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Erziehung als Strafe

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Part of the Studien und Materialien zum Straf- und Maßregelvollzug book series (SMSM)

Zusammenfassung

Der Titel „Erziehung als Strafe“ erscheint uns zunächst befremdend. Es ist uns seit unserer Kindheit vermittelt worden, daß Erziehung eine Wohltat sei und nur „zu unserem Besten“ veranstaltet würde. Auch wenn wir uns als Kinder und Jugendliche gegen erzieherische „Zumutungen“ gesträubt haben und lustlos das Geforderte taten, stellen wir in der nachfolgenden Lebensphase fest, daß unsere Erziehung nützlich gewesen sei. Niemand würde es wagen zuzugeben, daß er in einem Abschnitt seines Lebens „nichts gelernt“ habe, daß er nur eingeengt und unterdrückt worden sei. Je älter wir werden, desto mehr glauben wir, daß Erziehung zwar eine oft verkannte und vielleicht auch ungeschickt eingesetzte, jedoch letztlich nützliche und entscheidende Orientierung geboten hätte. Wir selbst werden immer mehr zu Erziehenden und Beratern unserer Mitmenschen, und dies läuft parallel zu der Meinung, wir hätten Erziehung nicht mehr nötig. Die These, daß Erziehung als solche Strafcharakter habe, ist fragwürdig und bringt denjenigen, der eine so weitgehende Aussage macht, in den Verdacht, daß er in einer infantilen Trotzhaltung gegen empfangene, aber nicht verstandene Wohltaten verharre. Vermittelt uns nicht auch die These vom „lebenslangen Lernen“ die Einsicht in die Bedeutung einer offenen und stets für Veränderungen aufgeschlossenen Haltung in einer Welt, die sich mit früher nicht gekannter Geschwindigkeit verändert? Vorab sei eine Fehlinterpretation der These von der Erziehung als Strafe genannt, die hier naheliegt.

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© Centaurus Verlag & Media UG 2001

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