Advertisement

Abschließende Überlegungen

  • Thomas Lord
Chapter
Part of the Schriften zur Geldtheorie und Geldpolitik book series (SCHGG)

Zusammenfassung

Die Geschichte der währungspolitischen Kooperation in Europa war schon immer von einem Verhandlungsprozeß geprägt, in dem die vorgebrachten unterschiedlichen ökonomischen, politischen und ideologischen Argumente die nationalen Zielvorstellungen und wirtschaftspolitischen Präferenzen widerspiegelten. Die vielschichtigen nationalen Motive für eine engere Zusammenarbeit auf währungspolitischer Ebene zeigten sich in der Einführung und Entwicklung des EWS und nicht zuletzt in den Bestrebungen zur Etablierung einer Europäischen Währungsunion. Die dabei divergierenden Vorstellungen der Mitgliedstaaten über Zielrichtung, Funktionsweise und Weiterentwicklung der währungspolitischen Kooperation vor dem Hintergrund der Zusammenarbeit auf anderen Gebieten verdeutlichen die Komplexität der Interessenstrukturen in der Gemeinschaft. Daß dabei die politisch Verantwortlichen ökonomische Sachverhalte und Implikationen in ihrem Handeln zu wenig berücksichtigen, liegt in dem wohl immer bestehenden ‘trade off’ zwischen der ökonomisch optimalen und der verhandlungspolitisch machbaren bzw. politisch erwünschten Lösung. Die Einführung des EWS bietet ein anschauliches Beispiel eines zwischenstaatlichen Verhandlungsspiels, in dem weniger das Finden einer gemeinsamen, ökonomisch optimalen Geldpolitik für interne und externe Währungsstabilität oder für andere makroökonomische Ziele im Vordergrund stand, sondern vielmehr das Finden eines Kooperationsniveaus, das mit den nationalen Interessen aller Mitgliedstaaten vereinbar war.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Centaurus Verlag & Media UG 1995

Authors and Affiliations

  • Thomas Lord

There are no affiliations available

Personalised recommendations