‘ der Kriminalpolitik
Chapter
Part of the Schriftenreihe für Delinquenzpädagogik und Rechtserziehung book series (SDR)

Zusammenfassung

Am 01. Januar 1975 wurde in der Bundesrepublik Deutschland eine neue Institution der ’Besserung und Sicherung’ eingeführt: Die Führungsaufsicht, eine Art ’Bewährungshilfe’ für Straftäter mit negativer ’Legal-Prognose’. Als eine der vielen Neuerungen des ’Zweiten Gesetzes zur Großen Strafrechtsreform’ verbanden sich mit dieser Führungsaufsicht insbesondere zwei Zielvorstellungen: Wiedereingliederung besonders schwieriger Straftäter und Schutz der Öffentlichkeit von ihnen. Doch selbst nach vielen Jahren praktischer Erfahrung sind die grundlegenden Konflikte und unterschiedlichen Standpunkte, die für die Entwicklung und Gestaltung dieser Institution von Anfang an kennzeichnend waren, bis heute noch immer nicht überwunden (vgl. hierzu u.a. Dertinger/Marks 1990 und Lemke/Vetter 1992).

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© Centaurus Verlag & Media UG 1995

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